Armut im Alter und Brigitte Schwaiger Interview

Andreas Renoldner
Cordula Simon

“mit Sprache” die Initiative der Literaturhäuser, hat sich ja heuer mit dem Thema “Literatur und soziale Gerechtigkeit” beschäftigt und da ging es ja in der “Alten Schmiede” um die Einkommenssituation, dann im Literaturhaus um die “Geschlechtergerechtigkeit” und jetzt im dritten Teil um die Armut im Alter.

Da wurden immer je drei Autoren eingeladen einen Artikel zu diesem Thema zu schreiben, in der Gesellschaft waren das Verena Dürr, Andreas Renoldner und Cordula Simon und ich dachte, da geht es um die Autorensituation, wie es denen geht, wenn sie alt werden?

Den Großen wie Stephen King, Peter Handke und Elfriede Jelinek wahrscheinlich finanziell sehr gut, die haben dann eher gesundheitliche Probleme wie Demenz, Krebs, etcetra. Denen, die von der Mindestpensionen leben, eher schlecht und das sind ja die, die ich in der GAV treffe und da hat ja Bernhard Kathan einmal eine Aktion gestartet, wo er nachgewiesen hat, daß die im Durchschnitt nur dreiundsechzig Jahre alt werden, während der Durchschnitt sonst um die dreiundachtzig bei den Frauen, bei den Männern, glaube ich, etwas weniger, liegt.

War aber nicht so, in dieser Tranche ging es generell, um die Situation im Alter und die drei Autoren wurden offenbar ausgewählt, weil sie schon diesbezügliche Erfahrung hatten. So arbeitet, die 1986 in Graz geborene Cordula Simon offenbar nebenbei, um ihre Tantiemen aufzubessern, als Bestatterin, der 1957 in Salzburg geborene Andreas Renoldner im mobilen Pflegedienst und die 1982 geborene Verena Dürr als Sozialbetreuerin.

Die Texte gingen also hart in die Realität der Altersarmut oder Alterseinsamkeit. Was ist wenn die Freunde wegsterben, man allein übergeblieben ist, sich die Familie weil selbst berufstätig, sich nicht mehr um den Alten kümmern kann?

Verena Dürr

Da gibt es dann die Pflegeheime, mit den überforderten Pflegern in den letzten drei Jahrenn konnte man da auch keine Besuche empfangen und mussten, wenn es hoch ging, einsam sterben und die mobilen Dienste schilderte Andreas Renoldner in seinen Text sind auch keine Lösung. Denn da tauchen jeweils fünfzehn Minuten, die Betreuer auf, haben in ihrem Handy aufgeschrieben, was sie tun sollen. Duschen beispielsweise. Der Klient will das aber nicht oder hat schon oder will vorher frühstücken und Schwarzbrot statt Toast, aber das ist nicht da und keine Zeit einzukaufen. Sehr beeindruckend und angsterregend. Verena Dürr schlug in ihren Text in dieselbe Kerbe, während Cordula Simons Text sehr künstlerisch war und sehr eindrucksvoll immer wieder “Ich habe mich umgedreht” wiederholte. Also man strudelt sich ab, erzieht die Knder, baut das Haus und dann ist man alt und ist allein.

Moderiert wurde die Diskussion von Stefan Gmünder und interessant ist, daß die Frage, daß niemand etwas vom Alter hören will und Bücher darüber nicht genommen werden, durch Milena Michikos Flasars Buch “Oben Erde, unten Himmel” die genau dieses Thema behandelt, beantwortet.

Da geht es um das japanische Phänomen, daß die Leute oft drei Monate lang in ihren Wohnungen liegen, bis sie überhaupt gefunden werden und ich denke, daß das gute Sozialsystem, das es vielleicht vorher gegeben hat, durch die Pandemie sehr gelitten hat. Wenn jetzt der Mittestand durch die Inflation verschuldet wird, ist dann kein Geld da, sich vielleicht in eine Mehrgenerationenwohnung einzukaufen und die autoritären Systemen, die wir in der letzten Zeit erlebt haben, sind da ja auch nicht sehr Hoffnung erregend.

Die Diskussion war auch sehr intensiv, die Psychologin Maria Wölflingseder hat sich sehr intensiv eingebracht, Eva Geber war da, Ilse Kilic, Fritz Widhalm und auch Robert Huez, obwohl im Literaturhaus heute auch das Buch der Milena Michiko Flasar vorgestellt wurde und ich denke, daß ist ein Thema das uns alle betrifft.

Wir alle werden älter und ich habe mich schon sehr lange sowohl psychologisch, als auch literarisch damit beschäftigt und eine Diskussion, wie diese kann nur ein erster Ansatzpunkt sein, sich weiter mit diesem Thema zu beschäftigen, daß wir alle sehr verdrängen und ich habe noch ein literarisches Event aufzuweisen, waren doch heute Wolfgang Asenhuber und Ingrid Schwaiger bei mir, die eine Biografie über die 2010 verstorbene Brigitte Schwaiger schreiben wollen und da Personen, die sie kannten interviewten.

Nun habe ich die 1949 in Freistadt Geborene eigentlich gar nicht persönlich gekannt. 1977 bin ich auf ihren Roman “Wie kommt das Salz ins Meer” mit dem sie schlagartig bekannt geworden ist, gestoßen. Der wurde in der sozialistischen Wochenzeitung “Die Frau” veröffentlicht. Dann kam der große Absturz. Sie konnte mit ihren weiteren Büchern von denen ich einige gefunden habe, nicht mehr an den Erfolg anschließen. Hat sich, glaube ich, verschuldet und musste ihre Schulden bei ihrem Verlag abarbeiten.

