Dreißig Jahre Literaturhaus mit Ausstellungseröffnung

Das Literaturhaus feiert dieser Tage sein dreißig ähriges Bestehen und das ist ein Anlaß zum Feiern. Da war ich früher bei diesbezüglichen Veranstaltungen und auch soweit ich mich erinnern kann, bei diesem Richtfest wo Hilde Havlicec, die damalige Unterrichtungsministerin mit Jack Unterweger getanzt hat, wie Gerhard Ruiss heute sagte, tausend Leute anwesend waren und glaube auch jemand zusammengebrochen ist, so daß ein Sanitätseinsatz nötig war. Vorher hat es, glaube ich, eine große Diskussion und einen Kampf um dieses Haus in der Zieglergasse gegeben, in dem früher das dramatische Zentrum war. Die IG Autoren mit denen ich schon früher Kontakt hatte, war vorher, glaube ich, in der Gumpensdorferstraße und literarisch hat es seit den siebziger Jahren, die das literarische Quartier der “Alten Schmiede” mit Kurt Neumann als Leiter und noch viel länger, die “Gesellschaft für Literatur” gegeben.

GerhardRuiss hat sich sehr für das Haus eingesetzt, in dem es außer den Veranstaltungsprogramm auch die Exilbibliohek, die IG, sowie die Übersetzergemeinschaft befinden und diesmal wird dieses Ereignis mit einer Ausstellungseröffnung gefeiert, die sich mit dem ersten österreichschen Schriftstellerkongreß beschäftigt, der zehn jJahre vorher im Rathaus stattfand.

Da war ich nicht, ich weiß selber nicht genau wieso, denn damals war ich schon im “Arbeitskreis schreibender Frauen” und die waren dort. Also bin ich wieder einmal zu spät gekommen oder habe etwas versäumt. Ich kann mich aber erinnern, daß ich zeitgleich in der Konditorei Sluga war und habe da Sigrid Löffler gesehen, die gerade von dort gekommen ist. Das ist lange her und seither ist viel geschehen. Die IG oder das Literaturhaus hat auch eine Publikation über den Kongreß herausgebracht, die ich in Harland stehen habe und die Fotos darüber hat Heide Heide gemacht und die wurden heute ausgestellt.

Es gab eine Diskussion zwischen Robert Huez der jetzt der Leiter ist vorher war es Heinz Lunzer, einer Frau von den Übersetzern, der Bezirksvorsteher hat eröffnet und Anna Weidenholzer eine Rede gehalten, obwohldie1984 geborene mit Sicherheit nicht dabei war, weder beim Kongreß und wahrscheinlich auch nicht bei der Eröffnung, aber bei der jungen Schiene und den “Prießnitz-Preis” hat sie auch einmal bekommen und ich habe mir die Eröffnung natürlich perLivestream angeschaut, Also nicht sehr viel außer ein paar Köpfe gesehen. Von der Ausstellung gar nichts, da bin ich auf das Programm angewiesen, könnte aber mit Maske und Gs hingehen um sie zu inspizieren, hätte mich auch anmelden kännen und bin sogar nicht sicher, ob ich jemals wieder live dorthin komme. Mein Abschied von der Literatur, ich schreibe jetzt in meinen Corona-Texten ja sehr viel darüber, Corona hat mir von der Literatur weggebracht oder ich habe endlich eingesehen, keinen Platz darin zu haben, obwohl ich ja soviel schreibe, wie noch nie und jetzt schon wieder fast mit einem Rohtext fertig bin, der eigentlich ein Jahrhundertwert werden sollte.

Gelesen habe ich im Literaturhaus sehr oft. Ich weiß gar nicht wieviele Lesungen das waren. Einmal habe ich die Literaturhaussondernummer der belgischen Zeitschrift “Krautgarten”, die ich gemeinsam mit Arthur West herausggegeben habe, bei den IG war ich auch fast immer, habe da einmal auch von Marie Therese Kerschbaumer, die sich von mir probiziert fühlte, obwohl ich ihr nur etwas erklären wollte, eine Ohrgeige bekommen, also auch ein literarischer Akt, habe die “Mittleren” dort machen wollen und von 2003 bis2009 den “Tag der Freiheit des Wortes” für die GAV dort organisiert, bei den “Mittleren” hat mich die Silvia Bartl dann hinausgeworfen, wahrscheinlich waren meine selbstgemachten Bücher daran schuld, obwohl mir das niemand so genau gesagt hat und die Siliva Bartl dann auch das Literaturhaus verlassen mußte und ich bin viel und regelmäßig zu den Veranstaltungen gegangen, habe Wein beim Buffet getrunken und meistens isoliert herumgestanden, das fällt jetzt weg und manchmal wundere ich mich, daß mich niemand anruft und mich wo eindlädt. Stimmt aber nicht Peter Czak hat mich heute nach literarischen Veranstaltungen gefragt und nächste Woche wird die “Noahs Fest-Anthologie” Online vorgestellt. Das hat aber nichts mit dem Literaturhaus zu tun und bei den dreißig Jahres Veranstaltungen, wo es auch umdas Selbstverlegen ging,habe ich versucht für meine Bücher einen Rezensenten zu finden und bei der Veranstaltung zum Mustervertrag habe ich mich mit einem meiner Bücher von der Margot Koller fotografieren lassen. Ein wenig kindisch vielleicht und jetzt die Diskussion über das dreißigste Jahresfest. Der Bezirksvorsteher hat wie erwähnt eröffnet und auf die literarische Bedeutung des siebenten Bezirks hingewiesen. So hat er erwähnt, daß es vier Bücherschränke hier gibt. Wasmich erstaunte, denn ich kenne nur zwei, aber vor dem Literaturhaus gibt es jetzt auch eine Box wo ein paar Bücher ausgestellt sind, entnehmen kann man da aber glaube ich nichts.

Der Text der 1984 geborenen Anna Weidenholzer, deren literarischen Werdegang ich von Anfang an verfolgte, war sehr interessant, beschäftigte er sich doch sehr viel mit Tieren, Anna Weidenholzers Spezialität und auch ein bißchen mit der sozialen Situation der Auteren. Dann kam die Diskussion der drei Hausparteien, die sehr euphorisch und zuversichtlich war, mir aber eigentlich auch nicht viel sehr viel Neues brachte. Aber natürlich vermiße ich die IG-GVs. Die Heurige soll wieder im Herbst stattfinden, aber ohne oder mit 3Gs gehe ich nicht hin und wenn ich in Harland bin, kann ich mir vielleicht das Büch darüber heraussuchen und in den schönen Bildern der GAV-Kollegin blättern, die ich schon lange nicht gesehen habe. Wenn ich im Literaturhaus gewesen wäre, hätte ich Robert Huez fragen können, wie es ihr geht und meine Bücher habe ich auch gelegentlich ins Literaturhaus geschickt. Wer also etwas von mir lesen will, einiges, nicht alles ist dort zu finden und das Buffet, das es vielleicht oder vielleicht nicht nach der Eröffnung gegeben hat, fehlt mir natürlich auch.

