Die untalentierte Lügnerin

Buch fünf der deutschen Liste, das vierte österreichische Buch und wieder das von einer Frau, der 1952 in Lustenau in Vorarlberg geborenen Eva Schmidt, Jochen Jungs Quotenfrau könnte man so sagen, da der relativ kleine “Jung und Jung Verlag” mit seinem wahrscheinlich einflußreichen Verleger ja sehr oft auf der deutschen Liste steht und den Preis auch schon gewonnen hat.

Eva Schmidt ist auch schon sogar auf der Shortlist gestanden, diesmal hat das nicht geklappt, obwohl mir das leise feine Buch, wie ich es nennen würde, gut gefallen hat.

Eine Coming of age Geschichte könnte man es nennen und interessant ist, daß die, die es schon gelesen haben, das Buch oft verstörend genannt haben.

Das finde ich eigentlich nicht und auch mit dem Titel habe ich keine Schwierigkeiten, denn Maren, die Hauptfigur lügt ja eigentlich gar nicht so viel, nicht öfter als andere, würde ich sagen und sie ist auf dem Weg sich in ihrem Leben zuerecht zufinden, was ihr im Gegensatz zu den anderen Büchern, wo ja alles das Schlimmste vom Schlimmste sein muß, eigentlich auch gelingt.

Wenn mich etwas stört, daß ist es wieder die Mittel- oder sogar Oberschicht in der das Buch spielt. Das muß in der Literatur offenbar ebenfalls so sein und Maren ist auch keine Schauspielerin, wie die die Longlist besprechen, oft erwähnen.

Sie ist ein junges Mädchen, ihr Alter wird nicht genannt, sie dürfte aber Anfang zwanzig sein, das sich noch nicht gefunden hat.

Am Beginn des Buches kommt sie  in ihr Elternhaus zurück, vorher war sie auf einer Schauspielschule in München, in die sie ihre Mutter, eine Malerin gedrängt hat, weil sie nach der Matura noch nicht wußte, was sie mit ihrem Leben anfangen soll?

Dort ist sie nicht zurechtgekommen, hat sich zurückgezogen, nichts gegessen, so daß sie  ihre Eltern, das heißt wahrscheinlich, die Mutter und Robert der  Stiefvater,  zurückholen und ein halbes Jahr in eine Klinik steckten.

Von dort kommt sie als gesund zurück. Sie ist sich da nicht so sicher und weiß noch immer nicht, was sie von ihrem Leben will?

Robert holt sie vom Bahnhof ab, da passiert gleich ein Unfall, eine junge Frau, die offenbar auch nicht wußte, wie es weitergehen soll, ist vor dem Zug gersprungen. Solche Katastrophe kommen in dem Buch auch immer vor, das eigentlich rasant weitergeht.

Maren findet eine Stelle in einer Kunsthalle, der Stiefvater, der sich um alles kümmert und die Stieftochter, das ist in Zeiten, wie diesen wahrscheinlich zu erwähnen, nicht mißbraucht, läßt sie in einer seiner Wohnungen wohnen. Es ist eine Geschöftswohnung sagt er, sie bekommt aber heraus, daß er sich dort zurückzieht, wenn ihm das Leben und die Mutter zuviel wird. Die ist eine nicht so erfolgreiche Malerin, das heißt, sie verkauft keine Bilder, hat aber eine Galerie und verbringt dort ihre Tage.

Maren beginnt in dieser Tristesse, die abgesehen von der großen Villa, die wir schon von Mareike Fallwickl kennen,  es gibt auch Paralellen zu ihrem Buch, wahrscheinlich das ganz normale Leben ist, sich langsam zu orientieren.

Es gibt zwei Brüder, einen älteren und einen jüngeren, der ältere hat in Finnland ein Hotel und eine Frau. Der Jüngere interessiert sich für Vögel und studiert Biologie, ich glaube, in Salzburg, der Vater lebt in Wien und kümmert sich nicht viel um seine Tochter, was eigentlich nur Robert tut.

Es gibt ein paar Freunde mit denen sie Weihnachten verbringt, einen homosexuellen Schauspieler, der später auch bei einem Unfall stirbt, eine Freundin Lisa, die einen solchen erlebt und sich dann zurückzieht. Die Mutter verkauft ihre Galerie und hört zu malen auf, der ältere Bruder bekommt ein Kind, Robert verläßt die Familie und Maren fängt sowohl zu schreiben, als auch zu fotografieren an, was ja auch die Zoey bei Mareike Fallwickl tut.

Wenn man das so aufzählt, klingt es fast zu konstruiert. Es liest sich aber gut, ist fein, leise und tröstlich auch, daß Maren ihren Weg gehen wird.

Am Schluß fährt sie nach Wien, um eine Abtreibung vorzunehmen. Von wem das Kind ist, wurde mir nicht  klar, von Thomas den Fotografen, zu dem sie schließlich findet? Vielleicht noch von Max dem früheren Freund oder gar von Robert?

Das wird nicht erwähnt, sie sagt nur es wäre ihre letzte Lüge, bevor sie in die Klinik geht, um sich von dort die Tablette zu holen, die sie schließlich in die Toilette kippt.

Ein leises stilles Buch, über etwas, das schon erwähnt wurde, schon oft in allen seinen Formen und Varianten gelesen habe. Cornelius Hell, der es für den ORF  “gespoilert”  hat, hat es gut gefallen. Mir eigentlich auch.

Übers Romane schreiben

Der September, Oktober, wo die Schulen und die Universitäten wieder beginnen, ist auch bezüglich Schreiben und der Frage, ob und wo man dieses lernen kann, produktiv.

So gab es letztes Wochenende wieder im “Writersstudio”, die Gratisworkshops, wo ich diesmal, weil in Harland, nicht hingegangen bin, aber ich kann ja, obwohl es Leute gibt, die mir das nicht glauben, schreiben und auch ins “Werkl in Goethehof”, wo mich Sascha Wittmann, mit der ich ja bei der “Westendlesung” ins Gespräch gekommen bin, freundlich eingeladen hat, bin ich  zu der Veranstaltung über das “Für und wieder des literarischen Schreibens” mit Marlen Schachinger, Doris Fleischmann, Sascha Wittmann, Daniel Zipfl, Doris Nussbaumer und und nicht hingegangen, obwohl ich das eigentlich wollte, weil mich Diskussionen über das Schreiben, obwohl ich es, wie oben behauptet, zumindestens ein bißćhen kann, nicht hingegangen, denn in der “Gesellschaft für Literatur” gab es eine Konkurrenzveranstaltung haben dort doch Gustav Ernst und Karin Fleischanderl ihr neues bei “Haymon erschienenes Buch “Romane schreiben” vorgestellt, haben doch der 1944 in Wien geborene Gustav Ernst und seine zweite Frau, die 1960 in Steyr geborene Karin Fleischanderl 2005 die “Leondinger Akademie” gegründet, bei der Autoren, wie Bettina Balaka, Anna Weidenholzer, Luis Stabauer und und hervorgegangen sind, oder sie besuchten.

