Leipziger Buchpreisträger in der Alten Schmiede

Gun­tram Ves­per

Gun­tram Ves­per

“Den Belletristik-Preis der Leipziger Buchmesse” hat ja heuer für mich sehr überraschend Guntram Vesper mit seiner Chronik “Frohburg” gewonnen. Ein Autor und ein Buch das mir nicht sehr viel sagte. Die Ute hat mir dann erklärt, daß Frohburg eine kleine Stadt zwischen Leipzig und Karl Marx-Stadt Chemitz ist und der 1941 dort geborene Guntram Vesper ist 1957 mit seiner Familie in den Westen gegangen und lebt heute in Göttingen.

Das Buch eine Mischung zwischen Chronik, Stadtgeschichte und Notaten, wie Kurt Neumann erklärte, hat über tausend Seiten und hätte schon im Mai in der “Schmiede” vorgestellt werden sollen. Da habe ich auf dem Weg dorthin einen der Stammbesucher getroffen, der mir sagte, Veranstaltung fällt aus und heute also nachgeholt.

Es gab ja auch einiges Bedauern, daß das Buch nicht auf die LL, kam beim Sascha Stanisic vor ein paar Jahren wurde zwar das Gegenteil bedauert und die die “Alte Schmiede” war gar nicht so voll, Gerhard Jaschke war aber da und Erich Hackl, der österreichische Chronist, wie man so sagen könnte, moderierte und leitete ein, sprach von seiner großen Vesper Verehrung, erzählte auch was zu dem Buch und der Autor sagte dann, daß er sich sehr wohl am Veranstaltungort fühlen würde, denn sein Ur- und sein Großvater waren ebenfals Schmiede und so hat er die ersten Lebensjahre auch an einem ähnlichen Ort verbracht.

Der Vater war Arzt und ein Stück das Guntram Vesper vorlas, begann im Jahr 1945, als die Russen kamen und der Kleine vier Jahre alt war.

Dann ging es näher an die Gegenwart, der Bruder Ulrich stirbt, das Familienporzellan wird aufgeteilt und der Bruder hatte, womit er mir sehr ähnlich zu sein scheint, zwischen zehn- und fünfzehntausend Bücher, die überall in seiner Wohnung oder Haus aufgestapelt waren oder noch unausgepackt in Plastiksäcken lagen.

Der Autor griff sich einige heraus und fuhr mit ihnen dann über die Autobahn und erzählte im Gespräch mit Erich Hackl auch noch sehr viel von der Buchentstehung. Die Chronik hat er ursprünglich für sich selbst geschrieben, erst spät kam ihm die Idee das zu veröffentlichen, denn als der Vater oder die Mutter starb, dachte er, bald ist niemand mehr da, der davon weiß.

Erich Loest kommt in dem Buch vor, das hat er erfunden, er hätte ihm das Buch auch überreicht, nur leider ist Erich Loest vor ein paar Jahren gestorben. Die Liebe zu Karl May scheint auch ein wichtiges Thema zu sein und der Autor erzählte sehr viel und sehr lang die Anekdoten seines Schreiben, eine Schlange von Bücherkäufern gab es auch, die sich das Buch signieren ließen und das ist sicher sehr interessant, obwohl ich ja nie in Frohburg war, nur ziemlich regelmäßig zu den Messezeiten nach Leipzig fahre.

Zweifache Longlisten-und Shortlistlesung

Normalerweise gehe ich ja aus zeitökonomischen Gründen nicht so gern zu einer Lesung, wenn ich das Buch schon gelesen habe oder lesen werde.

Bei Longlistenlesungen bin ich aber gelegentlich gewesen, einmal glaube ich beim Doron Rabinovici in der Hauptbücherei, im Vorjahr beim Clemens J. Setz in der AS, als ich das Buch halb oder so gelesen hatte und heute hätte ich den Rainhard Kaiser-Mühlecker in der “Gesellschat für Literatur” auch beinahe ausgelassen, aber dann war das Alternativprogramm nicht so entsprechend, auf die Shortlist ist er am Dienstag auch gekommen, auf der öst LL ist er schon und einige Blogger haben “Fremde Seele, dunkler Wald” auch sehr gelobt.

Dem habe ich mich bis jetzt eigentlich nicht so angeschlossen und ganz ehrlich, auch wenn ich das wahrscheinlich revidieren werde oder auch schon habe, denn wahrscheinlich ist es mein drittes Shortlist-Buch, das ich auf meine höchstpersönbliche Liste setzten werde, habe ich den 1982 in Kirchdorf an der Krems geborenen, sehr “schönen” jungen Mann, bisher ja als eher fad eingeschätzt.

Mit seinem  2008 bei Hoffmann und Campe erschienenen “Der lange Gang  über die Stationen” hat er ja Furore gemacht. Da war ich kann ich mich erinnern, bei einer literarischen Soireee im Radio Kulturcafe gewesen zu sein und habe mich gewundert, daß “so was fades”, die anderen nannten es “aus der Zeit gefallen” bei “Hoffmann und Campe” erscheinen kann und das Buch dann auch gelesen.

“Magdalenenberg” habe ich auch irgenwo gehört, bei “Wiedersehen in “Fiumcino”  war iich in der “Gesellschaft” und habe mir das Buch schicken lassen und seither glaube ich, nicht mehr so viel von dem jungen Mann gehört.

“Schwarzer und roter Flieder” ist erschienen und ein Erzähloband und jetzt das Buch, wo ich mir bei den Beschreibungen dachte, das habe ich doch schon im Debut gelesen und bei “Magdalenberg” gehört.

Als das Buch auf die öst LL kam, habe ich bei “Fischer”, wo es erschienen ist, nochmals angefragt und es am nächsten Tag bekomme, vielleicht bekomme ich den Händler, was  mein neunzehntes LL-Buch wäre, also auch noch, der Stamm ist am Montag gekommen und mich dann irgendwann enschloßen, ich gehe in die “Gesellschaft” und eigentlich hätte ich das Buch mitnehmen können, erstens um es signieren zu lassen, was ich nicht so oft mache, zweitens, um mitzulesen und mir die gelesenen Stellen anzustreichen, was sehr gut gewesen wäre, denn ich bin mit dem Lesen ja ein bißchen in Zeitlnot, habe heute mein elftes LL beendet und siebzehn Rezensionsexemplare oder nein, sechzehn, denn die Gösweiner ist ja ein Geschenk vom Alfred, liegen am Klo und vor allem “Literarurtest” drängt ja sehr, wenn man nicht gleich in der nächsten Woche bespricht und von denen habe ich heute auch ein Buch bekommen.

Ich hätte die “K u.S” Debuts also vielleicht noch ein wenig aufschieben und gleich mit dem Lesen anfangen können und wäre etwas schneller gewesen, hätte, könnte, habe ich aber nicht, denn das ist mir erst in der “Gesellschaft” eingefallen, als ich zwischen dem Lehrer und einer jungen Dame saß, die das Buch in der Hand hielt und den Melle in ihrer Tasche hatte.

