Corona in Buchenwald

Jetzt habe ich meinen vor einer Woche geposteten Vorsatz,diesmal kein bei der Lese.Auslese vorgestellten Bücher zu bestellen, gebrochen, denn ich bin ja eine Sammlerin von CoronaBüchern und habe einige von ihnen schon gelesen, bin aber an dem Corona-Buch des 1929 geborenen ivan Ivanij, dem österreichisch- serbischen Diplomaten und Schriftstellers, der einmal Dolmetscher Titos war,vorüber gegangen, habe ich von ihm doch schon einige Bücher gelesen und wahrscheinlich “Nicht schon wieder Buchenwald!”, gedacht und “Was kann ein über Neunzigjähriger über Corona schreiben?” Wieder einmal weit gefehlt und sich sehr geirrt. Denn das Buch, ich habe wieder ein E-Book gelesen, ist höchst interessant, humorvoll geschrieben und zeigt eine ganz andere Seite des Themas auf, mit dem ich mich ja selber sehr intensiv beschäftigt habe. Wir schreiben April 2020, der fünfundsiebigjste Jahrestag der Befreiuung des KZ-Buchenwalds und da war eine große Feier geplant. Neunundvierzig Überlebende sollten mit ihren Begleitern anreisen. Dann kam Corona und alles wurde natürlich abgesagt. Zwölf der alten Herrn hielten sich nicht daran und stellten den Antrag auf eigene Kosten doch kommen zu können. Es wird beraten. Lehnt man ab, hat man schlechte Nachrede. Also müßen alle unterschreiben, daß sie es auf eigenes Risko unternehmen und werden in dem berühmten Hotel Elephant in Weimar einquartier. Einer der alten Herren ist offenbar ein Alter Ego des Autor, Sascha oder Alexander Mihalyi-Mihajlovic, der seinen Namen öfter gewechselt hat. Er kommt mit Sohn und dessen Freundin angereist und wird gemeinsam mit dem Amerikaner Franco, der eigentlich ein Italiener ist in das Hotel gefahren. Dort werden sie begrüßt, eine junge Ärztin bringt einen Fragebogen und verspricht eine spätere Untersuchung. Die anderen reisen an und am nächsten Morgen erleidet Franco schon beim Frühstück einen Hustenanfall. Er wird sofort ins Universiätsklinkum in Jena transportiert. Vor der Türe formieren sich die maskierten Wächter, die allen befiehlt im Speisesaal zu bleiben. Der russische Militär Igor spricht von der SS. Die eleganten Politiker beruhigen, Alle müssen in ihre Zimmer in Quarantäne. Dorthin wird eine Videokonferenz verlegt, Saschas Sohns übernimmt die Moderation und Sascha, der sich den “Decamerone” mitgebracht hat, schlägt vor, den in den Quarantänetagen nachzuspielen. Denn da war ja im vierzehnten Jahrhundert, die Pest in Florenz und so haben sich zehn junge Leute mehr oder weniger schlüprige Geschichten erzählt. Die junge Ärztin, die alle untersuchen muß, heißt Gerda Meier. Ihr Urgroßvater war ein großer Nazi. Sie hat deshalb Schuldgefühle und sich von ihrer Familie getrennt. Das Hotel übernimmt alle Kosten und bietet sogar koschere Küche an, die die elf Atheisten nicht wollen und außerdem in der Hotelküche höchstwahrscheinlich gar nicht richtig durchzuführen ist. So erzählen die alten Herren, die aus allen Teilen der Welt kommen, Botschafter oder Zeugen Jehovas sind und nicht alle Juden waren ihre Geschiche. Einige handeln von den Zuständen im KZ, wo es einen griechischen Boxer gab,einen spanischen Freihitskämpfer, der von JorgeSeprun geschützt wurde. Der Dichter H. G. Adler, dessen Gedichte ich gelesen habe und die auch in der “Gesellschaft für Literatur” vorgestellt wurde, wird erwähnt, sowie Ovids Verbannung an das schwarze Meer und der Golem wird natürlich auch erwähnt.

Nach und nach erweitert sich auch der Bewegungsradio der elf Buchwaldianern, am 11. April, dem Befreiungstag dürfen sie sogar von einem Kamerateam begleitet ins KZ fahren. Da kommt auch der alte Franco mit dem Krankenwagen hin, wird von seiner Enkelin, einer indianischen Ureinwohnerin, wie man das jetzt ja sagen muß, begrüßt. Es gibt auch eine junge Holländerin, die nach Anne Frank benannt wurde und ihrer Namensvetterin, beziehungsweis deren Vater Otto, eher kritsch gegenübersteht und eine schöne Geschichte von einem Jungen, der operiert werden mußte, aus der narkose dann hinuausgeprügelt wurde und enttäuscht war, weil er da gerade in dem Lager Bergen Belsen, wo er sich befand, von Zwetschenknödeln träumten.

Franco kommt auch zurück und erzählt seine Geschichte, die Quarantäne ist herum, die Arztin betont, daß man noch so wenig über dieses Virus weiß, rät allen sich weiter untersuchen zu lassen und wundert sich, daß von den zwölf nur einer erkrankte und dieanderen negativ waren. Dann verläßt man wieder Buchenwald und kehrt zurück in sein Leben und ich denke, daß die Verknüpfung zwischen Buchenwald und Corona eine interessante Variante ist, die sich da der alte Dichter über die Pandemie ausdachte oder, wie er sie für seine Themen verwendete.

Dreizehn Jahre Literaturgeflüster

hHurrah, hurrah, es gibt ihn dreizehn jahre meinen Blog, den ich ja am dritten juli 2008 begonnen habe, damals nicht recht wußte, wohin die Reise geht und seither sind über dreißig Bücher gestanden, ich habe 4621 Artikeln geschrieben, und bis zum letzten Jahr unzählige Veranstaltungen besucht, zum Buchpreisbloggen angefangen viel gelesen und und und...

Mein Blog ist mir sehr wichtig, habe ich einmal einem Kritiker geschrieben, der ihn für unnötig hielt, ist er, obwohl ich ja eigentlich damit aufhören könnte, weil er, wie ich fürchte, in den Weiten des Netzes untergeht. Er ist mir aber wichtig, weil er für mich die Präsenz im Literaturbetrieb bedeutet, das habe ich einmal Hans Raimund geschrieben, alsder mich fragte, was ich damit bezweicken will?

