Familie der geflügelten Tiger

Neben der 1988 in Greifwald geborenen Nele Pollatschek und der 1985 im Pongau geborenen Birgit Birnbacher ist Paula  Fürstenberg 1987 geboren und in Potsdam geboren, die dritte unter Dreißigjährige deren Debutroman ich jetzt gelesen habe.

Über das Leben in Potsdam im Sommer 1985 konnte man ja auf der Shortlist des dBp nachlesen und Paula Fürstenberg beschäftigt sich mit der berühmten Frage “Vater was hast du im Krieg getan?”, in der DDR-Variante.

Da ist nämlich Johanna, wie ihre Autorin Geburtsjahr 1987, die Mutter Astrid, die zufälligerweise so, wie die Mutter von Nele Pollatscheks Protagonistin heißt, ist Tierärztin, hat aber nach der Wende den Anschluß nicht gefunden, sondern hat eine Halbtagsstelle als Tierpflegerin. So nimmt sie in der Uckermark, wo sie lebt, sämtliche Igel, Hasen, etcetera, die sie auf der Straße findet in Pflege und die Tochter haut  ab und geht nach Berlin, nicht zu studieren, sondern, um sich dort zur Straßenbahnfahrerin ausbilden zu lassen, was für die Mutter ein Schock ist.

Es passiert aber noch etwas in Johannas Leben, sie bekommt nämlich einen Anruf ihres Vaters Jens, der die Famalie am 4. Oktober 1989, also kurz vorder Wende und dem Mauerfall verlassen und nie mehr etwas von sich hören hat lassen.

Jetzt liegt er im Krankenhaus, das genau vor dem Stückchen Mauer liegt, das es noch gibt und an das Johanna mit ihrem Ausbildner Rainer mit ihrer Straßenbahn vorüber fährt, sie besucht den Vater, der noch eine andere Tochter, Antonia, aus einer anderen Beziehung hat und beginnt sich mit dessen Vergangenheit zu beschäftigten.

Nur leider hat sie Pech, hat doch der Vater, der sich in der Endphase seines Krebs befindet, gerade die Sprache verloren und kann der Tochter nicht mehr Auskunft geben.

So tut sie das, was wir alle wohl in dieser Situation machen, sie beginnt nachzuforschen und, als das nicht so einfach geht, weil ihr alle eine andere Version der Geschichte erzählen und man in die Stasiakten nur selbst Einsicht nehmen kann und als sie versucht, die Unterschirft von Jens zu erzwingen, kommt die Mutter, haut ihr fast eine herunter und zerreißt das Antragsformular. So kauft sie sich am Flohmarkt eine alte Schreibmaschine und beginnt selbst die Stasiakten zu schreiben und hat da bald mehrere Versionen, denn Jens könnte am 4. 10 in den Westen abgehauen, verhaftet worden und noch vieles anderes sein.

Zu Auskunftszwecken schläft sie ein paar Tagen bei Antonio, schneidet Hilde, Jens Mutter die Nägel und erschrickt fürchterlich, als sie mit ihrer Straßenbahn am Zoo vorüberfährt und dort die Mutter mit Rainer hineingehen sieht. Sie verläßt unerlaubter Weise, die Straßenbahn und schleicht den beiden nach und als jens dann noch stribt, ist die Geschichte zu Ende. Sie kann nur noch die Unre besorgen und alles andere der Phantasie überlassen.

So ist es doch mit den Geschichten der Vergangenheit. Jeder hat seine eigene Version und so spielt auch noch Honeckers persönliche Krankengymnasiastin darin eine Rolle, bis es ein paar Jahre später wieder eine Wende gibt und nun auch Angehörige in die Akten Einsicht nehmen dürfen. Johanna stellt den Antrag, zerreißt dann aber, als die Antwort kommt den Brief, denn so ganz genau will sie es jetzt gar nicht mehr wissen.

Ein interessantes Buch und wieder eine andere Variante eines Debutromans, neben den hochpoetischen und sehr skuril phantasievollen, gibt es auch flott vor sich hinerzählte, von einer jungen Frau, die Stipendiatin am “Literarischen Colloquium” war und ach ja, was das ganze mit einem geflügelten Tiger zu tun hat?

Johanna ist auch Landkartensammlerin und in denen der DDR damals war die Westgrenze falsch eingeziechnet, so daß die Flüchtlinge sich schon dort glaubten, als gerade die Grenzposten auf sie zumarschiert kamen und im Mittelalter zeichneten die Mönchen Phantasietiere an die Leerstellen und da Johanna aus welchen Gründen nun auch immer, vaterlos aufgewachsen ist, bezeichnet sie ihre Familie, als die der geflügelten Tiger.

Schreibgruppe und Adventbeginn

Unsere Schreibgruppe, die von Ruth Aspöck, Robert Eglhofer und Ingeborg Reisner 2013 gegründet wurde, dümpelt seit sie im Sommer von Peter Czak, der sie nach der Lesung weiter organisierte, aufgelöst wurde, so dahin.

Im September und Oktober haben wir uns mit Doris Kloimstein, der Ruth, Klaus Khittl, dem Robert und jeweils einer weiteren Person weitergetroffen.

Im November rief mich zuerst Doris Kloimstein an und sagte, daß sie krank sei, danach Robert, der auch nicht kommen wollte und ich wollte ja eigenlich zum Pup n pub ins “Siebenstern“, so daß ich die Gruppe absagte und diesmal bekam ich am Montag einen Anruf vom Robert, daß er und Doris Kloimstein nicht kommen und ich dem Wirt absagen soll, aber da habe ich mich mit Klaus Khittl, der mir ja für mein “Berührungen-Mimikry-Spiel”, einen Text geschrieben hat, halb verabredet, daß ich ich ihm das versprochene Buch in die nächste Gruppe bringen will und er hat “Fein!”, geantwortet, so daß ich dem Robert mailte, ich gehe auf jeden Fall hin und warte mit dem Ausmachen der weiteren Termine vorläufig ab, weil ich sie ja nicht jedesmal absagen will.

Gestern habe ich dann die Ruth auf dem Weg in die “Alte Schmiede” getroffen, fragte sie, ob sie kommt und sie antwortete, sie hätte sich mit Ingeborg Reisner verabredet.

Fein, vielleicht wird noch was aus dem Treffen, das ich mir eigentlich schon abgeschminkt hatte, mir dann aber einfiel, daß ich ja, als Thema “Bibliothek” nehmen könnte und da vielleicht eine Vorstudie zu meinem nächsten Projekt, daß ja, um eine Frau namens Dorothea Wewerka gehen soll, die in einer Bibliothek wohnt.

Wir waren dann zu dritt, Ruth, Klaus Khittl und ich und haben lange über die Rolle der Literatur geredet, bis wir dann doch zu schreiben anfingen und das war diesmal, im Gegensatz zu den letzten zwei Malen, auch noch sehr intensiv, schlug Klaus Khittl doch vor, daß wir intensiver über die jeweiligen Texte diskutieren und jeder etwas Positives und was Negatives dazu sagen solle und das haben wir bisher eher nicht getan, sondern vorgelesen “Schön oder toll!”, gesagt und dann von etwas anderem zu reden begonnen. Was mir eigentlich sehr recht war, denn meine Erfahrungen vom “Arbeitskreis schreibender Frauen” waren nicht so, als daß ich, die dort geübte Kritik, als konstruktiv empfunden hätte und in der Schreibgruppe der Gewerkschaft in der ich einige Zeit war, wurde auch nichts dazu gesagt, was ich als sehr angenehm empfand. Aber man lernt nur durch Feedback, da hat Klaus Khittl schon recht und so empfindlich bin ich nach vierzigt Jahren Schreiberfahrung auch nicht mehr und weiß ohnehin, was stimmt oder nicht, also habe ich zu meinem Erstaunen gesagt, ja machen wir das so!