Sehr voll in der “Gesellschaft”, das heißt gegen Ende hat es sich gefüllt und ein paar Interessierte, die man vielleicht sonst nicht so sieht, wie zum Beispiel die Petra Hartlieb waren da, denn die Buchhändler sollen ja, wie ich überall höre, auf die Shortlist sehr aufspringen.

Manfred Müller hat die Shortlist auch sehr erwähnt, den öst Bp hat er dagegen ausgelassen, ob aus Zufall oder mangelnder Kenntnis, habe ich vergessen nachzufragen und allmählich verwandelte sich mein Desinteresse in Interesse, denn der angeblich so aus der Zeit gefallene junge Mann, etwas, was ihn auch ärgern dürfte, hat wirklich einen eigenen Stil und irgendwann habe ich mir gedacht, daß er dem meinen gar nicht so unähnlich ist und bevor jetzt einige aufschreien, er ist erfolgreich, ich nicht und vom Land schreibe ich auch nicht soviel, denn ich lebe ja im städtischen Milieu, zumindestens bin ich dort aufgewachsen, in einem eher proletarischen Teil von Wien.

In dem Buch geht es wie schon Manfred Müller einleitete, um eine Familie am Land, die Brüder Jakob und Alexander, der eine Bauer, der andere Berufssoldat, um einen Vater und einen Großvater geht es auch und das was der junge Mann vorlas war wirklich sehr interessant.

Der Magdalenenberg kommt wieder vor und ein Kreuz, das die neuen Christen dort errichteten, der Berufssoldat hätte einmal Priester werden wollen, ist dann aber einer Elvira verfallen, der Vater verschleudert den Hof, der Großvater prunkt mit seinem Geld und alle sind zerstritten und viel mehr werde ich jetzt auch nicht erzählen, sondern lesen, wenn ich mit den Debuts, der Vegetarierin, der “Apollokalypse”, dem Mayerhoff und dem Kumpfmüller fertig bin und auch das anschließende Gespräch war sehr interessant, denn Manfred Müller fragte, vielleicht ein wenig provokant “Wie lebt es sich als öffentliche Person?” und der junge Mann antwortete:

“Das bin ich nicht, denn ich mische mich in die Politik nicht ein, sondern schreibe und ich bin einer, der erzählen will und ob man das jetzt altmodisch nennt und mich mit Rosegger vergleicht, ist mir egal!”

So ungefähr habe ich es verstanden und bin sehr gespannt, werde mich aber jetzt gleich mit einer jungen Aussteigerin beschäftigen und meine Spannung hoch und warmhalten und vielleicht wird es mein drittes dBp Sortlistbuch und vielleicht kommt es auch auf die öst SL, den Preis würde ich ja immer noch gerne der Frau Mayröcker zuerkennen und den dBp gewinnt wahrscheinlich der Herr Melle mit seiner Mischung zwischen Memoir und Personal Essay über seine bipolare Depression.

Barbara Hundegger und Max Höfler im Gespräch

Auch im Literaturmuseum haben die Veranstaltungen begonnen und da gibt es ja die Schreibgespräche, eine Reihe, wo die GAV eingeladen wurde, jeweils einen älteren mit einem oder einer jüngeren Kollegen diskutieren zu lassen.

Das hat mir Robert Schindel und Anna Weidenholzer begonnen,  Marie Therese Kerschbaumer habe ich versäumt, weil ich in Deutschland Rad fahren war und war dann noch bei der Veranstaltung mit Franz Joseph Czernin und Angelika Reitzer und heute war, wenn ich mich nicht irre, die letzte Veranstaltung, ob für dieses Jahr oder überhaupt, weiß ich nicht recht, jedenfalls mit Barbara Hundegger und Max Höfler.

Ich war weil die “Volksstimme-Anthologie”, die jetzt gekommen ist, meinem Kritiker schicken wollte, sehr früh daran, bin daher ein bißchen durch das Museum geschlendert, da kann man ja an den Veranstaltungstagen ab sechs frei hinein, mich dann mit Petra Ganglbauer, offenbar die GAV-Abgesandte unterhalten und mich ein bißchen gewundert, daß so wenig Publikum war.

Vielleicht interessiert die Lyrik nicht oder die “jungen Wilden”, wie Max Höfler möglicherweise einer ist, ich hab einmal beim “Volksstimmefest” neben ihm, beziehungsweise einer Maschine, die er aufgebaut hat, gelesen und Klaus Nüchtern moderierte, bei den ersten Veranstaltungen war das Renata Schmidtkunz, dann glaube ich Daniela Strigl, jetzt der “Falter-Kritiker”, der zum Doderer-Jahr ein Doderer Buch geschrieben hat und stellte die beiden Autoren vor.

Bei der 1963 in Hall in Tirol geborenen Barbara Hundegger, war ich, glaube ich, einmal zum “Tag der Lyrik” in der “Gesellschaft für Literatur”, dann hat sie glaube ich auch bei dem “Symposium für Sprachkunst” mitgemacht und ich hab, glaub ich, mit ihr diskutiert, was gute Lyrik ist, denn sie ist ja hohe Ansprüche, den “Wildganspreis” hat sie auch einmal bekommen und ich habe einmal ein Buch von ihr im Schrank gefunden, was ich noch lesen muß.

Einer ihrer Bände heißt, “schreibennichtschreiben” aus dem las sie ein paar Texte vor,  sowie ein  “Gegen Naturlyrik-Gedicht”, bekannte sich im Gespräch als Sport und Fernsehfan, was ich der anspruchsvollen Sprachkämpferin, die gerne Wörterbücher liest, nicht zugetraut hätte und auch als jugendliche Nichtleserin.

Dann hat sie aber Germanistik, Philosophie und Theaterwissenschaft studiert und der 1978 in der Oststeiermark geborene Max Höfler, der außer Germanistik und Philosophie noch Kunstgeschichte studierte und ein Toningenieurstudium abgebrochen hat, von ihm habe ich auch ein Buch gefunden,habe, schreibt experimentelle Texte und las aus seinem “Ritter-Buch “wies is is- ein mondo cane machwerk”, das mit den Worten “Und dann..”, möglicherweise klein geschrieben, beginnt und sich offensichtlich ohne Interpunktion und Absätze durch das ganze Buch zieht.

Das wäre etwas für meinen Kritiker und Max Höfler meinte im Gespräch, das das für ihm eine Mittel sei, gegen die Scheußlichkeit der Welt anzukämpofen und er kommt zu seinen Sätzen in denen er sie sich laut vorliest.

Im zweiten Teil brachte Barbara Hundegger einen Text aus der Realität der prekären Autorenwelt. Lyrik verkauft sich nicht, nur Krimis und es wird inzwischen so viel “konventionell” geschrieben, wie sie beklagte und dann melden sich die Veranstalter bei ihr und wollen einen Text für ein tolles Projekt mit viertausend Anschlägen für hundert euro und sie schrieb dafür einen Absagebrief.

Ja, das Leben ist schwer nicht nur für Autoren, Angelika Reitzer hat ja gestern besispiuelsweise im Gespräch mit Lydia Mischkulnig, die vielleicht eine konventionelle Autorin ist, das Prekartiat beklagt und Barbara Hundegger meinte, daß sie von Stipendien und Prein leben würde, nicht vom Buchverkauf und darauf angewiesen wäre, daß die auch regelmäßig kommen.