Mich im Literaturbetrieb sichtbar machen, schaut her ich bin auch noch da, natürlich, aber da bin ich in den dreizehn jahren, wie ich fürchten muß, eher von der Literatur weg, als hin gekommen. Denn damals habe ich für die GAV ja noch den “Tag der Freiheit des Wortes” und die “Mittlerenmeine Frauenlesung” organisiert und im ersten Jahr haben mir Cornelia Travnicek, Anni Bürkl, der Otto, Andrea Stift, Consens und und und kommentiert, dann kamen meine drei Kritiker, beginnend mit der Frau Heidegger, der JuSophie und dem Uli habe immer noch versucht über mein literarisches Leben aufmerksam zu machen. Anfangs habe ich den Blogja auch wo vorgestellt und bin auch wo eingeladen worden, dann hattte ich meine Lesungen am Volksstimmefest, die “Poet-Night” und die Verlage haben angefangen mir Bücher zu schicken. Das Lesen funktioniert also und das Schreiben auch, denn ich habe ja wie schon geschrieben sehr viel geschrieben, da ich aber meine Bücher selber mache, bin ich wohl ab da vom Literaturbetrieb weg oder vom Regen in die Traufe gekommen.Denn “Eigenverlag, nein das wollen wir nicht !”Es gab zwar gelegentlich Lesungen bei den Textvorstellungen, aber seit des Corona gibt, bin ich da auch weg vom Fenster, obwohl ich gerade in Corona-Zeiten viel und auch viel über Corona geschrieben habe. Drei CoronaBücher sind entstanden, das Corona Texte-Buch aus dem “Literaturgeflüster” ist am fertigwerden, aber da ich ja mit Maske und drei G nirgends hingehe, natürlich selber schuld,weil so stur, habe ich seit März 2020 nirgends gelesen, gut die Volksstimmefestl-Lesung hätte es so und so nicht gegeben. Aber bei der “Poet-Night” hatte ich abgesagt und auch das Skriptorium zu dem mich Doris Kloimstein eingeladen hat.

Da wird zwar “Noahs Fest” in der diesbezüglichen Anthologie erscheinen, aber keine Lesungen und auch keine aktive Teilnahme an Veranstaltungen und wenn ich auch da oft ignoriert wurde, so bin ich jetzt literarisch vollkommen vergessen, obwohl ich schreibe und schreibe und im “Geflüster” auch viel darüber berichte. So gibt es ja auch das “Literaturgeflüsterbuch- mein Schreiben-meineBücher”, wo die gesammelten “Geflüster Texte”, wo ich mein Schreiben vorstelle. ich finde also das “Literaturgeflüster” ist ein enormes Archiv über mein Schreiben, mein Lesen, die Veranstltungen, die ich besuche und auch über das gesellschaftliches Geschehen, für mich sehr wichtig, deshalb werde ich es auch weiterbetreiben und werde weil dreizehn ja so eine schöne Zahl , meine Lieblingszahl ist,das “Geflüster” auch entsprechend dreizehn Tage feiern und damit habe ich am ersten Juli auch schon angefangen und werde das auch bis zum dreizehnten Juli weitermachen. Am dritten Juli 2008 bin ich bald in die Sommerfrische aufgebrochen. jetzt gibts die verlängerten Sommerfrischenwochenenden, wo ichin Harland radfahre, in der Badewanne lese und ansonsten weil ichmit dem Rohtext ja fertig bin, mein “Wer wir waren-projekt” korrigieren werden und bis zum Dreizehnten wenn ich eine Artikellücke habe, immer versuchen, ein literarisches Schmankerl geben und berichten, wo ich mit meinen dreizehn jahren Literaturgeflüster, meinen einundfünzig selbstgemachten Bücher und meinen fast fünfzig jahren Schreiben stehe. Das Literaturgeflüster” ist für mich seh rwichtig, wiederhole ich also, es ist mein literarisches Archiv, mein Fenster in die Welt, da ich ja Corona bedingt beziehungsweise 3 G und Masken verweigernd, sehr zurückgezogen lebe und mein Fenster in den Literaturbetrieb beziehungsweise mein literarisches Geflüster, daß es mich auch noch gibt und das Schreiben und das Lesen für mich sehr wichtig ist und ich diesbezüglich auch schon viel erlebt, erfahren und unternommen habe. Also auf in das vierzehnte “Literaturgeflüsterjahr” wo ich natürlich auch berichten werde, wie es Corona mäßig weitergeht, gerspannt bin, wieviele Bücher ich noch schreibe und wo ich vielleicht noch lesen werde und, ob ich vielleicht doch endlich mal, wie ich es mir ja sehr wünsche entdeckt und bekannt werde.

Und hier das Archiv: 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12

Mit dem Rohtext in die Sommerschreibwerkstatt

Der Sommer ist da, wir haben mit den verlängerten Sommerfrischenwochenenden schon angefangen und ich habe am sechsten Juni, glaube ich, mit meinem neuen Text “Wer wir waren oder hundert Seiten Depression” schon angefangen und seither sehr intensiv daran geschrieben. Im Februar, alsich noch an meinen letzten Projekten gearbeitet habe, ist mir die idee nach dem Hören einer Lesung aus der “Alten Schmiede” gekommen. Einen Roman über eine feministische Großmutter, ihren Sohn und ihre Enkeltochter zu schreiben. Dann ist noch die Idee mit der Nachbarin deren Kind ihr vom Jugendamt weggenommen ist, dazu gekommen und aus dem Richard, dem Sohn, ist dann noch das Corona-Thema dazu gekommen. Da kann ich nicht aus, geht wahrscheinlich nicht,wenn ich in der Gegenwart schreibe, kommt das Testen und das Maskentragen, ob ich will oder nicht, dazu und eigentlich war ja mein Plan,als ich mit dem Korrigieren des “Corona-Texte-Buches” fertig geworden bin, mit demText in eine Sommerschreibwerkstatt zu gehen und vorher ordentlich dafür zu recherchieren, weil mir die Idee ,die ich damals der Margit Heumann kommentierte, Anfang Juni, als ich anfangen konnte, sehr weit entfernt war.