Sie hatte auch psychische Probleme, die sie mit dem Buch “Fallen lassen”, das 2006 erschienen ist, aufarbeitete und damit wieder Aufmerksamkeit erregte. Da war ich bei einer Vorstellung in der “Gesellschaft für Literatur”. Habe sie auch als Publikum im “Siebenstern”, weil sie offenbar in der Nähe wohnte, getroffen und einmal, als ich mit der Ruth am ersten Mai am Rathausplatz war und die hat sie gekannt und so habe ich sie auch sozusagen persönlich kennengelernt und als Inspirationsquelle habe ich sie bei der “Absturzgefahr” auch benützt.

Und dann kann ich den Bogen zurück zur Diskriminerung und sozialen Ungerechtigkeit spannen.

Denn Brigitte Schwaiger wäre höchstwahrscheinlich, wenn sie sich nicht umgebracht hätte, auch davon betroffen gewesen.

Ein interessantes Thema und jetzt kann ich mich auf die Biografie freuen, die, glaube ich, im nächsten Jahr erscheinen wird.

Stefan Zweig Werkausgabe

Zu dem 1881 in Wien geborenen und 1942 in Brasilien vertorbenen Stefan Zweig bin ich über Umwege gekommen. Im Bücherkasten meiner Eltern stand die Biografie “Maira Antoinette”und die “Welt von gestern”” wahrscheinlich beide in Büchergilde Gutenberg” Ausgaben. Später habe ich dann im offenen Bücherschrank die “Schachnovelle”gefunden, die mich aber nicht besonders begeistert hat.

Vor oder nachher habe ich im Radio eine Sendung gehört, wo Stefan Zweig und Peter Rosegger aus dem Kanon der Literatur vor 1945 hinausgeschmissen wurden, was zur Folge hatte, daß ich ein paar seiner Bände im Bücherschrank stehen habe lassen.

Aber dann habe ich die “Berührungen” geschrieben und da kam die Idee ein paar Schauspieler ein Stück über Stefan Zweig und Heimito von Doderer spielen zu lassen und ich habe gelesen und gelesen.

Bin darauf gekommen welch großartige Novellen der Weltschriftsteller oder Vielschreiber geschrieben hat. “Die Gouvernante” fällt mir da ein und die, wo der Junge dem Vater seinen Seitensprung nicht verrät. Großartig.

Mit “Amok” habe ich wieder weniger anfangen können. Mit der “Ungeduld des Herzens”, schon und daß die “Welt von gestern” großartig ist habe ich schon früher herausgefunden.

Ein interessanter Schriftsteller. “Die Sternstunden der Menschheit” habe ich nicht gelesen und die Biografien zum Beispiel, “Fouche” würde ich für eher schlechter einschätzen. Auch das Buch “Brasilien” in dem er sein Exil lobte. Dann kam auch der Film “Vor der Morgenröte”, wo ich diesen ambivalenten Schriftsteller vielleicht nocb ein bißchen kennenlernte und die “Gesellschaft für Literatur” präsentiert auch seine Werkausgaben, beziehungsweise hat immer Veranstaltungen zu seinem Todestag.

In Salzburg, wo der Schriftsteller viele Jahre lebte, gibt es das Stefan Zweig Center, das habe ich nicht geschafft, während meiner Salzburger Aufenthalte zu besuchen. Aber jetzt ist Klemens Renoldner, der ehemaligen Leiter, mit Elisabeth Erdem und Werner Michler nach Wien gekommen, um den Band III seiner Erzählungen von 1927 – 1942, die unter dem Titel “Schachnovelle”, weil die die bekannteste ist, vorzustellen und das war sehr interessant, denn die drei Herausgeber erzählten von den verschiedenen Textfassungen und ihren Wunsch eine gesicherte Fassung herauszugeben.

Die “Schachnovelle” ließen sie dabei, weil offenbar zu bekannt, weg, sondern konzentrierten sich auf das eher Unbekannte. Eine Erzählung, wo es um einen Taschendieb geht, der vom Erzähler einen Tag verfolgt wird “Unvermutete Bekanntschaft mit einem Handwerk”, die hat Stefan Zweig Joseph Roth zum Lesen gegeben, was er offenbar öfter mit seinen Freunden machte, der die Erzählung zuerst sehr lobte, dann aber bis aufs letzte Detail zerpflückte, was Stefan Zweig offenbar höflich zur Kenntnis nahm, aber nichts veränderte.

“Spät bezahlte Schuld” heißt eine andere Novelle, wo eine Frau einen alten heruntergekommenen Schauspieler in einem Südtiroler Dorf trifft, der sie einmal davor bewahrt hat, sich ihm hingegeben hat und dem sie jetzt einen besseren Ruf verschaffte. Da gibt es einige Fassungen. Zuerst wird der Schauspieler, der auch mehrere Namen trägt, eher sehr schrullig, später milder beschrieben. Die Erzählung iskt auch zuerst auf Englisch und in Brasilien herausgekommen und dann erst in den Fünfzigerjahren in der “Presse”.

Fragmente gibt es auch, Beispielsweise die Erzählung “Wiederstand der Wirklichkeit”, die auch den Namen “Reise in die Vergangenheit” trägt und darüber haben auch die Herausgeber viel erzählt, daß es da zum Beispiel den Roman “Clarissa” gibt, der von dem Fischer-Lektor zusammengesetzt wurde, während sich jetzt die drei um eine gesicherte Ausgabe bemühen, die im nächsten Jahr, glaube ich, vorgestellt werden soll.