Shortlist-News

Jetzt ist sie da, die Shortlist des deutschen Buchpreises und aufmerksame Leser wissen es, daß ich diesmal es, es ist mein siebentes Buchpreislesen,wo ich die Absicht

habe, mich durch zu zulesen, die Verlage anschreibe und die Bücher, die nicht kommen, kann man jetzt bei Netgalley anfordern, so daß ich alles lesen werden könne, heuer aber besonders langsam bin. das heißt, ich habe erst fünf Bücher gelesen. Zwei davon schon im Frühling und auch die Feedbacks von anderen sind spärlicher denn je. Denn die offiziellen Buchpreisblogger, die da ja einige Pressekonferenzen gegeben haben, gibt es nicht mehr. Jetzt werden die zwanzig Bücher an zwanzig Blogger, Vlogger, etcetera verteilt, die das Buch dann besprechen,den “Papierstau Podcast” gibt es, wo die Drei jede Woche fünf Bücher besprachen und dann ihr Shortlistvoting abgaben. Das Letzte kommt morgen und eine oder zwei Blogger haben sich auch mit der Liste abgegeben.

Also was sind meine Shortlisttips?

ich habe den Christian Kracht gelesen, den Fanzzobel mühsam und lang, den “Himmel vor hundert Jahren” schon im Frühlingund gab dem Buch keine Chance und jetzt den Loschütz und den mir bisher unbekannten Peter Karoshi “Zu den Elefanten”, von den fünf hätte ich mir höchstens den Franzobel und den Christian Kracht, der ja auch auf derSchweizer Liste steht und den ich anläßlich seiner Leipziger Nominierung las, vorstellenkönnen.

Was wären also meine Tips?

Von den Bloggern habe ich gehört, daß der Ferdinand Schmalz ein Gehiemtip wäre, den habe ich bei den O- Tönen gehört, das Buch aber erst sehr spät bekommen. Auf “Identiti” war ich gespannt. Das wäre das passende Debut, die es ja auch immer gibt und sonst, den Dietmar Dath vielleicht, von dem ich noch nichts gelesen, abergehört habe, daß das offenbar das künstlerisch schwierigste Buch der Liste ist. Monika Helfer, Norbert Gstrein vielleicht.

Eine solchs Liste habe ich mir also mit Ach und Krach zusammengebastet und jetzt voila Tusch und Überraschung!

1.Norbert Gstrein “Der zweite Jakob”, da habe ich ja, glaube ich, schon die erste Seite bei der Buchpreisverleihung gehört, wo er mit seinem letzten Buch den Öst gewonnen hat. Bei zwei Lesungen war ich auch im Stream und bin, meine Leser wissen es, kein so besonderer Fan, finde seine Romankonstruktionen aber interessant. also freue ich mich auf das Buch, vielleicht kann ich für das “Seitengewitter” was daraus lernen

2.Monika Helfer “Vati”, die steht auch auf der Öst “Hanser” die mir sonst meistens nur PDFs anbieten, haben mir es sogar als pringt geschickt. “Die Bagage” habe ich gelesen, denke, daß es eine Fortsetzung ist. Bin also nicht sehr gespannt. Habe aber von den Bloggern viel Lobendes darüber gehört.

3. Christian Kracht “Eurotrash” in aller Munde. “Papierstau” sieht ihn, glaube ich, als Sieger, bei mir war er, bezug Leipzig, glaube ich, auf Platz vier. Habe aber anerkannt, daß er gut schreiben kann, den inhalt aber für einen “Trash” gehalten.

4. Thomas Kunst “Zandowscher Klinken” Da kannte ich weder Buch noch Autor, habe mir aber gstern das Filmchen angesehen, daß es auf der Buchpreis-Seite gibt und fand, das, was er darüber erzählte durchaus spannend, also freu ich mich auf das Lesen

5. Mithu Sanyal “Identiti”, da bin ich immer noch gespannt und freue mich auch auf das Lesen und

6. Antje Ravic-Strubel “Baue Frau”, da habe ich ja schon in der “Gesellschaft” was davon gehört. Von der Autorin auch schon einiges gelesen mich mit ihr auch auf “Paul und Paula” vorbereitet, habe aber von den Bloggern gehört, daß es einigen nicht so gut gefallen hat.

Also lesen lesen, lesen!l Ich lese jetzt gerade einen schwedischen Bestseller, der auch ganz spannend ist und wo man den Unterschied zu den Buchpreisbüchern vielleicht ganz gut erkennt Dann geht es hoffentlich schnell und zügig weiter, bis es zu den öst Büchern kommt. Da gibts auch einige Überscheidungen. Der Hennig Ahrens, den ich inzwischen als Übersetzer kenne, wird der nächste sein. Dann folgen der Heinz Strunk von dem ich noch nichts gelesen habe, mir ihn aber auch auf der Shortlist vorstellen hätte können und Shida Bazyar,die ja den ersten Bloggerpreis gewonnen hat und auf ihre “Kameradinnen” bin ich auch schon sehr gespannt, habe aber auch schon was Kritisches gehört.

