Ilse Tielschs Kindheitserinnerungen

Die  1929 in Mähren geborene Ilse Tielsch wurde mir, glaube ich, in den Neunzehnhundertsiebziger Jahren von Valerie Szabo vorgestellt oder hat sie mich, die ich ja damals literarisch entdeckt und gefördert werden wollte, ermutigt, ihr einen meinen Texte zu schicken?

Seither grüßt mich die alte Dame immer freundlich, wenn wir uns bei einer Literaturveranstaltung sehen, es gab ja eine Lesetheaterveranstaltung im Literaturhaus und einige ihrer Bücher, die meistens von ihrer mährischen Geschichte handeltn, habe ich auch in den Schränken gefunden, aber leider leider noch nicht gelesen.

IlseTielsch schreibt auch Gedichte, leitete Johanna Öttl heute die Vorstellung ihres dünnen bei “Atelier” wieder aufgelegten Büchleins “Das letzte Jahr” in der “Alten Schmiede” ein. Sie ist, glaube ich, auch Mitglied des Literaturkreises Podiums.

Heute wurde aber ein kleiner Roman von ihr vorgestellt, denn je älter man wird, erklärte die Autorin freundlich, desto mehr kommen die Kindheitserinnerungen hoch und  so hat die heutige Lesung eigentlich gänzlich unbeabsichtig zu meiner gegenwärtigen Lektüre gepasst.

Denn da habe ich ja kürztlich “Wien 1938”, das Buch zu achtzig Jahre Anschluß gelesen und lese derzeit einen Oldie von meiner Backlist nämlich Arnost Lustigs “Deine grünen Augen” und das ist ein 1926 in Prag geborener jüdischer Autor, der damit wahrscheinlich seine KZ- Erlebnisse verarbeitet und dazwischen liegt das Jahr 1938 in dem kleinen mährischen Städtchen in dem die neunjährige Arzttochter Elfi in die deutsche Schule geht und sich wundert, daß man dort vom Heimatland Böhmen singt, denn wo das ist und ob das am Meer liegt hat die Kleine noch nicht gehört und trotzdem bahnen sich in dem Städtchen, wo die deutschen Kinder ganz selbstverständlich mit den tschechischen und den jüdischen befreundet sind, obwohl sie in verschiedene Schulen gehen, weil sie die verschiedenen Sprachen erlernen wollen, Veränderungen an, die das Kind nicht gleich versteht.

“Es ist kein autobiografischer Roman, obwohl es alle Personen real gegeben hat!”, hat Ilse Tielsch freundlich vor ihrer Lesung erklärt und ich habe wieder mal “No na!” gedacht und auf Johannas Öttls abschließende Frage, wieso die Autorin auf die Erzählpersepektive des neunjährigen Kindes gekommen ist, nur gelächelt.

Während Ilse Tielsch fast empört geantwortet hat, weil sie damals neun Jahre war und das die Erlebisse ihrer Kindheit waren, wie da das tschechische Dientmädchen in der Küche mit den Töpfen klapperte und der national eingestellte Zahntechniker, der offenbar mit ihr befreundet war,  der Kleinen sagte, daß sie eine deutsche Frau werden würde, die dem Führer viele deutsche Kinder schenken würde, während die energische Mutter, die weiterhin energisch zu den tschechischen und jüdischen Händler einkaufen ging, obwohl man das plötzlich nicht mehr machte, ihn aus der Küche verwies und die kleine Elfi gar nicht daran dachte zu heiraten und wenn, dann würde sie ihre Kinder bestimmt nicht irgendeinen Führer schenken.

Aber beim Fronleichnamszug, wo sich offenbar alle Frauen dafür neue Hüten kauften, wurden die plötzlich entweder beim deutschen oder beim tschechischen Hutmacher bestellt und die jüdische Freundin Lilly, die, die tschechische Schule besuchte, war plötzlich verschwunden und keiner erklärte Elfie warum.

Sehr interessant, das Buch, das Thema und die Vergleiche, die Ise Tielsch mit der heutigen Zeit zog, wo sich wenn man nicht aufpasst, vielleicht auch wieder etwas anbahnt, das nachher niedmand gewollt hat.

Der Saal war voll von vorwiegenden älteren Leuten, die wahrscheinlich zu Ilse Tielschs Bekanntenkreis zählte, Dietmar Grieser, Hilde Schmölzer habe ich gesehen, aber auch ihre Enkeltöchter waren da und nachher entfachte sich eine hietzige Diskussion, die zeigte, wie präsant das Thema des Neben- oder miteinander Lebens der verschiedenen Nationen ist und, daß man auch da wohl sehr aufpassen muß, um nicht in Streit zu geraten.

Stadt ohne Seele

Jetzt kommt wieder ein Roman, der keiner ist, steht doch am Buchrücken von Manfred Flügges “Stadt ohne Seele- Wien 1938”, bei “Aufbau” erschienen, vollmundig Zeitroman.

“Zeitpanorama” wäre wohl passender, denn  das vierhundertsiebzig Seiten Werk des 1946 geborenen Romanisten und Historikers, der heute als freier Autor und Übersetzer in Berlin lebt, ist eine sehr genau Beschreibung der Stadt Wien, um den Anschluß. Die Geschichte, wie es dazu gekommen ist, wird erklärt und die Theorie untermauert, daß es mit den Auszug der Juden aus der Stadt, seine Seele, also seine geistige, musische, kulturelle, literarische, etcetera Hoheit verloren hat.

Das sieht eine 1953 in Wien geborene und in die 1968 Bewegung und die Wiener Avantgarde hineinsozialisierte Wienerin vielleicht ein bißchen anders, aber das Wien um 1938, der Anschluß und das, was vorher und nachher kam, hat mich schon immer sehr interessiert.

Ich habe schon einiges darüber gelesen und bin auch schon bei einigen Veranstaltungen der “Wien-Bibliothek” gewesen, die sich ja gerade sehr intensiv mit dem Anschlußjahr beschäftigt und auf diese Art und Weise bin ich auch auf das Buch gestoßen, das ja am 15.Mai dort vorgestellt wurde.

Es gibt zwanzig Kapitel und einen sehr ausführlichen Anhang und im ersten wird ein bißchen was dazu erzählt, was an diesem Anschlußtag in Wien passierte, wann und wie Hitler nach Wien gekommen ist und wie es dort aussah.

Dann geht es erst einmal in die Vergangenheit. Denn der Antisemitismus war schon vor 1938 ein großes Thema und der Journalist Hugo Bettauer der im März 1925 von Otto Rothstock ermordet wurde, hat ja in “Die Stadt ohne Juden” schon 1922 einen sehr erfolgreichen Kolportageroman zu diesem Thema geschrieben, der, glaube ich, auch verfilmt wurde.

Darin beschreibt er die Utopie, daß Wien ohne Juden bald den Bach hinunterginge, denn was täten die Frauen und die süßen Mäderln ohne die finanzstarken jüdischen Männer und nimmt auf sanft humoristische Art und Weise viel positiver vorweg, was später zur Horrorvision wurde.

1938 recherchierte Flügge lebten in Wien 170 00 Juden, vorwiegend in der “Mazzesinsel”, im zweiten Bezirk, die ärmeren, im neunten die bürgerlichen, wie Sigmund Freud, ergänze ich.

“1945 waren es noch 6000. Im Holocaust kamen mehr als 65 000 Wiener Juden um. Außer Landes gegangen waren etw 130 000.”

Dann geht es zur Geschichte. Im November 1918 wurde ja die erste Republik ausgerufen und die “Kaiserfamilie reiste am 23. März 1919 nach einer Messe mit dem Absingen der Kaiserhymne in die Schweiz.”

Der Adel wurde verboten, die Habsburger enteignet, obwohl sowohl der damalige Kaiser Karl, als auch Otto von Habsburg nie auf ihren Thronanspruch verzichtet haben.

“Bei den Neuwahlen im Februar 1919 durften auch erstmals  Frauen abstimmen.”