Von Klaus Khittl kam dann der schöne Satz “Zur Bibliothek fallen mir nur Bücher ein”, er ist ja ein Sätzeschreiber und was soll man da positiv und negativ sagen?

Positiv, der Satz ist schön und  ich hätte ihn auch gern in meinem Text, zum negativen, er ist kein Text und die Ruth brachte wieder, was in der Gruppe ja oft geschrieben wird, eine Art Essay zu ihren Büchererfahrungen, mit einer überraschenen Wende, daß sie sie nach ihrem Tod verschenken will, worüber wir dann sehr lange diskutierten und ich habe wieder einen sehr langen Text geschrieben, den ich dann nicht recht lesen konnte und wo ich sicher noch zwei, dreimal drüberfahren hätte müßen, daß er einigermaßen zum Diskutieren wäre.

Es wurde aber dann sehr lang darüber geredet, ob man sich zum Kaffe oder aufs Klo begeben kann oder ob das zu überhöht, beziehungsweise schon eine ironische Brechung ist?

Sehr interessant und ich habe viel gelernt, denn eigentlich weiß ich ja noch nicht wirklich, was und worüber ich schreiben will.

Über die Begegnung mit den Büchern oder doch über Dorotheas soziale Situation? Der Satz mit dem “Bibliotheksgespenst” ist schon aufgetaucht und eigentlich könnte  Dorothea auch woanders wohnen und eine Oberschicht oder bürgerliche Vergangenheit haben, also nicht nur eine ganz arme Frau sein.

Eine intensive kleine Schreibgruppe zum Adventbeginn und über den will ich ja auch schreiben.

Der Dezember ist ja auf meinem Blog immer eine Art Adventkalender, da hat bei mir schon Tradition, aber diesmal kommt mir vor, ist der Dezember bei mir schaumbegrenzt und wir wissen ja auch noch nicht wirklich, ob wir heuer einen Krampus oder einen Nikolo bekommen und den vielleicht auch noch zu Ostern mit einem Osterhasen wiederholen müßen.

Die Weihnachtsdekorationen sind aber schon hergeholt und am letzten Samstag, dem ersten Advent, waren wir auch  Punschtrinken in Nußdorf an der Traisen, der Adventkalender für die Anna ist gekauft und werde, nachdem ich im September meine Leseliste entrümpelt habe und jetzt trotzdem noch zu viel draufstehen habe, heuer wahrscheinlich  nur ein Weihnachtsbuch lesen, nämlich “Weihnachten im Weltall” von meinem Kritiker Uli und das Adventwandern am Montag werde ich auch auslassen, weil es da im Literaturmuseum eineVeranstaltung über Ilse Aichinger und in der “Alten Schmiede” wieder ein “DichtFest” gibt.

Auf meinen Blog will ich Weihnachten aber nicht auslassen, denn da gibt es ja einen Adventkalender, nämich die “Nika, Weihnachtsfrau” und da ich diesbezüglich sehr fleißig war, kann ich  schon einige Fenster präsentieren.

Daie Idee dazu ist mir ja schon 2013 bei den “Dreizehn Kapitel” gekommen” und dann habe ich schon zwei Fenster in den Dezember gestellt. Vor zwei Jahren, habe ich glaube ich, in der Schreibgruppe dazu eine Krampusgeschichte geschrieben und im Vorjahr eine andere zum Thema “Dämonen”, eine Szene in einer anderen Perspektive, aus der des alten Lehrers mit Parkinson, der eine Einkaufshilfe in der kleinen Jessica findet.

Zum fünften, achtzehnten und fünfundzwanzigsten  Dezember gibt es schon ein Fenster, aber die werde ich erst dann verlinken, jetzt genügt die Website, denn da gibt es ja den Beginn, als Leseproben.

Und für alle die sich nicht auskennen, die Nika Horvath, eine Germanistikstudentin verdingt sich im Dezember bei einem Kaufhaus auf der Mariahilferstraße als Weihnachtsfrau,  Fatma Challaki und ein afghanischer Flüchtling namens Hasan kommen vor, Nika findet ihre große Liebe, ihre Schwester bekommt ein Kind von einem Mann den sie nicht will und ihre Lebenspartnerin einen Toten in ihrer Praxis und das ganze wird wie ein Adventkalender von Tag zu Tag erzählt.

Meine Leser können sich von den Schnäppchen überraaschen lassen, wenn es sich ergibt, stelle ich auch ein neues Fenster ein, aber das Programm ist wahrscheinlich sehr dicht, habe ich ja noch einige andere Bücher zu lesen, wenn ich zumindest die Rezensionsexemplare auf meiner Leseliste schaffen und vielleicht doch noch zu der einen oder anderen Vicki  Baum kommen willl und man kann das Buch natürlich auch als Ganzes lesen, das ich vorigen Jahr im November während des Nanwowrimos geschreiben habe und jetzt, da wir ja keine Willkommenskultur mehr haben, auch nicht mehr so aktuell ist oder doch vielleicht und vielleicht auch interessant zu lesen, also werde ich im Dezember öfter auf meine “Weihnachtsfrau” hinweisen, lade herzlich zum lesen ein und schaue was sonst noch passiert.

Abgesehen vom Punschtrinken und Vanillekipferlessen, gilt es ja auch noch den “Kroatienroman” fertig zu korrigieren und das ist ja eine Sommer oder Frühlingsgeschichte und vielleicht fällt mir dann auch etwas zu meiner Bibliotheksbewohnerin ein.

Es gibt aber auch die “Auge-Weihnachtssfeier”, am Freitagabend und was das Netz betrifft den bewährten Adventkalender vom “Literaturcafe” und “Aufbau” heuer einen  mit der Weihnachtsgans Hermine, wo man, glaube ich, auch etwas gewinnen kann.

Elisabeth Reichart in der Alten Schmiede

Heute sollte es in der “Alten Schmiede” die Präsentation von zwei Herbstneuerscheinungen geben, nämlich Evelyn Schlags “Yemen Cafe” und Elisabeth Reichards “Frühstück bei Fortuna”, die beide an den Buchpreislisten vorbeigegangen sind.

“Interessant!”, habe ich gedacht und war sehr in Eile, nämlich eine Menge Stunden und dann sollte ich auch die Abrechnung machen, was an sichgegangen wäre, wenn der Computer nicht so lahm gewesen und so vieles nicht funktioniert hätte.

Dann ist die sechs Uhr Klientin aber wieder so pünktlich gekommen, daß es sich fast ausgegangen wäre, pünktlich zu kommen, weil ich die unfertige Abrechnung liegen gelassen habe.

Also zehn nach sieben in die “Alte Schmiede” gehuscht und gewundert, daß in der Zeitschriftengalerie nur ein paar Leute und der Saal leer und als ich in den Keller hinuntergehen wollte, hat mir Annalena Stabauer nachgerufen, die Schlag Veranstaltung fällt aus, weil die2 Autorin krank.

“Fein!”, habe ich gedacht, was mache ich jetzt in der Stunde, im Zeitschriftensaal herumsitzen ist auch nicht gerade lustig, aber wenn ich nach Hause gehe, komme ich auch nicht zum Abrechnen, weil die nächste Veranstaltung ja schon um halb neun beginnt.

Dann ist mir, als ich mich in Richtung Praxis aufmachte, Ruth Aspöck in den Weg gelaufen und wir haben die Zeit genützt im “Alt Wien” ein Achterl zu trinken und die Ruth hat bei einem Schweizer Gast eifrig Werbung für die “Alte Schmiede” gemacht.

