Leben als NI

Wir leben ja, seit es den sogenannten Lockdown für Ungeimpfte gibt, in sehr seltsamen Zeiten, wo man wahrscheinlich früher vor zwei, drei Jahren den Kopf geschüttelt hätte und nein, das kann ich mir nicht vorstellen, das kann und wird niemals so passieren!

Ja so schnell kann es gehen, daß Unmögliches möglich wird, die Corona Debatte ist schuld daran und hat offenbar sehr viel von links nach rechts und von rechts nach links gerückt.

Ich kann mich erinnern und das ist, glaube ich, vor einem Jahr gewesen, daß aus England, die Detatte kam, da würde es einen “Zrück in die Freiheit-Paß” geben und ich habe den Kopf geschüttelt und habe es nicht gelaubt.

Dann kamen und das war vor einem Jahr von Exex-Kanzler <kurz die Aufforderung zu einer sogenannten Massentestung. Da sind nur wenige Leute hingegangen und man kannte hören, wer das nicht tut gefährdet fünf Arbeitsplätze.

Das habe ich bis heute nicht verstanden. Dann kam das Freitesten oder das 3G und man durfte nur geimpft oder getestet in Restaurants, Veranstaltungen, Friseure und ich habe mich gewundert wie schnell das angenommen wurde und wie bereitwillig die Leute sich testen ließen oder in der “Alten Schmiede” die FFP2-Maske aufsetzten.

Viele ließen sich dann impfen, um ihre Freiheit, sprich auf Urlaub fahren zu können und ins Kino zu gehen, denn man hörte ohne Impfung kommt man in kein Flugzeug mehr hinein.

Ich bin ja eine die nicht gerne Dinge macht, die ihr nicht logisch erscheinen und, daß man im Freien einen Impfpaß oder einen Testnachweis braucht, um einen Kaffee zu trinken ist es das nicht wirklich, wenn man sich den vom Würstlstand holen und das Eis halt aus dem Stanitzl schlecken kann.

Der Herr Elmayer, der das Essen im Freien für nicht fein hält, würde zwar den Kopf vor so viel Unfeinheit schütteln, aber der ist schon gestorben und da ich ja nicht gerne Masken trage und mich auch nicht testen lassen möchte, befinde ich mich eigentlich schon seit März 2020 im Lockdown und komme eigentlich recht gut damit zurecht.

Dem Alfred der die Maßnahmen schlechter als ich verträgt, geht einkaufen und kauft soviel, daß ich auch seine Urlaube verkrafte“, statt in die “Alte Schmiede” zu gehen, streame ich mich halt hin, auf die Bank muß ich alle paar Wochen und zum Bücherschrank gehe ich auch und in Harland Radfahren, das ist auch wichtig, denn zu den vielen Widersprüchigkeiten und Fehlern, die da in der Pandemiebekämpfung aufgetreten sind, gehörte wohl, daß im Frühjahr 2020, die Parks und die Spielplätze abgesperrt wurden und man die Leute bestrafte, die auf einer Parkbank saßen, denn man soll und muß sich ja bewegen, um gesund zu bleiben und seine Abwehrkräfte zu stärken und wenn man da ewig im Lockdown vor dem Fernseher sitzt, denn da darf man ja nur aus vier berühmten Gründen hinaus, frustriert Chips und Bier in sich hineinstopft, nimmt man zu, wird adipös, bekommt Bluthochdurck oder Diabetes und zählt im Falle einer Ansteckung zu den Risikopatienten.

Nun gut, im Sommer 2020 wurde ja gelockert. Aber dann kam der zweite Lockdown, der in Wien bis Ostern anhielt, da mußte man zeitweilig auch am Donaukanal und am Karlsplatz Maske tragen. Es gab den grünen Paß, den man überall vorweisen mußte und einen relativ schönen Sommer, den Kanzler Kurz ja versprochen hat, daß da das Licht im Tunnel zu sehen sein wird und für die Geimpften die Pandemie vorbei. Das war dann nicht so, weil die Delta Variante plötzlich da, die viel viel ansteckender zu sein schien. In Wien mußte man auch in Nonfood-Geschäften Masken tragen und sich die Knder testen lassen, wenn sie ins Schwimmbad wollten.

Dann kam der Herbst und die Pandemie war offenbar auch für die Geimpften nicht vorbei, denn die Zahlen stiegen wieder an und so wurde der sogenannte Dreistufenplan kreiiert, der dann auf fünf erhöht wurde, wobei Stufe vier, glaube ich, die 2G Regel also geimpft und genesen und Stufe fünf dann einen Lockdown für Ungeimpfte bedeutete.

“Ich betone, daß diese Maßnahmen nur die Ungeimpften betreffen!”, verkündete der neue Bundeskanzler Schallenberg, denn wie kommen die dazu, die alles richtig machten, daß sie sich einschränken müßen. Das hat dann, weil die Zahlen weiter stiegen, nicht lange angehalten. Es gab Konflikte zwischen Kanzler und Gesundheitsminister und dann wurde im November, glaube ich, neben einem dreiwöchigen Lockdown für alle auch eine Impfpflicht ab Februar eingeführt und so befinde ich mich seit November im sogenannten Locown für Ungeimpfte, der mir, weil ich das ja schon viel länger bin, wie geschrieben, nicht viel ausmacht und ich mich in Wien außer auf die Bank eigentlich nur an den Samstagen auf Demos ,begebe, aber da war ich weil wir ja auch manchmal in Harland sind, nicht auf allen.

Nur auf der Letzten und da schleche ich mich wegen der Maskenpflicht eher am Rand herum, also dort wo man maskenlos stehen darf und ich halte auch Abstand. Mache meine Stunden hauptsächich telefonisch, treffe am Markt in St. Pölten regelmäßig die Doris Kloimsteinn und machmal in Wien die Ruth und denke, daß ich mich auf diese Art und Weise nicht anstecken kann, also keine Gefährderin bin, mich von der Regierung nicht schützen lassen und auch kein schlechtes Gewissen zu haben brauche.

Dem Alfred der gerne im Wirtshaus Fußballspiele gesehen hat, geht es da viel schlechter als mir, mir geht es nicht so sehr ab, daß ich jetzt in der “Alten Schmiede” oder Literaturhaus nicht mehr ignoriert werde und streame mich in die Veranstaltungen und außerdem lese und schreibe. ich ja sehr viel. Ich bin wahrscheinlich auch da die, die bis jetzt am meisten über Corona geschrieben hat.

Mein “Corona-Texte Buch” mit den Blogartikeln bis Oktober wird demnächst erscheinen und ich kann es allen sehr empfehlen, weil man da, glaube ich, recht gut die Veränderungen und Vertschärfungen beobachten kann.

Sonst gibts das “Frühjahrserwachen” wo die Roswitha mit Schal in die Bank und in ihr Museum schleicht. Das ginge jetzt nicht mehr. Dann das “Braunrot karierte Notizbuch”, das ich einmal in der Seedosen-Zelle gefunden habe und das den eigentlich sehr schönen Corona-Sommer 2020 beschreibt.

