Literaturzeitschriftenpräsentation einmal anders

Heute wurden in der “Alten Schmiede” in der “Literatur als Zeit-Schrift-Reihe” die “Lichtungen”, jene steirermärkische Literaturzeitschrift, die inzwischen vielleicht schon wichtiger als die “Manuskripe” sind, vorgestellt.

Jedenfalls zeigt sie sich mir präsenter, bin ich auf der “Buch Wien” doch ständig Andrea Stift über den Weg gelaufen, die jetzt da in der Redaktion ist und in der “Gesellschaft für Literatur gab es auch vor kurzem eine Vorstellung.

In der “Alten Schmiede-Reihe” wurde aber heute das Heft 151 präsetiert, das nicht einmal das letzte ist und da saß nicht Andrea Stift oder der ältere Herr” der mich einmal diesbezüglich in der “Alten Schmiede” angesprochen hat, am Podium sondern Robert Prosser, was mich erstaunte, wußte ich doch nicht, daß er im Redaktionsteam ist.

Ist er auch nicht, aber er hat gemeinsam mit Ferdinand Schmalz dem letzten Bachmannpreisträger, der verhindert war, weil er offenbar Vater wurde und dem mir bis jetzt unbekannten Christoph Szalay ein Projekt gestartet, wo er die junge Lyyrik Österreichs orten wollte und sich dabei an die “Lichtungen” wandte.

Die waren dabei hilfreich, so ist ein Dossier entstanden, das in besagten Heft enthalten ist und noch zu einer eigenständigen Publkation ausgewertet werden soll und Lyriker bis Jahrgang 1975 sind drinnen und wurden in die Richtungen Ost, West, Süd, Nord verordnet.

Das erzählten die beiden Herren und stellten dann zwei Damen nämlich Cornelia Hülmbauer und Regina Dürr vor, die ich beide kannte, denn, als ich sehr jung mit meinem Blog unterwegs war und gerade in die “Gesellschaft für Literatur” ging um das Jungtalent Robert Prosser zu hören, habe ich dann einen Kommentar von “Consens” bekommen, die mich eine Zeitlang kommentieredn verfolgte, dann hat sie beim Exil Preis gewonnen, in der Zeitschrift “Etcetera” kuratiert, ein Nö-Stipendium bekommen und jetzt studiert sie Sprachkunst und stellte zwei ihrer Gedichtzyklen vor, dann folgte Regina Dürr, die ich glaube ich im März bei der Benefizlesung im Amerlinghaus kennenlernte, sie ist auch Musikerin, eher experimentell und hat beim Bachmannpreis gelesen und jetzt hatte sie kein Gedicht, sondern einen lyrischen Text, den sie für eine Gastrozeitung geschrieben hat, in dem es um ein Frühstück ging.

Sehr interessant, dann folgte eine Diskussion in der ein älterer Herr die Frage stellte ob man unter dreißig überhaupt Gedichte schreiben kann aber da hat Rombaud schon zu dichten aufgehört, wie ihm Chrtoph Szalay schlagfertig antwortet und in dem Dossier sind offenbar auch sämtliche Orte der Lyrik aufgezählt, die den beiden Herausgebern nach unterpräsentiert ist, obwohl sehr viele Leute Gedichte schreiben.

Nun da gibt es verschiedene Lyrikveranstaltungen, wie die Lyrik im März, verschiedene Lyrikfestivals in der “Alten Schmiede”, das “DichtFest”, das demnächst wieder ist und auch einige Lyrikreihen, wie die von “Keiper”, wo ich  erst kürzlich ein Buch besprochen habe, wo der Autor glaube ich auch Redaktionsmitglied der “Lichtungen” ist.

Toni und Moni

“Oder Anleitung zum Heimatroman”. Über das zweite Buch von Petra Piuk, die schon am Volksstimmefest gelesen hat und mit ihrem Debut “Lucy fliegt” auch bei den “O Tönen” gelesen hat, habe ich schon einiges gehört.

War ich doch beim “Literarischen Heimatabend” im Weinhaus Sittl und auf der “Buch-Wien” wurde es im Literaturcafe auch gestellt.

Da habe ich, glaube ich, gehört, daß die 1975 in Güssing geborene, die glaube ich, die “Leondinger Akademie” absolvierte, während oder nach der Van der Bellen Wahl, ja die hat  zum darüber Schreiben animiert, auf die>Idee einen “Heimat- oder besser “Antiheimatroman” zu schreiben ,gekommen ist, denn darauf können ja eine oder einen, die entsprechenden Videos oder Posting zum Thema “Heimat”, “Ausländer” oder “Überfremdung” leicht bringen.

Petra Piuk geht es programmatisch an und hat auch einige Ebene in ihren Roman eingebaut, um das “Anti” besonders deutlich zu machen. So gibt es immer wieder Fußnoten, wo die Verlegerin Tanja Raich mit ihrer Autorin schimpft oder sie mahnt, schneller zu sein, Leserwünsche zu erfüllen, die Handlung umzuändern, weil ein guter Roman ja spannend sein muß.

Ich weiß oder glaube eigentlich nicht, daß man in der “Leondinger Akademie” nach der “Heldenreise” vorgeht. Vielleicht hat Petra Piuk auch nur ein Buch darüber gelesen, wie ein spannender Roman sein oder nicht sein soll?

Sie macht sich auf den Frußnoten, ganz klein auch darüber lustig und dann ist vielleicht auch verwirrend, wer schreibt eigentlich den Roman, ist das Petra Piuk, der Name kommt häufig vor oder ist es die “Frau Schriftstellerin”?

Da scheint es auch mir nicht immer so ganz klar zu unterscheidende Unterschiede zu geben. Aber wahrscheinlich ist die Frau Schriftstellerin, das Geschöpf der Autorin P. P. und beide mischen sich aber ein und bekämpfen sich auch gegeneinander oder werden von der Lektorin auch dazu aufgestachelt und dann, das wissen, die, die sich für die “Heldenreise” interessieren oder Schreibratgeber lesen, sicher, ein guter Roman muß einen Antogonisten haben.

Die Harmoniebedürftige, die ich offenbar bin, hat bei ihren Büchern manchmal Schwierigkeiten damit.

Petra Piuk führt da die böse Cousine ein, die das schöne Dorf Schöngraben an der Rauscher, verlassen hat, um in die Stadt zu gehen. Das man das in einem “schönen Heimatroman” nicht darf und, daß in einem schönen Heimatroman auch keine Fremden erwünscht sind, liest man auf den ersten Seiten.

Da kommt die Cousine zur Taufe des kleinen Toni, des Neujahrsbaby, zurück und will ihn nicht halten. Sie kommt aber noch einmal, als Romanschriftstellerin und deren nicht so schöner erster Roman, den sich die Dorfbewohner entsetzt nacherzählen, hat eine Handlung wie “Lucy fliegt”  und jetzt will die Cousine auch einen Heimatroman schreiben, also sehr verwirrend oder besonders ausgefuchst.

Das Buch ist auch nicht in der üblichen “schönen Heimatromanform” geschrieben, sondern in programmatischen Kapiteln, die uns erklären, was ein schöner Heimatroman, eine schöne Tradition, eine ehrliche Gastfreundschaft ist oder wie man es in dem schönen Dorf, mit dem Alkohol, der Tierliebe, der Ehe, etcetera hält.

Das liest sich dann in etwa so:

“1. Schöngraben ist ein schönes Dorf.

2.In Schöngraben fühlt sich jeder Gast daheim.

3.In der Heimat gibt es: ein gutes Essen, ein gutes Trinken und gute Menschen. Aber keine Gutmenschen. Das darf man bitte nicht verwechseln.

4. Außerdem gibt es: eine gesunde Landluft, eine gesunde Jause und eine gesunde Watschen.

5.Außerdem gibt es: eine schöne Natur, eine schöne Tradition und eine schöne Heimatmusik.

6. Natürlich gibt es noch viel mehr Schönes in der Heimat. Die Dirndlkleider sind schön. Die Lederhosen sind schön. Die Leich ist schön”.

Man sieht schon, glaube ich, wie der Hase läuft. Ich-Erzähler ist der Toni, der Sohn vom Friedl und der Gabi. Am Schluß gibt es ein Personenregister und die geben so alle zwei Jahre, gemeinsam mit den Eltern in der Zeitung eine Geburtstagsanzeige auf, die sie dem Bubi dann zum Geburtstag schenken und überall aufhängen

Das liest sich dann, schön eingerahmt so:

Lieber Toni!

(Neujahrtsbaby von Schöngraben an der Rauscher)

Du wirst heuter vier, darauf trinken wir Bier und schenken dir

die Geburtstagsanzeige hier.