Kroatische Geschichte schreiben

Eigentlich wollte ich heute in die ” Gesellschaft für Literatur” streamen, weil da Brigitte Schwens-Harrant mit Julya Rabinowich diskutieren sollte und das interessiert mich ja sehr. Dann bin ich darauf gekommen, daß in der”Alten Schmiede” um sechs Alida Bremer ihren Roman vorstellt und die 1959 in Split geborene, kenne ich als Übersetzerin, die in der “Literatur im Herbst”, die von ihr übersetzte Romane vorstellte. Daß sie auch als Autorin tätig ist und bei “Jung und jung” verlegt, habe ich nicht gewußt und als ich dann den Stream einschaltete, erklärte Johanna Öttl, daß die Veranstaltung der Abschluß von Sabine Scholls Reihe “Geschichte schreiben” darstellt und sie zwei kroatische Autoren, die sich mit der kroatischen Geschichte beschäftigen, ausgesucht hat. Das heißt, eigentlich hätte die Veranstaltung schon früher mit Ivana Sajkos Familienroman” beginnen sollte, mußte aber Pandemie bedingt verschoben werden, wie das dieser Reihe überhaupt öfter passierte und so ist jetzt Alida Bremers zweiter Roman “Träume und Kulissen” dazugekommen, die Split in einem Monat des Jahres1936 beschreibt, wo sich der Faschismus schon anbahnte und die Stadt auch als Filmkulisse benützt wird. Die Kulinarik kommt vor und das Ganze ist getarnt als Kriminalroman, das heißt, das spaziert ein Kommissar herum, um einen Fall aufzuklären und daziwschen klärt Alida Bremer, die Stimmung vom Juni 1936 auf und da ist mir auch eingefallen, daß ich einen oder zwei Tage in Split war und dort in einem Restaurant eine Frau gesehen habe, die mir durch ihr ungewöhnliches Eßverhalten und, daß sie alleine in dem Restauran war, taufgefallen ist und, die ich dann in “Claire- Klara-Clarisse” eine Rolle spielen ließ und damals dachte, daß sie vielleicht auch eine Veranstalterin des Filmfestivals das dort gerade stattfand sein könnte.

Alida Bremer hat ein paar Stellen aus dem Buch gelesen und dann im Gespräch Sabine Scholl erzählt, daß sie für das Buch sehr viel recherchiert hat und dann die Qual hatte sehr viel von ihrem Material wegzulassen und daß sie eine Diplomarbeit über Kriminalromane geschrieben hat und deshalb dieses Genre wählte, weil sich die Leser dann lieber mit dem Buch beschäftigen würden, wenn ich das richtig verstanden habe.

Dann war es Zeit mich in die “Gesellschaft” zu streamen, bin aber leider in den Stream nicht hineingekommen oder habe ihn nicht gefunden, so daß mir nichts anderes übergeblieben ist, als mir den zweiten Teil auch noch anzuhören. Was ja auch sehr gut ist, weil ich mich ja anläßlich unseres Kroatienurlaubs, den wir 2016 machten auch ein bißchen mit der kroatischen Literatur beschäftigt habe und jetzt dieses Wissen erweitert kann und habe von einer Ivana Sajko noch nichts gehört, die aber eine interessante Autorin zu sein scheint, die auch eine intressante Schreibweise hat. Sie wurde 1975 in Zabreb geboren, lebt aber in Berlin, scheint also auch ein bißchen Deutsch zu können, obwohl Alid aBemer den deutschen Text las und das Gespräch auch übersetzte. Im Programm steht aber auch, daß Alida Bremer und sie sehr befreundet sind.

Das Buch heißt “Familienroman”. Die Ereignisse von 1941 bis 1991 und darüber hinaus”, scheint also gut zum ersten Buch zu passen und die kroatische Geschichte noch weiter als bis1936 zu erklären und Ivana Sajko hat, wie Sabine Scholl im Gespräch erfragte, auch Teile ihrer Biografie dafür verwendet und sogar Stücke eines früheren Buchs darin einbezogen. Es geht in der Geschichte Kroatien, wie wahrscheinlich in der übrigen Geschichte überhaupt um Gewalt und damit har sich Invana Sajko besonders interessiert und so kann man wahrscheinlich in diesem Buch viel über die Geschichte Kroatien erfahren. Wie weit das literarisch ist, kann man sicher diskutieren, aber Sabine Scholls Projekt heßt ja Geschichte schreiben. Also wieder viel gelernt und eine oder zwei interessante Autorinnen kennengelernt und Julyia Rabinowich kenne ich ja schon und habe auch einiges von ihr gehört.

Besichtigung eines Unglücks

Wenn man die diesjährige deutsche Buchpreisliste durchleuchtet, so fallen neben den jungen Frauen, die über die Diversität und ihr Migrantenschicksal schreiben auch ein paar ältere (weiße) Männerauf, die über ihre Kriegserinnerung schreiben,beziehungsweise diese Geschichte aufschreiben wollen.

Alois Hotschnig der das auch getan hat, steht nicht auf der Liste, dafür aber der 1946 geborene Gert Loschütz, der schon einmal auf der Buchpreisliste gestanden ist und “Besichtigung eines Unglücks” ist der vierte Buch der LL, das ich gelesen habe. Ich weiß, ich bin spät daran, denn nächste Woche wird schon die Shortlist bekanntgegeben und da hätte ich eigentlich noch keine Tips, würde aber nicht auf Gert Loschütz tippen. Aber mal sehehen, ich habe mich diesbezüglich schon oft geirrt und hätte beispielsweise auch Yulia Marfutova nicht auf der LL gesehen.

Vor Weihnachten 1939 gab es in in Genthin, das ist, glaube ich in der Ex-DDR so zwischen Dresden und Magdeburg, ein großes Zugunglück, das mehrere Menschenleben forderte, gegeben und Thomas Vandersee ist ein Journalist, der in Genthin aufwuchs. Der bekommtin den Neunziger- oder Zweitausenderjahren einen Brief eines Nachbarn, der ihn auf das Zugunglück aufmerksam macht und Fotos schickt. Es dauert lange bis sich der Journalist des Themas annimmt, darüber schreibt und dann auch noch Beziehungen zu seiner Familiengeschichte entdeckt.

In fünf Teilen ist das Buch gegliedert, das ich zwischen Dokumentaton und eher farblos nzusammengestückelten Romangeschehen eingliedern würde. Der erste Teil “Vier Sekunden” versucht aus den Akten das Zugunglück zu rekapitulieren. In dem Zug saß eine Frau namens Carla, die mit einem Juden namen Richard verlobt war. Die war in Begleitung eines Ialieners und hat sich als dessen Frau ausgegeben.

Interessant, interessant, könnte man sagen und klar, daß sich ein Romancier daraufstürzt und das ausschlachet. Dann hat noch die Mutter des Journalisten, eine Lisa neben dem Bahnhof gewohnt, also von dem Zugunglück in ihrem Schlafzimmer etwas mitbekomen hat. Die hat Geige gespielt, hat aber auch in einem Kaufhaus, bzw einer Fabrik gearbeit und dieser Carla, die in einem Krankenhaus gelandet ist, Kleider gebracht.

