Übersetzerpreise der Stadt Wien

Nach dem Ebner Eschenbach-Symposium und einer Fachtagung über Gesundheitskompetenz bin ich, ich kann es nicht lassen, am Abend ins Literaturhaus gegangen, wo die Übersetzerpreise der Stadt Wien für 2014 und 2015 vergeben wurden.

Eine Veranstaltung, die bisher an mir vorbei gegangen ist und ich war auch sehr erstaunt, Julia Danielcyck, die Literaturbeauftragte der Stadt Wien, die ich auch in der Bartensteingasse getroffen habe und die dort auf die Veranstaltung “Autorinnen feiern Autorinnen” am 28. April im Wiener Rathaus hinwies, zu treffen.

Aber natürlich, sie hat die Preise zu verleihen und dieser Übersetzerpreis ist, wie Werner Richter von den IG Übersetzerinnen, den ich von den IG-GVs kenne, in seiner Einleitung hinwies, etwas Besonderes, wird er ja an eher noch nicht so publizierte Übersetzer anonym, also wahrscheinlich mit unveröffentlichten, bisher noch unübersetzten Texte vergeben, trotzdem war mir Eva Srna, eine der Preisträgerin wohlbekannt und ich habe sie glaube ich schon öfter im Literaturhaus oder vielleicht auch an anderen Orten übersetzen gehört.

Sehr voll das Literaturhaus und in der ersten Reihe zwei alternativ wirkende kleine Kinder, das Mädchen im weißen Festtagskleid und nicht dazu passenden eher derben Schuhe, zu der anderen Preisträgerin, einer eher jungen Frau namens Ruth Altenhofer gehörend, die mir bisher auch unbekannt war, obwohl sie, wie Julia Danielcyck später erwähnte, schon 2012 bei den Preisträgern war.

Der Preis erklärte Werner Richter wird jedes Jahr ausgeschrieben, aber nur alle zwei Jahre vergeben und er gilt jeweils für ein spezielles Genre.

Bei Eva Srna war das die Erzählprosa und sie hat aus dem Spanischen Gustavo Martin Garzo übersetzt und zwar hat sie das offenbar schon zum zweiten Mal getan, jedenfalls zeigte sie zwei Bücher, des 1948 geborenen Autors her und erzählte, daß es in beiden, um Josef und Maria gehe und bei beiden würde der Autor Geschichten, die sich außerhalb der Bibel befänden, erzählen.

In dem früher erschienenen Buch ginge es, um den alten Josef, in dem mit einem Preis gewürdigten Text, um das Leben der Maria, als Kind, die in einem reichen Haus, aber mit einer Behinderung aufgewachsen ist.

Eva Srna las daraus zwei Stellen,  dann kam die andere Gewinnerin, die junge Frau, die aus dem Russischen in der Sparte satirschen Text übersetzte und gleich in ihrer Einleitung bekannte, daß sie über ihren Autor wenig wisse.

Als der Preis ausgeschrieben war, hat sie sich bei einer Russin nach einem entsprechenden Autor erkundigt, dann das Buch aus dem Regal genommen und genau die Länge übersetzt, die verlangt war.

Der Autor heißt Wjatscheslaw Pjezuch und der Text glaube ich “Nacht mit Johann Wolfgan Goethe” und da begegnet einem während des Lesens der Marienbadner Elegie, der große Autor und ein satirisches Gespräch über Literatur beginnt.

Nachher und das ist jetzt auch schon ungewöhnlich gab es ein Buffet mit Käse, Schinken, Aufstrichen, Kuchen und anderen feinen Sachen und bei den offenen Bücherkästen bin ich vorher und nachher auch fündig geworden.

Ebner-Eschenbach-Symposium

Nicht nur Henry James Todestag jährte sich heuer zum hundertsten Mal, auch auch österreichische Autorin Marie von Ebner-Eschenbach ist am zwölften März 1916 gestorben und sie wurde aus diesem Anlaß schon seit ein paar Jahren von Evelyne Polt-Heinzl, Daniela Strigl und Ulrike Tanzer entstaubt, sprich der “Residenz-Verlag” hat eine vierbändige Werkausgabe und eine entsprechende Biografie herausgebracht.

Den zweiten Band mit den Werken “Unsöhnbar und Lotti, die Uhrmacherin” habe ich gelesen, jetzt sind auch die letzten beiden herausgekommen und wurden am Mittwoch in der “Wien-Bibliothek” vorgestellt, da war ich, obwohl es mich interessiert hätte, nicht dabei, hat doch der Karli in den “Römischen Markthallen” zum Essen eingeladen und Daniela Strigls Biografie “Berühmt sein ist nichts” wurde am Dienstag in der Buchhandlung Leporello präsentiert.