Es gab viele Fragen aus dem Publikum, das aus Ursula Seeber, Frau Schmid-Dengler, Dine Petrik, Helene Hoffmann und anderen bestand. Einer stellte die interessante Frage, ob es sich bei den Ausgaben nicht um ein “Zweig-Mausoleum handelt, weil es ja viele andere Zweig-Ausgaben gibt und das ist eine Frage, die ich mir auch stellte, denn ich käme nicht dazu die Bücher zu lesen und wenn sie noch so kommentiert sind, weil keine Zeit, keine Zeit. weil ich ab August mit dem Buchpreislesen beschäftigt bin, aber ich habe schon viel Zweig gelesen, zwar sicher keine gesicherten Ausgaben, aber doch einen genauen Einblick über sein Werk bekommen und Klemens Renoldner meinte, daß es überall auf der Welt viele Zweig-Spezialisten gibt, die auf die Bücher warten.

Asli Erdogan in der “Gesellschaft”

Bei der letzten Leseauslese im Dezember war Asli Erdogans “Requiem für eine verlorene Stadt” auf der Liste der vorgeschlagenen Bücher und heute wurde das Buch der 1967 in Istanbul geborenen, die 2016 in Folge des gescheiterten Militärputsches, verhaftet wurde, die seit 2017 in Deutschland in Exil lebt, vorgestellt.

Katja Gasser, die ich ja in der letzten Woche zweimal gehört und gesehen habe, moderierte. Das Gespräch fand auf Englischt statt und Manfred Müller hat drei Passagen auf Deutsch gelesen.

Zuerst hat Katja Gasser die Autor gefragt, wie sie zum Lesen und Schreiben steht. Sie hat sich das Lesen sagte sie, selber mit vier Jahren beigebracht und dann auch bald zu schreiben angefangen und das Buch ist das Requiem oder Liebeserklärung auf die Stadt, die sie verloren hat. Ihre tote Katze und ihre Mutter beziehungsweise der Bosporus geht ihr ab, hat sie erklärt, dann ein Stück auf Türkisch gelesen. Danach kam Manfred Müller an die Reihe und dazwischen immer wieder Gespräche über das Buch, wo Alsi Erdogan erwähnte, daß sie beim Schreiben des Buchs viel Bach gehört hat und das ihre Schmerzbewältigung war.

Ich bin absichtlich früher in die Gesellschaft gegangen, weil ich dachte, daß es sehr voll ist, weil die Autorin, die Physikerin ist, “Die Stadt mit der Pelerine” und “Das Haus aus Stein” geschrieben hat und schon viele Preise gewonnen hat, den “Ehrenpreis des österreichischen Buchhandels” hat 2017 aber nicht sie, sondern Elif Shafak bekommen, sehr bekannt ist.

War aber nicht so. Annemarie Türk war aber da und Stephan Teichgräber den ich seit seinem Festival enicht mehr geshen habe, denn die Doml-Workshops gibt es ja nicht mehr.

Dafür hat Elfriede Jelineki die Autorn aber grüßen lassen, wie Katja Gasser am Beginn erwähnte und Manfred Müller hat natürlich das Lesen des Buches sehr empfohlen.

Ich habe aber während ich auf den Beginn der Veranstaltung gewartet habe, schon das Buch der Milena Michiko Flasar zu lesen angefangen und mich nachher mit Stephan Teichgräber unterhalten, im erzählt, daß ich “Es geschah im November” gelesen habe, gestern zwei Slowaken in der “AS” aufgetreten sind und ihn gefragt, ob er mir einen aktuellen ungarischen Roman, der gegen die Politik Orbans Stellung nimmt, empfehlen kann? Denn ich korrigiere ja meine erste Rohfassung meiner “Drei Frauen” und da habe ich mir gestern einen “Schreibespresso” der Jurenka Jurk “Meine Geschichte ist zu kurz” angesehen, das mich ermutigt hat, das Ganze doch mehr zu überarbeiten, als sonst und zu ergänzen. Denn viel Szenen sind sehr kurz, die man sicher noch besser ausarbeiten kann. Dazu muß ich aber genauer recherchieren. Ein Video über “Viktor Orbans System” habe ich schon gesehen.

Mal sehen und die Veranstaltung war sehr interessant, obwohl ich das Buch höchstwahrscheinlich nicht lesen werde.

Kunst im digitalen Raum

Jörg Piringer, Renate Pitroff, Christoph Theiler,und Günter Vallaster veranstalten schon seit einigen Jahren die “Räume für Notizen”, die sowohl in der Alten Schmiede” und in der Kunsttankstelle in Ottakring stattfinden, die sich mit sehr experimentellen Themen beschäftige, ich war, glaube ich, ein paar Mal da, in der “AS” nicht in der Kunstdartstellung, da war mir wohl zu weit und in den letzten zwei Jahren ohnehin nur per Stream und das gab es in der Grundsteingasse wahrscheinlich nicht.

Im Vorjahr ging es um den “Ullysses” und heuer um den digitalen Raum und Namen auf dem Programm, die ich noch nie gehört habe, obwohl ich eine sehr eifrige Besucherin der “Alten Schmiede” bin und obwohl ich ja realistisch linear schreibe, interessierte ich mich sehr für das Experimentelle und gehe sehr oft zu solchen Veranstaltungen.

Daher habe ich auch gleich beim Eingang die Ilse Kilic gesehen und die Konzeptgestalter habe ich natürlich gekannt.

Johannes Tröndle hat eingeleitet und Jörg Piringer hat das Programm vorgestellt, beziehungsweise auf sehr unterschiedliche Art und Weise erklärt, was ein Algorithmus ist, durch eine künstliche Stimme, eine Vitamin C Tablette im Wasserglas, Turnübungen, etcetera.

Ah, der erste Teilnehmer Andreas Bühler aus Berlin war nicht da, hat aber eine digiatale Botschaft geschickt und dann kam die 1982 in Bonn geborene Mara Genschel, die sich mit ihren Laptop auf die Bühne setzte und erklärte, daß sie ein Langgedichgt vom “Kleinen Geld” vorlesen würdeoder einen Text der vom Wohnen, Heimat, Maison und Weihnachtsdeko handeln würde.