Die gibt es wieder nicht für alle und Max Höfler wird, wie er sagte nicht zu Schullesungen eingeladen, weil seine Texte vielleicht zu grauslich sind.

Jedenfalls las er am Schluß ein paar solcher Beispiele vor, die sich mit Fäkalien beschäftigen, ein nicht sehr konventioneller Autor also, wie Barbara Hunegger erfreut feststellt, einer der aber sehr syampathisch wirkt und jetzt muß ich nur noch ihre Bücher lesen, Barbara Hundegger hat ja, glaube ich, auch einen Dante Zyklus geschrieben, nicht nur Sibylle Lewitscharoff, wie Klaus Nüchtern einleitend noch anmerkte, aber da bin ich ja noch mittendrin und der Museumsdirektor Bernhard Fetz versicherte am Schluß, daß im Literaturmuseum die Moderatoren und die Autoren, das gleiche Honorar bekämen, etwas was Barbara Hundegger in ihrem kritischen Schreibetext auch beklagte, daß das nicht immer der Fall sein dürfte.

Zwei Erzählbände

In der “Alten Schmiede” geht es weiter mit den Präsentationen der Herbstneuerscheinungen.

“Lesart” nennt sich die Reihe, die Angelika Reitzer inzwischen präsentiert und Lydia Mischkulnig und Leopold Federmayr haben zwei solcher Bände.

Die “Alte Schmiede” hat ja auch zwei Räume, den “Schmiedenraum”, ein Museum ist das ja glaube ich nicht und das “Literatrische “Quartier” im Keller und da wechseln sich die Veranstaltungen ab, nicht nur bei den Symposien, wo die Diskutanten oben und die Zuhörer unten sitzen.

Buch eins, Lydia Mischkulnigs “Paradiesmaschine” wurde im Kellner vorgestellt, wo mich zuerst einmal Lidio Mosca Bustamante freundlich grüßte, ja es gibt sogar Leute, die auf mich  zukommen, statt mich zu ignorieren und zu meinen Geburtstagslesungen eingeladen werden wollen und die 1963 in Klagenfurt geborene Lydia Mischkulnig ist eine literarisch alte Bekannte “Halbes Leben” hat ihr Debutband geheißen, bei “Droschl” erschienen und noch sehr experimentell, ich habe ihn einmal bei “Rund um die Burg” gewonnen, dann kam das Lesen beim “Bachmannpreis” 1996, das Jahr, wo ich dort war und zuhörte.

Da las sie schon sehr schnell und hektisch, hat, glaube ich, was gewonnen und die Jury disktuierte, ob das jetzt Literatur oder Brigitte-Niveau sei?

Darauf erschien “Hollywood im Winter” das habe ich gelesen und es hat mir nicht gefallen,  “Schwestern der Angst” erschien mir sehr übertrieben, gehetzt und abgehoben, so habe ich sie, glaube ich, auch einmal im MUSA und auch bei Lesungen gehört.

Jetzt ein Erzählband und Lydia Mischkulnig begann mit der ersten Geschichte, die “Kloster neu Burg”, vielleicht so oder auch anders geschrieben, heißt. Lydia Mischkulnig las sehr deutlich und sehr akzentuiert. Es ging um einen Erzähler, ich glaube, ein Mann, der mit dem Fahrrad Benzin für den Rasenmäher holen fährt, da trifft er ein Paar mit Rucksäcken, das nach einem Wanderweg fährt, die Frau trägt zuerst Kopftuch, dann Schleier, Vergleiche mit den Nonnen tauchen auf, sehr schöne beinharte Beschreibungen, die ich mir leider nicht so lang gemerkt habe, daß ich sie mir aufschreiben konnte. Es geht dann auch, um Kinder und um eine Schatztruhe und Angelika Reitzer hat Lydia Mischkulnig sehr viel dazu gefragt.

Sehr abgehoben würde ich wieder denken, denn eine Frau mit Kopftuch oder Schleier geht wahrscheinlich nicht mit Rucksack in Klosterneuburg wandern, die zweite Geschichte kann man dagegen nacherzählen, da trifft sich ein Paar in einem Hotel, wo auch ein berühmter Fotograf logiert, der fotografiert die beiden und als die sich trennen, zerreißen sie das Foto, weil sie sich nicht einigen können, wer es bekommt, so bekommt jeder die Hälfte und erst nach dem Tod des Fotgrafen bekommen sie heraus, daß es als Ganzes einen riesigen Wert hat, so sind sie gezungen sich wieder zu vereinen. Das fand ich originell, während ich bei der dritten Geschiche, die von einem Heuschreck handelt, aussetzte.

Angelika Reitzer diskutierte zwar vorher das Prekatiat, da habe ja jetzt einige junge Autoren, wie beispielsweise Friederike Gösweiner, merke ich an, davon geschrieben, wie schwer es ist, in diesem Leben Fuß zu fassen, Angelika Reitzer hat es mit “Unter uns”, glaube ich, auch ein bißchen getan. Aber, wie ist das bei den Älteren?, fragte Angelika Reitzer und meinte wohl, daß es das nicht gäbe.

Aber ich habe mich ja jetzt durch einige “Altherrenprosa” gelesen, da geht es zwar nicht um Armut und um Mindespensionen, aber um das Sterben und die letzten Lieben, mit denen sie nach Sizilien aufbrechen oder die bei Kongreßen wieder treffen und berührende Bücher über Demenz gibt es auch.

Aber Angelika Reizter ist ja ein Siebzigerjahrgang, Lydia Mischkulnig ein bißchen älter und das Prekariat ist in der Geschichte “Tiere wie wir” spürbar, da gibt es Stellenabbau,  Einsparungen und einen Heuschreck zwischen den Fensterscheiben, der nicht hinauskann, die Ich-Erzählerin läßt ihn sterben und verbindet das mit ihrer persönlichen Geschichte.

Nein, das gefällt mir nicht.

“In der Literatur ist das erlaubt!”, sagte mir in der Pause Erika Parovsky, ja ich weiß, da muß ja alles fürchterlich und übertrieben sein, um interessant zu wirken, aber wenn ich zwar schreiben kann, daß Retortenkinder Halbwesen sind, aber bei einem Vortrag gepunsht werde, dann stimmt etwas nicht und wenn ich, die unverständlich Schreibende, die das angeblich nicht kann, die Geschichte geschrieben hätte, wäre eine Putzfrau aufgetreten und hätte den Heuschreck ins Freie gelassen, aber ich weiß, die Putzfrau wurde vielleicht auch schon eingespart und wir sind wieder bei den prekären Arbeitsverhältnissen.

Dann gings in die “Schmiede” und zu Leopold Federmayr, den 1957 in Wels geboren, der schon länger in Japan lebt und dort, glaube ich, unterrichtet, in Mexiko war er, glaube ich, auch, dort erscheinen auch seine Bücher und bei “Otto Müller” ist “rosen brechen” erschienen, österreichische Erzählungen oder Erzählungen vom Land beziehungsweise aus der Kindheit und Leopold Federmayr meinte, daß er oder auch andere Autoren, daraus die Stoffe beziehen würden und Urfassungen zu den Texten wären schon in Achtziger oder Neunzigerjahren erschienen, die er  umgearbeitet hat.