Es gab dann kurze Zeit das rote Wien, mit dem kommunalen Wohnbau, den schönen Gemeidebauten, dann kam es zum Austrofaschismus und 1934 und zu  Engelbert Dollfuß, der wie Manfred Flügge schreibt,”gern den starken Mann markierte und Uniform trug, obwohl er von Statur eher klein  war und daher auch “Taschenkanzler” oder “Minimetternich” genant wurde.”

Der wurde, die NSDAP wurde ja in Österreich am 19. Juni 1933 wegen terroristischer Aktivitäten verboten, wonach Deutschland die 1000 Mark Sperre erließ, was Österreichs Fremdenverkehr sehr beeinträchtigte, weil die Deutschen nicht mehr auf Urlaub und zu den Festspielen kommen konnten,  im Juli 1934 von den Nazis ermordet. Dann wurde Kurt Schuschnigg Bundeskanzler, der auch sehr autoritär regierte.

Im Kapitel “Roman der Seele” werden einige Romanautoren genannt, die in den zwanziger und dreißiger Jahren in Wien gewirkt und geschrieben haben. Franz Werfel, von dem ich ja auch einige Bücher gelesen habe, hat sich mit der Frage beschäftigt, wie es nach dem Verfall der Monarchie mit dem kleinen Land weitergehen kann. Das hat meines Wissens nach auch Joseph Roth getan, der aber erst später erwähnt wird, wohl aber Werfels “Veruntreuter Himmel – die Geschichte einer Magd”, den er im Exil geschrieben hat.

Roberts Musils “Mann ohne Eigenschaften” in dem es um die Parallelaktion, eine gemeinsame Feier Deutschlands und Österreichs geht, ist nie fertig geworden und der Autor mußte, glaube ich, auch emigrieren und ist im Exil gestorben.

Dann sind wir schon bei Sigmund Freund, den Flügge zwei Kapitel widmet, man sieht es ist eigentlich ein Buch, das eher Wien vor als nach 1938 schildert.

Freud hat den größten Teil seines Lebens, bevor er nach London emigrieren mußte, in Wien verbracht und in der Berggasse, die meisten seiner Werke geschrieben. Er lebte dort mit seiner Frau Martha und seiner Tochter Anna, hatte einige Hausangestellte, wie das katholische Dienstmädchen Faula Fichtl, ein Pendant zur Teta Linek, in Werfels Roman, wie Flügge meint

Den “Mann Moses” hat er auch geschrieben und einige seiner Schüler wie C. G. Jung verloren, der sich nach dem Anschluß antisemitisch über Freud äußerte. Aber der hat seine Werke in sein Exil mitgenommen.

“Hitlers Wien Lüge”, wird anhand einiger Bücher, darunter auch dem von Brigitte Hamann analysiert. Denn der hat sich in “Mein Kampf” offenbar ganz anders dargestellt, als er und es wirklich war.

Er war, wie Flügge analysiert, eigentlich gar nicht so antisemitisch eingestellt, hat viel von den Juden, die seine Bilder kauften, seine Mutter behandelten und ihm in den Wohltätigkeitsküchen versorgten, profitert, so daß er erst, weil er es für seine Politik brauchte, dazu mutierte. Er war auch ein großer Wagner Fan, ist viel in die Oper gegangen und hat Karl May geliebt.

In “Winterspiele” werden die Ereignisse vom Februar 1938 geschildert. Bundeskanzler Schuschnigg fährt nach Berchtesgarden zu Adolf Hitler und wird dort schlecht behandeltn, die illegalen Nazis mehren sich in Wien, Seyß-Inquart wird Innenminister. Schnuschnigg bereitet für den 13. März eine Volksabstimmung vor, die Hitler mißfällt. So kommt es dann zu der berühmten Radiorede “Gott schütze Österreich!” und es wird in der “Verhängnisvollen Frühlingsnacht” einmarschiert.

Schuschnigg, der sich nicht auf den Flughafen oder in eine Gesandtschaft, sondern nach Hause bringen läßt, wird dort in “Ehrenschutz” genommen, kommt später in das berühmte Hotel Metropol und bleibt bis zum Ende des Krieges Schutzhäftling in verschiedenen KZs. Später emigriert er nach Amerika, während in Wien nach dem zwölften März, die Reibpartien beginnen, die sogar von der SS als “Schweinereien” bezeichnet werden.

Es kommt zu Verhaftungen und Misshandlungen. Egon Fridell stürzt sich aus dem Fenster, der Textdichter von Franz Lehar, der während des Krieges seine Karriere beibehielt, Friedrich Löhner- Beda kommt nach Auschwitz und wird dort ermordet, wie noch viele andere jüdische Künstler, wie Fritz Grünbaum, Peter Hammerschlag umgekommen sind oder ins Ausland, wie Karl Farkas fliehen mußten, wie Manfred Flügge im Kapitel “Wiener Requiem” genau aufzählt.

Die Verwaltung geiet, wie man auch an der Ausstellung sehen kann, sofort in deutsche Hände, Juden wurden entlassen, die Theater wurden dazu einige Zeit geschlossen, bis sie ihren Spielplan anpassen konnten. Karl Böhm machte Karriere, die Familie Wessely-Hörbiger spielte sich durch die Unterhaltungsfilme und am Burgtheater, Josef Weinheber schrieb hymnische Texte an Hitler, während die anderen emigrieren mußten.

Im Kapitel “Amputierte Lebensläufe” werden dazu Beispiele auch nicht so Berühmter aufgezählt. Zu den Berühmteren gehörte der Josefstadtdirektor und Autor Hans Lothar von dem ich ja außer dem “Engel mit der Posaune”, Paula Wessely spielte da in dem nach dem Krieg gedrehten Film, die Hauprolle, auch die “Mühle der Gerechtigkeit” gelesen habe, er emigirierte mit seiner Familie und kam später als Kulturoffizier zurück und hat auch Romane über diese Zeit geschrieben.

Die Schicksale der Nobelpreisträger werden aufgezählt, die haben außer Konrad Lorenz das Land vefrlassen.  Ernst Schrödinger  schien sich ambivalent und das “Ja” zur Volksabstimmung, empfohlen zu haben. Der Medizinpreisträger Otto Loewi mußte erst sein an der schwedischen Bank deponiertes Nobelpreisgeld den Deutschen übergeben, bevor er ausreisen konnte.

Im Juni reist Sigmund Freud mit seiner Familie, Paula Fichtl und seinen Ärzten, er ist über zweiundachtzig und schwer krank, auf Vermittlung von Marie Bonaparte und Ernest Jones nach London und wird dort triumphal empfangen, während seine Schwestern nach Theresienstadt deportiert wurden und umkamen. Und Wien ging, wie Manfred Flügge auf den letzten Seiten scheibt “nicht ur die Seele verloren. Es fiel auch die letzte Zuflucht der deutschen Geistesfreiheit, ein Gipfel an Kritik,Kreativität, Wissen, Philosophie und Wagemut, dazu eine ganz eigene Art des Humors….Und wenn seither immer wieder die Bäume blühen in den Wiener Gärten und Parks und die sorgenlösenden Walzer ihre Unschuld wiedergefunden haben, so treten im erinnerten März nicht nur frische Zweige hervor, sondern oft genug auch Zweifel und Schatten.”

Übersetzt von Cornelius Hell

Zum zweiten Mal Cornelius Hell in dieser Woche, diesmal in seiner Eigenschaft als der einzige in Österreich Lebende, der aus dem Litauischen übersetzt. Denn dieÜbersetzergemeinsachaft hat im Literaturhaus eine Reihe “Übesetzt von”, da habe ich, glaube ich, die Veranstaltung von Erwin Köstler gehört und jetzt zur litauischen Literatur, der kleinen Sprache, wie es im Programm und bei der Diskussion genannt wurde.

Cornelius Hell wurde 1956 in Salzburg geboren, hat dort Literaturwissenschaften und Theologie studiert und ging 1984, weil er es in Salzburg nicht mehr ausgehalten hat, als Lektor nach Vilnius. Eigentlich wollte er, wie er in der Veranstaltung erzählte, nach Italien, wurde dort aber nicht genommen, so kam er nach Vilnius in das damals wahrscheinlich keiner wollte, lernte die Sprache und begann zu übersetzen.

