Virale Cartoons

Das Buch zur Pandemie, da habe ich ja schon einiges gelesen un”d geschrieben. Marlene Streeruwitz “Covid-Roman” beispielsweise, “Pandemische Zeiten”, “Lockdown 2020”, den “Corona-Fehlalarm”, die Bewältigungsstrategien der Roswitha Springschitz, die “Betrachtungen” der Zadie Smith, die “Zeiten der Ansteckung” von Paolo Giordano und meine zwei CoronaBücher.

“Was fehlt?”, werden meine Leser nun vielleicht fragen? Nun die Cartoons aus dem “Holzbaum-Verlag”, das gab es ja schon die über “Hunde”, “Fußball”, “Weihnachten”,“Katzen”, “Kunst”, “Wien”, etcetera, etcetera, und nun “Virale Cartoons” weil mit Witz und Ironie erträgt man das Leben ja wahrscheinlich leichter und hält die pandemische Zeiten leichter aus.

Was das Bloggen diesmal etwas schwer macht ist, daß wahrscheinlich in Zeiten, wie diesen “Holzbaum” seine Cartoons auch digital verschickt und wie schreibe ich dann darüber, wenn ich die Bilder nicht während des Schreibens sehen kann?

Also ein virtueller Streifzug durch die virale Welt, den viralen Cartoons und dem Buch zur Pandemie mit Bildern von Daniel Jokesch, Greser & Lenz, Katharina Greve, Martin Zak, Miriam Wurster, Uwe Krummbiegel und vielen mehr, wie auf derletzten Seite steht und auf der ersten ersten ist gleich das Virus selbst zu sehen. Zwei Viren, um genau zu sein, die sich darüber unterhalten, wie man wenn “Bars und Restaurants geschlossen sind, da noch seinen Wirt finden kann?”

Eine spannende Frage, die sich wahrscheinlich auch schon andere stellten und das “Kontaktlose Händewaschen hat man in diesem Jahr wohl auch lernen müßen.

Daniel Jokesch hat auch seinen Senf dazu gegeben und erklärt und beispielsweise, daß “Die Kriminalität früher cooler war”, als die Polizisten noch nicht “Abstand halten!”, schreien und die Kinder vom Ostereier suchen abhalten mußte.

Elisabeth Semrad läßt Kanzler Kurz auf dem berühmten Babyelefanten reiten und erklärt uns das “Los des Maturajahrgangs 2020”, wo die Maturanten in Laa an der Thaya statt in Antalya auf Maturareise gehen mußten. Und Katzi hat uns schöne Graphiken zum Thema Corona gezeichnet und erklärt uns beispielsweise den “Nervenkitzen im März 2020”: “Was war spannender? Post holen, Müll runtertragen, zum Billa oder spazieren gehen”, also die berühmten vier Gründe und erklärt uns auch, was passiert, wenn man bei der Corona Hotline anruft?, während Klaus Puth ein maskiertes Rotkäppchen mit dem Korb den Wolf fragen läßt: “Lust auf Kuchen und Wein? Ich darf meine kranke Großmutter nicht besuchen?” und das berühmte Klopapier wird natürlich mehrmals karikuiert.

Einen Corona – Hilfe- Fragebogen gibt es auch und Ischgl wird auch Cartoon-Gegenstand.

Michael Dufek hat den “Urlaub 2020” durchanalysiert und Michi Brezel läßt Vater und Sohn Homeschooling beziehungsweise Homeoffice machen und dort kann man auch, wie Teresa Habild und Thomas Plassmann meinen, den neuen Impfstoff kreieren odeer für den Nobelpreis fürMedizin experimentieren und Uwe Krummbiegel führt uns die Aufgaben der Genderbeauftragten in Zeiten der Pandemie vor.

Ein spannendes Buch, das in Zeiten, wie diesen, wo einem Corona vielleicht schon den Kopf verdreht, traumatisiert oder hypochondrisch gemacht hat und man das FFP2-Maskentragen satt hat, einen ein wenig Trost und Ablenkung bringen kann, denn lachen und sich darüber lustig macht hilft vielleicht, wenn man mit der Maske in der Gondel oder U-Bahn sitzt und der Babyelefant den fehlenden Abstand meldet.

Der Traum

“Uje, uje!”, dachte Ursula und schaute vorsichtig vor sich hin. Genau genommen schielte sie um die Ecke, ihr Herz klopfte verdächtig, sie war aufgeregt und außer Atem, die Haare waren zerzaust.

“Verdammt, verdammt, großer Schit und Ungewitter!”

Sie konnte schon die Stimme ihrer Mutter und ihres Freundes Uli hören, die sie mahnten und “Benimm dich, Uschi, du sollst nicht fluchen, weißt du das nicht? Hast du das nicht in der Schule gelernt, daß man das nicht soll?”

Die Mutter würde sie streng mustern und “Zum Friseur solltest du auch einmal gehen, Kindchen, deine Haare sind viel zu lang! Das schaut nicht gut aus und macht einen schlechten Eindruck wenn du so ungepflegt mit wilden Zotteln durch die Gegend rennst!”

Noch einmal “Verdammt, verdammt!”, vor sich hindenken, tief durchatmen und versuchen nicht zu sehr zu hyperventilieren. Denn das war es, ganz genau!

“Stimmt, lieber Uli, du hast ganz recht!”, könnte sie denken.

“Ich schaue wirklich fürchterlich aus und genau das ist das Problem, wo ich auch fluchen darf! Denn du tust das ja auch! Äußerst deinen Unmut auch nicht mit schönen höflichen Worten, wenn du dich wieder einmal über die blöden Genderfrauen ärgerst, die partout “Heimat bist du großer Töchter!”, singen wollen und die nicht verstehen können, wenn sich Andreas Gabalier darüber ärgert! Über die “Hirnverbrannten Idioten!”, äußerst du dich ja auch nicht gerade vornehm, wenn die wieder einmal verlauten, daß sie eine “Pippi Langstumpf-Ausgabe” verbrennen wollen, weil da das böse Wort “Negerkönig” enthalten ist! Dann schüttelst du den Kopf und fluchst und schimpfst noch viel lauter als ich! Aber du hast recht! Ich bin schon still, denn das ist jetzt nicht das Thema und auch nicht das Problem! Das ist ein ganz anderes, liebe Mama, denn du hast ebenfalls recht, ich sehe fürchterlich aus und sollte schleunigst zum Friseur, weil ich da schon seit letzten Juli nicht mehr war und jetzt haben wir Februar! Du hast ganz recht, es wäre schon längst an der Zeit!”

“Warum tust du es dann nicht, liebes Urselchen?”, höre ich dich von deiner Wolke sieben oder fünfundvierzig fragen, wo du dich, wenn man den Mythen glauben kann, momentan befindest.

