Demoparty statt P.S. politisch schreiben

Heute wollte ich mich eigentlich wieder ins Lteraturhaus streamen und mir die Frage beantworten lassen, ob das jetzt “Noch Genre oder schon Literaturi ist?

Denn da gab es wieder eine Veranstaltung der Zeitschrift “P.S politisch” schreiben, wo Eva Schörkhuber , Kaska Bryla, etcetera, sich engagieren. Bei der Krit Lit habe ich, diese aktive literarische Frauengruppe kennengelernt, war auch vor zwei Jahren bei einer Veranstaltung im Literaturhaus und jetzt natürlich streamen. Denn politische Literatur ist ja interessant und auch die Frage, die mich ja betrifft, da ich den Verdacht hebe, daß man mich vielleicht für eine Genreschreiberin halten könnte, obwohl ich ja weder Krimis, Chicklit und auch keine Phantasy schreibe und politisch bin ich sehr wohl und nicht erst seit Jahresanfang auf kDemos aktiv, obwohl sich ja seit zwei Jahren alles gewendet hat, links nach rechts ichrutschte und umgekehrt, die Grünen, die ich 2019 gewählt habe um Herbert Kickl und die FPÖ zu verhindern, bei den Regierungsverhandlungen einen Sideletter unterschrieben haben, daß sie für das Kopftuchverbot bei Lehrerinnen eintreten und Alexander van der Bellen für dessen Wahl ich mich auch sehr engagiert habe, vor einer Woche das Impfpflichtgesetz unterschrieben hat, das jetzt wieder zu wackeln scheint, weil sich Omikron offenbar doch als harmlose Grippe entpuppt, ja das darf man jetzt vielleicht sagen, obwohl Sigi Maurer, die Grüne Clubobfrau stur predigt, wir ziehen das Impfpflichtgesetz durch, weil ja im Herbst wieder eine Welle kommen könnte. Durchzuführen scheint sie nicht zu sein, weil Elga nicht die Daten sammeln kann und es auch kein Register gibt, wer von dem Gesetz ausgenommen ist, und keine Amtsärzte die das anschauen können und es so verfassungswidrig zu sein scheint, daß die Verwaltung lahmgelegt werden könnte, wenn dann eine Million Einspruch erheben. So sagen jetzt schon einige Landeshauptleute, das müßen wir noch evaluieren und die anderen rufen “Ein Freedom day muß her, gebt uns unsere Freiheit zurück!” und das soll stufenweise langsam geschehen.

Das heißt ab morgen kann ich wieder mit Maske in ein Schuhgeschft oder zu Anna Jeller gehen ohne meinen Ausweis und meinen Impfnachweis herzeigen zu müßen. Schön und sehr frei, wenn man das will. Alle scheinen das nicht so zu empfinden, so gibt es immer noch Demonstrationen und das sind ja derzeit fast die einzigen Veranstaltungen, wo ich hingehe. Meistens am Samstagmittag, wenn ich in Wien bin um den Ring, aber auch am Montag auf die WU, weil im Sommersemester nur mehr geimpfte Studenten dort studieren dürfen und manchmal gibt es auch einen Autokonvoi, wo die Trucks laut hupend über die Ringstraße fahren.

Heute sollte es wieder einen solchen geben, aber der wurde verboten, weil zu laut und zu viele Emissionen, aber um sechs war eine Abschlußveranstaltung am Heldenplatz geplant, wo auch die kritische Ärtzin, die inzwischen ihren Ärzteausweise niedergelegt hat, Maria Hubmer Mogg sprechen sollte und wie die Veranstalter sagten, auch eine Art Disko oder Clubbing, weil “Das Feiern lassen wir uns nicht verbieten!” und da wurden die Ungeimpften ja wirklich sehr diskriminiert auchoder nicht, weil die Nachtgastro und die Diskos sind ja noch verschlossen und es geistern Videos von Nobellokalen herum, wo sogenannte illegale Parties gefeiert werden.

Aber eine Demo am Heldenplatz ist legal, wenn man eine FFP2-Maske aufsetzt und weil das nicht alle wollen, ist ein Polizeiauto herumgefahren, umie Teilnehmer zu informieren “Bei Zuwiderhandeln werden Sie an gezeigt!”

Da wurde dann hinein getrommelt. Die Maria Hubmer Moog habe ich aber versäumt, weil ich eigentlich nicht so ein Diskotyp bin. So bin ich nach einer Stunde gegangen und habe gedacht, ich mache wieder eine Bücherschranktour, denn dazu komme ich 2G bedingt auch weniger. Das heißt in Harland fahre ich öfter zwischen dem beim Bootshaus und beim Amtshaus vorbei und zu meinen Geburtstagen habe ich die letzten zwei Jahren den in der Burggasse und in der Zieglergasse abgeklappert.

Beim “Wortschatz” am Margaretenplatz komme ich auch manchmal vorbei und so habe ich heute die Literatur und die Politik verbunden. Bin sogar um circa acht beim Literaturhaus vorbeigegangen, aber nicht hinein. Leider leider, weil ja kein 2G und keine Maske, kann man aber eine Woche lang nachhören und in den Bücherschränken habe ich Andre Hellers “Buch vom Süden” gefunden und “Geschichten vom Helfen” aus dem “Residenz-Verlag” und Morgen gibt es um zwölf wieder eine Demo am Heldenplatz.

Ja, Samstag ist derzeit mein Demotag und den Kritiker kann ich sagen, daß es stimmt, daß ich das auch zur körperlichen Ertüchtigung benütze, weil ich ja kaum zwecklos spazierengehe und wenn ein bißchen feiern dabei ist, kann das die Ungeimpften, die ja ziemlich diskrimiert sind oder waren, nur freuen. Interessieren würde mich auch noch, was P.S politsch schreiben zur <impfpflicht und den Maßnahmen sagen?