Der zweite Teil ist dieser Carla und ihrer Beziehung zu Richard, beziehungsweise dem Italiener gewidmet. Der dritte dem “Violinenfräulein, also der Mutter, die ein Verhältnis mit einem “Begabten” hatte, einem Violinisten, der ihr Geigenunterricht gab. Dann aber in Cleveland Ohio ein Engagement annahm. Ein Brief der Lisas Verhältis zu diesem Mann andeutet, das war dann schon in den Fünfzigerjahren, hing auf dem schwarzen Brett im Haus, offenbar eine Methode der DDR, die Leute vor verbotenen Verhältnissen, sprich Westkontakten zu warnen. Der Schuß geht nach hinten los. Lisa emigrierte mit ihrem Sohn, glaube ich, nach Westberlin zu einer Tante und arbeitete in einem Blumengeschäft.

Der vierte Teil heißt “Aus den Notizheften”, dann wird das Ganze noch einmal schlagwortartig angeführt. Er hat zum Beispiel eine Freundin, die Yps, also Y oder Yvonne heißt und dann geht es wieder zu Carla zurück, die in der Gegenwart stirbt und aus ihrem Nachlaß bekommt man heraus, daß sie fünfmal verheiratet war und interessanterweise haben alle ihre Männer Richard geheißen und der erste Richard merke ich noch an, ist in einem Konzentrationslager umgekommen.

Die Eroberung Amerikas

Jetzt kommt, obwohl die Shortlist schon nächste Woche bekannt gegeben wird, das dritte Buch der deutschen Longlist, das ich gelesen habe, nämlich Franzobels “Die Eroberung Amerikas” und dafür habe ich auch noch fast eine Woche gebraucht, denn es ist sehr dick und es war auch schwer hineinzukommen, obwohl ich davon ja schon einiges bei Lesungen gehört habe und auch “Das Floß der Medusa”,das vor einigen Jahren auf der Shortlist stand, gelesen habe und ich den 1967 in Vöcklabruck geborenen, der 1995 den “Bachmann-Preis” gewonnen hat, ganz gut kenne und sogar mit ihm in einer Jury bin oder war und Franzobel, was immer man auch über ihn sagen könnte, er tritt meistens mit einer Flasche oder Dose Bier bei Lesungen auf und geht zum Opernball, ist zweifellos ein Sprachkünstler, der sich an den verschiedensten Stilen übt, auch sprechende Namen verwendet und jetzt offenbar den Abenteuerroman entdeckt hat. Es scheint auch noch einen dritten diesbezüglichen Roman zugeben, der geplant ist und an dem er arbeitet und da hat er sich jetzt an Hernando de Soto ausgelassen, der im sechzehnten Jahrhundert Florida eroberte und dabei offenbar unter einem unglücklichen Stern stand.

Ein Grund für Franzobel sich darüber aushzulassen und seinen skurrilen Humor über die Sache zu stülpen und weil man sich wahrscheinlich nicht wirklich in das sechzehnte Jahrundert hineinversetzen kann, hat es Franhzobel offebar gar nicht versucht, sondern schreibt aus der Perspektive des einundzwanzigsten. Wendet immer akuelle Vergleiche an, nennt Namen von Schauspielern und Dingen,die erst viel später passsierten und wenn ich mich nicht irre und nicht überinterpretiere, sind auch Anspielungen an die Pandemie dabei und erzählt die Geschichte aus der Sicht von einigen Gestalten. Da gibt es wieder einen niederländischen Arzt, der Pflanzen sammelt und alles archivieren will. Zwei Gauner und einen Elias Plim, der in Algier Sklave war, dort auch zum Islam konvertierte und irgendwie auf das Schiff gekommen ist. Es gibt einen Notar mit Holzbein, künstlichen Zähnen, Glatze, etcetera, der einem der Gauner nachreist, weil der als illegitimer Sohn eines Grafen, ein Vermögen geerbt hat und einen amerikanischen Advokaten, Trutz Finkelstein, der Amerika daraufhin klagt, das Land den Indianern zurückzugeben.

Soweit,so gut. Aberfangen wir bei Hernando de Soto an, den Franzobel Ferdinand Desoto nennt. Der ist ein Sohn aus armen Haus. Arbeitet als Stallbursche,verliebt sich in die schöne Maria. Wird dann von deren Vater auf den Feldzug nach Peru mitgenommen.Heiratet später Marias Schwester Isabella und bricht mit ihr, ihrem Bruder, einen Priester zur Eroberung Amerikas auf.

Isabella bleibt in Kuba, wird dort Gouverneurin und betrügt ihren Mann mit einem Gutsbesitzer, während der sich mit seiner Truppe nach Florida begibt. Den Missisippi sieh tund dort stirbt. Aber vorher ist auf fünfhundert Print und neunhundert E- Bup Seiten noch sehr viel unglaubliches passiert. Tierwettkämpfe werden geschildert. Eine Glocke in der Geld versteckt ist, wird nachgespürt. Perlen gefunden und verloren, Indianer aufgehängt. Der Hunger packt die Eroberer, macht sie fast verrückt.Es wir dgemordet und vergewaltigt und am Schluß kommt es vielleicht zu keinem Happyend, aber zu einem “Happylog und einer “Danksagung”, wo sich Franzobel bei all denen bedankt die ihm bei der Entstehung desBuches geholfen haben.

Erklärt, wie er auf die Idee das Buch zu schreiben gekommen ist und meint, daß die, die glauben und da gehöre auch ich dazu, daß das Buch zu lang geworden ist,sich bei seinem Verleger und Lektor Herbert Ohrlinger beschweren sollen, der aber ohnehin zu Kürzungen gedrängt hat, sonst wäre das Buch doppelt so dick geworden und ich hätte noch länger zum Lese ngebraucht und kann abschließend nur bemerken, daßich nicht glaube, daß sich Hernando de Sotas Eroberungszug wirklich so abgespielt hat und, daß die damaligen Protagonisten wirklich wie Paul Newmann, etcetra, ausgesehen haben. Hätte aber ohne das Buch nicht gewußt, daß es einen Hernando de Sota gegeben hat, der Florida eroberte und jetzt auf zum nächsten Buch und ich hoffe, ich komme da schneller voran.

Das Opus Magnum?

Ich habe es ja schon öfter geschrieben, die Corona-Krise hat mein Leben verändert und mir den Ausstieg aus der Literatur erleichtert. Das jetzt nicht mißverstehen. Ich schreibe sowiel, wie nie zuvor. Allerdings zumeist über Corona und das gilt ja wahrscheinlich nicht als iterarisch. Aber ich habe mich früher wahrscheinlich wirklich etwas an den Litraturbetrieb geklammert und versucht hineinzukommen und dabei übersehen, daß ich da offenbar keine Chance habe!