Da hätte ich zwar kommen, aber acht Euro zahlen müssen und das tue ich ja nicht so gern, so habe ich die “Lyrik im März” vorgezogen und nach den Buchpräsentationen ist es sowieso gleich weiter mit einem internationalen Symposium in der Bartensteingasse “Schriftstellerin zwischen den Welten” gegangen und da habe ich zu meiner Überraschung meinen Psychologiekollegen Wolfram Huber getroffen, vielleicht war es auch keine, interessiert er sich doch seit seiner Pensionierung für Bertha von Suttner und die war mit der Gräfin sicherlich bekannt und hatte vor zwei Jahren ihren hundertsten Geburtstag und zwischen Bertha von Suttner und Marie Ebner von Eschenbach gibt es noch einige andere Übereinstimmung, so war der  Friedensnobelpreisträgerin vor zwei Jahren die Stadt Wien-Veranstaltung “Autorinnen feiern Autorinnen” gewidmet, heuer wird Ruth Klüger den Festvortrag für Marie von Ebner-Eschenbach halten, im Vorjahr hielt ihn Marlen Schachinger für Betty Paoly und die tarockierte ja mit der Baronin und mit Ida Fleischl und mit der hat sich Marie Ebner von Eschenbach literarisch ausgetauscht.

Also sicher interessant eineinhalb Tage der großen Sozialrealistin zu widmen, entstaubt oder nicht, denn ich denke, daß es da ja wichtig ist, nicht die Sicht des einundzwanzigsten Jahrhundert auf die 1830 geborenen Adelige zu stülpen, sie aber bekannter zu machen und nur von der Schulbuchlektüre wegzubringen, ist bestimmt sehr wichtig.

Wir haben ja in der Strassergasse, glaube ich, den “Muff” gelesen, die Geschichte, wo eine mitleidige Adelige einer armen Bettlerin einen Muff schenkt und die wird dann des Diebstahls verdächtigt und das ist sicher eine Stärke der adeligen Dame, die sich, wie Daniela Strigl mit feiner Ironie beklagte, später zur Matrone und gütigen Mutter stilisierte, daß sie die Wunden der Zeit erkannte und ihren Finger darauf legte.

So begann das internationale Symposium  mit einem Referat von Peter C. Pfeiffer von der Georgetown University in Wahshinton und der beschäftigte sich mit den Anfangen und den Enden ihrer Werke und merkte an, daß sie es nicht immer so genau mit den Gattungsbezeichnungen nahm, also Erzählung zu einem kurzen Roman, etcetera sagte, ich denke, dieses Problem haben wir noch immer, daß alles Roman genannt ist, obwohl es keiner ist und Marie von Ebner Eschenbach war, als Frau wahrscheinlich bescheiden und hatte es auch sehr schwer gegenüber ihrer adeligen Familie ihr Schreiben durchzusetzen.

Sie hat als junge Frau mit der Briefnovelle “Aus Franzensbad”, unter einem Pseudonym herausgegeben, sich über die adelige Gesellschaft  lustig gemacht, später hat sie ihre Enden oft umgeschrieben und die Geschichten verkitscht und harmonischer enden lassen, weil vielleicht Druck von den Kritikern oder der Familie kam.

Die Anfänge sind aber stark und klar meine Peter C. Pfeiffer und bezog sich auf “Undsühnbar” und auch “Lotti, die Uhrmacherin”.

Dann kam Daniela Strigl und erzählte aus Marie Ebner-Eschenbachs Biografie, daß sie eine leidenschaftliche Reiterin gewesen sei, die immer im Damensattel Erholung und Freude fand “Ich bin so eine Reitnärrin, daß ich vor dem Aufsteigen am ganzen Leibe zittere” und manchmal darüber auch das Schreiben vernachläßigte, obwohl ihr dieses sehr wichtig gewesen ist.