Nachruf auf Gerhard Roth

Der 1943 in Graz geborene Gerhaird Roth ist, wie ich im Morgenjournal hörte, am achten Februar in Graz gestorben und ist wahrscheinlich ein Doyen der österreichischen Literatur, der, glaube ich, in den Siebzigerjahren zu der Grazer Gruppe wie Wolfgang Bauer, Peter Handke, Alfred Kolleritsch, Alfred Paul Schmidt, Barbara Frischmuth, etcetera gehörte und experimentell angefangen hat, so kann ich mich erinnern, daß ich mir einmal ein TB von ihm kaufte mit dem ich nicht sehr viel anfangen konnte, wahrscheinlich war das, was ich aus meinem Bibliothekskatalog eruierte wahrscheinlich “Ein neuer Morgen” war, denn unter Roth finde ich da viele Eintragungen, gibt es ja auch noch einen Philip Roth, Eugen Roth und einen Joseph Roth, einen Ralph Rothmann gibt es auch und ich habe von Gerhard Roth eif Bücher in den Regalen, denn das zwölfte, das, wie ich aus dem Morgenjournal erfuhr, zur Venedig- Trilogie gehört “Der Himmel ist leer, die Teufel sind alle hier” und das auf der öst Buchpreisliste stand, habe ich als E- Book gelesen und was ich von den elf anderen Eintragungen gelesen habe, kann ich gar nicht so genau sagen. Ein paar vielleicht, die meisten wahrscheinlich nicht, ist er ja ein österreichischer Klassiker, der in vielen Bücherschränken zu finden ist und ich greife dann auch danach und denke, werde ich lesen. Gehört habe ich ihn wahrscheinlich bei “Rund um die Burg” in der alten Form, denn da haben ja die Großen der Literatur gelesen und eine Psychologenkollegin hat mir einmal gesagt, daß sie als eines seiner Bücher erschienen ist, ihm einen Brief geschrieben und er ihr auch geantwortet hat.

“Wow!”, kann ich da nur sagen Aber Peter Turrini hat das auf einen meiner Briefe auch einmal getan und, wie ich weiter im Morgenjournal hörte, hat Gerhard Roth unzählige Bücher geschrieben, wo er in einem Interviewausschnitt auch sagte, daß er die letzten dreißig Jahre mit seinen Figuren gelebt hat, was ich sehr eindrucksvoll gefunden habe. und nachahmen sollte.

Schaut man bei “Wikipedia” nach, Kristina Pfoser hat das auch berichtet, gibt es zwei Romanzyklen, “Okus” und die “Archive des Schweigens”, von beiden habe ich einige Bücher in meinen Regalen.

Den “See”, der “Berg”, den “Strom”, das “Labyrinth” beim “Orkus” bei den “Archiven” den “Am Abgrund” und “Die Geschichte der Dunkelheit.”

Fotobücher gibt es auch und dann noch Einzelromane, Erzählungen, Theaterstücke und die schon erwähnte “Venedig-Trilogie”. Die Steiermark hat er, glaube ich, in seinen Fotobüchern bearbeitet und die österreichische Vergangenheit in seinen Zyklen.

Preise hat er auch sehr viele bekommen, den “Österreichischen Staatspreis”, 2016, den “Rosegger-Preis” und sogar den “Preis der Stadt Wien”.

In der letzten Zeit habe ich, eher wenig von ihm gehört, so daß mich die Todesnachricht überrascht und betroffen hat und ihn natürlich lesen, wenn mich meine Leseliste das läßt.

Aus einer Zeit

Jetzt kommt noch ein Debut, obwohl der Bloggerdebutpreis für 2021 ja schon entschieden ist. Aber das Buch des 1988 als Kind von DDR-Flüchtlingen in Braunschweig geborene Maximilian Zech ist erst vor ein paar Monaten zu mir gekommen, obwohl es, glaube ich, genau vor einem Jahr erschienen ist und ich habe auch etwas gebraucht in den Stil hineinzukommen, beginnt es ja gleich mit einem Arztbrief.

“wir berichten über o.g Patientin, welche sich in der Zeit vom 14. 04. in unserer stationären Behandlung befand.”

Denn der Roman des in Leipzig lebenden Journalisten handelt von einem jungen Arzt namens Matthias Bode und am Klappen text steht etwas von “einer biedermaierlich anmutigen Innerlichkeit” und , daß das Leben dem Protagonisten, wie ein Traum erscheint. Bei “Amazon” kann man lesen “Die ganzen Kapitel sind ein Mix aus Philosophie, dem eigenen Sein, Gesellschaftskritik und sich selbst in Frage stellen”, was mich anfangs verwirrte.

Nach und nach kommt man in die Geschichte hinein, die nicht wirklich neu ist, wenn auch vielleicht ein wenig ungewöhnlich bedächtig geschrieben. Und da fällt mir ein, daß mir bei meinen Erstlingen gesagt wurde “Da passiert ja nichts!”, was mich damals auch verwirrte, denn es passierte schon einiges und das ist auch bei Maximilian Zech so.

Da ist also der junge Arzt. Er lebt in Göttingen, stammt aus der DDR und wir erleben zuerst einmal ein paar Krankengeschichten. Er arbeitet in einem Privatspital in der Onkologie und so besucht er ein paar Krebspatienten, schlägt ihnen Transplantationen vor und die loben ihn alle, weil er sehr einfühlsam ist und ihnen zuhört. Sie sterben aber, wie das auf einer Onkologie so ist, trotzdem und es gibt auch Probleme mit den Kollegen. Da ist Steffi, auch eine junge Ärztin, die ist verlobt, das ist vielleicht das Altmodische an dem Buch, daß das Wort öfter auftaucht, denn das ist man, glaube ich, heute ja meistens nicht mehr und Matthias verabredet sich mit Steffi, als sie Probleme mit dem Verlobten hat, in einem Studentenlokal. Sie kommt aber nicht. Stattdessen spricht ihn ein alter Mann an, der ihn, während er sich betrinkt, in philosophische Diskussionen über den Sinn des Lebens verwickelt.

Dann tauchen wir langsam in die Vergangenheit. Es gab eine Maja, seine erste Freundin, glaube ich, die ist jetzt verlobt und schwanger und im betrunkenen Zustand schreibt Matthias ihr ein Mail, das ihm dann ein wenig peinlich ist.

Er nimmt sich dann auch einen plötzlichen Urlaub, weil er nach Italien fahren will und verwirrt damit den Oberarzt “Haben Sie ein Burnout?” und kommt mit seinem alten Auto aber nicht so weit, sondern nur bis zur österreichischen Grenze und besucht da die kleine Kirche, wo der Großvater einmal Pfarrer war, bevor er in die DDR emigrierte. Jetzt ist sein Grab verschwunden. Der jetztige Pfarrer, der aus Salzwedel stammt, spricht ihn aber an und und wir erfahren, seine Mutter ist an Krebs gestorben, als er sechzehn war. Das war schlimm für ihn und auch, daß der Vater bald wieder verheiratete. Deshalb hat er den Kontakt zu ihm auch abgebrochen.