“Warum tust du das nicht? Ruf doch den Herrn Erich an, das ist ein Könner seines Faches und so teuer ist er auch nicht, daß du ihn dir nicht leisten kannst! Dann sparst du eben an anderer Stelle etwas ein, weil es wichtig ist, immer adrett auszusehen, um einen guten Eindruck zu machen! Habe ich dir das nicht beigebracht?”

“Hast du, Mama, keine Frage! Aber du hast, leider, leider, das letzte Jahr nicht erlebt! Der Brustkrebs hat dich dahingerafft, so daß du nicht weißt, daß das heuzutage nicht so einfach, sondern ganz und gar verboten ist!”, dachte Ursula und seufzte nochmals auf.

“Ha, ha, verboten, das stimmt ja nicht! Da hast du jetzt etwas verwechselt und bist dabei die Wirklichkeit zu verdrehen, weil sie dir nicht passt!”, würde wohl jetzt der Uli sagen oder nein, der nicht. Der war in diesem Punkt wohl ihrer Meinung und ließ sich wahrscheinlich gerade selber einen Bart wachsen, fuhr sich mit einer Haarschneidemaschine übers Haar oder setzte sich das berühmte Häferl auf, um rundherum darum zu schneiden, so wie man das angeblich beim Militär oder in der Kadettenausbildung früher mal so machte.

Ihrer Freundin Edeltraud könnte sie diesen Sager schon eher in den Mund legen und die war vor Weihnachten, als man das gerade noch zwei Wochen durfte, dort gewesen. Hatte sich waschen, schneiden, föhnen, Strähnchen legen und sich auch ein bißchen färben lassen, sowie ihr das Resultat dann stolz gezeigt und gerade vorhin hatte sie die Traude auch angerufen und ihr versichert, daß sie mit ihrem Starfigaro schon einen Termin für nächste Woche, wo die Friseure wieder öffnen durften, vereinbart hatte.

“Und das war gar nicht so einfach, einen Termin zu bekommen, Ursulchen! Da mußte ich meinen ganzen Charme verwenden, um den Figaro zu überzeugen und richtig bei der Apotheke muß ich auch anrufen, um mich für den vorgeschriebenen Schnelltest anzumelden! Ich rate dir das auch zu tun oder hast du vor in eine dieser Teststraßen zu gehen?”, hatte sie wissen wollen und hätte sie, wenn das Gespräch nicht per Telefon passiert wäre, sicher genauso schräg, wie die liebe Mama gemustert und “Du hast es auch schon nötig, dir einen Termin zu sichern, denn du siehst wirklich sehr zerzupft aus!”

Richtig, das tat sie wohl! Die Haare waren gewachsen und langten schon beinah bis zu ihren Schultern und weil sie sehr dünne Haare hatte, die sich ringelten und kringelten, sah das wirklich nicht schön aus, waren eigentlich noch nie so lang gewesen und die Stirnfransen total verschnitten. Denn da war sie seit letzten Juli selber zwei drei Mal mit der Schere drüber gefahren und weil sie keine Friseurin war, sah es auch entsprechend aus und die Kollegen würden, wenn sie wieder ins Büro kam, sicher ebenfalls “Hast du schon einen Friseurtermin? Du hast es wirklich nötig! Denn du siehst schon fürchterlich aus!”, mahnen.

Hatte sie nicht. Keinen beim Friseur und keinen in der Apotheke, um sich vorher Freitesten zu lassen, wie das jetzt hieß und was man mußte, um bei einem Figaro zugelassen zu werden. Eine FFP2-Maske hatte man auch anzulegen und, wie der Figaro dann rundherum ihre Haare schnitt war auch nicht so klar und sie eine Maskenverweigerin. Sie mußte, sollte aber zum Friseur, denn ihre Haare waren im letzten halben Jahr sehr gewachsen, so daß eine Rundherumerneuerung dringend nötig war und sie Edeltraud nicht wirklich etwas entgegnen konnte, als sie vorhin mahnte, sich doch einen Termin auszumachen.

“Du hast das, glaube ich, dringend nötig! Hast du schon gebucht?”

“Habe ich nicht!”, hatte sie kleinlaut geantwortet und nicht verhindern können, daß sie rot geworden war. Rot und verlegen und keine Antwort auf Edeltraudes Frage, ob sie vielleicht vor hatte, sich illegal bei einem Friseur ohne Test und Maske einzuschleichen und den und sich damit zu gefährden?

“Hast du das etwa vor, Urselchen und weißt du nicht, daß das dem seine Konzession kosten und auch du bis zu tausend Euro Strafe zahlen kannst, wenn man dich dabei erwischt? Sag, Ursula, ich merke es dir an, du hast das vor! Nenn mir den Namen dieses Figaros damit ich ihn, um die Allgemeinheit zu schützen, als gesetzeskonforme Bürgerin anzeigen und sein Handwerk legen kann!”

“Habe ich nicht!”, hatte sie wiederholt und Edeltraud weggedrückt. Dann nach ihrem Rucksack und der Jacke gegriffen und war losmarschiert. Denn sie hatte tatsächlich vor solches zu versuchen. Eine Adresse und einen Tip zugesteckt bekommen, wo man sich am Abend in einen Keller schleichen, an einer verschloßenen Türe klopfen, ein Codewort murmeln und dann nach einem genauen Klopfsignal, wenn man Glück hatte, in die heiligen Halle eingelassen wurde.

“Klopf, klopf!”, machten Ursulas Finger. Sie zitterte, ihre Haare waren naß vor Schweiß und die Türe öffnete sich, obwohl sie immer lauter klopfte, nicht und nicht.

“Nein, das war kein Klopfen, das war ein Schrillen, das war das Weckersignal!”, dachte Ursula verschlafen, öffnete die Augen und schüttelte den Kopf. Es war der Wecker und sie hatte einen schlechten Traum gehabt. Ein Alptraum war es, der sie angsterfüllt und schweißbedeckt aufwachen ließ. Nur ein dummer Traum und weiter nichts!

“Dumme Ursel!”, würde ihre Mutter schimpfen.

“Das hast du davon, daß du soviel liest! Das hast du von deinen dystopischen Romanen, von deinem “1984”, der “Schönen neuen Welt”, “Mathilde im Coronaland” und wie sie alle heißen! Laß das das doch! Davon wirst du nur verrückt!”

Ursula war aufgestanden und mit nackten Füßen ins Badezimmer getappt, um sich den Schweiß von der Stirn zu waschen.

“Stimmt, Mama! Das war wirklich nur ein Unsinn, was ich da träumte und Gott sei Dank weit entfernt von jeder Realität! Ich werde mich bessern und keine Horrorgeschichten vor dem Einschlafen mehr lesen! Aber Herrn Erich sollte ich wirklich anmelden, da hast du schon recht!”

Diskrete Zeugen

“Rowohlt” betziehungsweise “Wunderlich” hat die Kriminalromane der1893 geborenen Dorothy L. Sayers neu herausgegeben und so habe ich in Zeiten in denen der hundertste Geburtstag einer anderen berühmten Krimiautorin, nämlich Patricia Highsmith, gefeiert wurde, mich in den zweiten Band der Lord Peter Wimsey-Reihe eingelesen und dabei interessante Erfahrungen gemacht.