Es gab zwei Referate über die “Kinderfiguren” in ihren Werken und ihren politischen Realismus, die Referentin nannte sie dabei eine Sozialarbeiterin, aber das war sie nicht, sie hatte offenbar nur einen sehr sozialen Blick, mit ihren Erzählungen “Er läßt die Hand küssen”, “Das Gemeidekind” entcetera und sie hat auch und das habe ich jetzt fast vergessen, in allen Gattungen geschrieben und wollte sogar der oder die “Shakespearrin ihres Jahrhunderts” werden. Das ist ihr nicht so ganz gelungen, Gedichte gibt es aber  und viele Briefe, vor allem mit ihrer Freundin Josephine von Knorr mit der sie sich auch literarisch austauschte und von diesen Briefwechsel, von dem ich das erste Mal bei dem “Archivierungssymposium im Literaturhaus” hörte, gab es gleich zwei Referate von jungen Frauen aus dem “Salzburger Literaturarchiv”, das ich ja vor kurzem besucht habe und am Schluß gab es noch eines, das scheinbar so gar nicht dazu passte, nämlich über die frühen Fotografien, wo sich alle in ihren schönsten Kleider aufstellten und in  immer gleichen Posen abgelichtet wurde, weil es ja noch kein Smartphone gab und über den Zeitgenossen Ferdinand von Saar mit dem die Ebner von Eschenbach, glaube ich, auch befreundet war.

Am Freitag ist es dann weiter mit den Zeitgenossen gegangen, da hat nämlich Walter Hettche von der Universität München unter dem Titel “Der Tiger und die alte Tante”, Marie Ebner von Eschenbachs Beziehung zu Paul Heyse, den Nobelpreisträger von 1910 glaube ich, der mir höchstens dem Namen nach ein Begriff war, vorgestellt. Sie hat ihn sehr gelobt, sie haben sich auch gegenseitig Novellen gewidmet und in seiner geht um Kindesmißbrauch und da schreibt die alte Dame, etwas in ihr Tagebuch, daß die Männer Tiger seien und behandelt das Thema Vergewaltigung in ihrer Novelle dan ganz anders.

Evelyne Polt-Heinzl, eine der Herausgeberin stellte den Bezug zum “Jung Wien” Schnitzler, Salten etcetera vor, dann ging es um den Nachlaß den die Wien-Bibliothek 1930 um neun tausend Schilling vom Erben einem Neffen aufkaufte, ein anderer Teil ist in Mähren verstreut und um die Marie von Ebner Eschenbach Forschung ging es auch.

Dann hätte eine Schlußdiskussion folgen sollen, es kam aber eine Dame von der Kunstuniversität und hielt ein Zusatzreferat über die Büsten und Denkmäler, die es von der Dichterin gibt und wieder interessant sie ist die erste Ehrerndoktorin der Univ Wien zu einer Zeit geworden, als es noch kaum Studentinnen dort gab.

Danach gabs eine Mittagspause und am Nachmittag die Möglichkeit eine Führung im Uhrenmuseum zu machen, wo ein Teil der Eschenbachen Uhrensammlung, sie war ja eine Uhrensammlerin und hat auch eine Uhrmacherlehre gemacht, zu machen, da hatte ich aber eine andere Fortbildung und bin stattdessen auf den Wienerberg zur Gebietskrankenkassa gefahren.

 

Cornelia Travniceks Lyrik zum Frauentag

Damit sind nicht nur Frauengedichte gemeint, denn es ist der achte März und im März hat die “Gesellschaft für Literatur” immer einen Lyrikschwerpunkt, den Hans Weigel einmal einführte, um die Lyrik sichtbarer zu machen und so gibt es in diesem Monat immer einige diesbezügliche Veranstaltungen.

Die GAV hat eine Großveranstaltung, die meistens versäume, weil ich um diese Zeit nach Leipzig fahre und eigene Lyrikreihen gibt es inzwischen auch, alte und auch neue und einige ranken sich um den Literaturkreis “Podium”, der ja auch immer einen Fyler mit Gedichten zu diesem Anlaß herausgibt und auch die Reihe “Podium Portrait” hat, bei deren Jahresproduktion ich  letzte Woche war und die Reihe “Lyrik in Österreich” hat es im “Grasl Verlag” auch lange gegeben.

Bis 2004 hat Hannes Vyoral heute glaube ich, erwähnt, von der ich  einige Bändchen habe, dann ist sie eingeschlafen und ist durch die Reihe “Neue Lyrik aus Österreich”, herausgegeben von Sylvia Treudl, Hannes Vyoral und Nils Jensen wieder aufgeweckt worden.

Da werden pro Jahr vier Gedichtbände herausgegeben, die man einzeln und auch im Abonnement beziehen kann. Bei der Präsentation der Bände von 2014 war ich glaube ich in der “Alten Schmiede” und heute wurden in der “Gesellschaft für Literatur”, anläßlich des Lyrikschwerpuunktes, wie Ursula Ebel in ihrer Einleitung erwähnte,  zwei Bände von 2015 und zwei von 2016 vorgestellt.

