Die Infantin trägt den Scheitel links

Nun kommt Buch sechs der deutschen Longlist, der zweite Roman der 1983 in Oberndorf bei Salzburg geborenen helena Adler, die eigentlich Stehphanie Helena Prähäuser heißt und deren erstes Buch bei “Arovell” erschienen ist. Der zweite bei “Jung und Jung” erschienene Roman hat dann eingeschlagen, ist auch auf die “Öst” gekommen und bisher bei mir wegen dem Titel und dem Cover, wo es ein Kinderbild mit Beschmierungen und einer Augenklappe zu sehen gibt, an mir vorbeigegangen ist, denn was heißt denn das?

Das Buch ist auch an mir vorbeigegangen, als es bei den O- Tönen vorgestellt wurde, denn da hat es geregnet.

Malte Bremer der im Literaturcafe die Longlisttitel nach ihrer Lesbarkeit bewertet, war von den der “schwarzen Regensuppe zum Nachtmahl” und dem Bruegel-Gemöde im Eingangskapitel, des “Antiheimatromans”, wie das Buch auch genannt wird, nicht begeistert und ich habe, als ich auf Seite siebzehn war, gleich einen Kommentar geschrieben und bin dann ein bißchen hin und hergeschwankt, ob das jetzt ein tolles Buch ist und sprachlich noch viel besser als Valerie Fritsch oder vielleicht doch ein bißchen übertrieben und manche Formulierungen zu sehr abgehoben?

Ich weiß auch jetzt noch nicht so genau, ob ich es auf die Shortlist geben würde, sie ist aber sehr beeindruckend, diese Heimatgeschichte vom Aufwachsen im Dorf, die, außer im Literaturcafe überall gelobt wird und mit Winkler und Innerhofer verglichen wird.

Das erscheint mir mir vielleicht auch ein bißchen übertrieben, es ist aber auf jedenfall sehr beeindruckend das Buchm das wahrscheinlich Autobiografisches in einer sehr ungewöhnlichen, zum Teil rotzigen Sprache erzählt.

Das beginnt außer beim Titel schon bei den Kapiteln, die Namen wie “Glaube Hoffnung Liebe”, “Der Triumpf des Todes”,”Tod des Helden”, “Bäuerin eine Kuh melkend”, etcetera tragen und die offensichtlich, wenn auch vielleicht weniger klar, wie beim Eingangskaptiel Assoziationen zu berühmten Gemäden, die im Anhang zitiert werden, darstellen sollen und dann wird die Geschichte der aufmüpfigen Ich-Erzählerin, der Infantin, die am Schluß auch mit einem Kind an ihrer Brust endet, in einundzwanzig Kapitel erzählt.

Sie lebt im Dorf mit Urgroßeltern, Großeltern, Eltern und den Zwillingsschwestern, die sie mobben und unterdrücken. Es beginnt gleich damit, daß sie den Stall abfackelt, der Vater zwinkernd vom “Blitz” spricht und grinsend zur Feuerversicherung geht und dann wird von Kapitel zu Kapitel mit der Familie abgerechnet.

Die Mutter erscheint am Anfang noch ganz vernünftig, später erscheint sie dann bigott, denn sie will vom Vater eine Kapelle erbaut haben weil ihr eine Marienerscheinung begegnete. Es war aber nur die Maria des Vaters.

Soviel zum Stil, manche Formulierungen wie die “ÖVP Frisur” oder die der “selbst diagnostizierte Sozialverwaisung” haben mich sehr begeistert und an Angela Lehners Debutroman vom Vorjahr erinnert, so daß dieser Antiheimatroman sicher, als stärker zu interpretieren ist als Petra Piuks “Toni und Moni”.

Es geht dann von den Urgroßeltern, deren Tod beschrieben wird, weg, bis ins Gymnasium, in das die Lehrerin die aufmüpfige infantin schickte, um “Sozialstudien” zu machen. Dort gerät sie in schlechte Gesellschaft oder an schlechte Freundinnen, während sie selbst den Drogen, die die “schwarze Anna” auf die Psychiatrie bringt, widerstehen kann. Die Mutter ist entsetzt, gerät aber auch an Beruhigungssmittel und in Streit mit dem Vater, der mit seinen Gewehren alle zu erschießen droht. Die Mutter zieht in die Stadt, der Vater kommt ins Gefängnis und sie ist zuerst auf dem großen Hof, wo es auch eine Beziehung zum Cousin, Inzest ist natürlich auch ein Thema, wie der Mißbrauch in dieser Antiheimatgeschichte, allein, bevor sie von den Schwestern hinausgeworfen und um ihren Pflichtteil betrogen wird.