Dann das “Leben im Corona-Raum” mit der Mathilde, das endet im November 2020 und da war die NI-Wohnung noch Utopie. Jetzt ist es das offenbar nicht mehr ganz so sehr, hat doch die Frau Verfassungsministerin Edtstadler schon angedeutet, daß man, wenn es die Impflicht gibt, sich nicht mehr legal in Österreich aufhalten kann! Was das heißt weiß ich nicht so genau. Denn nach Deutschland oder sonst nach Europa kann ich wohl auch nicht auswandern und will das auch nicht. Habe aber gehört, daß ich gekündigt werden und meine Wohnung verlieren kann. Auch mein Auto und Führerschein darf ich keinen machen. Ob die Arzte mich behandeln dürfen, ist nicht so klar. Der Ärztekammerpräsident sagt “Ja!”, aber wenn ich dorthin gehe, meine Abwehrkörper zeige und frage, ob ich mich jetzt impfen lassen soll? Darf der Arzt nicht “Nein!”, sagen, weil er sonst diszipliniert wird und es gibt auch Forderungen, daß man dann gefälligst seine Intensivbehandlungen bezahlen muß und angezeigt wird, wenn man jemanden angesteckt hat!

Also alles nicht sehr lustig und ungemütlich. Da hat der inzwischen auch schon wieder Ex-Kanzler und Außenminister Schallenberg leider recht und eine Spaltung der Gesellschaft, wie man schon seit Monaten hört. Wenn man dann die Leute auf der Straße befragt, ob es eine Impfpflicht geben soll? Sagen die meisten “Ja, denn wie kommen wir dazu neben einem Ungeimpften im gleichen Raum zu sitzen?”

Als ob die per se ansteckend wären? Sind sie nicht, denn es hat sich inzwischen herausgestellt, daß die Impfung keine sterile Immunität entwickelt und offenbar eine so schwache Wirkung hat, daß sie allle vier bis sechs Monate wiederholt werden muß, was eigentich gegen eine Impflicht spricht. Aber gut, die kommt wahrscheinlich ab Februar und, wie man dagegen Einspruch erheben kann, sagt mir wahrscheinlich die FPÖ oder die MFG und nicht die Grünen, denn die sehen ja in jeden Impfgegner einen Rechtsradikalen, was auch ein wenig seltsam ist!

Die Zahlen stiegen also hoch. Als sie bei fünfzehntausend waren, gabs dann einen dreiwöchigen allgemeinen Lockdown, der jetzt mit erhöhten Sicherheitsmaßnahmen wieder zu Ende ist. Das heißt, die Geschäfte haben wieder offen. Die Restaurants werden in Wien erst wieder nächste Woche öffnen und damit man was zum Fürchten hat, ist prompt die nächste, viel, viel ansteckendere Variante namens Omikron schon wieder da, was ich fast erwartet habe. Jetzt fürchten sich alle davor. Allerdings hört man da, daß die zwar vielleicht ansteckender, aber milde Verläufe hat und so war das, glaube ich, auch vor hundert Jahren bei der spanischen Grippe. Denn dann sind alle verseucht und das Ganze ist vorbei, worauf ich hoffe! Allerdings bin ich wegen der Maßnahmenrücknahme skeptisch, denn so schauts derzeit nicht aus. Wäre aber ein Hoffnungschimmer!

Also nicht in Panik verfallen, sich nicht fertig machen und auch nicht spalten lassen! Mit Abstand halten, Händewaschen und Lüften müßte es eigentlich gehen! Die Maske kann sich ja jeder aufsetzen, der das möchte und sich auch ohne jede Kontrolle testen oder impfen lassen! Schauen wir uns an, was noch passiert und wie lange der Lockdown für die Ungeimpften noch anhalten wird, schaut momentan so aus als ob das ewig wäre!

Mir macht das nicht so viel aus, habe ich schon geschrieben. Ich habe da einen langen Atem, weil schon in Pension und keine Kinder in der Schule und keine Eltern in einem Pflegeheim, die ich besuchen müßte. Lesen kann ich zu Hause, in die “Alte Schmiede” streamen und über Corona schreiben auch.

Die die sich das nicht leisten können, werden sich vielleicht wehren und weiter auf Demos gehen und das tue ich auch.

Ach, mein Kosovo!

Jetzt kommt es bevor es mit dem Buchpreisauflesen und den Weihnachtsliebesromanen weitergeht in den Kosovo oder zu Mechthilds Hennekes Roman über einen Kosovaren, der in Deutschland als <krankenpfleger arbeitete und Medizin studierte und, als der Krieg begann, zurückkehre, um sich der UCK anzuschlißen.

Mechthild Hennecke ist Jourrnalisten, hat lange im Kosovo gelebt und dort den Staatssekretär für Gesundheitsfragen Naim Bardiqi kennengelernt, der das Vorbild für ihren Roman bot und auch das Vorwort schrieb.

Er meinte, daß das, was er im Krieg erlebte viel schlimmer war, als in dem fiktiven Roman beschrieben wurde, aber auch das ist wahrscheinlich schon schlimm genug und gut zu lesen.

Am Schluß werden auch die historischen Ereignisse tabelliert und der Held Taras, das ist ein Deckname, wie ihn die meisten in diesem Buch tragen, wurde von seiner Familie nach Deutschland geschickt, dort ist er gut etabliert. Hat eine deutsche Freundin namens Karla, Tochter eines Steuerberaters, dessen Firma sie übernehmen soll. Die Eltern schenken ihnen ein Haus, trotzdem kehrt er zu Beginn des Krieges mit seinen Freunden Top, Edi und Afrim in den Kosovo zurück und weil er sechs Jahre als Krankenpfleger arbeitete und einige Jahre Medizin studierte, wird er gleich Feldarzt in verschiedenen Lazaretten, operiert dort mit oder ohne Narkose mit seinen Freunden und den Krankenschwestern Melina und Linda, kann einige Leute nicht retten und wird auch zur Zivilbevölkerungen und schwierigen Schwangerschaften, etcetera geholt.

Es beginnt ein schwieriges oder liebloses Verhältnis zu Melina. Karla kommt mit einer Freundin und einem Medikamententransporter, trennt sich dann aber von ihm und so hasten sie weiter durch den Krieg, fliehen vor den Serben, werden von ihnen angegriffen, erlebt wie mehrere Kommandaten fallen. Afrim wird von den Serben entführt, Top verletzt und am Schluß gibt es einen Waffenstillstand, aber keinen unabhängigen Kosovo und die Jahre des Krieges haben den Siebenundzwanzigjährigen sehr verändert.

Geschichte schreiben mit Sabine Scholl

Die 1963 in Grieskirchen geborene Sabine Scholl, die Germanistik, Geschichte und Theaterwissenschaften studierte, verschiedene Lehraufträge, in Japan,in USA, etcetera hatte und auch lange Professor für Sprachkunst an der Angewandten war, beim “Bachmann-Preis” gelesen hat und den “Wildgans-Preis” bekommen hat, beschäftigt sich in ihren experimentellen Schreiben schon lange mit Geschichte.