Sylvia Treudl hätte das einleiten sollen und hat das schon in den vergangenen Jahren so gemacht, war aber krank, so hat das Hannes Vyoral für sie übernommen und als ich  in der “Gesellschaft” saß und mir das Programm anschaute, habe ich gedacht, ich hätte mir die Veranstaltung eigentlich sparen können oder habe nun ein Deja vu, denn einiges kenne ich daraus schon.

Dabei lese ich ja gar nicht so viel Lyrik, schreibe keine und bin auch nicht so oft auf diesbezügliche Veranstaltungen oder doch vielleicht, denn ich war ja vorige Woche bei den “Podium Portraits” und da hat Christoph Janacs sein Jahresbändchen vorgestellt und der Band 13, der neuen Lyrik Reihe, “Kains Mal” ist ist ihm auch gewidmet und Gregor M. Lepka, dem der Band 12 “Die Sicht auf die Dinge” gewidmet ist, habe ich aus seinen Bildbetrachtungen für die Eröffnung eines Museum bei Thalheim bei Wels vor kurzem in der “Alten Schmiede” auch gehört.

Aber Gedichte kann und soll man ja öfter hören, um sie ganz zu erfassen, so liest Rainer Kunze seine Gedichte oft zweimal und fordert das Publikum auch auf, das von ihm bei Bedarf zu verlangen und dann gab es auch Neues nämlich, den Band von Cornelia Travnicek “mindestens einen der weißen wale” und das ist eines der wenigen Travnicek Bücher, die ich nicht  zu Hause habe und Gerhard Jaschkes Band war auch neu für mich, denn er ist auch in diesem Jahr erschienen und hat auch gleich das “Firebord 3” mitgebracht, das “Hundert Jahre Dada” gewidmet ist und das “Feribord” 19, während das Nummer 16, das ich ja in der “Alte Schmiede” gesucht habe noch immer nicht erschienen ist.

Bekannte im Publikum und einige Begrüßungen, Lukas Cejpek, den ich auch am Sonntag bei Ruths Frauentagveranstaltung gesehen habe und dem Alfreds Fotos sehr gefallen haben, Monika Vasik, die ich vorige Woche bei den Podiums Portraits höre, Christl Greller, Stefan Eibl-Erzberg, Katharina Riese, Waltraud Seidelhofer und und…

Cornelia Travniceks Lyrik, die bezüglich des Frauentags, als erste gelesen hat, war auch sehr interessant und poetisch, kenne ich sie ja eher von ihrer Prosa und ihren Social Media Aktivitäten. Aber sie hat ein Gedicht Ingeborg Bachmann gewidmet, eines Volker Braun nachempfunden und in dem Bädchen ist ihre Lyrik von zehn Jahren enthalten, weil sie nicht so viele Gedichte schreibt.

Den meistens wird sie ja auch mit ihren Romanen “Chucks” und “Junge Hunde”, die ich erst lesen muß, ein Begriff sein, woran man wieder sieht, daß die Lyrik hinter den Romanen verschwindet.

Dann kam Gregor M. Lepka an die Reihe und las wieder seine Bildbetrachtungen vor, aber Chrstoph Janacs Lyrik war neu auf mich, handelte sie doch von Gott und der Welt und die Irrungen und Wirrungen, die es darum gibt. Das war höchst beeindruckend,  klar, hat er doch einmal Theologe studiert, sich davon aber, wie er einleitend erwähnte, weit entfernt.

“Mensch und Gott wir müssen einander fürchten: wir sind einander so ähnlich” lautet so ein Probegedicht, das auch im Verlagsfolger enthalten ist.

Dann kam Gerhard Jaschke mit “bis auf weiteres”, der wieder einen anderen Stil und Ton in die Reihe brachte. Lakonisch einfach, eindringlich und gerade deshalb zum Aufhorchen, schmunzeln und merken, wie auch das abgedruckte Gedicht beweist “Arme Sau bist du auf den Hund gekommen, ist alles für die Katz, Schwein gehabt falls dem nicht so ist. Du lieber Schwan!”

Am sechzehnten geht es weiter mit der von der GAV veranstalteten “Lyrik im März”, wie Gerhard Jaschke einlud.

Da sind wir wieder in Leipzig und Petra Ganglbauer wird da vielleicht ihren neuen bei “Keiper” erschienenen Band präsentieren, auf dem ich schon warte, habe aber demnächste Anna Achmatovas “Poem ohne Held” gelesen und Eugen Roth “Gute Reise” wartet auf meiner Leseliste auch auf mich und das könnte ich fast nach Leipzig mitnehmen, weil es  zum Thema passt und was den Frauentag betrifft, 3 zu 1 ist ja nicht ein so guter Schnitt und dabei schreiben höchstwahrscheinlich  mehr Frauen, als Mäner Gedichte.