Alles Gute zum Geburtstag! Papa, Mama, Oma, Opa”

Das führt durch die Handlung des schönen Heimatromans und der muß ja, wie man lesen kann, ein glücklches Ende, also eine schöne Hochzeit haben. Die Braut  soll die Moni sein, wie schon der Name sagt, die Nachbarstochter, die will aber nicht, weil ein schöner Roman ja auch seine Konflikte und seine Antagonisten braucht, bis die Hochzeitsglocken läuten und Roy Black “Ganz in weiß”, ja richtig, Schlager spielen auch eine große Rolle, singt, so ganz, obwohl der Toni mit ihr  schon frühzeitg “Vater Mutter Kind” und auch Hochzeit am Dachboden spielt.

Deenn sie will zuerst einen Michael, so daß der Toni ihre Katze töten muß, um sie auf den richtigen Weg zu bringen, dann will sie in die Stadt, eine Lehre als Fotografin zu machen, was sie aber nicht soll, denn die Stadt ist ja gefährtlich und da wird man gleich, wie man  auch in diversen Postings lesen kann, in der  U-Bahn vergewaltigt.

Da mischt sich dann die Cousine ein und, daß es auf dem Land nicht ganz so idyllisch ist, wie oben geschildert, läßt uns die Autorin auch noch wissen, denn da geht der Toni in den Stall, um den Bauern nach Kalbfleisch zu fragen und der hat seinen Penis schon darin und der Toni ist vielleicht vom Poldi Opa, so daß der Opa zuerst die Oma, die das verraten will und dann sich selber umbringt und so weiter und so fort.

Lauter Schwierigkeiten und so muß die Lektorin ihre Autorin öfter mahnen, doch bitte bald zu dem glücklichen Ende zu kommen, denn es gibt  schon Vorbebestellungen und Lesetermine und das kommt dann auch, die Hochzeitsglocken läuten, aber auch nicht für lang, denn jetzt mischt sich auch noch die Moni ein, entpuppt sich als die wahre Autorin und sprengt die ganze Idylle mit Schwung in die Luft.

Man sieht, es ist sehr viel los in diesem Heimatroman und er ist vielleicht auch nicht für allle Gemüter geeignet, denn die die sich Dirndln, Kuhglocken und ein Happyend erwarten, werden vielleicht enttäuscht sein und “So ein Schmarrn!”, der Frau Lektorin.

Ein klein bißchen hatte ich mit dem “Verarschen” auch meine Schwierigkeiten, obwohl ich ja selber manchmal abgebrochen schreibe und denke, daß man sich in Zeiten, wie diesen, durchaus politisch äußern kann und darf. Robert Menasse, Doron Rabinovici, Mascha Dabic und auch ich selbst natürlich, tun das auch und jetzt bin ich auf das dritte Buch von Petra Piuk gespannt.

 

Dialektik der Befreiung

Wieder “Literatur im Herbst”, das ist die Veranstaltung, die Walter Famler seit einigen Jahren im November im “Odeon Theater” statt der “Literatur im März” kuratiert und da einmal vorwiegend mit den osteuropäischen Ländern begonnen hat.

Ab Griechenland bin ich dabei gewesen, vorher hab ich es versäumt, weil es sich mit meinem Geburtstagsfest überschnitten hat.

Jetzt sind die Länder in etwa durch, das letzte Jahr war Japan drin und da Walter Famler ein politischer Mensch ist, holen ihm die Achtundsechziger, obwohl er damals erst zehn Jahre alt gewesen ist ein und er hat das Publkum am Freitag auch mit “Genossen und Genossinnen” dann allerdings auch mit “brothers and sisters”, “friends and enemys”, begrüßt, was in einer Zeit, wo man die identitären von der Orbanisierung Österreich” und dem Ende von “Mulitkulti” sprechen hört, fast  nostalgisch anmutet. Aber vor fünfzig jahren hat es in London von den Antipsychiatern Ronald D. Laing and David Cooper organisierte Konferenz mit dem Titel “Dialektiv der Befreiung” gegeben. Herbert Marcuse und Felix de Mendelsohn war, glaube ich, auch dabei und die will Walter Famler dieses Mal offenbar weiterführen und das Buch, das diesbezüglich entstanden ist, wurde auch neuaufgelegt und am Mittwoch im “Freud-Museum” vorgestellt.

Da war ich im Literaturhaus, es lag aber am Büchertisch, der wieder von “apunktbuch” organisert wurde auf und andere politische Schriften der vergangenen Jahrzehnte, Belletristik eher weniger, obwohl zwei autoren auftreten werden, deren Bücher ich gelesen habe oder lesen werden.

Begonnen hat es aber, da Stadtrat Mailath Pokorny verhindert war und die  Eröffnung daher von Walter Famler durchgeführt wurde mit einer Rede von dem Schweizer Filmer und Theatermacher Milo Rau “Die Rückeroberung der Zukunft”, der Filme über den Kongo drehte und Tribunale in Moskau und Weltkonferenzen in Berlin durchführte.

Ja, die Globalisierung ist ein großes Thema, und die Gewalt in Ruanda und sonstwo ist es auch. Zivilcourage oder vielleicht auch ziviler ungehorsam ist angesagt und Milo Rau, von dem ich noch nicht viel gehört habe, offenbar bin ich doch nicht so politisch, scheint ein sehr selbstbewußter Mann zu sein. Es gab dann noch ein Gespräch mit der Professorin für Soziologie Shalini Randeria darüber und Walter Famler verwies auf das Programm der nächsten zwei Tage und forderte die “Genossen und Genossinnen”, die “Brothers und die Sisters”, etcetera, zum Wiederkommen auf.

Es gab dann auch am Samstagnachmittag einen Film über Herbert Marcuse in San Diego aus den Neunzehnhundertsechziger, der ja auch an der Konferenz in London teilgenommen hat und dann gings zur ersten Kanzelrede, vielleicht ein Format von damals oder ein bewährtes Befreiungsinstrument.

Da hat Isabel Lorey über die “Regierung der Prekären” und Thomas Seibert über die “Existenz der Ökonomie” referiert, denn so heißen ihre Bücher und ihre Theesen dann gegeneinander diskutiert.

Danach gab es eine einstündige Pause und ich dachte, was mache ich da, wenn niemand da ist der mich auf ein Glas Wein einlädt oder mit dem ich reden kann, denn ich hatte mir wieder kein Buch mitgenommen, obwohl ich schon fast im Zugszwang bin, alles wie vorgenommen zu schaffen und wollte auch nicht am Donaukanal spazieren gehen.

Also habe ich mir das Glas Wein selbst gekauft und Luis Stabauer angesprochen, der wie ich gerade  einen Roman über die politische Situation schreibt.

Den kann ich vielleicht für meine geplante Leserunde gewinnen, wenn  das “Bibliotheksgespenst” erschienen ist und dann kam, das erste Mal bei dieser Veranstaltung eine Lsung. Jan Koneffke stellte nämlich den Italiener Maurizio  Torchio mit seinem Gefängnisroman “Das angehaltene Leben” vor, was eigentlich ein umgekehrte Befreiunngsakt ist und wie der Autor sagte, eigentlich auch keine soziale Mißstände aufzeigen sollte, aber trotzdem interessant war und dann kam, wie Walter Famler noch einmal ankündigte, der Höhepunkt des Abends nämlich eine szenische Reflexion über Pier Paolo Pasolinis “Salo oder die hundertzwanzig Tage von Sodom”, wo 1975, das faschistische Italien gezeigt wurde, wo vier Herren acht Jugendliche zu Tode quälten und der dafür, wie die beiden vortragenden Aleksandara Corovic und Rafael Schuchter bemerkten, schlechte Kritiken von Rezenten bekommen haben, die dreißig Jjahre vorher Veit Harlans “Jud Süß” wohlwollend, als qualitätvolles Kunstwerk besprochen haben.

Am Sonntag ist es dann um zehn im Metro-Kino mit einem Film “I am not your negro” über James Baldwin, von dem ich “Giovannis Zimmer” noch lesen muß, in dem es über die amerikanische Rassentrennung geht, weitergegangen und um elf war eine Verantstaltung in der “Alten Schmiede”: “Dialektik der  Unfreiheit in Osteuropa” unter anderen mit Paul Lendvai und  Ilija Trojanow angesetzt, die sicher interessant, aber nicht zu schaffen war, da der Film, beziehungsweise die Diskussion darüber erst um cirka viertel eins zu Ende war.

So bin ich mit der Ruth und der Erika Brunngraber, deren Hund gestorben ist, bis halb eins im Foyer gesessen, dann in die Krongasse gegangen, wo es Sardinen gab. Am Samstag gab es Tintenfische, denn das gibt es bei uns meistens am Wochenende, wenn wir in Wien sind und dann wieder ins Odeon Theater in die Taborstraße, wo es die “Kanzelreden II”, zu dem wahrscheinlich noch sperrigeren Thema “Die Externalisierungsgesellschaft und die  Politik der Potentalität” gab. Worum es darum ging, ist mir nicht ganz klar geworden, zumindest sind die beiden Redner, Felix Ensslin, der Sohn von Gudrun Ensslin und Stephan  Lessenich von einem Thema zum anderen gesprungen, haben sich auf Thomas Münzer, den Film von Pier Paolo Passolini und auch auf dem Tod bezogen.