Johannes Tröndle einer der Assistenten, der glaube ich, auch GAV-Mitglied ist, hat die 1953 in OÖ geborene Autorin, die mit “Februarschatten” bekannt geworden ist, vorgestellt.

“Die unsichtbare Fotografin” habe ich gelesen, ein paar anderer ihrer Bücher stapeln sich, glaube ich, in meinen Regalen und in “Frühstück bei Fortuna geht es um die Naturwissenschaft, beziehungsweise, um die Lieben einer Genetikerin oder Stammzellenforscherin, die aus dem Wissenschaftsbetrieb ausgestiegen ist und nun die Zellen retten will.

Das klingt ein wenig abstrakt, Elisabeth Reichart hat aber sehr begeistert von der Lieben zu den Zellen gesprochen und dann auch sehr betont einige Stellen aus dem Buch gelesen.

Es gibt auch einen Mann, der in die namenlose Heldin verliebt ist und einen anderen, mit denen sie in ihrer Jugend in Höhlen klettert und die Flüchtlingsströme, die im vorigen Sommer über die Autobahn wanderten, erkannte sie auch an ihrer Zellen.

Das geht vielleicht ein bißchen in den esoterischen Bereich und die Wissenschaftler sind meistens nüchterner und Elisabeth Reichart antwortete Johannes Tröndle in der Dikussion auch die Frage, wie sie für das Buch recherchiert hat. sie ist ins AKH gegangen, hat eine halbe Bibliothek gelesen und lange an dem Buch gearbeitet, weil sie schon immer mal ein solches schreiben wollte.

Nachher gab es überraschend Wein und Brötchen, also auch einige Gespräche, ich habe mich intensiv mit einer Literaturwissenschaftlerin unterhalten, Michael Hammerschmid, Gerhard Jaschke, Julia Danielczyck und andere waren da und die Ruth sagte mir, was ich in meinem radiolosen Harlander Wochenende nicht mitbekommen habe, daß Fidel Castro gestorben ist.

 

Fieberkopf mit Analyse

“Ein kleines Symposium”, nannte Kurt Neumann die heutige Doppelveranstaltung in der “Alten Schmiede”.

Zuerst eine “Stunde der literarischen Erleuchtung”, in der sich Herbert J. Wimmer stehend, damit er sich nicht vor Lache krümmte, mit Wolfgang Bauers Roman in Briefen “Fieberkopf” beschäftigte und dann kam der1960 geborene “Wartholz-Preisträger” Christian Steinbacher, der sich in seinem “Klever Buch” “Kollegiales Winken-Gebrauchs- und Gelegenheitstexten” unter anderem mit dem “Fieberkopf” beschäftigte und der, in den Sechzigerjahren erschienen, ist ein, wie es Christl Greller nannte, normal beginnendes und sich dann ins Surreale stieigerndes Werk.

Da schreiben sich zwei Männer, Heinz  und Frank von Graz nach Villach Briefe und überkreuzen sich dabei. Sie erzählen Alltägliches und fragen dabei immer wieder nach einem Thermometer, den der eine kaufte.

Vom Thermometer ist es zum Fieber nicht weit und im achtundzwanzigsten Brief sind wir auf einmal in Neuseeland aber auch in einem Iglu, Hubert Fabian Kulterer und Max Ricobona, zwei reale Kulturgestalten, kommen vor. Aber auch zwei sich kopulierende Lokomotive,  eine Frau, die die Farben wechselt, ein Kapktän, der zwei Körper, aber nur ein Hirn hat und so weiter und so fort.

Christian Steinbacher sollte es nach der Pause einen Ulk nennen und auch auf das frische erschienene “Feribord” Nummer 24 hinweisen, in dem von ihm ebenfalls Ulkgedichte erschienen sind und trug dann seine Analyse in einer wahren Performance vor.

Sehr viel Prominenz im Publikum, Marie Therese Kerschbaumer beispielsweise, Gerhard Jaschke, etcetera, etcetera und auch einige Leute, die sich den Band der “Droschl-Werkausgabe kauften, um diesen fulminanten Ulk oder Kunstwerk nachzulesen.

Wendelin Schmidt-Dengler hat das Nachwort dazugeschrieben und Herbert J. Wimmer erzählte die Geschichte, daß der damalige Bauer Verleger Wolfgang Bauer nach Frankfurt berief und ihn einige Zeitlang einsperrte, damit er seinen fulminenten Roman zu Ende schrieb, nun das ist ihm gelungen, der “Residenz Verlag” soll mit H. C.Artmann einmal etwas Ähnliches gemacht haben und nun haben wir zwei experimentelle Bücher, mit denen man das Werk, sowie die entsprechende Analyse nachlesen kann, aber ich habe ja immer noch ein Buch von Chritian Steinbacher, das ich einmal auf dem Bücherturm der “Literatur im März Veranstaltungen” fand und noch nicht gelesen habe und Wolfgang Bauer,  1941-2005, habe ich, lang lang ists her, einige Male bei “Rund um die Burg” aber auch bei anderen Gelegenheiten gehört.

Zum zweiten Mal in diesem Jahr Wildganspreis

Der “Wildganspreis”, nach dem österreichischen Dichter Anton Wildgans, 1881-1932 “Ich bin ich ein Kind der Stadt, die Leute meinen und spotten leichthin über einen, daß solch ein Stadtkind keine Heimat hat…”, vergeben von der österreichischen Industriellenvereinigungen, an einen jüngeren oder mittleren österreichischen Autor, der ein vielversprechendes literarisches Werk anzubieten hat, ist einer der rnomiertesten österreichischen Literaturpreise.

Für mich hat er jedenfalls einen vielversprechenden Namen, ich würde ihn gerne bekommen und habe ihn in “Lore und Lena”, Paul Weber zugedacht, seit einigen Jahren, seit Arno Geiger den Preis bekommen hat, bekomme ich, durch Barbara Neuwirth vermittelt, eine diesbezügliche Einladung.

Es ist immer eine sehr schöne Veranstaltung mit Musik, einer meist von Barbara Neuwirth gehalten Laudatio, Marianne Gruber und ein älterer Herr sind noch in derJury, einer Dankesrede des jeweiligen Autors und nachher stürzen sich alle gierig auf die Brötchen und die Petit Fours, die herumgereicht werden.

Daß, die Preise für das vorige und nicht das jeweilige Jahr vergeben wurden, habe ich so en passant mitbekommen und mich ein bißchen, nicht sehr, darüber gewundert, aber heuer, kurz nach der Bundespräsidentenwahl, die ja am Sonntag wiederholt wird und bevor wir nach Kroatien fuhren hat es schon eine Preisverleihung für das Jahr 2015 an Erich Hackl gegeben, im Mai, während die bisherigen Veranstaltungen immer im Herbst waren und heute wieder eine Preisverlehung an Margit Schreiner für 2016.

Die Industriellenvereinigung hat die Verzögerung, die sich irgenwann eingeschlichen hat, aufgeholt und Margit Schreiner is,t wie Erich Hackl und ich selbst, eine 1953 geborene Autorin, also nicht mehr ganz so jung, sie hat aber  ein impossantes Werk aufzuweisen, wie Barbara Neuwirth in ihtrer Laudation ausführlich erwähnte.

Ihr berümtester Roman ist wohl “Haus Frauen Sex”, den ich heuer gelesen habe, als wir in Salzburg waren und Margit Schreiner ist in Linz geboren, hat  einige Zeit in Saluburg, aber auch in Paris und Toiko gelebt und lebt jetzt wieder in Linz, wenn ich mich nicht irre und nichts durcheinanderbringe.

