Wilde Worte mit Martin Auer

Richard Weihs

Richard Weihs

Martin Auer hat, erzählte Richard Weihs in seiner Einleitung die “Wilden Worte” vor zweiundzwanzig Jahren mit ihm gegründet, da waren auch noch Franz Hütterer und Michaela Opferkuh im Programm, jetzt gestaltet Richard Weihs, die monatlich stattfindende Veranstaltung zu der immer ein Gastautor eingeladen wird, allein.

Martin Auer ist aber, glaube ich, manchmal im Publikum, hat jetzt seinen dritten Gedichtband  “Der Himmel ist heut aus Papier”, bei “Klever” erschienen, vorgestellt und ich kenne den 1951 geborenen, glaube ich, aus freien Schule Hofmühlgasse, hat er doch dort soweit ich mich erinnern kann,  eine Schreibwerkstatt oder mit den Kindern ein Buch gemacht, denn er ist auch Kinderbuchautor, ansonsten auch Musiker und Sänger, der auch in verschiedenen Bands spielte, Schauspieler war und dort, wo heute der “Mandelbaum-Verlag” ist, hatte er, 2003, glaube ich, auch einen Kuturraum, wo man zwar Eintritt zahlen mußte, es gab aber auch einen “Openmike” und da habe ich einmal, soweit ich mich erinnern kann, mit Christa Urbanek gelesen.

Jetzt also der dritte Gedichtband, von dem Nils Jensen wahrscheinlich im Vorwort schrieb “Ein wunderbares Buch mit lauter feinen, kleinen Geschichten. Egal, ob er reimt oder im freien Versmaß hinlangt: Auer ist lebendig und witzig und klar im Inhalt.”

Dem ist nichts hinzuzufügen, außer, daß der Schauspieler seine Texte auch noch sehr gut vorgetragen und manchmal auch gesungen hat und der Inhalt war ein Gang durch die Stationen, es gab sehr politische Gedichte und Lieder beispielsweise zu der Flüchtlingssituation, die erwähnten Haikus und dann noch ein paar Texte auf Englisch, die von einem Mädchen mit einem Teddybärhut handelten, das ihn durch Dehli und dort in ein Museum führte, wo er nur einen schmutzigen Lichtschalter am Klo fotografieren durfte und dann ein Gedicht daraus machte.

Hoffentlich bekomme ich jetzt nicht wieder eine Kommentar, daß ich die politische Dimension dabei übersehen hätte, aber die war bei Martin Auer zweifellos vorhanden und der Autor hat zwischendurch auch sehr viel über die Entstehungsgeschichte erzählt.

Im Anschluß durfte man dann wieder fragen, was eine Dame, die offenbar zufällig zu der Veranstaltung gefunden hatte, auch sehr ausgiebig getan hat und so erzählte Martin Auer wieso er so gut Englisch könne, daß sein Vater 1938 mit einem Kindertranport nach England gekommen ist, seine Großeltern hatten es dann nicht mehr geschafft und wurden in Treblinka ermordet, daß seine Mutter gut gezeichnet und Schauspielunterricht genommen hat und zählte die verschiednen Bands auf, in denen er gespielt hat.

Martin Auer

Martin Auer

Sehr interessant, wie es auch die Wunschgedichte waren, meines, das ich mir im Vormonat zur politischen Situation wünschte, ich war jetzt, glaube ich, zum dritten Mal im Stück anwesend, kann ich zitieren:

“Rechts und links und vorn und hinten

ho-ruck ruckzuck mit fiesen finten

Heißer Herbst auf mieser Tour

und keine Spur von Streitkultur”

“Sehr schön!”, kann ich nur sagen und habe mir diemal etwas mit “karierter Bluse” mit dem Anfang “Schau einmal, schau” gewünscht und bin schon sehr gespannt, auf das was herauskommt.

Ein Buffet gab es zum ersten Mal in der “Wilden Wort-Geschichte”, wie Richard Weihs erwähnte auch, hatte doch ein Stammbesucher, Säfte und Knabbereien mitgebracht, so daß es diesmal vielleicht längere Smalltalkgespüräche gab.

Peter Moser war da, den ich auch in der “Freien Schule” kennenlernte, einen Büchertisch, wo man auch die anderen Gedichtbände kaufen konnte, “Weihnachten kommt bald!”, wie auch Richard Weihs erwähnte, gab es ebenfalls und im Anschluß haben wir im Hof des Amerlinghauses auch noch einen Orangenpunsch, beziehungsweise einen Glühwein getrunken.

Buch Quartier und Ruths Abschiedparty

Hanna Herbst beim Signieren

Hanna Herbst beim Signieren

Das “Buchquartier” im “Museumsqartier”, den Markt der “Independant und Kleinverlage” gibt es schon seit einigen Jahren im Dezember, der “Holzbaum-Verlag” der ein Mitveranstalter ist, schickt mir immer das Programm, zweimal war ich, glaube ich dort, war aber immer etwas enttäuscht, weil die Veranstaltung, die groß angekündigt war, dann eher klein und unauffällig vonstatten gegangen ist und meistens war ich an diesem Dezember-Wochenende auch in Harland, wo es es dann ausgefallen ist. Diesmal aber nicht, diesmal habe ich mir Zeit für die Kleinmesse genommen, die von Samstag bis Sonntag jeweils zwischen elf und neunzehn Uhr stattfand.

Das heißt so ganz pünklich bin ich nicht gewesen, weil ich ja vorher Mittag gegessen habe, so bin ich am Samstag mit dem Alfred, glaube ich ,erst zwischen zwölf und eins in der Ovalhalle des MQ wo ich ja schon am Montag beim “Ohrenschmaus” war, erschienen und war recht erstaunt, daß die Lesungen diesmal dort stattgefunden haben, wo am Montag die Preise vergeben wurden, die Sesseln waren noch so aufgestellt, nur die Bühne war etwas anders umd es hat auch viel mehr ausstellende Stände gegeben

“Vierzig veranstaltungen, hundert Verlage” stand am Programmfoder und es hat auch Stände wie die “IG-Autoren” das “Stifterhaus OÖ”, etceera, gegeben, die, glaube ich, neu waren.

Margit  Heumann war mit einem Stand vertrenten und hat mich dazu eingeladen, Luis Stabauer stand am “Hollitzer-Stand” und  als ich vor dier Bühne nachdem ich kurz das Quartier abgegangen bin, Platz genomen habe, war es sehr sehr voll, denn Hanna Herbst hat gerade ein Pamphlet bezügich Femminsms beziehungs Regierungsildung vorgelesen und dazu offenbar ihren ganzen Freundeskreis mitgebracht. Mir war die Autorin unbekannt, fand ihre Thesen aber sehr spannend und die Warteschleife am anschließendenen Signiertiasch war auch sehr lange.

Dann folgte Stefanie  Schleemilch mit ihrem Buch “Morgengrauen” aus dem “Duotinta-Verlag” in dem es um eine junge Frau mit Psychoseerfahrungen ging.

Patrick Addai beim Trommeln

Patrick Addai beim Trommeln

Isabella Feimer folgte, die für die “NÖ -Literaturedition” eine Anthologie zu hundert Jahre Frauenwahlrecht mit Texten von niederösterreichischen Autorinnen wie Simone Hirth, Sandra Gugic, Marlene Streeruwitz, Eva Rossmann und Cornelia Travnicek herausgegegeben hat und dann wurde es laut und spannend als Patrick Addai zum Trommeln anfnig und wieder einige seiner afrkkanischen Geschichten erzählte.

Vorher waren noch die Gebrüder Moped, zwei Satirikeran der Reiheund Christopher Wurmdople,r der sein Buch”Solo” vorstellte, danach gab es einen Poetry Slam und ein Buch aus der “Morawa-Selfpublischer-Schiene”, ja das gab es auch.