Dann erzählte sie noch etwas von einer Rotweinflasche, die unter dem Lesetischchen steht und, daß sie dieses ausgeborgt und nicht zurückgegeben habe. Hängte ihre Manusseiten auf, bis sich ihr Avatar aus dem Laptop meldete und ihr erkärte, daß sie das Thema verfehlt hätte.

Aha, das ist die Kunst im digitalen Raum und die Alternative zur Wasserglaslesung oder die Parodie darauf.

Der nächste Programmpunkt stammte von Zuzana Husarova, 1983 geboren und Lubomir Panak, 1979 geboren, beide aus der Slowakei und die haben sich, wenn ich es recht verstanden habe, ihren Text von einer KI schreiben lassen. Den haben sie auch projeziert, bzw von den Moderatoren und dem Publikum lesen lassen.

Sehr interessant, die Mischung und auch etwas verwirrend herauszufinden, was ist was, vor allem wenn man gerade den Moritz Baßler und seinen populären Realismus liest.

Das ist wohl das Gegenteil und wird auch später besprochen und morgen gibts dann die Ausstellung in der Kunsttankstelle. Da werde ich wieder nicht hingehen, sondern in die “Gesellschaft für Literatur”, ist aber sicher interessant und kann ich empfehlen.

Ihr seid noch nicht besiegt

Der “Wagenbach-Verlag”, der mir immer so getreulich seine Quartbücher schickt hat, mir vor ein paar Monaten, die ausgewählten Schriften des ägyptischen Freiheitskämpfer Alla Abd el-Fattah, der 1981 in Kairo geboren wurde, der Sohn eines Menschenrechtsanwalt ist und seit 2011, seit dem Beginn des arabischen Frühlings mehr oder weniger ununderbrochen im Gefängnis sitzt, zukommen lassen.

“Wagenbach” hat das Buch das von Utku Mogultay aus dem Englischen übersetzt wurde, herausgegeben, in dem Texte des berühmten Bloggers, der soviele Teewts geschrieben hat, daß sie mehrere Bücher füllen könnte, von 2011- 2021 enthalten sind.

Noemi Klein hat das Vorwort geschrieben, das die ägyptische Situation erklärt und ich habe beim letzten “Writers on prison day” der traditonellen vom PEN veranstaltet wird, auch von dem Autor, der mir bisher unbekannt war, gehört und es daraufhin gelesen.

2011 beginnt es mit der Geschichte der Revolution und dem Wunsch zu einer neuen Verfassung zu kommen.

Im Dezember kam es zum Protestmarsch von Maspero, wo bei dem sogenannten Maspero-Massaker selchsundwanzig Demonstranten darunter Mina Daniel getötet wurde, worauf Alaah Abd el Fattah das koptische Krankenhaus besetzte, um eine Oduktion der Getöteten zu erzwingen, worauf El Fattah in der Zeit, als sein erster Sohn Khaled geboren wurde ins Gefängnis kam.

2012 begab er sich mit seinem Sohn auf eine “Gaza-Reise und berichtete, umgeben von den Versen des palästinenischen Dichters Mahmd Darwisch, von den politischen Zuständen und den Überraschungen, die er dort erlebte.

“2013 wird dann schon getwittert oder die Artikel auf Facebook gestellt. So schreibt er zum zweiten Jahrestag der Revolution: “Pessimismus des Intellekts, Optimismus des Willens”, “Vier Tweets über staatliche Gewalt” gibt es im Jänner. Im April kommt es zu Solidaritätsstreiks und im Mai wird dann die Geschichte wiederholt und zwar wie Alaa schreibt “Zuerst als Tragödie, dann als Farce.”, weil es Angesichts des Jahrestages zu Massenprotesten kam.

“Schrödingers Coup” gibt es dann im Juni, da ging es, um die Proteste, “wo hunderttausende gegen die Bruderschaft auf die Straße gingen” und im August stellt er auf Facebook die Frage was in “Abu Zabaal” geschah, wo siebenunddreißig Gefangene in einem Gefägnistransporter ums Leben kamen.

In einem längeren Artikel räsumiert Alaa ab el Fatah dann “Wer die Bourgeois repräsentiert?”, während er im November twittert: “Lasst euch nicht vom Pfad der Gerechtigkeit abbringen, weil er mit Toten übersät ist.”

2014 beschäftigt er sich mit dem “Autismus”, der im Gefängnis entsteht und verläßt das Tora-Gefängnis nach drei Monaten Haft.

“Jeder weiss” schreibt er dann weiter “dass den überwiegende Teil der Gefangenen die Grundrechte verwehrt werden, die Gesetze verfassungswidrig sind, das Regime der Jugend nichts zu bieten hat”, etcetera.

“Games of Thrones ” gibt es auch “Ich wollte doch games of thrones weiterschauen#nieder mit dem Militärregime”, weil er am elften Juni verhaftet wurde, weil er an seine “Grenzen gekommen ist”. Im September gegen wurde er dann gegen Kaution freigelassen.

2015 wird Alaa Abd el Fattah wieder verhaftet und zu fünf Jahren Gefängnis verurteilt, wo er sich 2016 in drei Texten mit “Der Geburt der schönen neuen Welt beschäftigt” und auch schreibt, daß er sich dabei behindert fühlte, weil ihm das Gefängnis den Zugang zum Internet und zu Bücher verwehrte, obwohl ihm das eigentlich zustehen würde.

2017 gibt es das “Portrait eines Aktivisten außerhalb des Gefängnisses” und den titelgebenden Text, den er an die “Menschenrechtskonferenz Rightscon in Silicon Valley” schrieb.