Dann bin ich aber wieder sehr schnell hineingekommen und bin jetzt noch, bevor ich zum zweiten Sommerwochenende aufbreche mit dem Rohtext zumindestens vorläufig fertig greworden und ja, es ist wieder sehr kurz geworden, wenn ich im Rahmen, des “Nanos” schreibe, stückle ich meistens an, um die geforderten fünfzigtausend Worte zu erreichen. Schreibe ich außerhalb ist es mir eigentlich egal und habe mich schon damit abgefunden, daß ich keine tausend Seiten Schreiberin bin und man soll ja auch verdichten.

Also ich habe jetzt 34 571 Worte, fünfundsiebzig Seiten und 31Seiten. Ich habe es einmal, glaube ich, zwischenkorrigiert und bin auch einen Tag auf Romanrecherche gegangen und muß es jetzt natürlich gründlich überarbeiten, anfügen, hinzufügen.Noch dazu, daß die drei Handlungsstränge sicher noch nicht fertig sind ,denn bei der Lore will ich ja ihr feministisches Leben aufarbeiten und habe da trotz des Titels keine hundert Seiten, sondern höchstens zehn bis zwölf. Das läßt sich also sicher noch genauso überarbeiten, wie der Richard-Strang, der von seiner Zeitung entlassen wurde, weil er auf einer Anti-Corona-Demo war und jetzt seinen eigenen Kanal aufbaut und der dritte Strang hat die meiste Action, denn da kämpft sich die Ricki Neuwirth ja ihr Kind zurück. Also mal sehen und ich breche nachdem ich morgen ja mein dreizentens Jahr “Literaturgeflüster” feiern werde, in das zweite Sommerfrischenwochenende auf, da werde ich halt korrigieren, hinzufügen, abändern…

Ich weiß, ich bin nicht sehr gut darin, weil es meistens mehr oder minder so bleibt, wie es beim Rohtext war. Also werde ich vor dem Laptp sitzen , aber vielleicht das feministische Leben noch eentsprechend ergänzen und dann habe ich ja, was die dreizehn Jahre betrifft vor, das entsprechend mit dreizehn Tagen zu feiern. Aber wie tut man das eigentlich? Ich habe mir da ja schon mal früher eine Laudatio geschrieben und zweimal entsprechende Feiern mit Lesungen abgehalten. Aber dreizehn Tage feiern? Dazwischen meine Praxis machen, in Harland radfahren, korrigieren. Aber vielleicht doch jeden Tag ein literarisches Schmankerl daraus picken und darüber bloggen. Vor allem, wenn ich, weil es ja jetzt keine Veranstaltungen gibt und ich nicht sieben Bücherin der Woche lese, einen entsprechenden Artikel schreiben. Mal sehen ,wie es wird?

Heute wäre also schon der zweite “Literaturgeflüsterfeiertag”, am ersten habe ich einen Roadtrip nach Albanien gemacht und dabei auch ein bißchen Selbsterfahrung erlebt. Am dritten kommt der entsprechende Feierartikel und dann gibt es nächste Woche ein Treffen mit der Ruth. Früher hat die ja immer Saisonabschlußfeste gegeben. Jetzt hat sie eine kleine Wohnung und lädt wahrscheinlich nur uns ein, aber da ja die Ruth eine alte Feministin ist, kann ich da ein bißchen für meine Lore recherchieren und werde das auch tun und dann bis zum dreizehnten Juli seien wir gespannt, was ich über mein Schreiben und mein Korrigieren berichten kann.

Auf in einen schönen Sommer, es gibt ja jetzt sogenannte Lockerungen, allerdings nicht in Wien. Da gibt es sogar Verschärfungen, die aber eher die Kinder betreffen und ansonsten, die drei Gs. Da weiß ich aber, daß ich mir in der Radlerschenke einen Spritzer holen kann, wenn ich den in fünfzehn Minuten trinke und da ich da ja wahrscheinlich nicht so viel zu recherchieren habe, bin ich da bald fertig. Ansonsten vielleicht ein kleines Schreibschmankerl geben. Das wäre ja auch interessant und ansonsten lesen.

Das mit den Sommerbüchern habe ich angesichts meiner langen Backliste in den letzten jahren ja ohnehin eher ausgelassen, möchte aber in der Backlist zumindestens meine Geburtstagsbücher vom letzten und vorletzten jahrlesen, bis dann im August die nächste deutsche Buchpreisliste kommt und da habe ich noch viel zu lesen und richtig, die O- Töne gibt es wieder auch und da müßte ich ja wahrscheinlich maskenlos in den Hof hineinkommen und dort halt wieder herumstehen, mals sehen, wie es geht? Ich bin gespannt und hoffe natürlich auch, daß sich mein Rohtext noch qualifizieren läßt.