So habe ich sie einmal in den Vorlesungen für Literatur in der “AS” gehört und in der letzten Zeit hatte sie dort ein Autorenprojekt, wo sie unter dem Titel “Geschichte schreiben” verschiedene Autoren wie Kenah Cusanit, Inger Maria Mahlke, Alida Bremer, Mojca Kumerdej, Ludwig Laher, Hanna Sukare, Marketa Pilatova und ivana Sajko vorstellte.

Einige dieser Veranstaltungen habe ich gehört bzw. gestreamt und jetzt ist daraus ein bei “Sonderzahl” erschienenes Buch “Lebendiges Erinnern-Wie Geschichte in Literatur verwandelt wird” herausgekommen, das von Johanna Öttl moderiert heute in der “Schmiede” vorgestellt wurde, das wie die einleitete aus einem Vorwort und zwei Teilen besteht, aus denen Proben gelesen wurden.

Sabine Scholl erzählte zuerst, daß sie sich lange damit beschäftigte, wie man man Geschichte beschreiben kann und erwähnte da beispielsweise Takis Würgers “Stella” als negativ Beispiel, wo reale Personen literarisch ausgeschlachtet werden, sowie Jonathan Litells “Die Wohlgesinnten”, das sie, glaube ich, durch die Art der Darstellung nicht lesen konnte.

Begonnen hat sie mit der literarischen Geschichtsaufarbeitung mit Heimrad Bäckers “Nachschrift”, das ja kürzlich in der “Grundbuchreihe” vorgestellt wurde. Ein weiteres Beispiel des ersten Teils ist die 1945 als Kind sowetischer Zwangsarbeiter geborene Natascha Wodins, die mit der Darstellung des Schicksal ihrer Mutter, die sich umbrachte, als sie elf Jahre war “Sie kam aus Mariupul”, 2017 den “Leipziger Buchpreis” bekommen hat.

Im zweiten Teil wurden dann die in der “Schmiede” erfolgten Gespräche behandelt und da wählte Sabine Scholl als Leseprobe den Familienroman der kroatischen Autorin Ivana Sajlko aus, wo eine Lehrerin im ehemalige Jugoslawien die Geschichte immer wieder anders unterrichten mußte.

Außer dem Essayband hat sich Sabine Scholl auch mit eigenen Roman beschäftigt, der im März herauskommen soll, zuerst “Bei mir bist du schön” heißen sollte, jetzt aber, als “Die im Schatten, die im Licht “herauskommen wird und höchstwahrscheinlich wieder in der “Alten Schmiede” vorgestellt werden wird.

Freuen wir uns darauf, vielleicht kam man dann schon als NI live daran teilnehmen, die neue Omicron-Variante wird das aber höchstwahrscheinlich verhindern, was für künftige Autoren vielleicht auch ein Thema sein kann, Geschichte aufzuarbeiten. Bis jetzt scheine ich ja eher die Einzige zu sein, die sich damit beschäftigt, beziehungsweise, die 2027 in New York geborene Drehbuchautorin Joana Bernard, die 2053 um die Pandemie zu erforschen nach Wien reist. Wär schön, den Kurztext, der gerade im Rohtext fertig wurde, einmal in der “Schmiede” vorzustellen. Seien wir gespannt, wann das einmal möglich sein wird?

Lese.Auslese und Lieblingsbücher

In der “Gesellschaft für Literatur” finden ja zweimal jährlich die Lese.Auslesen statt, wo Cornelius Hell und Katja Gasser ihre Lieblingsbücher der Saison vorstellen. Dazu gabs nachher immer einmal Bowle mit Knabbereien und einmal Punsch mit Keksen. Das fällt seit zwei Jahren zwar weg, die Buchempfehlungen der beiden gibt es aber noch jeweils zu Saisonende.

Und so wurde in Lockdownzeiten als Erstes schon etwas bekanntes, nämlich der Briefwechsel zwischen Helga und Ilse Achinger, Wien – London 1939-1947 vorgestellt, der schon zu den Hundertjahrfeiern präsentiert wurde, ist ja Helga Aichinger 1939 nach London emigriert, während die Schwester bei der jüdischen Mutter bleiben mußte, die ohne sie deportiert worden wäre.

Thematisch gings dann gleich mit George Arthur Goldschmidt “Versperrten Weg” weiter, denn da mußte ja auch zwei Brüder emigrieren, die sich aber dann verloren haben. Ein Buch das ich schon gelesen habe, weil es ja auf der letzten deutschen Buchpreisliste stand.

Dann ging es, wie Manfred Müller erklärte, weiter mit den Familienromanen und zwar zu den kurdischen Autor Bachtyar Ali “Mein Onkel den der Wind mitnahm” und dann, die beiden haben ja immer eine sehr spezielle Auswahl, wo die osteuropäische Literatur eine wichtige Rolle spielt ,der 1954 geborene ungarische Autor Laszlo Krasznahorkai, der einen Roman mit vierhundert Seiten geschrieben hat, der wie Cornelius Hell erklärte, aus einen einzigen Satz besteht.

“Herscht 07760 – Florian Herschts Bachroman”, der von einem Tölpel handelt, der bei einem Bäcker arbeitet, Angela Merkel Briefe schreibt und in seiner Freizeit in der Bach-Welt versinkt.

Dann folgte Herta Müllers Collagen-Erzählung, die ja 2009 den Nobelpreis bekam, “Der Beamte sagte” und dann kam wieder etwas bekanntes, beziehungsweise etwas, was ich schon beim “AS” streamen hörte, nämlich Alois Hotschnigs “Der Silberfuchs meiner Mutter”, wo es ja wieder um die Nazivergangenheit-Aufarbeitung geht.

Den 1980 in Ljubana geboren Goran Voljnovic habe ich schon bei meinen “Buch Wien Streaming” aus seinem”Tschefuren raus” lesen gehören, wo es in einer Jugendsprache über eine wütende und entwurzelte Vorstadtjugend, wie in der Beschreibung steht, geht.

Dann kam ein kleines Büchlein, nämlich ein Essayband des 1988 geborenen Lukas Meschik, von dem ich schon was gelesen habe, “Einladung zur Anstrengung”, der von Katja Gasser sehr gelobt wurde.

Zuletzt kam dann noch ein Gedichtband des 1963 in Gera geborenen Lutz Seiler, der sowohl den “Bachmann-Preis”, den deutschen Buchpreis und auch den der Leipziger Buchmesse bekommen hat.