Inzwischen lebt er wieder in Wien, modieriert die “Gedanken zum Tag”, da habe ich ja als erstes Buch des Jahres einen daraus entstandenen Band gelesen, macht mit Katja Gasser die “Leseauslese” in der “Gesellschaft”, modert die Reihe hinter dem “Gläserenen Vorhang”, moderiert auf der “Donau Lounge” der “Buch Wien”, schreibt Reiseführer über Budapest und Ungarn und und und ….

Da könnte man neidisch werden, aber ich bin ja auch sehr unermüdlich in Sachen Literaur unterwegs, wenn auch vielleicht auf einer anderern Seite, an meinem Eifer liegt es sicher nicht und 2002 war ich auch in Frankfurt als dort Litauen das Gastland war. Da bin ich höchstwahrscheinlich das erste Mal mit  der litauischen Literatur in Kontakt gekommen. Es hat im dortigen Pavillon Tees gegeben, wie ich mich erinnern kann und Leseprobenheftchen und die habe ich mir mitgenommen als ich 2012 mit dem Alfred unterweg in den Baltischen Staaten war und wir dort natürlich auch in Vilnius Station machten.

Vorher habe ich aber Renata Serelytes “Blaubarts Kinder” gelesen, denn ich habe mich ja auch für den “Bank Austria Literaris” interssiert, bei dem Buch die mangelnden biografieschen Angaben bemängelt und Cornelius Hell, der das Buch ja übersetzt hat bei einer “Literarischen Soiree2 danach gefagt. Der hat mir auch sehr freundlich Auskunft gegeben, seine Visitenkarte in die Hand gedrückt , mir dann aber nicht mehr geantwortet, als ich ihm bezüglich unserer Reise bezüglich litauischer Literatur um Auskunft bat.

Dafür hat “Wieser” ein paar Sätze aus meiner Serelyte- Rezension in seinen Verlagskatalog abgedruckt und seither habe ich, wie ich gestehen muß, nicht mehr sehr viel Litauisches gelesen, habe ich ja ganze Bücherberge in meinen Zimmern, interessiere mich für alles jenseits dem Tellerrand, habe zum “Buchpreislesen” begonnen und und…..

Richtig, im vorigen Jahr war Litauen Gastland in Leipzig, da war ich natürlich auch da und habe die dort aufliegenden Gratisbücher eingepackt und jetzt ein Abend mit Cornelius Hell und seinen Übersetzungen und der war sehr interessant, obwohl ich Anfangs dachte, daß ich der einzige Gast, außer der Übersetzer und der litauischen Gemeinschaft bin, es war dann aber auch der Chemiker Manfred da und Cornelius Hell hat im Gespräch mit Waltraud Kolb einen gründlichen Eindruck in sein übersetzerisches Schaffen und Leseproben gegeben und zwar hat er da aus zwei Büchern gelesen, die er für Leipzig übersetzt hat und da zuerst aus dem Essa<band von Giedra  Radvilavicicute und aus einem bei “Residenz” erschienenen Roman von Undine Radezeviciute “Fische und Drachen”, wo es sowohl, um die chinesische Kultur, als auch wie Cornelius Hell sagte, vier schräge Frauen, eine Großmutter, zwei Töchter und eine Enkeltochter, die in einer Stadt, wie Vilnius leben, geht und da las er eine Stelle, wo die Großmutter, die Enkeltochter mitten in der Nacht aufweckt und sie nach Robinson Crusoe befragt.

Dann gabs Fragen zu Übersetzungsproblem, dort sprechen sich die Leute zum Beispiel, Großmutter und Enkeltochter oder Männer und Frauen per “Sie” an, wie übersetzt man das, es gibt keine Artikel und noch verschiedene andere Unterschiede und der Übersetzer muß improvisieren.

Dann gings zur Lyrik, das wurden einige Gedichte von Tomas Venclova auf Litauisch und auf Deutsch gelesen und Cornelius Hell gab mit großer Begeisterung Einblicke in seine Übersetzer-Werkstatt, sagte, wie man zu den Romanen kommt, las am Schluß einen Text, wie er in einem Cafe in Vilnius sitzt und gerade Renata Sereylite übersetzt, den ich, glaube schon einmal gehört habe und wird, glaube ich, auch nächste Woche wieder in der “Gesellschaft” sein und mit Katja Gasser seine Lieblingsbücher aus der Frühjahrsproduktion vorstellen.

Da bin ich gespannt und habe heute, das kann ich auch schreiben, wieder einige Leseexemplare aus der Frühjahrsproduktion im “Wortschatz” gefunden, zwar war da nichts Litauisches dabei, aber Minette Walter “Stolzes Herz” und der New York Bestseller “Lilienschwestern”, von dem einen habe ich, glaube ich, bei dem “Kingsianer Hangout” im “Hugendubel” gehört und mir von dem anderen, glaube ich, beim “Hugendubel” in Würzburg eine Leseprobe mitgenommen, als wir auf unser Frühjahrsdeutschlandlesereise waren.

Das ist zwar etwas ganz anderes, aber ich habe ja, wie schon erwähnt einen breiten Lesegeschmack und muß das jetzt alles lesen, bin aber immer noch bei Judith Gruber Rizys “Der Tag an dem Carola verschwand”, das vorige Woche zu mir gekommen ist und das ich mir auch heute ins Literaturhaus mitgenommen habe.

Radka Denemarkova vorm gläsernen Vorhang

Die Reihe “Der gläserne Vorhang” gibt es nun schon ein paar Jahre in der “Gesellschaft für Literatur”. Sie wurde zu “fünfundzwaanzig Jahre Mauerfall” gegründet und wird von Cornelius Hell moderiert.

Einmal habe ich es geschafft dort zu sein, nämlich als Nadelka Sniadanko ihr bei “Haymon erschienenes” Buch “Frau Müller hat nicht die Absicht mehr zu bezahlen” vortellte, das ich mir vor ein paar Monaten oder Wochen in der “Frick- Bücherschwemme” um, ich glaube drei Euro gekauft habe und heute wollte ich eigentlich wieder zu Richard Weihs und den “Wilden Worten”, denn ich hatte mir vorige Woche am Montag eine sechs Uhr Stunde eingeteilt und das wäre sich bis acht gut ausgegangen.

Dann habe ich am Morgen die Literaturprogramme durchgesehen und habe gesehen, Radka Denemarkova, die 1968 geborene tschechische Autorin tritt diesmal vor den Vorhang und die habe ich mir ja anhören wollen und da die “Gesellschaft für Literatur” das akademische Viertel genau einhält, worüber ich mich schon öfter geärgert habe, wenn ich schon eine Viertelstunde früher dort war, ist es sich wieder ausgegangen in den Saal zu huschen, als Ursula Ebel bei der Einleitung war.

Frau Elisabeth wird mich wahrscheinlich wieder rügen, war aber wahrscheinlich nicht da und loben muß sie mich auch, denn ich habe mir wirklich und wahrhaftig, das einzig auf Deutsch erschienenes Buch “Ein herrlicher Flecken Erde”, ein “btb-Taschenbuch” um zehn Euro dreißig gekauft.

Das heißt, loben wird sie mich wahrscheinlich nicht, denn da kein Rezensionseemplar wird es weit unten auf meiner Leseliste landen, denn auf meinen Badezimmerstapel sind heute zwei neue Rezensionsexemplare aus der Herbstproduktion dazu gekommen.

Aber so ist das Leben, beziehungsweise meine Luxusprobleme und bereut, das kann ich gleich schreiben, habe ich meinen Entschluß nicht, denn Radka Denemarkova, die derzeit Stadtschreiberin in Graz ist, ist eine sehr politische gesellschaftspolitische Autorin und die sind mir ja sehr sympathisch.

Eigentlich habe ich gedacht, daß ich Stephan Teichgräber in der Gesellschaft treffen könnten und bin auch ein bißchen wegen ihm hingegangen, beziehungsweise habe ich gedacht, frage ich ihm beim nächsten Workshop ob er sie schon für den “Literarischen Lenz” eingeladen hat.