Aber El Awadalla veranstaltete im “Tschocherl”, glaube ich, einen extra Dialekt Poetry Slam und ist auch auf zwei Videos bezüglich ihrer Bundesprädsidentenkanditatur zu sehen, was vielleicht nicht ganz zum Tag der Lyrik passt, dafür aber zum Frauentag und unterschreiben kann man für sie auch noch, wenn man will und Österreicher ist.

 

Vom Künstlerinnenbrunch zu Ruths Frauentaglesung

Ruth Aspöck

Ruth Aspöck

Bettina Balaka

Bettina Balaka

Der Sonntag ein bewegter Tag mit Veranstaltungen in St. Pölten und in Wien, hat es doch mit der Finissage der von Doris Kloimstein literarisch kuratierten Ausstellung im St. Pöltner Sommerreflektorium “Kunst-Macht” begonnen. Da waren wir vor drei Wochen bei der Vernisage, jetzt hat es um elf ein sogenanntes Künstlerinnenbrunch mit einigen Ansprachen, Aufstrichen, Kuchen, Kaffee,  Prosecco Rose gegeben.

Dann ging es  nach Wien, wo Ruth Aspöck, wie schon einmal  in der Galerie NUU, in der Wilhelm Exnergasse den Frauentag mit einer Lesung begangen hat.

Diesmal hat sie sich, da ja 1947 in Salzburg geboren, in Linz aufgewachsen und zum Studium nach Wien gekommen,  eine Lesung mit fünf in Salzburg geborenen  GAV-Autorinnen  “Wie wir  Wienerinnen wurden” einfallen lassen und hat auch gleich damit begonnen, ihre diesbezüglichen Erfahrungen vorzutragen.

Zum Studium nach Wien und dann hängengeblieben, obwohl sie auch in Madrid studiert und später einige Jahre in Kuba gelebt hat.

Die nächste Autorin war die 1966 in Salzburg geborene Bettina Balaka, deren Texte ich, 1996, als ich  in der Jury für das Nachwuchsstipendium war, kennenlernte, sie ist auch zum Studium nach Wien gekommen und beschrieb in ihren Texte, daß sie von ihren Eltern darauf geprägt wurde, daß “Wien die schiachste Stadt der Welt wäre”.

Käthe Kratz

Käthe Kratz

Margret Kreidl

Margret Kreidl

Sie hat sich als Studentin auch sehr einsam gefühlt, dann aber den “Geßwein”- und andere Literaturpreise gewonnen, ein erster Roman ist bei “Droschl”, andere bei “Haymon” erschienen.

“Kassiopeia” habe ich gelesen, “Die Prinzessin von Arborio”, wird am 8. März, also am richtigen Frauentag erscheinen und die Lesung ist mit der Filmemacherin und Feministin Käthe Kratz weitergegangen, die die Ruth  schon lange kennt und die hat einmal “Salzburg lahmgelegt”, als sie für die “Lebenslinien” drehte und beim letzten Kulturpolitischen Arbeitskreis, der auch von der Ruth organisiert wurde, das Impulsreferat gehalten.

Dann kam  die 1964 geborene Margit Kreidl, die dreizehn Jahre in Graz lebte, bevor sie sich nach Wien traute.

Jetzt lebt sie in der Kettenbrückengasse, in einem Haus, wo “Girdel Risten” an die Wand gresprayt ist, so hieß ihr Text und sie beschrieb darin  die Wege, die sie vom fünften in den sechsten Weg, wo  auch der Naschmarkt ist, macht und betonte, glaube ich, auch, daß sie sich als Wienerin sehr zufrieden fühlt.

Margot Koller

Margot Koller

Denise Narick

Denise Narick (NUU)

Margot Koller, die wir ja vor kurzem in Salzburg besucht haben, war die letzte Lesende und die einzige, wie sie betonte, die in Wien maturiert hat, deshalb hat sie sich  ein paar Schulkolleginnen mitgebracht.

Sie ist auch die einzige, die in Salzburg lebt und als Lehrerin  einige Jahre mit ihren Schülern nach Wien zur Wien-Woche fuhr. Jetzt zieht die GAV und ihre Freundin sie her und sie erwähnte sogar unsere gemeinsame Arbeit an dem “Selbstmordbuch”-“Kälte frißt mich auf”, das wir vor langer Zeit herausgaben.