Ich mag, wie meine Leser wissen, ja gerne Krimis, obwohl ich wegen der Gewalt, die darin ja vorkommen muß, nicht so gerne welche schreibe oder mich um die Morde herumschummle. Von Dorothy Sayers habe ich noch nichts gelesen und das Erstaunliche an dem Buch ist wohl auch die diskrete Ironie mit der sich die Autorin über die damaligen Gesellschaft lustig macht.

Denn das Buch ist, wie ja schon der Reihentitel verrät, im Hochadel angesiedelt und für heutigen Krimileser wird der Stil auch erstaunlich einfach und unraffiniert erscheinen, was kein Wunder ist, sind inzwischen ja eine Unzahl Krimis entstanden. Hier erstaunt, daß die Spannung oft von Zeitungsberichten oder Dialogstellen, was heute wohl nicht mehr so gehen wird, ersetzt wird. Spannend ist es aber trotzdem, wenn es vielleicht auch als ein wenig langmatig empfunden werden kann und die Handlung ist eigentlich auch ganz banal, liest sich aber, füge ich wieder hinzu, durchaus spannend.

Was ist also geschehen? Da man das auch bei “Wikipedia” nachlesen kann, darf ich also spoilern. Es beginnt banal, in einem gemieteten Landhaus wird ein Toter aufgefunden und der herzog von Denver, der als ein wenig dümmlich aber durchaus korrekt, wie englischen Adeligen eben sind, wird von seiner Schwester dabei ertappt, wie er sich über den Toten beugt, der ist ihr Verlobter und wieder interessant, die Geschichte beginnt schon früher, nämlich im Hotel Meurice, in Paris, glaube ich, denn da ist der Bruder des Herzogs, eben jener Lord Peter, der Held der Krimireihe, der schon einen Fall aufgeklärt hat, auf der Rücksreise von Korsika, wo er einen dreimonatlichen Urlaub verbrachte, abgestiegen, duscht oder badet gerade, als ihm sein Diener, die Zeitung vorliest und auch erklärt, daß er schon das Flugzeug für die schnellereRückkehr gebucht hat.

Die Geschichte spielt in den Neunzehnhundertzwanzigerjahren. Der erste Weltkrieg ist vorbei und erstaunlich ist das amicale Verhältnis zwischen Herr und Diener, der manchmal etwas schneller als Lord Peter ist und einen Kriminalinspektor mit dem der Lord aufklärt, gibt es auch.

Aber zurück zum Fall, Peters Bruder ist verhaftet worden und weigert sich auszusagen. Das heißt, er sagt aus, er hätte einen Brief bekommen, wo der Verlobte als Falschspieler entlarvt wurde, worauf er ihn, weil die Engländer ja viel moralischer als die Franzosen sind, mit denen der Verlobte aufgewachsen ist und auch in Paris lebte, zur Rede stellt.

Die Schwester Lady Mary, die zuerst “Du hast ihn umgebracht!”, ausgerufen hat, wird oder stellt sich krank um nicht aussagen zu müssen. Der zurückgekommene Peter oder sein Diener entdecken einen Koffer und Blutspuren an ihren Kleidern und auch Spuren, die auf einen Motorradfahrer hinweisen. Lord Peter wankt dann durch das Moor zu einem Bauern, der ihn sehr brutal anfaßt. Seine Frau scheint ihn mit seinen Bruder zu verwechseln und bittet ihn zu verschwinden und wir bekommen heraus, daß Lady Mary gar nicht so dümmlich ist, wie sie scheint. Sie war im Krieg sogar Krankenschwester und hat mit einem Kommunisten im Sowjetclub verkehrt und mit diesen stellt sich heraus, wollte sie abdampfen und der Herzog war, was ich ein wenig unglaubhaft finde, bei einem Tete at tete bei der Frau des Bauern und will ihre Ehre nicht preisgeben und der Verlobte, der eigentlich eine andere Geliebte hatte, aber kein Geld mehr, um sie weiter auszuhalten hat sich schließlich doch selbst umgebracht, was in den schon erwähnten Dialogpassagen der Gerichtsverhandlung ein wenig ungewöhnlich, aber doch sehr spannend aufgeklärt wird und so kann ich das Buch trotz der manchmal etwas unrealistischen Passagen, was wohl die diskrete Gesellschaftskritik sein soll, sehr empfehlen oder wenn ich nicht so eine lange Leseliste hätte, auch die zehn weiteren Bände lesen.

Roma-Abend, Slamer-Session und Diogenes-Bloggertreffen

Literaturlivestreams sind zwar nur ein coronabedingter Veranstaltungsersatz, haben aber, wie ich manchmal, nicht immer ausprobiere, den Vorteil, daß man beliebig hin-und herspringen kann und heute war ohnehin ein besonderer Tag. Ich hatte keine Stunden, habe mehr oder minder an meinem dritten Corona-Buch, das inzwischen schon sehr überholt ist, herumkorrigiert und dazwischen sehr intensiv die Nationalratsitzung mit dem Mißtrauensantrag, die Herbergt Kickl bezüglich der verbotenen Demos und der Abschiebung der drei gut integrierten Mädchen, die vorige Woche die Gemüter erregte, einberufen hat, dann habe ich überlegt, ob ich trotz Lockdown mit zwei Meter Abstand es noch einmal mit der Donnerstag Demo versuchen und mir da vielleicht wieder gerettete Lebensmittel holen soll, dann hatte ich aber wieder ein intensives Literaturprogramm, bin daheimgeblieben und hin und hergeswitscht, da, weil es ja kein wirkliches Frankfurt gab und die Leipziger Buchmesse 2021 wurde ja auch schon abgesagt, hat “Diogenes” wieder zu einem Bloggertreffen eingeladen und dabei Benedikt Wells und seinen neuen Roman “Hard Land” vorgestellt.