Wieder eine interessante Auswahl, wo man den Aichinger-Briefwechsel oder die Müller-Collagen sicher seiner literarisch interessierten Mutter oder Lehrerin zu Weihnachten schenken kann. Einige osteuropäische Autoren kann man entdecken, die Nazi-Vergangenheit erforschen und ich, die ich ja gerade Weihnachtskitsch lese und mich ansonsten um die fünf Blogger-Debuts bemühe, wenn ich meine Buchpreislisten aufgelesen habe, werde mir wahrscheinlich keines davon bestellen, sondern eine kleine Tradition, mit der ich bei den “Auslesen” begonnen habe, meine 2021 Lieblingsbücher und da habe ich ja einiges gelesen,, präsentieren beziehungsweise meinen Lesern herzlich für das Fest und andere Gelegenheiten empfehlen:

  1. Peter Paul Wiplinger “Ausklang”
  2. Peter Paul Wiplinger “Aussichten”
  3. Tarej Vesaas “Die Vögel”
  4. Melissa Broder “Muttermilch”
  5. Mithu Sanyal “Identiti”
  6. Daniela Chana “Neun seltsame Frauen”
  7. Uwe Wittstock “Berlin 1933”
  8. Ferdinand Schmalz “Mein Lieblingstier heißt Winter”.
  9. Georg Klein “Bruder aller Bilder”
  10. Ulrich Woelk “Für ein Leben”

Vielleicht auch eine interessante und vielschichtige Auswahl und noch etwas kann ich verkünden, mit dem “Arbeitstitel” bin ich wahrscheinlich im Rohtext fertig. Es ist wieder sehr kurz geworden, ich glaube so kurz wie nie, nämlich 22.830 Worte, 49 Seiten und 24 Szenen. Velleicht wirds noch länger. Mal sehen, überarbeitet wird auf jeden Falls noch. Ich habe damit diesmal einen halben “Nano” geschrieben. Das heißt, am fünfzehnten November damit angefangen und war am dreißigsten bei 17 683 Worten, die ich einmal durchkorrigiert und heute vorläufig beendet habe.

Und das dritte Literaturgeflüster Buch” mit den gesammelten Corona-Texten soll vor Weihnachten auch noch kommen, was ja vielleicht auch ein passendes Geschenk wäre, wenn man nicht mit der “Nika” mitlesen will.

Den Punsch habe ich übrigens schon getrunken, die Kekse hat der Alfred gekauft, die werde ich aber erst zu Weihnachten essen.

Alfred Kochs Features

Seit heute ist der Lockdown für alle zu Ende, nur die bösen Ungeimpften, müßen weiter zu Hause bleiben und sich, wenn sie wollen, dort den Livestream der “Alten Schmiede” ansehen, die anderen konnten mit Maske wieder hingehen und da gab es ein interessantes Programm, nämlich die “Radiophone-Werkstatt”, wo Andreas Jungwirth, den 1957 in Graz geborenen Alfred Koch, der bei Ö1, die Features und die Tonspuren macht, vorstellte, weil der bald in Pension geht und solcherart offenbar öffentlich verabschiedet wurde.

Ich höre jetzt eher wenig Ö1 und auch die Tonspuren nicht so regelmäßig, obwohl die sehr interesant sind und das war es auch Alfred Koch kennenzulernen, der von Andreas Jungwirth, der sonst die Hörspielgala moderiert oder den track five Hörspielwettbewerb organisiert, portraitiert wurde und der hat von den siebzig Features, die Alfred Koch schon gestaltet hat, fünf oder sechs ausgewählt, die präsentiert wurden.

Das Erste drehte sich um das Lesen und das Schreiben oder auch, um das Interwiew und da wurde auch Ernst Jandl, die Frage gestellt, warum er schreiben würde?

Ja, das ist eine Frage, die beispielsweise Cornelia Travnicek sehr haßt und die ProfiInterviewer wahrscheinlich auch nicht stellen.

Dann hat Alfred Koch auch ein Feature über W. H. Auden gemacht, der seine Sommer immer in den Dorf Kirchstetten verbrachte, wo sich auch Josef Weinheber umbrachte, dort mit einem Freund lebte und die Anrainer im Wirtshaus fragte, wie sie das sehen?

Sabine Gruber, hat er glaube ich auch gefeaturet und ist da mit ihrem Mofa “Wildgans” gefahren, weil sie sich das um das “Wildgans-Preisgeld” kaufte, das wurde aber nur erzählt und kein Ausschnitt vorgestellt. ich kann mich aber erinnern, daß ich das Feature hörte und Alfred Koch wurde von Andreas Jungwirth auch gefragte, warum er mehr Männer portraitierte oder mehr männliche Portraitausschnitte für die Sendung aussuchte. Dann kam eines über Raymond Carver, der auch ein Trinker war, also zwei Leben hatte, für das er einen Preis bekommen hat.

Über Steve Sem-Sandberg “Die Erwählten”, ein Buch über den “Spiegelgrund” hat Alfred Koch auch gefeaturet und am Schluß kam noch ein Ausschnitt über die einsame schwedische Insel, wo Alfred Koch offenbar immer einige Urlaubswochen ohne Strom und Laptop nur mit Fischen und Bücherlesen verbringt.

Interessant Alfred Koch vor seinem Abgang kennenzulernen, der mir bisher eigentlich kein Begriff war und vielleicht sollte ich wieder mehr Features und Tonspuren und nicht nur Livestreams und You Tube- Videos hören.

Nil

Weiter gehts mit den Buchpreislisten auflesen und zwar mit dem fünften öst Shortlistbuch und dem neunten derselben, von dem ich schon vor der Nominierung viel gehört habe und das prominent besprochen wurde.

“Nil” der 1973 in Zagreb geborenen Anna Nil, die beim “Bachmann-Preis” gelesen und ein paar Bücher geschrieben hat, auf der Frankfurter Buchmesse hat sie am blauen Sofa auf ihr Shortlistbuch ,aufmerksam gemacht und da erklärt, daß man sich nicht sicher sein kann, worum es dabei geht, auf jeden Fall aber über das “Ich” und das Ich sein. Bei der Ilse Aichinger Hommage hat sie sich auch beteiligt und bei den kleinen dünnen “Wallstein-Büchlein ist ein Photoautomat mit einem Krokodilschwanz zu sehen

Worum geht es? Auf den ersten Blick ganz klar und doch auch überraschend. Eine Fortsetzungsgeschichtensschreiberin hat von ihrer Zeitung den Auftrag bekommen, die Story, die gerade aktuell erscheint, zu beenden, weil die Leser das nicht haben wollen.

Wie macht man das? Dann steht schon was von der Angst zu sehr ins eigene Ich zu geraten. Dann kommt aber doch die Idee die Beiden über Klippen springen zu lassen.

Dann geht es aber über die Ich-Figur und die Frage, ist das jetzt der Autor die Autorin oder nicht und wir gehen in die Kindheit der Erzählerin zurück. Der Vater war Zoodirektor, da gab es Bären und auch schon das erwähnte Krododil, deshalb auch der Buchtitel und einmal hat sie zu Weihnachten ein Buch geschenkt bekommen, war frustriert, wenn nicht verärgert, bis sie dann in ihrem Zimmer eingesperrt darauf kam, es ist ein Buch mit leeren Seiten, worin man seine Geschichte schreiben kann.