“Hirnwichslerei” hat es eine Bekannte genannt. So ganz kann ich ihr nicht widersprechen, obwohl einige, die sich aus dem Publikum zur Diskussion meldeten, interessante Fragen hatten und sicher mehr verstanden haben.

Ich bin bei der “Befreiungsdialketik” vor allem an der politischen Siutation interessiert, an den schwarzblauen Regierungsverhandlungen, die im Gange sind und, wo man hört, daß die, die Schulversuche zur Ganztagsschule eingestellt werden sollen, die Mindestsicherung gekürzt, etcetera und den Aktionen der Identitären, die ja jubeln, daß es die Linken nicht mehr gibt, beispielsweise und, als ich schon dachte, daß das Ganze vielleicht nur eine nostalgische Retroveranstaltung ist, hat sich Walter Famler darauf bei der Diskussion im Kino bezogen und sehr emotionell dabei gewirkt.

Dann kam wieder ein Literaturblock, den Ilija Trojanow moderierte und da begann Noro Bossong mit ihrem Roman über Antonio Gramsci, den ich ja bei dem Gewinnspiel von Mara Giese vor zwei Jahren gewonnen habe, dann wurde Pankay  Mishras, das ist ein 1969 in Indien geborener Essayist, “Zeitalter des Zorns” vorgestellt, das wie im Programm steht “ein Parforceritt durch die Geschichte der europäischen Aufklärung und ihren Analogien zum pervertierten Freiheitsbegriff in islamistischen Märtyrer- und Opfertod-Ideologien” ist.

Sicher sehr interessant, aber ein Buch, das ich wahrscheinlich nicht lesen werde. Bei Colson  Whitehead “Undergroud Rail Road”, der mit seinem Bestseller, mit dem er  2017, den “Pulizter-Preis gewonnen hat, gerade auf Lesereise im deutschen Raum ist, ist das anders, denn das habe ich mir ja von dem Buchgutschein, den mir die Anna zum Geburtstag schenkte, gekauft und hoffe nur, daß ich es bald schaffe, das Buch zu lesen.

Die “Underground Rail Road” ist ein Weg, auf dem  sich die Sklaven in Amerika zur Freiheit aufmachten und weil das Buch jetzt in aller Munde ist, sind auch Jatja Gasser und Zita Bereuter zum zuhören eingetroffen und am Abschluß gab es noch von Walter Famler einen “Befreiungsblues” und ich denke, es war sehr gut sich an diesem Wochenende auf einen Gang durch die Befreiungs- und Unterdrückungsgeschichte der letzten fünfzig Jahre zu begeben und, wie es in Österreich in Euopa und auf der ganzen Welt weitergehen wird, wird die zukunft zeigen.

Die Datei und die zweite Datei

Jetzt kommt die Fortsetzung des “Circles” könnte man so sagen. Arnon Grünbergs “Datei”, schließt aber auch ein bißchen an Doron Rabinovicis “Außerirdische” an und den 1971 in msterdam geborenen Autor, der glaube ich sowohl da, als auch in New York und Berlin lebt, habe ich vor Jahren einmal bei “Rund um die Burg” gehört.

Voriges Jahr als Niederland das Gastland in Frankfurt war, ist sein “Muttermale” erschienen, daraus habe ich ihn dann bei den “Fried Tagen” lesen gehört, das Buch nicht mehr bekommen, aber entdeckt, daß ich einen anderen Grünberrg mal gefunden habe und jertzt ist bei “Kiwi” als Taschenbuch die “Datei” und daran anschließend, noch “die zweite Datei”, eine kürzere Erzählung, erschienen.

Es geht um Lillian, Mitte zwanzig und sie ist ein Nerd, das heißt in ihren Fall, eine ditgtal Native, die eine Menschenallergie hat, weil ihr Leben fast ausschließlich im Netz stattfindet.

Damit macht sie ihren Eltern, einem Lehrer und einer Sozialarbeiterin, bei denen sie, obwohl schon erwachsen, noch lebt, große Sorgen. Denn sie sperrt sich tagelang in ihr Zimmer ein und frißt sich vorm Computer mit Paprikachips fett, so daß sie einen dicken Hintern hat, auf dem sie sich noch die Namen ihrer Eltern, mit denen sie kaum spricht, eintätowieren lassen will.

Das war früher einmal, als sie einen Pädophilen, der sie zu einem Nacktfoto erpresste, mit Hilfe von drei Hackern in den Selbstmord trieb.

Jetzt gibt es einen Freund im Netz namens Banri Watanuki, der sie überredet, eine Stelle als Rezeptionistin in einer Internetfirma, die wohl ein bißchen dem Circle ähnlich ist, anzunehmen.

Alex, der Gründer, stellt sie ein und will sie später zu seiner Assistentin ausbilden lassen und eines Tages setzt sich in der Kantine, hier wird, wie das auch Lillian tut, kein Fleisch gegessen, nur Obst und Gemüse, Seb zu sich, der Nerd, der in den oberen Etagen hackt und  eigentlich keinen Kontakt zu ihr haben soll.

Denn in der Firma wird nicht viel miteinander gesprochen, weil alles ein Geheimnis ist. Er bringt sie aber am Abend, Lillian ist Radfahrerein und es regnet, nach Hause. Beide wohnen in Den Haag, die Firma ist in Delft. Sie darf aber seine Wohnung nicht sehen, denn die ist geheim, trotzdem kommt sie am nächsten Tag dorthin mit, weil sie in ihn Banri zu erkennen glaubt. Sieht seine Katzen, er streicht ihr über die Schenkel und sie bekommt prompt Quaddeln, wegen ihrer Menschenallergie, die sie zu einerÄrtzin treibt, bei der sie seit Jahren nicht mehr war.

Jetzt kommt Alex an den Plan und lädt sie zu einem vegetarischen Abendessen ein.Er erzählt ihr von seinen Plönen und nimmt sie mit auf eine Konferenz und als Seb, der eigentlich Sebastian heißt, ein paar Tage lang nicht zur Arbeit erscheint, kauft sie Muffins und bringt sie in seine Wohnung. Dort sind die Katzen, seine lieben, tot.Er hat sie getötet, weil er sich von der Firma übernommen und sich von ihnen bedroht und auspioniert glaubte und verschwindet in den Untergrund oder in die portugiesische Botschaft, während Lillian ein paar Tage mit Alex in einer  Hütte an der Cote d` Azur, wo man sich nackt aufhält, verbringt  und er ihr anvertraut, daß er eigentlich Almond, einer der früheren Hacker ist.

Ein wenig geheimnisvoll und verwirrend und vielleicht auch nicht ganz logisch, diese Geschichte, die mich aber trotzdem sehr beeindruckt hat.

In der zweiten Geschichte die noch surrealer beziehungsweise unverständlicher ist, geht es um einen Christus-Virus. Den will Lillian, die sich inzwischen nicht mehr so nennt, arbeitslos geworden ist, aber immer noch im Haus ihrer Mutter lebt, in die Welt setzt. Der nicht sie, kommuniziert mit der Mutter, die sich darüber freut und Lillian ist, Vater unbekannt, schwanger. Sie sagt es ist der Virus, die Polizei kommt, beschlagnahmt den Computer, läßt sie aber frei und die Hebamme hält nichts von einer Hausgeburt. So wird Lillian von der Feuerwehr in den Krankenwagen gehieft. Die Gynäkologin mit der häßlichen Brille bedauert, daß sie nichts mehr tun konnte.

“Dein Sohn ist gestorben!”, sagt die Mutter, die nunmehr alte Frau genannt wird. Lillian aber drückt fest den Arm der Gynäkologin und betdeuert “Der Virus lebt!”

Vielleicht ist es das, wie sich der 1971 geborene Schriftsteller, die moderne Computerwelt und ihre Sprachlosigkeit vorstellt, die Nerds, die sie betreiben sind voll gestört und sehnen sich doch nach Liebe, verstehen sie aber nicht auszudrücken.

Dem Buch ist übrigens, lese ich im Beschreibungstext ein Experiment vorausgegangen, wo man sich die Hirnströme bei der Lektüre messen lassen konnte.

Interessant, denke ich darüber, obwohl ich den Zusammenhang nicht ganz nachvollziehen kann.