So ein Bloggertreffen hat es ja schon im Herbst gegeben, aber ich habe ja mit meinen alten Browser mit den “Zoom-Konferenzen” Schwierigkeiten, weil keinen Ton, also nur ein Bildfernsehen. Vom letzten Treffen habe ich mir aber das Buch von Marco Balzano “IIch bleibe hier” mitgenommen, beziehungsweise bestellt und werde es demnächst lesen und Benedikt Wells “Hard Land”, das am vierundzwanzigsten Ferbruar erscheinen wird, liegt auch schon neben mir und im Literaturhaus gab es wieder einen Exil- oder einen Roma-Abend, wie Barbara Zwiefelhofer in ihrer Einleitung erklärte, nämlich zwei Neuerscheinungen von Mircea Lacatus und Samuel Mago, die weil Christa Stippinger verhindert war, von Jessica Beer moderiert wurde und den ersten Gedichtband des 1962 in rumänischen Gherla habe ich gelesen, damit hat er ja 2007 den Lyrik-Preis der “Edition Exil” gewonnen, der neue Band “Die geheime Geometrie der Seele” ist jedenfalls zweisprachig und wurden von seinen Töchtern aufs Deutsch übersetzt, eine der Töchter Ioana Spataru, hat den Vater, der sich in den USA befindet, auch vertreten und vorher gab es einen Buchtrailer nämlich ein Gedicht und Bilder die auf das Buch aufmerksam machte, in dem es offenbar um Mircea Lacatus Famiie geht. Der Vater mit seinen Pferden, die Zigeunerlager, die Begegnung mit der Mutter im Himmel tauchen in den zehn Gedichten, die Ioana Spataru gelesen hat, auf und dann folgte der Erzählband “Bernsteyn und Rose” des 1996 in Budapest geborenen Samuel Mago, der schon einige Exilpreise gewonnen hat und den ich auch einmal auf einer Demo hörte, der auch in einen Trailer vorgestellt wurde. Samuel Mago las die Geschichte, die von einem Goldhändler in der Wollzeile handelt. Er las sie nicht ganz, denn die Leute sollen sich die Bücher ja im stationären Buchhandel, der wenn alles gut geht, nächste woche wieder offen ist und nicht bei “Amazon” kaufen, ich verweise da wieder auf den Bücherschrank in der Stiftgasse, wo viele “Exil-Bücher” drinnen sind. Die Neuen wahrscheinlich nicht und da habe ich, weil derzeit ja keine Liveveranstaltungen, wo ich schnorren könnte, einen Nachholbedarf oder auch wieder nicht, denn ich habe ja ohnehin sehr viele Bücher auf meiner Leseliste und bin da die Veranstaltung sehr kurz war, dann wieder in die “Alte Schmiede” gewitscht, wo Markus Köhle Elias Hirschl, den ich ja vor kurzem bei der “Priessnitz-Preisverleihung” im Literaturhaus hörte und die junge Türkin Elif Duygu vorstellte, da bin ich ziemlich in den Schluß gekommen, wo Elif Duygu über Istanbul und Wien slamte und Elias Hirschl dann wieder seine “Amazon-Rezensionen, die er auch im Literaturhaus vorstellte, präsentierte, dann bin ich wieder ein bißchen in das “Diogenes Treffen” gewitscht, habe mir den Chat durchgelesen und als ich dann wieder in die “Alte Schmiede” kam, hatte ich plötzlich den Beginn der Veranstaltung, wo Markus Köhle, die Veranstaltung erklärte. Da stellt er immer zwei Slamer vor, gibt ihnen drei literarische Namen und sie slamen dann immer abwechselnd, so daß ich Elif Duygu noch einmal hörte, die einen Text vortrug, wo sie sich beklagte, daß man immer umsonst dichten soll, während man der Friseurin nachher ja auch kein Cola oder ein Lob gibt. Dann war es aus, das Video auf Privat gestellt und ich hatte trotz Corona-Lockdown einen sehr intensiven literarischen Abend, kann mich auf Benedikt Wells “Hard Land” freuen und vielleicht kommen auch einmal die beiden “Exil-Bände” zu mir, die versäumte letzte Preisverleihung soll jedenfalls, wie Barbara Zwiefelhofer sagte, im März im Literaturhaus nachgeholt werden.

Die Rezepte meines Vaters

Jetzt kommt das erste Buch des französischen Gastrokritikers Jacky Durand und es ist ein interessantes Debut, eine Vater-Sohn Geschichte in drei Teilengegliedert, die ob autobiografisch oder nicht, über den Autor ist im netz nicht sehr viel zu erfahren, einige Familiengeheimnisse eingebaut hat und aufdeckt, aber eigentlich sind die Stellen über das Kochen, die in das Buch eingebaut sind, die stärken des Romans. Die Stellen, wo Julien, der Erzähler über das <kochen schreibt, nicht der Rezeptteil am Schluß, die fand ich eigentlich banal. Es war auch nicht so ganz leicht in das Buch hineinzukommen und einiges an der Handlung, erschien mir auch nicht ganz logisch.

Da ist Julien, der Ich-Erzähler, dessen Vater zu Beginn des Buches im Sterben liegt, der Monsieur Henri genannt, ein Arbeiterkind, der auch im Algerien kämpfte, führte ein kleines, aber auch berühmtes Restaurant, in dem er von früh bis spät stand, dessen Finger weil öfter ins heiße Öl gegriffen, lauter Narben besteht.

Julien hat das Restaurant inzwischen übernommen und resumiert nun über sein Leben, in dem er mit dem Vater in der Du-Form kommuniziert. Über seine Kindheit, wo der Vater seine schöne Mutter, eine Französischlehrerin nicht in das Restaurant ließ, während der Sohn immer kochen und dem Vater helfen wollte.

Eines Tages ist die Mutter verschwunden, der Vater scheint verstört und das Kochbuch, wo die Mutter die Rezepte des Vaters aufschrieb, will er ins Feuer werfen, als der Sohn verkündet, daß er nicht studieren, sondern Koch werden will. Was er nicht darf, denn er soll ja aufsteigen, Ingenieur werden, mit dem Kopfberuf zu etwas bringen. Schließlich erfährt man, daß Helene gar nicht seine Mutter war, sondern die bei der Geburt verstorben ist und Julien wird in eine technische Schule gesteckt, die ihm gar nicht liegt, weil ihm da die Begabung feht.

Vvorher gab es noch zwei berührende Stellen, nämlich die, wo er in der Grundschule einen Aufsatz schreiben und vorlesen soll. Er liest das Kochrezept von Mousse au Chocolat aus dem Kochbuch vor und bekommt von der Lehrerin dafür einen Tadel, den er er vom Vater unterschreiben lassen soll und dann die, wo er die Ferien in einem Lager verbringt und dort für alle kocht.

Nach dem Abitur, für das er mit einem Freund der Familie lernt, zieht er in die Stadt, wo er erfahren hat, daß Helene dort inzwischen lebt, VictorHugo ist auch dort geboren und beginnt eigentlich überraschend Literaturwissenschaften zu studieren. Daneben verdingt er sich als Koch, nimmt schließlich, als bei Vater der Krebs diagnostiziert wird, doch Kontakt mit Helene auf, vorher hat er es nicht geschafft und ist immer wieder aus den den Telefonzellen geflüchtet, die ihm am Schluß auch das Kochbuch wiedergibt.

Ein interessantes Buch, wie schon geschrieben, mit einigen Unlogigkeiten und Widersprüchen und, wie ebenfalls beschrieben, schönen Stellen über das Kochen fand ich sehr berührend.