2019 wird er dann auf Bewährung entlassen

“Ich bin das Gift, ich bin das Gegenmittel

ich bin die Medizin, ich bin der Auslöser

ich bin das Gespenst des vergangenen Frühlings”, schrieb er da und wurde im September wieder verhaftet.

Es gibt einen Artikel in dem er beschreibt, wie wichtig es ist, trotz der schlechten Gefängnisbedingungen gesund zu bleiben und er bedauert, daß sein Vater während seines Gefägnisaufenthaltes verstorben ist. Seine Schwester hat über seine neuerliche Verhaftung geschrieben und Alaa Abd el Fattah ist mehrmals in Hungerstreik getreten, um gegen seine Haftbedingungen zu protestieren.

Es gibt Listen wo er über die “Metaphern der Heilung” und den “Sieben Wegen zum Wandel” reflektiert.

2021 gibt es noch einen Palästina-Text, mit dem das Buch auch beendet wird.

Das heißt, es gibt auch eine ausführliche Chronik der ägyptischen Geschichte von 1952-2019 und viele Buchhinweise, wenn man sich mit der arabischen Revolution weiterbeschäftigen will, von denen ich “Die Stadt der Rebllion” schon gelesen habe.

In drei Wochen mit dem Rohtext fertig

Ich weiß, da plane ich immer mein Romanplanjahr .und nehme mir immer vor diesmal wirklich länger zu werden und mir Zeit zu lassen. Dann bin ich nach einigen Wochen fertig und diesmal sinds mit dem jetzigen Stand, vierzig Szenen, neunundsiebzig Seiten und 37.814 Worte und den fünfzigtausend, die der “Nano”verlangt und da habe ich schon gehört, daß das sehr wenig bist, keine Spur.

Drei Wochen habe ich diesmal gebraucht. Ende des letzten Jahres ist mir glaube ich die Idee von den drei Frauen, eine aus Bratislava, eine aus Prag und eine aus Budapest gekommen und habe, glaube ich, am Feiertag, den sechsten zum Schreiben angefangen.

Eigentlich ist es wieder gut gegangen und ich bin mit meinen Schreiben zufrieden. Beim “Sozialen Kreditsystem”, das nächste Woche kommen soll, war das ein bißchen anders. Da ist das nicht so geflutscht und ich habe die erste Szene mehrmals verändert und auch mit Unterbrechungen ein halbes Jahr gebraucht.

Aber sonst geht es mir mit dem Schreiben eigentlich gut und ich kann mich erinnern, daß ich vor vielen Jahren, in den Siebzigern oder Achtzigern vielleicht, die Vali einmal sagte, daß ihr die Idee nur so zuströmen würden, dachte “Wui, das würde ich auch sehr gerne!”

Das hat sich geändert. Ich finde immer sehr schnell neue Ideen. Im Moment habe ich noch nichts, aber auch noch sehr viel Überarbeitsarbeit vor mir. Denn der Rohtext ist ja nur so dahingeflitzt. Zu großen Veränderungen kommt es bei mir meistens nicht. Aber ich denke, ich habe eigentlich die Spannungsbögen und habe mich da wahrscheinlich auch an der Jurenka Jurk und ihren Romanfahrplan orientiert und am Anfang war es so, daß ich zwar die drei Frauen hatte, aber nicht wirklich wußte um was es eigentlich dabei geht?

Was das über Thema, also die Promisse ist. Dann habe ich mir gedacht, da habe ich drei Handlungstränge. Die Zsofi flüchtet vor Viktor Orban nach Wien und baut hier ihr Portal auf. Die Katalin will wieder in den Beruf einsteigen und probt in ihren Trio, soviel das mit drei Kindern eben geht und die Jelena ist mit ihrer Mutter, ihren Bruder ihrer Lehre überfordert, findet aber einen Freund.

Das war es dann und ich finde es eigentlich spannend. Habe ein paar Anspielungen drinnen. Zum Beispiel, das Farbenquartett, den blauen oder schwarzen Anzugmann, die grüne Frau und die rote, die vielleicht die Marlene Streeruwitz im weißen Hosenanzug ist. Motive, die schon in der “Viertagebuchfrau, da in Form von Ostereiern, vorkommen. Literarische Anspielungen, beziehungsweise Bücher gibt es auch.

Die “Tage im Mai”, der Marlene Streeruwitz, “Oben Erde, unten Himmel”, der Milena Michiko Flasar und Laszlo Barnas “Bis ans Ende unserer Leben” tausendund sehr flott in drei Wochen fünfunddreißig Worte dahingeschrieben. Nach dem Korrigeren werden es wohl fünftausend weniger sein und beim letzten der “Flora Faun”, die ich während des “Nanowrimos” geschrieben habe, waren es nach zwei Wochen über fünfzigtausend Worte, der Text der jetzt beim Alfred liegt hat 44.076 Worte.

im Vorjahr habe ich nach den Jurenka Jurk Webinar mit dem “Frauenleben” angefangen, da war ich auch nach einem Monat fertig.

Die “Uhren” waren besonders kurz. Aber da habe ich schon vorhandene Szenen in eine Rahmenhandlung eingefügt und “Die gestohlenen Jahre”die auch sehr schnell vor sich gegangen sind, haben auch nur fünfunddreißigtausend Worte.

Ja, ich werde immer schneller, obwohl ich es am Anfang immer länger anlegen will. Macht aber nichts, wenn es flüssig ist. Die Leute wollen ohnehin nicht so viel lesen, obwohl ich natürlich immer länger, genauer und sorgfältiger werden will.

Bei der “Radiosonate” mit der ich den Blog begonnen habe, war das anders. Da habe ich mich an die Jahresstruktur gehalten und das ist ein wirklich dicken Buch.