Immer ist alles schön

Jetzt kommt noch ein Debut, nämlich der Roman, der 1983 in Tansia geborenen und in Zürich lebenden Julia Weber, die damit den “Franz-Tumler-Literaturpreis” gewonnen hat. Ein sehr poetisches Buch, das auf eine sehr poetische Art und Weise, wie man sagen könnte, das Leben von zwei Kindern und ihrer alleinerziehenenden Mutter erzählt, das eigentlich gar nicht so schön ist. Ganz und gar nicht ist das Leben solcher vom Jugendamt betreuten Kinder, die nicht zur Schule gehen, deren Müutter Bartänzerinnen sind, in der Realität höchstwahrscheinlich.

Julia Weber macht ein Poem daraus und es gibt im Anhang oder im letzten Teil des Buches auch Zeichnungen, die das Ganze noch einmal auf eine ganz andere Art und Weise sehr poetisch erklären.

Im Interview erklärte Julia Weber, die  am Literaturinstitu von Biel studierte und Daniil Charms, Aglaia Veterany und Nathalia Ginzburg, also auch sehr poetische Autoren, als ihre Vorbilder angibt, daß sie für das Buch länger keinen Verlag gefunden hat, weil es denen zu unfertig schien.

Jetzt ist es fertig und in dem wahrscheinlich eher kleinen “Limmat-Verlag” erschienen, der mir auch die “unbekümmerten Anarchistinnen” zugeschickt hat und es ist wirklich ein sehr beeindruckendes Buch und eines, wie man es vielleicht noch nicht sehr oft gelesen hat und es beginnt auch sehr beeindruckend.

Ich wünsche mir einen Urlaub voller Feuer und Fernweh und Bruno wünscht sich einen Alkohol!”, ist der Beginn und dann ziehen Anais, die Ich-Erzählerin, ihr jüngerer Bruder Bruno, der weise und intellektuelle mit der Mutter Maria los und sie landen auf einen Campingplatz.

Die Mutter nennt die Kinder “Meine Tierchen” und das könnte auf der einen Seite abwertend klingen. Tiere spielen in dem Buch aber eine große Rolle und man merkt es gleich oder auch nicht, diese Mutter liebt ihre Kinder, auch wenn in dieser Beziehung, alles sehr ungewöhnlich ist.

Denn der kritische Bruno will  keinen Alkohol, die Mutter aber liebt einen Becher Wein, den sie auch trinkt und dann kommt noch ein Mann und führt die Mutter zum Tanzen aus. Sie wehrt sich zuerst, einigt sich dann auf einen Tanz und kommt nicht zurück, so daß die Kinder sie erst holen müßen.

Die Mutter ist, erfährt man etwas später, Bartänzerin und der Besitzer der Bar, Fred ist ihr Freund. Es kommen dann auch Kapitel, in denen die Mutter von ihren Schwangerschaften und wieder sehr poetisch von ihrer Lebe zu den Kindern spricht.

Aber ganz scheint sie das nicht zu schaffen, denn es kommt zu einem Besuch von einem Riesen, das ist, stellt sich heraus oder man kann es sich so deuten, ein Sozialarbeiter vom Jugendamt auf Hausbesuch, weil die Kinder nicht zur Schule gehen. Die Wohnung scheint auch vermüllt. So ganz einfach ist das durch die poetische Sprache nicht zu erkennen und gerade diesen Kontrast finde ich, die ich ja heuer schon einige Debuts gelesen und gehört habe, sehr ungewöhnlich und neu.

Die Mutter verschwindet dann auch, läßt die Kinder mit einem Brief zurück, daß sie zur Nachbarin gehen sollen, wenn sie was brauchen. Es kommt der Riese wieder, um die Kinder zu betreuen oder sie aus der Wohnung zu locken. Er bringt ihnen auch Essen und erzählt ihnen von seinen Kindern, was ein Sozialarbeiter wahrscheinlich normalerweise auch nicht so einfach tut und in dem Teil “Zeichnungen” wird die Geschichte dann noch einmal in der Bildersprache nacherzählt.

Spannend, spannend dieses ungewöhnliche Debut und fast eine wenig an Michelle Steinbecks “Mein Vater war im Land ein Mann und ein Wasser ein Walfisch” erinnernd, aber eigentlich viel weniger verstörend, obwohl das, was hier erzählt wird, auch nicht gerade lustig ist und bei “Amazon” gibt es, und das ist auch sehr interessant, derzeit sowohl eine Einstern als auch eine Fünfstern Rezension, die Fünfsternrezension ist sehr genau und erzählt von den Unterschieden der beiden Kinder und dem Sinn des Buches, das ein Leben erzählt, in dem eigentlich gar nicht so viel Schönes passiert.

Die Einstern Rezension meint, das Buch wäre langweilig geschrieben, stimmt so ganz leicht zu verstehen ist es nicht und man muß sich wohl auch auf die poetische Sprache einlassen und die Realistin in mir schreit auch gleich, ganz so einfach ist es nicht.

Trotzdem bin ich von Julia Webers Bildern und Poetik sehr beeindruckt, denn einen Sozialarbeiter mit einem Riesen zu vergleichen, muß einer erst einmal einfallen und so würde ich sagen, daß manche Stellen, wie beispielsweise, der erste Satz oder die Riesenmetapher sehr beeindruckend sind, während manches vielleicht nicht so ganz einfach zu verstehen ist und, ob die schöne Sprache über eine triste Wirklichkeit hinwegtäuschen kann, ist wohl immer die Frage, obwohl ich zugeben muß, daß das Julia Weber beeindruckend gelungen ist.

 

Aber sicher

Heute habe ich eigentlich in die “Wien-Bibliothek” zu einer Präsentation von Arthur Schnitzlers  “Die Frau des Weisen” gehen wollen, aber dann ist am Montag, als ich gerade über die Mails bezüglich der Shortlist des Blogger Debutpreises, die gerade veröffentlicht wurde, tüfftelte, ein Mail vom Ö 1 Club gekommen, das mich zu einer Veranstaltung ins “Radio-Kultur-Cafe einlud, denn da wurden wieder die Ergebnisse eines Ö1 -Literaturwettbewerbs zum Thema “Sicherheit” präsentiert. Da gibt und gab es ja einige solche, die inzwischen an mir vorbeigegangen sind und ich dachte, aber ich gehe in die “Wien Bibliothek”,  und heute morgen, als ich gerade das E-Book vom “Genie” lag und daneben wegen dem Alfi das Morgenjournal laufen lief, wurde da noch einmal eingeladen beziehungsweise über die Veranstaltung berichtet.

Auf dem Einladungsmail ist etwas von begrenzten Platzangebot gherstanden, deshalb vielleicht mein Zögern, es könnte aber auch eine Vermeidungsreaktion gewesen sein, denn ich habe mich ja früher auch einmal an einem ö1 Literaturwettbewerb beteiligt, aber natürlich wieder nichts gewonnen, na klar.

An das Thema erinnere ich mich nicht mehr, nur daß es es Essay, ich glaube zu Österreich war, es war das Jahr 2000 und mein Essay war sehr politisch. Er ist wahrscheinlich wie die meisten meiner Texte, die ich beispielsweise für den “Siemens Literaturpreis”, für den ich ja sehr lang eingereicht habe, im “Best of  Eva Jancak Lesebuch” veröffentlicht und ich habe ihn auch bei der Benefizveranstaltung für die Rahlgasse als die Anna dort Schülerin war, gelesen, das heißt ich habe eigentlich dafür einen Text aus der “Viertagebuchfrau”  vorgesehen und den Essay hätte Robert Menasse lesen sollen, der kam dann aber nicht, also kam mein Essay in Frage und ich habe inzwischen ja, wie ich in einer Glosse gerschrieben habe, die nächste Wochen erscheinen wird, aufgehört mich an Wettbewerben zu beteiligen.

Nach und nach ist das geschehen,  in den achtziger und neunziger Jahren habe ich das sehr oft getan und viel Geld für die Verschickung ausgegeben, weil man  damals noch Briefmarken dafür brauchte.

Ich habe, glaube ich, ein paarmal bei der “Floriana” eingereicht, beim “Stößl-Preis” oft beim “Siemens” und beim “Luitpold Stern Preis” und da sogar ein paarmal was gewonnen, bevor er wegen dem Bewag Skandal eingestellt wurde und nicht mehr beim “FM4-Preis”.

Seit ich blogge, reiche ich nur noch sporadisch ein, habe aber das “Gruftiemädel” an den “Sterz” geschickt, wo ich ja fast meine erste Veröffentlichung gehabt hätte, einmal etwas für die “Lichtungen” geschrieben, als ich nach den “Textvorstellungen” in der “Alten Schmiede” darauf angesproche wurde.