Ganz richtig, die Erzählerin befindet sich in einer Art Verhörzelle, bewacht von einem Wächter und einer Kamerafrau. Dann gibt es einen Sobek, der ist vielleicht der Mann, der springen soll und der begegnet einer Frau und soll eine Geschichte aufschreiben.

Also ganz schön verwirrend für eine, die immer alles genau wissen will. Was bleibt ist also wieder die schöne Sprache und das hätte ich jetzt vergessen auch die Frage, wer oder was jetzt eine Hobbyautorin ist?

Eine Frage, die ja mal die Anna für mich beantwortete und sich der Uli, der sich jetzt zur Impfung schleppen ließ, daran festhielt.

Es geht um die Frage wer oder was ist jetzt die Erzählerin? Ist sie Mensch oder Tier? Also ganz schön geheimnisvoll und ein wenig verwirrend oder doch nicht so ganz, bin ich ja schon einiges gewohnt und kann mir, weil ich ja selbst schon an die fünfzig Jahre mehr oder weniger erfolglos schreibe, vorstellen, wie schwer es die Autoren haben, etwas Neues und Einzigartiges zu verfassen, weil ja schon alles hunderttausendmal beschrieben wurde.

Katja Gasser, die Moderatorin am “Blauen Sofa” hat gemeint, daß das Buch auch politsch ist, weil es ja um Identitäsfragen geht, das habe ich nicht so empfunden oder würde es nicht so interpretieren.

Impfpflichtdemowochenende

Seit die Zahlen im Oktober glaube ich hochgingen und die Spitäler sich überfüllten haben sich die Ereignisse überschlagen. Zuerst kam der Dreistufenplan, der dann auf fünf Stufen ausgedehnt wurde, 3G am Arbeitsplatz, die Kanzler haben sich verändert, Kanzler Kurz , mußte da gegen ihn ermittelt wird zurücktreten und Neokanzler Schallenberg vorher Außenminister verkündete nachdem die 600 Betten Belegung auf den Intensivstation erreicht war, einen Lockdown für Ungeimpfte, verkündete, daß für diese Weihnachten ungemütlich, werden sollte, während für, die die alles richtig machten, nämlich sich zweimal impfen ließen, es keinen Lockwon mehr geben würde, weil es nur eine “Pandemie der Ungeimpften” wäre, das stellte, sich bald heraus, schien nicht ganz zu stimmen, weil die Zahlen stiegen und stiegen und es so zu einem Disput zwischen Gesundheitsminister und Kanzler kam, der eine, sagte, eine nächtliche Ausgangssperre für alle kommt, der andere dementiere und wußte von nichts.

Der Lockdown für alle kam dann bald und damit, die nicht zu sauer wären, wurde auch eine Impfpflicht, die ab ersten Februar gelten soll beschlossen. Was im Gegensatz zum Freitesten, das zu Jahresbeginn glaube ich, problemlos angenommen wurde, zum Aufstand vor allem der FPÖ führte.

Obmann Kickl, der sich zu dieser Zeit noch in Quarantäne befand und Wiederstand mit seiner sogenannten “Wurmmittelempfehlung- Ivermectin” auslöste, obwohl ich glaube, daß es wahrscheinlich ebenfalls nur bedingt zugelassen, gute Erfolge erzielte, begann Demonstrationen dagegen zu organisieren. Die erste war am zwanzigsten November, da waren wir in Harland, also nur per Stream angesehen, wie da Hundertausende über die Ringstraße zogen. Die Woche darauf war die Demo dann in St. Pölten, da waren wir in Wien und vorige Woche war wieder Wien an der Reihe und wir am Markt in St. Pölten mit der Doris Kloimstein, dabei habe ich ja von Anfang an dieser Pandemie, eifrig mitdemonstriert und gehöre glaube ich, im Gegensatz zu den meisten ,die jetzt demonstrieren, zu denen die schon früher auf Demos war, bei den Widerstandlesungen bei schwarz-blau I und Jennifer Klauniger, die berühmte Fahne zeriß, die, glaube ich, nicht wirklich eine Regenbogenfahne war, sondern ein angebliches Erkennungszeichen der Kinderschänder.

Ich, die an der Pandemie von Anfang an die Maßnahmen kritisierte, die ich für überzogen und unverhältnismäßig fand, war, glaube ich schon im Frühling 2020 sehr erstaunt, daß da die FPÖ demonstrierte und Martin Sellner während sich die Grünen und die Linken nicht daran zu stören schienen.

Das stimmt nicht ganz, war ich doch im Winter am Platz der Menschenrechte zweimal auf einer sogenannten Donnerstagsdemonstration und Hannes Hofbauer vom “Promedia Verlag” hat sich auch einer Plattform für “Demokratie und Menschenrechte” angeschlossen oder diese gegründet, da habe ich ja das Buch “Lockdown 2020″ gelesen.

2020 gab es eher kleinere Demonstrationen, wo Österreich-Fahnen geschwungen wurden, Frauen erklärten, daß es keine Viren gäbe und das Ganze einen eher rechten oder esoterischen Eindruck machte, was dann auch medial sofort verstärkt wurde.

“Das sind alles Schwurbler und Querdenker und die, die das Parlament stürmen wollen, Nazis und Terroristen und wer nicht zu denen gehört, darf da nicht hingehen, denn die Pandemie darf man nicht hinterfragen und nicht kritisch sein!”

Als dann im 2021 3G bzw. der grüne Impfpaß eingeführt wurde, hat sich das geändert, bzw. Herbert Kickl sich den Demos angenommen, eine wurde verboten, bzw fand sie online statt, bei den anderen wurde dann sehr viel registriert, die Teilnehmer in die Enge getrieben und die Demos aufgelöst.

Im Sommer, wo ich schon dachte, da kann ich nie mehr auf eine Demo gehen, denn eine Maske setzte ich nicht auf, hat sich das dann beruhigt und die Demo gegen die Kinderimpfung fand dann weitgehend ohne Masken und diesbezüglichen Kontrolltheater statt.

Andi Pianka hat mich dann auf die Kundgebung der “Ärzte gegen Kinderimpfung” aufmerksam gemacht, wo ich statt aufs Volksstimmefest wo es mit meiner Lesung ja leider nicht geklappt hat, war und seit dem zwanzigsten November ziehen wieder tausende auf die Straße, wenn man die Videos sieht, sieht man junge, alte, konservative, linke Leute, zwar ein paar Österreich Fahnen, schaut man dann den Medien zu hört man “Das sind lauter Rechtsradikale und Schwurbler!”, was ich sehr sehr schade finde, daß da keine Diskussion stattfindet unddie Bevölkerung offenbar wirklich in zwei Teile gespaltet ist, in die Gesundheitsfanatiker und die Freiheitskämpfer, wie es der Psychiater Raphael Bonelli , dessen Videos ich gern sehe, nennt, die, die gegen eine Impfpflicht sind und die, die vor der Krankheit Angst haben.