Die “Absturzgefahr”, die dann folgte, hatte auch sechzigtausend Worte. Aber jetzt bleibe ich, wenn ich nicht die “Nanostruktur” habe, bei den dreißigtausend Worten und bei den “Nanos” habe ich auch schon öfter angestückelt.

Macht ja nichts, muß nicht lange sein, obwohl ich gründlich überarbeiten will. Einige Unklarheiten habe ich noch drinnen und ich werde auch die Tips der Jurenka Jurk anwenden. Die sieben Stufen nochmals durchgehen und schauen wie es wird? Ob sich was verändert und eigentlich gefällt mir die Geschichte sehr und sie ist auch weniger abgelutscht, als es vielleicht bei früheren Texten war.

Liebe ist gewaltig

Das letzte Buch der Bloggerdebutshortlist ist dem vierten, “Nordstadt” sehr ähnlich, wie es überhaupt bei drei oder vier Büchern auf dieser Liste umd die Identitätsfindung und das Aufwachsen in häuslicher und gesellschaftlicher Gewalt geht.

“Liebe ist gewaltig” der 1986 in Tübingen geborenen Cludia Schumacher ist erzählender und vielleicht auch ein wenig kitschiger, als Annika Brüsings Debut. Es schweift mehr herum und ist vielleicht auch ein wenig unglaubwürdiger. So wirkt die Anwaltmutter manchmal wie eine Hausfrau, die zu Mittag zu Hause ist und für ihre Lieben kocht und der wahrscheinlich dreißigjährige Bruder wird gleich Bürgermeister des Städtchen.

Die Einstiegsszene, die 2007 spielt, ist aber schon mal sehr gewaltig. Da ist die Heldin, Juli, Jules genannt, die sich später Julia nennt, siebzehn und ist von ihren Eltern in ein Sanatorium gebracht worden, wo sie sich erholen soll und ist hier mit Dementen und Bunouts zusammen, passt also nicht hin.

Vielleicht passt sie auch nicht nach Ederfingen, das ist ein Vorort von Stuttgart, wo sie in einer Vorzeigefamilie, beide Eltern Anwälte mit drei Geschwistern aufwächst. Eine Vorzeigefamilie mit dem reinen Glück, dabei ist der Vater sehr gewaltig und der Teppich hat Blutflecken, die Mutter beschwichtigt, lächelt immer und versucht alles mit neuen Klamotten und McDonald Besuchen auszugleichen.

Juli fliegt, weil sie auch gewalttätig sein kann, aus der Kur hinaus, soll in eine Psychiatrie kommen, die Mutter holt sie aber ab und bringt sie in die Villa zurück und hier findet Juli vorläufig ihr Glück in einer kleinen Maus, die sie aufzupäppeln versucht. Der Vater erlaubt ihr zuerst sie zu behalten. Später setzt er sie in Beisein der Mutter aus, aber von Menschen aufgezogene Mäusen können in der freien Wildbahn nicht überleben, “weil sie den Katzen gleich ins Maul marschieren”.

Juli rastet also wieder aus und verläßt das Elternhaus. Später, 2014, da ist sie erfolgreiche Gamerin, lebt in Berlin und soll ihr Mathematikstudium abschließen, kehrt sie zum sechzigsten Geburtstag des Vaters zurück. Was auch in einer Katastrophe endet. Sie beschimpft den Gratulanten. Der älteste Bruder ist inzwischen Bürgermeister des Städtchens geworden und sehr aufstiegsorientiert. Nur der Bruder Bruno ist ihr Halt. Sie klagt den Vater in Beisein aller der Gewalttätigkeit an. Schweigen folgt, der Vater sagt sie ist hysterisch und bildet sich das nur ein und niemand glaubt ihr.

So verläßt sie die Party und fliegt nach London, um ihre Exfreundin Sanyu, die eigentlich Sandy heißt, zu treffen, die sie aber gar nicht hineinläßt und in einer Disko hat sie auch jemand zusammengeschlagen und muß mit einer Anzeige rechnen. Der Vater, der das öfter macht, boxt sie hinaus und 2016 heißt sie dann Julia, was mich Anfangs beim Lesen sehr verwirrte, weil ich mich nicht auskannte, wer diese Julia ist jetzt ist?

Sie ist, wird ihr ihr Bruder Bruno später schreiben, eine “runtergedummte Barbie-Version”, denn sie hat sich ihren Freund Thilo, einen Aufsteiger aus Sachsen, sehr angepasst und sich äußerlich sehr verändert, kocht und backt für ihren Freund, hat die Wohnung umgestaltet und ihr Inneres total verdrängt.

Sie wird sich aber wieder finden und nach Berlin zurückkehren und wie es weiter geht, können wir nur ahnen oder uns erhoffen, daß es nicht in dieser Art und Weise weitergeht.

Sehr viel Gewalt also, die die Dreißig bis Verzigjährigen, die heute Bücher schreiben, in ihrer Jugend erlebten.

Ronja von Rönne, die das Buch sehr lobte, ist wahrscheinlich auch eine davon, Helene Hegemann, etcetera und die Danksagung, wo man den Schreibverlauf gut verfolgen kann, ist sehr lang.

Vorschau auf „In den Wolken leben oder das soziale Kreditsystem“

Wieder ein neues Buch, im vorigen Jahr geschrieben, im neuen erschienen, wo ich ein bißchen nach China gegangen bin oder mir das soziale Kreditsystem und was hier davon zu spüren angesehen habe.

Ein bißchen hat die Wirklichkeit die Geschichte inzwischen schon überholt, weil die Nullcovidstrategie in China inzwischen auch gescheitert ist und das Bild am Cover von der chinesischen Mauer, hat der Alfred, der mir wieder beim Erscheinen geholfen hat, auf einer seiner Reisen geschossen.