Zuletzt einen in der Schreibgruppe für  “Etecetera” entstandenen Text zum Tehma “Köpfe”, aber leider leider nicht und wenn ich wissen will, welche Texte für das “Etcetera” ausgewählt wurden, könne ich mir das Heft ja kaufen, lautete die freundliche Antworte. Ich weiß nicht mehr, ob ich mich getraut habe “Kein Bedarf!”, zurückzuschreiben. Der Alfi hat das Heft aber inzwischen geschenkt bekommen, so daß ich weiß, was mir entgangen wäre und die Ö1-Lieraturwettbewerbe sind mir, glaube ich, auch eher entgangen.

Ein paar hat es seither ja noch gegeben, einer hieß “Wörtersee” und dann noch einer, da habe ich ein paar Texte, glaube ich, im Radio gehört.

Ich gehe ja auch zu den Hörspielnächten, habe früher meine Bücher immer an  Edith Ulla Gasser geschickt, die mich auch ein oder zweimal gesendet hat.

Von diesen Wettbewerb habe ich erst am Montag etwas gehört, ich bin dann aber doch neugierig geworden, habe nachgegooglet und gedacht, warum eigentlich nicht, wenn ich früh hingehe, bekomme ich wohl auch einen Platz, gestern war ich ja auch bei der “Open Mike Veranstaltung” und du interessiertst dich ja für jede Art für Literatur.

Die daraus entstandene Anthologie, bei “Braumüller” erschienen, habe ich inzwischen auch schon angefragt und Ö1hat die Veranstaltung mit der Städtischen Versicherung durchgeführt und jetzt hätte ich fast vergessen, daß ich einen Text in der “Funkhaus-Anthologie” drinnen habe. Das ist zwar eine Initative von Gerhard Ruiss zur Rettung des Funkhauses, das ja verkauft werden sollte und vielleicht auch wird. Ein dicker Band mit Texten von wahrscheinlich ein paar tausend Autoren, aber immerhin, um nicht zu pessifistisch zu sein und weil ich gleich nach meiner fünf Uhr Stunde hingegangen bin und dachte, wenn ich keinen Platz kriege, kann ich noch immer in die Wien-Bibliothek fahren, war ich fast als erste da und habe bereut, kein Buch mitgehabt zu haben, aber meine neue Handtasche ist ja sehr klein und die zwei Shortlistbücher, die mir noch fehlen, sind noch nicht zu mir gekommen.

Also bin ich da gesessen und habe das Eintrudeln der Autoren und der Besucher beobachtet. Eine junge Dame stand an einem Tischchen und verteilte Zählkarten, ich weiß nicht wozu?

Edith Ulla Gassa begrüßte die Promis, ich sah Tanja Raich vom “Kremair und Scheriau”, die auch Autorin ist, wußte schon, weil ich am Morgen auf der ORF Seite war, daß auch Wolfgang Wenger unter den Gewinnern war. Der einzige Name, der sich mir da eingeprägt hatte. Ich sollte aber noch andere entdecken, Nadine Kegele grüßte mich, Martin Amannshauser traf mit seinen Kindern ein und noch ein paar Leute, die sich küßten und für die Plätze reserviert waren.

Dann ging es los mit einer Rede des Ö1-Chefs Peter Klein, der auch in der Jury war, neben ihm noch Edith Ulla Gasser, Grudrun Hamböck,  der Staatspreisträger für Literaturkritik Gerhard Moser und eine Frau von der städtischen Versicherung.

260 Texte wurden eigereicht, neun ausgewählt, da bleiben nach Adam Riese über zweihundertfünzig über und mich interessiert ja immer auch, wer sind die anderen. Aber es ist natürlich traurig zu denken, die schon und ich nicht.

Aber ich habe nicht mehr eigereicht, weil ich dafür wahrscheinlich schon zu resigniert bin, weil ich ja, wenn ich es doch noch einmal versuche,  nichts gewinnen, aber diesmal ist es an mir vorbeigegangen und Peter Klein erwähnte in seiner Eröffnungsrede von einer Sicherheitsübung, die das Bundesheer  im Funkhaus machte, weil bei Umstürzen immer zuerst die Rundfunkgebäude gestürmt werden. Aber wenn man den Rundfunk verkauft, braucht man keine Revoltion mehr, könnte ich unken, aber Scherz bei seite, Edith Ulla Gasser und Grudrun Hamböck führten durch das Programm.

Zuerst kam ein kurzer Textausschnitt, die Gesamttexte werden in den nächsten zwei Wochen in Ö1 zu Mittag gesendet und der erste Preisträger war der 1982 in OÖ geborene Dominik Barta mit “Mein lieber Ali”, der unterrichtet an der SFU und hat, glaube ich, schon Sachbücher geschrieben. Jetzt ging er ins Literarische und beschrieb einen Ausflug eines Flüchtlingshelfer mit seinem Schützling auf dem Leopolds oder Kahlenberg. Er kann ihm aber nicht helfen, denn Ali bringt sich am Schluß um. Nach der Textprobe gab es ein kurzes Interview und der zweite Text war “Zebraritäten von Miriam H. Auer, die kommt, glaube ich, aus Klagenfurt, trug einen Hut und sagte im Interview, daß sie sich unter Hut und Schal verstecken würde, um ihre Sicherheit nicht zu verlieren. Sie liebt es auch sehr bunt und ihr Preistext ist ein Romanauszug und es geht darum um eine Prostituierte.

Dann kam Felix Kucher mit “Daily Selfie”, da geht es um eine Frau, die täglich ein Sexfoto von sich ins Netz stellt und Mgdalena Schraffls Text heißt “Bold never regular” und da geht es, um die Flughafensicherheit beziehungsweise, um die Sicherheitskontrollen und Sicherheitskräfte dort.

Magda Woitzuck, die, glaube ich, in Wien geboren wurde und in St. Pölten lebt, war mir natürlich bekannt, sie hat schon mit einem Hörspiel gewonnen.Ich habe eines ihrer Bücher gelesen, sie im MUSA gehört und und und in ihrem Text dreht es sich um die Demenz, die hat ein Herbert, der nicht bemerkt, daß ihm in einem Gasthaus sein Geldbörsel gestohlen wird und interessant, es gab noch einen Demenztext der gewonnen hat, der ist von Catrin Stadler und von dem habe ich, glaube ich, auch schon im MUSA Ausschnitte gehört und er heißt “Tschopperl”.

Anton Badingers Text hieß “Der Tank”, da geht es, glaube ich, um zwei Schüler und eine sehr selbstbewußte Außenseiterin. Der Lebenslauf des Autors ist, glaube ich, an mir vorbeigegangen und dann kam Tanja Raich nicht als Verlegerin sondern selbst als Autorin mit ihrem Romanauszug”Inselfestung” und wenn ich mich nicht irre, hat sie ein Stück daraus auch schon in der “Alte Schmiede” vorgestellt.

Die meisten Autoren sind Achtzigerjahrgänge sagte Edith Ulla Gasser, aber offenbar gab es keine Altersbeschränkung, denn Wolfgang Wenger, den ich kennenlernte, als ich 1996, glaube ich, in der Jury für das Nachwuchsstipendium war, ist Jahrgang 1962, er hat schon einige Romane geschrieben und sich bezüglich der Sicherheit mit einer Schience Fiction Geschichte versucht, wo sich Edith Ulla Gasser wunderte, daß bei den zweihundertfünzig Einreichungen sich nur zwei oder drei solcher Texte mit diesem Thema befassten, während offenbar mehrere jüngere Autorn sich mit dem Älterwerden und der Demenz beschäftigten und ich habe mich jetzt mit dem Ö 1 Wettbewerb beschäftigt, habe die Preisträger und ihre Textauszüge kennengelernt, höre die Texte vielleicht auch im Radio,  lese sie, wenn ich das Buch bekomme  und vielleicht verlasse ich meine Sicherheitszone und schreibe beim nächsten Wettbewerb wieder mit, aber wenn ich dann bei den zweihundertfünzig Losern bin, bin ich wieder frustriert, bin das aber wahrscheinlich sowieso.

Open mike on tour

Von den Nachwuchsveranstaltungen sind der Poetry Slam und der Open Mike zu vermelden, wo auf die jungen Talenteaufmerksam gemacht wird und der Einstieg in den Literaturbetrieb beginnt oder man bleibt draußen, wie ich, die ich in den Neunzigerjahren auf beide Veranstaltungsformen aufmerksam wurde.

Der erste Poetry Slam, von dem ich hörte, war der, den “Droschl” im Cafe Stein veranstalte, da konnte man, inzwischen glaube ich, unüblich, einen Text hinschicken und wurde ausgewählt. Das habe ich ein paarmal gemacht, aber meine Texte waren natürlich viel zu bieder und die entsprechende Vortragsweise, die man dazu haben muß, habe ich wohl auch nicht. .