Aber jetzt ist der Lockdown für alle bald zu Ende und man kann wieder geimpft oder genesen und mit FFP2-Masken, ins Restaurant, auf den Christkindlmarkt oder einkaufen gehen.

Der für die Ungeimpften geht offenbar bis in alle Ewigkeit weiter oder bis zum ersten Februar, wo dann die allgemeine Impfpflicht kommt. Da ist das Gesetz jetzt in die Begutachtung gegangen. Man bekommt am fünfzehnten März, wenn man nicht geimpft ist, alle drei Monate eine Strafverfügung über sechshundert Euro. Wenn man beruft, muß man bis dreitausendsechshundert Euro zahlen und Diskussionen über Beugehaft, etcetera gab es auch, beziehungsweise einen entsprechenden Gesetzentwurf.

Das ist jetzt weg vom Tisch. Dafür habe ich in den Nachrichten gehört, daß man, wenn man nicht geimpft ist und jemanden ansteckt eine Mordanklage bekommen kann und man kann auch aus seiner Wohnung geworfen werden, wenn die geimpften Bewohner nicht mit den Ungeimpften im selben Lift fahren wollen. Schlimm, schlimm, wieder sehr dystopisch und bei den Demos, wo da jetzt wirklich sehr viele Leute auf der Straße sind, gibt es wieder FFP2-Maskenpflicht und auch Gegendemonstrationen wo die sogenannte AntiFa dann den Weg absperren wollen und Rauchbomben werden, schlimm, schlimm, da sind wir wirklich weit gekommen.

Aber am zehnten Dezember wird nicht nur in Stockholm der “Nobelpreis” verliehen, sondern auch “Tag der Menschenrechte” und da fand von der schon erwähnten “Plattform für Demokratie und Grundrechte” eine Demo gegen “Impfzwang und digitale Überwachung, Selbstbestimmung statt Elitenherrschaft” statt. Es tut sich also auch etwas bei den Linken und da wir diesmal in Wien waren, bin ich natürlich hingegangen. Leider war es sehr kalt, so haben es der Alfred und ich nicht bis zum Ende ausgehalten, haben aber Maria Wölflingseder und Willi Langthaler, das ist wenn ich mich nicht irre der Sohn der Bruni und den Rechtsanwalt Michael Brunner von der MFG gehört, der sehr optimistisch war, daß die Impfpflicht nicht verfassungsmäßig ist, beziehungsweise seine Partei bei der nächsten Wahl zweistellig ins Parlament kommt und da ist, weil wir ja inzwischen schon wieder einen neuen Bundeskanzler haben, drei in einem Jahr und “Noch zwei bis drei, dann ist weihnachten schon da!”, hat Parteiobmann Herbert Kickl geätzt, der Ruf nach Neuwahlen auch sehr laut.

Christian Schubert, der Psychologe, der sich mit Psychoimmunität beschäftigt, hat, glaube ich, auch noch gesprochen, aber da war es schon zu kalt und das habe ich jetzt noch vergessen, auch eine Frau, die zum feministischen Systemwechsel aufrief.

Es tut sich also doch was und muß das wahrscheinlich auch, denn sonst kommen wir aus dieser Krise nie heraus, müßen uns alle drei oder vielleicht sogar zwei Monate mit einem Impfstoff behandeln lassen, der nicht länger wirkt, über keine sterile Immunität verfügt und auch immer nur bedingt zugelassen ist und müßen, wenn wir uns nicht impfen lassen, ewig im Lockdown bleiben, also in kein Cafe, in kein Kino gehen und auch nicht ins Ausland fahren.

Es gibt jetzt aber sehr viele Demonstrationen. Die nächste Große wird am Samstag, von der FPÖ veranstaltet, um zwöf am Heldenplatz stattfinden und dann über den Ring gehen. Andi Pianka hat mir geschrieben, daß auch die MFG etwas macht und wenn man den Meinungsumfragen so zuhört, hört man immer, daß das ganz bestimmt verboten gehört und sich die Ungeimpften ihre Krankenhausbehandlung selber zahlen müßen, daß sie auch den Führerschein verlieren und vom Wahlrecht ausgeschloßen werden sollen, habe ich auch schon gehört.

Also ganz ganz arg die Spaltung, obwohl sogar jetzt schon Kanzler Nehammer zur Versöhnung und zum Gespräch aufruft und am Samstag ist es dann zum Heldenplatz gegangen. Herbert Kickl hat da ja zur Großdemonstration aufgerufen und als ich auf den Ring gekommen bin, habe ich die Leute schon in Strömen, zum Teil wieder in die berühmten Österreichfahnen eingewickelt, hingehen gesehen.

Der Platz war dann schon sehr voll, ich habe mich eher hinter die Bühne gestellt und an die Hofburgmauer oder Pfeiler gelehnt, die inzwischen entlassene Ärztin Konstantina Rösch hat, glaube ich, als Erste gesprochen, dann kam Monika Donner und jemand von einem katholischen Verein und Michael Schnedlitz von der FPÖ und dann der Held der Stunde, Herbert Kickl, der sehr euphorisch zum Kampf für die Freiheit aufgerufen hat. Immer wieder sind Polizisten in Truppen aufmarschiert, tausend waren, glaube ich, eingesetzt, eine Österreichhymne und jemand, der fast allein die Bundeshymne und da leider nur von den Söhnen gesungen hat und dann ist es um den Ring gegangen.

Die FPÖ hatte einen Lastwagen von dem herunter Reden gesprochen wurden, Christian Hafenecker und eine junge Frau von einer Studentenintitaive habe ich gehört und mir am Würstlstand bei der Oper einen Glühwein gekauft, damit ich mich aufwärme, es war aber zum Glück ohnehin nicht sehr kalt und die haben, glaube ich, das Geschäft ihres Lebens gemacht, während die Restaurants noch geschlossen haben und in Wien erst am 20. Dezember wieder eröffnet werden.

Ich bin, glaube ich, noch nie zu Fuß den ganzen Ring gegangen, nur zweimal mit der Bim gefahren.

Jetzt habe ich es getan und es war gar nicht so weit, obwohl ich mehrmals dachte, das schaffe ich, aber spazieren ist gesund und wenn ich jetzt vielleicht mein Leben lang im Lockdown bleibe , dann muß ich, glaube ich, auf mich schauen, kein Übergewicht, Diabetes , etcetera bekommen und damit Risikopatientin werden, weil ja offenbar nicht so klar ist, ob ich dann behandelt werde.

Hin und wieder sind pyrotechnische Gegenstände geflogen, wie ich später bei OE 24 hörte, daß das so heißt, ich habe einmal gelben, einmal grünen Rauch gesehen und dann schon beim Schottentor gab es ein kleines Feuerwerk, auch sehr schön, weil dieses ja im vorigen Sylvester ausgefallen ist und es heuer wahrscheinlich wieder nicht gibt.