Nicolas Mahler signierte an an seinem Verlagsstand, Anna Herzig, die ich, glaube ich, schon einmal in der “Aten Schmiede”hörte”, stellte ihr bei “Roland und Quist” erschienenes Buch “Sommerreigen” vor und dann kam Nicole Nakarewicz an der Reihe, die ich glaube ich von der “Texthobellesung” kenne und, glaube ich, auch schon was von ihr gelesen habe.

Sie hat den “Holzbaum-Thrillerwettbewerb” gewonnen und stellte das daraufhin entstandene Buch “Dein Fleisch und Blut” vor, das auf meinem Badezimmerstapel liegt und  ich erst lesen muß. Dann ging es zu Ruths Abschiedparty, die ja von der Burggasse weg in eine kleine Gemeidewohnung ziehtund das, was sie sozusagen nicht mitnehmen konnte, verschenkte  oder verkaufte, aber ich habe mir vom Alfred im MQ noch ein Buch kaufen lassen, nämlich das bei “Milena” von den Buchpreisnominierten von 2014 Michael Ziegelwagner, der ein Buch namens “Sebastian Ferien im Kanzleramt”, das, wie im Vorwort steht, natürlich alle Personen frei erfunden hat, obwohl die Figur am Cover unserem neuen jungen Bundeskanzler, der ja auch so heißt, verdächtig ähnlich sieht.

Bei der Ruth war es sehr festlich, wir sind bei ihr ja schon öfter bei Adventparties gewesen. Diesmal lagen ein paar Bücher, Bilder, Gläser, Nippes, zur freien Entnahme beziehungsweise für das Spendensparschwein auf, es gab Brötchen, Kekse und was zu trinken. Fingerfood, wie die Ruth es nannte, die ja schon in die neue Wohnung, die sich zufälligerweise in dem Haus befindet, unweit vom Literaturmuseum, in dem auch Erika Brunngraber wohnt, der Tochter des Dichters, der “Zucker aus Cuba”, “Karl und das zwanzigste Jahrhunder” und und geschrieben hat und den ich von den “Büchergilde-Gutenberg-Katalogen” und den Bücherkasten meiner Eltern kenne, umgezogen ist und wahrscheinlich ihren Hausrat schon mitgenommen hat.

Erika Brunngraber war mit ihrem Hund Coco tat, die Regisseurin Käthe Kratz, Elfriede Haslehner und Hilde Langthaler, die die Ruth, glaube ich, aus der Frauenbewegung kennt, die ja in den Neunehnhundertsiebzigerjahren den “Wiener Frauenverlag” gegründet haben, der heute “Milena” heißt und Männer, wie Michael Ziegelwanger verlegt und noch ein paar von Ruths Studienfreundinnen.

Ich habe mir ein Buch von Lore Heuermann, mit der ich mich ja bei der “Literatur im Herbst” unterhalten habe, ausgesucht, ein Bild, das jetzt in meinen Vorzimmer hängt mitgenommen und mich entschloßen, auch am Sonntag wieder ins “Buchquartier” zu gehen, wo ich dann, da ich wieder vorher schnell Mittag gegessen habe, den “Bachmann-Preisträger” Tex Rubinowitz und auch Maja Silfredi versäumte, die ist allerdings am Nachmittag statt Anita Wiegele nochmals aufgetreten, so daß ich zu  Gerald Eschenauers Absurditäten “Es scheint Hoffnung” aus dem “Mitgift-Verlag” zurechtgekommen bin.

Dann kam etwas Interessantes, nämlich eine Schauspielerin aus München las einen Text aus der Anthologie “Trinkende Frauen”, die aus einem Blog von New Yorker Journalistinnen hervorgegangen sind, die Texte von Frauen und den Umgang mit Alkohol sammelten.

Auch Magdalena Diercks Geschichte “Hoffnung auf dem Winter” waf sehr interessant, die ist eine “Exil-Preisträgerin”, die jetzt ein Buch, nämlich “auf halben weg” eine Geschichtensammlung bei diesem Verlag hat und die Geschichte handelt von einer Frau namens Frieda, die in Berlin ein Strickwarengeschäft betreibt, von dem aber nicht leben kann, weil nur Touristen zu ihr kommen, die nach dem Weg fragen oder die Post, die Pakete bei ihr abgeben will, so daß in der Nacht als “Kapuzenmann” Flaschen sammeln muß. Das ist ja ein Thema des Ulis, der ja meint, daß in Deutschland, die Rentnerinnen Pfandflaschen sammeln müssen, weil ihnen die Ausländer ihre Pensionen wegnehmen wollen.

Es stimmt aber sicher, daß in bestimmten Vierteln die Mieten so hoch werden, daß die Leute sie nicht mehr zahlen können und sie vielleicht auch nicht mehr in den kleinen Geschäften kaufen.

Eine sehr beeindruckende Geschichte und so habe ich mir in der Pause, wo etwas über Extremsport kam, das mich nicht so interessierte, gleich das Buch von Christa Stippinger und das zweite, das um vier Uhr vorgestellt wurde, am Stand geholt und  auch  ein bißchen Smalltalk beziehungsweise Networking betrieben, was bei mir aber nie sehr erfolgreich ist, habe mir von einer “Selfpublishing-Agentur” Unterlagen geben lassen, mit einer “Selfpublisherin” aus Luxenburg geplaudert und auch mit dem Berliner Verlag, der Texte von Else Feldmann herausbrachte.

Dann bin ich wieder zu einem Sportbuch zurechtgekommen, nämlich zu Antoine Blondins “Tour de France”, das vom Verleger vorgestellt wurde, da der Autor 1922 in Paris geboren und 1991 verstorben ist und die “Tour de France” von  1954 bis 1982 als Chronist begleitete.

Danach wurde es wieder interessant, obwohl der Autor, der lesen hätte sollen, glaube ich, erkrankt ist und deshalb ein anderer “Morawa-Autor, denn der hat jetzt auch eine “Selbstpublischer-Initiative” sein Buch, der, glaube ich, ein Krimi ist, vorstellte und Wilhelm Vogel offenbar ein ehemaliger Beamter hat in seinem “Lockruf des Pirols oder ein September im Leben des Julius Wondraschek”, offenbar ebenfalls einen pensionierten Beamten beschrieben, der auf das Begräbnis seines Freundes auf den Zentralfriedhof geht, der aus einem Fenster eines Hotels stürzte, nicht glaubt, daß der Selbstmord beginn und sich mit einer Biologin offenbar der Sache annehmen will. Wilhelm Vogel hatte eine sehr interessante Art in sein Buch einzuführen und ich schreibe ja gerade auch über eine Pensionistin, die versucht mit ihrem neuen Leben etwas anzufangen.

Diana Köhles bei “Holzbaum” erschienenes Tagebuchslambuch kenne ich schon, sie hat aber zwei Slamteilnehmerinnen, zwei junge Frauen gebeten, ihre Texte daraus zu lesen und sozusagen einen Mini-Slam zu veranstalten.

Dann kam Thomas Perle der zweite “Exil-Autor”, Thomas Perle, der in Rumänien geboren wurde, in Deutschland aufwuchs, dreisprachig ist und auch einen Erzählband herausbrachte, aus der er eine Geschichte gelesen hat.

Dann ging ich wieder eine Runde, beziehungsweise aufs Klo, traf Helene Hoffmann, die früher in Salzburg bei der Leselampe war, jetzt aber schon länger in Wien ist und die ich öfter bei Veranstaltungen treffe, am “Stifter Haus Stand”, wo sie sich gerade eine Rampe kaufte und unterhielt mich länger mit ihr, hörte dann noch wie beschrieben aus dem Buch “fickfisch” von  Maja Siffredi aus dem “Schriftstella-Verlag”, die ich vorher schon an ihrem Stand traf und zuhörte, wie sie einem jungen Mann etwas über ihr Schreiben erzählte.