10 Tage im Herzen der Ferne

Ein neugierig machender Titel und ein Buch über Albanien, was für mich der Ausschlag war, mich dafür zu interessieren. Im Sommer einen Roadtrip machen. Eine Reise in ein mir unbekanntes Land, das ist interessant und, wie dann in dem Buch zu lesen stand, daß von einem Manager namens Nico Mateew stand, der bulgarische Wurzeln zu haben scheint, mehr biografische Angaben waren nicht zu finden, kommt oft manches anders, als man denkt und das ist dann der Reiz daran. So ist das Buch, das ist auch interessant im “Book on Demand Verfahren”, das die “Randome Verlagshausgruppe” anbietet, erschienen ist, sondern eher die Geschichte eines Ausstiegs mit anschließender Sinnerfüllung. Wieder etwas Philosphoisches, aber leichter zu lesen als der Liebeskrimi von Sabine Haupt und auch gut nachvollziehbar. Beginnen tut es mit den Ferien bei der Großmutter und ihren Kalendersprüchen. Der Sinnvollste davon lautet “Wer wenig braucht ist frei”, etwasm was das Kind oder Jugendliche damals nicht verstanden hat. Dann kommt das Öpkonomiestudium und der der Einstieg in eine Firma, was alles im ersten Teil “Der Werdegang” an Hand von leicht erfaßbaren Metaphern erklärt wird. So erlebt er gleich die Pensionsfeier eines Kollegen. Der Chef lobt ihn sehr, am nächsten Tag ist er vergessen. Ein Kollege fragt ihn, warum er den ganzen Tag in den Computer schaut? Die Kollegen tragen alle Anzüge und Kostüme und verbergen darin ihre Persönlichkeit. Eines Tages übergibt ihm der Chef ein paar Schachteln mit dem Auftrag das Archiv zu ordnen. er verschiebt die Schachteln, weil er nicht weiß, was er damit anfangen soll. Eine Woche später räumt der Portier die Schchteln weg und der Chef bringt neue, was fast an Kafka erinnernd könnte. So geht es ins erste, zehnte, elfte Jahr. Er findet eine Frau, bekommt drei Kinder und fährt einmal zu der väterlichen Familie nach Bulgarien, wo ihn der Onkel erstaunt fragt, was er so macht? Er kommt zurück, erleidet einen Bandscheibenvorfall, muß in die Röhre und beschließt sich dann nochmals Urlaub zu nehmen und nach Albanien zu fahren und dort einen Film über das Land und seine Küche zu drehen. Dazu sucht er sich zwei Filmemacher ,einen Chinesen und einen Amerikaner, bucht sich einen Fremdenführer und bricht in das arme Land auf,über das er sich vorher bei “Wikipedia” informierte. im Flugzeugkommen sieschon mit dem abgeschobenen Edy ins Gespräch, der Chinese hat sich für das arme land underdressend angezogen und fällt damit auf und der Fremdenführer bringt sie statt, wie ausgemacht zu einem Taxifahrer, zu seinen Schwiegereltern, wo das erste Essen stattfindet. Der Schwiegervater serviert Raki, das selbstgebraute Nationalgetränk und hat Schwierigkeiten, die, wie auch die anderen, vorgefertigen Fragen, wie “Was verdienen Sie?” und “Was sind ihre größten Sorgen?” zu beantworten. Am nächsten Tag kommt der Fremdenführer zu spät in das Hotel, dann kommen sie auch zu spät zu dem Biobauern, wo das nächste Interview stattfinden soll. Das macht aber nichts, stellt sichheraus, denn der Koch, den sie am Nachmittag interviewen, wäre auch zu spät gekommen. Der ging in den Neunzigerjahren nach Italien als Hilfsarbeiter, lernte dort das Kochen, errichtete in Rom ein Restaurant und ging dann, eine typische Antwort, um seinem Land etwas zurückzugeben nach Albanien zurück und errichtete auch ein Restaurant, wo er die traditionelle Küche etwas revolutionieren wollte. Vier Großmütter sollen das laut plan in der küche ausprobieren und über das land schimpfen. Sie kommen aber herausgeputzt, bekommen im Extrazimmer serviert und sind eigentlich recht zufrieden oder merken keinen Unterschied. Der Kindergarten Nr. 34 wird besucht, denn die sind, wie, glaube ich, auch in der SU alle nummeriert und tragen keine putzigen Namen, wie “Schneewittchen” oderso.Die Kindergärtnerinnen tragen, was für uns ein wenig altmodisch wirkt, sterile weiße Kittel und die Köchinheißt Salije, was auf Albanisch die “Tugendhafte” bedeudet, was Nico Mateew immer genau anführt, will ihrem Land auch was zurückgeben und kocht daher immer frisch mit naturbelassenen Lebensmittel und schüttelt den Kopf auf die Frage, ob das biologisch ist, weil sie mit diesem Begriff nichts anfängt und auch interessant in Albanien gibt es keinen McDonald`s weil, wie der Fremdenführer meint, sich niemand dafür interessiert oder die Lebensmittel nicht aus heimiischen Anbau hätten stammen dürfen. Sie reisen dann nach Berat der Stadt mit den tausend Fenstern und erleben unvergeßliche Stunden bei einer Familie in einem kleinen Haus, wo sie keine Ahnung haben, wo die Bewohner schlafen, verspeisen dann in einer Tankstelle, den von einem TV-Koch bekommenen kuchen, besuchen ein Galadinner, das der Präsident für seine Bürger gibt. Da kommen sie zu spät, weil der Fremdenführer vorher auf einer Autobahn halt macht, um sich mit einer Frau, die dort auf einem Fahhrad Popcorn verkauft, zu unterhalten. Kommen aber doch rechtzeitig und erfreuen sich an den Tanzenden, die alle glücklich “Albanien, Albanien!”, singen, was man in Deutschland wohl nicht so tun könnte.

Von einem Restaurant geht es zum anderen. Eines befindet sich in einem Bunker, in einem anderen Spitzenrestaurant werden in Vorraum die Speisen billig an die Leute verkauft, die sich die Sternpreise nicht leisten können. Ein anderer Restaurantbsitzer dreht den Fragebogen, den Nico Mateew mitgebracht hat, einfach um und stellt die Fragen an die Filmemacher. Aber da ist es schon klar, daß die Aussteiger, die Seele und die Zufriedenheit in dem kleinen, angeblich so armen Land, das auf Nachhaltigkeit setzt, weil ihm gar nichts anderes überbleibt, gefunden haben. Nach zehn Tagen geht es dann zurück .Nico Mateew erflebt ein Weihnachtsfest mit seiner Familie und reist dann später mit dieser nochmals hin, um die Großmutter Domenica zu besuchen und auch die Töchter erkennen, daß es in Albanien glückliche Menschen gibt.

Ein interessantes Buch, das einen sehr ungewöhnliches Blick auf ein bisher wahrscheinlich unbekanntes Land bietet. Ein richtiges Sommerbuch könnte man meinen, das Lust auf eine Reise nach Albienen macht, die der Alfred auch starten will, obwohl Nico Mattew seine unvergeßliche Reise ja im Dezember machte und zehn Tage, sowohl für einen Film, als auch für einen Selbsterfahrungstrip wahrscheinlich viel zu kurz sind.

Lichtschaden.Zement

Von Amerika komme ich jetzt in die Schweiz und zu einen “philosophischen Liebeskrimi und intellektuellen Liebesroman der 1959 in Giessen geborenen und seit 1980 am Genfersee lebenden Literaturwissenschaftlerin Sabine Haupt.