Wieder Wien-Reihe

Als Julia Danielczyk das Literaturreferat der Stadt Wien übernommen hat, hat sie die Literatur im Musa eingeführt, das heißt in dem dem Rathaus gegenüberliegenden Museum, das jetzt zu dem der Stadt Wien gehört, einmal monatlich die Preisträger und Stipendiaten der Stadt Wien vorzustellen, was ich sehr interessant und wichtig fand, die literarischen Stimme und deren Texte kennenzulernen, die von der Stadt Wien ausgezeichnet wurden und bin eigentlich fast immer dort gewesen, bin dort oder auch ein bißchen später nämlich bei einer Buch-Wien mit Julia Danielczyk persönlich in Kontakt gekommen, die mich darauf angesprochen hat, daß sie mich im Musa gesehen hat. Das Musa wurde dann zum Wien-Museum und die Literatur im Musa ist dann als Wien-Reihe in die “Alte Schmiede” übersiedelt, da war ich nicht mehrso oft, weil der Alfred einmal ins Kino wollte, etcetera und dann kam Corona und da wollte ich mich ja nicht mit Maske in die “Alte Schmiede” setzten und einmal kann ich mich erinnern habe ich nur kurz hineingeschnuppert, weil ich eine Stunde hatte oder vielleicht auch nicht darüber bloggen wollte.

Also ein bißchen den Kontakt zu den Stipendianten und dem Literaturgeschehen der Stadt Wien verloren, das ja oder die Musa-Abende sehr beeindruckend waren, nachher gabs im Musa Brot und Wein, ich bin entweder alleine neben dem Tisch der Ines Varga gestanden oder habe mich mit der Angela und dem Josef unterhalten, die ich dort kennengelernt habe, also durch den Lockdown oder auch schon ein bißchen früher den Kontakt zu der Wien-Reihe verloren, aber heute hat es geklappt und da stellte Julia Danielcyck den Stadt-Wien Stipendiaten Norbert Kröll und die Canetti-Stipendiatin Andrea Winkler vor.

Den 1981 in Villach geborenen Norbert Kröll habe ich, glaube ich, im Musa kennengelernt, weil er schon einmal Stipendiat war. Das ist es um seinen Roman “Sanfter Asphalt” vorgestellt, der mir sehr experimentell vorgekommen ist. In der “AS” und bei dieser Benefizlesung im Amerlinghaus habe ich Norbert Kröll dann noch einmal gehört und im Frühling während des Lockdown wurde dann sein Roman “Wer wir wären” im Rahmen der Corona-Lesungen vorgestellt. Jetzt hat er auch daraus gelesen und ich war sehr erstaunt, wie realistisch der junge Autor inzwischen geworden ist und sprachlich sehr genau und eindruckvoll bearbeitet füge ich hinzu “Ein Punkt, irgenwann kommt ein Punkt”, beispielsweise, zwei Stellen hat der Autor aus seinem Buch gelesen. Die Erste, wo der Erzähler Albert seine Frau Elisabeth verlässt, in der Zweiten geht es um einen Freund, der ihn gemalt hat, weil er ein “Einfaches Gesicht” hat und dann in eine Schizophrenie verschwindet und auf diese Art und Weise Albert verläßt.

Im Gespräch mit Julia Danielczyk ging es dann um Schuld und Verrat und Julia Danielczyk fragte ihn dann nach den autorbiografischen Anteilen. Denn der erste Roman kommt vor und der Norbert hat mit dem Albert die letzte Silbe gemein. Der Autor wich elegant aus und dann folgte Andrea Winkler mit der und ihrer Sprache ich mich auf diesen Blog ja schon sehr intensiv beschäftigt habe, aber jetzt, wie ich unlängst bemerkte, schon länger nicht mehr hörte.

Am Anfang meines Blogens habe ich ein Namensspiel mit Andrea Grill und Evelyn Grill, ihr, Andrea und Linda Stift, gemacht, denn ihren ersten Roman “Hanna und ich”, den ich, glaube ich, inzwischen schon gefunden habe, ich, glaube ich, einfach vor 2008 im Literaturhaus kennenlern, als sie noch eine ganz junge Autorin war.

2009 hat sie dann, glaube ich, beim “Bachmannpreis” gelesen und ist mit ihrem “Zug im kleinsten Bahnhof der Welt” nicht sehr gut weggekommen. Den “Priessnitz-Preis”, hat sie auch gewonnen und ich war bei einigen ihrer Lesungen, zum Beispiel in der “Alten Schmiede” und in der “Gesellschaft”, habe mich ein bißchen über ihrer Sprachräusche mokiert und nach der Handlung in ihren Texen gesucht, die sie ja, wie viele andere Sprachkunstautoren nicht so sehr interessiert, die “VierTöne” und den “Hofnarr und Volk” habe ich dann bei einem der Literaturhaus Flohmärlte gekauft und, ich gestehe, noch immer nicht gelesen und jetzt ist sie Elias Canetti-Stipendiatin und hat vier kurze Texte gelesen, die, wie sie erklärte im Zusammenhang mit Musik oder bildender Kunst aufgeführt werden hätte solche und ich betone wieder die präszise schöne Sprache, die Julia Danielczyk dann genau themastisierte und die Autorin danach befragte und meinte, daß die präzise Ausdrucksform ins Schweigen übergeht, weil man ja nicht alles aussprechen kann, wo Andrea Winkler dann betonte, daß sie nichts verschweigen wollte, man aber nicht alles bennen und ausdrücken könnte.

Am Schluß erwähnte Julia Danielczyk dann die nächste Wien-Reihe im April und im März wird es eine Sonderveranstaltung geben. Der Wein und das Brot haben natürlich gefehlt, aber man kann sich sein Glas natürlich selber eingießen und auch Online, beispielsweise auf diesen Blog darüber diskutieren und Julia Danielczyk merke ich an, hat vielleicht genauso ein Luxusproblem, wie ich, leben wir ja in Lockdown Zeiten, wo man derzeit nicht zum Friseur gehen darf, aber ab nächster Woche mit Test Ausweispflicht und FFP2- Maske wieder möglich sein wird.

Komplizierte Beziehungen

Drei Buchvorstellungen in der “Alte Schmiede” in der Reihe “Texte . Teilen”, moderiert von Mieze Medusa, die offenbar die “Textvorstellungen” ersetzt und in der sowohl Bücher als auch Literaturzeitschriften vorgestellt würden und Mieze Medusa freute sich in Zeiten, wie diesen, wo ja gerade die neue Lockdownlockerungen, also Geschäftsbesuche mit Maske, Friseur und Museumsbesuche mit Test aber noch keine Liveveranstaltungen bekannt gegeben wurden, Neuerscheinungen, die man sich dann im steuerzahlenden Buchhandel kaufen kann, vorstellen zu können und stellte dann unter dem Titel “Es ist kimpliziert” David Bröderbauer, Lena Johanna Hödl und Martin Peichl, beziehungsweise deren Bücher vor, die Bierdeckelpoesie oder wie man am Stammtisch Lyrik schreibt, habe ich schon gelesen und ich denke Beziehungsgeschichten wäre wohl auch ein passender Titel, aber Beziehungen sind wohl ohne Zweifel kompliziert und so sitzt der Protaganonist des 1981 in Zwettl geborene David Bröderbauer bei einem Urologen im Kammerl und soll dort sein Sperma abgeben, um seine Zeugungsfähigkeit festzustellen und resumiert dabei über sein Leben.