Bin zu Literaturversanstaltungen gegangen. Mehrmals in der Woche in die “Alte Schmiede”, Literaturhaus,” Gesellschaft für Literatur”, etcetera. Habe versucht Einladungen zu Preisverleihungen zu bekommen und auch immer wieder Bücher verteilt, versucht Einladungen zu Lesungen bekommen,bei der letzten GV der IG-Autoren einen Self Publischer-Anftrag gestellt. einmalversucht eine Einladung in eine Autorenwohnung zu bekommen. Hat alles nichts genützt und die Bruni bzw.,die Sussanne A. haben mich auch einmal distanzlos gefunden. Das ist lange her und ich habe es damals nicht verstanden.

Distanzlos, ich doch nicht! Jetzt glaube ich, mein Klammern an den Literaturbetrieb und mein Nichtverstehen, daß ich darin keine Chance habe, war damit gemeint. Dann kam Corona und ich habe von Anfang an Widerstand gegen Masken, testen, registrieren, etcetera, gespürt. Die Folge war das Vermeiden, also nicht mehr zu Lliteraturveranstaltungen gehen und da habe ich einmal Lesungen abgesagt und auch das Skriptorium.

Die Poet Night wo ich ja lesen könnte, findet ohne mich statt, beim Volkssstimmefest habe ich nicht gelesen und Kontakt zu Autorenkollegen habe ich derzeit nur zur Ruth und zur Doris Kloimstein, die anderen habe ich den Kontakt verloren, seit ich nicht mehr nach der Veranstaltung beim Wein im Literaturhaus stehe. Ich bekomme zwar manchmal Einladungen zu Veranstaltungen.Schreibe dann aber “Mit 3G und Maske leider nicht!”

So hat sich mein Leben reduziert. Ich bin auch, warhscheinlich altersbedingt, langsamer geworden, tue viel weniger. Habe auch wenigerStunden, weil nur mehr meinen Verinsvertrag und der wird, wenn ich siebzig bin, auch auf zwei Klienten reduziert,also viel Zeit für das Schreiben.

Und da schreibe ich immer, meine Leser wissen es, ich bin irgendwie ausgeschrieben und schreibe dann trotzdem weiter. Habe jetzt schon an oder vielleicht sogar schon über fünfzig selbstgemachte Bücher, Romane, Erzählungen, “Literaturgeflüster-Texte” und auch immer noch das Gefühl, das ist nicht gut genug. Das schreibt mir derzeit immer der Uli, wird es wahrscheinlich wieder tun und hat wahrscheinlich auch recht damit, wenn auch vielleicht etwas anders als er glaubt, denn ich denke, es liegt Erstens an meiner Ignoranz an der Rechtschreibordnung, Zweitens, daß ich ja eher journalistisch und an der Realität als experimentell schreibe. Psychologisch, sozialkritisch würde ich meinen und ja, die Sprache ist und war mir nicht so wichtig und das ist ja für den Literaturbetrieb nicht gut. Dafür das Dokumentieren, da bin ich, was Corona betrifft, wahrscheinlich eine Fundgrube, habe mich mit dem Schreiben in Corona-Zeiten schon lange auseinandergesetzt und habe jetzt schon drei Texte darübe,r die erschienen sind. Der vierte Text die “Hundert Seiten” in denen es eigentlich um den Feminismus geht, liegt beim Alfred zum Druckereiferti gmachen. Das betrifft auch das” Corona-Texte-Buch”, das wächst zwar immer noch an, weil da ja noch immer viel gechieht über das sich Glossen und Geschichten schreiben lassen und jetzt geht es an das “Seitengewitter” an dem ich derzeit schreibe.

Und das ist wahrscheinlich wieder ein Versuch eine unausgegorene Idee zu verwirklichen. War es bei den Vorbüchern ja die Beschreibung, wie es um einer Maskenverweigerin geht, ist das jetzt immer noch offen und dann würde ich auch gerne wissen, wie es denen geht, die da im Fernsehen auftreten und ständig “Impfen,impfen, impfen!”, schreien.

“Und wenn du dich das nicht läßt, wirst du sicher krank und daran sterben!”

Glauben die das wirklich und wenn haben sie dann Angst? Und da ist schon die Idee gekommen, ein Impf-und Maskenverweigerin mit einen solchen Journalisten, Ärztekammerpräsidenten oder Politiker zusammenzubringen.

Virologe ist besser, weil allgemeiner und da ist dann der Philip Knirsch entstanden, der Chefvirologe des Landes, dem ich Sätze in den Mund gelegt habe, die ich einem Herrn Mucha und einem Sebastian BornMena entnommen habe, wie “Alle Nichtgeimpften sollen scheßen gehen!”, beispielsweise oder ” Wir nehmen Ihnen nicht ihr Eigentum weg, sperren sie auch nicht ein, aber sie dürfen dann nicht überall ihr Leberkäsesemmerl essen!”

Starke Sätze, die eine zum Gruseln bringen kann und es mich immer noch wundert, daß die so unwidersprochen bleiben , aber um zur Literatur zurückzukommen.

Da gibt es also eine Alberta Wassermann. Zuerst habe ich an die Lotte Füchsel aus den “Hundert Seiten” gedacht.aber die kann sich schwer in den Virologen verlieben. Also die Alberta, 38, Übersetzerin, die am Kutschkermarkt einkaufen geht und sonst zu Hause bleibt und übersetzt, aber im Währingerpark zuerst den alten Hans Knirsch, Philips Vater trifft. Der ist ein gewesener Psychiater und lebt in einer Seniorenresidenz, wo er in Clinch mit der Oberschwester ist, weil er sich nicht impfen läßt. Also muß er in seinem Zimmer bleiben und dort essen. Diese Idee ist mir auch einmal gekommen, also steht die Alberta zwischen zwei Männern.