Die Zeischrift “Kolik” haben sie auch gegründet, vorher war Gustav Ernst, der Romancier und Dramatiker beim “Wespennest”.

Jetzt ist er auch Lehrer an der “Sprachkunst” und jetzt das Buch übers “Schreiben” und das hat ja Saison, weil das  immer mehr Leute tun oder lernen wollen, weil man heute schon so weit ist, daß man sich zugesteht, daß man das kann und muß und daher die Schreibseminare, wie ich immer schreibe, wie die berühmten Schwammerln aus dem Boden schießen.

Im Internet kann man auch Schreibinfos zu Hauf finden und wenn man sich da einmal gemeldet hat, bekommt man Einladungen zu Seminaren und Schreibschulen, wie beispielsweise von Annika Bühnemann,Jurenka Jurk, Julia K. Stein und kann da das Handwerk wie die berühmte “Heldenreise”, das “Zeitmanagement” etcetea lernen.

Schreibratgeber gibt es auch und wenn man sich ein bißchen fürs Schreiben interesssiert oder es versucht, kommt man nicht umhin sich damit zu beschäftigen.

So war die “Gesellschaft” auch gut gefüllt, Margit Heumann, die ich schon länger nicht gesehen habe, war da und wahrscheinlich auch ein paar Sprachkunststudenten aber auch ältere Hobby- oder Profischreiber und Gustav Ernst und Karin Fleischanderl plauderten sich, moderiert von  Ursula Ebel auch locker durch das Buch.

Erzählten, wie sie zu der “Akademie” und zu dem Buch gekommen sind, das auch wieder Anleitungen gibt, wie man einen Roman schreiben soll, damit er gelingt, gut oder spannend wird.

Das wort “Heldenreise” ist dabei nicht gefallen, auch nicht das Wort “Plot”, dafür aber die “Dramaturgie”. Dann kam es schon zur Frage, ob die “Figur” ein Eigenleben haben sollen oder sie der Autor streng und unerbittlich durch das Buch führt.

Da meinte ich, daß das wohl verschieden, mal so oder so passieren wird, manche Figuren machen sich selbstständig und führen zu veränderten Handlungsverläufen, andere halten sich an den “Plot” und da waren wir schon bei der Frage, ob man, das Wort habe ich genannt, nach der “Schneeflockenmethode” Szene für Szene planen und dann in drei Tagen das Buch hinunterschreiben soll. Dann wird es langweilig, dem stimme ich, die das ja auch nicht tut, zu und Karin Fleischanderl meinte, daß man es  den Romanen ansehen würde, daß sie konstruiert worden sind.

Spannend war für mich, daß Gustav Ernst meinte, daß man merkt, wenn etwas im Plot nicht passt, wenn es langweilig ist, dann muß man Spannung einbauen.

Das berühmte “Show not tell”, wurde am Beispiel genannt, daß man nicht schreiben soll “Sie ist sehr ehrgeizig!” sondern das in einer Szene zeigen und ein Herr im <publkum meinte, daß man nur in der Literatur darüber schreiben kann, während man in der bildenden Kunst und in der Musik, die Gefühle sowie so zeigen muß.

Am Schluß gings dann noch, um die Verlagsförderung und darum, daß man sich für die nächste Akademie noch anmelden kann. Da wird man, glaube ich, auch ausgewählt und Karin Fleischanderl meinte am Beginn, daß es Leute gibt, die das Schreiben nicht lernen können, während Gustav Ernst, da optimischer ist und ein Herr fragte, ob Adalbert Stifter heute wohl noch einen Verlag finden würde?

Was mich dann  die Fragen stellen ließ, wer das alles, was die Leute  in den Seminaren und Akademien schreiben wird?

Es gibt immer weniger Leser meinte ich, die ich ja derzeit am dreifachen Buchpreislesen bin, und da kann ich gleich anmerken, daß ich jetzt alle nominierten Bücher, sowohl in Print, als auch in E-Bookform habe und da sind ja einige Debuts dabei, die vielleicht auch in “Leonding” oder im “Instiut für Sprachkunst”, wo es ja auch einige Absolventen auf der Liste gibt, konzipiert wurden und ich beschäftigje mich außer dem Lesen ja auch mit dem Schreiben, beziehungsweise korrigiere ich  derzeit an meinem zweiten “Literaturgeflüsterbuch”, wo es um “Meine Bücher und um meine Schreibartikel” im Blog geht.

Das Buch habe ich übrigens vorhin angefragt, um mich auch damit zu beschäftigen und vielleicht mein “Fräulein No” danach konzipieren kann. Mal sehen, ob es zu mir kommt und die “Magdalena Kirchberg” kann ich denen, die es interessiert, flüstern, kann an die Druckerei gehen. Jedenfall habe ich das “Dummie” schon durchgesehen.

Der Buchhandel und die Kinder

“BuK”, der “Verein zur Vernetzung der Buch und Medienbranche”, dem ehemaligen “Pup`n Pub”, dem Stefanie Jaksch von “Kremayr &Scheriau”, Brigitte Kaserer von “Zsolnay/Deuticke”, Johannes Kößler von der “Seeseiten Buchhandlung”, Anita Luttenberger vom “Braumüller” und Michael Winroither ebenfalls von “Zsolnay/Deuticke” angehören, lädt viermal im Jahr zu Veranstaltungen zum Thema Buch in verschiedenen Pubs und Beiseln ein.

Bei einigen von ihnen bin ich gewesen und diesmal wurde im Spektakel in der Hamburgerstraße zum Thema Leseförderung unter dem Titel “Da sind Kinder in meiner Buchhandlung” diskutiert und dazu am Podium Friedrich Hinterschweiger von der steirischen WKO, Albert Hoffmann, dem Entwickler von einigen Online Portalen, Heidi <lexe von der “STUBE-Wien” und Franziska Schweizer von der  Pippilotta-Kinderbuchhandlung eingeladen, was, wie sich alsbald herausstellen sollte, ein sehr widersprüchiges Thema ist, obwohl ich es gar nicht dafür gehalten haben und es mich  eigentlich nicht so  interessiert, weil ich ja keine Kinderbuchleserin mehr bin, aber dann doch natürlich einen pädagogischen Ansatz habe und da ich  schon  lange bei keiner “BuK-Veranstaltung” mehr war, bin ich hingegangen, denn das in Zeiten des E Books, der Digitalisierung und dieser Studie, die in Vorjahr zeigte, daß dem Buchhandel die Käufer abhanden gekommen sind, die Buchhandler alarmiert sind,  ist ganz klar und irgendwie ist auch der Titel irritierend,  hätte ich doch gedacht, daß sich der kleine beruatungsaffine Buchhändler, der ja immer propagiert wird, sich über seine Leser von morgen freut und dann müssen ja die Kinder lesen, werden in der Schule mit Büchern konfrontiert, werden zur “Buch-Wien” geschleift, es gibt Vorlesetage, Vorlesepaten,die in die Schule kommen, Gratisbücher, die zu Ferienbeginn verteilt werden und dann lesen sie trotzdem immer weniger, weil es ja Computerspiele, Tablets, Serien und vieles andere gibt und dann auch noch zwanzig Prozent von ihnen als schlechte Leser aus den Schulen kommen.