Dann gab es ein gemeinsames Tafeln, beziehungsweise Krautfleckerlessen, schöne Fotos und ein Gespräch mit dem Fotografen, der außer dem Alfred, noch aktiv war.

Musik im MUSA

Wieder einmal “Literatur im MUSA”, wieder einmal eine Stipendiatin und ein Stipendiat der Stadt Wien, diesmal war auch Musik dabei und die Ausgezeichneten waren mir zwei alte Bekannte, nämlich Christine Huber und Daniel Wisser und Daniel Wisser, den ich einmal, lang lang ist her, bei einer Wohnzimmer-Veranstaltung” im Amerlinghaus kennenlernte, wo er sein “Ritter-Buch” “Dopplergasse 8” vorstellte und ich mir dachte, so realistisch bin ich auch, hat schon einmal das “Canetti-Stipendium” bekommen und seinen “Weißen Elefanten” im MUSA vorgestellt. Mit “Standby” hat er beim Bachmannpreis glesen, mit dem “Elefanten”, war er bei den “Alpha-Finalisten” und eine seiner “Solo-Performances” habe ich im Literaturhaus auch einmal gehört und Christine Huber, die experimentelle Lyrikerin, GAV-Generalsekretärin und “Dicht-Fest-Veranstalterin”, kenne ich auch schon sehr lange. Einmal als sie noch nicht so experimentell war, wurden wir beide nach Klagenfurt zum “Preis der Arbeit” eingeladen. Sie hat neben Bernhard C. Bünker mit einem Text über ein Zimmermädchen gewonnen und jetzt hat sie ihre Gedichte aus einem “Art und Science Band” gelesen.

Sehr experimentelle Gedichte, deren Sprache ein wenig an Jandl erinnerten und sie hat dann Julia Danielcyck auch genau erklärt, wie sie ihre Lyrik verstanden haben will.

Wenn sie das Wort Pfirsich schreibt, stellt sich jeder das runde Ding vor. Sie will aber keine Geschichte darüber schreiben, sondern die Sprache verknüpfen und ärgert sich immer, daß es seit zwanzig Jahren keine Avantgarde mehr gibt, sondern, daß das Erzählen wieder in ist, weil sich die amerikanischen Romane angeblich so gut verkaufen lassen, was sie immer ärgert.

Mich ärgert das nicht so sehr, obwohl ich ja keine so goße Freundin der großen Amerikaner bin, aber realistisch psychologisch vor mich hin erzähle und Daniel Wisser, dessen “Ritter-Buch” ich damals sehr realistisch fand, überraschte mich mit seiner Performance aus seinem eneuen “Klever-Buch” “Kein Wort für Blau” mit seiner Realistik oder war das erst bei dem Musikbeitrag, wo Liese Lyon einhändig begleitet von Oskar Aichinger vier seiner Lieder sang, die erstaunlich erzählend und erstaunlich konventionell klagen.

Ja so dreht und wendet sich alles nach vorne und auch nach zurück und das neue Buch besteht aus lauter kleinen Erzählungen, nach wahren Begebenheiten, wie Daniel Wisser betonte und so stand er wieder mit dem Wasserglas vor dem Mikrophon, sagte dreimal den Titel der Geschichte und dann sprach er seine Texte ab, von denen ich einige, wenn ich mich nicht irrte, schon bei seiner letzten Performance im Literaturhaus hörte.

Sehr viel Publikum, Gerhard Jaschke, Susanne Ayoub, die mich sehr freundlich begrüßte, Herbert J. Wimmer, Alexandra Millner, Walter Famler, Dine Petrik, Wolfgang Helmhart und und und es gab wieder Brot und Wein, Gespräche und die Bücher der beiden Stipendiaten konnte man sich auch kaufen und nach Hause mitnehmen, um dort in Ruhe lesen, was wie Julia Danielcyck im Gespräch erwähnte, vor allem bei Christine Hubers Gedichten sehr hilfreich ist.

Wieder ein Jahr Podiumportraits

Bei der Präsentation der “Podium-Portraitreihe”, diesen kleinen Heftchen, die zu den runden Geburtstagen, ab fünfundfünfzig bis achtzig etwa, der Mitglieder des Literaturkreises herausgegeben werden, war ich schon öfter und ich bekomme auch öfter so kleine Heftchen von den Jubilaren oder deren Erben geschenkt und jetzt wurden Band 83 bis 88 präsentiert und der 1955 in Kärnten geborene Religionslehrer Axel Karner, der mehrmals bei dem von mir organisierten Tagen der “Freiheit des Wortes” gelesen hat und mir auch schon einige seiner Gedichtbände zur Besprechung übergeben hat, hat mit einem sehr eindruckvollen Dialektgedicht über die Gewalt, die wir einander antun, begonnen “Die Goschn soll ich halten hast gsagt” undt dann Auszüge aus den “Stacheln des Rosenkranzes”, den Lissabonnergedichten und den “Chansons grillee”, die ich auch schon einmal im Literaturhaus hörte, gebracht, die nächste war die einzige Frau und auch die jüngste in der Runde, die 1960 geborene Ärztin Monika Vasik, die seit 2011 literarisch tätig ist und die ich sehr oft bei Veranstaltungen sehe.