Das eine Minusfrau einen berühmten Mann trifft, habe ich schon in einigen anderen Texten beschrieben und ich weiß nicht, wie weit es mir gelungen ist. Beim jetzigen Staus Quo des “Seitengewitters” ist es das auch noch nicht. Denn da ist mir inzwischen eine andere Idee gekommen, denn der Philip hat zwei Kinder, den Felix, 12 und Tanja,15 und Felix will sich nicht impfen lassen. Philip Knirsch, der das gemeinsame Sorgerecht mit Sophie hat, aber schon und da kommt es zum Streit. Philip stellt seine Zustimmung aus. Felix läuft davon. Das Jugendamt schaltet sich ein. Felix flüchtet zum Großmvater, der beginnt als Psylchiater zu deeskaloieren, versteckt ihn bei Alberta. Philips Schwester Martin ist Zahnärztin und engagiert sich bei den “Ärzten gegen Kinderimpfung”. Es kommt zu einer Kundgebung, wo sowohl Hans, als auch Martina reden und Hans beobachtet da ein traurig aussehendes Mädchen, dem er dann bis zum Donaukanal folgt. Es ist die sechzehnhäührige Jessi, die Tochter, der Oberschwester Elfriede, die ist magersüchtig und depressiv, weil schon wieder in Quaranätne. Hans Knirsch spricht sie an und so weit so what.

Das sind zum Größtenteil noch Pläne, denn derzeit habe ich einunddreißg Seiten, elf Szenen, und 15.037 Worte und wenn ich das, was ich jetzt skizzierte, schreibe, werden es vielleicht zwanzig bis fünfundzwanzigtausend Worte sein. Also kein Roman. Höchstens wieder eine Kurzgeschichte und ich bin in drei Wochen mit dem Rohentwurf fertig. Das will ich eigentlich nicht, das die letzte Szene wieder die ist, wo sich Sophie und Philip einigen Felix Zeit zu lassen und sich der Hans mit der Oberschwester und vielleicht auch mit seinem Sohn aussöhnt, zwar in der Seniorenresidenz bleibt, aber öfter seine alte Villa und hier die Bibliothek, die ihm abgeht besucht.

Das wäre wohl wirklich zu billig, zu schnell und oberflächtig und ich will mir ja immer für meine Romane endlos Zeit lassen, um die Handlung kommen zu lassen und die hätte ich in Zeiten wie diesen ja auch und der Phhilip hat sich der Alberta noch nicht wirklich angenähert und das wäre ja interessant, wie das gehen könnte?

Da hätte ich wahrscheinlich noch einen Haufen Plotarbeit vor mir und wenn ich das schaffe, aus diesen Ideen wirklich einen Roman zu machen, ist mir vielleicht auch mein Opus Magnum gelungen. Ich gebe es, wenn der Alfred nicht verweigert, es dann wieder im Selbstdruck heraus und poste es auf meinen Blog.

Das wärs dann wahrscheinlich, denn Corona ist ja ein heikles Thema und ob ich damit am Volksstimmefest auch ohne 3G lesen kann, ist eher unwahrscheinlich. Aber das ist mir ganz ehrlich egal. Der Text ist wichtig, wenn ich ihn gut finde und mich verbessert habe, reicht es mir. Dann kann der Uli kommentieren, was er will, sehe für mich aber, aufassen Kritiker, noch Steigerungsbedarf und den will ich ausnützen und daran arbeiten, daß daraus vielleicht wirklich ein Roman entsteht in dem man später nachlesen kann, wie es 2021 war und da wird jetzt, wo heute ja die Stufe eins, des neuen Stufenplans in Kraft tritt, wirklich chaotisch, weil sich angeblich niemand auskennt, wo er jetzt Maske tragen muß und welche und wer das kontrollieren muß? Dabei wäre es doch so einfach. Jeder tut, das was er glaubt und passt auf sich auf, denn eigentlich kann man ja wirklich schwer erkären, was es für den Belag der Intensivstationen bringt, wenn der Geimpfte in Wien im Modehandel Mundschutz trägt und der ungeimpfte FFP2- Maske. Der Modehandel ist wahrscheinlich meistens leer. Da steckt sich niemand an und die Kinder werden in den Schulen auch nur traumatisiert wenn sie dreimal wöchentlich testen und dann in Quarantäne müßen und da sehe ich die größere Gefahr, die uns höchstwahrscheinlich noch länger beschäftigen wird.

Lyrisches in der Alten Schmiede

Wieder einmal Doppelpack in der “Alten Schmiede” , diesmal in der Lyrikschiene und zwar stellte Johannes Tröndle zuerst Eva Maria Leuenberger und Thomas Ballhausen und dann Waltraud Haas vor und ich bi n in die Lesung von Eva Maria Leuenberger wegen meiner sechs Uhr Stunde ein wenig zu spät hineingekommen, habe die1991 in Bern geborene aber erkannt, weil sie ihren ersten bei “Droschl”erschienenen Lyrik-Band “dekarnation”in dem es um Moorleichen geht, an dem Abend vorstellte, als ich das letzte Mal in der “Gesellschaft für Literatur” war.

Das neue Buch heißt “kyung” und so heißt auch eine amerikanisch koreanische Avantgardekünstlerin die 1982 in einem New Yorker Parkhaus vergewaltigt und ermordet wurde und Eva Maria Leuenberger brachte offenbar eine lyrische Antwort darauf. Leider habe ich einen großenTeil der Lesung versäumt, bin nur in das Gespräch mit Johannes Tröndle zurecht gekommen und im Anschluß kam der 1975 geborene “Prießnitz-Preisträger” Thomas Ballhausen, den ich auch als Film- und Comic-Experte kenne und ihm einmal auch einen Vortrag über Sigmund Freud halten hörte

Er hat auch einen lyrischen Text oder Langgedicht, das dem Alkestis-Thema gewidmet ist, sich aber modernen Ausdruckformen bedient. “Transient”, heißt der “Lyric Essay”, der auch eine graphische Gestaltung hat.

Dann kam eine Pause und danach stellte die 1951 geborene Waltraud Haas mit der ich das erste Mal beim “Linken Wort” am Volksstimmefest gelesen habe und sie mir sagte, daß sie sehr aufgeregt sei. Ich habe sie öfter bei den GAV-GVs getroffen und war auch bei ihren Lesungen.

Der neue Band heißt “Mit derAxt in der Hand” und wird iim Programm als Miimalismus angekündigt. “Drei vier Zeilen genügen, um eine Welt entstehen zulassen”, steht da geschrieben und die Gedichte kreisen um ihre Kindheit, den Vater, den sie “nackt gesehen hat und damit eine Sünde begangen hat”. Der Vater, der sie verläßt, die Mutter, die nicht an sie glaubt und trotzdem ist etwas aus ihr geworden und ich denke, daß das Waltraud Haas sehr gut geschafft hat, hat sie doch schon sehr viel Gedichtbände geschrieben, die zuletzt bei “Klever” erschienen sind. Johannes Tröndle fragte im Gespräch danach, beziehungsweise merkte er an, daß die Gedichtbände in immer kürzeren Abständen erschienen und Waltraud Haas meinte, sie hätte jetzt nicht mehr zu tun, als schreiben, während ihr Leben früher schwierig gewesen sei.