Inzwischen haben das ja Mieze Medusa und Markus Köhle perfektioniert und im Literaturhaus findet jeden Monat eine solche Veranstaltung statt, wo es bummvoll ist und der zweite Veranstaltungstyp ist der Open Mike, da habe ich, glaube ich, auch einmal an einer von Walter Famler moderierten Veranstaltung im Cafe Stein teilgenommen, wo ich aus den “Wiener Verhältnissen” gelesen und von Walter Famler unterbrochen wurde und dann hat die Bezirkszeitung so eine Reihe mal veranstaltet, wo sich die Amatuere hinwenden konnten, man wurde ausgelost.

Ich habe auch einmal gelesen, das Publkum hat abgestimmt, ich habe nichts gewonnen und die professionelleren Veranstaltungen, sind die Literaturhaustouren, beim Slam, wo Elisas Hirschl  Weltmeister ist und der Open Mike wird seit fünfunfzwanzig Jahren in Berlin veransgtaltet, da schicken Leute bissechsunddreißig ihre Texte hin, circa fünfhundert Einsendungen sind da heuer gekommen, eine Jury aus Olga Grjasnowa, Nico Bleutge und Ingo Schulze, die, vielleicht selbst einmal gelesen oder gewonnen haben, wählen dann zwanzig Leute aus und die haben vor zwei Wochen in Berlin vor Publkum gelesen.

Vier haben gewonnen und die gehen jetzt auf Tour und haben heute im Literaturhaus gelesen und diese Veranstaltung gibt es schon ein paar Jahre, ich bin aber irgendwie nie hingekommen, obwohl vor ein paar Jahren Sandra Gugic gelesen und gewonnen hat.

Heute war das trotz meiner derzeit eher vielen Abendtermine anders und ich bin extra früher hingewgangen, weil ich gedacht habe, vielleicht ist es sehr voll.

War aber nicht so, was irgendwie auch natürlich ist, denn wer kennt in Wien schon die jungen Nachwuchstalente, die zuerst in Berlin den Open Mike gewinnen und dann vielleicht ein paar Jahre später in Klagenfurt lesen.

Irrtum, ich kannte schon eine, wie ich gleich ersah, als ich die schon erschiene Anthologie durchblätterte, nämlich Sara Wipauer, die ja eine Zeitlang meinen Blog kommentierte und auch bei den letzten “Mittleren”, die ich veranstaltete, gelesen hat, die war bei den ausgewählten zwanzig, also in dem Buch, aber nicht bei den Gewinnern.

Das waren nämlich vier, davon, zwei Prosapreisträger, eine Lyrikerin und dann die Gewinnerin des Publkumspreises und interessant, drei von ihnen studieren in Leipzig, Hildesheim oder Biel und Diana Köhle, die auch die Slams im Literaturhaus macht, hat moderiert und mich beim Kommen  sehr freundlich gegrüßt.

Die ältere Dame, die neben mir saß und sich wunderte, wo die Leute sind, hat mir von einem Tagebuchslam erzählt, wo sie und ihre Mutter mitmachten und da ist jetzt ein Buch erschienen, das ihr Diana Köhle überreichte und weil es bei “Holzbaum” erschienen ist, ist die Wahrscheinlichkeit groß, daß es zu mir kommt.

Inzwischen leitete aber Robert Huez, die Veranstaltung ein und Diana Köhle, die auch in Berlin, bei der Preisverleihung war, interviewte den Juror Nico Bleutge, der ja auch einmal den “Fried Preis” bekommen hat.

Dann begann der erste Prosagewinner, der 1986 geborene und in der Schweiz lebenden Ralph Tarayil, der seinen Text  “Das Liebchen” las, wo es um Werwölfe und zwei Kinder ging, die in den Alpen mit einer Nylonschnurr Mopedfahrer zu Fall bringen.

Der zweite Prosapreisträger ist der  ebenfals 1986 in Polen geborene Mariusz Hofmann, der in Hildesheim studiert, dessen Text “Dorfköter”, in einem ponlischen Dörchen spielt, wo die Auto aus Deutschland auf Besuch kommen und sich die Kinder antrinken oder anschnüffeln und der Text ist ein kapitel aus einem Roman, der vermutlich bald erschienen wird.

Die Lyrikerin war die  1993 in München geborene und in Leipzig studierende Ronya Othmann und die Publkumspreisträgerin Baba Lussi, 1989 in Basel geboren und in Biel studierend, hatte ein sehr beeindruckendes Langgedicht “So kommts”, wo sie fast slamartig vortrug, daß einmal ein Fremder in ihrer Wohnung saß, ein fremder Riese, ein sehr rhytmischer und spannender Sprachgesang.

Sarah Wipauer war im Publkum unterhielt sich mit den Üreisträgern, ich habe mich wieder lange mit Robert Huez unterhalten,  Wein getrunken und bin jetzt wieder sehr gespannt, was ich von den jungen Talenten, die jetzt noch in Frankfurt und in der Schweiz weiterlesen werden, noch hören oder lesen werde.

Erzähl mir vom Mistral

Während ich auf die offizielle Bekanntgabe der Bloggerdebutpreis-Shortlist warte, zwei der Bücher habe ich schon gelesen, kann ich verraten, ein bißchen Lyrik.

Schickt mir Anita Keiper doch, seit mich Petra Ganglbauer gebeten hat, ihr “Wasser im Gespräch” zu besprechen, doch regelmäßig die neuen Lyrikbändchen der kleinen feinen Reihe, die herausgegeben und kommentiert von Helwig Brunner, meist steiermärkische Autoren vorstellt.

So habe ich “Oder so” von Ingeborgt Görler, das ist, glaube ich, keine Sterermärkerin und “Gedichte zwischen Uhr und Bett” von Mario Hladicz schon gelesen und jetzt die Reisegedichte des 1986 in Bruck an der Mur geborenen Reinhard Lechner, der schon einige meist steirmärkische Literaturpreise bekommen hat, Mitredakteur der Grazer Literaturzeitschrift “Lichtungen” ist, die jetzt auch von Andrea Stift betreut wird und in Würzburg wissenschaftlicher <mitarbeiter der “Julius Maximilians-universität ist.

Helwig Brunner, den ich, glaube ich schon in der “Gesellschaft für Literatur” gehört habe, hat wieder das Nachwort geschrieben und nun geht es, während Reinhard Lechner mit einem “du” auf Reise durch Frankreich ging, durch das sechzig Seiten Heftchen in dem fünfzehn eher lange Gedichte vom Mistral und auch von vielen anderen  erzählen.

Der Mistral, ein Wirbelsturm, glaube ich, wirbelt herum und “so beginnen wir, dieses Haus zu besorgen, während der Mistral, es zusammen mit Zedern, Mondlicht Tieren der Nacht, weiter und weiter ins Binnenland treibt”, heißt es beispielsweise im Startergedicht “Der Eintritt”, wo losgefahren wird.

“Im Dunkeln tragen wir Koffer aus dem Haus. Der Wagen (es ist ein Renault wie an mehren Stellen erwähnt wird) läuft warm unter Sternen.”

VonNizza, wo es glaube ich, gerade diesen Terroranschlag gab, aber Käse, Fisch und Pfirsiche gegessen werden und “Die <hoffnung Hon ig ist”, geht esnach “L`Espiguette”, Helwig Brunner schreibt in seinem Nachwort, daß einem manche Orte in diesen Reisegichte bekannt erscheinen werden, man andere aber nachschlagen muß, was wohl in Goolgles-Zeiten kein Problem sein wird, wo wir wieder dem Mistral begegnen.

“Oliven groß wie Eier von Hühnern zeigten sich uns nach dem Dorf mit dem entwurzelten Ortsschild vom Mistral, oder den Bewohnern.”

Es geht auch in die “Provence”, wo wir Marie und Louis” begegnen und “Ratatouille fast noch kein Gericht” ist, denn “um Vertrauen muß gekocht werden, jenes vergilbte Gericht vererben Großmütter”.

In “Grand Corniche” gibt es eine “Geisterfahrt” und dann geht es schon alsbald “zurück” wo wir den Mistral noch einmal begegnen.

“Und angekommen bei der Kirche stell dich  in den Mistral, werde ruhig, werde Intarsie”, schreibt Reinhard Lechner und wir haben das kleine feine Büchlein ausgelesen, das, wie schon beschrieben, sprachlich durchaus anspruchsvolle und doch auch realistisch nachvollziehbar oft sehr lange Gedichte hat, die manchmal in dem Büchlein auch quergeschrieben sind und eine Seite Prosa, die uns vom “Solo für Trüffel” erzählt, gibt es auch.

Spannend spannend kann ich schreiben, Reinhard Lechners Lyrikbändchen sehr empfehlen, Anita Keiper dafür danken, daß sich mich zweimal jährlich mit den neuen Bänden versorgt, die mir sonst vielleicht entgehen würden und natürlich hoffen, Reinhard Lechner vielleicht einmal bei  den Lyrikfestivals in der “Alten Schmiede” oder bei der “Lyrik im März” in der “Gesellschaft für Literatur” zu begegnenen und ihn  persönlich kennenernen.