Das Buch heißt “Walttauchen” ist bei “Milena” erschienen, der ja einmal “Wiener Frauenverlag” hieß und keine Männer verlegte, das hat sich, wie vieles geändert und über David Broderbauer hat eine Zeitung geschrieben, daß noch nie ein Mann so über dieses Thema geschrieben hat. Das Buch war, glaube ich, im November auch Buch des Monats bei Ö1 und dann kam als Kontrast, die mir ebenfalls bisher unbekannte 1996 gebornene Lena Johanna Hödl, also eine sehr junge Frau, die auch Schauspielerin und schon einen Erzählband herausgegeben hat.

“Emotionaler Leerstand im privaten Eigentum” ist ihr erster Roman und Lena Johanna Hödl, die sich sehr darüber freute, endlich wiedermal auftreten zu können, fiel auch durch ihre großen Ohrinnge auf. Sie trug auch viele Ketten und das Buch ist wohl eine autobiografische Beschreibung der Beziehung zu ihren Männern beziehungsweise zu einem Adam.

Interessant, aber wahrscheinlich bin ich zu alt oder zu verklemmt, dazu, um mich in das Buch einzulassen oder es zu kaufen und Martin Peichl Biergeschichten habe ich, wie schon geschrieben, schon gelesen und ihn auch auf diesen Zieglergassenfest, das es im September ja noch gab, gehört. Er las daraus auch über toxische Beziehungen und über die männer ohne Eigenschaften und intersant war auch, der Chat, den man im Livestream mitverfolgen konnte, denn da postete Mlieze medusa sehr viel, die sich dann als ein Markus entpuppte, der dann immer seine Einschätzungen zu den Büchern und den Autoren gab. Mieze Medusa stellte dann auch das weitere programm der “AS” vor und da ist ja morgen die “Wien-Reihe” daran.

Online-Demos

Ich bin ja eine politisch sehr aktive Person, die eigentlich, solange sie sich erinnern kann, auf Demos gegangen ist und als Kind mit dem Vater und der Schwester auf die Maiaufmärsche, damit habe ich einmal aufgehört und auch nur ein einziges Mal die SPÖ, um Jörg Haider zu verhindern, mit Vorzugstimme Caspar von Einem. Der war damals Innenminister, nachher war er es nicht mehr, da habe ich mir geschworen, nie mehr und habe meisten die KPÖ gewähl, wo ich ja seit 1989 regelmäßig am Volksstimmefest gelesen habe, zwischendurch ein paar mal die Grünen. 2019 wieder, weil ich schwarz blau verhindern wollte, da habe ich mir schon gedacht, das werde ich einmal bereuen. Dann kam die türkis grüne Regierung, juche, aber nicht lang, denn dann kam Corona und da hat sich ja alles umgedreht.

Noch ein kleiner Rückblick. 2016 war Bundesprädidentenwahl. Alexander van der Bellen gegen Norbert Hofer mit zwei Wiederholungen und viel Streß “Was ist, wenn die dann doch gewinnen?” und der Herr Hofer hat vorher etwas suiffsant “Sie werden sich noch wundern, was alles möglich ist!”, gesagt.

Das habe ich damals nicht ernst genommen und mich getäuscht, denn im Mai 2019 kam das Ibiza-Video, dann die Expertenregierung, das hätte ich auch nicht für möglich gehalten und dann Corona und das gegen ein Virus Jagd gemacht wird, um es auszurotten, alle inzwischen mit FFP2-Masken herumrennen müßen, Schulen, Restaurants, Geschäfte geschloßen werden, man sich frei testen muß, um irgendwohin zu gehen und habe mich, als ich im Mai, als der erste Lockdown vorüber war, auf die ersten Demos gegangen bin, gewundert, daß ich da neben Martin Sellner stand und die FPÖ zur Unterschrift gegen “Stoppt den Corona-Wahnsinn” aufrief, während die Grünen stillhielten.

Ich habe, wer es wissen möchte, die FPÖ-Petiton nicht unterschrieben, nur ein paar Mal darüber nachgedacht, aber irgendwann vorher, als es noch schwarz blau II gab, hat mich die GAV und die IG-Autoren zur Unterschrift “Kickl muß weg!”aufgefordert. Darauf bekam ich eine Aufforderung doch der SPÖ beizutreten und auf Facebook hat irgendwo gestanden, “Jetzt haben wir die Adressen und wenn wir gewonnen haben, holen wir sie ab!” und ich dann nicht wollte, daß mir das wieder passiert.

Davon sind wir inzwischen weit entfernt, denn das Blatt hat sich gewendet und wenn du heute, was ich eigentlich für selbstverständlich halte, auf die Straße gehen willst, um gegen die Einschränkung der Freiheitsrechte zu demonstrieren, bin ich plötzlich ein “Covidiot” und weil auch ein Herr Küssel dort war, den ich gar nicht kenne, darf ich eigentlich nicht daran teilnehmen!

So tönte es in den Medien und leider auch von Robert Misik, den ich eigentlich sehr schätze, wie immer noch den Rudi Anschober, den ich für sehr sympathisch halte, mit den Covid-Maßnahmen bin ich aber nicht einverstanden, beziehungsweise halte ich sie zumindestens jetzt, wo die Zahlen schon wochenlang zwischen ein- und zweitausend liegen, für maßlos übertrieben und ich wundere mich, stört es die Grünen nicht, daß ihre Freiheit eingeschränkt wird, das sich die Sprache sehr verändert hat, die infantilisierungen und das man nicht und nicht, die Geschäfte aufsperren darf, weil es irgendwo eine Virusmutation gibt, die sich zwar in den Zahlen nicht auswirkt, aber angeblich viel viel gefährlicher ist, während die Kinderpsychatrien stöhnen, daß sie es sind, die jetzt die berühmte Triage machen müßen, die Arbeitlosenrate steigt und steigt und meine Haare wachsen und wachsen.

Aber das ist natürlich ein Luxusproblem und ich komme, obwohl ich nur ein einziges Mal für ein Foto einen Schal getragen habe, eigentlich ganz gut zurecht. Im Sommer habe ich mir drei Jeans gekauft, der Alfred geht ohnehin gerne einkaufen, zu Fuß bin ich immer gern gegangen und eine Mutter, die ich in einem Pflegeheim besuchen müßte, habe ich zum Glück nicht, auch kein Kind, das zur Schule muß, aber ich denke, man könnte mit diesen Virus anders umgehen und wenn wir nicht damit aufhören es so zu tun, kommen wir aus der Situation nie heraus, im schlimmsten Fall ist alles kaputt, das Virus aber immer da, weil wir ja schon seit Jahrtausenden mit Viren leben und das auch funktioniert hat.