Barbara Neuwirth hat ihr Portrait eingeleitet, sie hat aber auch selber die Themen vorgestellt, die ihr wichtig sind.

Die Politik, die Liebe, Krankheit und Sterben, sowie Natur und  hat in ihr Portrait auch unveröffentlichte Gedichte, sowie Proben aus ihren bisherigen, in der “Edition Hernals” entstandenen Gedichtbänden einfließen lassen.

Der nächste war der ebenfalls 1955 geborene und als Lehrer tätige Christoph Janacs aus Oberösterreich, der auch öfter bei den “Tagen der Freiheit des Wortes” gelesen hat. Er hat jetzt einen Bart, so hätte ich ihn fast nicht erkannt und hat für sein Portrait Gedichte, die er nach japanischen Mustern geschrieben hat, ausgewählt.

Dann kam Bernhard Widder an die Reihe, er ist auch in Oberösterreich geboren und hat Architektur studiert, reist viel herum, was auch in seinen Gedichten, von denen er einige in den Siebzigerjahren, die meisten zwanzig Jahre später, geschrieben hat, zu hören war.

Der 1945 in Bayern geborene und in Ungarn aufgewachsene Übersetzer, György Buda, den ich von einigen Literaturveranstaltungen und von der Donau Lounge der “Buch Wien” kenne, war der Älteste in der Runde, der seinen ersten Sologedichtband präsentierte, Einzelgedichte hat er schon in Anthologien veröffentlicht und der las von der “Mondstadt” das ist die Gegend um den Donauturm und ein Gedicht, das er Christl Greller zu verdanken hat, die  auch schon einen Band in dieser Reiehe hat. Mercedes Echerer hat das Vorwort für seinen Band geschrieben und der letzte Autor war der 1956 geborene Georg Bydlinsky, der erst im Mai seinen runden Geburtstag hat, der sein Vorwort, wie Martin Auer selbst geschrieben hat und zuerst zwei Gedichtzyklen über Triest und London, das letztere auf Englisch und dann noch drei Kindergedichte las, denn er ist  auch ein Kinderbuchautor und hat unter anderen einen Kinderlyrikpreis bekommen.

IG-Autoren, andere Buchmesse und japanischer Film

© Dieter Scherr

© Dieter Scherr

Wieder einmal Generalversammlung der IG-Autoren, der Art Autorengewerkschaft, die von Gerhard Ruiss gegründet wurde und die er einige Zeit mit Hannes Vyoral gemeinsam machte und sich jetzt als Geschäftsführer sozusagen alleine auf dem Podium für die Interessen der Autoren einsetzt, das heißt Vizepräsidenten gibt es auch und einen Vorstand und die Präsidentin, die Kinderbuchautorin Renate Welsh hat  eröffnet, als das Frühstück vorbei und die Versammlung beschlußfähig war.

Ich bin da ja schon seit einigen Jahrzehnten delegiert und gehe regelmäßig zu den Versammlungen, die Gerhard Ruiss auch heute damit begann, daß er die Aktivitäten der IG trotz stetig schrumpfender Subventionen lobte.

Da gibt es ja die Beteiligungen bei den Messen, Frankfurt, Leipzig und Buch-Wien mit einem großen Stand, einem Radio und Lesungen, die man dort machen kann, wenn man ein neues Verlagsbuch hat.

Da falle ich ja leider immer durch, obwohl ich auch heuer wieder nach Leipzig fahre. Es gibt den Katalog, der österreichischen Neuerscheinungen, da bin ich leider auch nicht drin und dann nicht jedes Jahr, aber jetzt wieder den Stückebörsenkatalog,  es gibt Rechtsberatung und voriges Jahr wurde auch der Musterverlagsvertrag gemeinsam mit dem Hauptverband ausgehandelt, da war ich bei dem diesbezüglichen Fest.