Ja er ist ein wenig streng, sieht das auch ein und freut sich, daß Maja sich meldet. Die fährt dann aber mit ihren Bauch zu ihrem Verlobten zurück und Matthias statt nach Italien in seinen Heimatort, wo aber jetzt aber in seinem Elternhaus wohnen, mit der Polizei drohen und er nur noch einen Schulfreund trifft. Er geht mit ihm zum Albaner Pizza essen, steht dann abreisebereit vor seinem Auto, um wieder, was er schon mit einem Patienten und dem alten Mann im Studentenlokal diskutierte, zu sinnieren:

“Alles könnte ich machen, ja, ich könnte so viel. Doch ich komme nicht los. Ich komme einfach nicht los.”, lauten die letzten Sätze.

Ja, natürlich ein neues Auto kaufen und doch nach Italien fahren oder sich mit dem Vater versöhnen, eine neue Freundin suchen und wieder ins Spital zurück oder vielleicht den Beruf wechseln, wenn er nicht der Richtige war, so daß der aus der Zeit Gefallene wieder in sie hineinkommt und eines hätte ich jetzt fast vergessen, die Literatur kommt in den Buch auch öfter vor. Denn Matthias Bode ist sehr an ihr interessiert, schreibt Gedichte, liest Eichendorf und einen Heinrich von Marenholtz, der wie sein Heimatort heißt, den ich aber bei Google nicht finden konnte, obwohl ein Gedicht von ihm abgedruckt. ist.

Ein ähnliches Buch über die Erlebnisse eines Arztes auf einer Krebsstation hat David Fuchs geschrieben, der aber selber Arzt ist.

Vom Gastland Portugal in die “Alte Schmiede”

Das Gastland der heurigen Leipziger Buchmesser, die offensichtlich heuer pünktlich mit 2G und Maske, glaube ich, stattfinden wird, ist Portugal. Eigentlich hätte ich gedacht, da das heuer oder schon im letzten Jahr Österreich sein mußte, aber das hat sich wahrscheinlich Pandemie bedingt verschoben und wird vermutlich im nächsten Jahr stattfinden.

Portugal also und da hat mich “Literaturtest” zu einem “Buchhandel Spezial” eingeladen und das war interessant, verstehe ich ja nicht allzu viel von der portugiesischen Literatur. Wir hätten zwar einmal eine Kreuzfahrt machen wollen und da habe ich mir ein paar Bücher vorbereitet, sie dann aber nicht gelesen, also eine virtuelle literarische Portugalreise , wo die für die Messe erscheinenden Bücher vorgestellt wurden.

Da tauchten natürlich die Namen Fernando Pessoa und Jose Saramago auf, aber auch die Bücher von brasialischen und afrikanischen Autoren, die auf Portugiesisch schreiben, sind auf der Messe auch eingeplant.

Es gab auch Decotips für Buchhändler und einen Wettbewerb mit einer Reise, die man gewinnen kann, wenn man seine Buchhandlung portugiesisch aufbereitet.

Dann kam Leonor Amaral, eine Opernsängerin, die in Erfurt beschäftigt ist, die eine Fado- Vorführung gab und etwas darüber erzählte. Dann ging es zur Lyrik, die Viktor Kalinke vom “Leipziger- Literaturverlag” vorgestellt wurde. Da gibt es einen Luiz Pacheko, einen Jose Vialo Martinho und eine Helia Correia, dann kam der “Elfenbein-Verlag”, an die Reihe, der unter anderen, die Werke von Al Berto präsentierte, der 1997 in Lissabon verstorben ist. “Hanser-Lyrik gab es auch und unter den Übersetzern tauchte immer wieder der Name Michael Kegler auf, der in einer portugiesischen Buchhandlung auftrat.

Kinderbücher wurden vom “Midas-Verlag” auch vorgestellt. Dann gings leider nur virtuell, “Ich hasse Zoom”, sagte der “Midas-Verleger “, auf eine kulinarische Reise. Eine interessante und umfangreichreicher Einblick in das portugiesische Buchgeschehen also, die Apettit auf mehr machen können und dann gings in die “Alte Schmiede”, wo Andrea Winkler zuerst einmal in der Reihe “Dichterin liest Dichterin” die Schweizer Autorin Adelheid Duvanel vor, die von 1936 bis 1996 lebte, vorwiegend Kurzgeschichten und Erzählungen schrieb und jetzt wieder aufgelegt wurde , vorstellte.

“Fern von hier”, heißt der neuverlegte Band, von dem ich schon einiges gehört habe. Andrea Winkler meinte, daß sie die Autorin, die als Adelheid Feigenwinter in Basel geboren wurde, vor fünfzehn Jahre durch den damals einzig erhältlichen Band “Beim Hute meiner Mutter” kennenlernte. Sie las und kommentierte vier Texte.

Der Erste hieß “Innen und außen” und behandelte ihre Kindheitserinnerungen, ausgehend von einem von Hermann Hesse gemalten Aquarell, das in ihrem Wohnzimmer hing, der Krieg und der Tod des Bruders, der vom Krankenhaus nicht mehr zurückkommt, kommen auch darin vor.

Dann kam der Text “Der Hut”, der von einem Kaspar und seiner Mutter handelt und wohl auch in den schon erwähnten Gedichtband enthalten ist.

Die Erzählung “Ein ungewöhnlicher Waschtag” folgte, der von einer Klara und ihrem kleinen Sohn erzählt und die auf einer Wäscheleine ein Notenblatt fand, aber das “Lied an Klara” war nur erfunden. Dann kam noch der Text “Der Traum und der Schnee”, in dem ein Baum eine wichtige Rolle spielt und mit alle vorkommenden Figuren verknüpft wird.,

Spannend eine mir bisher unbekannte Autorin kennenzuleren, was man bei Antonio Fian, der eine Stunde später folgte und von Markus Köhle moderiert wurde, nicht sagen kann, da ich schon bei vielen Lesungen des 1956 geborenen war und auch das “Polykrates-Syndrom” von ihm gelesen habe und zwar wurde der siebente Dramolette-Band “Wurstfragen” vorgestellt, wie Johannes Tröndle auch einleitete.

Gustav Ernst habe ich mit Maske im Publikum Platz nehmen sehen, Markus Köhle fragte den Autor zu seinen Dramuletten, die ja zuerst im “Standard” erschienen sind und wollte dann wissen, was es mit dem Titel auf sich hat? Dann hat der Autor in chronologischer Reihenfolge seine Texte gelesen, der erste stammte von 2016 und befaßte sich mit den Identitären.

Dann kam das titelgebende Dramulett, wo es darum ging, was in den im Supermarkt angebotenen Wurstsorten enthalten ist.

2018 erschien das Dramulett “Beisammen sein”, das sich auf den Schriftsteller Geiger und seiner “Drachenwand” und die Literaturkritikerin Strigl bezog und die beiden ein bißchen “Hops” nahm.