Interessant, interessant. Die Kindheit kommt vor,der Vater, die Mutter, aber auch die Kinder, die sie im Kaffeehaus trifft, die Krebserkrankung und viele andere Themen. Sehr beeindruckende kurze Gedichte, wenn sie länger werden, sind sie Prosa, sagte Waltraud Haas noch und bekam am Ende ihrer Lesung sehr starken Applaus. Vefgüt also auch über ein sgroßes Fanpublikum und ich habe mit einigen Unterbrechungen wieder einen starken Lyrikabend erlebt, der einen guten Einblick in das vielseitige poetische Schreiben und seine Formen gab.

Ernst Fettners Leben und Schweizer Buchpreisliste

Auf die heutige literaturhausveranstaltung bin ich durch die Ö1-Sendung “Leporello, die vor dem Morgenjourn gesendet wird, aufmerksam geworden. Das heißt, es wurde darüber berichtet. Angestrichen hatte ich sie schon, will ich mich ja trotz meiner Coronoa-Quarantäne literarisch am Laufenden bleiben und da wurde das Buch des 1921 geborenen, also, hundertjährigen Ernst Fettners “Geh du voran”, das er mit der Literaturwissenschaftlerin und, ich glaube, auch Literaturhausmitarbeiterin Jana Waldhör, herausgegeben hat. Eine Veranstaltung der Exilbibliothek und Ernst Fettner sagte mir erstmal nichts.

Aber ich bin ja vielseitig literarisch interessiert und schaue gerne über den Tellerrand. Trotzdem war es gar nicht so leicht in den Stream hineinzukommen. Zuerst hieß es die Veranstaltung ist schon ausgebucht, weil ich auf den falschen Link drückte, dann Veranstaltung beginnt in Kürze. Ich habe mich inzwischen anderwertig umgehört. Zum Beispiel kann man auf der deutschen Buchpreisseite schon die Kurzvorstellungen der zwanzig Bücher oder einen Teil davon finden, dann habe ich den Beginn versäumt, sowie die Einleitung.

Aber gut, das wurde wahrscheinlich auch im “Leporello” erklärt und ist im Programm zu finden, so sah ich den weißhaarigen alten Mann und war erstaunt daß er wirklich schon hundert weil sehr aktiv und agil und das Buch ist, wenn ich es recht verstanden habe, aus den Tagebuchaufzeichnungen und Fotos des alten Mannes entstanden, der damit sein Leben dokumentierte.

Irgendwie ist er dann wohl mit Jana Waldhör in E-mail Kontakt gekommen. Ein solches wurde vorgelesen und dann ging es gleich in die Jugend desn alten Herrn, der ich weiß nicht genau warum, in einem Waisenhaus in Baden aufgewachsen ist.

Denn dann kam eine Stelle über seinen Opapa Abraham und nach dem Waisenhaus hat Ernst Fettner eine Ausbildung als Wäscheerzeuger gemacht und war dann Fahhradbote, Radlbuam hat das damals geheißen und hat da die Wäsche vom Althanplatz, wo das Geschäft lag nach Ottakring geradelt. so wohl auch am 9.11. 1938, der sogenannten Reichskristallnacht. Da hat er sich dann mit seinem Chef, dessen Söhnen und zwei Mitarbeitern im Lager versteckt. Die Nazis kamen, trommelten an der Tür und fragte,n ob sie Kommunisten wären “Get du voran!”, sagte der Chef zum Ernst und die anderen, die vereinten Kommunisten zu sein, wurde geprügelt.

So wurde Ernst Vetter zum Kommunisten, emigrierte nach England und kam nach dem Krieg mit der schottischen Armee, zuerst nach Deutschland dann nach Österreich zurück. Dort wurde er dann Journalist bei der Volksstimme war auch sportlich tätig, hat jetzt viele Enkel und Urenkelkinder und sein Leben aufgezeichnet.

Der Buchkauf wurde sehr empfohlen und es ist natürlich ein interessantes Zeitdokument mit Fotos und Briefen, daß man am Büchertisch erwerben konnt. Eine Lesetournee gibt es auch und ich habe meine elendslange Leseliste heute auf andere Art und Weise verlängert. Denn nach der deutschen und der österreichischen wurde auch die Schweizer Buchpreisliste bekanntgegeben. Da steht natürlich Christian Kracht darauf und sonst noch vier Bücher von vier Autoren und Autorinnen, die mir allesamt unbekannt sind. Zwei PDFs oder E-Books habe ich schon. Das Dritte kommt mit der Post.

Also lesen, lesen, lesen und die nächste Literaturhausveranstaltung wird dann in einer Woche sein. Da wird dann die Ausstellung eröffnet die auf dreißig Jahre Liiteratuhaus und den ersten österreichischen Schriftstellerkongreß, den ich leider versäumt habe, hingewiesen und leider ist auch diese Veranstaltungn schon ausgebucht. Ja heute ist das Leben rauh und man muß sich überall anmelden und registrieren lassen, kann die Ausstellung, bzw. das Gespräch darüber aber auch im Stream verfolgen.

Teresa Präauer über Agota Kristof

in der “Alten Schmiede” gibt es ja eine Reihe wo Dichterinnen über Dichterinnen lesen, beziehungsweise jeweils eine eine solche vorstellt. Ruth Aspöck hat da einmal Brigitte Kronauer vorgestellt und dabei aus ihrem Ensor Buch vorgelesen unbd Frieda Paris über Meta März und heute trat Teresa Präauer auf und präsentierte die 1935 in Ungarn geborene und 2011 in der Schweiz gestorbenen Agota Kristof von der ich schon einiges gehört, aber noch nichts gelesen habe und auch keine Bücher von ihr besitze.