Ein starkes Buch auf jeden Fall, mir vielleicht wieder ein bißchen zu übertrieben, obwohl mich die Überhöhung der Alltagssprache, die ich so noch nie gelesen habe, sehr begeistert hat und ich Helena Adler alles Gute wünsche, gespannt bin, was ich von der jungen Frau mit der starken Sprache noch so alles hören oder lesen werde und wieder nur empfehlen kann, ein Buch auch weiter als bis zur ersten Seite zu lesen, obwohl mein Eindruck in diesem Fall ja eher in die umgekehrte Richtung, als die von Malte Bremer ging.

Die deutsche Shortlist und die der Schweiz

Hurrah, hurrah sie wurden ausgewählt, die sechs Bücher von denen eines in einem Monat, diesmal nur im Livestream, findet die Frankfurter Buchmesse, so weit ich gehört habe, auch hauptsächlich im digitalen Raum statt, den deutschen Buchpreis bekommen wird und sie ist wieder, wie ich schon fast befürchtet hatte, eine große Überraschung, obwohl ich ja eigentlich nicht sehr viel dazu sagen kann, habe ich von den zwanzig Büchern ja gerade nur acht gelesen, bin jetzt beim neunten, den Jens Wonneberger, hatte aber durchaus eine Vorsellung was ich auf diese Liste stelle würde und hätte da für

1. Helena Adler “Die Infantin trägt den Scheitel links”

2.Robert Seethaler “Der letzte Satz”

3. Stephan Roiss “Triceratops”

4.Charles Lewinsky “Der Halbbart”

5. noch nicht gelesen aber gehört Valerie Fritsch “Herzklappen von Johnson & Johnson” und

6.geschätzt dem Namen nach, Thomas Hettche “Herzfaden”, getippt.

Malte Bremer vom Literaturcafe, der ja auch immer eine Schätzung gibt, hatte da an

1. Birigit Birnbacher “Ich an meiner Seite”, das mir nicht so gefallen hat, was ebenfalls

2 .Bov Bergs “Serpentinien” betrifft

3.Arno Camenisch “Goldene Jahre”

4.Deniz Ohde “Streulicht”

5.Olivia Wenzel “Tausend Serpentinen Angst”

6.Iris Wolff “Die Unschärfe der Welt”, alles von mir noch nicht gelesen, gedacht.

Und nun zur hehren Juryauswahl, die mir auf den ersten Blick nicht so viel sagt, denn auch da habe ich vier Bücher noch nicht gelesen und eines auch noch nicht bekommen.

1.Bov Bergs “Serpentinen”

2.Dorothee Elmiger “Aus der Zuckerfabrik” ein Roman, der keiner ist, das steht sogar in dem Buch, aber sprachlich sehr schön und daher nicht so leicht zu lesen.

3.Tomas Hettche “Herzfaden”, ein möglicher Gewinner und ein Buch auf das ich sehr gespannt bin.

4.Deniz Ohde “Streulicht” wird überall sehr gelobt

5.Anne Weber “Anette ein Heldinnenepos”, das Buch müßte ich mir erst bei Netgalley hochladen, angefragt ist es und

6.Christine Wunnicke “Die Dame mit der bemalten Hand”, auf das Buch bin ich, da Wunnike ja schon auf zwei vorigen Longlists stand, sehr gespannt.

Wenn ich die restlichen vier Bücher gelesen habe, kann ich mehr dazu sagen. Auf Thomas Hettche würde ich, wie bereits erwähnt, schon jetzt als möglichen Sieger tippen und nun lesen lesen, sowohl die deutschen, als auch die österreichischen Bücher und das zwischendrin.

Die Schweizer Shortlist, die ich mich jetzt doch zu lesen entschlossen habe, wurde heute auch noch bekanntgegeben:

1. Dorothee Elmiger “Aus der Zuckerfabrik”

2. Tom Kummer “Von schlechten Eltern”

3. Charles Lewinsky “Der Halbbart”

4. Karl Rühmann “Der Held”

5. Anna Stern “das alles hier, jetzt”

Woodstock revisted

“Woodstock” dieses legendäre Open Air Festival das von 15. -17 August 1969 in White lake stattfand, wo Janis Joplin, Jimmy Hendrix, etcetera, aufgetreten ist, ist an mir, wo ich damals den ersten Jahrgang der Straßergansse abgeschlossen hatte und vom Ferienlager der Kinderfreunde nahtlos zum Ferialpraktikum in die Pension Weiß in Küb am Semmering hinüberwechselte,ziemlich vorbei gegangen. Hatte und habe ich ja einen ziemlich konservativen Musikgeschmack, bin während meines Studium viel in die Oper gegangen und verbinde damit eigentlich nur eine Platte, die der Alfred öfter hört.