Er las einen Teil einer längeren Erzählung “Das Feld”, darum geht er spazieren, es war einmal ein Fußballplatz, dann wurde wieder Kukurruz angeplantz, zum Friedhof geht er auch und als Kind ist er an der Hand der Großmutter gegangen, der Vater spielte Fußball und konnte es nicht gut und er hat im elterlichen Gasthaus Toast serbviert und dafür zehn Schilling Trinkgeld erhalten.

Es gibt noch eine andere Erzählung, mit Kurztexten, deren Titel er von Erwin Einzinger “gestohlen” hat, der das gar nicht bemerkte, als er ihn einmal einleitete und Leopold Federmayr, den ich schon ein paar Mal lesen hörte, beim “Bachmannpreis” hat er auch einmal gelesen, erzählte ein bißchen was aus seinem Nähkästchen des Schreibens und seinem japanischen Leben.

Zwei interessante Bücher, die nicht auf den LL stehen, auf die deutsche können sie ja nicht, weil keine Romane, die österreichische ist auch schon besetzt, aber das Lesen ist sicher zu empfehlen.

Drei Romane in einem

Das hat man, wenn man sich Clemens Berger neuen Roman “Im Jahr des Pandas” einverleibt, hat der Autor während der Lesung im Literaturhaus gesagt, die für mich die erste dortige Veranstaltung nach der Sommerpause war.

Clemens Berger, der 1979 geborene, burgenländische Autor, der irgendwann so zwischen 2009 und 2010 steil aufstieg im österreichischen Literaturbetrieb und sich bis jetzt auch darin gehalten hat.

Ö1hat mich, glaube ich, auf ihn aufmerksam gemacht, dann kam das Fest bei “lex liszt 12”, dem kleinen burgendländischen Verlag mit einem tollen Buffet und dann das “Streichelkonzert”, wo ich da  ja einen Teil des Sommers 2010 in Wien verbrachte, auch bei den O-Tönen war.

Die Novelle “Ein Versprechen von Gegenwart”, wo ich, glaube ich, auch im Literaturhaus war, ist schon bei “Luchterhand” erschienen und im Vorjahr war der Burgenländer auch Stipendiat der Stadt Wien und daher Gast im MUSA und da habe ich mich ein wenig geärgert, als er sagte, er pfeift auf den Literatrurbetrieb oder der interessiert ihn nicht.

Mich schon und das sehr und deshalb gehe ich auch zu so vielen Veranstatlungen, lese soviele Bücher und versuche auch zu schreiben und weil Anna Mitgutschs “Annäherung” auf die öst LL kam und ich deshalb “Luchterhand” angeschrieben habe, haben die mir sowohl, das Buch geschickt, als auch eine Einladung zu der Berger-Lesung, der jetzt auf Lesereise ist.

Im Literaturhausprogramm ist es auch gestanden und daher war es in der Zieglergasse sehr voll. Eine Menge junger Menschen, die ich noch nie gesehen habe, denn das Literatrurhaus hat  kaum Stammpublikum oder dieses schon vertrieben, aber eine Ausstellung, die Hanno Millesi und Xaver Bayer gestaltet haben, zur Literaturzeitschriftenlandschaft der 1970 Jahre, ab da habe ich auch schon hingeschickt und meine Texte sind auch bei “Log”, bei “Sterz” nicht und einmal sogar beim “Wespennest” erschienen, das gibt es alles nicht mehr, denn der Literaturbetrieb hat ja jetzt Eventcharakter, so moderierte  Ernst A. Grandits die Veranstaltung, Vertreter vom Verlag waren da und es gab auch, was jetzt schon selten ist, ein Bufet, aber zuerst die Lesung und das Gespräch und einen Clemens Berger, der erstaunlich freundlich war und sich sogar für das Kommen des Publikums bedankte.

Der Roman hat siebenhundert Seiten und drei Handlungsstränge, der erste ist der von Pia und Julian, das sind zwei wahrscheinlich junge Leute, die bei einer Sicherheitsfirma arbeiten und bei den Geldautomaten, die Gelscheine auswechseln.

Keine Ahnung, ob es das wirklich gibt und, ob das nicht einfach, wie ich dachte, die Bankangestellten machen, wenn man es aber macht, bekommt man bald Allmachtsphantasien, behauptet jedenfalls Clemens Berger und beginnt einen Bankraub zu planen.

Pia und Julian machen das und befinden sich dann bald auf der Flucht durch ganz Europa, aber nicht zu viel verraten und so fragte Ernst A. Grandits, den Autor auch immer, ob man das jetzt noch erzählen darf?

Dann gibt es einen Künstler namens Kasimir Ab, der malte sich reich durch seine grünen Bilder und jetzt steigt er aus und begibt sich des Nachts in die Obdachlosenszene und eine Tierpflegerin in Schönbrunn gibt es auch, die die Geburt eines Pandababies, deshalb auch der Name, betreut.

Das sind die drei Romane in einem, die Clemens Berger in mehrjähriger Arbeit zu einem Monsterroman verbunden hat und mir scheint er ein wenig an der Klamaukschiene, die ich ja nicht mag, zu sein.

Aber vielleicht waren das auch des Moderators launige Fragen, denn ich träume nicht den ganzen Tag von einem Geldraub, nein.

Ich träume vielleicht eher vom Buffet und da gab es Brötchen und Wein aus einem Weingut, den Vea Kaiser vermittelt hat und sie stand auch hinter dem Tisch und schenkte aus.

“Lesen Sie wohl!”, sagte Ernst Grandits noch, bevor Robert Huez das Publikum zum Burffet entließ und mich juckte es ihn zu fragen, wer morgen wohl auf die dBp Shortlist kommt? Dann ergab sich aber keine Gelegenheit dazu.

Clemes Berger wird es sicher nicht sein, obwohl ihm Robert Huez, als einen der bedeutendsten österreichischen Gegenwartsautoren vorstellte.

Er steht aber nicht auf der LL, was wieder einmal klarmacht, es gibt mehr als nur zwanzig Neuerscheinungen pro Saison und das Buch hat sich, wie ich beobachtet konnte, auch gut verkauft.

Jedenfalls hielten es mehrere in der Hand und jetzt lesen lesen lesen, aber das tue ich ja gerade mit  Sibylle Lewitscharoff und das “Streichelinstitut”, das will ich noch erwähnen, würde ich gerne einmal in den offenen Bücherschränken finden, diesen Roman eher weniger, denn ich bin nicht so für den Klamauk, auch wenn er sich, wie in dem Gespräch herauskam, sowohl mit einer Gesellschafts- als auch mit einer Kapitalismuskritik verbindet.