Das klingt interessant und ist auch genereübergreifend. Die Probleme der Welt umfassend wird da die Lebesgeschichte zwischen der Hotelmanagerin Hella und dem ehemaligen Priester Raffaele, der nach Panikattacken, als Verwalter in einer Zementfabrik arbeitet, beschrieben. Zement ist auch das treibende Thema, um das sich in dem sehr schön gestalteten Buch, das im Verlag “die brotsuppe”, erschienen ist, wo die beiden Protagonisten kapitelübergreifend ihre Geschicthe erzählen,alles dreht.

Es geht auch in die Vergangenheit zurück und in die Zukunft, beziehungsweise in die Gegenwart, wo die Zementmafia in Europa eine Mauer bauen will, um die Flüchtlinge nicht ins Land zu lassen und ins Mühlviertel ins Lager Gusen, wo Hitler offenbar auch ein Zementwerk aufbauen wollte und Raffaeles Vater dort traumatisert wurde. So schreit er nächtens auf, was nicht nur Raffaele, sondern auch dessen Bruder Angelo sehr irritiert. Der erleidet eine Psychose, hält sich für einen Dämon und wird in der Psychiatrie interniert, wo er am Ende des Buches auszubrechen versucht. Hella will dagegen im SPA-Bereich ihres Hotels eine Zementtherapie einführen, vor allem, um Raffaeles Verknöcherungen, er leidet an Rückenproblemen, zu heilen.

Klingt ganz schön kompliziert und ist es auch. Sehr genau und sorgsam ausgearbeitet und wahrscheinlich auch gut recherchiert, auch wenn vermutlich viel zu viel in die dreihundert Seiten hineingepackt wurde, wo man wahrscheinlich zehn Romane schreiben hätte können.

Es geht auch, um die Frage nach der unsterblichne Seele, an die die pragmatische Hella nicht glaubt und den nicht so philosophisch orientierten Leser werden vielleicht die Handlung und die Spannung fehlen, obwohl es die natürlich gibt. Vor allem am Schluß werden die Protagonisten durch einen unterirdischen Stollen getrieben, geraten der Mafia in die Hände und ich habe wiedermal erfahren, wie vielseitig die Gegenwartsliteratur ist und wieviel sie, den über den Tellerrand schauenden Leser bieten kann.

Nora Gomringers Gedichtbände

Noch einmal Nora Gomringer in der “Alten Schmiede”, die zum Saisonschluß noch einmal, mehrfach verschoben, ihre Gedichtbände vorstellte. Jana Volkmann moderierte und es gibt in einer der “Hammer- Zeitungen” auch ein Interview zwischen ihr und der19 80 geborenen Tochter einer Literaturwissenschafterin und des Dichters Eugen Gomringers,.

“Monster – Morbus- Moden” und die “Gottersanbeterin” beides bei “Volant & Quist” erschienen und die “Gottesanbeterin” hat sie, glaube ich, auch bei dem “Leipziger Online Messetag” im Vorjahr vorgestellt. Ich habe Nora Gomringer, glaubeich,das erste Mal in Göttweig bei einer “Literatur und Wein” kennengelernt und da als sehr berühmte Lyrikerin erlebt, dann kam ihre “Bachmann-Lesung”, wo sie vulminant von Nora Bossong las und beim “Shamrock-Festival” im Literaturhaus habe ich auch mit ihr gesprochen und war beeindruckt von ihrer Freundlichkeit. Mieze Medusa hat sie auch in ihrer “Hip-hop- Reihe” vorgestellt, die gestern in der “AS” nachgeholt wurde undjetzt noch einmal Nora Gomringer, die freundliche Frau,dieerzählte, daß Monster-Morbus-Moden” zuerst in Einzelbänden 2013, 2015 und2017 erschienen sind.Je fünfundzwanzig Gedichte mit fünfundzwanzig Iluustrationen, die Nora Gomringer stolz vorzeigte und von ihren Nachbarn erzählte, der offebar illustriert hat und diejetztin einem Einzelband zusammen erschinen sind.

“Monster”, da gibt es ja den “Frankenstein” und das”Monster und die Mädchen”: “So sprach das Mädchen das Mädchen bin ich-so sprach dasMonster und das Monster bin ich”.

Es gibt die “Toteninsel”,das ist ein Bild von Arnold Böcklin und als das Buch in Norwegen erscherschienen ist, fehlte dieses Gedicht,weil Norwegen Anders Preivig, der darin vorkommt, nicht literarisiert haben wollten.Es wird ein Haus beschrieben mit seinen vielen Zimmern und während der Band sehr erfolgreich war, ist es, wie Nora Gomringer erzählte, um “Morbus”viel stiller geworden. Das wurde eher in Arztpraxen vorgetellt. Da gibt es ein Gedicht über Depression und die Frage, wie man die thematisieren kann, daß es die Menschen annehmen? Spricht man vom schwarzen Hund, der Wand, etcetera.

Und die” Gottesanbeterin” beschäftigt sich, wie schon der Titel sagt mit derReligion. .Da hat Nora Gomringer auchverschiedeneVorlesunge <nngehalten und das Buch in fünf Teilen, wie ein Katechismusaufgebaut.

“Widmung”, “Zeugnis”, “Tim”, das ist ein verstorbener Freund und das Gedicht beschreibt sehr beeindruckend, wie der Vater die Wohnung ausräumt und den Namen von der Tür entfernt und “Angebot” und am Schluß wie es Nora Gomringer noch auf zwei Gedichtbände auf vietnamnesisch hin, die man sich zur freien Etnahme nehmen konnte, hin. Ich weiß nich,t ob Vietnamnesen im Publikum waren, bin aber wieder bestätigt worden, daß es sich bei Nora Gomringer, um eine interessante Dichterin handelt und, daß man sich vielleicht überhaupt mehr mit Lyrik beschäftigen soll, also lesen und vielleichtauch selber solche schreiben.