Dann folge die “edition weinviertel” mit Helmut Steiner “Monate mit R”, das offenbar eine Art Thriller ist, wo drei alte Damen, die in einer Mühle wohnen, von Börsenspekulanten vertrieben werden sollen. Der Verlag hatte am Signiertiasch eine Menge Bücher aufgebaut und ich bin, da danach ein Vortrag über “Allergien” folgte, der mich auch nicht so sehr interessierte, gegangen, um noch genügend Zeit für die Badewanne, beziehungsweise das Bloggen zu haben.

Kann aber sagen, daß das “Buchquartier” im MQ jetzt eine sehr interessante Kleinmesse ist, die sehr viele mir bisher unbekannte deutsche Verlage hatte, ich wieder interessante Bücher von “Selfpublishern” und Kleinverlagen kennenlernte, die jetzt wahrscheinlich so groß ist, wie es die “Buch-Woche” im Wiener Rathaus war. Sie ist gratis zu besuchen und Punsch gibt es, was, wie ich immer höre, die meisten Besucher der “Buch-Wien” vermissen, im Hof des “Museumsquartiers” auch zu kaufen.  Didi Sommer und Diana Köhle, die beiden Moderatoren, bemühten sich auch immer sehr für das Buch Werbung zu machen und die Uuhörer mit dem Hinweis “Weihnachten kommt bald”, zu einem Kauf zu animieren.

Korrigiertag und Auge-Nichtweihnachtsfest

Weil ich heute keine Stunden hatte, habe ich mich wieder der “Magdalena Kirchberg” gewidmet, da hatte ich ja die einzelnen Handlungstränge korrigiert, dann das Ganze noch einmal durchgegangen und jetzt bin ich dabei wieder Szene für Szene einzeln zu korrigieren und halte da jetzt bei 47.049 Worten, die Szenen sitzen noch nicht alle, bei der Rechtschreibung muß ich noch einzelne Worte gleichschreiben und das Ganze wird mich wahrscheinlich noch einige Monate beschäftigen.

Bei der “Unsichtbaren Frau” wäre ich jetzt fertig, von mir aus könnte das Manu an den “Digitaldruck” gehen und wir einen “Dummie” anfordern, der Alfred will es aber noch einmal durchsehen und kommt nicht dazu, weil er mit der “Auge-Fahne” und der grünen Weste zuviel demonstrieren und auch auf sehr viele Weihnachtsfeiern geht.

Das Cover gibt es aber schon, mit einem, wie ich finde, sehr schönen Demo-Bild, da könnte es, siehe oben, die Vorschau und das Probekapitel, das das von der Nobelpreisverleihung sein wird, bald geben und eine Idee für das nächste, wo ich ja einmal die Heldenreise ausprobieren will, gibt es auch schon und da habe ich eine schon sehr alte Idee, von einem Arzt der eine Psychose bekommt, da beruflich ausfällt, jetzt wahrscheinlich von der Mindestsicherung leben und einen Rehacoach bekommen wird, der sich aber selbständig machen und in seinem Grätzel Sozialbedürftige betreuen wird und als ich am Mittwoch nach Grinzing zu einer Weinverkostungeinladung vom Herrn Fischer gefahren bin, war ein vor sich hin singendes junges Mädchen in der Straßenbahn, das auch mit ihrer Oma telefonierte und ihr freudig mitteilte, daß sie die Aufnahmprüfung in einer Schauspielschule bestanden hat.

So weit, so waht mit meinen Schreibüroprojekten, da denke ich jetzt wieder, ich müßte etwas machen, daß ich literarische Aufmerksamkeit bekomme, weiß aber nicht was, beziehungsweise tue ich ohnehin was ich kann und was den Veranstaltungskalender betrifft, wäre ich heute eigenlich zu einer Exil-Preislesung ins Literaturhaus gegangen und hätte mir da vielleicht wieder ein paar Bücher mit nach Hause genommen, aber es war um sechs das “Auge-Nichtweihnachtsfest”, das jedes Jahr im “Auge-Büro§, dem der Alternativen Gewerkschaften in der Belvederegasse, in dem Haus, in dem einmal Soma Morgenstern gelebt hat, stattfindet und am Kirchenplatz in der Belvederegasse gibt es einen Bücherschrank, so daß ich meinen Weihnachtswichtelvorsatz wieder ausführen und eine “Linke Wort-Anthologie” nämlich die von 2010 zum Thema “Abgeschoben – Rassismus in Österreich” in den Schrank legen und mir etwas später nämlich beim Heimgehen ein Buch für meinen Bücherchristbaum nämlich Morton Feldmann “Der perfekte “Mann” schon leicht zerfleddert aus dem Schrank nehmen konnte.

Zum “Auge-Nichtweihnachtsfest” bin ich glaube ich durch die Renate Sassmann, deren Sohn Robert ja einmal ein Jahr mit der Anna in die freie Schule Hofmühlgasse gegangen ist, gekommen und ich war, glaube ich, schon dort, noch bevor der Alfred “Auge-Betriebsrat” für die WU geworden ist, ich gehe nicht jedes Jahr aber doch regelmäßig hin, denn einmal, glaube ich, war es an dem Tag wo der Nobelpreis an die Elfriede Jelinek vergeben wurde, die war zwar nicht in Stockholm, aber im Literaturhaus gab es eine diesbezügliche Veranstaltung und ich war dort und im vorigen Jahr hat mich der Anton Blitzstein zu seinem Geburtstagsfest eingeladen, so war ich 2016 und das war kurz vor der Bundespräsidentenwahl das letzt Mal dort und da kann ich mich erinnern, daß das Fest sehr konstruktiev gewesen ist, denn Kurti Winterstein, hat das “van der Bellen-Lied” gesungen und der Markus gesagt “Ihr habts am Sonntag die einmalige Chance einen Kommunustien als Präsidenten zu wählen!” und meine Stimmung stieg, da ich ja ein halbes Jahr sehr pessimistisch gewesen war und gedacht habe, wenn jetzt der Hofer die Wahl gewinnt, wäre das sehr sehr unfair.

Er hat bekanntlich nicht, ist aber jetzt FPÖ-Minister, aber damals stieg meine Stimmung, obwohl klar war, bei der “Auge-Weihnachtsfeier” waren keine FPÖ- Wähler während es bei der nächsten FPO-Weihnachtsfeier höchstwahrscheinlich genau umgekehrt gewesen war und auch heuer sehr voll und gute Stimmung.

der Alfred hat die Auge-Fahne von der gestrigen Demo zurückgebracht, die ich ja geschwänzt habe, weil ich beim “Dichtfest” war, wovon mir der Rudi inzwischen sehr viele, aber nicht sehr scharfe Fotos schickte. Luis Stabauer war da und eine Menge mir bekannter.

Kurt Winterstein hat seine “Erlkönigin” vorgetragen, das Gedicht nach der berühmten Vorlage, die er auf Birig Hebein, die ja wahrscheinlich die nächste Vizebürgermeisterin wird, gedichtet hat.

Es gab ein Bufftet und dann wieder eine Sketcheinlage, wo der Markus eine Familieaufstellung mit AK, ÖGB, den “guten” und der Wirtschafts- und der Bauernkammmern, den “schlechten” gemacht hat.

Ich habe mich ein bißchen mit Luis Stabauer unterhalten, dessen “Weissen” man vom Bücherregal kaufen konnte und den ich morgen wahrscheinlich im “Buchquartier” gesehen habe und bin dann, um meinen Adventblog zu machen, nach Hause gegangen, denn ich habe ja ein Adventkalenderfesnter vom siebenten Dezember, das man sich noch schnell anschauen kann, verlinke nach und gebe auch die übrige Vorschau bekannt, wo man hier noch weitere Adventkalenderfenster finden kann.