Ein widerspüchiges Problem, was auch, wie schon erwähnt,  sehr widersprüchig diskutier wurde und auch nicht immer ganz klar herüber kam, was  der Buchhandel von den Kindern will?

Die Eltern sollen ihnen vorlesen, ganz klar, denn wenn die Eltern selbsgt nicht lesen, werden es dieKinder auch nicht tun, aber dann gab es in Deutschland, was offenbar an mir vorbei gegangen ist, vor kurzem eine Aktion, wo “Amazon”, “Hugendubel” und “Thalia”, eine Million Märchenbücher verschenkte, was, als sinnlos bezeichnen wurde, wenn nicht noch andere Leseförderaktionen damit verknüpft sind.

Na gut, da ist der “Böse Amazon” beteiligt, den die kleinen Buchhändler nicht so wollen,  aber die Stadt Wien tut das zu Ferienbeginn auch, hat ihre “Eine Stadt- ein Buch-Aktion”, die die Buchhändler auch kritisch betrachten, derHauptverband verschenkt aber selber am “Tag des Buches” ein Gratisbuch und meine Meinung ist ja immer das Bücher zu teuer sind, eine Meinung, die die Buchhändler sicherlich nicht teilen werden.

So ging die Diskussion sehr vielschichtig durcheinander.

Albert Hoffmann erzählte von seinem Enkel, der in Amerika zwischen zwei Computereltern zum Leser wurde und ein Vater im Publium erzählte, daß seine drei Kinder ein sehr unterschiedliches Leseverhalten hätten.  Diskutiert wurde noch, daß die Leute ihre Bücher, weil sie keinen Platz mehr für sie hätten, in die Bibliotheken brächten, die sie dann auch nicht wollen, was eigentlich wieder für das E Book spricht, könnte man da motzen.

Im Publikum befanden sich auch einige Autorinnen, die viele Ideen für die Leseförderung hatten.

Der Vorlesetag wurde propagiert und ich denke, tolerant, wie ich bin, die Vielseitigkeit ist alles und spannend ist ja auch, was ich ja schon seit elf Jahren so eifrig betreibe, daß man  das Printbuchlesen, dann  in Blogs oder Vlogs im Internet ausbreiten kann, so wünschte sich Albert Hoffmann auch in seinen Portalen Videos von lesenden Kindern, die über Bücher diskutieren.

Spannend, spannend für eine, die in Zeiten, wo es keine Tabletts und E Books gab, vielleicht auch nicht in der bildungsbürgerlichsten Umgebung aufgewachsen ist, aber jedes Jahr von den “Kinderfreunden” ein Buch meist von Friedrich Feld, Vera Ferra-Mikura, etcetera unter dem Christbaum gelegt bekommen hat, dann in der Hauptschule von der Schulbibliothek begeistert war und mit diesen Büchern, die meisten Nachmittage verbrachte.

Die städtische Bücher habe ich dann weniger konsultiert, mit ihnen auch nicht die besten Erfahrungen gemacht, sondern die Bücher haben und besitzen wollen, als Studentin viel gekauft, jetzt eine leidenschaftliche Benützerin der “Bücherschränke” und Vielleserin ohne zwanzig Euro pro Buch auszugeben und meine Tochter  hat von mir sehr viel, was bei der Diskussion eigentlich allgemein bejaht wurde, vorgelesen bekommen.

Ich denke, sie gibt es an die kleine Lia weiter und da habe ich und das wird den Buchhandel wahrscheinlich auch nicht freuen, am Sonntag im “Wortschatz” einen großen Fund von verschieden Weihnachts- und Osterbilderbüchern gemacht, aus denen die Anna ihr wahrscheinlich demnächst vorlesen wird.

Für die “Buch-Wien”, die ich ja diesmal nur ganz kurz besuchen werde, hat sich die Vielleserin, die gerade beim achten dBp und beim ersten österreichischen Debut ist, inzwischen auch schon akkredidiert.

 

Lavant lesen III

Im Mai war ich bei der Vernissage der Christine Lavant-Ausstellung im Literaturhaus, da gab es dann im Begleitprogramm eine Christine Lavant-Lesereihe, wo, glaube ich, immer ein Literaturwissenschaftler und eine Autorin, ein Autor ihre Texte lasen.

Die erste zwei vor dem Sommer stattfindenden Veranstaltungen habe ich versäumt, zu der dritten bin ich gerade noch zurechtgekommen, weil Morgen der letzte Ausstellungstag ist und heute haben die Schweizer Autorin Stefanie Sourlier 1979 in Basel geboren und der in Zürich gelehrt habende Literaturwissenschaftler Karin Wagner zwei Gedichte gelesen und eine Zusammenfassung aus den “Aufzeichnungen aus dem Irrenhaus” vorgestellt, was gut passte, da ich mich ja momentan sehr für die Schweizer Literatur interessiere und gerade bei Buch acht meines deutschen Buchpreis- und ersten österreichischen Debutpreisnominierung bei den modernen Aufzeichnungen angekommen bin.

Karl Wagner und Stefanie Sourlier versuchten das lyrische Element der Aufzeichnuingen aufzuzeigen und zitierten auch einige Bezugstexte, wie die der Bachmann, des Thomas Bernhards, die “Aufzeichnungen aus einem Totenhaus” von Dostojewski und und und…

Christine Lavant war 1936 nach einem Selbstmordversuch einige Monate in der Landesnervenheilanstalt wahrscheinlich in Klagenfurt, hat sich dort in einen Primarius verliebt oder zumindest in ihren “Aufzeichnungen” traumhaft darüber geschrieben. Das Buch ist posthum erschienen und ich habe es einmal bei  Anna Jeller für die Anna gekauft, aber nicht selbst gelesen.