Ottak Ottak

Was vom Namen her an den sechzehnten Gemeindebezirk Ottakring erinnern könnte, fand im WUK, Werktstätten und Kulturhaus im ehemaligen Gewerbemuseum im neunten Bezirk statt und war irgendwie eine Fortsetzung des xxxxx-Small, das es, was ich so gar nicht wußte, seit zwei Jahren nicht mehr gibt. Vor drei war ich noch im Afro Asiatischen Institut und vorher, als die Kleinverlagsmesse jährlich im Dezember im Amerlinghaus stattfand, war ich regelmäßig dort.

Ilse Killic, Gerhard Jaschke, Christian Katt, Nikolaus Scheibner und Konsorten, zum Schluß waren es sieben x, die sogenannte Biennale, bildende Kunst, Literatur und Kunstfilm, die es jetzt schon dreimal gibt, aber vorher in Ottakring war, fand, glaube ich, mit sechzehn Verlagen statt.

Nikolaus Scheibner stellte alle vor, “Atelier” und “Klever” waren dabei und das sind ja schon fast Großverlage, wenn auch, was Klever betrifft im experimentellen Bereich.

Um jetzt nicht wieder die Unverständlichkeitskeule übern Kopf geschwungen zubekommen, aber die experimentellen Autoren sind auch nicht sehr verständlich, vor ein paar Tagen, als ich mich schon auf ein im Bett und in der Badewanne mit dem Lesen und dem Schreiben verbringendes Wochenende freute, las ich bei www.buecher.at, von “Ottak Ottak-Literatur und Kunst im Dialog” und dachte, daß ich da  hingehen sollte.

Die Namen am Programm erschienen mir zum Teil bekannt, das Kinderprogramm und die interaktive Demonstration japanischer Kalliographie, die am Nachmittag stattfand, ließ ich aus und am Donnerstag gab es auch eine Kollission mit der guten Literatur in der “Alten Schmiede” und am Samstag hätte man auch gegen TTIP und CETA demonstrieren sollen, da bin ich aber eher zügig vorbei gegangen und habe mir nur zwei Reden angehört.

Dann im Projektraum des WUKs, wo ich, glaube ich, mal bei einer Ausstellung der Trude Kloiber war, fand ich Bekanntes, das heißt noch keinen Sessel, dafür einen Teppich am Boden, aber einen Büchertisch mit Gerhard Jaschke, der mir das neue “Feribord” überreichte einen mit Günter Vallaster, der mir das Konzept erklärte und an Heinrich Hendrich, der die Veranstaltung mit Nikolaus Scheibner organiserte, verwies und Ilse Kilic, der ich zum “Veza Canetti Preis” gratulieren wollte, die aber dafür keine Zeit hatte.

Ich fand also die xxxx-Small Kleinverlagsbücher, die vom Ralph Klever und die von “Atlier”, die ja sogar bei den O-Tönen auftraten, Hans Weigels “Unvollendetete Symphonie” lag auf und das kleine Textheftchen der Eva Schörkhuber, das ich vor kurzem im Schrank gefunden hatte.

Das Literaturprogramm begann um sechs mit einer Hommage von Christian Katt zum neunundfünfzigsten von Christian Loidl, der ja inzwischen einen Verlag hat, wo er Loidls Werke posthum herausgibt.

Ein solches Buch wird demnächst erscheinen Agnes Heginger machte eine Performance daraus mit seinen Bezirksnotizen beziehungsweise seiner Orakellyrik.

Dann hätte der mir unbekannte Jürgen Olbrich kommen sollen, der ist aber schon nach Deutschland zurückgefahren. Die Veranstaltung war viel gröer als das xxx-Scmall und auch gut besucht, Bilder an den Wänden, ein Buffet das von Michaela Hinterleitner betreut wurde, so daß es dann wieder vertrauter wurde und Christine Huber ihre Gedichte vorlas, die sie zum Teil glaube ich auch schon im MUSA hörte.

Es gab für die Veranstaltung ein eigenes Programm, das man sich um ein paar Euro kaufen hätte können, da hatte jeder Autor ein Gedicht oder Text, Christine Huber las ihres vor. Gerhard Jaschke folgte mit einer Collage aus seinen Werken, den alten und den neuen und Hermann J. Hendrich las einen Prosatext.

Dann gab es eine Pause, wo man sich Bücher kaufen hätte sollen oder ein chili Con Carne bestellen und danach lasen Fritz Widhalm und Ilse Kilic im Duett, Gedichte, sowie aus ihren Verwicklungsromanen von der Jana und dem Natz, da gibt es glaube ich schon inzwischen den Teiul sieben, die in der Edition CH des Günter Vallaster erschienen sind.

Ein mir unbekannter Horst Lothar Renner, ein älterer Herr las Gedichte, die er zu Wolkenbildern geschrieben hat, bei einer ähnlichen Veranstaltung bin ich erst vor kurzem gewesen und dann kam die sogenannte “Kunstfilmnacht”, die war zwar nur sehr kurz und dauerte etwas über eine Stunde und die Filmemacher waren mir zum Teil auch bekannt, so hat Ilse Kilic das Gedicht “da bin ich… und löffle meine Nudelsuppe”, das sie vorher gelesen hatte, auch verfilmt, Fritz Widhalm hatte einen Kurzfilm, die Filme dauerten zwischen vier und fünfzehn Minuten, wo er sich übers Älterwerden, er ist jetzt sechzig, Gedanken machte und zeigt wie er mit der Ilse und dem Jopa in einem Bassin einige Runden schwimmt.

Begonnen hats mit einer Hommage von Hermann J. Hendrich  für Marc Adrian, Moucle Balckout, ich glaube. seine Witwe, hatte einen Film, Christian Katt und Grzegorz Kiewalski und am Schluß gab eis einen Film, von den Wiener Werkstätten, den Simone Schönett, mit der ich mal in der AS gelesen habe, zur Nacht der schlechten Texte in Klagenfurt, mit anderen gedreht hatte, einen Spielfilm, der Hermann J. Hendrich, wie er betonte nicht gefallen hat, vielleicht auch nicht in das Konzept der  anderen Filme passte, aber ganz interessant war.

Die gute und die schlechte Literatur ist also sehr vielfältig und facettenreich, es gibt die Mainstreamveranstaltungen und die Klein- und Kleinstverlagmessen und diese war sehr interessant. Vielleicht gibt es am Anfang Oktober im MUSA Gelegenheit Ilse Kilic zu ihren Preis nochmals zu gratulieren, auch wenn ich dabei die Vorstellung der drei Buchpreisdebut in der Arbeiterkammer versäume.

Geschlossene Gesellschaft zur guten Literatur

In der “Alten Schmiede” hat ja, wie schon berichtet die neue Saison mit einem Projekt und der Buchvorstellung “Was ist gute Literatur” begonnen.

Daran hat sich am Donners- und am Freitag ein Symposium, wo diese Fragen weiterdiskutiert wurden, angeschlossen.

“Interessant!”, habe ich gedacht, als ich das Programm vor ein paar Wochen zur Hand genommen habe, meine Donnerstag fünf Uhr Stunde, die ich schon eingetragen hatte, verschoben und dann erst gesehen, die vier Sessions finden im Schmiederaum, als geschlossene Veranstaltung mit Übertragung ins Literarische Quartier in den Kellerraum statt und das hat mir nicht gefallen.