Sukini aka Sookee und Nora Gomringer in der AS

“Ist das schon Kunst oder kann das Rap” ist ein Projekt, das Mieze Medusa in der “Alten Schmiede” geplant, aber offenbar nicht ganz ausführen konnte. Die ersten zwei Teile habe ich, glaube ich, im Dezember gehört und bin, kann ich schreiben, weder eine Slam, noch ein Hip-Hop- Spezialistin. Von Raps und Hip- Hops schon gar nicht. Von der Poetry Slam- Szene habe ich im Laufe meines Lebens, weil ich mich ja sehr für Literatur interessiere, schon einiges mitbekommen. Mein erster Poetry Slam war der im Cafe Stein, wo man sich noch bei “Droschl” bewerben mußte und ich nichtgenommen wurde, weil ich eher konventionell bin, wie mir Anette Koch damals schrieb, dann habe ich, ich glaube,das war so um 2008 Mieze Medusa kennengelernt, die damals ihr erstes Buch im Frauenverlag hatte, das ich immer noch nichtgelesen habe. Die hat dann mit Markus Köhle auf verschiedenen Orten Poetry Slams aufgeführt und jetzt diese Reihe, wo sie im Dezember Robert Prosser und Yasmin Hafedh vorstellte und Nora Gomringer offenbar lockdownbedingt nicht kommen konnte und Nora Gominger, die 1980 geborenene schweizdeutsche Lyrikerin und Tochter von Eugen Gomringer, die 2015 den “Bachmann-Preis” gewonnen hat, hat, wie ich Wikipedia entnehme, 2006 mit den Slams aufgehört und leitet jetzt das Lteraturhaus in Bamburg. Sie ist eine sehr freundliche extravertierte Person,ich habe einmal im Literaturhaus beim Schamrock-Festival mit ihr gesprochen und jetzt bin ich, weil wir von Harland nach Wien gefahren sind und ich dann noch lange telefonieren mußte,zu spät in den Stream gekommen und konnte heute leider auch den verpassten Anfang nicht hören. Mieze Medusa saß also schon mit Nora Gomringer am Vortragspult und hat sich mit ihr, glaube ich, über die feministische Poetry oder Hip-Hopp Szene unterhalten und Nora Gomringer erzählte, daß sie sowohl Schauspielerin, als auch Ärztin werden wollte und mit vielen Halbbrüdern aufgewachsen ist und jetzt sehr viel Lyrik schreibt. Eines ihrer Bände wird morgen in der “Schmiede”vorgestellt. Mieze Medusa hielt ein anderes Buch hoch oder ließ es von der Assistentin bringen, die, wie Nora Gomringer erwähnte von ihr beschäftigt wird. Sie sagte dann noch, daß sie keine Kinder wollte, bevor sie ein paar feministische Poetry Texte, die von einer Frau ohne Worte, ohne Kinder, etcetera handelten, was ich alles für mein Buchprojekt mit dem ich mich auch mit dem Feminismus beschäftigte,brauchen kann, der mir in der Poetry Slam-Szene, wo ich jetzt ja regelmäßig die Slam Bs im Literaturhaus höre, entgangen ist und dann kam Sukini oder So kee auf die Bühne,die gleich erzählte, daß sie eigentlich auch Nora heißen würde. Nora Hantzsch, wie ich Wikipedia entnehme, 1983 in Pasewalk geboren, die unter den Namen Sookee, wie weiter steht und anderen Pseudonymen als Rapperin gegen Antisemitismus und Rassismus einsetzt. Jetzt hat sie sich offenbar in Sukini umgewandelt, weil sie einAlbumfür iKndernamens”Schmetterlingskacke” herausgegeben hat und Mieze Medusa bedauerte, daß die Feuilletons und die Rezentenden Hip-Hopp wie die Slams eher ignorieren und forderte dann das Publikum auf, nicht nur, weil man sich endlich wieder live treffen kann, Applaus zu geben,”Geht außer euch!”,sagt Diana Köhle da ja immer, sondern auch an FM4 zu schreiben, damit das Album dort Einzug findet. Das kann man ja machen und Nora Gomringer hat ja auch einen Text in der “Wie wir hassen-Anthologie” und wird morgen von Jana Volkmann noch einmal in der “Schmiede” vorgeststellt, bevor die dann in den Sommer geht und dann im Herbst, wie ich hörte, in den Innenräumen, die Masken fallen, wenn man nur 3 Gs brav beibehält.

Österreichische Staatspreise für literarische Übersetzungen 2019 und 2020

Ich schreibe ja immer, daß ich mich eigentlich für alles Literarische interessiere, da ich gern über den Tellerrand schaue und das gilt auch für Übersetzungen. Inzwischen lese ich nur mehr übersetzte Bücher, auch die, die ich vielleicht in Englisch lesen könnte, weil mir alles andere zu schwieirig ist. Ich bin aber daraufgekommen, daß man da vielleichtet, was ganz anderes, als das Original zu lesen bekommt und auf einmal “Schuld und Sühne””Verbrechen und Strafe”,heißt, was mich ein wenig stört, wenn Bücher immer wieder neu übersetzt werden, während das Original ja gleich bleibt. So habe ich in Zeiten, wo ich noch zu Veranstaltungen gehen konnte,mir auch einige Übersetzerabende und Diskussionen gegönnt, ob ich aber bei der Verleihung des “Österreichischen Staatspreises” dabei gewesen bin, weiß ich gar nicht, finden die ja meistens zu einer Zeit statt, wo wir in Harland sind und so kann ich wieder den Vorteil der livesreams loben und bin in den Gesprächs und Lesungsabend am Freitag ins Literaturhaus hineingeswitscht, wo wieder wahrscheinlich lockdown bedingt die Preise für zwei Jahre verliehen wurde und Alexander Nitzberg und Stefan Vevar die Preise für 2019 und Erna Pfeifer und Iva Ivanova für2020 bekamen. Die für 2021 stehen wohl noch aus und werden später vergeben und es waren auch nur Stefan Vevar und Erna Pfeifer da, da sich Alexander Nitzberg aus Moskau zurückgekommen, offenbar gerade in Quaratän ebefindet und die bulgarische Übersetzerin vielleicht nicht kommen konnte. Robert Stocker vom Ministerium hielt die Einleitungsrede, RenateWelsh die selbst auch einmal ins Englische übersetzt hat, die Laudatio und Erwin Köstler der slowenische Übersetzer, der auch schon den Staatspreis bekommen hat, moderierte und stellte die beiden anwesenden Übersetzer, den 1953 geborenen Solwenen Stefan Vevar, der sowohl Kafka, als auch Ransmayr und Maja Haderlap ins Slowenische übersetzt. Er las ein Stück von seiner Kafka Übersetzung und erzählte,wie schwierig es war, Maja Haderlaps“Engel des Vergessens”ins Slowenische zu übersetzen, da die ja selber Kärntner Slowenin ist und ihre Gedichte auf slowenisch schreibt oder geschrieben hat und die ebenfalls 1953 in Graz geborenene Romanistin Erna Pfeifer übersetzt spanische und lateinamerikanische Autoren,las ein Stück aus Luisa Futoranskys “Formosa” und erzählte,daß sie einmal nach Peru geflogen ist,weil sie sich von dem Autor, den sie übersetzen sollte, die Gräser und die Gegend zeigen lassen wollte. Das führte dann zu der Frage, wie gut oder schlecht die Übersetzungen bezahlt werden und wieviel Mühe sie machen. Renate Welshsagte, daß sie ihre Texte dreimal übersetzt. Zuerst sehr eng am Original, dann eher frei und dann wieder werkgetreuer und Erna Pfeifer führte an, daß sie gehört habe, daß die jungen Übersetzter sieben Euro pro Normseite bekommen. Da verdienen die Putzfrauen mehr, wurde beklagt.