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Wieder einmal Dichtfest

Jetzt bin ich glaube ich schon lange in keinem “DichtFest” mehr gewesen und habe deshalb auch die Donnerstagdemo ausgelassen, dafür war ich die letzten zwei Wochen dort und habe auf die Literaturveranstaltungen verzichtet und das “DichtFest” ist, obwohl ich ja keine Lyrik schreibe und auch kein so besonderer Fan von ihr bin, immer eine sehr interessante Veranstaltung.

Elisabeth Wandeler-Deck hat mich auch dazu eingeladen, deren letztes Buch ich gelesen habe und einmal bin ich nur um sie zu treffen oder auch um ein Glas Wein zu trinken, nach dem Literaturmuseum in die “Alte Schmiede” gegangen.

Diesmal war ich pünktlich da und habe während des Weintrinkens zwei Frauen beobachtet, die auch sehr spät gekommen sind, also haben sie versäumt, was ich diesmal voll genossen habe, nämlich eine Lesung mit Ewald Baringer, Thomas Northoff, Christian Futscher, Rudolf Lasselsberger, Gerhard Nigl und Michaela Hinterleitner und ein Motto könnte man dem ganzen von Christine Huber eingeleiteten Veranstaltungen auch geben und dieses würde “Fische” lauten, heißt doch Ewald Baringers Gedichtband “Kinderstube der Fische” und das Buch der Michaelea Hinterleinter, im “Zeitzoo” erschienen, “Räuber der Meere” und ich weiß nichtm ob es meine Leser erraten würden, der 1955 in Wien geborene Ewald Baringer war der einzige mir bisher unbekannte Autor, denn Thomas Northoff kenne ich, glaube ich, schon seit der Zeit oder kurz danach seit ich in der GAV bin, war bei vielen seiner Lesungen, er hat auch beim “Tag der Freiheit des Wortes” öfter mitgetan und ich habe auch einige Bücher von ihm gelesen.

Er war auch lange krank und daher im Krankenhaus und daraus ist offenbar ein Bändchen  “Ein und Ausbildungen im Leben”, das Wort “krank” davor hat Christine Huber, glaube ich, in der Einleitung erwähnt, steht aber nicht im Programm, entstanden, das im typischen Thomas Northoffschen Stakkatostil sich diesem Thema widmete. Dann kam der mir ebenfalls schon gut bekannte Christian Futscher, den ich glaube ich sowohl im “Musa” als auch in Göttweig hörte und sein Gedichtband heißt “Grüße an alle” und Christine Huber erwähnte in der Einleitung, daß es inzwischen ein neues Buch gibt, das “Alles außer Lyrik” heißt, aber heute fünfzehn Minuten Gedichte, bevor es in die Pause ging und danach kam der liebe Rudi, machte ein Foto vom Publikum und stellte dann das in seinem, nämlich den “Loma-verlag” erschienen Band “Idyllie” vor, der wiederum all das thematisierte, was den lieben Rudi, Reinhart Wegerth hat mir bei der Begrüßung gesagt, daß ich immer der “liebe Rudi” schreiben würde, aber das ist er, glaube ich und man sieht, ich habe doch ein paar Leser und so ist es um das “Scheißen” und um den “Sozialabbau” und noch um einiges anderes gegangen, mit dem man wie man sieht, liest und hört auch Lyrik ausdrücken kann.

Von dem 1966 geborenen Gerald Nigl, habe ich, glaube ich ein kleines rotes Bändchen in meinen Regalen stehen, sonst den Autor aber. glaube ich. noch nicht sehr oft gesehen. Vielleicht kommt er zu den GAV-Versammlung und sein Band, der erst bei “Art Science” erscheinen wird, ist offenbar, weil er Maler ist auch illustriert und hatte sehr schöne Verse, die mir gut gefallen haben “Ach Geliebte ach, komm und bleib”, habe ich ungefähr im Gedächtnis behalten.

Die Letzete war die einzige Frau in der Runde und die immer sehr fröhliche Michaela Hinterleitner, bei der ich auch schon auf einigen Lesungen war, sie schloß, wie schon erwähnt, den Bogen von den “Fischen” und dem “Meeresleben” und nachher gab es wieder, wie es beim “Dichtfest” üblich ist, Wein und Knabbereien und damit Gelegheit miteinander ins Gespräch zu kommen und sich über Lyrik zu unterhalten.

Hundert Jahre Frauenwahlrecht und doch etwas Adventliches

Eigentlich hätte ich heute eine sieben Uhr Stunde gehabt und danach wäre ich mit “Sungs Laden” in die Badewanne gestiegen und keine Adventaktion an diesem Tag, weil von neun bis neunzehn Uhr Stunden und dazwischen eine Stunde Mittagessen, während ich ja den Advent heuer möglichst jeden Tag mit einem kleinen Higlight zelebrieren will und weil ich eine schnelle bin, habe ich schon am dreißigsten November nachdem ich mit meiner Monatsabrechnung fertig war, begonnen und bin bevor ich ins “Siebenstern” zur “Poetnight” gegangen bin, in den “Yves Rocher” eingefallen, habe meine Gutscheinkarte abgegeben und mir selber ein, beziehungsweise zwei Geschenke gemacht.

Das heißt je eine Geschenkpackung mit kleinen Badeölen und dann noch eine rote Apfel Garnitur, mit Handcreme, Lippencreme, Duschbad ectera, deshalb bin ich dann zur “Poet Night”, wo schon der Herr Blaha mit seinen Weinachtsgedichten auf mich gewartet hat, etwas zu spät gekommen und als wir von der “Poet Night” nach Hause gegangen sind, war schon Samstag, der erste Dezember, allerdings sehr sehr früh und so habe ich, wie ich es mir ja vorgenommen habe, vergessen, eines meiner Bücher in den Bücherschrank zu stellen, was ich erst heute zweimal, einmal im “Wortschatz” und dann in den in der Zieglergasse nachholte.

Am Samstag waren wir in Harland, da habe ich die Weihnachtsdekorationen herausgeholt und der Alfred hat einen kleinen Teignikolo und noch anderes Adventliches vom Markt besorgt, die Anna mir zwei Guscheine gegeben, wo man sich vom “Kika” je zwei Weihnachtshäferln, gerade richtig für den Punsch holen konnte und am Sonntag war Jungweinverkostung beim Herzinger in Nußdorf mit Glühwein und Weihnachtskeksen und gestern Montag, der “Ohrenschmaus”, wo es wieder die “Zotter-Schokolade” gegeben hat und nachher waren wir beim Glühmoststand des “Augustins” vor dem “Top- Kino”, haben mit der Sozialarbeiterin dort, nett geplaudert und einen Uhudlerglühwein getrunken.

“Heute also nicht!”, habe ich gedacht. Dann sind aber ein paar Stunden ausgefallen und so bin ich, um dreiviertel sieben schnell schnell mit einem schon gewidmeteten “Besser spät als nie” in den Bus gestiegen und ins Literaturhaus gefahren, weil dort das “PEN Frauenkommitee” “Hundert Jahre Frauenwahlrecht” feiert, denn ja das wurde 1918 eingeführt und Doris Kloimstein, die ich am Samstag wegen der Schneelage leider nicht am Markt von St. Pölten getroffen habe, ist dort mit einigen anderen Frauen aufgetreten und hat ein tolles Programm mit berühmten Frauen rund herum gestaltet.

Sonja Henisch die erste Frau vom Peter hat durch das Programm geführt und gerade, als ich in den Saal gehuscht bin, Doris Kloimstein angesagt, die einen Text über Marie von Ebner Eschenbach gelesen hat, die 1830 geboren und 1916 genau, wie der Kaiser gelebt hat und also das Frauenwahlrecht nicht mehr erlebte, aber trotzdem eine emanzipierte Frau war, die mit der Männerwelt sehr zu kämpfen hatte.