“Pausendeutsch” bezog sich auf die Deutschpflicht in den Schulpausen, dann wurde Andre Heller auf die Schaufel genommen und der “Faust” wird dann auch in einfacher Sprache zitiert. Um Corona und den Lockdowns , was mich sehr freute, ging es dann auch.

Nach einem Gespräch wo Markus Köhle wissen wollte, ob Antonio Fian schon einmal geklagt worden wäre oder einen Shitstorm ausgelöst hätte, kamen dann die “Beachvolleyball-Dramuletten”, wo Antonio Fian offenbar das Kärntner Geschehen seit 2004, also das Haider-Geschehen bis heute beschrieb, wo die Beachballvolleyspieler, zu Securities wurden.

Interessant, interessant, denn ich mag ja Antonio Fian, wie schon angedeutet, sehr, lese aber jetzt selten den “Standard”, so daß ich mich mit den Beachvolleyball-Dramuletten nicht wirklich auskenne. Mein Leblingsdramulette ist ja immer noch das, wo die schwerhörige alte Mutter, ihrer vierzehnjährigen nach einer künstlichen Befruchtung geborenen Tochter erzählt, wie man schwer man schwanger werden kann, während die sich überlegt, ob sie ihren Freund besuchen soll?

Ein interessanter literarischer Tag also, wo es von der portugiesischen Literatur zu der Sprachkünstlerin Andrea Winkleran zu Antoni Fian gegangen ist. Ein interessanter Kontrst und äußerst spannend, sich in den Kärntnerdialekt einzuhören.

Ruth Aspöcks fünfundsiebziger Geburtstag, WU-Demo und was sonst noch geschah

Am siebenten Februar 1947 wurde Ruth Aspöck in Salzburg geboren. Sie ist dann nach Linz umgezogen, studierte in Wien Theaterwissenschaft und hatte Auslandsaufenthalte in Spanien und Kuba. Sie war Mitbegründerung der AUF, betrieb dann die “Edition die Donau hinunter” mit der sie 2007 zu ihrem sechzigen Geburtstag in Pension gegangen, beziehungsweise mit der Dichter-Radkarawane von Wien nach Bamberg gefahren, da sind wir von Ybbs bis Regensburg mitgefahren, ich habe in Vielfshofen ein Stück aus der “Donauanthologie” gelesen und weiß gar nicht so genau, wo ich sie, die derzeit neben Doris Kloimstein fast mein einziger literarischer Kontakt ist, richtig Andi Pianka Rundbrief in denen er mich auf seine Corona-Aktionen aufmerksam macht, kennenlernte. Im “Arbeitskreis schreibender Frauen” war es nicht, ich kann mich aber erinnern, daß ich mit der Bruni und der Elfriede Haslehner im Cafe Jelinek gesessen bin und mir die Bruni, glaube ich, von ihrer Verlagsgründung erzählte.

“Fein!”, habe ich, glaube ich gesagt.

“Da verlegen wir dann bei ihr unsere Bücher!”

Leider ist es nicht dazu gekommen, obwohl ich ihr, glaube ich, mein “Tauben füttern-Manuskript” extra angekündigt hat. Die Margot Koller hat sie verlegt, die Irene Wondratsch, die Doris Klomstein, Johann Barth, obwohl die Ruth ja eine Feministin ist, mich aber nicht.

Sie hat mich aber zu einigen Lesungen eingeladen, zum Beispiel zu den Augustin-Tagen, wo ich den “Letzten Versuch” gelesen habe und zu ihren Geburtstagsfesten auch. Da gab es, glaube ich, das erste wo ich war 2012 in der Konditorei Frömml, dann das große im Augustiner-Keller ein kleineres Treffen mit ein paar Frauen, die Hilde Schmölzer war, glaube ich, dabei, hat es auch gegeben und zu ihrem siebzigsten Geburtstag haben wir sie dann zu der Bodensee-Umrundung, eingeladen um den Neusiedlersee sind wir auch gefahren, vor zwei Jahren kurz vor Corona Ausbruch waren wir auch mit ihr im Hinterthal, diesen Sommer in der Steiermark und als der Alfred mit dem Karli eine Reise machte, habe ich mit ihr den öffentlichen Raum erkundet. Sie war in der Schreibgruppe und ihre Bücher habe ich auch gelesen, sind ja seit der Verlagsstilllegung einige entstanden.

Von der Burggasse ist sie vor einigen Jahren in den Ginzkey-Hof in eine kleinere Wohnung umgezogen, also, keine Feste mehr, in Corona-Zeitend überhaupt nicht möglich, sind ja auch meine Geburtstagsfeste, zu denen ich sie regelmäßig eingeladen habe, gefallen.

So habe ich sie nur am Morgen angerufen und zu ihrem Geburtstag gratuliert und gedacht, daß ich ihr auch einen Artikel widmen könnte, umsomehr da Corona bedingt nicht so viel passiert.

Das heißt das stimmt nicht ganz denn der liebe Richard Langthaler, der sich sehr um Brunis Nachlaß sorgt, hat mir vorige Woche einen neuen Gedichtband von ihr geschickt, wofür er auch die Holzschnitte machte. Das “Alte Schmiede-Programm” ist aber heute ausgefallen, dafür gibts, was Corona betrifft einiges zu berichten. Denn da geht es derzeit ja rundher.

In einem meiner letzten diesbezüglichen Artikeln habe ich es schizophren genannt. Man könnte es auch durcheinander nennen, um Prof Katschnigg nicht zu verärgern.

Sehr durcheinander, denn die täglichen Zahlen liegen jetzt bei siebenundzwanzigtausend, trotzdem wird überall gelockert, denn das Omikron- Virus scheint zwar sehr ansteckend zu sein, aber keine schwere Verläufe zu haben. Außer in Deutschland und in Österreich, die leider die schärfsten Corona-Maßnahmen zu haben scheinen und bei uns gilt seit Samstag ja die Impfpflicht, was auch ein bißchen widersprüchig ist, denn bis März wird nicht gestraft. Es sollte eine Impflotterie geben, die gibt es aber auch nicht, dafür hat die WU vor kurzem beschlossen, wir führen im Sommersemester die 2G Regel ein, was heißt , entweder du läßt dich impfen oder dein Studium ist passe.

Beim ORF bekommt man demnächst, glaube ich, kein Gehalt mehr, wenn man sich nicht impfen läßt, dabei rufen alle zu Lockerungen und die Pandemie ist vorbei, sagen die einen, die anderen sagen, ist sie nicht. Aber 3G gilt am Arbeitsplatz und ab neunzehnten Februar kann man damit auch ins Wirtshaus gehen, aber nicht studieren.