Bei der Generalversammlung gibt es die Anträge, die von den Mitglieder eingebracht werden können und die dann behandelt werden und da begann es gleich mit Aufregungen im Steuerrecht, denn seit einiger Zeit muß man beim Bund seine Rechungen, für Jurytätigkeiten beispielsweise, elektronisch stellen und die Steuererklärung muß man ab nächstes Jahr, was mich dann auch betreffen wird, ebenfalls online machen und dann ging es gleich weiter mit Ludwig Laher, der im Rat der Rechtschreibreform ist und von den diesbezüglichen Sitzungen berichtete.

© Dieter Scherr

© Dieter Scherr

Das ist weit weniger brisanter, denn die IG setzt sich dafür ein, daß die Autoren schreiben können, wie sie wollen und hat das im Vorjahr in einer Umfrage erhoben. Da wurden zwar auch nur Verlagsautoren betragt, aber deren Resultate gingen in eine Studie ein, von der Ludwig Laher berichtet hat und dann gab es Mittagessen, sprich das berühmte Würstlbuffet, Käse und Obst und viele Gespräche.

Die Ruth ist von ihrem Schiurlaub zurückgekommen und konnte diesmal daran teilnehmen, Erika Kronabitter war da, Christl Greller und was vielleicht interessant ist, die Kollegen aus den Bundesländern, die ich nur einmal im Jahr nämlich bei der GV sehe, wie O. P. Zier, den sehe ich zwar  auch bei der GAV-GV und habe ihn Samstagmittag auch beim Bücherschrank getroffen, als ich dort einen Abstecher hinmachte.

Am Samstagnachmittag ging es  weiter mit der Frage, was mit seinem Manuskript passiert, wenn man zwar einen Verlagsvertrag hat, aber der Verleger pleite macht und  mit dem Manuskript verschwindet? Eine kniffelige Frage, die mich ebenfalls nicht sehr betrifft und politisch wurde es natürlich auch, leben wir ja in Krisenzeiten und solchen, wo sich die Sprache gegen die Flüchtlingsfrage wenden kann. so formulierten Ludwig Laher und Renate Welsch auch ein Papier, das sich speziell damit beschäftigte und Peter Paul Wipplinger, der sich sehr für die Rechte von verfolgten Schriftstellern einsetzt, erzählte von einem Gerichtsurteil, in dem Holocaust-Befreite als “Landplage und Kriminelle” bezeichnet wurden.

Am Sonntag ist es mit den restlichen Anträgen und der Wahl des neuen Vorstandes weitergegangen und anschließend hat es wieder die “Andere Buchmesse” gegeben, die ja von Margit Kröll, die auch immer zu den Vorstandssitzungen kommt, Nicole Engbers, dem Verlag “Thorsten Low”, etcetera, seit 2010 an den verschiedensten Orten organisiert wird.

Heuer war es von halb zwölf bis sechs im Amtshaus Döbling. Es hat wieder ein Kinderprogramm und die Verlagspräsentation von Thorsten Low gegeben.

© Dieter Scherr

© Dieter Scherr

Zu dem Jugendkrimi “Zufallsopfer” von Margit Kröll bin ich noch zurechtgekommen, das Theaterstück, die Zaubershow und das Literaturprojekt zum Thema Flucht habe ich versäumt.  Literaturslam und Musikprogramm hat es nicht mehr gegeben.

Dafür war die Verlagspräsentation von Thorston Low, der vier seiner Neuerscheinungen vorstellte, besonders spannend.

So gab es eine Geschichte, die von einem Turm handelte, eine über Piraten, dann ein Ausschnitt aus einem Text zum Thema “Wasser” und dann ging es nach Japan.

Beziehungsweise fuhr ein gescheiterter Historiker mit seiner Frau dorthin, um dort sein Sachbuch über die K. und K. Monarchie vorzustellen, versucht sich den japanischen Sitten anzupassen, will seine Frau in ein Dirndl stecken, wird von Restaurant zu Restaurant geführt, wo er rohes Huhn, Fisch und Nudeln essen muß, und um sein “Amazon Ranking” zu verbessern, wird ihm noch Stück für Stück von seinem Körper abgeschnitten, zuerst eine Locke, dann eine Ohr, eine Fingerkuppe, ein Tatoo wird ihm auch noch entfernt, etcetera, leider konnte ich den Schluß dieser Satire auf das japanische Leben beziehungsweise Literaturbetrieb nicht hören, weil ich mich um halb sieben mit dem Alfred im Kino verabredet hatte, um wie es der Zufall wollte, auch einen japanischen Film zu sehen, nämlich “Krischblüten und rote Bohnen” nach dem Roman von Durian Sugekawa, der im März bei “Dumont” auf Deutsch erscheinen wird.