Dann kam Christine Tidl und stellte dazu passtend Berta von Suttner vor, die 1914, kurz vor Ausbruch des ersten Weltkrieg, angeblich mit den Worten “Die Waffen nieder” verstorben ist. Ingrid Schramm widmete sich den britischen Sufragetten und Claudia Thaller ging ein bißchen in die Zukunft nämlich in die Fünzigerjahre, wo Sylvia Platz 1932 biw 1963, die “Glasglocke” geschrieben hat und mit Elektroschocks behandelt wurde und Maghdalene Tschurlovits erkliomm mit einer tollen Handtasche, die Bühne, nahm aus ihr ein altes englisches Buch heraus, in dem es eine Übersetzung eines der dreizehn Bücher von der Weltreisenden Ida Pfeifer, die in Wien geboren und verstorben ist, herus und stellte diese tolle Frau vor, die zu Zeiten durch die Welt reiste, wo es noch lange kein Frauenwahlrecht gegeben hat, dann kam ein Interview, das offensichtlich Sonja Henisch mit Olympe de Gouche, eine Kämpferin der französischen Revolution aus dem Jenseits führte und ganz am Schluß kam noch der Advocatus Diabolis und erklärte den Frauen, warum sie kein Frauenwahlrecht brauchen?

Eine sehr interessante Veranstaltung, wo es für mich sowohl Bekanntes als auch Unbekanntes zu hören gab und wenn ich unken möchte, würde ich sagen, was nützt das Frauenwahlrecht, wenn dann doch etwas anderes, als gewünscht herauskommt und die “Omas gegen rechts” von den Rechten vehöhnt und verspottet werden, wie ich vor kurzem auf einem Video hörte.

Es gab aber gute Stimmung im Literatuhaus mit Wein und Gesprächen und Doris Kloimstein hat mir, welch Überrschung auch noch ein “Weihnachtsbuch” geschenkt und ein Buch habe ich mir aus dem Bücherschrank auch herausgezogen, nämlich eines mit “Schweizer Geschichten” aus den Fünzigerjahren, das ich mir voräufig auf meinen Weihnachtstisch mit den anderen Büchern, die noch kommen werden, zu einer Art Bücherchristbaum zusammenstellen kann und wem es interessiert, die “Nika Weihnachtsfrau” ist auch schon gewidmet und ich werde sie mitnehmen und in den “Wortschatz legen”, wenn ich morgen zu Stephan Teichgräber gehe, das wird wahrscheinlich kurz vor drei geschehen, wer sie also haben will, rechtzeitig hingehen!

Zwölfter Ohrenschmaus

Ehrenliste

Ehrenliste

Den “Ohrenschmaus- “Literaturpreis für Menschen mit Lernschwierigkeiten”, von Franz Joseph Huainigg ins Leben gerufen, gibt es seit 2007,  ich bin seither in derJury dabei, die inzwischen aus Felix Mitterer, der den Ehrenschutz hat, Franzobel, Heinz Janisch, Ludwig Laher und Barbara Rett besteht, seit 2008 findet die Preisverleihung im Museumsquartier statt und heuer wurde der Preis das erste Mal von Gerlinde Hofer organisiert und es gab wieder ein tolles Programm.

Die Moderation hatten diesmal wieder Dani Linzer und der Vorjahrpreisträger David Trischer, mit dem ich auch auf der “Buch-Wien” gelesen habe und nach der Begrüßung folgte wieder die Lesung  und die Vorstellung der Ehrenlistetexte, worunter wieder sehr viele Bekannte waren.

Begonnen hat es mit einem sehr interessanten Text von Cornelia Pfeifer, die sehr eindringlich erklärte, warum das “Leichter lesen und leichter sprechen” für sie so wichtig ist.

Hans Martin Hiltner

Hans Martin Hiltner

Der 1980 in Graz geborene Christian Zsivkovic beschrieben seinen “Freitag Aabend in Stinaz”, wo er viel auszugehen pflegt.

Dann kam der “Europa-Text, der “Forum Logus Gruppe”, die aus einigen vorigen Preisträger wie Paul Text und Christan Kargl besteht.

Sehr beeindruckend der Text “Stimmen im Kopf”, der in Salzburg lebenden Jaqueline Moser, sowie”Johannas Lebensgeschichte”, der 1965 in Deutschlandsberg geborenen Denise Luttenberger.

Bei Christoph Dietrich handelt es sich auch um einen Vorjahrssieger, für den ich für seinen “Schmierfetten,” die Laudatio geschrieben habe. Diesmal hat er sein außergewöhnliches Sprachtalent in dem Text “Super Deutz Traktor” bewiesen, in dem das schöne Wort “Luftdrillmasche” vorkommt, das Gregor Seberg, der die Texte wieder abwechselnd mit Chris Pichler gelesen hat, besonder gut gefallen hat.

Silvia Hochmüller, die glaube ich, auch schon öfter auf der Ehrenliste stand, beschäftigte sich in ihrem Text mit dem Widerspruch zwischen “Herz – Denken” und der Dauerpreisträger Peter Gstöttmeier für den ich zweimal die Laudatio gehalten habe und dessen Buch “Söbständi” ich auch hier besprochen habe, hatte diesmal mit “Ih sog zum Abschied leise Servus”  einen melancholischen Text, mußte er doch aus Gesundheitsgründen seine geliebte Außengruppe  aufgeben und sich wieder der Korbflechterei zuwenden und hat dies wieder in seiner Mundartart treffend beschrieben.

Markus Baumgartner

Markus Baumgartner

Ruth Oberhuber war 2011 Preisträgerin, ich habe vor zwei Jahren mit ihr auf der “ORF-Bühne” der “Buch-Wien” diskutiert und ihren Text “Regierung” kann man wirklich treffend nennen:

“Darf ich mich vorstellen? Ich bin die neue Bundeskanzlerin. Ich rede nicht, ich tue mehr. Bitte denkt mehr nach, mit dem Geld mehr haushalten und eure Hosentaschen entleeren. Ist zwar nicht leicht, aber ihr könnt es schaffen. Mein Name ist <marie Sabine Grubauer”, dem kann man nicht viel hinzufügen, es gab aber noch einen ehrentliste Text von Stefan Mann, für den ich, glaube ich auch schon einmal eine Laudatio gehalten habe.

Den ersten Hauptpreis bekam  der 2015 Preisträger Hans Martin Hiltner der 1960 in Leipzig geboren wurde für seinen Text “Verletzt”, der von seiner Schwester Beate Henneberg aufgeschrieben wurde. Heinz Janisch hat die Laudatio  gehalten, ihm folgte der 1991 geborenen Markus Baumgartner, der seit 2008 Rainbows Home besucht, sich sehr für Zahlen interessiert und jeden, glaube ich, den Wochentag seines Geburtstags sagen kann.

Stipendiaten

Stipendiaten Viktor Noworski und David Silvester Marek

Ich habe für “Mir geht es gut”: “Der Buchstabe M riecht nach dem, auf dem draufsteht WAFER und in dem die Schnitten drinnen sind und die Zahl 13 riecht nach Frisör”, die Laudatio mit dem Titel “Das Gutgehen ist eine spezielle Welteinsicht” gehalten.

Der dritte Preisträger war der 1989 geborene Mustafa Akmaz, der in Mmst wohnt und deshalb nicht zur Preisverleihung kommen konnte, er schickte aber eine Videogrußbotschaft und sein Text “mut” ist auch sehr kurz, da er nur aus sieben Zeilen besteht.

“hasen-mut schaf-mut esel mut affen-mut  giraffen-mut elefanten-mut LÖWEN-MUT”, darüber läßt sich natürlich herrlich philosophieren. Felix Mitterer versuchte es in seiner Laudatio. Vorher gab es eine Musikeinlage der Inklusionband “Ohrenklang” in der auch Ronnie  Pfennigbauer, der frühere Moderator Mitglied ist und die zwei Texte früherer Preisträger vertonten und musikalisch interpretierten, was mir sehr gut gefallen hat.