Bei anderen, Richard Weihs wahrscheinlich, dem 1956 in Wels geborenen Musiker und Autor ist das wahrscheinlich anders und so hat er heute zu seinen “Wilden Worten” die ja seit Juni wieder stattfinden, die Ö1-Journalistin Sabine Nikolay eingeladen, die Corona bedingt etwas verspätet bei “Roesner” ein Road story Book, das wahrscheinlich unter dem Ttel “Spielplatz der Mllionäre ” herausbringen wird, in dem sie sich auf Spurensuche nach dem legendären Festival begeben hat.

Begann mit dem “Chaos in Gatsch” hat das Festival ja auf einer Wiese mit keinen oder schlechten Sanitäranlagen stattgefunden und schwenkte dann zu dem einsamen Schlüßelkind hin, das 1977 eine Janis Joplin Platte entdeckte und später mit Kind und Ehemann zu einem Ausstauschsemester nach Amerika kam, wo sie den Autor Robert Stone interviewte, der für viele Preise nomiert war. Sie las über die pschodelischen Drogen, die am Festival konsumiert, bezeihungsweise in den pschiatrischen Kliniken ausprobiert wurden, wobei sie zu Ken Kesey und seinem Roman “Einer flog über das Kuckucksnest” kam.

Richard Weihs begleitete sie auf seiner Gitarre, im Publikum waren außer der Ruth und der Christa Nebenführ die etwas später kam, auch ein Musiker, der sehr viel über Woodstock wußte und ein Plakat von diesem Fest gab es auch.

Nachher kamen wieder die Wunschgedichte und da hatte ich mir das letzte Mal etwas zu Corona, der Maskenpflicht und der Ausgangssperre gewünscht, während mir diesmal ja der Satz von Kanzler Kurz durch den Kopf ging, daß er es mit seinen Gewissen nicht verantworten könne, Kinder aus dem Flüchtlingslager von Moria aufzunehmen, was mich ja sehr an George Orwell und seinem Neusprech erinnerte.

Mal sehen, was Richard Weihs daraus macht? Und ich habe ja, da die Coronamaßnahmen seit heute wieder verschärft sind und derzeit Maskenpflicht in nahezu allen Veranstaltungsorten gilt, schon fast befüchtet, ab nun in keine mehr zu kommen.

Die” Wilden Worten” finden aber im Oktober sogar zweimal statt.

Das siebente Nano-Buch

Hurrah, hurrah es ist da das “Fräulein no” das Buch das ich vorigen november sowohl in Basel als auch in Wien während des “Nanowrimo” geschrieben habe.

“Fräulein Nos Nachtcafe”, die Geschichte von dem Arzt mit der Pschoseerfahrung, der dadurch seinen kassenvertrag verliert, in einem Cafe die Schauspielschülerin Nolantha kennenlernt und die ehemalige Germanistin Gerti Schuster, die jetzt in einem Obdachlosenheim wohnt und eine Kopftuchfrau angespuckt haben soll.

Ich löse die Gewinnspielfragen auf, beziehungsweise habe ich Frage eins und zwei schon oben beantwortet und die Anna hat sich vom Ulrich getrennt, weil sie wegen des Selbstmords ihres Vaters seine Pschose nicht aushzuhalten glaubt.

Leider hat sich wieder niemand dafür interessiert, ich vergebe aber wieder Bücher oder PDFS an die, die mit mir in einer Leserunde bei den Kommentaren darüber diskutieren und ihre Meinung darüber bekanntgeben wollen.

Ebenfalls würde ich mich über Rezensionen freuen und wünsche viel Spaß beim lesen bei meinem noch Corona freien Buch.

Von Hand zu Hand

Jetzt kommt noch einmal, bevor es mit dem “Buchpreislesen” weitergeht ein sehr poetischer Text, ein surrealer Roman, der erste, den, die 1915 in Warschau geborene Helen Weinzweig, die 1924 mit ihrer Mutter nach Kandada auswanderte und mit einem Komponisten verheiratet war, von der ich schon “Schwarzes Kleid mit Perlen” gelesen habe,1973 geschrieben hat.

Ein poetisches Ensemble und einen Stimmenchor nennt es der Lektor im Nachwort, denn der Text der eine sehr skurille Hochzeit beschreibt, besteht aus längeren oder kürzern Textstückchen, wo die bei der Hochzeit anwesenden Figuren einen Eindruck von ihrer Beziehung zum Brautpaar geben.