Die “Alte Schmiede” hat ja schon länger an den Nachmittagen Veranstaltungen für angemeldete Schulklassen, da stand früher dabei, Restplätze für das allgemeine Publikum, jetzt wird das in den Schmiederaum und zur Videowall verbannt, was mir auch nicht gefällt, so daß ich da eigentlich nicht hingehe und ich habe die zwei Veranstaltungstage aus meinem Kalender auch wieder hinausgestrichen.

Für den Donnerstag Stunden eingeteilt, am Freitag hatte ich keine und bin am Mittwoch zu der öffentlich zugängigen Veranstaltung ins literarische Quartier gegangen.

Dort habe ich meinen Psychologiekollegen Wolfram Huber getroffen, den ich fragte, ob er zu den geschlossenen Sessions kommt, er hat nur vage geantwortet, wahrscheinlich hat er das Problem, das ich damit hatte auch nicht erkannt und am Donnerstag habe ich mich den ganzen Tag gefragt, ob ich am Freitag zu Hause bleiben und an meiner Klara-Geschichte, zu der ich wegen meines intensiven “Buchpreis-Lesens” ohnehin nicht richtig hineineinkomme, weiterschreiben soll oder doch in in die “Alte Schmiede” gehen?

Kurt Neumann hat das allgemeine Publikum am Mittwoch ja in den Kellerraum eingeladen, erklärt, warum diese Trennung, die ich eigentlich ganz ehrlich, als Diskriminierung empfand, hat er nicht dazu gesagt.

Es gab aber auch eine Alternativveranstaltung, nämlich Freitag und Samstag Kleinliteratur und Kunstfilme beispielsweise von der neuen “Veza Canetti-Preisträgerin” Ilse Kilic im WUK, aber da begannen die interessanten Veranstaltungen erst am Nachmittag und so bin ich etwas hin- und hergerissen heute morgen in die “Alte Schmiede” gegangen.

Man findet ja jetzt immer genau dort hin, wo die Veranstaltungen stattfinden, weil die Alternativtüren verschlossen sind, obwohl die Vortragenden sich schon im Schmiederaum befanden und die Assistenten, die anderen Teilnehmer und zu meiner Überraschung. auch Kurt Neumann, nahmen im Kellerraum Platz, wo eine Leinwand aufgestellt war und einige der Teilnehmer hatten Kaffee und Kipferln in der Hand, obwohl es unten nur Getränke gab.

Etwas, was mir auch nicht gefällt und nicht mit der nötigen Konzentration, die die Diskutanten im geschlossenen Raum haben würden, wie mir Annalena Stabauer begründete, als ich sie fragte, “Warum es diese komische Präsentationsform geben würde?”, zu erklären wäre.

Sie war sehr freundlich und hat gemeint, es hätten sich auch schon andere beschwert und ich habe mich, wie schon beschrieben, diskriminiert und ausgeschlossen gefühlt und finde, die Kommunikationsform auch nicht gut, denn dann hat man keinen Kontakt zu den Vortragenden, kann nicht fragen und nicht mitdiskutieren und könnte sich das Ganze eigentlich auch zu Hause als Video oder Livestream ansehen und bräuchte nicht extra hingehen.

Die erste Session begann, Thomas Eder diskutierte mit den zwei Literaturwissenschaftlerinnen Katja Mellmann und Christiane Schildknecht, den Anne CottenFerdinandSchmatz Briefwechsel. Es gab Hangouts und das Ganze war sehr interessant, weil es dabei, um psychologische beziehungsweise philosophische Literaturaspekte ging und daß es eine psychologische Literaturwissenschaft, beziehungsweise Forschungen zum “Erzähltrieb” gibt, habe ich gar nicht gewußt.

Die Session dauerte drei Stunden mit einer Pause in der Mitte. Da stieg ich mit meinem Wasserglas, die Stiegen hinauf und beobachtete, wie das Publikum die Türen öffnen wollte, um zum Kaffee zu gelangen, aber die waren ja geschlossen und Helmut Neundlinger, bei dem ich mich auch beklagte, erklärte mir, daß ihm die konzentrierte Diskussion angenhemer wäre, weil die Leute wahrscheinlich eh nur “Blödsinn” fragen würden.

Es ging aber im zweiten Teil und auf den Hangouts, um die Kommunikation und das gibt es ja einen Sender und einen Enmpfänger und das ist der Bestandteil der guten Diskussion und wenn ich im Keller sitze und auf einer Leinwand sehe, daß einen Stock über mir konzentriert diskutiert wird, kann ich eigentlich nicht wirklich kommunizieren.

Zu Mittag bin ich nach Hause gelaufen und habe mir Fischstäbchen gebraten, weil ich wengen der Bücherpost, die ich vielleicht versäume, eigentlich nicht mit einem Cheeseburger am Donaukanal spazieren gehen wollte.

Dann kam wieder eine Autorensession, nämlich die drei eher experimentellen oder sprachkünstlerisch arbeitendenen Autorinnen Birgit Kemper, Anja Utler und Martina Hefter moderiert von Florian Huber und das war sehr interessant, obwohl die Autorinnen sehr viel vom Tanz gesprochen haben.

Es wurden auch Gegenstände besprochen, die die Autorinnen mitgebracht haben, aber dann ging es ins Medias Res und zu den Fragen, ob Literatur verständlich sein müsse oder nicht und der Autor für den Leser schreibt beziehungsweise, wie das mit den großen Literaturgöttern, wie Thomas Bernhard etcetera sei, die die kleinen Autorinnen verdrängen.

Oswald Egger und seine Performances in Berlin wurden einige Male erwähnt und dann gabs nochmals eine lange Pause mit zugesperrten Türen, bis es dann, um halb acht mit dem Schlußplenum weiterging, wo man Fragen stellen durfte und die vier Herausgeber, die vier Sessions kurz vorstellten, so daß ich eine Ahnung bekam, was ich versäumt habe.

Denn da gab es auch eine Autoren- beziehungsweise eine Bibliothekar- und Übersetzerrunde.

Die Autoren waren Ilma Rakusa, Semir  Insayif und Alois Hotschnig moderiert von Anna Kim und die Bibliothekarinnen und Übersetzer diskutierten, glaube ich, auch über die Verständlichkeit beziehungsweise, ob Bücher wie beispielsweise, das von Thilo Sarrazin zum Bildungsauftrag gehören oder nicht.

Eigentlich doch ganz gut, daß ich mich in den Keller setzte, denn ich interessiere mich ja für Literatur und habe im Sommer noch vor meinem Longlistenlesen mich ja auch mit dieser Frage, beziehungsweise mit Tobias Nazemis Kriterien beschäftigt.

Ob ich bei dem Symposium wirklich herausbekommen habe, was gute Literatur ist, bin ich ich mir nicht ganz sicher, was höchstwahrscheinlich auch gar nicht möglich ist, die Verständlichkeit gehört aber sicher dazu und die Vielschichtigkeit.