Dann folgte noch der sogenannte Schokoladepreis, das Gedicht auf der “Zotter Schokolade”, das diesmal von dem in Dresden lebenden Sebastian Zipser stammt, der Autor der Zeitschrift “Kaffepause” ist, was sehr gut zur Schokolade passt, die von Franz Joseph Huainigg gleich angebissen wurde.

Alle

Alle

Ein “Ohrenschmaus-Stipendium” gibt es seit einigen Jahren auch. Der erste Stipendiat ist der ebenfalls sehr häufig einreichende David Silvester Marek, dessen “Gehiemnisgeschichtenlexikon” von Franzobel herausgegeben wurde und im Herbst bei “Klever” erschien. Das Buch muß von mir noch gelesen werden und der nächste Preisträger wird auch ein Vorjahresieger nämlich Viktor  Noworski sein, der sein Buch mit Felix Mitterer erarbeiten wird.

Die Staatssekretärin Caroline  Edtstadler hat die Urkunde vergeben und den Preisträger vorgestellt, der gleich eine Probe seines Schaffens gab, dann gab es das Schlußfoto, das Buffet, die Schokoladen und den “Wohn und Werkstättenexpress” in dem die Siegertexte wieder abgedruckt sind, was ich ich für eine sehr gute Idee finde.

Anschließend haben wir noch bei der “Augustin-Glühhmost-Hütte”, in der Rahlgasse einen Stop gemacht und einen Glühwein getrunken, was gut passte, denn der Coverboy des “Augustin 470”  ist David Sylvester Marek und ein Portrait von ihm gibt es in der Zeitschrift auch.

Poet Night im Siebenstern

Wieder eine Lesung aus der “Unsichtbaren Frau”, wieder einmal “Poet Night”, die Veranstaltung wo die Mitglieder des Lesetheater, die selber schreiben, in einem Marathon im sieben bis acht Minuten Rhythmus ihre eigenen Texte vortragen.

Zu Zeiten von Rolf Schwendter hat das um vier Uhr Nachmittag angefangen und ist bis zwei Uhr in der Früh gegangen, jetzt geht von sechs bis Mitternacht, trotzdem standen etwa fünfzig Autoren am Programm und als ich ein paar Minuten nach sechs den Veranstaltungsraum im Kulturcafe Siebenstern betreten habe, hat gerade Werner Krotz Gedichte gelesen, Ottwald John ist, wie immer bei der Tür gestanden und hat mich eher unfreundlich empfangen, als ich Herrn Blaha begrüßt habe, der mir, wie versprochen seine weihnachtlichen Dialektgedichgte übergeben hat.

Die Poet Night des ersten Wiener Lesetheaters eine bunte Veranstaltung der Vielfalt des dichterischen Schaffens, wie es Andrea Pauli, die jetzt gemeinsam mit Hahnrei Wolf Käfer den Lesemarathon organisiert, nennt und es stimmt, daß alle Formen der Kunst von den Gebrauchstexte, zu Sketches aber auch Gedichten etcetera von bekannten bis unbekannten Dichtern vertreten sind.

Meine erste Kritikerin Maria Haidegger hat sich einfam darüber mokiert, daß hier eher die unbekannten Dichter vertreten sind, stimmt es sind vorwiegend oder ausschließlich Mitglieder des Lesetheater, einen Prominentenblock der diesmal aus Lydia Mischkulnig, Antonio Fian, Gerhard Ruiss etcetera bestand, ist aber auch immer dabei und heute ist es, um nur ein paar der cirka fünzig Auftretenden zu erwähnen von Werner  Krotz Aphorismen  zu Angelika Mairose Pavrosky gegangen, die  ein Stück aus ihrem noch nicht veröffentlichten roman gelesen hat, in dem es über drei Frauen die in den Sechzigerjahren glaube ich Paris eroberten gegangen ist.

Ariane Lang und Gynther Riebl machten sich über die Datenschutzverordnung lustig während die Ruth wie sie betonte einen eigenen Text für die Veranstaltung geschrieben hat, in dem es um die Sätze geht, die man sich im Schlaf erträumt und sofort aufschreiben muß, damit sie nicht verloren gehebn.

Renate Woltron und Manuel, die Schauspieler brachten auch wieder Stücke aus ihrem Hersbstprogramm, während Werner Grüner Gedankensplitter las, die er sich aus den Nachrichten oder Alltagsbeobachtungen aufgeschrieben hat.

Anita Schaub las aus ihrem letzten Buch, wo ich, glaube ich, schon eine Stelle einmal gehört habe und Ottwald John brillierte glaube ich mit der Parodie dieJoe Berger im Jahre 1989 über Thomas Bernhard geschrieben hat und die ich glaube ich auch im Lesetheater hörte.

Christl Greller gab Kostproben aus ihrem neuen Lyrikband, den ich noch lesen werde, dann kam Hansjörg Libscher, ddn wie  es Andrea Pauli nannte “Urgestein” des Lesetheaters.

Bettina Balaka gehört, glaube ich, auch zu demProminentenblick und las aus einem am Montag erscheinenden Gedichtband, Eva Holzmayr um einen Krimi der imJahr 1945 spielt und, wo es um die Vergewaltigung von Frauen durch russische Soldaten ging.

Christa Meissner war, wie gewohnt humoristisch mit ihren Wiener Struwwelpeter und anderen Texten, Mechthild Podzeit Lütjen gewohnt lyrisch, Judith Gruber Rizy las wieder den Beginn aus “Eines Tages verschwand Karola”  und Helmuth Rizy aus seinem letzten Buch, wo es glaube ich, um eine Begegnung zweier Männer ging, die sich in einem Museum kennenlernen.

Hahnrei Wolf Käfer verlas wieder seine Kyoka eine japanische Versform ähnlich den Haikus, Manfred Chobot Gedichte wo es gegen Rassismus und Ausländerfeindlichkeit ging, Gerhard Ruiss seine Präsidentengedichte, Richard Weihs gab Proben aus seiner Wunschgedichtfolge und ganz am Schluß kam noch eine junge mir unbekannte Frau, die gleichfalls sehr schöne Gedichte vortrug.

Eine interessante Mischung, die wie schon erwähnt die Vielfalt der österreischen Lyrik, Prosa und Dramatik abseits der Buchpreisszene zeigt und wieder einmal gut gelungen ist.

Eva Jancak


Eva Jancak

Mechthild Podzeit Lütjen


Mechthild Podzeit Lütjen

Karin Gayer


Karin Gayer

Judith Gruber Rizy


Judith Gruber Rizy

Helmut Rizy


Helmut Rizy

Hahnrei Wolf Käfer


Hahnrei Wolf Käfer

Manfred Chobot


Manfred Chobot

Gerhard Ruiss


Gerhard Ruiss

Gerald Jatzek


Gerald Jatzek

Richard Weihs


Richard Weihs

Ania Gleich


Ania Gleich

Digitale Poesie

Nach dem ich heute im Revolutionsworkshop mit Stephan Teichgräber wieder “Die Schwestern” von Alexei Tolstoi analysierte und wir hier die Frage klärten, wie “Saschka Sakelman” wirklich hieß und welche “moderne Dichterin” in der Künstlerkneipe “Rote Schellen” verkehrte, ging es in die “Alte Schmiede” zu einer speziellen Art von Literatur, haben da doch Hannes Bahor und  Jörg Pieringer ihre Art der Textverarbeitung vorgestellt und zwar wurden da höre und staune zwei ganz normale gedruckten Bücher, eines sogar im “Suhrkamp-Verlag”, nämlich “Halbzeug” und “Datenpoesie” vorgestellt und Annalena Stabauer hielt, wie sie betonte eine längere Einleitung, um die Kunst aus den Netz und die Literatur die aus den digiatalen Medien entstehen kann, zu erklären.