Ihr Roman “Nackte Väter”, wo es um ihren an Alzheimer erkrankten Vater geht, habe ich, glaube ich, einmal vom Alfred bekommen, aber noch nicht gelesen. Er war aber auch in der Grundbuchveranstaltung der “Alten Schmiede”, die ich aus irgendweinen Grund versäumt habe, wahrscheinlich hatte ich eine Klientenstunde, die ich nichtverschieben konnte und Barbara Neuwirt erwähnte in ihrer ausführlichen Laudatio noch, daß Margit Schreiner sehr viel über sich und ihre Themen, beispielsweise neben dem dementen Vater, auch über ihre alleinerzogene Tochter schreiben würde.

“Zu neunundneunzig Prozent erfunden, zu neunundneunzig Prozent wahr”, hat sie einmal in einem Text über sich in der oberösterreichischen Zeitschrift “Die Rampe” geschrieben.

Das könnte auch von mir sein, obwohl ich da ja immer sage, es ist alles autobipografisch und alles gleichzeitig nicht.

Ich kann mich an eine “Podiumsveranstaltung” in der “Alten Schmiede”, eine Diskussion mit Christa Nebenführ erinnern, wo es wahrscheinlich um ihr Buch “Haus Friedens Bruch” gegangen ist und in der Anthologie “Zwischen Schreiben und Lesen” die zu dieser “Literaturenquette” herausgekommen ist, hatte sie auch einen Beitrag.

Eine sehr interessante Autorin also, die da heute geehert wurde.

Es gab einen Tisch mit ihren Büchern, den Petra Hartlib gestaltete und als ich das “Haus der Industrie” betreten habe, ist die Buchhändlerin im Foyer auf einem Sofa gesessen und hat lauthals gelacht und oben in der Empore stand eine Fotografie und machte von ihr eine Aufnahme.

Es gibt auch immer ein Tischchen wo der jeweils preisgekrönte Autor sitzt und einen Bücherstapel signiert und die Musik kam wieder vom Damensaxophonquartett “Sophisticates”, der Generalsekretär Christoph Neumayr hielt seine Eröffnungsrede, erklärte warum der Industriellenvereinigung die Förderung von Literatur wichtig ist und erzählte, warum es heuer zwei Preisverleinungen gäbe.

“Das sei nur die Ausnahme!”, betonte er, ab nächstem Jahr wird es sich wieder einpendeln.

Nach Barbara Neuwirth Laudatio gab es die feierliche Preisverleihung mit Blumen, der Urkunde und dem Händedruck, dann kam Margit Schreiners Dankesrede, in der sie Anton Wildgans “Rede an Österreich von 1929”, mit der von Erwin Ringl, die der viel später gehalten hat, verglich.

Wildgans hat die Rolle Österreichs offenbar sehr positiv gesehen, der Psychiater Erwin Ringl weniger, der hat die österreichische Seele für sehr neurotisch gehalten und den Österreicher für boshaft und bösartig und jetzt stehen wir ja wieder vor einer Wende, wo, wenn wir nicht sehr aufpassen, vielleicht der Polpulismus und der Extremismus gewinnt.

Das werden wir am Sonntag sehen, wer die Wahl gewinnt und ob, das jetzt die lezte war.

Vorerst gab es wieder Sekt, Wein und Brötchen und die wirklich sehr guten Petit Fours von der Konditorei Gerstner, ich habe mich lange mit Monika Vasik, die ja, wie ich sehr eifrig zu Literaturveranstaltungen geht, unterhalten und bin jetzt gespannt, wer der näcnhste Wildgans-Preisträger wird? Aber dazu haben wir jetzt ein Jahr zeit und wer die Bundespräsidentenwahl gewinnen wird, interessiert mich natürlich auch sehr.

Alfred hat sich jedenfalls schon von der “Auge” einen Sack Prosepekte geholt und wird sich morgen mit der “Van der Bellen-Mütze” vor die WU stellen und sie verteilen.

Durch die Bloggerdebutpreisshortlist

Da bin ich ja, als ich mich vor ein paar Wochen mit Friederike Gösweiners “Traurige Freiheit für mein höchstpersönliches österreichisches Buchpreislesen, beschäftigt habe, auf den “Debutbuchblog” und den dort ausgeschrieben “Debutpreis” gestoßen und habe mir die dort vorgeschlagen fünfzig Bücher angesehen, die auf eine Shortlist geschrumpft von zwanzig Bloggern beurteilt werden sollen.

Da ich mich im letzten Jahr durch die “Kremayr &Scheriau-Debutpreisbücher” gelesen habe, im Sommer bei den O-Tönen war und ja auch die drei österreichischen Debuts gelesen habe oder lesen wollte, sind mir einige der dort vorgeschlagenen Bücher schon bekannt gewesen, zwei weitere, nämlich Paula Fürstenbergs “Familie der geflügelten Tiger” und Nelle Pollatscheks “Das Unglück anderer Leute” hatte ich mir schon bestellt, sowie  Isabelle Lehns “Binde zwei Vögel zusammen” mir zum Geburtstag gewünscht,  von einigen anderen hatte ich schon gehört oder war auf Veranstaltungen, andere waren und sind bis jetzt an mir vorbeigegangen.

Weil ich aber gerne in Jurien bin, obwohl ich ja immer behaupte, daß man Bücher nicht vergleichen kann, habe ich angefragt, ob ich, obwohl schon sehr spät, noch mitmachen kann und mich in den letzten Wochen durch die Shortlist gelesen, die, wie ich schon bei einigen der teilnehmenden Blogger lesen konnte, eine interessante Mischung von bekannten und unbekannten aus kleinen oder größeren Verlagen ist.

Die Selfpublisher waren wieder einmal ausgeschlossen, obwohl es hier, da die Veranstalter ja nicht vom Börseverein oder Hauptverband des Buchhandeln sind, gar nicht nötig wäre, aber wahrscheinlich hatten sie Angst vor der Fülle, die da auf sie zukommen könnte und außerdem gibt es da ja auch noch immer diesbezügliche Vorurteile, obwohl bei den fünf Büchern, auch soetwas, wie ein Krimi war.

Dann war “Blauschmuck” mir schon von den Blogs,  dem österreichischen Debutpreis, den O-Tönen und dem “Alpha” bekannt dabei und “Weißblende” der Debutroman der Grazer Lyrikerin Sonja Harter, der sonst vielleicht an mir vorbei gegangen wäre.

Von Philip Krömers “Ymir oder Aus der Hirnschale der Himmelhatte ich schon bei diversen Blogs etwas gesehen, während mir Uli Wittstocks “Weißes Rauschen oder Die sieben Tage von Bardorfvöllig unbekannt war und dann habe ich gelesen und gelesen.

Nach “Blauschmuck” das zu meiner Überraschung weder den “Alpha”, noch den Debutpreis bekommen hat, obwohl die sprachliche Qualität wahrscheinlich über der von Friederike Gösweiner und Barbi Markovic liegt, aber für mich etwas Künstliches und Aufgesetztes hatte, so daß ich bei dem Buch hin-und herschwankte und ein gewißes Unbehagen verspürte.

Das ist doch eine Kunstsprache, dürfen wir uns wirklich so literarisch in die arabische Sprachwelt hineinversetzten und ist es die Sprache, die eine Unterschichttürkin wirklich spricht?

Ich glaube es nicht, das Buch hat aber wahrscheinlich gerade deshalb eingeschlagen und wäre, wenn es einfacher und realistischer geschrieben wäre, wahrscheinlich nicht so aufgefallen.