Am Sonntag gab es dann Musik, Robert Huez begrüßte. Erna Pfeifer und Stefan Vevar waren anwesend und für Iva Ivanova und Alexander Nitzberg, den ich ja einmal auf einer Demo getroffen habe, sind die Botschafter gekommen. Erwin Köstler stellte wieder die Preisträger vor und gabAuszüge aus Renate Welschs Festtrede wieder . Robert Stocker übergab statt Andrea Mayer die Urkunden und erwähnte wieder die Wichtigkeit der Übersetzer das Babylonische den Lesern verständlich hinüberzubringenn. Die Dankesreden der nicht anwesenden Preisträgerwurden verlesen. Alexander Nitzberg drückte seine Besorgnis über die zunehmende Spatltung der Gesellschaft aus und sich wieder sehr kritisch gegen das Freitesten aus,was ich Angesichts der Masken,dien zu sehen waren,sehr spannend fand.Stefan Vevarsn Vevars Peisreden beschäftigte sich mit den “Erfahrungen eines literarischen Sinnschmugglers mit dem Schatzkästchen der österreichis chen Lteratur” und gab einen Parcour durch die österreicischgen GegenwartsauAutoren,die er übersetzt hat. Erna Pfeifer schilderte ihre Gefühle die sie erfasste, als sie das “Preisbriefchen” zu Faschingsbeginn bekommen hat und dankte ihren mann und ihren Söhnen.

Erwin Köslter verlas die Preisrede iva Ivanovas, deren Urgroßbater von Wien nach Sofia zog, um Leibarzt desdamaligen Königs zu werden. Jetzt lebt sie in München, dem Vorort von Wien, wie sie launig meinte und wies darauf hin, daß der bulgarische Leser nicht Zweig oder Kafka liest,sondern das, was der Übersetzer daraus gemacht hat. Robert Huez beendete die Veransgtaltung und die schwierige Saison. Mal sehen wie es im Herbst weitergehen wird?

Muttermilch

Wir bleiben in Los Angeles und Hollywood, gehen nur hundert Jahre nach vor und kommen zu Melissa Broder, von der ich schon “Fische” gelesen habe, das mich nicht so beeindrucht hat. Bei “Muttermilch” ist das anders, denn das ist sehr beeindruckendes Buch, das alle Tabus zu brechen weiß. Liebe zwischen Frauen das moderne Judentum, Eßstörungen oder einfach eine ganz moderne tabulose Coming out Geschichte. Da ist Rachel, die ist, glaube ich, soMitte zwanzig, hat wie auch anders, ein Problem mit ihrer Mutter und eine Eßstörung. Das heißt, sie kaut Nikotinkaugummis, ißt zu Mittag, einen Salat und Proteinpulver und wenn sie mit ihrem Chef, sie arbeitet in irgendeiner Filmproduktionsfirma als Assistentin zu einem Arbeitsessen gehen muß, geht sie aufs Klo, ihren Powerriegel essen und hat dann Probleme, wenn daneben eine Frau sitzt, die wartet, daß sie verschwindet, damit sie scheißen kann und dann scheißt sie los und Rachel kann ihren Riegel nicht essen. Sie geht auch manchmal in ein Frozen Joghurt Shop, um sich da eine Miniportion mit alles ohne zu kaufen. Da trifft sie aber einmal auf die fette Miriam, die Tochter des Kettenbesitzers, die sie verführt. Zuerst hört sie nicht auf Rachel und gießt ihr ihren Becher besonders voll. “Kostet dasselbe!” und haut auch alle mögliche Toppings darauf. Rachel will den Becher wegschmeißen. Aber Miriam steht rauchend dort, wo sie den Becher hinschmeißen will und lädt sie in einaltes Hollwoodykino, das heißt, vorher in ein chinesisches Restaurant ein. Dort fallen dann die Schranken Sie essen zusammen vier oder noch mehr Portionen und Rachel sagtsich, jetzt kann ich einen Tag alles essen und kauft Unmengen Fastfood ein. Sie nimmt sehr schnell sechs Kilo zu und Miriam lädt sie zu sich nach Hause zum Sabbat ein. Sie kommt aus einer orthodoxen Familie, ihr Bruder, der Rachel mit Schläfenlocken vorher das Eis verkaufte, ist beim Militär in Israel und die Familie ist sehr nett zu Rachel. Das Essen köstlich und dann fragt Rachel, die sich in Miriam verliebthat, ob eine orthodoxe Jüdin eine Freundin küssen kann. Miriam wehrt zuerst ab. Dann kommt sie in Rachels Wohnung, der Sex ist toll. Es gibt aber auch einen Schauspieler in Rachels Agentur, der sich um sie kümmert oder sie verführen will. Rachel will zum nächsten Sabbat noch einmal zu den Schwebels. Das endet in einer Kathastrophe, denn am Sabbat darf ja gar nichts tun, das heißt auch keinen Sex haben. Rachel kommt trotzdem in Miriams Zimmer. Die Schwester und die Mutter merken es und dann beginnt Rachel auch noch die Palästenenser zu veteidigen, so daß die Mutter sie aus dem Haus schmeißt. Es kommt zum Sex mit dem Schauspieler, der ist zwar nicht so befriedigend und laut Vertrag darf Rachel auch keinen mit ihm haben. Miriam erscheint nocheinmal verschwindet dann aber. Rachel wird entlassen und ruft dann am dreiundfünfzigstn Tag, das habe ich jetzt vergessen, doch ihre Mutter an. Die Kassentheraeutin, was ein wenig abschätzend erwähnt wird, bei der sie am Anfang war, hat ihr ein Mutterkommunikationsverbot verordnet und in der letzten Stunde auch eine Skulpur machen lassen, die zwischendurch verschwindet, dann aber wieder auftaucht. Sie schenkt sie Miriam und drei Jahre später sieht Rachel sie wieder. Miriam schiebt einen Kinderwagen mit Zwillingen. Rachel hat wieder Kontakt zu ihrer Mutter und sowohl hertero als auch lesbische Bezihungen. Wieviele Kilo siezu oder abgenommen hat, ist nicht ganz klar, aber ein spannendes Buch das die alten Themen wirklich neu und tablos beschreibt, hat mir gut gefallen und wird auf den Klappentexten auch hochgelobt. So schreibt die Vogue “Melissa Broda hat eine schwindelerregende Geschichte über Liebe, Lust, Abhängigkeit, mütterliche Sehnsucht und …Frozen Joghurt” geschrieben und Oprah Magazine meint sogar “So wenig jugendfrei, dassselbst Philip Roth erröten würde. Muttermilch ist ein Buch, das man an einem Stückverschlingen wird.”