“Schon jetzt interagieren wir über digitale Medien alltäglich mit Programmen, die Sprache automatisch verarbeiten. Für medienreflexive Formen der Literatur tut sich hier ein weites und zugleich hochspezialisiertes Forschungsfeld auf. Der Begriff  Digitale Poesie beschreibt diesen künstlerischen Umgang mit sprachbezogener Computertechnologie und betont, in Anlehnung an die Konkrete Poesie, das Interesse an der Materalität und Medialität des Zeichenprozesses.”, steht im Programm.

Der Schmiedesaal war voll mit der Wiener experimentellen Szene, so habe ich Jörg Zemmler, Ilse Kilic, Michaela Hinterleitner, Dieter Sperl, Thomas Havlik, Fritz Widhalm und andere gesehen und der 1984 in Berlin geborene Hannes Bahor, der deutsche Literatur und Geschichte studierte, begann dann auf der Videowand durch sein Buch “Halbzeit” zu führen, in dem Gedichte enthalten sind, die nach bestimmten Methoden entstanden, die auch erklärt wurden, so hat er die Gedichte Heines analysiert, aus Märchen bestimmte Anagramme entnommen oder betimmte Wörter aus Ratgeberbücher und daraus neue Texte geformt.

Er hat auch neue Bücher aus Marcel Reich Ranickis Kanon zusammengestellt und hat das Textkollektiv OxOa gegründet, in dem es, glaube ich, auch Automatenliteratur gibt.

Den 1974 geborenen Jörg Piringer, der Informatik studierte, habe ich schon bei verschiedenen Performances gehört und er stellte sein “Ritter Buch”  “Datenpoesie” vor, das er perfomierte in dem er sich vom Computer beschreiben ließ, daß hier ein “Mann ein Sefie macht oder in einen Spiegel blickt.”

Auf der Videowand flatterten inzwischen Bilder, die sich aus Worten bildeten und ein Claudius Gedicht wurde in achtzig Computersprachen über- und wieder zurückübersetzt, was dann überhaupt nicht mehr erkennbar war und wenn man den Satz “Sie ist Ärztin” aus Türkisch vom Computer übersetzten läßt, kommt in der Rückübersetzung “Er ist Arzt” heraus, weil die Programme von meist von “weißen” Männnern geschrieben werden.

In der regen Diskussion wurde nach Urheberfragen gefragt und das würde mich auch interessieren, wem man Fragen muß, wenn man ein Bachmann-Gedicht neu zusammensetzt, obwohl das die Autoren für nicht so relevant einschätzten und wenn man sich das Buch von Jörg Pieringer kaufte, hat man, glaube ich, ein programmiertes Autogramm zurückbekommen und ich habe wieder einmal  gefragt, wie man das alles lesen kann und mich auch ein bißchen durch die Printbücher der Digitalutoren geblättert.

Kolik liest

Als ich am Sonntag im Literaturhaus Gustav Ernst um die “Kolik 77” mit dem Sonderteil zu Erich Frieds dreißigsten Todestag gebeten habe, habe ich noch nicht gewußt, daß ich am Dienstag einen Teil daraus in der “Gesellschaft für Literatur” hören wurde, denn da wurde das Heft, beziehungsweise zwei der darin enthaltenden Autoren nämlich Barbi Markovic und Elias Hirschl im Rahmen von “Kolik liest” vorgestellt und das ist eine Reihe, wie Ursula Ebel in ihrer Einleitung erklärte, die es seit 2005 gibt, damals hieß sie noch “Kolik Slam” bis sich einige und, ich glaube, auch Christiane Zintzen empörte, daß das kein Slam sei, was da geboten wird, während das heute vielleicht sogar ein bißchen anders war, denn der 1994 in Wien geborene, also noch sehr junge Elias Hirschl ist mehrfacher Slammeister und hat auch schon drei Romane, darunter den letzten “Hundert schwarze Nähmaschinen” bei “Jung und Jung” herausgebracht.

Gustav Ernst erklärte das alles in seiner Einleitung, aber zuerst kam die 1980 in Belgrad geborene Barbi Markovic dran, deren Profil sogar das Heft ziert “Das erste Mal, das ich Covergirl!”, bin, sagte sie, glaube ich, bevor sie ihren im Heft abgedruckten Text “Die verschissene Zeit – aus dem Regelbuch zu einem in Arbeit befindenden Roman” las, vorher erklärte die “Alpha Preisträgerin” von 2016 die 2017 beim “Bachmann-Preis” gelesen hat und deren “Superheldinnen” ich gelesen habe, daß das Buch nach einem phantastischen Rollenspiel entstehen wird und da schlüpfen Personen in verschiedene Charaktere und spielen das Belgrad der Neunzehnneunzigerjahre nach.

Sehr spannend und sehr originell oder phantastisch realistisch wahrscheinlich in einem anderen Sinn, als es die phantastischen Realisten meinen, das schwierge Leben der Jugendlichen dort, die den Krieg erlebten, schlechte Drogen nahmen und sich wahrscheinlich nach dem goldenen Ausland sehnten, kommt dort vor und ich war ja zweimal mit dem Alfred und der Anna in Belgrad bei der inzwischen verstorbenen Tante Dora, das erste Mal, glaube ich, 1986 als wir in der Türkei waren, das zweite Mal 1997 oder 1998 und haben daher von der Stimmung, die in Barbi Markovics Kindheit herschte, höchstwahrscheinlich etwas mitbekommen.

Dann kam JochenJungs “Quotenmann oder literarischen Wunderkind”, wie ich es einmal bezeichnet habe, als ich bei der Lesung aus den “Nähmaschinen” im Literaturhaus war.

Jetzt hat der sehr vielseitige und sehr junge Autor aus zwei realistischen Geschichten, beispielsweise einer wo Leute auf einer Verkehrsinsel leben, weil sie eine Straße überqueren wollten und das aber nicht schafften und eine andere, wo ein Professor Affen auf einer Schreibmaschine verschollene Shakespeare Texte schreiben läßt, was aber nicht gelingt, die erfunden sind, obwohl sie mit Fußnoten belegt werden und dann noch den Beginn eines neuen Romanes, der von der jungen ÖVP handelt, also meiner “Unsichtbaren Frau”, vielleicht sehr ähnlich ist, obwohl <minister Basti hier einen anderen <namen trägt.

Danach gabs ein Gespräch beziehungsweise eine Diskussion, in der ich mich wunderte oder lobend erwähnte, wie realistisch die “Kolik” inzwischen geworden ist, aber wahrscheinlich sind die Texte realistisch übertrieben, der Übertreibungskünstler Thomas Bernhard wurde dabei erwähnt und in dem Heft, das ich inzwischen durchgeblättert habe, gibt es auch experimentellen, wie Texte von Friederike Mayröcker und eine Buchbesprechung von “Sülzrather” von Herbert J. Wimmer und eigentlich brauche ich mich über den phantastischen Realismus in den “Koliken” nicht wundern, denn das “Wespennest”, in dessen Redaktion Gustav Ernst vorher tätig war und in dem ich auch einmal einen Text hatte, hieß ja im Unteritel “Zeitschrift für brauchbare Texte” und Gustav Ernst, den ich ja sehr mag und gerne lese, ist auch ein realistischer Autor.

Anderswelten

“Über Dystopien und Utopien”, heißt das heurige Thema der “Literatur im Herbst”, die Walter Famler schon seit einigen Jahren im “Odeon”, dieser ehemaligen Getreidebörse in der Taborstraße veranstaltet.

Zuerst waren die osteuropäischen Länder das Thema, dann ist es zu den Frauen und bis nach Japan gegangen und heuer sind die “Utopien” daran, ein Thema mit dem ich mich mit Stephan Teichgräber ja auch im vorigen Semester beschäftigt habe.