Zweifel über Zweifel, aber Freude, daß es auf die Shortlist kam, auf der mir ganz ehrlich, Isabelle Lehn und  auch Friederike Gösweiner fehlten und andere gelobte Debutromae, wie der der Michelle Steinbeck, des Philiph Winklers oder der Ronja von Rönne wurden gar nicht vorgeschlagen.

Mit Sonja Harters “Weißblende” aus dem österreichischen “Luftschacht-Verlag” ging es dann weiter.

Wieder ein sehr poetisches Buch, das von einem sehr aufgeweckten jungen Mädchen und seinen erotischen Gefühlen handelt, ein Lolilta Thema und wieder ein bißchen Abwehr, darf soll man so über dieses Thema schreiben und will ich das lesen, wahrscheinlich nicht so ganz, obwohl ja einige erfrischende Wendungendarinnen sind, wie, die der Lehrerin, die die Peniszeichnung einfach zurückschmeißt.

Dann gings zu Philip Krömer und auch zu der Entdeckung eines Bloggers, daß der Autor auch Lektor und Mitbegründer seines Verlags ist und damit zu der Frage, ist das nun ein Eigenverlag oder nicht?

Wahrscheinlich kein wirklicher, trotzdem weichen die meisten schreibenen Verleger sofern sie es können auf andere Verlage aus, während die noch unbekannteren Autoren wahrscheinlich aus diesem Grund Verlage gründen odereinen Verlagsnamen darauf schreiben, damit sie nicht unter die “bösen” Selfpublisher fallen und das Buch ist sehr originell, auch ein Crossover, ein bißchen zu männlich, brutal und herb für meinen Geschmack vielleicht und dann ging es Genre übergeifend zu den Krimis, obwohl Ulis Wittstocks “Weißes Rauschen” kein wirklicher ist, sondern eine Satire auf die Zustände dieser Welt.

Manchmal sehr witzig, mir  manchmal etwas zu langatmig und zu wenig spannend und von den Bloggern kamen Meldungen, daß es sprachlich nicht vollkommen, sondern mit Fehlern behaftet ist.

Ja, auch den Verlagen fehlen schon die Lektoren oder sie sparen diese ein. Ich bin in diesem Punkt ja ein wenig lockerer und interessant ist auch, wenn man auf die Votingliste, des Debutblogs geht.

Es hat die meisten Stimmen, über sechssiebzig Prozent Ja, die Leser wollen Spannung, vielleicht haben Verlag und Autor aber auch ihre Fans ausgeschickt?

“Blauschmuck” hat, was mir eigentlich unverständlich ist, nur 1,89%, Sonja Harter steht, gefolgt von Shida Bazyar mit über 12% an zweiter Stelle.

Nun weiß ich nicht, wieviele Leser sich an der Umfrage beteiligten und es ist auch interessant, was die Blogger meinen, die den Preis ja entscheiden und ich habe mich sehr neugierig, an das fünfte Buch, an Shida Bazyars “Nachts ist es leise in Theraran”, das von Tobias Nazemi auf seinen Blog sehr gelobt wurde, gemacht und wurde überrascht oder auch nicht.

Daß es ein sprachlich sehr anspruchsvolles Buch ist, hatte ich mir schon gedacht, hätte aber, da ja auch die Autorin betonte, daß ihr die Sprache, das wichtigste wäre, experimentelle Sprachräusche erwartet und die mag ich ja eigentlich nicht und fand eine sehr poetische Beschreibung einer entwurzelten Familie, wo jedes seiner Mitglieder, in seiner eigenen Weise den Weggang oder auch die Rückkehr von Teheran nach Deutschland erlebt und beschreibt.

Der Vater, der ehemalige kommusitische Revolutionär, noch sehr in der heimischen Tradition verwurzelt. Die Literaturstudentin Nahid und junge Mutter hat zehn Jahre später Schwierigkeiten mit der deutschen Gastfreundlichkeit, die ja ganz anders, als in Persien ist und die Kinder, aufgezogen in deutschen Schulen verbunden mit den Familientraditionen, die sie vielleicht nie wirklich gekannt haben, werden überhaupt hin- und hergebeutetelt. Und meiner Meinung nach ohne jeden übertriebenen Sprachrausch und Künstlichkeit drückt das die 1988 in Deutschland geborene Shida Bazyar sehr dicht und doch sehr einfach aus.

Für mich das beste Buch, dem ich gerne meine Stimme gebe, obwohl man ja, wie ich immer schreibe, Äpfel und Birnen nicht vergleichen und Bücher nicht vermessen kann.

Es ist aber für mich das eindruckvollste Buch, wo ich ohne Widerspruch und Zweifel zurückbleibe, viel über den Iran, seine Geschichte und Gebräuche gelernt habe und auch ein bißchen neugierig auf Teheran bin.

Obwohl ich in kein Land reisen werde, wo ich mir ein Kopftuch aufsetzen muß und fliegen tue ich auch nicht so gern, also hat mir hier die Literatur, die Realität ersetzt, Vorstellungen aufgemacht, meinen Horizont und mein Wissen erweitert und jetzt bin ich neugierig auf die Meinung der anderen Blogger.

Werden sie sich für die Sprache, das Genre, die Spannung oder den Inhalt entscheiden?

Am fünfzehnten Dezember werden wir es wissen und ich lese inzwischen weiter, habe ich ja noch drei Longlistbücher auf meiner heurigen Leseliste, habe ich mir doch auch, Birigit Birnbacher “Wir ohne Wal” bestellt, weil es der Blogger Marc Richter auf seiner persönlichen Shortlist hatte und ich auch in der “Gesellschaft für Literatur” davon hörte.

Das Buch der Paula Fürstenberg und das der Nelle Pollatschek werde ich auch noch heuer lesen, während Isabelle Lehn, da  kein Rezensionsexemplar, auf das nächste Jahr warten wird, weil auf der heurigen Leseliste noch einiges andere, wie beispielsweise die Bücher meines Kritikers Uli und Dietmar Füssels historischer Roman aus dem alten Ägypten stehen.

Nachts ist es leise in Teheran

Von Buch fünf der “Shortlist des Blogger-Debutpreises” habe ich schon im oder vor dem Sommer, als ich mich gerade mit der Longlist des dBp beschäftigt und geraten habe, was da wohl darauf stehen wird, gehört, hat doch Tobias Nazemis Shida Bazyars “Nachts ist es leise in Teheran” sehr gelobt und ihre Sprache mit der von Valerie Fritsch verglichen.

Nun wissen meine Leser höchstwahrscheinlich, daß ich es mit den Sprachräuschen nicht so sehr habe und Valerie Fritschs”Winters Garten”, die ich ja an sich für ein großes Talent halte, ein wenig kitschig fand.

Dann gab es bei Tobias Nazemi, dem Schwärmer, noch ein Interview, das er mit der 1988 in Deutschland geborenen Tochter iranischer Eltern, die in Hildesheim studierte und 2012 im Klagenfurter Literaturkurs war, führte, in dem sie betonte, daß ihr die Sprache, wichtiger, als der Plot wäre und ich dachte höchstwahrscheinlich “Uje schon wieder!”, war aber interessiert und habe das Buch, bei meinen Herbstleseplanartikel auch erwähnt, es ist aber entgegen Tobias Nazemis Vermutung nicht auf die Longlist gekommen und ich war ersteinmal mit anderen beschäftigt, habe ich ja fast die gesamte deutsche LL, die halbe österreichische und dann noch die drei österreichischen Debutanwärter gelesen und da war ich ja voll überzeugt, daß Katharina Winkler den Debutpreis gewinnen wird und daß das Buch, weil “Suhrkamp”, da ein wenig spräöde war, im Rahmen des “Alpha”, den sie natürlich auch gewinnen wird, zu mirkommt.