Eigentlich schlimm finde ich und deshalb bin heute Nachmittag auch zur WU hinausmarschiert, denn dort gab es eine Demo dagegen und die WU ist mir ja bekannt, weil der Alfred bis zu seiner Pensionierung im Sommer 2020 dort gearbeitet hat. Als ich ihn kennenlernte, war er auf der Uni, dann auf der WU in der Augasse, bis die in den Prater übersiedelt ist, da gab es dann auch einige Festveranstaltungen und die Sommerakademie hat einige Jahre auch dort stattgefunden und wenn ich zur “Buch Wien” wollte, bin ich auch daran vorbeimarschiert.

Denn ich bin ja eine begnadete Spaziergängerin, was gut, ist weil man jetzt ja ohne Maske nicht Straßenbahn fahren kann und die Demo war auch sehr interessant, obwohl es mich ja eigentlich nichts angeht, denn ich studiere nicht dort, die Anna auch nicht und die Lia ist auch noch viel zu klein, um daran zu denken.

Aber neunzig Prozent der Studenten habe ich gehört, sind ohnehin schon geimpft, wozu dann die Aufregung denke ich und eigentlich könnte man mit den Impfpflichtdruck aufhören, wenn das achtzig bis neunzig Prozent schon ist, was ich immer höre, das wäre das Ziel.

Aber das scheint ja die Karotte zu sein, die einen immer vor die Nase gehalten wird und man sie nie erreicht. Die Studenten sind es also, deshalb waren auch sehr wenige da, weil ja erstens Ferien, zweitens kalt.

“Wir lassen uns das nicht gefallen!”, haben die junge Leute gerufen und ich denke, sie sollten das auch nicht und es war für mich interessant, wieder mal zur WU zu kommen, auf den Platz davor, nicht hinein, das sind wir in dem Sommer als die Hundertmark zu uns gekommen ist und im vorigen Sommer gab es auch eine Festveranstaltung zu der der Alfred eingeladen wurde. Da hat er dann die Anna und die Lia mitgenommen, weil 3G und jetzt ist er mit der Straßenbahn hingefahren.

Er ist ja nicht so ein Maskenphobiker wie ich und morgen kommen wahrscheinlich die Anna und die Lia nach Wien und das neue Cover meines neuen Buches, wo das Dummie höchstwahrscheinlich auch morgen kommen wird, hat den lieben Uli nicht gefallen, dabei finde ich es sehr schön und viel beeindruckender als die früheren, wo das Bild halt in die Mitte gedruckt war und was das “Frauenleben” betrifft kann ich vermelden, daß ich da auch noch drei Szenen weitergeschrieben habe und jetzt bei etwa dreißigtausend Worte halte und jetzt das Ganze noch einmal ordentlich abklopfen, ob ich noch was einfügen kann, bei den Effi-Bezügen, kann ich da, glaube ich, noch fündig werden.

Vorschau auf “Wo wir waren oder Hundert Seiten Depression”

Schon wieder ein neues Buch, werden meine Leser sagen.

Richtig, hurrah hurrah, das vierte Corona-Buch, wenn man die “Literaturgeflüster- Texte” wegläßt und wenn ich richtig gerechnet habe, das zweiundfünzigste selbstgemachte Buch und eigentlich hätte es gar nicht um Corona, sondern um die Frauenbewegung gehen sollen.

Aber um nicht zuviel zu verraten, will ich doch wieder ein Gewinnspiel machen, also Leser ratet bitte:

  1. Wo ist mir die Idee zu dem Buch gekommen und was war der Auslöser?

2. Wo hätte ich eine Szene daraus lesen sollen? und

3. Wo wurde das Coverfoto aufgenommen?

Wer das errät gewinnt das Buch. So schwer ist das für meine regelmäßige Blogleser wahrscheinlich nicht und die Schreibberichte, wo man mehr über die Buchentstehung erfahren kann, verlinke ich natürlich auf, bin ich in meiner Buchvermarktung doch schon sehr professionell, obwohl ich gar nicht so erfolgreich damit bin.

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Drei Textproben gibt es auch schon im Blog zu finden

“Rückkehr nach Wien

“Ein männerhassender Feminist”

“Geburtstagsfest mit Streß”

Viel Spaß beim Lesen und freut euch neugierig geworden auf das Buch, das schon an die Druckerei gegangen ist.

Milch Blut Hitze

Jetzt kommt wieder ein Debüt, nämlich die elf Erzählungen der 1979 in Florida geborenen Dantiel W. Moniz, die Assistenzprofessorin für Englsch an einer Uni ist.

“Dantiel W. Monitz ist eine der aufregensten literarischen Entdeckungen aus den USA. Ihre gefeierten Erzählungen “Milch Blut Hitze” sind intime Portraits von Menschen aus den untersten Gesellschaftsschichten Floridas. Monitz nimmt uns mit auf die Schattenseite des Sunshine State, in die Alterswelten von Figuren, in denen es keinen Platz für große Träume gibt.”, steht in der Buchbeschreibung und damit sind wohl und das ist wahrscheinlich neu schwarze Frauen und Mädchen gemeint und all das wird mit einer sehr direkten neuen sehr n Sprache etwas Hintergründig erzählt.

Die Titelgeschichte erzählt von zwei dreizehnjährigen Mädchen, Ava und Kiera, die sich meistens bei Kiera treffen, weil deren Mutter offener, als die von Ava ist, sie spielen dürfen was sie wollen und nicht auf Ordnung und Sauberkeit achten müßen, wie ess Avas Mutter wünscht. So spielen sie Monster und Ava ist ein sexyes, wie Kiera meint. Die Mutter die Ava abholen kommt, rügt dann die schmutzigen Schuhe und schickt sie auf die Poolparty von Chelsa Zucker, damit sie andere Freundinnen findet. Die findet in einem Hotel statt, wo Avas Cousin mal Homeboy war und so fährt sie mit ihr aufs Dach hinauf und dort spielen die Mädchen ihr “Was ist wenn- Spiel” – “Was wäre wenn man vom Dach fiele?”, fragt Kiera und tut es. Ava kann dann die Antwort, daß ihre “Blutschwester” es tat, weil sie wissen wollte, “wie es sich anfühlt”, nicht formulieren.

In “Festmahl” geht es zu Rayna, die ist mit dem weißen Heath verheiratet, hat vor acht Monaten ihr Baby verloren und kann noch nicht so loslassen, wie es sich die anderen wünschen und es noch einmal probieren, weil das ja eine “ganz normale Sache” ist.