Da hat er George Orwell vorgeschlagen und ich bin daraufgekommen, daß die Gegenwartsliteratur dieses Thema derzeit häufig zum Gegenstand hat, so habe ich im Frühjahr Helmut Krausser gelesen und Andre Kubicek.

Der “Report der Magd” von Margaret Atwood ist auch ein utopischer Roman und der Gegenspieler ist die Dystopie, in der Jugendliteratur häufig anzutreffen und einige solche Bücher habe ich ja auch erst vor kurzem gelesen und wenn man sich so durch das Programm schaut ist auch einiges, wie Jonathan Cohen oder “Sungs Laden” anzutreffen, das ich irgendwo auf meinen Bücherstapeln haben muß, was ich eigentlich gar nicht für so utopisch gehalten habe.

Utopisch ist also wahrscheinlich alles und überall und die Literatur wimmelt von Dystopien und obwohl der utopische Roman etwas phantastisches hat, ist die politische Dimension auch nicht zu übersehen und wahrscheinlich besonders interessant und natürlich auch hauptsächlich in dem von Walter Famler, Ilia Trojanow und Jana Folkman kuratierten Festival anzutreffen.

Die neue Stadträtin, die eröffnete, hat deshalb auch von den wilden Räumen gesprochen, die in diesen drei Tagen in Wien anzutreffen sind und der Eröffnungsreder der 1970 geborene Dietmaar Darth der mit “Die Abschaffung der Arten” 2008 auf der Shortlist des dBp gestanden ist, entpuppte sich  in seinem Text “Besser Kunst als Hoffnung besser Kunst als Angst”, als wahrer Science Fiction Spezialist, auf jeden Fall zog er einen Bogen über die gesamte Bandbreite der phantastischen Literatur und teilte die Utopien in das Postive, die Dystopien in das Negative ein, eine Unterscheidung, die ihm nicht zu gefallen schien, aber offenbar in der Literatur, als so gegeben gilt.

Danach gab es ein Gespräch zwischen ihm und dem 1952 geborenen Philosophen und Kulturwissenschaftler Thomas Macho das Ilia Trojanow moderierte und das von einem Herrn im Publikum auch kritisert wurde.

Interessant war dabei für mich, um wieder den Bogen von all den Weltuntergangsphantasien, die in der Jugendliteratur derzeit Gang und Gebe sind, zu den Utpien zu ziehen mit denen, die Schreckenregime des zwanzigsten Jahrhunderts und wahrscheinlich auch den früheren begonnen haben, ansonsten sind die meisten Romane, weil ja nur das Schrecklichste zählt, wohl eher dystopisch, als utopisch, weil das ja oft als kitschig angesehen wird und die heutige Zeit lockt wohl auch zu Weltuntergangstimmungen und so wird der utopische  wilde Raum in der Taborstraße wohl  interessant werden, der am Samstag mit einem Debattenforum über das Bankenwesen und der Utopie von einer Sozialversicherung für alle begann.

Sehr utopisch denke ich der Wunsch des Schweizer Wirtschaftsjournalisten Jürg Müller, die Banken abzuschaffen. Es wurde ihm von Ulrike Hermann, die ein Buch mit dem Namen “Kein Kapitalismus ist auch keine Lösung” geschrieben hat, auch widersprochen.

Dann wurde es, wenn auch noch nicht unbedingt utopisch, so doch literarisch, kam doch der Schwede Peter Fröberg Idling mit seinem Kambodscha-Buch “Pol  Pots Lächeln”.

Dann folgte die die 1965 geborene Karin Kalisa von der ich mich schon gewundert habe, daß ihr “Sungs Laden” zur utopischen Literatur zählt. Gut zu wissen, sie wunderte sich auch und die Utopie bei dem Buch, das ich noch lesen muß, ist wohl, daß es eine Gesellschaft in Ostberlin schildert, wo sich die deutsche Bevölkerung mit den vietnamnesichen ehemaligen Gastarbeitern verbindet und mit ihnen Brücken baut, Puppenfeste und noch anderes veranstaltet.

Wenn man so, wie ich mit dem Uli diskutiert, der übrigens auch phantastische Romane schreibt, aber gegen das Fremde ist oder nach “Chemnitz” schaut, kann man das wahrlich nur utopisch nennen und ich würde mich wahrscheinlich auch nicht trauen, eine so positive Utopie zu schreiben, aber warum eigentlich nicht, warum muß man alles schwarz malen, nur weil das die Leser angeblich so haben wollen, das ist es was ich mir dem Festival mitnehme.

Nach der Pause wurde es  phantastischer, kam da nämlich die Amerikanerin Annalee Newitz mit ihrem Science Fi Roman “Autonom” wo es von Humans und Robots nur so wimmelte und Drogengebrauch auch eine Rolle zu spielen schien, gefolgt von Georg Klein, der 2000 den Bachmannpreis gewonnen hat und heuer in Leipzig mit seinen Roman “Miakro” nominiert war, in dem es auch sehr phantastisch mit einer Innenwelt und einer Außenwelt zuzugehen scheint.

Am Sonntag wäre es mit einer Matinee in der “Alten Schmiede” weitergegangen, da war aber im Literaturhaus die “Fried-Preisverleihung” und da die Veranstalter das obwohl sie ja miteinander verbunden sind und immer wieder gemeinsame Veranstaltungen machen, nicht besser koordinieren können, bin ich erst  am Nachmittag ins “Odeon” gekommen, wo es das Debattenforum II im utopischen Raum, also eine Diskussion zwischen Luise Meier, die ein Buch “MRX Maschine” geschrieben hat und Georg Sesslen, der eines mit dem Titel “Freiheitstraum und Kontrollmaschine” hat, das war wieder sehr philosophisch theoretisch und daher für mich auch nicht sehr verständlich.

Es ist aber gleich literarischer geworden und zwar mit einem Debut, das auch auf der Bloggerdebutlonglist steht, nämlich Josefine Riecks “Serverland”, die es zwar nicht auf die Shortlist schaffte, ich aber sehr interessant fand, wird hier ja eine Welt in der es keinInternet gibt, geschildert und jetzt von Jugendlichen wieder erobert wird.

Dann hätte Jan Koneffke den Rumänen Stefan Agopian und dessen “Handbuch der Zeiten” vorstellen sollen, der ist aber erkrankt, so hat es Jan Koneffke allein gemacht und das war sehr spannend, ist das Buch des 1947 geborenen Autors schon 1984 in Rumänien erschienen, aber jetzt erst auf Deutsch herausgekommen und dort geht es sehr phantastisch zu, obwohl es auch politisch zu interpretieren ist und ganz am Schluß kam, glaube ich, der Höhepunkt und etwas mir Bekanntes, nämlich eine szenische Lesung aus Joshua Cohens “Buch der Zahlen”, Ilija Trojanow, der am Vormittag den “Toleranzpreis des Buchhandels”  bekommen hat und Walter Famler haben gelesen, der Autor hat das musikalisch begleitet am Schluß eine englische Leseprobe gegeben und danach mit Ilija Trojanow über das Buch, das ich schon gelesen habe, gesprochen und dann war das dreitägige Literaturfestival schon beendet.

Walter Famler hat nochmals darauf hingewiesen, daß der utopische Raum und die Diskussion darüber weitergehen wird und wenn ich ein Resume ziehen soll, es war diesmal eine sehr spannende und interessante Veranstaltung, die meinen Begriff über Utopien und Dystopien sehr erweitert hat und zum Schluß wiederhole ich am Besten noch einmal das Motto des Einführungsvortrags “Besser Kunst als Hoffnung besser Kunst als Angst” und das war es wohl und vermutlich werde ich in Zukunft sowohl Dystopisches als auch Utopisches weiterlesen.