Ein anderes Land

Von james Baldwin, dem 1924 in New York geborenen Schriftsteller und Bürgerrechter habe ich das erste Mal bei einer “Literatur im Herbst”gehört, als dort ein Film über ihn ausgestrahlt wurde. Dann habe ich “Giovannis Zimmer”, in einem Schrank gefunden,das jetzt,wie auch die anderen Baldwien-Bücher neu übersetzt werden. So ist “Ein anderes Land “zu mir gekommen, auf das ich sehr neugierig war und bin jezt ein wenig verwirrt. Fehlt mir doch irgendwie der rote Faden, ansonsten könnte ich sagen, es ist eine Art Reigen, die sehr deutlich die Gewalt zeigt, die in den Neunzehnhundertsechhzigerjahren zwischen den Schwarzen und den Weißen herrschte. Deshalb ist das Buch wahrscheinlich auch lesenswert und deshalb als Folge, der Black live matter – Bewegung wird Baldwin wahrscheinlich wieder aufgelegt. Der klappentext klingt noch ganz klar und spannend.

“Dies ist eine Geschichte von Scham und Schuld, von Liebe und Einsamkeit im New York, der Fünfzigerjahre. Warum hat Rufus Scott, ein begnadeter schwarzer Jazzer aus Harlem, sich das Leben genommen? Seine Schwester Ida und eine Handvoll Freunde suche nverzweifelt nach einer Erklärung. Aber sind finden nur Wahrheiten, die neue Wunden schlagen – auch über sich selbst.”

Dann liest man im ersten Teil von einem sehr heruntergekommenen Rufus und seiner Liebe zu der weißen Südstaatlerin Leona,die Liebe endet tödlich. Rufus springt von einer Brücke. Leona wurde von ihrer Familie zurückgeholt und in ein Iirrenhaus gesteckt. Ihr Mann hat schon vorher ihr ihr Kind weggenommen und die Liebe zwischen beiden ist gescheitert, weil ein Schwarzer keine Beziehungs zu einer Südsaatlerin haben darf. So meint es jedenfalls seine Schwester Ida. Vorher hat er aber Leona geschlagen, getrunken und viel Gewalt ausgelöst. Da hatte ich schon Schwierigkeiten, weil ich die Gewalt in der Liebe nicht verstanden habe.

Dann sucht Ida ihren Bruder und wir kommen nach Greenwich in eine Künstlerkolonie, zu Rufus Freunde. Da gibt es Eric, einen Schauspieler, der ist aber gerade in Frankreich und liebt den jungen Yves, es gibtRichard , das ist ein Pole und seine Frau Cass.Sie haben zwei Kinder.Cass ist vordergründig eine Hausfrau, dann fährt sie im Taxi zu ihren Liebhabern, zum Beispiel zu Vivaldo. Beide Männer sind Schriftsteller. Der Eine wird dami tberühmt, der andere eher nicht und arbeitet in einer Buchhandlung un daußer, daß sich die Paare gegenseitig betrügen, gibt es auch eine Beziehung zwischen Vivaldo und Eric, während Vivaldo mit Ida zusammenlebt und Cass betrüg tRichard mit Eric.

Es ist die Gewalt,die in dem Buch sehr offen beschrieben wird,,die mich am meisten beeindruckte. Nicht der Liebesreigen,den ich bei Schnitzler wahrscheinlich besser gelesen habe. Es sind die Diskurse, die zwischen den Weißen undSchwarzen, die hier sehr deutlich beschrieben werden. Die Gewalt der Polizisten, die die schwarzen Kinder zusammenschlagen oder sind es die weißen Kinder, die das tun. Es geht aber und das hat mic hauch erstaunt, die Gewalt oft auch von den Schwearzen aus. ich zitiere ida:” Aber Cass,frag dich doch mal, guck raus und frag dich: Würdest du nicht auch alle Weißen hassen, wenn man dich hier in dieses Gefängnis sperrenwürde? – Vivaldo wollte nicht wissen,dass mein Bruder zugrunde ging,weil er nicht wissen will,dass mein Bruder noch am leben wäre, wenn er nicht so auf die Welt gekommen wäre,als Schwarzer.”

Das Buch wurdevon Miriam Mandelkow übersetzt, die in einem Nachwort und das finde ich interessant , sich Gedanken über den Gebrauch der verschiedenen “N”-Wörter macht.”Negro” steht,glaube ich einmal imText. Dann gibt es noch die “Farbigen”, also die “Colored” und Rene Aguigah hat das Nachwort geschrieben.