Von einer promiskuitiven Braut und einem schwulen Bräutigam, die die gleiche Kleidung tragen und zum Verwechslung ähnlich sind, steht etwas in der Beschreibung. Die Ex-Lover sind anwesend und eine mexikanische Frau, die ihr Kind während der Hochzeit stillt und am Schluß ist die gemietete Hochzeitsuite nicht frei und die Leserin, die ja gerne Struktur und eine geordnete Handlung hat, tut sich sehr schwer beim Lesen dieser kleinen feinen Textstückchen.

Sie tut sich auch schwer bei den Namen, den diese schwirren lustig in der Kirche und in der Nichthandlung herum. Der Beschreibungstext erzählt noch etwas vom bitterbösen jüdischen Witz mit dem Helen Weinzweig ihren Roman erzählt, spricht von kuriosen lebendigen Szenen und Sätzen voller Wucht und Absurdität.

Nun ja, nun ja und sicherlich sehr spannend einmal eine solche Hochzeit mitzuerleben und James Polk erwähnt in seinem Nachwort noch, daß es außer den beiden jetzt bei “Wagenbach” auf Deutsch herausgegebenen Romanen, nur noch einen Erzählband, der 2010 in Toronto verstorbenen Autorin, die ja erst mit sechzig zu schreiben angefangen hat, erschienen sind.

Trotzdem gilt Helen Weinzweig, als wichtige kanadische Autorin, die sowohl das Vorbild von Margaret Atwood als auch von Alice Munro war.

Kühle Literaturmeile Zieglergasse

Während heute die zweite Ampelschaltungsphase vorgestellt, wo ab Montag eine generelle Maskenpflicht in allen Innenräumen und in Wien wegen der besonders hohen Corona-Zahlen besondere Verschärfungen diskutiert wurden, so daß ich mir die literarischen Veranstaltungen für das nächste halbe Jahr wohl abschminken kann, fanden in der Zieglergasse unter dem Motto “the word i not enough”, besondere Literaturbegegnungen statt.

Denn wir haben ja eine grüne Vizebürgermeisterin, die sich besonders bemüht, um den Klimaveränderungen vorzubeugen, Wien in Begegnungszonen umzuwandeln und so wollte ich vor einem Jahr zum Bücherschrank und habe ihn nicht gefunden.

Inzwischen gibt es ihn wieder und die zieglergasse ist in eine kühle Meile mit Baumbepflanzungen und Nebelduschen umgewandelt worden und sollte eigentlich im April eröffnet werden.

Das ging Corona bedingt aber nicht, obwohl Peter Clar den ich ja vom Volkssstimmefest, das es heuer auch nicht gab, ein spezielles Literaturfestival vorbereitet.

Das wurde heute am nachgeholt und so wurde die Zieglergasse, den ganzen Nachmittag in ein Literaturfest umgewandelt, was auf den ersten Blick gar nicht so idillisch wirkte, denn Absperrungen, Gitter, zäune und Securities.

Um eins wurde bei der Hauptbühne Ecke Zieglergasse Westbahnstraße eröffnet. Vorher gab es noch einen literarischen Spazierugng, aber der ist an mir vorbeigegangen und der Platz vor dem Bücherschrank oder auf der anderen Seite ist normalerweise auch ein sehr schöner. Jetzt war da sozusagen zwischen den Schanigärten, die es sonstdort gibt, eine Art Käfig errichtet worden, in den man nur konnte, wenn man seine Daten angab.

Ohne ausfüllen draußen bleiben und sich genau gegenüber auf die Sesseln des “Berlin Döners” setzen, vor dem lange Schlangen standen. Das klappte auch solange, bis der Alfred aus einem anderen Lokal ein Bier und einen Aperol brachte, aber da hatte Bürgermeisterin Hebein und der Bezirksvorsteher schon eröffnet und die erste Lesung, wo Tarek Leitner und Peter Coeln ihr Buch “Hilde & Gretl” vorgestellt, wo es um ein Haus in Gars am Kamp ging, das die beiden nach den Tod der beiden Frauen gekauft hatten und dort eine ganze Sammlung von Schuhen, Bilder, Dokumenten, Engeln, etcetera, fanden.

Dann ging es zu H C Artmann und Gerhard Rühm beziehungsweise zum “Requiem viennense”, nämlich Rühm und Artmann-Texte vertont und auf Türkisch übersetzt.

Der siebente Bezirk ist ein mulikultureller und während es auf der Hauptbühne weiterging, bin ich mit dem Alfred die Zieglergasse wieder ein Stück hinunter, nämlich bis zum Literaturhaus gegangen, wo es denselben Schlauch vis a vis von der Neubauschenke, wo man Bowle und Sturm trinken konnte, was man ab Montag, glaube ich, auch nicht mehr darf, weil dann die Getränke und die Speisen nur mehr im Sitzen und nicht mehr im Barausschank konsumiert werden dürfen.