Beim FPÖ- Wagen haben sie etwas von einer kleinen Störung gesagt, weil es offenbar wieder Gegendemonstationen gab, die habe ich aber nicht gesehen, nur beim Ringturm, wo ja bei der Praterdemo das Gebäude offenbar gestürmt wurde, gab es eine Absperrung.

Die Polizei hat aber bald wieder durchgelassen. 44.000 Teilnehmer hat die FPÖ verkündet, daß die Polizei durchgegeben hat. Vermutlich waren es wieder mehr und besonders schön wurde es beim Rathausplatz. Da ist der Christkindlmarkt ja noch geschlossen, bzw. soll er morgen eröffnet werden und vor der Impfbox daneben stand wieder Polizei. Aber die war sowieso geschlossen. Beim Heldenplatz stand dann wieder sehr viel Polizei. Man konnte aber problemlos durch und nach Hause gehen. So habe ich die Abschlußkundgebung mit einer neuerlichen Kickl-Rede versäumt und jetzt höre ich gerade bei OE24, wie gewaltsam und rechtsextrem diese Demo wieder war.

Wo waren die und was haben die gesehen? Ich bin um den ganzen Ring marschiert, habe viele Menschen, darunter einige elegante ältere Frauen, Familien mit Kindern und auch junge Leute von denen die Mädchen Stöckelschuhe trugen, mit einer Frau, die mir erzählte, wie schlimm es ist, daß schon kleine Kinder geimpft werden sollen, habe ich mich auch unterhalten, sie hat mir alles Gute gewünscht und für mich, die ich ja in Wien nicht viel spazierengehen, war es wirklich, wie auch OE24 erwähnte, ein Event. Glühwein statt am Spittelberg am Ring trinken und durch die weihnachtliche Beleuchtung und die ist sehr schön, dem am noch geschlossenen Christkindlmarkt entlangspazieren, auch ein Adventvergnügen, wenn auch wenig verrückt, da man man am dritten Adventsamstag normalerweise die Geschäfte stürmt, Kekse backt und Punsch trinkt statt zu demonstrieren, aber schauen wir ob es was nützt, wir der Impfpflicht entkommen und die Pandemie ein positives Ende findet.

Und um auch meinen Beitrag zur Adventstimmung zu geben, verlinke ich wieder meinen Adventkalender mit den schon geöffneten Türchen 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11, das nächste schon geöffnete Fenster wird dann am vierzehnten Dezember kommen.

Die neue Bloggerdebutshortlist

Ich bin ja derzeit irgendwie lesefaul, lese langsam und komme mit meinen elendslangen Bücherlisten pnicht recht weiter. Das habe ich schon Anfang September geschrieben, dann mich durch die deutsche Buchpreisliste gelesen und jetzt muß ich noch die österreichische und die Schweizerliste langsam abschließen, dann warten noch etwa neun Bücher auf mich und derzeit bin ich auch noch beim Weihnachtsliebesschmöker lesen und dann kommt natürlich noch das Bloggerdebut, das es seit 2016, gibt, jedenfalls bin ich seither in der Jury und sollte bis Ende Jänner die fünf Shortlistbücher gelesen haben um meine Punkte verteilen zu können.

Debuts sind ja derzeit in großer Mode, es gibt einige Debutpreise, der berühmteste ist wohl der “Aspekte”, dann hat die Öst eine Debutschiene und bei den O-Tönen werden auch immer Debuts vorgestellt, so daß ich als eifrige Leserin, die ja bis August auch etwas anderes liest, eigentlich einen guten Eindruck vom Geschehen habe.

Auf der Schweizer oder der deutschen Buchpreislister sind meist auch einige Debuts dabei und habe daher auf meiner Longlist schon zehn Bücher stehen, von denen ich das “Schnittbilld” von der Öst noch lesen muß.

Die Bloggerdebutlonglist, wo ich auch regelmäßig Tips hinschicke, besteht aus dreiundneunzig eingereichten Titeln und bevor die Debutfrauen Boezena Bandura, Sarah Jäger und Janine Hasse, die Shortlist bekanntgegeben habe, habe ich mir die Longlist angeschaut und nachgedacht, was da wohl draufstehen könnte oder was ich davon gerne lesen würde:

Da wäre

1.Sharon Dodua Otoo Adas Traum” dabei, das ich schon auf den dBp erwartete und das auch bei der “Lteratur im Herbst” im Odeon vorgestellt wurde

2.Timon Karl Kaleyta “Die Gschichte des einfachen Mannes” aus dem er, glaube ich, in Klagenfurt las

3.Lisa Krusche “Unsere anarchistischen Herzen”, da hörte ich beim Leipzig streamen, glaube ich, davon

4.Ferdinand Schmalz “Mein Lieblingstier heißt Winter”, wurde auch beim “Bachmann-Preis” gelesen, war bei den O-Tönen und auf der Öst und dBp, bei der Öst sogar auf der Shortlist.

5.Huldegard E. Keller “Was wir scheinen”, da würde mich wieder interessieren, wie eine bekannte Literaturkritikerin und “Bachmannpreis-Jurorin” so schreibt.

Von den von mir schon gelesenen Büchern hat mir der “Schmalz”, wie schon beschrieben sehr gut gefallen, vielleicht noch der Thomas Duarte, am wenigsten erwartet hätte ich Jessica Linds “Mama”, das mir zu mystisch war. Ein Tip wäre noch die “Aspekte-Preisträgerin Ariane Baum mit der “Aufdrängung”, da habe ich schon einiges gehört und nun Voila, die Entscheidungen der drei Debut-Frauen, die ja immer ihre eigenen Kriterien haben und immer ein Buch hinauftun, was man so nicht erwartet hätte, “Kremayr und Scheriau”, was mir das lesen erleichtert ist auch immer darauf, also

  1. Jessica Lind “Mama”
  2. was mich sehr freut Sharon Dodua Otoo “Adas Traum”
  3. die schon wähnte “Aufdrängung” von Ariane Baum
  4. auch sehr spannend, weil ich schon einige Lesungen hörte Thomas Arzt “Die Gegenstimme” und
  5. der Außenseiter Stefanie von Schulte “Junge mit schwarzen Hahn”, noch nie etwas davon gehört.

Also sehr spannend. Das Lesen der vier noch nicht gelesenen Büchern wird etwas dauern, weil ich bis Mitte Jänner meine Bücherliste lesen will, das erste Buch das ich dann lesen werde, ist die “Aufdrängung”, weil ich da das PDF schon habe, die anderen Bücher, wie ich sie bekomme, bin also wieder sehr gespannt und freue mich aufs Lesen.

Im hellen Schein der Kerzen

Die “Julia-Weihnachtsromane” scheinen immer Familienromane zu sein, es gibt immer Kinder und die zwei, die sich nach einigen Widerständen bekommen, haben schon gebrannte Vorerfahrungen, obwohl sie verschiedene Autorinnennamen tragen.