Jetzt habe ich das, die sehr gut Deutsch sprechende Autorin selbst gefragt. Er hat nicht, sollte es aber vielleicht machen, denn wie gesagt, Radka Denemarkova ist sehr politisch, beklagte sich sehr über die derzeitigen Regierungen in Polen und Ungarn, etceterta und hat jetzt auch ein Buch über die Zustände in China geschrieben, das im Herbst erscheinen wird.

In Deutsch erscheint dann ein anderes im nächsten Frühling und die Autorin, eine alleinerziehende Mutter, wie sie erzählte, las zuerst einen Text, der offenbar in ihrer Stadtschreiberfunktion entstanden ist. Denn sie lobte das Schlößel beim Uhrtum am Schloßberg, das den Stipendiaten zur Verfügung steht, denn jetzt hat sie endlich ein Zimmer, beziehungsweise einen Schreibtisch für sich allein.

Sie las dann noch eine Stelle aus dem schon erschienenen deutschen Buch, in dem es, um ein jüdisches Mädchen geht, das nach 1945 aus dem KZ nach Tschechien zurückkehrt und dort erfährt, daß es enteignet worden ist.

Ein interessantes Thema und auch ein paar interessante Sätze, die die Autorin sagte, die man eigentlich den Identitären, die sich über Frau Merkels Satz “Wir schaffen das!”, so aufregte, ins Stammbuch schreiben könnte: Deutschland oder Tschechien hat so und so viele Juden vertrieben, jetzt kann es auch  wieder soviel Flüchtlinge aufnehmen und dann den über Franz Kafka, der in Prag sehr verehrt wird, weil er die Touristin dorthin bringt. Sie meinte nämlich, daß er, wenn er nicht 1924 im Sanatorium Hoffmann gestorben wäre, ins KZ gekommen oder wenn er das überlebt hätte, von den Tschechen vertrieben worden wäre.

Radka Denemarkova las dann noch ein paar Fragmente oder essayistische Texte und es gab eine rege Diskussion mit vielen Fragen und auch sehr interessante Lleute im Publikum. So war Alexandra Millner da, die ich ja meistens nur als Diskussionsleiterin wo sehe, Frau Schmidt-Dengler, die öfter zu Literatur- Veranstaltungen kommt und dann noch ein paar Stammbesucher, deren Namen ich nicht kenne.

Jetzt werde ich das Buch in den nächsten Workshop mitnehmen und Stephan Teichgräber fragen, wann er sie für sein Festival einladen wird?

Sprachspiel.Biennale.West

Der Dichter H. C. Artmann, der den Dialektband “Med ana schwoazzn dintn” geschrieben hat, Mitglied der Wiener Gruppe war und den “Poetischen Akt” proklamierte, wurde 1921 in Breitensee geboren, dort gibt es ein Kino, die “Breitenseer Lichtspiele” und das fühlt sich offenbar H. C und seinen Werken sehr verbunden, wurde dort  doch ein Artmann-Festival “Schwarze Chansons-med ana schwoazzn Dintn” lautete, das drei tägige Festival und das ist, kann ich sagen, schlichtweg falsch, ging es in dem Programm doch um vieles anderes und gesungen wurde, wenn, nur ganz am Schluß.

Das heißt, so richtig kann ich es eigentlich nicht sagen, denn ich war gestern, wo Julia Danielczyk eröffnet hat und es einen Eröffnungsvortrag von Thomas Eder zu diesem Thema gegeben hat, nicht dort, denn ich hatte einige Stunden, die zum Teil zwar ohnehin nicht stattgefunden haben, es war aber auch das Augustin-Grillfest und das hatte ich mir schon länger eingetragen und nochmals eigentlich habe ich am Samstag einen Stadtflanerie Spaziergang auf den Spuren Doderers machen wollen, der war aber bei meiner Anmeldung schon ausgebucht, dann ist die Einladung zu dem Festival gekommen, ich habe gedacht “Ich sollte eigentlich korrigieren!” und dann “Das ist interessant!” und so bin ich heute nach Breitensee hinausmarschiert, eine Gegend, die mir bekannt ist, weil ich als Kind meine Ferien oft bei meiner Großmutter, die in der Hütteldorferstraße 150 wohnte, verbrachte.

Die Breitenseer Lichtspiele sind so ein altes Kino, aus den Fünfzigerjahren, ob es noch als Kino benützt wird, weiß ich gar nicht so genau, aber die “Schwarzen Chansons”, von Sprachspiel. biennalewest. at organisiert, haben am Samstag jeweils immer mit einigen künstlerischen Kurzfilmen begonnen, dann gab es eine Autorenlesung und danach ein Gespräch mit einem Literaturwissenschaftler über das Gelesene.

In den Programmzetteln, die ich mir ausdruckte, steht noch etwas über die Absichte der “Sprachspiele”, die wollen H. C. Artmann und seine Werke dem Publikum nher bringen, obwohl am Samstag eigentlich gar nicht von ihm die Rede war.

Denn nach den ersten Kurzfilmen, wo ein Theater zertrümmert wurde und eine Frau von ihrer Vergewaltugung erzählt, kam sinone Hirt auf die Bühne und las aus ihrem Debut “Lied über die geeignete Stelle für eine Notunterkunft”, ein Buch das ich schon gelesen habe und ich muß sage, es schloß sich nahtlos, wie auch später mit Ferdinand Schmatz diskutiert wurde, an die gezeigten Filme an. Geht es da ja nicht um eine Zertrümmerung, sondern um eine Frau die mit einem toten Maulwurf in einem Keller haust und sich dort anhand eines Lehrbuchs der Betriebswirtschaft eine Notunterkunft zurechtzimmern will.

Der Realistin in mir, war das Buch ein wenig zu surreal, beziehungsweise habe ich es wahrscheinlich, weil ich es ja realistisch will, nicht so ganz verstanden, so daß es ein Glück war, daß nach der Lesung Ferdinand Schmatz auf die Bühne kam und Inhalt und Absicht erklärte. Einer Fleischertochter wurde nach dem Tod ihrer Eltern das Haus abgerissen und nun sitzt sie da und baut es surreal auf. Natürlich das war zu erwartet, daß bei einem Festival das H. C Artmann gedenken will, keine realistischen Autoren eingeladen waren.

So folgte nach der Pause, wo alle auf der Straße standen und sich küßten und umarmten oder ein Bier beziehungsweise Wein tranken und hier sah man sehr wohl das realistische Gefälle, denn neben und zwischen dem Kino mit dem Fünfzigerjahre Charme sind Pizza und Kebabbuden, die eine ganz andere Klientel haben, als die Leute, die zu dem Festival kamen, Max Höfler mit dem, bezeihugsweise seinem Roboter ich einmal am Volksstimmefest gelesen habe, dessen ersten Buch ich im Schrank gefunden habe, das zweite bei einer Lesung im Literaturmuseum hörte und das dritte, alle drei sind bei “Ritter” erschienen vor und wurde dann von Alexandra Millner erklärt, die ich ja auch schon über H. C. Artmann referieren gehört habe.

Sein Buch ist nach Dante “Göttlicher Komödie” geschrieben, also in drei Akten oder Teilen, aber natürlich viel moderner, denn es geht um das Internet, den Neoliberalismus und interessant. Es tauchen real existierende Personen auf, nämlich beispielsweise der Schauspieler Peter Simonischek, der ist bei Höfler allerdingjs ein Politiker, whrend H. C. Strache ein Autor ist.

Dann kam nochmals eine Pause und dann Erwin Einzinger aus OÖ, der dort als Lehrer arbeitete und den ich schon bei “Literatur und Wein” lesen hörte. Er las Fragmente, beziehungsweise Märchensplitter, die demnächst bei den “Mansukskipten”, die ich ja nicht mehr bekomme, erscheinen werden und danach kam das Finale mit einerLesung der Artmann Witwe Rosa Pock aus ihrem Buch “Die Hundekette, mein eigenes Revier” und wurde dabei von Peter Ahorner, beziehungsweise den Musikern Hannes Löschel und Vinzenz Witzelsberger unterstützt.