Heute war das noch möglich, ich habe Robert Huez begrüßt, der mir erklärte, daß man die Literaturhausveranstaltungen auch im Stream ansehen kann.

Fein, fein, aber ich bin ohnehin im Lesestreß und bin noch in die Lesung der Exil-Edition zurechtgekommen, habe da ich da noch Thomas Perle und Julia Rabinowich gehört, die ja auch beim “Exilpreis” begonnen hat, bevor sie berühmt geworden ist, gehört. Jetzt las sie statt, wie geplant aus ihrem “Spaltkopf” aus einem Kinderbuch in dem es um ein selbsbewußten Flüchtlingsmädchen geht und Julia Rabinowich drückte ihren Unmut darüber aus, daß Österreich keine Kindern aus Griechenland aufnehmen will, obwohl dort ja ein Flüchtingslager abgebrannt ist.

Da nach kam Ottwald John mit einer Marianne Fritz-Lesung, denn die 1948 in der Steiermark geborene und 2007 in Wien gestorbene Autorin, hat jahrelang, glaube ich, in der Schottenfeldgasse gelebt.

Es gibt inzwischen einen Marianne Fritz-Park und Ottwald John führte im Schnellverfahren durch das Werk derAusnahmekünstlerin, dann habe ich mit meiner Hauptschulfreundin Christa U., Ottwald John, Marianne Fritzs Lebensgefährten und noch einigen anderen im Garten der Neubauschenke noch einen Sturm getrunken, bevor ich die Zieglergasse wieder hochgegangen bin, wo der “Beschwerdechor” gerade die aktuellen Themen, wie Flüchtlingskrise und Ampelschaltung thematisierte.

Eigentlich hätte da schon der von Mieze Medusa moderierten Slam sein sollen. Der hat aber als Slamshow mit vier Slamers ewas später angefangen. Dann gabs eine Literaturtombola, wo Bücher verlost wurden, ich aber keines gewonnen habe, dafür wurde ich von Udo Kawasser angesprochen, der an einem anderen Ort eine Lesung hatte und der mich auch zu einer Literaturveranstaltung einlud.

Am Schluß gab es noch ein Konzert beziehungsweise eine Lesung aus Martin Peichls beiden Büchern, nämlich “Wie man Dinge repariert”, das auf dem letzten “Alpha” sowie auf der letzten Bloggerdebutshortlist gestanden hat, beziehungsweise aus seinem neuen Buch, das noch in meinem Badezimmer liegt und von mir gelesen werden muß.

Trotz Corona-Zeiten eine tolle Literaturveranstaltung mit guter Stimmung und Begegnungen, obwohl ich eigentlich wieder nach Niederhollerbrunn fahren haben wollen, wo Erich Hackl den “Kramer-Preis” bekommen hat.

Beppo Beyerls Klogeschichten

Beppo Beyerl, Richard Weihs

Beppo Beyerl, Richard Weihs

Heute hätte ich eigentlich zur Präsentation von Luis Stabauers neuem Buch “Brüchige Zeiten” gehen wollen und hatte mich auch schon dafür angemeldet, aber da man in Zeiten, wie diesen ja manchmal oder demnächst wahrscheinlich immer eine Maske braucht, habe ich mich wieder abgemeldet und war dann, als ich schon “Scheiße, keine Veranstaltungen, mehr!”, denken wollte, sehr froh über Richard Weihs Newsletter, der mich auch zu einer Buchpräsentation, nämlich zu Beppo Beiersl “Wiener Klosettbrevier”, ins Weinhaus Sittl einlud und dort braucht man, weil ja ein Lokal, keine Maske und den 1955 in Hadersdorf- Weidlingau geborenen habe ich ja erst am Sonntag im Little Stage, mein literarisches Leben scheint sich zunehmend in Wirthäusern statt im Literaturhaus, “Alte Schmiede” und “Gesellschaft” zu verlegen, gesehen, als dort Armin Baumgartner, den literarischen Sonntag wieder auferstehen ließ, ich kenne Beppo Beyerl schon lange, weiß gar nicht, wo und wann ich ihn kennengelernt habe, war jedenfalls bei einigen Lesungen, habe auch schon einige Bücher von ihm gefunden und die “Bekundungen Betrachtungen Benutzungen” über den Klogang sind bei “Löcker” erschienen.

Der Verleger machte die Einleitung und Begrüßung, Richard Weihs sang und spielte auf verschiedenen Instrumenten Klolieder und ein ganzes Buch über den Klogang ist wahrscheinlich sowohl interessant, als auch ungewöhnlich.