Ritter-Abend

Jetzt war ich schon länger nicht mehr in der “Alten Schmiede”, denn vermehrt Klienten, die nur am Abend können, so daß ich es dann bis neunzehn Uhr nicht dorthin schaffe, dann waren die letzten Wochen wegen es Nanomarathon und der Buch-Wien ja sehr hektisch, zwar gab es bei letzterer die “Lesefestwoche” und da auch ein Programm ion der “AS”, aber ich bin heuer wegen Geburtstagsfest, Geburtstagsessen,   Buchpreisvergabe und  Poet-Night nicht zu den Abendveranstaltungen gekommen und heute, wo es wieder etwas gemütlicher wird, wollte ich auch eigentlich ins Literaturhaus gehen, da hatte ich mir das “En espanon per favour”, eingetragen, habe dann aber gesehen in der “AS”, gabs einen Verlagsabend.

“Verlage im  Blickpunkt” heißt die Reihe und da wurde wieder einmal der “Ritter-Verlag” vorgestellt und das ist, wie meine Leser vielleicht wissen, ein ehrwürdiger experimenteller Klagenfurter Verlag, eine ästhetisch schöne Reihe, wo ich auch einige Bände zu Hause, aber meist noch nicht gelesen habe, wie ich öfter schreibe und mir das auch immer vornehme, aber ich bin halt keine Experimentelle, obwohl es mich zu den Veranstaltungen zieht. Da bin ich  sehr geduldig und schaue auch gern,e wie ich immer schreibe, über den Tellerrand.

So war ich auch bei einigen Veranstaltungen und auch  bei dem 2010 wie Paul Pechmann, der Lektor in seiner Einleitung erwähnte.

Den habe ich übrigens als ich zur “Alten Schmiede” ging an mir vorbeigehen gesehen und mir gedacht “Uje!”, denn da ist mir eingefallen ich war ja auch an einem Abend in der “Gesellschaft für Literatur” wo ein “Ritter Buch” von Günter Eichberger vorgestellt wurde und wir warteten und warteten , denn der Verleger steckte im Stau und, um halb acht hatte ich Günter Eichberger, glaube ich, so weit, daß er sich bei Manfred Müller oder so erkundigt hätte und diesmal stand auch Günter Eichberger und noch zwei andere Autoren auf demProgramm und die “Alte Schmiede” war gut gefüllt von dem an der experimentellen Literatur interessierten Publikum.

Gerhard Jaschke, Ilse Klilc, die ja eine “Ritter Autorin” ist und schon sehr viele Bücher trotz des fröhlichen Wohnzimmers dort herausgegeben hat und der Assistent, der einleitende, erwähnte auch Klagenfurt und die “Ritter Galerie”, die es dort gibt und lobte, daß der Verlag kein erzählender sein.

Nun ja, nun ja, da scheiden sich die Geister, ich bin eine erzählende realistische Autorin, habe mich gerade sehr bemüht in meinem “Nanowrimo” den ich gerade schreibe, etwas Spannung hineinzubringen, obwohl ich mir von Annika Bühnemann ihre Heldenreisetips nicht zuschicken habe lassen, habe aber am letzten Wochenende die Videos von Jurenka Jurk zur Ausbildung zum Romanautor gehört und ich habe mich auch mit der Shortlist des Debutpreisses  befaßt, die ja auch meistens erzählende Jungautoren umfasst, es gibt aber auch die Sprachkünstler und die halten sich  meistens für etwas Besseres und ich glaube ihnen ja auch, daß sie das sind, hatte aber meine Schwierigkeiten mit dem Zuhören, weil ich beim Lesen ja, seit ich blogge immer darauf achte, den Inhalt nacherzählen zu können und wenn das nicht geht,weil die schönen Worte keinen solchen haben, tue ich mir halt schwer, umso mehr, wenn ich merke, daß es den Leute ringsum gefällt. Mir gefällt es ja auch, aber um was geht es eigentlich?

Nun ja, nun ja, das hat Paul Pechmann in seiner Einleitung schon sehr genau erklärt, in dem er die Geschichte des “Ritter Verlages”nacherzählte, auf die Veranstaltung von 2010  und auf Ise Kilics , die “Welt als schöne Kunst” betrachtet hinwies und darauf, daß sich der heutige Abend mit der Herbstproduktion des Verlags beschäftigen würde.

Er zählte aber alle Autoren des Verlages auf, der erste war Franz Schuh mit seinem “Stadtrat” und da tut es mir noch heute leid, daß ich das Buch nicht gelesen habe, glaube aber, daß es eher erzählend ist, Franzobel ist, wie Franz Schuh vom Verlag abgesprungen und zu einem größeren gegangen.

Ilse Kilic ist aber, trotz des fröhlichen Wohnzimmers, eine treue Autorin und bis 2007 war auch Ralph Klever Lektor, der hat dann, als er den “Klever Verlag” tgründete, viele der Autoren mitgenommen, einige sind aber geblieben und der erste, der sein brandfrisches Buch  vorstellte, war der 1980 in Bruck an der Mur geborene, Rhomas Antonic mit “Flackernde Felsbilder über Nachvögel”, das ist ein schöner Titel und Paul Pechmann hat das, glaube ich, auch sehr genau erklärt. Gegangen ist es dann sehr viel über die Liebe, die auch manchmal in Haß ausartet und über ein Donald Duck Restaurant in einem Einkaufszentrum in dem die Angestellten lauter Engel sind. Ein sehr schönes und beeindruckendes Bild, wie ich finde.

Dann kamen die “aufzeichensysteme, die nicht mehr elfriede heißen, weil sich die Autorin von ihrem ich abgewandet hat, wie Paul Pechmann auch  erklärte. Die habe ich schon ein paarmal im Literaturhaus gehört und das neue Buch besteht aus lauter Zweitzeiler auch sehr schöne Worte ohne Plot und Handlung, wie ich finde, aber das habe ich ja jetzt schon erwähnt und der 1959 in der Steiermark geborene Günter Eichberger befaßte sich in seinem neuen Buch mit dem Hirn, dafür ließ er,glaube ich, auch seine Hirnströme messen und Hirnforschung ist ja auch sehr modern. Aber ist sie auch literarisch?

Aber die Worte waren schön und die Leute haben sehr gelacht bei dem Bild, daß sich Günter Eichberger ind die Nase eines Königs ziehen ließ, dann selbst zum König wurde und damit auch nicht glücklich war.

Das ist die Abwandlung eines Märchens glaube ich und ich stellte mir wieder mal die Frage, wer kauft und liest so theoretische Bücher?

Ich habe das noch nicht geschafft, aber der Büchertisch war bevölkert und der “Ritter-Verlag” hatauch ein neues Design, obwohl mir das ältere, wo ich ja mehrere Bücher habe,  besser gefallen hat.

Nanowrimowochenende und Fertigwerden

Dieser “Nanowrimo”, der sechste, bei dem ich mitmache, ich habe ja 2009 damit angefangen und da die “Heimsuchung” geschrieben. Dann war zwei Jahre Pause, 2012, 2013, 2014 und 2015 habe ich wieder mitgemacht.

Voriges Jahr hat es wieder nicht gepasst und ich war im Korrigierzustand der “Berührungen” oder war es schon die “Klara” und heuer habe ich ja im Winter das “Bibliotheksgespenst” fertiggeschrieben, dasdemnächst an die Druckerei geht und dann im Frühjahr, als ich eigentlich nur Szenen sammeln wollte, die Bloggeschichten “Besser spät als nie”.

Da war ich dann im August mit dem Korrigieren fertig und habe gedacht “Was nun? Was mache ich jetzt im September und Oktober, schreibe ich da das Rohkonzept der “Unsichtbaren Frau” fertig und korrigiere im November oder bin ich dann damit auch schon fertig und schreibe einen anderen “Nanowrimo”?”

Ich habe mit dem Text dann auch bei der Schreibgruppe im September angefangen, war aber, weil es ja sehr politisch ist, irgendwie zu nah dran, hatte auch zuwenig Zeit mich wirklich einzulassen, denn das Buchpreislesen hat ja auch im August angefangen, so war ich mit dem vorläufigen Rohseitenergebnisse nicht sehr zufrieden oder eigentlich recht unzufrieden.

“Ich kann es nicht, ich kann es nicht, etcetera!”

Habe es zweimal umgeschrieben, zuletzt in der letzten Oktober Woche, hatte dann so an die elftausend Worte die so einigermaßen passten und bin damit zuuerst zur “Halloweenparty” des “Writersstudios” und dann vier Tage lang, nämlich den ersten, den dritten, vierten und fünften November zum “Schreibmarathon” gegangen und hatte Sonntagabend 36.322 Worte und damit war erstmal Schluß, weil die folgenden  Tage sehr hektisch.