Also bin ich ab Mai ganz selbstverständlich auf Demos gegangen, ginge natürlich lieber auf solche, die die Grünen organisieren würden, die tun das aber nicht und bisher hieß es auch, entweder Maske oder ein Meter Abstand und das war zu realisieren. Jetzt gilt seit einer Woche ein zwei Meter Abstand, der auf der Ringstraße wahrscheinlich nicht durchführbar ist und es hieß schon länger “Die tragen keine Maske, halten keine Sicherheitsregeln ein!”, müßen sie im Freien aber nicht oder vielleicht seit einer Woche schon. Da gibt es dann die Spaziergänge und da ist mein Vater, glaube ich, nach 1934 auch auf solche gegangen, ich war auf einigen Demonstrationen die mehr oder weniger konservativ und meistens eher klein waren. Vor zwei Wochen gab es dann eine große, die von den Medien sehr verteufelt wurde. Der Herr Küssel war da und der Herr Strache, aber sonst eigentlich sehr viele junge Leute und am nächsten Tag hieß es dann “Ab nächste Woche zwei Meter Abstand, FFP2-Maskenpflicht und ob der Lockdown ab achten Februar beendet wird wissen wir nicht, denn wir dürfen täglich nur 700 positiv Getestete haben!”

Haben wir nicht, aber jetzt werden ja an die hunderttausend täglich getestet und dividiert man das durch, kommen wahrscheinlich niedere Zahlen als im Mai heraus. Aber wir dürfen nicht aufsperren, weil das neue Virus und die Schule sind schon voll, weil die Eltern ja nicht ewig Homeschooling und Homeworking gleichzeitig machen können, die Geschäfte drohen aufzusperren und bekommen dann bis dreißigtausend Euro Strafe, die sie wahrscheinlich gar nicht zahlen können und Räumungsklagen, wenn sie die Miete nicht bezahlen können und die Haare wachsen und wachsen.

Ein Luxusproblem, wie schon geschrieben, aber als ich vor zwei Wochen hörte, zwei Meter Sicherheitsabstand dachte ich, dann kann ich nie mehr auf eine Demo gehen, denn eine Maske setze ich da sicher nicht auf, um dagegen zu demonstrieren.

Für diesen Sonntag waren wieder Demos angesagt, sogar eine große am Maria Theresia Platz, wo auch Herbert Kickl sprechen wollte. Dann hieß es pötzlich alles verboten, wegen der Sicherheit, denn die Demonstraten sind ja so aggressiv, alle Covidioten und Neonazis und gesundheitsgefährdend ist es auch, obwohl da nie ein Cluster aufgetreten ist.

“Macht ja nichts!”, sagte die FPÖ, dann melden wir eben eine Versammlung an, aber die wurde gestern auch verboten und heute zu Mittag trat Herbert Kickl mit seiner Pressesprecherin Lisa Gubik Online auf und hielt eine Online Demo ab und ich dachte “Hui, das mache ich jetzt auch, wenn ich ohne Maske nicht demonstrieren kann, dann werde ich eben Online meine Meinung äußern!”

Das “Literaturgeflüster” ist ja inzwischen ohnehin ein sehr umfangreiches Corona-Krisentagebuch und habe mir dann die Übertragung von dem Spaziergang oder der Prozession, die es auf der Ringstraße gegeben hat, angesehen.

“Warum bist du nicht hingegangen?”, werden jetzt meine Leser fragen. Bin ich nicht, sondern kurz darauf mit dem Alfred auf die Rudolfshöhe, weil wir dieses Wochenende wieder in Harland sind. Aber ohne Maske werde ich mich, wenn möglich wieder, wie bisher an den Rand stellen und habe gerade gehört, daß man ohne Maske auch im Freien spazieren gehen kann. Auf die Rudolfhöhe habe ich ich auch keine Maske gebraucht und finde besonders die Berichterstattung, wo man immer hört “Das sind lauter Covidioten und das muß man verbieten!”, eigentlich sehr arg, hat doch Innenminister Nehammer am ersten Mail, als man wieder hinausdurfte zu seinen Polizisten und Polizistinnen gesagt, daß das Demonstrationsrecht wichtig und ein unverrückbarar ist und da kann nur sagen “Hoffentlich bleibt es dabei!”

Also “Friede, Freiheit, keine Diktatur!” und vielleicht auch “Kanzler Kurz wir haben deine Maßnahmen satt!”, wie einige Transparente lauteten, die man vielleicht auch auf einer Online-Demo präsentieren könnte!

ich hasse männer

In Zeiten, wie diesen, wo man sehr aufpassen muß, daß die Null-Covid Befürchworter nicht die ganze Wirtschaft zusammenhauen, ein bißchen Feminismus oder ein provokantens Buch mit einem provokanten Titel “ich hasse männer” der französischen Aktivistin und Bloggerin Pauline Harmange. Ein ähnliches Buch, das vielleicht schon von diesen inspiriert war, habe ich ja schon im Vorjahr zum Beginn der Corona-Krise gelesen und es wahrscheinlich wichtig in Zeiten, wie diesen der Gewalt gegen Frauen auf den Feminismus ja ein wenig vergessen wird, die jungen Frauen sich vielleicht wieder an die vermeintlich starke Schulter anlehnen wollen und lieber ihren Doktor heiraten, als ihn selber machen wollen, an den Feminsmus zu erinnern.

Ich bin ja in den Siebzigerjahren fast wie von selber in den Feminismus hineingekommen, obwohl ich nicht wirklich in der AUF war, habe aber da die Ruth kennengelernt und die Hilde Schmölzer durch die schreibenden Frauen und ich bin ja auch eine Feministin und eine linke Frau und auch eine, die immer noch der Meinung ist, daß ein Mann kein Feminist sein kann, auch wenn er sehr freundlich ist und die Frauen unterstützt will. Aber die brauchen vielleicht nicht nur Unterstützung, was vielleicht schon wieder abhängigkeit bringen kann und die Französin Pauline Harmange ist auch dieser Meinung, obwohl ihr Ausdruck, wie vielleicht der, der Lydia Heider für mich zu stark ist, denn ich hasse nicht alle männer, sondern sette mich gegen Unterdückung ein und denke daß ich in meiner Sprache lieber höflich und vorsichtig bin.

Aber in vielen hat die Französin recht und thematisiert Punkte, die durchaus noch zu bearbeiten sind. Pauline Harmange ist auch mit einem netten Mann verheiratet, wie sie schreibt. Sie nennt ihn Typen und sie besteht auch darauf, ihre starke Sprache zu verteidigen und meint man muß nicht sagen “Ich bin zwar Feministin, meine das aber nicht so ernst!”, um sich dann augenzwinkernd zu entschzuldigen. Und ich denke wieder, man soll die Männer auf schlechtes Verhalten hinweisen. Dann brauche ich sie nicht zu hassen und natürlich wurde den Mädchen beigebracht nie zu widersprechen und ihre Wut nicht zu äußern, während man den Buben, und das sind, Achtung, meistens die Mütter, beibringt, zurückzuschlagen, wenn sie angegriffen werden.