Am Sonntag ging es am Vormittag mit Kurzfilfmen von Peter Kubelka und einer Performance von Jörg Pieringer den ich schon von einigen Veranstaltungen kenne. Er projizierte das Alphabet an die Wand und machte dann sehr sinnliche Sprachspiele daraus. Anschließend gab es ein Gespräch mit Fritz Ostermayer und am Nachmittag ging es dann direkt in die Wiener Gruppe, beziehungsweise zu Gerhard Rühm, dem Doyen, den ich ja erst am Donnerstag im Literaturhaus gesehen habe, jetzt wurde ein Hörspiel zum Thema “rhythmus r”, also alles r Worte, wie er erklärte, gezeigt und dann gab es einen Stummfilm zum Thema Regen aus den Zwanzigerjahen von Joris Ivens mit der Musik von Hanns Eisler.

Dann kamen die “Dental Princes”, sprich Ann und Lucy Cotten mit Mario Schlager, Ann Cotten schwarz geschminkt im Kimono und da gab es dann feministische schwarze Chansons, wenn man so sagen kann, wo alles in Oarsch ist und man sich nicht aufrgen soll oder doch.

Das Gespräch führte wieder Alexandra Millner.Sie interviewte auch gleich Hannes Löschel, der ja am Samstag Abend aufgetreten ist.

Dann kamen Kurzfilme von Linda Christanell, der Frauenbewegten, sehr schöne Filme, der letzte allerdings in einer sehr schlechten Tonqualität. Dann sollte Friedrich Achleitner, ebenfalls ein Mitglied der Wiener Gruppe folgen, der aber nicht kommen konnte. So las Fritz Ostermayer seine Texte und der Impulsvortrag von Marc Oliver Schuster fiel ebenfalls aus. So kam es gleich zum Podiumsgespräch mit Daniela Strigl, Ferdinand Schmatz und Fritz Ostermeyer, und Thomas Eder unter der Leitung der ORF-Journalistin Judith Brandter, wo gerklärt wurden, was die Ziele der Wiener Gruppe waren?

“Die bösen Buben wollten nach der Nazizeit die Gesellschaft provozieren!” sagte, glaube ich, ungefähr Daniela Strigl, und wurde von Gerhard Rühm unterbrochen, der erklärte, daß eigentlich gar nicht ihre Absicht war. Aber die Publikumsbefragung kommt erst spöter erklärte Judith Brandtner etwas ungehalten und Ferdinand Schmatz erkundigte sich , ob man weiter machen sollte?

Natürlich, die Experten wissen es ja besser, als die die damals dabei waren. Gerhard Rühm ließ sich aber nicht beirren und Linda Christanell ergänzte die Rollen der starken Frauen, die es damals auch gegeben hat, die sich aber in anderer Art und Weise äußerten, beispielsweise daß sie die AUF gründeteten oder Experimantalfilme machte. In der Wiener Gruppe waren, glaube ich, ja nur Elfriede Gerstl und Friederike Mayröcker, aber auch erst spät und die Gerstl hat sich ja, glaube ich, eher an den Rand gedrängt gefühlt.

Dann kam es zur Präsentation der H.C.Artmann-Klasse der Schule für Dichtung, die unter der Leitung des Trio Lepschi, beziehungsweise Stefan Slupetzky, einige Songs nachgedichtet  oder neu geschrieben haben,  die sie jetzt mehr oder weniger gut vorbereitet,  mehr oder weniger gut gesungen vortrugen.

Sie bekamen großen Applaus. Eine Danksagung der Festivalorganisatoren gab es auch noch und es war  eine sehr schöne Veranstaltung in einen eher kleinen Rahmen des literarisch interessierten Insiderpublikums und soll, wenn ich es recht verstanden habe, in zwei Jahren wiederholt werden und da wäre es schön, wenn die Akteure der Wiener Gruppe soweit vorhanden, selber zu Wort kommen könnten.

Mit einem Grillfest in das Wochenende

Meide diesjährige Strohwitwenzeit startet in die zweite Woche, hat mit einem gigantischen Bücherputz- und Suchnachmittag begonnen und dann hatte ich am Wochenende ein recht intensives Korrigerretreat. Mit dem Szene für Szene Korrigieren bin ich jetzt durch. Am Sonntag habe ich das Ganze noch einmal von vorn begonnen. Ein Name war noch zu ändern, hieß ja Amanda Siebensterns Nachbarin Olga Proschinsky und Slavenka Jagodas Professor Jan Prochatzka.

Also habe ich eine Frau Koschinski aus der Nachbarin gemacht und bin darauf gekommen, daß der Text zeitlich noch nicht ganz stimmt. Da hatte ich ja das Problem, daß sich die vier Handlungsstränge zeitlich nicht ganz zusammenpassten, denn Slavenka Jagoda sitzt beispielsweise schon in New York in der Bibliothek und studiert die “Nobelpreisgalerie”, während sich Jonathan Larsen auf der anderen Seite noch weigert seiner Tochter zu sagen, wer es heuer geworden ist.

Das muß ich noch einmal gut durchkorrigieren und bin da jetzt etwa bei der Hälfte. Ganz stimmig ist es wahrscheinlich noch nicht, ich hoffe es wird aber immer besser und dann so lange durch, bis es sitzt.

Da hatte ich ja die Juni Wochenenden geplant, weil ich unter der Woche jetzt ziemlich viele Stunden habe, aber dieses Wochenende gibt es in den Breitenseer Lichtspielen ein Literaturfestival, das ich eigentlich besuchen will, so daß dieses Wochenende das Korrigieren ziemlich ausfallen wird.

Eigentlich hätte das Festival schon am Freitag begonnen, aber da hatte ich, beziehungsweise der Alfred eine Einladung zum Augustin-Grillfest und da hat er mich sogar angekündigt.

Die Ruth hat heute in Krems gelesen, aber deren Buch habe ich schon gelesen, so bin ich nach meiner neunzehn Uhr Stunde, ich habe am Nachmittag relativ viel korrigert in die Reinpreichtsdorferstraße aufgebrochen, wo ich ja schon einmal, lang lang ists her, Gast bei der Schreibwerkstatt war und einmal tolle Flohmarktbücherfunde machte.

Jetzt wurde zwanzig Jahre Radio Augustin mit einer Torte gefeiert. Es sang das “Stimmgewitter”, es gab Würstl,  gegrillten Tofu und viele Leute.

Die Bärbl Danneberg vom Arbeitskreis schreibender Frauen habe ich gesehen, die Christa Urabenk mmit der ich einmal bei einem Open Mike aufgetreten bin, sowie den “Mandelbaum-Verleger”.

Sonst gibt es noch einige Anrufe mit der Ruth, die ich diese Woche hatte, zu vermelden. Sie kam zwar nicht am Mittwoch in die Schreibgruppe, weil sie eine andere Veranstaltung, ich glaube, wegen ihres Frauenbuchs hatte, hat aber mit der Leiterin der VHS im neunten Bezirk ausgemacht, daß wir im November, ausgerechnet an meinem Geburtstag, noch einmal einen literarischen Spaziergang durch den Neunten machen und weil das eine Veranstaltung des neunten Bezirkes ist, brauchen wir neben den “Schlüßeln” und den “Thuryhof” noch ein drittes Objekt. Und da gibt es offenbar eines am Zimmermannplatz direkt gegenüber vom offenen Bücherschrank, das wir nächsten Sonntag besuchen und beschreiben wollen.

Da wird es dann wieder nichts mit dem Korrigierretrat, aber vielleicht kann ich am Samstag fleißig sein und lesetechnisch geht es derzeit auch sehr langsam voran. Da habe ich ja nach Pfingsten fünf Rezensionsexemplare bekommen, wührend ich vorher ja schon drei Stück von meiner Backlist hinuntergelesen habe.