Die “Buch-Wien” begann und weil ich dann doch eine Autoren- beziehungsweise Pressekarte dazu hatte, bin ich dorthin gegangen und habe erst wieder am Dienstag, wo die verschobene Schreibgruppe war, denn ursprüblich war sie ja an dem Tag geplant, wo der österreischiche Buchpreis vergeben wurde, mit dem Weiterschreiben begonnen und da war ich ein wenig in Sorge, ob mir dasauch gelingen wird?

Denn beim Marathon ist es mir ja sehr gut gegangen. Ich habe geschrieben und geschrieben und hatte nur am Samstag um sieben ein Backout, da bin ich dann nach Hause gegangen, aber am Sonntag war der Schreibfluß wieder da und ich habe mir auch ein Feedback geholt, das eigentlich sehr positiv war und mir zeigte, daß ich natürlich  nach vierzig Jahren kontinuierliche Schreiben schon sehr weit bin und  nicht,wie mir manche Kommentierter vermitteln wollen,  so furcht bar schlecht schreibe.

Thomas Rothschild hat mir das zwar auch erst kürzlich gesagt, die Feedbackteilnehmer aber nicht. Ich war aber da auch schon wieder ziemlich am Ende von meinem Handlungsplan, denn ich bin ja keine große Vorausplotterin, sondern plane da immer drei bis vier Szenen in etwa voraus und hörte bei dieser Autorenmesse vor einer Woche, das das Andreas Eschbach auch so tut.

Also mußte ich wieder in meine Handlung und in meinen Plot hineinfinden und da war ich auch ein bißchen in der Sorge, daß ich, wie es mir ja schon bei den früheren “Nanons” manchmal passierte, zwar schon, um den zwanzigsten mit der Geschichte fertig bin, aber nicht die gewünschten fünfztausend Worte haben und meine letzten Texte, wie die “Klara” und  “Besser spät als nie” sind  auch immer sehr kurz geworden.

Ich habe auch in der Zwischenhzeit mir ein ungefähres Handlungszenarium, eben wieder diese drei vier Szenen weiter aufgeschrieben. Am Dienstag in der Grupppe, dann den Beginn einer Amanda-Szene mit etwa neunhundert Worte geschrieben und gewußt, dieses Wochenende mache ich meinen eigenen Schreibmarathon in Harland und habe mich auch  darauf gefreut.

Ein eigener Marathon ist dann zwar immer etwas anders, wie der in der Gruppe. Aber ich bin eigentlich sehr diszipliniert und motiviert und weiß auch, daß ich schreiben kann, ist es ja schon das sechste Mal im November und  über vierzig  selbstgemachte Bücher und einige andere gibt es ja auch und durch das Bloggen ist auch meine Hemmung ein wenig weniger geworden.

Trotzdem war ich sehr gespannt und hatte auch zu tun, nämlich in der Früh ein Debut zu lesen, das habe ich aber nicht fertiggemacht, so daß ich erst am Abend darüber bloggte.

“Das Frühstück” hatte ich schon am Mittwoch korrigiert, aber mit dem “Besser später als nie” war ich noch nicht fertig. Das habe ich also am Freitagfrüh als Erstes gemacht und dann geschrieben und geschrieben.

Die erste Tranche im Bett, drei oder vier Szenen glaube ich. Zu Korrigieren hatte ich auch noch etwas, weil ich ja wegen dem Feedback am Sonntag im Writerrstudio mit dem Korrigieren nicht fertig geworden und dann nicht mehr dazugekommen bin.

Dann habe ich Mittagessen gekocht, Kottlett, Pommes frites und Vogerlsalat. ZuMittag geschlafen und dann im Wohnzimmer mit den vielen Büchern weitergeschrieben. Da wurde ich zwar durch ein Webinar von Jurenka Jurk abglenkt, die nach der “Online Messe” eine “Ausbildung zum Romanautor” anbietet und das in einem eigenenen “Video” vorstellte und das ist ja sehr interessant, obwohl ich natürlich nicht fünftausend Euro dafür zu zahlen werde, um mir in vierzehn Webseminaren und ein paar Einzelcoaches anhzuhören, wie die “Heldenreise” geht, obwohl ich ganz ehrlich, damit meine Schiwerigkeiten habe und auch jetzt nicht sagen kann, wer der Antogonist in der “Unsichtbaren Frau” ist oder sagen wir einmal, es ist derMinister Basti und ein paar Handlungsbögen habe ich auch darin, obwohl ich mir von Annika Bühneman nicht täglich, um dreißig Cent ein Aufmunterungsmail zuschicken habe lassen. Dann habe ich weitergeschrieben und der Handlungplan hat gestimmt und hatte dann, glaube ich, am Abend so an die dreiundvierzigtausend Worte.

Und am Samstag gleich sehr früh angefangen, denn wir haben ja, meine Leser wissen es, so ziemliche Harland-Rituale. Das heißt, am Samstag Markt, am Sonntag Rudolfshöhe und ich dachte, wenn ich da täglich fünftausend Worte schreiben muß, laß ich das am besten aus. Der Alfred sagte auch zuerst etwas, daß er am Samstag selbst ein Seminar macht. Das ist aber ausgefallen und es war schon klar. Es geht sich aus, wenn ich schnell nach St. Pölten fahre, dort am Markt einen Hamburger esse, einen Kaffee trinke und einen Buchbgutschein und einen vom “Leiner” hatte ich auch noch einzulösen. Ich habe am Vormittag aber noch drei Szenen geschrieben, hatte dann über siebundvierzigtausend Worte und beim Radfahren überlegt, daß es eigentlich noch zwei Szenen sind, die ich brauche.

Nämlich, die, wo die Slavenka der Lily von Jonathan Larsens Angebot erzählt und dann das Ende, nämlich die Regierungsangelobung. Da geht dann die Amanda zum ersten Mal, wie ich es ursprüglich wollte, zu Donald Trump und der redet sie nieder und nicht zu Minister Basti und einen Werkvertrag um den Handke Nachlaß im Literaturarchiv einzuordnen bekommt sie auch.

Das habe ich vorhin  im Rohtext aufgeschrieben. Das heißt, die letzten fünf Szenen sind noch zu korrigieren. Da kommen dann noch wohl ein paar hundert Worte weg. Jetzt sind es aber 50 753 Worte, jäh und ich sage es gleich, ich glaube es ist gut geworden.

Das ist dann zwar immer schwierig zu überprüfen, weil sich ja niemand bei meinen Gewinnspielen meldet und ich nicht weiß, ob ich eine Lesung dazu bekomme oder beim Volksstimmefest, der  “Poet Night” etcetera daraus lesen werde.

Ich werde zwar jetzt immer bei meinen Büchern, beim Erscheinen, eine Leserunde anbieten und fünf Bücher dafür zur Verfügung stellen, aber ob sich da jemand meldet, ist auch fraglich.

Aber trotzdem, bis jetzt war der Schreibprozeß sehr schön und ich bin mit dem Ergebnis, obwohl ich ja noch korrigieren muß und sicher einige Details nicht stimmen, so habe ich, glaube ich, auch mit der Zeit, das heißt den realen Ereignissen, die Buchmesse, die Wahl, etcetera, meine Schwierigkeiten, weil das, glaube ich, zeitlich noch nicht stimmtt.

Die nächsten Monate gehören da sicher dem Korrigeren, bis Ende des Jahres wahrscheinlich und inzwischen wird das “Bibliotheksgespenst” und “Besser spät als nie” erscheinen und einen Fixtag zum Korrigieren habe ich auch schon. Nämlich den elften Dezember, denn da habe ich ja, weil ich darüber gebloggt habe, einen “Writerretreat” im “Writersstudio” bekommen und da werde ich mir den Feinschliff vornehmen und ein Problem habe ich noch, weil ja noch zwölf Tage  Zeit bis zum Ende des “Nanos” ist.  Da werde ich beim Korrigieren zwar wahrscheinlich nicht unter die fünfhzigtausend Worte kommen. Aber in den letzten Jahren war es immer so, daß mein Zählwerk und das des “Nanos” nicht übereinstimmten. Ich dann dort immer weniger Worte hatte und also etwas schummeln mußte.

Das wird zwar kein Problem sein, das wieder so zu machen und eigentlich ist die “Unsichtbare Frau” ohnehin sehr lang geworden, weil meine letzten Sachen alle eher kürzer sind und sehr viel nachher hineinschreiben, wie, glaube ich bei “Brüderschaft” mußte ich auch nicht.

Es hat sich so ergeben, daß ich fertig war und fünfzigtausendsiebenhundert Worte hate, also”Jäh, hipp hipp, hurrah!” und ich finde das sehr schön!