Ich weiß gar nicht, ob es so unbedingt literarisch ist, lehrreich ist es auf jedenfall und Beppo Beyerl hat auch einige Stücke daraus gelesen und immer wieder auch was dazu erzählt.

Beppo Beyerl, Richard Weihs

Beppo Beyerl, Richard Weihs

So begann es mit der “Metaphisik – leider braucht man einen Überbau” und führte dann zu den Geschichterln, wo ein Türke einmal auf einen Ball mit Bonbons erschien, diese wurden ihm von seiner Kleidung entrissen, leider enthielten sie alle Abführpulver, so daß die Klos dann sehr besetzt waren und die feinen Damen in den feinen Ballkleidern sich mehr oder weniger angackten.

Es ging dann zu den Kindheitserinnerungen, die aus dem Pumpsklo, der Großmutter in Hadersdorf Weidlingau bestanden, später ist Peppo Beyerl dann in eine Basenawohnung gezogen, wo er sich das Gangklo mit dem großen Schlüßel mit einer alten Dame teilte und solche Erfahrungen hatte ich auch in meiner Studentenwohnung in der Otto Bauergasse und am Schluß gab es noch Auszüge aus dem “Klo ABC”, das dann, wie Beppo Beyerl noch erwähnte, nicht so unbedingt nur Wienerisch war.

Interessant, interessant, das Stabauer-Buch werde ich wahrscheinlich zugeschickt bekommen und am Rückweg ging es schon durch die “Kühle Meile Zieglergasse”, wo morgen auch ein großes Literaturfest stattfinden wird.

Man sieht der Literatur kommt man trotz einer vielleicht orangen Ampelschaltung nicht aus und darüber könnte man ja auch einen Text schreiben.

Aus der Zuckerfabrik

Jetzt kommt schon oder erst Buch fünf der heurigen deutschen Buchpreisliste, Dorothee Elmigers Recherchetagebuch “Aus der Zuckerfabrik” und ich kenne die 1985 Schweizer Schriftsttellerin, die am Schweizer Literaturinstitut studierte, seit 2010, weil sie mit einem Auszug aus den “Waghalsigen” in Klagenfurt gelesen hat.

Sie hat das Buch, das ich gelesen habe, in der Hauptbücherei präsentiert, hat den “Fried-Preis” bekommen und nun ein sehr poetisches Buch geschrieben, das schön zu lesen, aber schwer zu verstehen ist und man dazu, glaube ich, eine große Portion Konzentration benötigt, um mitzukommen.

Worum geht es?

Am Buchrücken, wo es leider keine Biografie zu lesen gibt, steht “Dorothee Elmiger folgt den Spuren des Geldes und des Verlangens durch die Jahrhunderte und die Weltgegenden. Sie entwirft Biografien von Mstikerierinnen, unersättlichen Spielern, Orgiastinnen und Kolonialisten, protokolliert Träume und Fälle von Ekstase und Wahnsinn. “Aus der Zuckerfabrik” ist die Geschichte einer Recherche, ein Journal voller, Beobachtungen, Befragungen und Ermittlungen.”

Das ist schon einiges, für eine Realistin, die sich gerne am Handlungsfaden fortbewegt, aber sehr wenig. Es gibt Abschnitte oder Kapitel, die schöne Namen , wie beispielsweise “Plaisier” tragen und dann springt die Ich-Erzählerin, die Schriftstellerin ist, es ist ja ein Tagebuch, lustig hin und her und erinnert in ihrer Schreibweise an die große Friederike Mairöcker, heißt es da doch öfter “Sagte ich zu A”, etcetera.

Daß es um die Geschichte des ersten Schweizer Lottomillionärs geht, beschreibt Dorothee Elmiger in einem Filmchen, das der “Buchpreis” über sie drehte, es geht aber auch um, die Eßstörung einer Ellen West die vom Schweizer psichiater Binswanger in einem Buch beschrieben wurde.

Es geht überhaupt viel um Literatur, Marie Luise kaschnitz wird erwähnt, der “Radetzkmarsch”, aber auch, daß die Autorin sich während ihrer Recherche in Leipzig und Berlin aufhielt, aber auch die Werke eines E. G. Wakefields, der in einem Buch beschreibt, wie Kinder im neunzehnten Jahrhundert kriminell gemacht wurden.