Neugierig geworden?

Auf der Website gibts noch eine größere Vorschau zu finden. Die Leseprobe gibts auch im Blog, habe ich eine oder sogar drei Stellen aus dem Buch schon bei der letzten “Poet Night” und beim “Open Mike” im “Werkl am Goethehof” gelesen.

Jetzt habe ich schon viel über das Buch verraten, so daß ich gar nicht so genau weiß, was ich für mein traditionelles Gewinnspiel fragen soll?

Aber machen wir es leicht, für den, der das Buch lesen will oder auch ein bißchen schwerer, denn ich verlinke natürlich auch die Schreibberichte, in denen man ein bisschen den Entstehungsprozeß nachvollziehen kann. Also:

  1. In welcher Konditorei, die in dem B uch auch eine Rolle spielt, ist mir die Idee zu der Steffi Schuster gekommen?
  2. Wie heißt die junge Chinesin, um die sich ein wenig kümmert?
  3. Wen lernt sie in der Konditorei noch kennen und von wem wird sie besucht?

Nach Erscheinen des Buches, was hoffentlich recht bald passiert, löse ich die Gewinnspielfragen auf.

Es wird dann wieder eine Leserunde geben, wo man über das Buch diskutieren kann.

Auf rege Anteilnahme und Feedback werde ich mich freuen und bin diesbezüglich schon sehr gespannt.

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Kein Schreibbericht aber eine meiner drei Johanne Amudsen-Geschichten, zu denen mir die Idee in Kroatien gekommen ist und die dann auch die österreichische Buchpreisliste bespricht und die auch in dem Buch vorkommt. Gibt es auch noch hier.

Mit Milena Michiko Flasar japanisch essen

Am zweiten Februar erscheint Milena Michiko Flasar neues Buch und dazu hat der “Wagenbach-Verlag” zu einer Vorpremiere eingeladen. Die offizielle Buchpräsentation findet dann am Donnerstag im Literaturhaus statt und das ist gut, daß ich schon vorher daraus lesen hören konnte, denn da wird zeitgleich in der “”Gesellschaft” der dritte Teil der “Mit Sprache unterwegs-Reihe” vorgestellt.

Die Präsentation fand im “Mari´s Metscha Matscha” in der Kaiserstraße statt und das ist offenbar eine Kette, denn in der Operngasse gibt es auch ein solches Lokal, an dem ich immer vorbeigehe wenn ich in die “Alte Schmiede” oder in die “Gesellschaft” möchte und habe mir da immer gedacht, daß ich da gerne einmal hingehen will und jetzt hat sichs ergeben und ich kenne die 1980 in St. Pölten geborene Milena Michiko Flasar, die eine japanische Mutter und einen österreichischen Vater hat, schon lange, wahrscheinlich seit sie zu schreiben angefangen hat.

Ihr zweites noch bei “Residenz” erschienenes Buch habe ich mal im Schrank gefunden. “Ich nannte ihn Krawatte” hat dann “Wagenbach” herausgebracht und ich war in Leipzig, als es prominent vorgestellt wurde. Dann war ich bei der Präsentation, ich glaube, in der Hauptbüchereie und bin dann zur Festwocheneröffnung gegangen.

“Herr Kato spielt Familie” hat mir schon “Wagenbach geschickt. Es stand auch auf der Öst und das interessante an Milena Michiko Flasar, das was sie interessant macht, ist, daß sie immer japanische Besonderheiten beschreibt, die auch einen speziellen Namen haben.

Beim Ersten, mit dem sie beim “Alpha” gewonnen hat, ging es um japanische Jugendlichen, die das Haus nicht mehr verlassen, im zweiten läßt sich ein Pensionist als Großvter mieten und jetzt geht es um die, die in ihren Wohnungen sterben und ein paar Wochen später rückt dann der Reinigungstrupp an, um die Wohnun zu säubern. Das finde ich orginell und das Thema tot und sterben interessiert mich sehr.

Also eine interessante Neuerscheinung, ein interessantes Thema und Japan ist auch ein interessantes Land. 1991 bin ich einmal, weil ich es unbedingt sehen wollte, zehn Tage hingeflogen und jetzt wieder japanisch essen und ein paar Bekannte habe ich unter den Buchhändlern, Bloggern und Pressegrössen, die gekommen sind, auch gekannt und habe ehrlich gesagt nicht gewusst, daß es außer mir in Wien noch andere Literaturblogger gibt. Das heißt, da gab es ja einmal ein Bloggertreffenin einer Buchhandlung und die Buch-Wien hat auch einmal zu einem solchen eingeladen, aber da war ich schon bei der Buch-Basel und konnte daher nicht teilnehmen.

Sonst Katja Gasser, Kristina Pfoser, die nächste Woche moderieren wird, Zita Bereuter, die gestern auch im Literaturhaus war. Eigentlich hätte ich auch Robert Huez erwartet, die Anna Jeller war aber da, Linda Stift und noch viele andere.

Zuerst gab es ein paar Häppchen, damit man nicht hungrig zuhören muß, wie Anette Wassermann launig einleitete und es ist wieder ein Buch, das während der Pandemie geschrieben wurde. Nachher konnte man zwischen vegetarisch und mit Fleisch wählen. Alles wurde in Schälchen serviert und jetzt heißt es lesen, lesen und ich kann mich entscheiden ob ich das Buch vor oder nach der Streeruwitz lese und beides ist sicher interessant und kommt auch in meinem neuen Buch vor, das jetzt “Bratislava, Prag, Budapest oder ein “Dreimäderlhaus” heißen wird. Den Handlungsfaden und die Szenenplanung habe ich schon, wenn auch noch nicht alle Szenen geschrieben und derzeit 32476 Worte, neunundsechzig Seiten und dreiunddreißig Szenen

meaoiswiamia & Waben der Worte

Das sind die Motti der beiden Gastlandauftritte Leipzig und Frankfurt in diesem Jahr. Denn Pandemie bedingt kommt Österteich erst dieses Jahr nach Leipzig undd Slowenien wird dann in Frankfurt das Gastland sein und beide Länder beziehungsweise die Organisatoren wurden heute im Literaturhaus vorgestellt.