Für mich ist es, wie schon beschrieben die Authentizität und auch der gesellschaftliche Anspruch, während mir die wunderschöne oder auch die experimentelle Sprache alleine eher doch zu wenig ist.

Und für die nächsten Symposien würde ich mir wieder eine Einraumlösung mit der Möglichkeit zur allgemeinen Diskussion und Fragen stellen, auch wenn die vielleicht nicht sehr genützt wird, wünschen und Kaffee und Wasser für alle oder für keinen, weil irgendwie gehört ja auch der demokratische Anspruch und die Gleichheit zur guten Literatur oder sollte ich mich da irren?

Lyrik und bildendende Kunst in der Edition NÖ

Die “Edition NÖ”, der Verlag der Kulturabteilung des Landes Niederösterreich, geleitet von Gabriele Ecker gibt es seit fünfundzwanzig Jahren.

Da gibt es dann am achtzehnten November eine Festveranstaltung im Palais Niederösterreich in der Herrengasse, verbunden mit der Vergabe der Hans Weigel– Stipendien, das einmal vor langer Zeit Cornelia Travnicek bekommen hat.

Da ist dann auch die “Asche meiner Schwester” herausgekommen, ein Roman der offenbar keiner ist, gilt doch “Chucks” als der Debutroman, seit damals schnorre ich Gabriele Ecker gelegentlich um Bücher an und heute wurden zwei Lyrikbände der Edition, die beide gemeinsam mit  Werken bildender Künstler herausgegeben wurden, i2n der “Gesellschaft für Literatur” vorgestellt.

Richard Walls Irland-Gedichte “Achill-Verse vom Rande Europas”, die von Martin Anibas illustriert wurden und der Gedichtband “Sprachvorspiele-55 Liebesgedichte”, von Herbert J. Wimmer, bemalt von der Tänzerin Marion Steinfellner, die ich schon beoi zwei Performances, eine davon gemeinmam mit Herbert J. Wimmer gesehen habe.

Also sehr interessant, der Lehrer Christian im Publikum, ihm habe ich gleich erzählt, daß ich gerade mein zehnten dBp Buch begonnen habe, während die östBp nur spärlich eintreffen, was schade ist oder auch nicht, daneben saß Elfriede Haslehner, Richard Wall begrüßte und dessen Gedichtband hat ja Doris Kloimstein, wie sie mir auf Alfreds Geburtstagsfest erzählte sehr gefallen.

Das 1953 geborene GAV-Mitglied Richard Wall, der sowohl in OÖ als auch in Nö lebt, war Stipendiat bei der “Böll- Stiftung in Irland, hat da seine Gedichte geschrieben und Gabriele Ecker suchte dafür einen Illustrator, den sie in  Martin Anibas fand, der heute nicht anwesend war, so wurden nur seine Bilder gezeigt und Richard Wall las dazu Textproben, während Herbert J. Wimmer, der, wie ich meine, experimentelle Dichter, gemeinsam mit Marion Steinfellner auftrat.

Sie hat sich einige Tage oder Wochen mit seinen Texten beschäftigt, dazu gemalt und ihren Bildern dann auch noch Überschriften gegeben, die sich auf jeweils eine Gedichtzeile, die dann von ihr ergänzt wurden bezogen.

Spannend spannend, danach gabs Gespräche und was zu trinken und zu knabbern und was die experimentelle Literatur betrifft, kann ich vermelden, Ilse Kilic, welch Überraschung ist die neue “Veza Canetti-Preisträgerin”, die im MUSA am fünften Oktober präsentiert wird und von Gabriele Ecker habe ich mir noch die von Barbara Neuwirth herausgegebene Anthologie “AuserLesen” gewünscht, die die Texte der NÖ Stipendiaten enthält.

Ich habe ja früher, weil ich ja einen NÖ- Zweitwohnsitz habe auch um ein NÖ-Stipendium angesucht, aber nie eines bekommen, die schlechte Kritik von Peter Zumpf in  der “Literatur in NÖ” hat das vielleicht verhindert, aber ich kenne Gabriele Ecker von der Zeit, als ich im Rahmen der GAV, ich glaube am Hammerweg zuerst “Literatur von Frauen” und dann noch die “Selbstmordanthologie” präsentiert habe.

Acht Korrespondenzen zur guten Literatur

Die “Alte Schmiede” wurde, glaube ich, im Vorjahr, während meines LL-Lesens mit der Frage “Was ist gute Literatur?”, eröffnet, eine scheinbar leichte Frage, für die es aber nur subjektive Kriterien gibt und mich das mit dem “Berühren” immer etwas nervt und eigentlich, ganz ehrlich ,weiß ich die Antwort noch immer nicht, denn die meine gilt ja nicht als solche, wahrscheinlich wegen meiner “s” und Beistrichfehler und abgehoben, beziehungsweise experimentell schreibe ich ja auch nicht, deshalb verteidige ich mein Schreiben höchstwahrscheinlichauch immer sehr und habe mit dem sogenannte “schlechten Schreiben” meine Probleme.

Kurt Neumann wollte es aber ganz genau wissen und hat so vor ein oder zwei Jahren Literaten, Literaturwissenschaftler, Kritiker, etcetera zu diesem Thema angefragt, mich natürlich nicht, denn ich bin ja nicht im Insiderkreiss, aber im Vorjahr tauchte die Creme de la Creme des österreichischen Literaturbetriebs in der “Alten Schmiede” auf und Kurt Neumann kündigte ein Projekt und ein Buch an und das gibt es jetzt “Eine einfache Frage: Was ist gute Literatur?”, weil zu diesem Thema schon ein anderer ein Buch geschrieben hat und das Projekt der “Alten Schmiede” wurde heute im “Literarischen Quartier” vorgestellt.

Morgen und übermorgen wird es ein diesbezügliches Symposium geben, wo die literarische Creme de la Creme im Keller geschlossen diskutiert und das sogenannte Publikum darf sich das  im Schmiede Saal auf der Leinwand ansehen.

“So nicht!”, habe ich gedacht, obwohl ich eigentlich hingehen wollte und deshalb auch eine Stunde verschoben habe, als ich das aber mit der geschlossenen Veranstaltung gelesen habe, habe ich mir wieder welche eingeteilt und heute hatte ich auch eine sechs Uhr Stunde, denn ich habe ja einen Brotberuf von dem ich lebe und jetzt auch eine Pension beziehe, der Klient kam aber früher, so daßich pünklich die “Alte Schmiede” erreichte, wo mich die literarische Prominenz prompt wieder übersah.

Ein Ppaar haben mich aber, um nicht ungerecht zu sein, auch gegrüßt und meinen Psychologiekollegen Wolfram Huber, der sich ja sehr für Bertha von Suttner interessiert, habe ich auch getroffen.

In der letzten Reihe gerade noch einen Platz bekommen und dann ging es los mit Kurt Neumanns Projekt-Erklärung.