“Zungen” erzählt, wie es ist in einer bapistischen Gemeinde aufzuwachsen, wo Zey am Sonntag mit Eltern und Bruder in den Gottesdienst geht, der Pfarrer sie in sein Büro bittet, seine Hand auf ihr Knie oder ihre Schulter legt und fragt, ob sie “ein gottesgefälliges untertäniges reines und leises Mädchen ist?” Sie schüttelt die Hand weg. Der Pfarrer verbreitet Lügen, die Eltern glauben ihr nicht, des Pfarrers Sohn schlägt den Bruder zusammen und erzählt, daß Zey “mit dem Teufel fickt” und Zey weiß sich zu rächen.

“Den Himmmel verloren”, hat Fred und da stimmt die Buchbeschreibung nicht so ganz, denn es sind durchaus nicht nur die unteren Schichten, über die erzählt wird, sondern vielleicht die psychischen Ausnahmezuständen. Denn Fred hat viel Geld in der Tasche, gibt der Kellnerin Hilda, in der Bar, die er immer Dienstag besucht, pro bestelltes Glas reichlich Trinkgeld, hat eine teure Uhr und eine Frau namens Gloria, der er mit seinem Geld auch ihre Chemo- und Bestrahlungstherapien, wir sind in Amerika, bezahlen würde. Das <problem ist nur, Gloria will das nicht, sie will ihr Leben gut zu ende leben. Das heißt trotz ihrem Karzinoms rauchen. Sie verläßt ihn auch am Wochenende, um ihre Familie zu besuchen und da geht Fred wieder in die Bar. Da hat die Kellnerin aber weniger Zeit für ihn, so vertraut er sich einem Jungen namens Tony an und betrinkt sich. Als er zum Auto wankt, wird er von ihm überfallen, Geld und Autor ist weg und die Kellnerin hat auch keine Zeit für ihn, sondern geht mit dem Koch nach Hause. Sehr hintergründig die Geschichte, wie die anderen auch, das ist wahrscheinlich Dantiel Monitzs Spezialität.

Das trifft auch bei “Die Herzen unserer Feinde” zu, denn das ist ebenfalls eine sehr hintergründige Familien- beziehungsweise Mutter-Tochtergeschichte. Da ist Frankie, die hat ihren <mann irgendwie betrogen oder auch nicht so ganz. Der Mann ist aber ausgezogen und scheint nur noch das Geld zu überweisen und so bemüht sich Frankie um ihre Tochter Margot, die sie aus diesem Grund zu bestrafen zu scheint, beziehungsweise hat Frankie Schuldgefühle. Kocht und wäscht für die Tochter und deren Freundin, entdeckt in ihrer Wäsche Zettel mit französischen Nachrichten und ein großes Versöhnungsessen scheint es auch zu geben.

Um Religiösität beziehungsweise um die Fragen von Gut und Böse, Schuld und Sühne geht es in der nächsten Geschichte auch. Das ist Shayla, neun und die verbringt ihre Sommer gerne bei der Großmutter und ihrer Cousine Tweed, die dort aufwächst, weil ihre Eltern im Gefängnis sitzen. Shaylas Mutter vermutet daher das Böse auch bei Tweed und Shayla überlegt, wo das Böse bei ihr ist? Fährt dann mit ihrem Vater und seinen zwei jüngeren Geschwistern ans Meer und dort kommt es zu einem fast tödlichlichen Unfall, der sie noch lang begleiten wird.

In “Schnee” geht es um Trintiy, die ist dreiundzwanzig. Barfrau und frisch verheiratet. Der Sex klappt nicht so und sehr ausführlich wird die Beziehung, die die Barfrauen zu ihren Kunden haben beleuchtet. Die erzählen ihnen ihr Leben, Psychotherapie zum Spartarif wird das genannt. Die Barfrauen hören zu und der Umsatz steigt. Da kommt Snow ins Lokal blond, blauäugig, braune Haut und erzählt etwas von Spiritualität. Einen Kollegen ,der ebenfalls “Schnee” anbietet, gibt es auch und Trinity fährt statt zur Party nach Hause zu ihrem Mann.

In der nächsten Geschichte geht es um einen eingefärbten Teich bei dem Billie mit ihrem Mann Lyan wohnt. Sie fährt zum Lunch zu ihrer Mutter, denn die wird bald fünfzig und da soll eine Party steigen. Die selbstbewußte Käsesticks essende Mutter erzählt ihr, daß sie von Fischen geträumt hat. Das ist ein Fruchtbarkeitssymbol.

“Wann bekommst du ein Baby?”, fragt sie Billie. Die redet sich heraus, ist aber schon schwanger und hat nun zu überlegen, ob man in diese klimagebeutelte Welt ein Kind setzen soll oder nicht?

Es gibt eine Geschichte wo zwei Geschwister die Urne ihres Vaters nach Santa Fe bringen können. Noch eine, wo zwei Freundinnen sich bei der Großmutter der einen treffen, die mir ebenso ein wenig unverständlich war, wie die von den Dinnerclub, wo die Reichen und die Schönen offenbar in Tiergestalt auftreten.

Aber eine interessante Mischung und eine neue frische Stimme des amerikanischen Marktes, wo ich mit den großen Amerikanern ohnehin meine Schwierigkeiten habe. Bei den Amerikanerinnen scheint das wohl anders zu sein und interessant erschienen mir wieder die Namen, da gibt es einige die mit bisher unbekannt erscheinen, wie Shaya, Kit, etcetera. Manche erscheinen mir trotz der brisanten Themen wieder etwas altmodisch wie dender Cecilia.

Und was die Erzählungen betrifft, die mir ja eigentlich nicht so liegen, weil ich manchmal Schwierigkeiten habe, so schnell von einem Sujet zum anderen zu wechseln und ich dann nicht so schnell mitkomme.

Möchte aber einen österrreichischenen Erzählband zitieren, der mir sehr gefallen hat und vielleicht ähnlich seltsame Frauenschicksale behandelt, aber weil in einem kleinen Verlag erschienen, wohl nicht so bekannt werden wird.

Die Frauen von Schönbrunn

Historische Romane um die vorige Jahrhundertwende, vom ersten Weltkrieg aufwärts sind jetzt sehr modern und ich habe schon einige davon gelesen, das erste war glaube ich “Chuzpe” von Andreas Pittler. Dann folgten noch einige Krimis “Schönbrunner Finale” beispielsweise und jetzt die Frauen von Schönbrunn von Beate Maly.