Jetzt geht es einmal um einen Mann, als Hauptprotagonisten, nämlich Tucker Maddock, der hat sowas wie eine Weihnachtsphobie, das war beim Vorroman auch so ähnlich, sitzt in der Vorweihnachtszeit in seinem Büro, haßt Weihnachten, weil er da im Vorjahr seinen Freund und dessen Eltern verloren hat, in deren Haus er als Jugendlicher immer schöne Weihnachten verlebte, weil die Mutter früh gestorben und der Vater sich daraufhin in seinem Kummer ertrank.

So beschließt er an den Ort seiner Jugenderinnerungen zu fahren. Das Haus in dem die Eltern seines Freundes lebten ist jetzt eine Pension, glaubt er. So mietet er sich dort ein. Seltsam nur, daß alle ihn dort für ein Familienmitglied halten. Er verliebt sich sofort in die schöne Lehrerin Ruth. Die ist aber mißtrauisch, hält ihn für einen Gauner und erwischt ihn, wie er des Nachts am Dachboden herumschleicht. Er sucht aber nur das Kuvert mit dem er sich vor Jhren mit seinem Freund Chris Butbrüderschaft geschworen hat.

Es kommen dann noch zwei Kinder, die die Großfamilie hüten soll und das ist interessant, daß es da sozialkritisch wird. Die Eltern der Beiden haben nämlich ihren Job verloren und suchen nun in einer anderen Stadt einen neuen. Deshalb bleiben die Kleinen bei der Lehrerin und interessant auch, daß die zwei verschiedene Väter haben.

Ruth hat nur einen Weihnachtswunsch, eine Familie mit sovielen Kindern, daß sie eine Baseballmannschaft bilden können. Das erscheint mir ziemlich mühsam für eine berufstätige Frau. Sie hat aber als Lehrerin während des Schuljahres ohnehin immer vierundzwanzig Kinder.

Tucker scheut sich davor. Das kennen wir schon von den Vorbüchern und dann kommt noch eine Komplikation dazu. Tante Shirley die Besitzerin verkauft nämlich das Haus an Tucker und Ruths Herz glüht vor Eifersucht. Der Versuch im Bett geht auch schief, weil der Held flüchtet. Er flüchtet auch vor der Familie. Hat auf der Autobahn, als er auf die Weihnachtskrawatten, die er bekommen hat, in der Reisetasche schaut, einen Unfall. Er erwacht im Krankenhaus, Ruth und die Famiie holen ihn ab und im nächsten Jahr wird zu Weihnachten dann die Hochzeit gefeiert.

Und für die die meinen Adventkalender lesen wollen, hier die Türchen, die es schon gibt 1 2 3 4 5 6 7 8 9., das nächste schon geöffnete wird dann am 10. sein.

Was der Fall ist

Jetzt kommt ein Debut das auch auf Longlist des Bloggerdebuts steht, dessen Shortlist bald bekannt gegeben wird und das dritte oder zweite Buch der heurigen Schweizer Buchpreisliste an dem der 1967 in Bern geborene Thomas Duarte zehn Jahre schrieben hat.

Er hat vorher im Büro gearbeitet von da seine Inspiration für den Text, der als “Skurilles Erzähfeuereuerwerk, eine melacncholisch-humoristische Poetik des Scheitern. Es wird bevölkert von kauzigen Figuren, die auf vielfältige Weise die Absurdität der Lebens- und Arbeitsbedingungen in unserer kapitalistischen Leistungsgesellschaft spielgelt, ” beschrieben wird, geholt.

Eine vordergründig vielleicht bekannt klingende Geschichte, die manchmal an Kafkas Skurilität erinnernt und aus kurzen Kapitel besteht, die <namen wie “dasitzen”, “sich ernähren” ,”sich streiten”, etcetera tragen.

Ein Mann kommt in einer regnerischen Augustnacht auf eine Polizeistelle und erzählt dem dort diensthabenden Polizisten seine Geschichte. Er ist Geschäftsführer oder Assistent des Chefs eines Wohltätigkeitsvereins, der Gelder an verschiedene Außereuropaische <länder verteilt, die vorher ein Gesuch geschrieben haben, das etwas seltsam klingt.

Hinter seinem Büro ist ein Zimmer in dem er nicht ganz abgesprochen wohnt und seit einiger Zeit auch die illegale Putzfrau Mira, für die er Samstags kocht und die Gesuche vorliest.

Silvana, die einen Storchenhals hat und wie ein Gnu geht und die er als seine Chefin bezeichnet, der Chef heißt Franz, ist vor einiger zeit in sein Büro gekommen, um sich die Unterlagen für die Jahresversammlung zu besorgen, weil sie Unregelmäßigkeiten vermutet.

Die Jahresversammlung hat stattgefunden, als der sogenannte Antiheld die Polizeistation betritt und er entlarvt, daß er die Gesuche selbst erfunden hat und entlassen wurde.

Seinen Vater hat er gerade aus der Psychiatrei abgeholt und die letzte Zeit in seiner Wohnung geschlafen, denn die Putzfrau logiert inzwischen mit einem Ramon in seinem Hinterzimmer, so daß er keine Wohnung mehr hat.

Das Resoltat seiner Geschichte, die er der Polizei erzählt ist, daß die nach einigen Wochen in das Hinterzimmer kommt und Mira abholt. Er ist inzwischen von seinem Büro in das Büro des Chefs gezogen und macht dort eigentlich weiter wie bisher. Das heißt sie verteilen weiter Geld und versenken auch eine Pistole, die sich beim Chef angesammelt hat und tanzen dann miteinander.

Die Nacht mit dem Polizeigespräch wird von einigen Zigarettenpausen unterbrochen. Der Polizist , der geduldig zuhört, Kaffee und auch etwas zu essen bringt, fordert ihn auch einige Male auf, zu gehen, bevor er das Erzählte in das System einspeichern muß, weil der Frühdienst erscheint.

Eine skurille Geschichte, ein wenig altmodisch und durchaus sympathisch oder schon bekannt erzählt, gelegentlich blitzen moderne oder ungewöhnliche Details auf, etwa seine Suxualität mit Mira, die Beschreibung von Silvana oder die Nudeln mit Zitronensauce, die er Mira kocht.

Ungewöhnlich ist auch, daß sich die Zeitebenen verschieben. Er erzählt sein Leben dem Polizisten, ein paar Zelen weiter Franz, dem Chef und dazwischen spult sich auch die Handlung ab und der Sinn des Buches ist wahrscheinlich die Erkenntnis, daß des mit der Wahrheit nicht so einfach ist und das Wichtigste an allem das Geschichtenerzählen ist.

Den Schweizer Buchpreis hat das Buch, das auch schon andere Preise gewonnen hat, nicht bekommen, ich habe aber wieder einen interessanten Autor kennengelernt und die Absudridtät des kapitalistischen Lebens, das er da durch den Kakao zieht, hat mich, das wird meine Leser vielleicht nicht verwundern an unsere momentante Corona-Skurriltät erinnert.