Katja Gasser, eine Kärntner Slowenin kuratiert ja den österreichischen Gatlandauftritt und da habe ich schon einigen Pressekonferenzen gehört und dann war noch Ana Marwan“, die Bachmannpreis-Trägerin” vom Vorjahr da und die wurde ja 1980 in Murska Sobota geboren und lebt jetzt in Nederösterreich und scheint in beiden Sprachen zu schreiben, ist also ein Doppeltalent das bei beiden Auftritten lesen kann und wahrscheinlich auch wird.

Miha Kovac, der kein Deutsch spricht, ist der Slowenien-Kurator. Metka Wakounig, offenbar auch eine Kärntner Slowenin, hatt ihn gedolmetscht und Robert Huez hat moderiert und die Fragen gestellt. Zuerst begrüßte aber der Leiter vom slowenischen Kulturinformationszentrum Aljaz Arih und der sagte launig, daß man die Veranstaltung eigentlich auch auf slowenisch abhalten könnte.

Kann man nicht, denn Robert Huez, der Literaturhausleiter ist ja ein Südtiroler. Also zweisprachig, deutsch und italienisch aufgewachsen und im Publikum hat es wahrscheinlich außer mir noch andere gegeben, die nicht slowenisch sprechen. Frau Schmidt-Dengler vielleicht und Luba Arnautovic, Erwin Köstler und Mascha Dabic können es natürlich schon und es wurde dann auch auf Deutsch gesprochen und die Veranstaltung war sehr interessant.

Zuerst erklärte Katja Gasser, daß das etwas unverständliche Motto von Thomas Stangl, stammt der offenbar gerade den “Bremer Literaturpreis” bekommen hat und sie meint, das wäre experimentell. Ich würde es eher für Wiener Dialekt halten und kann es diesbezüglich nicht ganz übersetzen.

“Wir sind mehr als ich!”, so geht es vielleicht schon und würde in Zeiten, wie diesen, wo für die “Festung Österreich” Werbung gemacht wird, für die Offenheit plädieren und das hat auch Ana Marwan auf die Frage, ob sie sich als österreichische oder slowenische Autorin versteht, so beantwortet.

Ich denke wieder so ganz offen ist es nicht. Denn es werden ja nicht alle Autoren eingeladen, sondern offenbar nur die “guten”.

Da bin ich nicht dabei,aber was ist Gute? Das habe ich, obwohl ich mich ja schon an die fünfzig Jahre damit beschäftige, noch immer nicht ganz verstanden und Katja Gasser erklärte den Unterschied zwischen der deutschen und der österreichischen Literatur, daß die österreichische mehr experimentell, sie nannte es, glaube ich, sprachlich, sei. Das stimmt für Österreich. Ob die Deutschen aber wirklich so realistisch sind, bin ich mir nicht ganz sicher, schließlich gibt es auch einen Helmut Heißenbüttel.

Ich habe mich ja am Anfang gefragt, was diese Länderverbindung Österreich Sloweinen soll?

Jetzt verstehe ich die beiden Gastlandauftritte. Es ist aber interessant, denn in Österreich spricht man ja Deutsch oder Österreichisch, ich habe, glaube ich, in meinen Zeugnissen noch Umgangssprache stehen. Es gibt aber die Kärntner Slowenen und in Kärntnen einige slowenische nVerlage und die Slowenen haben einmal als slowenisches Buch, das einer Amerikanerin ausgezeichnet und in Leizpig wird man das Motto wahrscheinlich auch nicht sehr verstehen und Katja Gasser meinte, daß es in Österreich nicht um die Übersetzungen geht, sie aber hofft, daß die österreichischen Verlage mehr Aufmerksamkeit erregen.

Da weiß ich auch nicht so recht. Denn es gehen alle von “Jung und Jung” und “Droschl” weg, sobald sie es können und gehen nach Deutschlang zu “Suhrkamp” oder “Fischer”, etcetera und Miha Kovac dessen Motto “Waben der Worte” ist, meinte, daß er auf Übersetzungen hoffe.

Also sind wir gespannt, wenn es geht, werden wir nach Leiüpzig fahren, wo ich seit 2018 nicht mehr war, vorher aber seit den Neunzigerjahren oft. Nach Frankfurt werden wir nicht fahren. Die sloweniche Literatur interessiert mich aber sehr und ich habe auch schon einiges gelesen

Die letzte Frage von Robert Huez lautete, ob sich die beiden Kuratoren vorstellen können, daß sie einmal zusammen auftreten.

“Eine gute Idee!”, sagte Katja Gasser “Aber dann werden wir nur mehr slowenisch reden, dann setzen wir das durch!”

Nun ja, aber dann werden nur die ehemaligen Gastarbeiter und die Kärntner Slowenen, was verstehen und Anja Marwan laß dann noch etwas zweisprachig aus ihrem neuen Buch, das demnächst erscheinen wird und das aus dem Slowenischen übersetzt wurde..

Nachher bin ich wieder bei einem Glas Wein herumgestanden und habe die Ereignisse, um mich herum beobachtet und einen Wettbewerb der Schule für Dichtung zum Gastlandauftritt gibt es auch und da habe ich am Sonntag, obwohl ich es ja nicht mehr sehr oft tue, etwas geschrieben und hingeschickt.