“Ullstein” hat es mir angeboten und interessant, nicht zu verwechseln mit Beate Maxian, die auf mehreren Krimipreislisten stand. Die 1970 in Wien geborene schreibt keine Krimis, sondern einen eine Art Liebesromane, zumindest würde ich die “Frauen von Schönbrunn” so interpretieren und das Buch ist für alle Zooliebhaber, glaube ich, zu empfehlen. Ich bin das wahrscheinlich nicht so sehr, aber trotzdem ist es interessant über den berühmten Tiergarten zu lesen und das Buch beginnt im Prolog 1914, wo gerade Weltkrieg eins begonnen hat. Da geht Tierarzt Karl Moser mit seinen beiden Töchtern Emma und Greta dorthin, weil Greta den zwanzigsten Geburtstag feiert. Emma ist etwas jünger und will Tierärztin werden. Aber damals durften die Frauen nur in Zürich studieren, so beginnt sie als Tierpflegerin in Schönbrunn, um sich das Geld dafür anzusparen, während Greta mit ihrem Verlobten Gustav auf Vater und Schwester in einem Gasthaus warten.

Dann springen wir ins Jahr 1917. Der Vater und Gustav sind an der Front. Greta ist hochschwanger, Emma trainiert im Affengehege den Orang -Utan Fanny und streitet sich mit dem Vizedirektor Hubert von Kochan, der Zoologe ist und am liebsten das Gehirn des Affen sezieren will. Ein Tierarzt muß her. Der heißt Julius Winter, ist von der Front mit einem Granatsplitter im Bein zurückgekommen und hat von da ein Trauma, weil er dort hauptsächlich den Soldaten, die Beine amputieren mußte. Deshalb betrinkt er sich mit seinem besten Freund Johannes mit billigen Fusel, weil der an Front zurück muß. Julius kommt aus der Steiermark. Seine Mutter hat dort ein Gestüt und sein Bruder, der es bewirtschaftet, ist zum Leid der Mutter schwul, denn sie wünscht sich sehnlichst Enkelkinder.

Das Essen ist knapp. Im Tiergarten, wie auch überhaupt, so wird ein Eisbär angeschossen und der Tiergarten, der dem Kaiser gehört, steht ständig vor der Schließung und, daß Frauen dort überhaupt arbeiten können, verdanken sie den Männern an der Front. Es kommt ein Brief vom Kriegsministerium. Gustav wird als gemisst gemeldet, was Greta in so großen Schock versetzt, daß das Kind früher kommt und ausgerechnet zu dieser Zeit ist die Hebamme bei ihren Eltern am Land um Lebensmittel zu hamstern.

Da taucht Julius mit einem Geschenkkorb auf, um sich bei Emma zu bedanken und kann gleich der kleinen Gisela ins leben helfen. Ein Nachbar will das Haus der Schwestern kaufen. Emma muß das Silberbesteck ihrer verstorbenen Mutter verkaufen. Julius kauft es ihr zurück und bis zum Happy end sind noch einige Katastrophen zu überwinden. Man sieht Beate Maly hat die Heldenreise und das Stufenmodell genau studiert. Der Vizedirektor, der Fanny vergiften und Emma vergewaltigen will ,ist ein eindeutiger Antagonist. Direktor Kraus, den es wohl wie Fanny und das Zebra Charlie, das Kutschen durch den Schloßpark zog, wirklich gegeben hat, ist eine eher blasse Neutralfigur, hat aber gewußt, daß Karl Moser für die kranke Frau des Tierpflegers Franz Morphium abzweigte. Von Kochauf will Emma damit erpressen und als die noch von seinem Kuß unter Schok stehend zu ihm will, um ihm um Rat zu fragen, sieht sie ihm eine Frau umarmen.

Uje uje, aber das ist nur die Schwester Johannes, der gefallen ist, genauso wie auch der Vater und, als das Happy end dann in Form der Taufe der kleinen Gisela herangekommen ist, bleibt, um das das Ganze vielleicht nicht zu kitschig machen, Gustav nach wie vor verschollen. Ich hätte gedacht, er kommt zurück und Emma wird vielleicht doch nicht Tierärztin werden, sondern höchstwahrscheinlich Mutter, die den Affen Fanny dann vielleicht nur in ihrer Freizeit weitertrainiert und die Straßenbahnschaffnerinen haben nach dem Krieg ja auch weichen und an den Herd zuückmüssen, bis dann world war II kam.

Trotzdem ein spannendes leicht zu lesenden Buch, in dem man viel über den berühmten Tiergarten erfährt und einen Folgeband habe ich gesehen, gibt es auch schon. Mal sehen, ob er zu mir kommt.

Monika Helfers “Löwenherz” und Radka Denemarkovas “Stunden aus Blei”

Die 1947 in Vorarlberg geborene Monika Helfer in zweiter Ehe mit dem Schrfitsteller Michael Köhlmeier ,verheiratet, habe ich, 1994 beim der ersten oder zweiten “Langen Hörspielnacht”, wo “Oskar und Lilli” von ihr gewonnen hat, kennengelernt.

Dann war ich einmal bei der Buchvorstellung des Erzählbandes “Die Bar im Freien” in der “Alten Schmiede” und habe mit dem vorgestellten Texten nicht viel anfangen können, obwohl sie überall herum gelobt wurde.

2017 ist sie dann mit dem Roman “Schau mich an, wenn ich mit dir rede” auf die Longlist des dBps, gekommen und da habe ich schon Buchpreis also auch das Buch gelesen und dann kam 2020 “Die Bagage”, das ist auf der österreichischen Buchpreisliste gestanden. Ich habe aber schon vorher von ihm viel gehört, das von Monika Helfers Großmutter handelte, deren Mann 1914 eingezogen wurde und dann einen Ehebruch beginn.

2021 folgte das Buch “Vati”, das sowohl auf der deutschen als auch auf der österreichischen Liste stand und von Monika Helfers Vater handelt, der kriegsversehrt, Verwalter eines Kriegsversehrtenheims war und dort eine große Bibliothek gründete, weil er ein begnadeter Leser war.

Zwei kurze Romane oder eigentliche autobiografische Fiktion und eine Spezialität Monika Helfers könnte man so sagen und heute folgte in der “Alten Schmiede” Teil drei, der sogenannten Familientrilogie, denn jetzt geht es um Monika Helfers Bruder Richard, der nach dem Tod der Mutter getrennt von seiner Schwester bei einer Tante aufgewachsen ist und sich mit dreißig Jahren das Leben genommen hat.

“Löwenherz” heißt das Buch, weil der Vater, den Sohn Richard immer so nannte und Jana Volkmann moderierte.