Jetzt waren Richard Miklin, der Literaturwissenschaftler mit dessen Tochter Lisa, die Anna in die Hofmühlgasse gegangen ist, im Publikum, Daniela Strigl, die ja Angela Lehners “Vater unser”, das inzwischen auch den “Franz Tumler Literaturpreis” bekommen hat, wahrscheinlich für den dBp vorgeschlagen hat, im Publikum Ottwald John und noch einige andere und Lavant lesen, sowie sich mit ihrer Literatur zu beschftigen ist sicher interessant. Ich habe auch einmal einen ihrer Gedichtbände in einen der Schränke gefunden.

Erwin Riess Donaupiraten

Erwin Riess

Erwin Riess

Den 1957 geborenen Erwin Riess kenne ich, glaube ich, von den Volksstimmefesten. 2000 hat er, glaube ich, mich zu erinnern bei den Wiederstandslesungen die lange Zeit im Volksstheater nach den Vorstellungen stattfanden, gelesen und im “Augustin” erschienen seine “Groll-Kolumen”, die Berichte von dem Rollstuhlfahrer Groll und seine Erlebnisse mit dem Dozenten.

Da gibt es, glaube ich, inzwischen schon acht bei “Otto Müller” erschienen Bücher, von denen ich meistens Ausschnitte am Volksstimmefest hörte, bei einigen war ich auch in der “AS”.

“Herr Groll und das Ende der Wachau”, das mir der Alfred einmal dort kaufte, liegt noch immer ungelesen in meinen Regalen. Jetzt liegen auch die “Donaupiraten” dort, die Erwin Riess auch kurz beim Volkstimmefest vorstellte.

Da muß ich mich mit dem Lesen beeilen, wenn die Leseliste nur nicht so lang wäre, aber Erwin riess hat sein neues buch auch sehr ausführlich heute in der “AS” vorgestellt und fast bis ans Ende verraten, wie Daniel Terkl, der neue Leiter vor der Diskussion anmerkte.

Erwin Riess, Christine Steger

Erwin Riess, Christine Steger

Christine  Stieger von unabhängigen Monitorauschuß für Behindertenrechte, saß auch am Podium und  erzählte, das ihre Aufgaben wäre, die Republik zu überwachen, ob sie auch genug für ihre Behinderten tut.

Tut sie wahrscheinich nicht und Erwin Riess neues Buch handelt auch genau davon. Es ist in zwei Teilen gespaltet. Da gibt es die Eintragen aus “Cornels Logbuch”, das ist ein Epileptiker, der aus einem rumänischen Heim floh, weil er in ein Paradies in Lybien wollte, von dem er in einem Jules Vernes Buch gelesen hat.

So tut er sich mit anderen Heimkindern, zwei gehörlosen Mädchen und einem Autisten, sowie einen Hund, der den Namen “Mensch” trägt zusammen. Sie besetzen ein Schiff und wollen damit die Donau entlang und Herr Groll, weil selbst behindert, wird aus New Yoork, wo er inzwischen lebt eingeflogen, um darüber zu berichten.

Nachher gab es eine lange Diskussion über den Mißbrauch und die Diskriminierungen, die  Behinderte noch immer erfahren. Eine kleine Störung, durch den betrunkenen Künstler, der wahrscheinlich in schöner Hermann Schürer Nachfolge immer wieder bei den Veranstaltungen auftaucht, gab es auch, was ja eigentlich gut zum Thema passt und was die mentalen Behinderungen, beziehungsweise die Menschen mit Lernschwierigkeiten betrifft, kann ich vermelden, daß ich die neuen “Ohrenschmaus-Einreichungen” schon durchgesehen habe und die Jurysitzung diesmal am Küniglberg am vierzehnten Oktober sein wird.

In den kommenden Nächten

Jetzt kommt eine kleine Pause beim Buchpreislesen, denn Irmgard Fuchs Debutroman “In den kommenden Nchten”, steht weder auf der deutschen noch der österreichischen Liste, er passt aber thematisch ganz gut zu der Frauenschiene der österreichischen Gegenwartsliteratur, die ich in der letzten Zeit gelesen habe und da die Autorin, von der ich schon einen Erzählband gelesen habe und die ich, glaube ich, seit der ersten Studentenlesung des” Instituts für Sprachkunst” im Literaturhaus kenne, 1984 geboren wurde, also Mitte Dreißig ist, geht es hier nicht, um eine Midlifekrise sondern in sehr märchenhafter poetischer Weise geschildert, wahrscheinlich, um eine Sinnkrise oder ein Burnout.

Auf jeden Fall wirkt das Buch schon rein optisch sehr ästhetisch. Das ist Erstens den meistens sehr schönen Covers der “Kremayr& Scheriau- Literaturschiene” geschildert und dann sieht man, wenn man das Buch aufschlägt schon für einen Roman vielleicht sehr ungewöhnlich, lauter sehr kurze Kapitel, die oft mit Gedichten und Dialogen zwischengeschaltet sind und die Kapitel tragen Überschriften, wie “Sonntag vor nicht ganz dreißig Jahren” oder “Mittwoch”, etcetera und gleiten so durch das Leben von Doro Grimm, Anfang Dreißig, die eigentlich ein schönes Leben hätte, einen Beruf, einen Freund, eine Wohnung, etcetera.

Trotzdem haut sie von einem Tag auf den anderen alles hin, das heißt sie macht, sie ist technische Zeichnerin, das Projekt ihres Chefs, ein Männerwohnheim, der es ihr überlassen hat, weil er sich bezeichneter Weise, in einem Burnout befindet, fertig, dann packt sie ihre Reisetaschen und formuliert Briefe an ihren Freund Elmar, die sie aber nicht fertig bringt, weil er zwischendurch von einer Migräne geplagt, erscheint und nach einer Tablette verlangt.

So will sie ohne Abschied mit den Taschen die Wohnung verlassen, was auch nicht klappt und, als sie sagen will, sie hätte von einer Frau, die auf Weltreise geht, eine Wohnung gemietet, glaubt er, sie würde auf Weltreise gehen und wird noch wütender.

Sie bleibt bei der Geschichte, zieht in die wohnung, wo die Vormieterin alles, sogar die schmutzigen Unterhosen und die Nudeln am Herd zurückgelassen  hat, was ein wenig  ungewöhnlich wird und formuliert  SMSs an elmar, die sie aber nicht absendet.

Sonst beobachtet sie ein Paar, das ihr gegenüber wohnt. Sie nennt sie Maro und Kuki und führt mit ihnen imaginierte Gespräche. Andere Kapitel gehen in ihre Kindheit zurück, sie ist bei ihrer sehr jungen Mutter und ihren Großeltern aufgewachsen. Die Märchen, die ihr die Mutter vorgelesen hat kommen vor und auch Vögel.