Sie hat nicht gewonnen und das Buch ist zu mir gekommen,  den öst. Debutpreis hat Friederike Gösweiner bekommen, die ja auch auf der Longlist des “Blogger-Debuts” gestanden ist, bei der ich ja sehr überraschend und in letzter Minute dazugekommen, auch mitjuriere und so habe ich jetzt nach “Blauschmuck”, “Weißblende” meine beiden Favoriten, bei denen mir bei beiden etwas fehlte, auch den Roman über eine persische Flüchtlingsfamilie, einer jungen Nachwuschsautorin, die auch im Sozialbereich tätig ist, gelesen.

Ein Thema das ja einigen Bloggern auf der dBp Liste fehlte, eines, das mich während des letzten Jahrens beim eigenen Schreiben stark beschäftigte, da habe ich mich ja in der sogenannten Flüchtlingtrilogie mit der jungen Syrierin Fatma Challaki beschäftigt, die mich ja auch in den “Berührungen” nicht wirklich losgelassen hat.

Der 1963 geborene Exilungar Akos Doma  hat sich in seinem auf die Longlist gekommenen “Weg der Wünsche” mit diesem Thema beschäftigt und beschreibt darin, die Flucht nach Deutschland einer ungarischen Familie, die bei den Kritiker nicht so besonders gut weggekommen ist.

Die Sprache sei nicht besonders, hat, glaube ich, Marina Büttner gefunden, hier ist es anders und ich sage es gleich vorweg, es waren keine Sprachräusche, die mich bei diesem Buch erwarteten, sondern eine sehr sehr dichte Schilderung des Leben in Teheran und das der Exil-Irander in Deutschland während der letzten vierzig Jahre und der damit verbundenen politischen Veränderungen.

An Hand einer Familie, Behsad, Nahid, Laleh, Morad, Tara  und in vier Abschnitten, die von 1979 bis 2009 und dann noch, glaube ich, ein bißchen in die Zukunft führen, tut die junge Autorin das und ihr ist dabei das Kunststück gefunden, in jedem Kapitel einen ganz besonderen Ton zu finden, dier die Veränderungen sehr eindeutig beschreiben.

Da geht es zum Beispiel in das Jahr 1979 nach Teheran, der Schah wurde gerade verjagt und der junge Kommunist Behsad, wird von den Frauen der Familie, der Mutter, den Tanten, etcetera aus der Küche geschickt, weil die sich während des Kochens unterhalten wollen und dabei keinen Mann brauchen können.

Er ist in die schöne Literaturstudentin Nahid verliebt, die er bei den revolutionären Versammlungen trifft, er wird mit seinen Freunden zur Revolution aufs Land geschickt, ein Freund wird dabei verhaftet, so begibt er sich später mit seiner Frau und den zwei schon geborenen Kindern ins Exil nach Deutschland und dort triffen wir, zehn Jahre später Nahid wieder, die diesen Teil erzählt.

Die Flüchtlingslager sind überstanden, es gibt die erste kleine, dann die spätere größere Wohnung, die Kinder sprechen schon viel besser Deutsch, wie die Mutter, der von den wohlwollenden Nachbarinnen, ein Studium nahegelegt wird.

Die Nachbarinnen sind freundlich und stricken Pullover für die Kinder und Nahid sitzt da und fühlt sich fremd, versteht vieles nicht, kommt mit den Höflichkeiten nicht zurecht, will keine Almosen und Hilfen, kann sie dennoch nicht ablehnen und die Sorge, um die Familie und die Freunde in Teheran, die jetzt die Ayatollahs über sich ergeben lassen müssen, verhaftet werden und verschwinden, breitet sich auch über all dem aus.

Wieder zehn Jahre später geht es zurück in den Iran, Nahid, die ihr Politikwissenschaftsstudium inzwischen abgeschlossen hat, fliegt mit den beiden Töchter der sechzehnjährigen Laleh und dem Nesthäkchen Tara, schon in Deutschland geboren, auf Verwandtenbesuch, Mo der Bruder hat ein anderes Ferienziel, der Vater darf oder traut sich nicht, weil er verhaftet werden könnte.

Laleh, die sechzehnjährige, die in der Schule bei den Politspielen immer die Rolle des Irans übernehmen muß, erzählt diesen Teil und schildert, wie man für die Fotoaufnahmen für das Visum, ein Kopftuch aufsetzen muß, es verrutscht und alle lachen. Nehads  Manto, der, der die Arme und die Schultern züchtig verdeckt, wahrscheinlich der, mit dem sie damals ausreiste, ist inzwischen altmodisch geworden und die Familie, die Tanten und Cousinen lachen nach der Ankunft darüber. Geschenke werden ausgepackt, die Frauen gehen zum Friseur und zur Kosmetikerin und die hat eine so aufgebauschte Frisur, daß man sich gar nicht vorstellen kann, wie das auf der Straße vorgeschriebene Kopftuch darauf passte.

Das alles sieht und erlebt die Sechzehnjährige, die von Cousins und Freunden der Familie angerufen wird, die sie gar nicht kennt und zur Witwe von Behsad Freund Peyman, der in den Wirren umgekommen ist, auf Besuch gehen muß.

In einer Milchbar unterhalten sich dann die Jugendlichen und wieder zehn Jahre später, wird Laleh schwanger sein, während Morad oder Mo, wie er genannt wird, sich in seiner Sutdenten-WG, in die halb Ägypterin Maryam verliebt von ihr auf eine Demonstration gegen die Studiengebüren geschleppt wird, während sich in Teheran gerade die grüne Revolution mit Demonstrationen und Aufständen nach der Wahl von Ahmadinedschad abspielt, die bekommt er nur über Facebook und You Tube oder aus den Erzählungen seiner Eltern und seiner Schwester Tara mit, denn Mo ist eigentlich unpolitisch und eigentlich an dem Iran seiner Vorfahren nicht besonders interessiert.

Jedes dieser Kapitel ist in einem anderen Ton geschrieben und das ist, glaube ich, die Sprachkunst der Shida Bazyar, die dazu keine Worträusche braucht und Kunstsprache braucht, sondern eigentlich recht einfach und und schlicht daherkommt und meiner Meinung nach geht es in dem Buch vorwiegend, um den Inhalt, obwohl es stimmt, daß es keinen Plot mit Höhepunkten und Spannungsbögen hat, sondern die Gefühle und die Identitätsverwirrungen einer  entwurzelten Familie erzählt, die höchstwahrscheinlich auch sehr viel Autobiografiesches hat, auch wenn es, um eine erfundene Familie geht.

Am Schluß gibt es ein Glossar, in dem auch die Wendungen erklärt werden, die immer wieder vorkommen und die wieder sehr dicht das sprachliche Doppel oder auch Sprachlosigkeit, der in Deutschland lebenden “Ausländer” zeigen, bei denen die Großmutter exra langsam sprechen muß, damit sie von ihren Enkel verstanden wird.

Ein poetisch dichtes Bild, das in das Leben einer iranisch-deutschen Familie sehr anschaulich hineinführt und die dazu keine Kunstsprache, wie beispielsweise Katharina Winkler für ihre Protagonistin braucht, es reicht, daß jeder in dem Buch, anders denkt und spricht.