Anna Kim, Thomas Eder, Florian Huber und Helmut Neundlinger, die Herausgeber hatten schon am Podium Platz genommen und Kurt Neumann erklärte, daß  von den zweiunddreißig angeschriebenen, sechzehn übergeblieben sind, die dann acht Paare bildeten: Anne Cotten-Ferdinand Schmatz, Leopold Ferdermayr-Retro Ziegler, Karin Fleischanderl-Markus Köhle, Lydia MischkulnigVladimir Vertlib, Anna Mitgutsch-Christian Steinbacher, Samuel Moser-Andrea Winkler, S.J.Schmidt-Hermann Wallmann und Anne WeberThomas Stangl, die sich zum Teil kannten, zum Teil auch nicht und dann über diese Frage diskutierten.

Der Dialog ist in dem Buch abgebildet, ein paar diesbezügliche “Hammer-Ausgaben” gibt es auch und ein sozialwissenschaftliches Institut hat das Ganze valuiert und das tabellarisch dargestellt, was Helmut Neundlinger und Ruth Pfosser dann erläuterten.

Sie haben nämlich die Autorennamen abgezählt, die die Paare erwähnten, etwa fünfhundert waren es, der Star war aber Franz Kafka, das heißt, die Toten dominierten über die Lebenden, die Männer über die Frauen und das stellten sie dann dar und setzten es zueinander in Beziehung.

Interessant, obwohl es für mich noch immer nicht die Frage nach der guten Literatur klärt, aber Karin Fleischanderl beschäftigte sich in ihrem Tandem sowieso eher mit der schlechten und Textproben aus den Korrespondenzen wurden dann auch noch vorgelesen.

Dann konnte man Fragen stellen und ich denke, daß es für mich ja nach wie vor eigentlich keine schlechte Literatur gibt, zumindestens sind das für mich die Realisten nicht und auch nicht die Selfpublisher.

Wenn sich jemand echt und ehrlich bemüht und in seinen Texten auseinandersetzt, dann bin ich interessiert und das mit dem “Berühren” habe ich sowieso immer für Quatsch empfunden.

Die Authentizität wäre für mich ein Kriterium und natürlich auch der Gesellschaftsbezug, während ich es mit der angeblich so schönen Sprache nicht so sehr habe, der Inhalt ist für mich auch wichtig oder wichtiger und experimentell bin ich sowieso nicht.

Ich weiß nicht, ob ich mit meinen Kriterien alleine dastehe, wahrscheinlich, bin aber wieder sehr mit dem Longlistenlesen beschäftigt und jetzt kommt ja auch der östBp dazu, der mich aber höchstwahrscheinlich nicht sehr beschäftigen wird, weil ich außer dem Buch der  Daniela Emminger und dem des Reinhard Kaiser-Mühlecker noch nichts bekommen habe.

Der Peter Waterhouse und das Buch der Anna Mitgutsch sollen zwar noch kommen und zwei der Debuts habe ich auch, aber das Buch der Anne Cotten, die mich beispielsweise sehr interessierten würde, scheint nicht zu kommen, die schreibt aber sicher gute Literatur, weil sie auf der Bp-Liste steht.

Also lesen lesen lesen und zumindest bei dem deutschen, wo ich diesmal fast alle Bücher bekommen habe, kann ich ja mein Urteil und meine Kriterien schulen, ich bin jetzt beim neunten Longlisttitel, weiß noch immer nicht wirklich was gute Literatur ist oder, um nicht tiefzustapeln wahrscheinlich doch ein wenig. Habe nachher mit dem Wolfram noch zwei Achterln Wein getrunken und mir sein Projekt angehört.

Am Freitag gibt es einen Abschlußabend, wo das allgemeine Publikum, glaube ich, wieder life teilnehmen darf, da gibt es aber im WUK auch eine Paralellveranstaltung, wo die “kleineren Autoren,” wie Ilse Kilic, Gerhard Jaschke, also um den “Wohnzimmerkreis” lesen werden, die mich eigentlich auch sehr interessiert.

Mal sehen also, wo hin es mich verschlagen wird, die zweiundvierzigste Saison hat also begonnen, literarische Herbst hat angefangenund es geht neben dem LL-Lesen wieder mit dem Veranstaltungsreigen los.

Neuer Naschmarktkrimi

Inmitten meiner Buchpreisblogeuphorie, vom dBp habe ich schon fast alle Bücher, vom östBp scheinen sie nicht zu kommen, wieder einmal seit langem, in die “Wien-Bibliothek” ins Rathaus zur Präsentation des neuen von Edith Kneifls bei “Haymon” erschienenen Krimi “Tot bist du mir lieber”.

Eine kleine Abwechslung vom stressigen Buchpreislesen zwischen Thomas Melle und Thomas von Steinaecker und von Edith Kneifl, der Psychoanalytikerin, die mit mir zeitgleich, glaube ich, Psychologie studierte, habe ich ja schon einiges gelesen und einen Krimi “Die Kinder der Medusa” von meiner überlangen Leseliste, auch schon wieder auf den St. Nimmerleinstag zurückgeräumt.

Der Weg in die Wien-Bibliothek, im ersten Stock, über die Stiege acht, war diesmal mit Hindernissen vollgeräumt, aber das große FPÖ-Wahlauftaktfest hat schon eine Woche früher stattgefunden und über die neuerliche Wahlverschiebung könnte man wahrhlich einen Kriminalroman schreiben, der es sich gewaschen hat.

Edith Kneifl, die ja auch schon über den fünften Bezirk schrieb, hat diesmal ihre Ermittler in Naschmarktnähe, in den berühmten Jugendstilhäusern auf der Wien-Zeile angesiedelt.

Und da wohnt sie, die Detektivassistentin, die in Krems die Detektivakademie in Krems besuchte, keine Ahnun,g ob es eine solche gibt. Magdalena Musil, man sieht, auch Edith Kneifl verwendet sprechende Namen, wohnt dort mit ihrer Freundin, die Kosmetikerin ist und die vermittelt ihr auch den ersten Fall.

Eine Frau, die in einer Internetbörsen betrogen worden ist, so geht die Nachbarin Sophia, die Frau von einem Kriminalinspektor zum Date ins Cafe Ritter auf die Mariahilferstraße.

Erkennungszeichen Jane Austen “Stolz und Vorurteil”, den sie erkennen soll, ist der eigene Mann und der, der die Klientin um fünfzigtausend Euro betrog, wird ermordet, das werden auch die von ihm betrogenen Frauen.

“Eine Katze gibt es auch, die überlebt aber und wenn sie weiter lesen wollen, kaufen Sie das Buch!”, empfahl Edith Kneifl. Ih unterhielt mich aber mit der Angela und der Helma Giannone bei Brot und Wein und, hörte am Nebentisch ein paar Lehrer über Wendelin Schmidt- Dengler reden. Die ließen sich dann auch das Buch signieren und holtem Edith Kneifl an ihren Tisch und jetzt weiterlesen mit dem dBp.

Morgen geht es kurz ins kunsthistorische Museum zu einer Führung und einem Vortrag übers Erbrecht, die Hilfsaktionen laden dazu ein und verteilen, was mich interessiert ,dazu Broschüren zur Patientenverfügung und ob ich dann in die “Gesellschaft für Literatur” zum neuen Residenz-Buch der Cordula Simon komme, ist fraglich, wäre aber interessant.