Um Zucker geht es natürlich auch, um das Zucker essen, Zuckerrohr und Zuckerplantagen, wobei wir wieder bei der Sklaverei wären. Dorothee Elmiger war in Amerika, aber auch im Max Frisch-Archiv, denen “Montauk” spielt eine Rolle und dann geht es um die Frage, ob man einfach so Erzählen oder Erfinden, füge ich hinzu, kann, wenn einem das Alltagleben, das man ja draußen haben will, denn der Text hat ja, wie ich immer höre, ganz selbstverständlich nichts mit dem Autor zu tun, auch wenn ich den dann eins zu eins in der Biografie wiederfinde, dann liegt es an mir, wenn ich das glaube und es taucht auch ein Lektor auf, der sagt, wenn die Recherchen erst einmal veröffentlicht sind, müssen wir “Roman” darauf schreiben.

Da bin ich nicht ganz sicher, ob das nicht vielleicht doch ironisch gemeint ist, es steht auch nicht darauf, aber der “Deutsche Buchpreis” ist einer, der den Roman des Jahres sucht, also dürfte Dorothee Elminger poetisches Herumschwadronieren, wie auch einige andere Bücher, nicht darauf stehen, tut es aber.

Es folgen Textstellen über dieses Lottomillionär W. Bruni, der sein Glück Ende der Neunzehnhundersiebzigerjahre machte, sich dann laut “Spiegel” einen Lamborghini kaufte, damit einige Urlaubsreisen machte und schließlich in die Karibik fuhr. In den Achtzigerjahen ging er dann in konkurs, sein Besitz wurde versteigert und Dorothee Elmiger fragt sich immer wieder, wie weit die Sprache die Wirklichkeit erfassen kann und ob die Erinnerung nicht trügt?

Man kann sich auch fragen wohin das Recherchetagebuch führt und wozu es angelegt wurde? Um einen Roman über den Lottokönnig zu schreiben?, wie es die realistischen Autoren wahrscheinlich machen. Dazu funken wahrscheinlich zuviele Assoziationen hinein und am Ende bleibt ein sowohl sprachlich schöner, als auch verwirrender und viel Konzentration erfordender Text, die man in Zeiten, wie diesen vielleicht gar nicht hat, zurück.

Es gibt am Schluß die Belege für die Zitate und das von Elmiger verwendete Textmaterial und ich würde mir die Frage nach dem Titel, damit beantwortet, daß das die Werkstatt für Elmigers Elmigers Textassoziationen ist, die zeigen, was im Kopf eines Schriftstellers vorgeht und, wie man zu dem Resultat seiner Recherchen kommen kann.

Pax

Jetzt kommt das zweite “Wagenbach-Quartbuch”, das ich schon länger in meinem E-Book Folder habe, nämlich “Pax” von der 1980 geborenen Eva Roman, die auch das Leipziger Literaturinstitut absolvierte und schon früher einen Roman bei “Wagenbach” herausgebracht hat.

“Pax” ist sowohl eine Coming of age, als auch eine Coming out Geschichte und erzählt auf mehreren Ebenen, beziehungsweise mehrere Thematiken dabei anschneidend, das Aufwachsen des kleinen Pax, seine Tante nennt ihn Max in einer Kleinstadt, bei der schon erwähnten Tante Beatrix, die eine etwas schrullige Person ist, in einem Kaufladen arbeitet, in die Kirche aber auch einmal auf eine Demonstration geht, die dann aber “Umzug” nennt und öfter krank ist, weil er seine Eltern früh veroren hat.

Die sind mit seinem Bruder von einer Afrikareise nicht zurückgekommen. Im Beschreibungstext steht noch etwas von Schuld und Schämen und dann geht es auch, um eine gewisse emotionale Abhängikeit zwischen Neffen und Tante, es gibt eine Oma, die ständig kocht, eine Leni mit der er spielt aber dann kommen schon die schwulen Freunde oder das Umgehen mit ihnen.

Zuerst spielt Pax, als die Tante ihm das endlich erlaubt, Fußball, gerät dabei aber in eine Auseinandersetzung, als er als “Schwuchtel” gehänselt wird, dann schließt er sich in seiner Schule einer Filmgruppe an.

Er möchte gerne Filmer werden, die Tante meint aber er soll was Anständiges machen, so macht er zunächst ein Praktikum in einem Altenheim, lernt da eine alte Dame kennen, die er weiter besucht und gerät dann in eine Bank.

Es gibt eine Wohnung zu vermieten, die vermietet er an seinen Freund und muß das dann der Tante beibringen, die ihm immer nach Mädchen fragt, die aber gar nicht so entsetzt darauf reagiert und am Schluß reist Leni mit einem Wohnwagen durch die Welt.

Alles sicher interessant, aber wahrscheinlich nicht so neu, vielleicht die Art Romane, die man in den Literaturinstituten, als Abschlußarbeit einreichen muß.