So gibt es in der gemieteten Wohnung eine Vogeltapete und sie kauft auch für die Vögel, die an ihr Fenster fliegen Hirse.

Sonst ist sie ziemlich ratos und weiß nicht, was sie sich zum Essen kaufen soll, hat das Elmar doch für sie bisher besorgt und von einer Hitzewelle wird die Stadt auch getroffen.

Im  vierten Teil ist dann hauptsächlich davon die Rede, Menschen sterben,  Regen wird im Radio angekündigt, kommt aber nie, der Strom fällt aus, etcetera, es macht auch den Eindruck als wäre Maro in der gegenüberliegenden Wohnung schon verstorben. Dann regt er sich wieder und es kommen Leute, um die Wohnung zu besichtigen. Sie geht auch hinüber und sieht dann in ihrer Wohnung einen Mann, der sich als Elmar entpuppt. Er, der sich bisher nicht bei ihr gemeldet hat, kommt doch zu ihr und macht sich, um sie Sorgen.

“Komm, wir fahren nach Hause, sagt Elmar zu dir und fasst dich an der Hand. doch da begreifst du: Du willst nicht. Du kannst nicht. Es hat ja noch nicht einmal angefangen.”

Dann kommt der letzte und fünfte Teil, der nur aus einem einzigen Satz, nämlich”Ich bin Doro Grimm” und die Leserin bleibt etwas ratlos zurück und muß sich das Weitere denken. Die poetische Sprache aber bleibt im Kopf und auch die schönen Zeichnungen im Pflanzendesign, die die Teile voneinander abgrenzen.

Die Psychologin würde sagen, sie hat das Protokoll eines Burnouts gelesen, was Iris Grimm, der Zusammenhang mit dem Märchenbuch scheint gewollt, eigentlich will und, wie ihr Leben in dem Chaos einer in der Hitze zerfließenden Stadt, wo ihr Geld und die gemietete Wohnung gerade für sechs Monate reicht, ist auch nicht ganz klar.

Der Buchrückentext “Was, wenn der Alltag nicht mehr zu ertragen ist? Ein Roman über einen Ausbruch: Märchenhaft und von beklemmender Schönheit”, hilft auch nicht wirklich weiter.

Ebenso ist mir der Titel nicht ganz klar, obwohl die Nächte in den Kapitelüberschriften immer wieder vorkommen und auch der vierte Teil, der von der Hitzewelle, so heißt.

Flammenwand

Weiter geht es mit Buch vier der deutschen und dem ersten Buch der heurigen österreichischen Buchpreisliste, Marlene Streeruwitz “Flammenwand” und ich schreibe gleich dazu, es ist auch das vierte Buch, das ich in der letzten Zeit gelesen habe, daß sich mit der Rolle der Frau in der Gesellschaft von heute beschäftigt und das von allen ihren Seiten, der aus der Sicht der Frauenliteratur, aus der Sicht der Gewalt und der Me too Bewegung und der des Feminismus beschäftigt.

Das fünfte wird dann Karin Köhlers “Miroloi” sein, aber Eva Schmidt und Irmi Fuchs kommen noch davor und das sind ja auch Frauen.

Ich kenne Marlene Streeruwitz und ihr Schreiben, das habe ich schon geschrieben, sehr lange war auch schon bei einer Veranstaltung über “Flammenwand”, habe sehr viele Bücher von ihr gelesen, finde sie auch manchmal etwas nervig und übertrieben, bewundere sie aber dafür daß sie die ist, die die aktuelle Situation, nach mir, könnte man vielleicht sagen, so stark einbezieht, hat sie ja einige Wahlkampfromane geschrieben, in denen sie  das beleuchtet und in dem Buch geht es auch darum oder auch nicht oder nicht nur, denn eigentlich geht es um Dantes  “La divinia Commedia” oder, um das, was die moderne Frau, selbstständig und halbwegs gebildet, damit zu tun hat?

Es geht um Adele, Adel, hat der Lektor in der “Alte Schmiede”, es französisch ausgesprochen, wurde dabei von Marlene Streeruwitz lakonisch lächelnd korrigiert, das kann man sich im Internet ansehen und ich denke, das ist auch typisch für dien hehren Literaturbegriff und den der Hochkultur, alles muß überhöht und übertrieben sein.

Da darf eine, die aus Wien kommt, nicht Adele heißen. Aber Marlene Streeruwitz überreibt ja selbst sehr viel und hat das Buch offenbar von März 2018 bis Oktober dieses Jahr geschrieben und hat das und das finde ich, die ich mich in meinem Schreiben ja auch immer mit den Schreibprozessen beschäftige, besonders interessant, wenn es auch sehr verwirrend ist und vielleicht manche, die nicht so geduldig sind, zum Abbruch des Buches bewegen.

Denn das spielt in vier Stunden an einem kalten Märztag in Stockholm, trotzdem sind die einzelnen Kapitel mit Orten, wie meistens Wien, bis Feldkirch und Liechtenstein, Marlene Streeruwitz ist da mit dem Zug von dort oder dahin gefahren, mit Datum von März bis Oktober 2018, also die Tage, an denen sie die Kapitel geschrieben hat.

Ich finde das sehr interessant, den Durchschnittsleser mag das vielleicht nerven und am Schluß sind noch, was ich noch interessanter finde, die politischen Ereignise in Örsterfreich bezüglich der schwarz-blauen Regierung, die es momentan ja nicht mehr gibt, aufgezählt.

Das fasziniert mich an dem Buch, das andere finde ich zum Teil auch übertrieben und eh schon bekannt, aber wieder schön der Reihe nach.

Da ist also Adele, eine Frau um die fünfzig, die hatten wir ja schon bei Ildiko von Kürthy.

Sie ist gut gebildet, Deutschlerherin in Kursen für Deutsch als Fremdsprache, das gibt es auch bei mir auch, aber derzeit in Karenz. Sie hat ein Sabbatical und ist in diesem ihren älteren Freund Gustav, ein Finanzprüfer aus Berlin, nach Stockholm gefolgt.

Dort hat ihr der eine kleine Wohnung gemietet, die Kaffeekapseln sind an diesem Morgen ausgegangen. So stapft sie in ihrer Daunenjacke, in Stockholm ist es ja sehr kalt, los, um sich welche zu besorgen und sieht in einem Cafe Gustav sitzen, der tippt was in sein Handy.

“Aha er ruft mich an!”, denkt sie, er tut das aber nicht.

Das eröffnet nun die Flammenwand für Dantens Inferno und Adele geht, statt in das Cafe, durch ihre Odysee  ihres Frauenlebens, das bürgerlichen Frauen, um die Fünfzig oder Ende Sechzig, wie Marlene Streeruwitz das ja ist, bekannt erscheinen wird.