Für die vier Bücher habe ich jetzt lang gebraucht und lese immer noch “Wien 1938” und gestern und vorgestern habe ich auch je ein Buch bekommen, nämlich Barbara Riegers “Bis ans Ende Marie” und Inger Maria Mahlkes “Archipel”, das sind aber schon Herstproduktionen. Also erst im August zu lesen. Dafür kam heute, worauf ich schon gewartet habe, Judith Gruber Rizys “Eines Tages verschwand Karola”, was ich gleich lesen kann und dann wieder meine Backlistbücher, da warten ja noch einige schöne Stückerln, bevor das Buchpreislesen, beziehungsweise die Schweiz-Lesewoche beginnt, aber vorher starte ich ja noch in meine Sommerfrischenwochenendem,  bin auf das Programm der O-Töne, das auch bald bekanntgegeben wird, gespannt, das “Bachmann-lesen” naht, da wissen wir, wer heuer darf und Pläne für mein neues Projekt kommen auch gelegentlich und werden von mir getreulich aufgeschrieben.

Dunkelgrün ist fast schwarz

Jetzt habe ich es doch gelesen, das neue Buch von Mareike Fallwickl, deren Blog und Facebookseite ich seit ein paar Jahren regelmäßig verfolge und das in die Bloggerwelt eingeschlagen ist, wie ein Sturmgewitter.

“Wow, eine von uns und sie hat es geschafft!”, war möglicherweise der Grund für diese Jubeleuphorie, die mich, ich gebe es zu, etwas skeptisch und abwehrend machte und neugierig natürlich, deshalb habe ich mich auch um das Buch sehr bemüht und war bei der Lesung im Literaturhaus, wo  die 1983 in Hallein geborene und dort lebende Autorin ein wenig schnippisch wirkte und so auch mit dem Moderator umging und ich wußte nach der Lesung immer noch nicht so genau, wie ich mit dem Hype umgehen soll, denn eigentlich hatte mich diese Dreiecksgeschichte auch jetzt noch nicht vom Sessel gerissen und dann habe ich das Buch zu lesen angefangen, dachte anfangs, das wird mir nicht gefallen und nach noch nicht mal zwanzig Seiten, daß dieser sanfte österreichische Dialekt das “Hollerkoch” und der “Eierlikör” vielleicht ein  weniger bösartiger Thomas Bernhard  werden könnte.

Aber Mareike Fallwickl hat in einem Interview gesagt, daß sie mehr unterhalten, als große Literatur sein wollte und das Buch deshalb in einzele Puzzlesteine zerlegt hat, so daß sich der Leser selbst sein Bild machen könne.

Deshalb ist das Lesen vielleicht auch nicht so ganz einfach und man braucht lange in die Geschichte hineinzukommen und sie zu verstehen und ich habe das  vierhundertachtzig Seiten Buch in jeweils hundert Seiten Etappen gelesen und dachte bei der zweiten, wo Moritz seine schwangere Freundin zurücklassend mit dem nach sechhzehn  jahren zurückgekommen Raf sich gleich in Salzburg betrinkt und es dann auch noch eine Sadomaso Szene zwischen Johanna und Raf gibt und Marie Motz Mutter ihren Mann mit Rafs Vaters Christian betrügt, daß mir das doch nicht so gefällt und mir dieser farbensehende Motz eigentlich viel zu passiv, wie auch die anderen Charaktäre außer diesem Archlochkind Raf sind und mir das ganze auch nicht psychologisch richtig erscheint.

Das hat sich dann in den drei weiteren Lesesessions wieder geändert und mein Fazit ist, daß es wahrscheinlich doch ein gutes Buch mit einem wahrscheinlich wirklich neuen, noch nicht so abgelutschten Thema und wahrscheinlich auch eine spannend erzählte Beziehungsgeschichte ist, die wenn man sie chronologisch erzählt auch logisch wird.

Da ist also Marie, eine ehemalige Krankenschwestern, die mit ihren zwei Kindern in ein Haus am Berg bei Hallein zieht, Alexander der Vater studiert noch in Wien Medizin. Sie ist allein im Ort, kennt noch niemanden,  geht auf den Spielplatz und sieht dort Sabrina, die ebenfalls ein Kind am Arm und eines im Tragetuch hat, das am Arm ist Raffael, derei tage jünger, als Moritz, Maries Sohn und das Einzige, was der ihm voraus hat, denn Raffael, das Arschlochkind, Mareike Fallwickl schreibt in ihrem Blog und erzählte auf der Lesung, das eine Spielplatzszene, wo ein Kind grinsend einem anderen auf den Bauch trat, der Auslöser für das Buch war, nimmt Moritz gleich an die Hand und und sagt: “Motz ist jetzt mein Freund!” und von da beginnt dann die Geschichte rasant sich zu entwickeln.

Im Buch beginnt sie 2017 als Motz seiner schwangeren Freundin die Hand auf den Bauch legt, denn bald wird das Baby geboren. Da läutet es  und Raf steht mit dem Koffer vor der Tür, sagt, das Hotel hatte kein Zimmer mehr und ob er nicht eine Nacht hier schlafen kann und dabei gibt es offenbar gar kein Hotel in Hallein.

Die beiden haben sich seit sechzehn Jahren nicht mehr gesehen. Motz ist ist ganz durcheinander kann aber nicht nein sagen, das kann er bei Raff nie und  so werden aus der Nacht drei Wochen, Kristin, die Freundin zieht schon aus, bis sich die Geschichte endlich klärt und man alles versteht.

Iin drei Perspektiven von1987, als Motz drei Jahre war und mit seiner Mutter auf den Spielplatz kam, wird das erzählt. Moritz, Marie und Johanna , das ist die dritte der Dreiecksbeziehung, haben eine Stimme, Raffael, das Arschlochkind gegen das sich der sensible, farbensehende Moritz, deshalb hat das Buch auch seinen Namen, nicht wehren kann, nicht.

Und so kommt Motz vom Kindergarten mit blauen Flecken heim, Raffael sperrt ihn auch in den stillgelegenen Stollen und Marie, die all das sieht, kann ihm nicht helfen, obwohl sie später sogar im Gymnasium zum Direktor geht und sagt, daß die beiden in verschiedene Klassen sollen, kommt kurz darauf doch ein Anruf, Motz hätte ein Mädchen im Keller eingeperrt und Marie weiß, das Raf, das war, der Blender, der mit seinem Grinser alle Herzen einnimmt und seinem Freund Motz  so 2001 Johanna, die ihre Eltern verlor und zu den Beiden ins die Schule kam, wegnimmt und als sie schwanger wird, ist das Kind natürlich von Raf, wird aber Motz unterschoben, die ihn, als es tot auf die Welt kommt, auch verläßt und so haben alle ihre Traumen, als es 2017 in der Nacht in Hallein klingelt undMotz mit dem Koffer vor der Tür steht.

Aus der einen Nacht werden drei Wochen, Kristin verlangt von Motz daß er mit Raffael redet, ihn hinauswirft. Der kann das nicht, durchsucht nur seinen Koffer, findet einen doppelten Boden, Geld, falsche Pässe und Medikamente, so daß diese Geschichte auch ein Krimielement beinhaltet, obwohl man ja eigentlich  nicht genreübergreifend schreiben soll.

In den Johanna Kapiteln bekommt man noch heraus, daß sie in Florenz sitzt, wo offenbar ein Mord geschehen ist und sie nicht weiß, ob Raff der Täer war. Sie sucht nach ihm und bekommt dann in Berlin ein Mail von ihm wo er sie nach Hallein holt, denn Raff ist auch der große Stratege, der alles plant, alles inszeniert und dann, wenn man vielleicht doch auf ihn böse ist, zu kochen beginnt.

Kristin ist inzwischen zur einer Freundin gezogen und hat Motz “Er oder ich?” vor die Wahl gestellt. So daß der dann endlich doch zu reden anfängt. Dann läutet es noch an der Tür, Johanna erscheint mitten in der Nacht. Es kommt zur Ausprache. Motz wirft die Beiden, beziehungsweise Raff endlich hinaus, will dann seine Mutter anrufen. Aber da läutet es wieder. Es ist Kristin, die ihm sagt, er soll kommen, denn sie muß in die Klinik, das Baby will heraus.