Die Mädchen sollen, dürfen das aber nicht und da führt Pauline Harmange auch ein persönliches Beispiel an und die Wut in der Stimme braucht man wahrscheinlich auch, um sich durchzusetzen und gehört zu werden. Denn flüstert man seine Meinung heraus, wird man oft überhört und spannend auch, die Tatsache, Männer bewerben sich oft für etwas, was sie nicht wirklich können und denken “Schauen wir einmal!”, während die Frauen erst hingehen, wenn sie wirklich sicher sind, daß sie alles können und dann machen die Männer Karriere und die Frauen bleiben über und waschen die Socken.

In einige Kapitel ist das kleine lila Büchlein gegliedert. Am Ende gibt es einen ausführlichen Literaturteil, wo man vieles nachlesen und sich weiterbilden kann und spannend auch die These, daß eine starke Frau ruhig “mittelmäßig” wie ein Mann sein kann und sie lobt die Frauenbünde, das heißt die Strickgruppen, Mütterrunden, Tupperware-Parties, wo sich die Frauen zusammenschließen und ihre Schwesternschaft ausprobieren können.

Die Burschenschaften, die heute warhscheinlich zu recht verpönt sind, haben das ja auch so gemacht und dadurch ihre Kader geschmiedet und ihre Beziehungen aufgebaut , die sie für ihre Karriere und Buberlpartien brauchen.

Also lesen und sich von den provokanten Formulieren nicht abschrecken lassen. Dann braucht man die Männer nicht hassen. Soll das auch nicht tun. Kann ruhig in einer heterogenen Beziehung leben und braucht sich dafür nicht entschuldigen. Ich tue das auch und bin sehr damit zufrieden. Also laut seine Meinung äußern und seine Wut vielleicht etwas gedämpft und höflich äußern. Widersprechen, sich nichts gefallen und sich nicht unterdrücken lassen. Sich vielleicht auch in Selbstverteidigung üben, damit man sich eventuellen Vergewaltigern nicht hilflos ausliefern muß.

Feminismus ist wichtig und in Zeiten, wo der nächste Frauentag naht, dieses Buch sehr zu empfehlen. Man kann es auch zum Valentintag verschenken und ist auch denen zu empfehlen, die vielleicht nicht so viel gendern wollen.

Artur Lanz

Auf den neuen Roman, der 1941 geborenen Monika Maron, die mit ihrem Roman “Flugasche” berühmt und in der DDR verboten wurde” berühmt geworden ist, den ich, glaube ich, irgendwann gelesen habe, bin ich bei “Lit 21” aufmerksam geworden, weil S. Fischer, den Vertrag mit der Autorin auflöste, weil ihre Essays im “Antaios Verlag” veröfffentlicht wurden oder in der Buchhandlung der Susann Dagen vorgestellt wurde. Ihr voriger Roman “Munin oder Chaos im Kopf” wurde auch schon in dem Diskussionsformt von Susanne Dagen und Ellen Kositza vorgestellt und das hat meine Neugier geweckt. Leben wir ja in einer Zeit, wo sich das Rechts und links vermischen, die FPÖ statt der Grünen gegen die Freiheitsbeschchränkungen der Covid-Maßnahmen eintritt und man wenn man gegen die Corona-Maßnahmen demonstrierten will, sofort als Rechts und Aluhutträger diffamiert wird.

Aber das war wahrscheinlich erst später, ist der Roman doch schon im August 2020 erschienen und es ist ein interessantes Buch über das man viel nachdenken kann, obwohl eigentlich gar nicht so viel darin passiert, das aber in einer sehr anspruchsvollen Sprache geschrieben ist.

Die Heldin oder Erzählerin ist wahrscheinlich eine Alter Ego von Monika Maron, nämlich eine ehemalige Lektorin namens Charlotte Winter, die auch nebenbei Geschichten schreibt und deshalb wohl immer auf Materialsuche ist und da fällt ihr eines Tages auf einer Parkbak neben den Sandlern dort, ein gutgekleideter etwa fünzigjähriger Mann, der also ihr Sohn sein könnte, auf, der einen sehr depressiven Eindruck macht, wie ich das, was Monika Maron beschreibt, zusammenfassen will. Sie setzt sich zu ihm und er erzählt ihr, daß er Artur heißt, weil seine Mutter von der Artussage begeistert war, er aber mit seinem Leben unzufrieden ist, weil geschieden, einen Herzinfarkt hatte und den Hund, den er einmal gerettet hat, um seine Heldenhaftigkeit zu beweisen, hat ihn seine Frau auch noch weggenommen.

Monika Maron fängt ihr Lehrstück sehr langsam an, nennt ihren Helden zuerst Herr Lanz, später kommt es zum Artur und philosophische Betrachtungen über das Leben, die Veränderungen seit den Zeiten der DDR, gibt es auch. Sie besucht ihren Freund Adam und seine viel jüngere Freundin Eva, die eigentlich Gudrun heißt und Ayurveda-Kuren in Indien macht. Mit dem geht sie manchmal in eine Nobelpizzeria essen, trifft ihre Freundin Lady mit der sie in der DDR aufgewachsen ist, liest die Artus-Sage, fängt an sich mit dem Heldenbegriff zu beschäftigen.

Gibt es den überhaupt noch? Oder ist man gleich ein Nazi, wenn man das Wort erwähnt und was ist aus den Buben geworden, die von den 1968-Müttern Puppen statt Gewehre in die Hand gedrückt kommen?

Dazwischen taucht immer wieder Artur auf, geht mit ihr ein Glas Wein trinken und erzählt ihr dann von einem Kollegen. Der ist Physiker, der sich mit einer Grünen anlegte, um sie zu ärgern, postete er “Grünes Reich” und hat dann das Pech, das dieser Ausdruck auch von einem Rechten gewählt wird. Das führt zu einem großen Eklat und Artur, der nicht der Meinung seines Freundes ist, soll ihm verteidigen. Er ist aber kein Held, tut es am Schluß doch und geht mit ihm dann schifahren oder wandern und schließlich in die Schweiz ins Institut Cern und Fontanes Stechlin wird dazwischen auch noch gelesen.

Ein Roman über die gesellschaftlichen Entwicklungen Deutschlands mit denen man oder Monika Maron unzufrieden sein kann und ich, um ein bißchen zu provozieren und ich mich in der letzten Zeit auch mit den Romanfahrplan beschäftigt habe, die Frage stelle, ob und wie gut Monika Maron sich in ihrem Romanaufbau mit der “Heldenreise” beschäftigt hat und natürlich ist es wichtig mutig zu sein, Haltung zu zeigen, seine Meinung zu sagen oder sich vielleicht ganz einfach so zu verhalten, wie man es wahrscheinlich in der Schule oder von den Müttern lernte. Ein besonderer Held oder Heldin braucht man dann vielleicht gar nicht zu sein.