Der Vater, ein Schuldirektor hat im Krieg einen Arm verloren, dafür prügelte er den Bruder, mißbrauchte die Tochter, war sonst aber sehr tolerant und hat in den Geschichtsunterricht sogar die Beschäftigung mit dem Holocaust eingeführt.

Während Adele an all das denkt, rennt sie durch die Straßen Stockholms, sieht drei Romafrauen, kauft sich einen bunten Rock und ein buntes Tuch, zieht das über oder unter ihre Daunenjacke und wird fortan für eine Romafrau gehalten. Aber vorher oder nachher ist noch was geschehen. Sie versucht Gustav anzurufen, verwählt sich aber, bekommt dann einen Anruf von einer Frau, die ihr mitteilt, daß Gustav sie mit ihr betrügt und impotent ist oder soll der Vaterersatz auch sein.

Also die ganz gewöhnliche oder ungewöhnliche Gewalt an Frauen, die sie in die ewige Opferrolle bringen und das passiert Adele nun auch. Geht sie doch in eine Kirche und wird dort von der Polizei kontrolliert. Sie geht in ein Cafe, um was zu essen zu bestellen und wird von einem schwarzen Kellner hinausgeworfen. Sie geht in einen supermarkt, um Knäggebrot zu kaufen, wird von der Angestellten in ein Lager gesperrt und dann noch geteasert, bevor dich sich  nach ihrem Handy tasten kann, um endlich den Notruf zu betätigen.

Vorher passiert noch ein bißchen was Surreales, was fast an die gewöhnliche Psychose denken läßt, denn der Rock verwandelt sich in ein Hermelin und ein unbekannter Mann taucht auf und über vieles wird auch noch phantasiert, während die betrogene und mißbrauchte Adele durch Stockholm läuft und Marlene Streeruwitz sich durch das politische Leben Österreichs von März bis Oktober des letztes Jahres geschrieben hat.

Das Buch ist im Mai dieses Jahres, ein paar Tage  nach dem Aufkommen des Ibiza-Videosj und der Abwahl der Regierung, erschienen, was wieder alles verändert und die Rezeption des Buches ein bißchen verschoben hat.

Da ich das Buch vor Bekanntgabe der deutschen Shortlist gelesen habe, weiß ich noch nicht, ob sie darauf gekommen ist, würde es aber vermuten, da Marlene Streruwitz das ja schon mit der “Schmerzmacherin”  passiert ist. ” Nachkommen” das das thematisiert, sind dagegen “nur” auf der Longlist gestanden.

Der verschwundene Bücherschrank

Nach einem Arbeitstag, ein paar Stunden, ein bißchen Korrigieren am neuesten Projekt und ein bißchen Wahlkampfvideoschauen, denn das macht Spaß, informiert und weckt vielleicht auch die Schadenfreude, hat sie sich aufgemacht, um nach der Sommerpause das erste Mal wieder ins Literaturhaus zu gehen.

Zwar wartet auf die selbsternannte dreifache Buchpreisbloggerin drei solche Listen, die deutsche, österreichische und schweizerische mit entsprechend vielen aufzulesenden Büchern auf sie, was ohnehin ein bißchen schlechtes Gewissen macht, denn beim deutschen Buchpreis ist sie erst bei Buch sechs, beim österreichischen bei Buch zwei, wobei es sich um dieselben Bücher, nämlich, die der Marlen Streeruwitz und Raphaela Edelbauer handeln und bei dem schweizer hat sie zwar schon drei Bücher im Bad, beziehungweise E-Book Folder liegen, aber mit dem Lesen noch gar nichgt angefangen.

Aber trotzdem es gibt es Buchgeschehen, abseits der Buchpreislisten, natürlich ganz klar und im Literaturhaus wird auch ein solches vorgestellt, was sonst höchstwahrscheinlich an ihr vorbeigegangen wäre, sich also nach der letzten Stunde, beziehungsweise der letzten korrigierten Seite aufgemacht, um ins Literaturhaus zu gehen.

Da kommt sie am Margararetenplatz natürlich am “Wortschatz” vorbei und kann trotz ihrer Bücherberge und Bücherstapel dort natürlich nicht vorüber gehen, denn sie könnte ja etwas versäumen, also kurz hineingeschaut und außer einem Sprachführer für den nächsten Italienurlaub nicht viel gefunden, natürlich nicht, was hätte sie erwartet, obwohl sie da und auch in den anderen Schränken schon manche Schmankerl, sprich ausgeschiedene Leseexemplare gefunden hat, an denen sie sich erfreuen konnte und das auch tat.

Manche Bildungslücken hat der Bücherschrank schon bei ihr gefüllt und sie ist auch eine absolute Freundin der solchen, die es in Wien seit 2010 gibt und die seither auch wie die Schwammerln aus dem Boden spießen.

Der Erste wurde dort in der Zieglergasse-Westbahnstraße von Frank Gassner aufgestellt und zwei Jahre später sogar mit Hilfe von Hermann Nitsch erneuert und gewidmet, dann gibt es den beim Heger-Park in der Grundsteingasse, da hat sie schon einmal gelesen, beziehungsweise ihre “Mimi”, dort vorgestellt, in der es ja auch eine Bücherschrankbenützerin beziehungsweise Betreuerin gibt, denn die Bücherschränke haben sie nicht nur bezüglich Lesen bereichnert, nein, sie hat auch immer wieder darüber geschrieben und findet ein solches Tauschverhalten im öffentlichen Raum sehr gut, gibt auch zu, daß sie mehr Bücher hinaus als dort hineinstellt, ist sie doch eine Sammlerin, die sich eigentlich nur ungern von ihren Büchern trennt, aber die eigenen Werke finden regelmäßig nach Erscheinen hinein und, daß es Leute gab, die sich über die Schränke lustig machen, sie sogar zerstören und beschmieren oder sie als “Sandlerbibliothek” beschimpfen hat sie nie verstanden und glaubt auch, daß sich diese Vorurteile und auch die, daß die Leute sich dann nur der Bücher bedienen und sie verkaufen würden, ein Argument, daß vor allem Anfangs sehr zu hören war, glaubt sie nicht so recht, sondern hat sogar den Verdacht, daß sich die Antquariate eher ihrer Ladenhüter dort entledigen, als Bücher von dort ankaufen, dazu gibt es in Zeiten der “Make it small-Philosophie” höchstwahrscheinlich zu viele Bücher und sich der Bücher, statt sie in den Mist zu werfen, sie in den Bücherschrank zu stellen, wenn man zum Beispiel eine Verlassenschaft zu entsorgen hat, ist sicher eine gute Idee, an der sie sich, sie gibt es zu, schon öfter daran bereichert hat und manchmal die Bücher auch eine Weile bei sich stehen hat, bis sie dazu kommt sie zu lesen.