Der Vater hat noch die persische Tradition, die Mutter, die Abwehr, von den ach so freundlichen Deutschen, die sie gar nicht so freundlich empfindet, nicht übernommen zu werden, die älteste Tochter ist aufmüpfig und neugierig, der Sohn eher ahnungslos und die jüngste Tochter wird vielleicht noch einmal zehn Jahre später, für eine Woche ihr Internet abschlalten und dann, während sie mit ihrer inzwischen schon erwachsenen Nichte im Auto fährt, vom Sieg der iranischen Revolution überrascht werden, die die die Familie vielleicht wieder zurück in ihre Heimat bringen kann, die, sie, füge ich hinzu, am Ende gar nicht mehr finden wird, denn vierzig Jahre Aufenthalt in Deutschland haben einen wohl geprägt und verändert und ich habe, ähnlich wie in dem Buch von Deva Manickavasagan einen kleinen Einblick in das Leben fremder Kulturen und seiner revolutionären Veränderung bekommen und außerdem meine persönliche Favoritin für den Blogger Debutpreis gefunden, weil für mich neben der Sprache, auch der Inhalt sehr wichtig ist.

Das einundvierzigste selbstgemachte Buch

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Es ist da, mein einundvierzigstes Selbstgemachte oder vierundvierzigste, wenn man die “Hierarchien”, in der “Edition Wortbrücke”, die es schon lange nicht mehr gibt und die beiden “Stotter-Bücher” mitrechnet.

“Nicht berühren oder Notizen zur Romanentstehung”, das Buch, an dem ich im Feburar, nach der Kurzgeschichte “Paul und Paula” losgeschrieben habe, obwohl ich gar nicht wußte, worüber.

Bin ich da ja einmal auf einen Recherchetag gegangen, habe mir ein Gespräch mit einem Bankberater und der Idee darüber zu schreiben, wie man die Welt verbessern kann, mitgenommen.

Dann war noch die Idee über Romanfiguren zu schreiben, Autoren sind es geworden. Stefan Zweig, Heimito von Doderer, Anne Frank, Franz Kafka steht auch noch auf irgendeinem Notizzettel. Dann habe ich geschrieben und geschrieben, dazwischen Stefan Zweig und Doderer gelesen und es ist etwas nicht ganz Neues geworden.

Eine Collage aus meinen bisherigen Büchern ist es, wie ich am Dienstag merken konnte, als ich Christel Fallenstein sozusagen eine Privatlesung daraus gegeben habe geworden.

Kommt doch die sogenannte “Flüchtlingstrilogie” darin vor und die Protagonisten aus der “Frau ohne Bank” und die “Vorschau” daraus ist diesmal ein “Mimikryspiel” geworden.

Etwa zehn Personen habe ich diesbezüglich angefragt. Gloria G., die mich bei “Paul und Paula” schon ratgebend unterstützt hat und Anke Dörsam, die mir im Frühling einige Kommentare schickte haben mir Romananfänge dazu geliefert.

Und wenn man bei den Original Mimikryspielen, die Eigenarten der Autoren nachahmen sollte, haben diese zwei wohl ihre Sprachoriginale geliefert und so war es wohl nicht allzuschwer zu erkennen, daß Text zwei von mir ist.

Der Erste stammt von Anke Dörsam und führt wahrscheinlich in ihre Moabiter Seefahrtwelt, den dritten hat Gloria G. geliefert. Vielen, vielen Dank dafür!

Leider hat sich wieder niemand unter meinen Lesern, an die hundertfünfzig habe ich wohl täglich, wovon man wohl sechzig Prozent Spamer abziehen kann, gefunden, die das Rätsel lösen und das Buch gewinnen wollte, was ich ein wenig schade finde, daß sich nur gelegentlich ein paar Spamer oder Glaubenskrieger einfinden, die mich beschimpfen aber niemand die sich für die Literatur einer, die seit vierzig Jahren unermüdlich neben und abseits des Literaturbetriebs schreibt, interessiert.

Eigentlich sehr schade, aber leider kann ich es nicht ändern und präsentiere trotzdem stolz mein einundvierzigstes selbstbemachtes Buch.

Szene acht habe ich Anfang September schon beim Volksstimmmefest glesen, diese Szene gibt es auch auf meiner Website als Leseprobe zu finden.

Das Pflichtexemplar an die NB ist ausgeschickt und auch ein Buch an die “Alte Schmiede”.

Würde mich sehr freuen, wenn es wieder einmal etwas mit den “Textvorstellungen” werden würde. Aber leider macht das Reinhard Wegerth, der mich ja ein paarmal diesbezüglich eingeladen hat, nicht mehr.

Auch über eine Rezension, wenn mir einer oder eine eine solche schreiben will, würde ich mich sehr freuen und verschicke gerne ein diesbezügliches Rezensionsexemplar.

Ansonsten kann man das Buch bei mir bestellen oder das Probekapitel lesen.

Ich korrigiere inzwischen weiter an “Claire- Klara-Clarisse” meiner Sommergeschichte, die ich mir aus Kroatien mitgenommen habe und bin bei meinem selbsternannten Korrigiermonat noch nicht sehr weit gekommen.

War im November ja die “Buch-Wien” und das Buchpreisbloggen ist nahtlos in ein solchen für das “Bloggerdebut” übergegangen. Da lese ich inzwischen das fünfte Buch und habe darin wahrscheinlich höchstwahrscheinlich schon meine Favoritin gefunden.

Details folgen später und ich habe, obwohl ja schon etwas ausgeschrieben und von den mangelnden Erfolg und den harten Spamerfeedback sehr entumutigt, trozdem schon wieder eine Idee für etwas  Neues.

Könnte ich ja über eine Bibliothek oder über eine Frau, die dort wohnt, schreiben und diese könnte vielleicht Dorothea Wewerka heißen, was ja ein sehr schöner sprechender Name ist.

Aber jetzt einmal sehr stolz über mein einundvierzigstes selbstgemachtes Buch, das, obwohl ich ja nicht wirklich wußte, worüber ich schreiben sollte, schließlich doch sehr schön und höchstwahrscheinlich auch sehr stimmig geworden ist, wie ich  am Dienstagnachmittag bei meiner Privatlesung bei Christel Fallenstein feststellen konnte.

Weißes Rauschen oder Die sieben Tage von Bardorf

Bei Buch vier des “Debut-Bloggerpreises” handelt es sich, wie auch in der Begründung steht,  um eine genreübergreifende Geschichte, die wie ein Krimi mit einem Mord, sehr effektvoll aufgeladen beginnt und sich dann, wie  der Titel sagt, in eine sieben Tage andauernde Beschreibung der Geschehnisse einer Kleinstadt, ihrer Kriminalität, ihrer Musik, Sport und politischen Ereignissen, übergeht, für den heutigen ungeduldigen nicht mehr so konzentrationsbereiten Leser vielleicht ein wenig zu langatmig oder langweilig, so habe ich es jedenfalls empfunden und mich auch ein bißchen gewundert, daß es auf die Shortlist kam.

Gehören Krimis ja nicht so sehr zu den Favoriten von Preislisten, obwohl die Leute sie gerne lesen und ich mir auch vorstellen kann, daß in den geschmähten und vom Bewerb ausgeschlossenen Selfpublishererzeugnissen mitunter spannendere Thriller zu finden sind.

Aber darum geht es dem  1962 in Magdeburggeborenen ARD-Journalisten Uli Wittstock höchstwahrscheinlich gar nicht, vermutlich hat er eine Parodie, eine Satire, auf eine Kleinstadt schreiben wollen und das ist ihm, glaube ich, auch sehr gut gelungen.

Gibt es in den über vierhundert Seiten ja immer wieder treffende Anspielungen und Verarschungen, während die Spannung vielleicht nicht so das Metier von Wittstock ist. Dazu ist der Roman wahrscheinlich auch zu lang und zu umständlich geschrieben.