Das ist jetzt vielleicht wieder ein wenig kitschig, aber eigentlich doch ein fulminantes Buch und kein Debut, obwohl das am Klappentext so steht, denn Mareike Fallwickl hat schon einen erotisches Auftragsroman geschrieben und es ist wahrscheinlich trotz der beschriebenen Schwachpunkte immer noch um vieles origineller, als die unzähligen Midlifekriseromane, die ich in der letzten Zeit gelesen habe.

Besonders, das sollte ich noch erwähnen, haben mir, die ich zwar so um die zehn Jahre älter als Marie bin, aber mein Kind 1984 geboren habe und da offenbar auch, wie Mareike Fallwickl es nannte, in der ersten Ökowelle drinnen war, die Stellen gefallen, wo Motz keine süßen Sachen essen darf, ihn die Großmama Gitt, die seine Mutter, weil eine Zugereiste und nur eine Krankenschwester nicht leiden kann, Zuckerln zusteckt, Marie Dinkelkuchen bäckt und von der Schweigermama dann angefahren wird, der das nicht schmeckt, weil sie kein Schlagobers besorgte.

Gesellschaft im Kasten

Da gibt es ja die Katalogkasten, die Stichwortzitatsammlungen, die nach der Digitalisierung wohl nach und nach still und heimlich aus den Bibliotheken verschwunden sind.

Nicht so im Literaturhaus, da hat Evelye Polt-Heinzl den Wertheim-Kasten in einen Zitatkasten verwandelt. Literarische Stichworte eingefügt und ihn wohl seit 2012 Jahr für Jahr erneuert und heuer wohl erstmal an eine Autorin den Auftrag erteilte, diesen für eine Ausstellung zu füllen und die 1964 in Salzburg geborene kenne ich schon lang.

Wo und wann ich sie kennengelernt habe, weiß ich gar nicht so genau, ich kann mich aber an eine IG-GV erinnern, wo ich damals von St. Pölten nach Wien pendlete mit dem Korb in dem die Texte, die 1996 für das Nachuchsstipendium drinnen waren, die ich mir im Zug durchsah, teilgenommen habe und da saß Margret Kreidl in den ersten Reihen und sagte, es ist ganz egal, ob drei oder fünf leute zu einer Lesung kommen, das ist trotzdem okay.

Sie verlegt inzwischen bei der “Edition Korrespondenzen”, stand einmal, glaube ich auf der Hotlist, ich sehe sie und ihren Lebensmenschen Lukas Cejpek manchmal bei Lesungen und auf Messen und weil ich ja ein bißchen legasthen bin oder auch ein wenig schlampert bin, habe ich, als ich vor kurzem von “Kremayr und Scheriau” ins Belvedere bekommen habe, mich dort sofort angemeldet, und das  Greiner mit Kreidl verwechselt, worauf mich dann erst Stephan Teichgräber im “Doml” aufmerksam machte. Das sind so die kleinen Aufreger im Leben und nicht wirklich wichtig und Wien-Stipendiatin ist Margret Kreidl wahrscheinlich auch, jedenfalls im Mai im “Musa” da hatte ich aber so viele Stunden, daß ich nicht hingehen konnte, was mir sehr leid tat.

Also heute und da bin ich trotz meiner sechs Uhr Stunde nicht zu spät gekommen, obwohl mir sowohl Bus, als natürlich die Straßenbahn vor der Nase weggefahren sind, denn die Leute standen noch im Foyer und besichtigten die Ausstellung, die ja heute mit einem großen Programm eröffnet wurde und Margret Kreidl war wohl schon den ganzen Tag im Literaturhaus, um vorzubereiten und ist da von der Stiege gefallen und hat sich das Bein gebrochen oder geprellt, so daß sie ihr Publikum und es war die ganze literarische Prominent zum Teil aus Hamburg und Berlin eingeflogen, anwesend, denn Margret Kreidls Idee  für ihr Zettel-Projekt, sie hat ja ein Buch geschrieben das “Zitat,Zikade” heißt, war, daß sie sechsundfünfzig literarische Lebensmenschen, denn schreiben ist ja Kommunikation, sagte sie in der Einleitung, bat ihr jeweils ein Ding für eine Lade des Zettelkastens zu spenden und so saß ich hinter Gerhard Rühm, Gerhard Jaschke und Karin Peschka, sah Lukas Cejpek natürlich, denn der hat einen Chor einstudiert, wo vier Schauspieler auftraten und im Chor Zitate vortrugen.

Robert Huez begrüßte, Evelyne Polt-Heinzl erzhlte etwas zum Projekt und die vier Chorstimmen zitierten Namen wie Brigitte Salanda, Gustav Ernst, Marie Luise Lehner,  Erika Fischer,  Dieter Sperl und und und…

Das sind, wie das Margret Kreidl sitzend, erläuterte die sechusundfünfzig Freunde, die ihre Gaben in den Kasten legten. Ein paar waren anwesend, die Margret Kreidl feierliche begrüßte und ihren Lebensbezug erläutetete, Ilse Kilic richtig ist auch dabei und Gabriele Petricek und Birgit Schwaner, die mich freundlich grüßte, im Publikmum und zu meinen Erstaunen sah ich da auch den Otto, von Alfreds Wandergruppe, der meinen Blog, meine literarische Ausdrucksform, das erste halbe Jahr seines Bestehens freundlich kommentierte.

Er hat, wie ich später erfuhr, seine Lieblingsbuchhändlerin Brigitte Salanda zur Lesung begleitet und die Mulitmedia Künstlerin Reni Hofmüller hat eine musikalische Beigabe im Sinne Pöasmodiumsstruktursgeeflecht beigesteuert.

Dann gab es noch einen analogen Chor eines amerikanischen Germanisten und danach Getränke und Knabberstangen, bevor mann diesmal die Stiegen, die ja sonst streng abgesperrt sind, in die Bibliothek hinaufwandert und sich den Zettelkasten mit seinen Leihgaben ansehen konnte.

Interessant interessant, die experimentelle Literaturszene und ein” Salz-Zeitschrift für Literatur”, wo Margret Kreidl einen Text drinnen hat, habe ich auch bekommen.

Zwei Duoveranstaltungen

Heute wieder nach einigen Stunden und zwei Befundbesprechung Utopie-Workshop mit Stephan Teichgräber im Doml, wo ich ja inzwischen seit einem Monat oder so mit ihm alleine bin und was meine Seite betrifft, die eineinhalb Stunden eher zum literarischen Plaudern als zur Werkanalyse benütze.

Aber ich habe mich darauf vorbereitet, habe ich ja am Donnerstag am Fronleichnahmstag meine Bibliothek durchgeputzt und sowohl den “Report der Magd”, als auch die “Rote Zora” gefunden und beide Bücher mit dem vom Jaroslav Rudis in den Workshop mitnehmen wollen und gestern im tschechischen Zentrum hätte ich ihm auch ein Buch über die tschechischen Verlage mitnehmen können, das dann aber dort geleassen und heute auch nur das Altmann-Buch, neben den Orwell, den ich ja immer mitnehme eingepackt, denn wir tun, seit wir zu zweit sind ja nicht mehr ganz so viel, sondern plaudern.

So habe ich Stephan Teichgräber erzählt, daß heuer Tanja Malartschuk beim “Bachmannpreis” lesen wird. Er hat es aber schon gewußt und sie auch einmal in Prag getroffen und hat auf der ukrainischen Seite ihre Werke gegooglet, weil mir erst nach und nach eingefallen ist, daß das Buch das ich von ihr gelesen habe “Biografie eines zufälligen Wunders” heißt.

Dann sind wir aber doch wieder zum Orwell gekommen, haben wieder festgestellt, daß die deutsche Übersetzung offenbar weniger poetische Vergleiche oderMetaphern hat, als die englische Originalausgabe und sind dann auf die “Kleine Grammatik gekommen, die es im Anhang gibt.

Orwell hat da ja eine besonder Sprache gefunden und Vergleiche mit Kemperers LTI liegen natürlich nahe, aber auch der Vergleich zu dem leichter lesen, wenn man alles verkürzt und die Frage wo und wie der Neusprech sinnvoll und nützlich oder das Gegenteil ist und auch der Vergleich zu der neuen Rechtschreibordnung.