Spannend sicherlich, eine mir bisher unbekannt gebliebene Autorin kennengelernt zu haben.

Wiederauferstehung des literarischen Sonntags

Armin Baumgartner

Armin Baumgartner

Jörg Piringer

Jörg Piringer

Der literarische Sonntag war eine von Armin Baumgartner inititierte Veranstaltung, die es von 1999 bis 2004 im Little Stage, einem Lokal in der Rampersdorffergasse gegeben hat.

Das Lesetheater hatte dort bald seine Veranstaltungenu und so hatte ich 2000 wahrscheinlich dort meine lesetheaterveranstaltung, wo sechs Leute, glaube ich, Texte von mir gelesen haben.

Brunis “Golem Now” wurde dort aufgeführt, wir waren dann noch bei einigen Veranstaltungen. Das Lokal hat auch seinen Leseraum erweitert, Bodgan Bogdanovic hat sein Buch vorgestellt, Armin Baumgartner,glaube ich, Jonke interpretiert und als ich ihm dann fragte, ob ich wieder lesen kann, hatte ich, glaube ich, schon einen Termin, aber den literarischen Sonntag gab es dann nicht mehr und heute, wo ich ja fast verzweifelt, nein so arg ist es nicht, aber doch mit ein bißchen Wehmut nach Veranstaltungen suche, die ich ohne Maske besuchen kann, um nicht zur Gänze vom Literarturbetrieb, der mir ja doch sehr wichtig und ein Teil meines bisherigen lebens war, wegzukommen, hat der Alfred mir ein Mail geschickt, denn Armin Baumgartner hat auf Facebook bekanntgegeben, daß es am Sonntag um zwanzig Uhr eine kleine Auferstehung dees literarischen Sonntag mit einer Plakataussteillungen und Lesungen von ihm, Rudolf Kraus, Jörg Piringer und den mir bisher eher unbekannten Bruno Pisek geben würde und ich kann meinen Lesern eine weitere literarische Veranstaltung bekanntgeben, die ich besucht habe, denn Maske und Registrierungsapp beziehungsweise personalisierte Zählkarten, woran meine “Alten Schmiede” Besuche scheitern werden, brauchte es hier nicht, Armin Baumgartner betonte aber, daß er das Reload absichtlich nicht sehr bekanntgegeben hat, um eine Massenveranstaltung zu verhindern.

Das war es dann auch nicht, sondern viel Platz im Lesezimmer, ich glaube mich zu erinnern, daß es dort, als ich das letzte Mal da war, Bänke gegeben hat.

Bruno Pisek

Bruno Pisek

Armin Baumgartner. Rudolf Kraus

Armin Baumgartner. Rudolf Kraus

Jetzt gab es Tische, Beppo Baerl war da und noch einige andere mir unbekannte personen und Jörg Piringer der experimentelle digitale Performer, der heuer beim “Bachmnnpreis” gelesen hat, begann dann auch mit einem Text, der “Ich möchte ein Buch schreiben” hieß und sich immer wieder mit diesem Anfangssatz wiederholte und er bekannte dann, daß nicht er, sondern, die Maschine, den Text geschrieben hat, was natürlich Urheberfragen oder, die wieviel muß man seinen Text selber schreiben, um noch als Literatur zu gelten aufwies, die aber nicht thematisiert wurden.

Der 1962 geborene im Bereich Kunst und Medien vielseitig schaffender Bruno Pisek, wie es bei “Google” so schön heißt, stieß dann in die selbe Kerbe oder auch nicht, denn er brachte keinen Computer auf das Podium, sondern ein großes Buch und einige Leselampen, seine Texte, die er wahrscheinlich selbst geschrieben hat, waren aber ähnlich experimentell und am Schluß trat der 1968 in neunkrichen geborene Armin Baumgartner, der inzwischen GAV- Mitglied ist und schon einige Preise bekommen hat, gemeinsam mit dem 1961 geborenen ehemaligen Bibliothekar Rudolf K2raus als Duo auf, denn sie hatte zu bestimmten Themen wie “Nacht”, “Macht etcetera,je einen Text geschrieben.

Es gibt also trotz Corona und gelber Ampelwelle abseits der üblichen Literaturpfade trotzdem Veranstaltungen und die sind wahrscheinlich gar nicht so wenige, denn es drängt die Künstler wahrscheinlich sich zu äußern und zu verdienen und so bin ich gespannt, wie es im “Literaturgefluster” weitergeht mit der maskenlosen Literatur und zu lesen habe ich inzwischen auch sehr viel und komme nach wie vor damit ja nur eher langsam voran.