Auch das gibt sie zu, aber als sie diesen Sommer in die Schweiz auf Urlaub gefahren ist, hat sie sich vorher in ihren Regalen umgesehen und dort sogar drei ehemalige Buchpreisbücher gefunden, die sie dann in Locarno nach und nach aufgelesen hat, dort in einem Bücherschrank in einem Kaff einen aktuellen Krimi fand und sich nur ärgerte, daß sie “Herrmann Hesse antwortet…. auf Facebook”, das sie einmal vom Schrank nach Hause trug, dann aber nicht rechtzeitig gefunden hat, um es  in Montagnola stilgerecht aufzulesen.

Egal, das Buch ist jetzt gefunden und kann gelesen werden, wenn sie sich wieder in die Schweiz begibt oder nein, doch nicht so ganz denn der nächste Schweiz-Urlaub geht nach Basel zur Verleihung des “Schweizer Buchpreises” und da wird sie sich wahrscheinlich eher die Buchpreisbücher”, als den Hesse mitnehmen, denkt sie, während sie an dem noch leeren und im Dunklen liegenden Literaturhaus, es ist zwanzig Minuten vor Veranstaltungsbeginn und sie eine  pünktliche Person, vorübergeht, um vorher noch in Richtung Schrank und Westbahnstraße hinaufzugehen, denn es könnte ja sein, daß Daniela Strigl, die ja glaube ich in der Nähe wohnt, ober ein anderer Rezensent Sibylle Bergs “GRM”, eines der Schweizer-Buchpreisbücher, das sie wahrscheinlich nicht bekommen wird, aber unbedingt lesen will, hineingelegt hat, denkt sie wieder, um dann etwas erstaunt, in das Gesicht von Barbara Zeman zu schauen, die gerade an ihr vorübergeht.

Aber natürlich, sie ist ja die Moderatiorin der Veranstaltung, wie sie sich sogleich erinnert und an den vielen Baustellen vorbei, die sich momentan offenbar in ganz Wien und daher natürlich auch in der Zieglergasse befinden vorübergeht und ihre erwartungsvolle Vorfreude kurz darauf  verschwinden läßt, beziehungsweise diese einen Dämpfer bekommt, denn was ist denn das, das kann es doch nicht sein, an der Ecke Zieglergasse Westbahnstraße, wo sich der Schrank und seit kurzem auch ein paar Sesseln befinden, in denen man sich während des Büchersuchens ausruhen oder vielleicht gleich ein bißchen lesen kann, gibt es nur mehr den Briefkasten, der sich auch  dort befindet, ansonsten ein Absperrgitter, einen Baustellenzaun: “Betreten verboten, Eltern haften für ihre Kinder!”, heißt es da und kein Bücherschrank.

Vorübergehend geschlossen, abmontiert, entfernt.

“Wird nach Beendigungen der Bauarbeiten wieder aufgestellt!”, wird sie später auf der betreffenden Facebookseite lesen. Zuerst einmal aber nur entäuscht und ein bißchen verloren dreingeschaut, aber dann angesichts der eldendslangen Bücherliste und dem sechsten deutschen und zweiten österreichischen Buchpreisbuch, dem der Raphaela Edelbauer, das ihr sehr gefällt und das sie ohnehin  in der Tasche trägt um bis zu Veranstaltungsbeginn noch ein bißchen darin zu lesen, die Achseln zucken und “Macht ja nichts!”, denken.

Macht ja nichts, denn es gibt im intensiven Bücherherbst der Neuerscheinungen und des dreifachen Bücherbloggens ohnehin sehr viel zu lesen und wenn die Bauarbeiten bis Dezember beendet sind, kann sich der Schrank nach Weihnachten ja wieder dort befinden, um die ungewünschten Weihnachgtsgeschenke oder eventuelle Duplikate aufzufangen und vielleicht ist dann, wenn sie wieder dort vorbei kommt, sogar eines der Buchpreis-Bücher darin, das sich momentan nur in ihrem E- Bookfolder befinden, denn sie ist ja eine Büchersammlerin und außerdem, auch wenn sie an keinen Buch riecht, leckt oder schmeckt, der Meinung, daß nur ein Printbuch ein richtiges Buch ist und sie ein solches lieber hat.

Barbara Zeman moderiert Hendrik Otremba

Im Februar war ich ja bei der Präsentaion von Barbara Zemans Debut “Immerjahn” im Literaturhaus und habe sie  auch bei der Eröffnung der “O- Töne” daraus lesen gehört.

Das Buch ist nicht, wie ich es erwartet habe, auf die Debutschiene des Öst gekommen und als ich am Mittwochabend vor der Buchpräsentation von Hendrik Otrembas “Kachelbads Erbe” zum Bücherschrank in der Zieglergasse gehen wollte, ist mir Barbara Zemann entgegenkommen, was mich zuerst etwas erstaunte, dann ist mir aber eingefallen, daß sie die Veranstaltung moderiert, was vielleicht etwas ungewöhnlich ist, daß das eine Autorin im Literaturhaus tut, aber Barbara Zemann habe ich schon bemerkt, ist eine ungewöhnliche Autorin.  Buch undLesung waren das dann auch.

Aber schön der Reihe nach, denn zuerst erlebte ich noch eine Überraschung, denn in der Zieglergasse eine Baustelle, die sich bin zur Westbahnstraße hinüberzieht und kein Bücherschrank.

“Vorübergehend entfernt!”, habe ich gerade gelesen, nach Beendigung der Bauarbeiten wird er wieder aufgestellt. Also können wir uns darauf freuen und ich ersticke derzeit ohnehin unter meinen Neuerscheinungen, da jetzt ja zum deutschen und zum österreichischen Buchpreis auch noch der Schweizer dazugekommen sind.

Trotzdem bin ich ins Literaturhaus gegangen zu der Präsentation eines mir bisher unbekannten Autors, nämlich dem 1984 im Ruhrgebiet geborenen und in Berlin lebenden Sänger, bildender Künstler und Dozent für kreatives Schreiben, Hendrik Otemba, der 2017 im “Verbrecherverlag” sein Debut “Über uns den Schaum” und jetzt bei “Hoffmann und Campe” seinen zweiten Roman herausgegen hat.