Jedenfalls habe ich mich mit der Zuordnung des vielfältigen Personals etwas schwer getan und hätte mir  zur Orientierung ein Personenregister gewünscht.

Es beginnt also, um es kurz zu machen an einem Montag in einer Provinzstadt, da wird ein toter Moderator in seinem Sender aufgefunden, kunstvoll mit Tonbändern zu einem unappetitlichen Paket zusammengeschnürrt, vor dem sogar Komissar Schneider graust.

Der wohnt in Bardorf, das ist offenbar der Vorwort von besagter Stadt und versucht mit seinem Team den Fall aufzuklären.

Da geht, wie schon bei ähnlichen Krimis gewohnt, nichts weiter und die Vorgesetzten drängen und drohen den Ermittler den Fall wegzunehmen.

Es gibt in dem Polizeidezernat, aber auch Schulungen und Effizienzberater, da zeigt sich offenbar Uli Wittstocks Talent zur Satire, es wird eine Sitzung einberufen und die Polizisten werden belehrt, daß sie sich nach den drei “K”s benehmen sollen,”klug, kompetent und krisenfest” und so ermitteln sie, während der Innenminister zu den Windrädern fährt, die es auch in Bardorf gibt, die aber irgendwie nicht so ganz funktionieren, eine AYCB genannte Terrorgruppe, die die Autobahnen sperrt, gibt es auch und eine Milbe, die den Bienenstand bedroht und dem Minister zum Verhängnis wird.

Währenddessen wird in dem Sender, die Führungsriege ausgetauscht und im Keller des Archivs sitzt ein graues Mäuschen und schreibt in  seiner Dienstzeit erotische Geschichten. Es steigt im Laufe des Geschehens in den Sender auf, während Melinda Treu, der Disc Jockey eines Privatinternetsenders aussteigt und einen Rapper, der sich von seinen SpinDoctoren, verkabeln und mit allerhand Drogencoctails vollstopfen läßt, gibt es auch, sowie geschobene Fußballspiele, eine Spielhölle und eine Wäscherrei, die das Schwarzgeld reinwaschen soll, ein getohlenes Klo und und und….

Man sieht das birgt locker Stoff für drei, vier oder noch mehr Romane, die dann vielleicht das Lesen erleichtert hätten, so ist alles Elend dieser Welt, alle Korruption und Unrat in eine Woche und in den Umkreis dieser Kleinstadt zusammenbgeballt und es kommt natürlich zu der Katastrophe.

Ein Terroranschlag ohne Bekennerschreiben legt die Stadt lahm, Polizisten werden entführt und der Minister verwandelt sich auf der Intensivstation zur Biene.

Man sieht der Spätdebutant Ulli Wittstock hat seinen Kafka gelesen und höchstwahrschein auch großes Vergnügen, das Leben in einer Kleinstadtidylle sartisch auszubreiten.

Doderer Veranstaltungen

Heimito von Doderer, das frühe NDSAP-Mitglied, wurde vor hundertzwanzig Jahren geboren und ist vor sechzig Jahren gestorben.

Anlaß zu einem Jubiläum und einem Gedenken, obwohl ich, als ich mich im Frühling durch seine Werke las, den Eindruck hatte, er wäre inzwischen, im Gegensatz zu Stefan Zweig, von dem ja im Mai der Film mit Josef Hader in der Titelrolle erschienen ist, vergessen.

Daß ich mich täuschte, sollte ich im Herbst merken, denn natürlich gibt es Gedenkveranstaltungen und Bücher, die über ihn geschrieben wurden.

Den Bildband der Eva Menaasse, die den Österreichern oder sind es die Berliner, das Lesen befiehlt, hat es zwar schon im Frühling gegeben, aber ich war in der Zeit, als ich ihn mit dem Fräulein Anne und dem lieben Stefan in den Himmel schickte, nicht einmal sicher, ob seine Bücher überhaupt noch erhältlich sind und habe die “Merowinger” und die “Wasserfälle von Slunj” in den alten “DTV-Ausgaben” gelesen, die ich mir wohl in den Siebzigerjahren kaufte.

Im Herbst waren dann die Fenster des “Morawas”, an denen ich ja regelmäßig vorübergehe, wenn ich von der “Alten Schmiede” komme, mit seinen Büchern gepflastert.

Klaus Nüchtern vom “Falter” wurde aufgefordert, eine Biografie über ihn zu schreiben und hat den “Kontinent Doderer” verfaßt, den ich mir von meiner Straßergassen-Schulkollegin Trude K., die im Haus gegenüber wohnt, zum Geburtstag wünschte.

Wann ich da zum Lesen komme, weiß ich nicht, habe es mir aber fix und ganz ehrlich für das nächste Jahr vorgenommen und Klaus Nüchtern auch auf der “Buch-Wien” darüber sprechen hören und in der “Gesellschaft für Literatur” hat es vor kurzem auch ein “Doderer-Symposium” gegeben und im österreichischen Literaturmuseum, dort, wo, glaube ich, der Schlafrock und die Pläne zur “Strudlhofstiege” oder sind es die der “”Dämonen” ausgestellt sind, gibt es diese Woche zwei Doderer Veranstaltungen, denn das Literaturmuseum hat auch eine Verbindung mit dem “Metro-Kino”, das es auch in der Johannesgasse gibt.

“Das Museum geht ins Kino” betitelt sich diese und da gab es heute, um sechs eine Einführung von Klaus Nüchtern und Bodo Hell in die “Merwoinger”, denn diese wurden ja in den achtziger Jahren von Ernst Schmidt Junior verfilmt und die ganze literarische Avantgarde oder sonstige Künstlerszene spielte dabei mit, gezeigt wurde.

So war Bodo Hell beispielsweise ein Arzt, der dem Chloderich das Klistir versetzte, Elfriede Gerstl war eine Sekretärin, Herbert J. Wimmer kam vor und ich habe ihn nicht erkannt. Franz West war der Professor Horn, Valie Export seine Ordinationshilfe, Schwester Helga und Klaus Nüchtern zeigte, um sechs im Literaturmuseum, wo lauter mir unbekannte Zuhörer waren, die aber zum Teil auch Erfahrungen mit diesem legendären Film hatten, den Winkel der Schuhe, an dem man den Wutgrad erkennt und Bodo Hell erzählte von seiner Filmerfahrung und zählte die Darsteller auf.

Die Schönlaterngasse und dort, wo man von der “Alten Schmiede” durch eine schmale Gasse geht, war auch ein Filmort und, um halb acht ging es dann ins Kino, um sich den Film anszusehen.

Der war zwar, wie ich, die ich das Buch vor kurzem gelesen habe, erkannte, weit ab vom Orignal, wie das bei den Literaturverfilmungen ja so üblich ist, aber wegen seiner Darsteller höchst interessant und eigentlich hätte mich “Das Diaarium des Dr. Döblinger”, unter der Regie von Michael Schottenberg, das Morgen gezeigt wird, mehr interessiert, aber da werde ich wieder nach Harland fahren, so daß ich mir am vorigen Samstag, als ich ins “Odeon” gegangen bin, nur eine Zählkarte holte, kann aber auf mein neuestes Buch verweisen, in dem der alte Meister ja auch eine Rolle spielt und dem, den es auch interessiert, kann ich empfehlen, noch rasch das “Mimikry-Rätsel” der “Vorschau” aufzulösen, denn übermorgen oder in ein paar Tagen, gibts ein Foto vom Buch und ich löse das Rätsel auf und mache das Gewinnspiel zu.