Da zitiere ich ja immer gerne die Geschichte, wo ich einmal vor dem offenen Bücherschrank in der Zieglergasse stand. Eine Menge Nöstlinger oder andere “Jugend und Volk Bücher” aus den Siebzigerjahren, ganz schöne, lagen drinnen und draußen stand eine Frau mit einem Mädchen das gerne danach greifen wollte.

“Achtung!”, rief die Mutter.

“Pass auf das ist noch die alte Rechtschreibordnung!”

Und das Kind mußte zwangsläufig nachgeben. Ich habe mit der Mutter ein bißchen diskutiert und kann darüber nachdenken, ob das jetzt Leseförderung ist oder nicht und es war ein interessanter Workshop- Nachmittag.

Nächste Woche fällt es wieder aus, also haben wir noch ein paar Nachmittage, wo wir uns der Utopie des Neusprechs widmen können und ich ging in meine Praxis, machte eine Stunde und empfing dann, was ich ohnehin schon wußte, Doris Kloimstein zur Schreibgruppe. Denn Peter Czak, der die Gruppe eigentlich verschieben wollte, meldet sich derzeit nicht, Klaus Khittel schon und hat auch Interesse, aber leider keine Zeit, der Robert keine Zeit am Mittwoch und die Ruth diesmal einen anderen Termin.

Also haben wir wieder eine Flasche Wein getrunken uns sehr gut über den Literaturbetrieb, den Schmähungen und den Kränkungen, denen man in diesen ausgesetzt ist und noch über vieles anderes unterhalten und diesmal nichts geschrieben und ich kann denen, die an meinen Korrigierfortschritten interessiert sind, frohlockend vermelden, daß ich am Samstag und am Sonnstag da sehr produktiv gewesen bin.

Am Samstag war ich wie vorgenommen beim Friseur und habe ein wenig eingekauft, dann den Text szeneweise zu Ende korrigiert. Am Sonntag das Ganze einmal von vorn nach hinten durchgesehen und bin darauf gekommen, daß vieles noch nicht so passt.

Da habe ich ja auch zeitliche Probleme, denn wann wurde 2017 der Nobelpreiskanditat bekanntgegeben, vor oder nach Frankfurt und vor oder nach der Wahl+<ich glaube erst nachher. Daher mußte ich noch einiges umändern, aber sonst bemühe ich mich sehr zwischen meinen Stunden den Text nicht zu vernachläßigen, so daß ich möglichst bis Ende Jun,i wenn der Alfred wieder zurückkommt, damit fertig bin und mit frischen Plänen für das Neue in die Sommerfrischenwochenende starten kann.

Mal sehen wie es geht? Die Schreibgruppe habe wir einstweilen ad Acta gelegt, denn es kommt ohnehin die Sommerpause und dann werden wir sehen, wie es weitergeht.

Wien-Tschechien-Italienreise

“Reisen wir” heißt eine Reihe in der “Gesellschaft für Literatur”, wo offensichtlich Reisetexte vorgestellt werden. Da war ich schon einmal bei Mirco Bonne und heute hat meine literarische Veranstaltungsreise eigentlich im von 1938 angefangen. Denn da gibt es ja heuer ein Gedenkjahr und deshalb eine Ausstellung in der “Wien Bibliothek” mit einem Begleitprogramm.

Und da ging es heute im Seminarraum um den Proagandafilm und das ist ja ein sehr interessantes Thema und ich habe mir da Werbefilmchen vorgestellt, wie etwa ein schöner junger SA Mann blond und blauäugig einem ebenso schönen naiven Wiener Mädel erklären soll, wo sie am 10. April ihr Kreuzerl machen soll.

Aber mitnichten, es wurden von Michael Loebenstein und Ingo Zechner, zwei Herren, die trotz der Hitze weiße Hemden trugen, unter derModeration der Direktorin Sylvia Mattl-Wurm nur die Filme gezeigt, die schon in der Ausstellung, da war ich ja bei der Eröffnung zu sehen sind und die haben mich nicht sehr interessiert, weil es da ja um eine Gastwirtschaftstagung im Rathaus, eine Rede des damaligen Bürgermeisters im Apollokino,  wo er den deutschen Buben und Mädeln die Rolle des Sparens erklärt und dann wurde noch irgendein Nazibonze eingeflogen, der den Beamten am Rathaus sprich Adolf Hitler Platz, so hieß er ja damals, offenbar das neue Regime erklärte.

Die wurden besprochen und kommentiert und dann gab es noch zwei Minuten aus der damaligen Polizeileistungsschau, die dese seit 1927 jedes Jahr zu Weihnachten präsentierte und war zu sehen, wie die Wiener Polizisten ihre Knüppel abgeben und die deutschen ins Rathaus einmarschierten.

Interessante aber allemal für die Historiker und wenn ich mit der Mareike Fallwickl fertig bin, steht ja das Flügge-Buch auf dem Programm, da habe ich mich also in das Jahr 1938 schon ein wenig eingesehen und die Plakate habe ich ja auch schon studiert.

Danach also weil es zeitlich passte und es auch keine Alternative gab in die “Gesellschaft für Literatur”, obwohl mich das Buch über den Po, des italienischen Reiseschriftstellers Paolo Rumiz übersetzt von Karin Fleischanderl eigentlich auch nicht so interessierte und ich dachte, da bin ich wahrscheinlich alleine dort und kann mich mit Gustav Ernst unterhalten.

Mitnichten, wie man sich irren kann, könnte ich schon wieder schreiben, aber vorher bin ich an der Buhhandlung Kuppitsch vorrüber am tschechischen Zentrum vorbeigekommen und habe da wieder wie schon im April ein paar Leute mit einem Weinglas vor der Tür stehen sehen.

Also nichts wie hinein. Denn es gab wieder eine Ausstellung, diesmal feierte, wenn ich es richtig verstanden habe, ein tschechisches Gymnasium den Abschied einer Lehrerin mit einer Ausstellung ihrer Werke. Vielleicht war es auch kein tschechisches Gymnasium, es war jedenfall fast nur Tschechisch zu hören und es gab Wein, Brötchen und kleine süße Schnecken und dann nach Italien.

Bella Italia lag diesmal, wie Tschechien in der Herrengasse und oh Überraschung der Vortragssaal sehr voll, so daß schon Sessel im zweiten Raum aufgestellt waren und heiß war es auch.

Ich habe trotzdem, Glück muß man haben, einen Platz in der zweiten Reihe bekommen, mich mit meiner Nachbarin über meine Waldviertler Sandalen unterhalten, Gustav Ernst, der prompt in der ersten Reihe saß zugewinkt und jetzt sehr viel Italienisch gehört.

Karin Fleischanderl, die Übersetzerin moderierte, der 1947 geborene Reiseschriftsteller war sehr charmant und erklärte, daß die Italiener kein Verhältis zu ihren Flüßen haben, so ist der Po verschmutzt. Die Mütter warnen ihre Kinder ins Wasser zu gehen und ihm wurde abgeraten eine Flußreise zu unternehmen.

Das hat ihm natürlich gereitzt, so hat er diese mit dem Kanu, der Barke und dem Segelboot und einigen Freunden unternommen, eine Frau in Schwarz dabei gesehen, auch noch etwas von einem früher erschienenen Buch, das der “Leuchtturm” heißt  und von der Phantasie erzählt, die man bekommt, wenn man einige Zeit allein auf einer kleinen Insel auf einem Leuchtturm verbringt.

Er hat dann noch viele Fragen aus dem Publikum beantwortet. Es gab einen Tisch mit vielen Büchern, die man, wie Karin Fleischanderl wieder aufforderte, kaufen und sich signieren lassen konnte und ich habe an einem Abend sowohl eine Zeitreise in die Vergangenheit, als auch in das kulinarische Tschechien und eine Reise auf den Po gemacht und dabei bin ich ja gar nicht reiselustig und staune momentan nur über die Mails die mir der Alfred derzeit aus dem schönen weitentfernten Amerika schickt.