Barbara Zemans Debut ist auch bei “Hoffmann und Campe” erschienen. Das ist vielleicht die Klammer zwischen Autor und Moderatorin. Im Publikum wieder lauter mir Unbekannte

Also der Freundenkreis von Autor und Moderatoren wahrscheinlich und Barbara Zemann sagte wieder, was sie schon die letzten beide Male sagte, daß sie sehr aufgeregt sei und lächelte dabei, dann begann sie Hendik Otremba sehr viel zu fragen, beispielsweise nach der Herkunft seines Namens und seiner Musik.

Er ist, das hat noch Barbara Zwiefelhofer in ihrer Einleitung erwähnt, schon öfgter mit seiner Band “Messer” in Wien gewesen, aber noch nicht als Autor, also eine Österreich Premiere und daß das Buch von der Kyonik, also der Wissenschaft Menschen einzufrieren, um sie später wieder aufzutauen, handelt, darauf ist das Gespräch erst später gekommen.

Im Beschreibungstext steht noch etwas von einer abgehalfterten Schriftstellergattin, einer ukrainischen Wissenschaftlerin und einem vietnamesischen Auftragskiller und Barbara Zemann hat noch erwähnt, daß es sich dabei sowohl, um einen <krimi als auch um eine Liebesgeschichte handeln würde.

Die Kyonik gibt es wirklich und wird in Amerika , Russland und Japan betrieben, während sie in Deutschland und Österreich verboten ist, erklärte der Autor noch und die Handlung spielt in den Neunzehnhundertachtzigerjahren.

Aus dem ersten Teil hat Hendrik Otremba schließlich ein Stück gelesen, wo der achtzigjährige deutsche Auswanderer Kachelbad, für das Unternehmen Exit-US Menschen einfriert.

Da kommt auch seine Assistentin Rosary vor, der der erste Teil gewidmet ist. Dann kam ein längeres Gespräch, wo Hendrik Otremba vor allem etwas über seine Recherche zu dem Buch erzählte und dann, glaube ich, eine Stelle von hinten, wo es in das schwule New York ging und da, glaube ich, die Liebesbeschichte geschildert wurde und ein Stückchen, wo es, um das Kochen ging, wurde auch noch gelesen, weil sie Barbara Zeman eine solche Stelle wünschte.

Ein interessanter Abend würde ich urteilen, wo ich ein Buch kennengelernt habe, daß angesichts der vielen langen Listen und sonstigen Neuerscheinungen, bisher an mir vorbei gegangen ist und spannend auch, daß Barbara Zwiefelhofer in ihrer Einleitung erwähnte, daß es ihr auch so gegangen wäre, weil sie nur österreichische Neuerscheinungen liest.

Barbara Zeman hat sie aber auf das Buch aufmerksam gemacht.

Saisoneröffnung mit Thomas Stangls Körper

Saisoneröffnung in der “Alten Schmiede”, in der “Gesellschaft” ist es schon vorvorige Woche so weit gewesen, das Literaturhaus werde ich morgen besuchen und eigentlich war die Präsentation von Thomas Stangls Erzählband” die “Geschichte des Körpers” gar nicht so spekulär neu, wurde es ja schon in der Leseauslese in Juni von Cornelius Hell oder Katja Gasser empfohlen.

Ich hätte es mir auch auf die östBpListe gewünscht. Auf die Deutsche kommen ja nur Romane , aber trotzdem war heute in der “Alte Schmiede” etwas anders oder schon vorher, hat das Programm ja ein neues Design, an das ich mich erst gewöhnen muß und Daniel Terkl, der neue Leiter trat gemeinsam mit Johanna Öttl auf, erzählte etwas von einem schönen Ort, der die “Alte Schmiede” wäre und ließ seine Kollegin dann das Programm der nächsten Saison aufzählen, bevor er den aus dreißig mehr oder weniger langen Erzählungen bestehenden bei “Droschl” erschienen Band, einleitete.

Ich kenne den 1966 in Wien geborenen,  “Alpha- und Fried-Preisträger”,schon lange, habe ihm mehrmals in der “Alten Schmiede” gehört, sein “Alpha-Preisbuch” gelesen.

Ich bin vielleicht gar nicht so begeistert in die “AS” gegangen oder doch natürlich, habe ich ja andere Veranstaltungen diesbezüglich abgesagt und wurde auch nicht enttäuscht, denn Thomas Stangl hat eine wirklich sehr dichte Sprache und er las zuerst die Geschichte, wo die “Monster kommen” oder die Hausbewohner, Flüchtlinge wahrscheinlich, die ihre Bücher und ihre Spielsachen verloren habe, die bei einer Anna mit aufgeklebten Bart untergekommen sind, dann gar nicht finden.

Nach der Geschichte gab es ein Gespräch, wo Daniel Terkl, den Autor nach den Regeln fragte, die in dem Text vorkommen und Thomas Stangl etwas über die Entstehung des Erzählbandes und die Klammern, die ihn zusammenhalten, beziehungsweise seine Geheimnisse und Ausparungen, erzählte.

Dann folgte die “Als ob Geschichte”, “Das Sterben in Zimmer 105, wo Thomas Stangl wohl versuchte seine Erfahrungen als Zivildiener in einem Pflegeheim sprachlich dicht aufzuarbeiten und darüber zu philosophieren, ob und, wie das gelingen kann.

Eine sehr dichte Geschichte, der Arzt und die Stationsschwester sagen: “Man stirbt nicht im Parterre!”, natürlich nicht. Das tut man gewöhnlich im Spital und es kommen dann nur die Söhne und die Töchter, um die Zimmer auszuräumen und ich dachte die ganze Zeit an meine Maria Mattuschek, die sich ja auch in ihre Erinnerungen und in ihre Vergangenheit zurückzieht und war dann sehr verwundert, als Daniel Terkl nicht über das Sterben und die Demenzen, sowie die Eindrücke, die das auf einen zwanzigjährigen, der plötzlich in ein Pflegeheim gesteckt wird, sondern nach den Perspektiven und den Hierarchien der sprachlichen Analyse fragte.

Da sieht man wohl den Unterschied zwischen den Literaturwissenschaftlern und den Psychologen und Psychotherapeuten.

Thomas Stangl antwortete auch da geduldig, verwies aber auf seine eigene Zivildienstzeit und die Musik, die er damals hörte, aber nicht ganz verstand, weil es noch keine Booklets und kein Internet gegeben hat.

Ein interessanter Abend und eine interessante Saisoneröffnung, obwohl mich ja meine Bücherberge meines nun schon dreifachen Buchpreislesens eigentlich keine Zeit dazu lassen, aber das “Literaturgeflüster” war ja schon immer dreifach angelegt und eine Mischung zwischen Veranstaltungsprogramm lesen und dem eigenen Schreiben, das derzeit ja aus meiner eigenen Schreibwerkstatt mit dem Korrigieren von meinem “Schreiben und meinem Büchern” besteht.