“Vati” und die “Bagage” hätten auch in der “Schmiede” vorgestellt werden sollen, ging aber Corona bedingt offenbar nicht. Jetzt also “Lowenherz” oder die Geschichte über den Bruder, der Schriftsetzer , Maler und offenbar auch ein Einzelgänger oder Lebenskünstler war. Irgendwe hängt das ja wohl zusammen und Monika Helfer beschreibt ihn auch als Geschichtenerzähler oder begnadeten Lügner und das Buch oder die Stellen, die gelesen wurden, handelten von den Stellen, wo eine Kitti, den Bruder vor dem Ertrinken rettete und ihm dafür ihr Kind Putzi anvertraute, das er offenbar aufzog oder seiner Schwester überließ und ich dachte, während des Zuhörens, da wird wohl bald ein vierter Teil kommen, der von Monika Helfers Tochter “Paula” kommen, die 2003 bei einer Bergtour verunglückte, bin dann aber daraufgekommen, daß sie das schon 2010 mit dem Roman “Bevor ich schlafen kann” tat, der bisher offenbar an mir vorbeigegangen ist.

Und jetzt bin ich natürlich gespannt ob und auf welche Lsten auch dieses Buch kommen wird und ob ich es dann lesen werde und das Buch über die Tochter Paula, deren “Maramba” ich ja einmal im “Wortschatz” fand, müßte ich auch dort finden.

Fragen aus dem Publikum kamen zum Verhältnis zwischen Realität und Erfindung und einen Büchertisch, wo man auch die anderen Bücher erwerben konnte, gab es, wie Jana Volkmann, die das Lesen der ganzen Trilogie empfahl, auch.

Und in der “Gesellschaft für Literatur “wurde Radka Denemarkovas “Stunden aus Blei”, das große Buch über das heutige China vorgestellt, wie ich schon am Morgen im “Leporello” hören können und die 1968 geborene tschechische Autorin habe ich schon 2018 in der “Gesellschaft” kennenlernte und mir da auch ihr “Ein herrlicher Flecken Erde”, kaufte und wenn ich mich nicht irre hat sie da schon über dieses Buch gesprochen, das auch Stephan Teichgräber in seinen Centrope Workshop besprach und seinem Festival vorstellte und vielleicht auch in Leipzig, als dort Tschechien Gastland war.

Ludger Hagedorn hat moderiert und mit der gut Deutsch sprechenden Autorin ein Gespräch über das Buch, an dem Radka Denemarkova fünf Jahre geschrieben hat, das von Eva Profousova übersetzt wurde und jetzt bei “Hoffmann & Campe” erschienen ist , geführt und in dem sich Radka Denemarkova sehr kritsch mit dem modernen China auseinandersetzt, das ja irgendwie den Kommunismus mit dem Kapitalismus verbindet, sehr unmenschlich mit den Menschen umgeht und auch die Digitalisierung sehr weit vorangekommen ist, was wie ich fürchte in den pandemischen Zeiten, auch bei uns zu spüren ist.

Sicher ein interessantes Buch, überhaupt jetzt, wo in Peking die olympischen Winterspiele stattfinden und das wie ich höre, sehr autoritär passiert.

Nach Ullysses

Der “Ullysses” der berühmte Roman von James Joyce, nach dem jeden sechsten Juni immer noch der “Bloomesday” gefeiert wird, wo ich auch an einigen teilnahm. Den Roman, obwohl ich ihn erst vor kurzem wieder in der Hand hielt, als ich im Harlander Bücherregal Fonantes “Effi Briest” fand, aber immer noch nicht gelesen habe, wird wie ich dem “Alten Schmiede Programm” entnehmen, am 2. 2. hundert Jahre alt oder ist am 2. 2. 1922 zum vierzigsten Geburtstag von James Joyce in der Verlagsbuchhandlung “Shakespeare und Company” in Paris erschienen. Ein Anlaß eine mehrtägige GAV- Veranstaltung in der Alten Schmiede bzw. in der “Kunsttankstelle Ottakring” zu machen, die von Jörg Piringer, Renate Pitroff, Christoph Theiler und Günter Vallaster konzeptiert wurde.

Der 1968 in Schruns geborene Günter Vallaster , der die “edition ch.” herausgibt, moderierte den Eröffnungsabend am Dienstag in der “Alten Schmiede”, erklärte das Projekt, das auch Verbindungen mit Feldkirch und den dortigen Bahnhof hat. Denn dort ist James Joyce ja einmal gewesen, bzw. hat seine Tochter dorthin begleitet. Es gibt einen Kunstbahnhof und da hat ja Erika Kronabitter im Frühjahr Texte gesucht und ich habe einen, der versucht James Joyce mit dem Thema Reisen und der Pandemie zu verbinden, dafür geschrieben und in der Kunsttankstelle gibt es bis 12. 2. noch eine Ausstellung “Ullysses 100 in 18 Stationen” zu sehen.

Bevor die Lesungen begannen, wurde noch eine Publikation vorgestellt, in der es auch um James Joyce geht.

Als erstes begann dann der 1960 in Feldkirch geborene Christian Futscher, also ein Vorarlberger Abend mit seinem Text “Schwupp, Hatschi” dessen Titel, wie Günther Vallaster launig erklärte die Pandemie treffend zusammenfasst, sich aber hauptsächlich mit James Joyces Vorarlberger Stationen beschäftigte.

Dann kam die 1959 in der Steiermark geborenen Erika Kronabitter, die derzeit, glaube ich, in Wien und in Bregenz wohnt, wo wir sie auch einmal besuchten, und die einmal vermittelte, daß meine “Mittleren II” in Feldkirch stattfinden konnten und beleuchtete in ihren “Letter oft James Joyce” gemeinsam mit dem Musiker Michael Fischer alle Geheimnisse der Molly Bloom, die in dem großen Roman, der einen Tag des Leopold Boloom schildert, ja auch eine Rolle spielt.

Dann kam wahrscheinlich der Höhepunkt des Abends, nämlich die Enthüllung, was nach dem sechzehnten Juli, also nachdem der “Ullysses” endet, geschehen ist? Der 1977 in Liverpool geborene Chris McCabe, der laut Günter Vallaster einer der größten Joyce-Kenner ist und den “Ulysses” zehn Mal gelesen hat, hat das in seinem Roman “Dedalus” beantwortet, der 2018 erschienen ist und der sich darin mit Computerspielen und Social Media auseinandersetzt.

Am Mittwoch und am Freitag geht es dann in der Kunsttankstelle weiter. Aber da gibt es keinen Stream, so daß ich mir das Weitere nur vorstellen kann.