Von der 1979 in Linz geborenen Teresa Präauer habe ich noch mehr gehört war, zum Beispiel ihre “Bachmannpreis-Lesung”, wo sie durch alle Preisrunden gerutscht ist. Sie hat einmal den “Fried-Preis” bekommen und war in der Frühlingssaison auch in der “Alten Schmiede”, wo sie, glaube ich, über das Zeichnen sprach. Gelesen habe ich noch nichts von ihr, werde aber wahrscheinlich bald, weil sie auf der Öst steht, muß das Buch aber erst bekommen

Kennengelernt habe ich sie, glaube ich, als Illustratorin von Wolf Haas,sie war, glaube ich, auch oder ist es noch, mit ihm befreundet, beziehungsweise mit ihm öfter gemeinsam aufgetreten und jetzt die “Dichterin über Dichterin- Stunde”, wo die eingeladene Autorin, glaube ich, aufgefordert wird, etwas von sich zu lesen und das dann mit der vorgestellten Autorin in Beziehungs zu setzen. Bei Teresa Präauer war das ihr erstes Buch “Für den Herrscher der Übersee”, wo sie gleich zu Beginn eine Seite las und dann erzählte oder war das Johanna Öttl ,die einleitete, daß Agota Kristof 1956 mit ihrer Familie aus Ungar flüchten mußte und der Schweiz zugeteilt wurde.

Hier arbeitete sie lange in einer Fabrik, mußte erst Französisch lernen, begann Theaterstücke zu schreiben und hatte schließlich ein “Ding, das aus einem Anfang und einem Ende bestand”, das sie nach Paris an drei Verleger mit einem Beibrief schickte. Das war in den Achtztigerjahren und der Roman war “Das große Heft”, das man laut Teresa Präauer auch als Erzählung verstehen kann. Es hat jedenfalls sechzig Kapitel, die wie Gebrauchsanweisungen klingen und es handelt von zwei Buben, Zwillingen, die einander sehr ähnlich sind. Sie werden während des Krieges von der Mutter mit je einem Koffer und einem Wörterbuch zur Großmutter gebracht, die sie eigentlich gar nicht will. Dann sitzen sie in einem Zimmer, bringen sich selbst das Schreiben bei, in dem sie Aufsätze schreiben, in dem sie sich etwa verbieten zu schreiben, die ist eine Hexe, sondern der und der hält sie dafür, was schon fast, wie eine Schreibanleitung aus einem Schreibseminar klingt.

Schreibpoetik nannte es, glaube ich, Teresa Präauer. Es gibt dann noch zwei Folgeromane, die zusammen als eine Trilogie bezeichnen werden können und da bekommen die Zwillinge auch Namen und heißen Lukas und Klaus. Es gibt auch eine Textsammlung, die die “Analphabetin” heißt” wo Agota Kristof ihre Schreibanfänge und das Hineinwachsen in eine fremde Sprache, beschreibt, was sie, glaube ich, gar nicht wollte.

Sie ist mit ihren Romanen dann sehr berühmt geworden und Teresa Präauer schloß ihren Vortrag mit einer Stelle aus dem Novellenband “Irgendwo” mit einem Satz der eigentlich gar nicht so lustig war, trotzdem mußte sie dabei lachen und sie betonte auch an mehreren Stellen, die Komik, die sie in Agota Kristofs Werken empfand. Aber das ist vielleicht auch eine Spezialität Teresa Präauers, die ich ja auch erst lesend kennenlernen muß und so schließe ich wieder mit dem Satz. Es war ein interessanter Abend, ich habe viel gelernt und hoffentlich komme ich bald dazu, die Bücher zu lesen. Aber das geht bei mir momentan ja sehr langsam voran, bin ich doch immer noch beim dritten deutschen Buchpreisbuch.

Saisoneröffnung in der AS

Es ist soweit. Die siebenundvierzigste Saison ist eröffnet und erfolgte, moderiert von IlijaTrojanow, mit der Vorstellung des neuen Buchs von Alois Hotschnigs und die Saisoneröffnung ist ja immer ein besonderes Ereignis und bei einigen war ich in den sechundvierzig Jahren oder so, wo es die AS schon gibt, auch anwesend. Nicht ganz vom Anfang an wahrscheinlich und ich kann mich auch meinen ersten Besuch nicht erinnern, an meinen letzten schon.

Das war am 8. März 2021. Denn dann kam der Lockdown und jetzt die zweite Saison, die für mich Online beginnt. Dabei kann man wieder hingehen. Könnte man mit Maske und 3G. In Kürze wird es dann wahrscheinlich nur mehr das eine geben. Walter Famler eröffnete trozdem enthuisastisch und das wurde auch noch von IlijaTrojanow gesteigert, der ungefähr zehnmal “Ich weiß nicht viel von Alois Hotschnig, aber das weiß ich….”

Ich weiß auch nicht besonders viel. Nur, daß er 1959 geboren wurde, in Innsbruck lebt, “Die Kinder berruhigte das nicht”, den Erzhlband, den ich mal bei”Rund um die Uhr”gewonnen habe, aber nicht gelesen habe.

Langsam und bedächtig stellte Alois Hotschnig sein Buch “Der Silberfuchs meiner Mutter” dann vor. Das heißt, er las auf diese Art und Weise und so hat ihn auch Alois Hotschnig vorgetellt und das Buch ist wieder ein Kriegsroman.

Da habe ich schon sehr viele gelesen und konnte lange auch nicht genug davon bekommen. Jetzt denke ich fast man sollte eher in die Zukunft schauen und darüber die Romane schreiben.

Aber natürlich ist die Geschichte des Mannes, der 1942 als Sohn einer Norwegerin und eines Wehrmachtssoldaten geboren wurde, sehr interessant. Die Frau mußte Norwegen dann verlassen und kam nach Hohenems. Lebensborn hat sie bei der Reise begleitet und der Sohn versucht wahrscheinlich sich seinem Vater anzunähern, den er offenbar erst später kennenlernt. Das ist offenbar die Handlung des Buches und Alois Hotschnig erzählte im Gespräch, daß er auf die Idee des Buchs vor Jahren im Fernsehen gekommen ist. Da hat es einen Bericht über Lebensborn gegeben und da hat ein Herr von seinem Schicksal erzählt, beziehungsweise, wie Alois Hotschnig erzählte, die Sätze gesprochen, die jetzt im Buch zu finden sind. Alois Hotschnig hat ihm angeschrieben oder angerufen und dann lange mit ihm gesprochen, bis das Buch entstanden ist.

Interessant und spannend, daß Walter Famler in der Verabschiedung von der Faschistisierung sprach, der wir entgegen gehen und erklärte dann noch kurz das Programm der nächsten zwei Monate und da geht es schon morgen mit Teresa Präauer, die ich ja auch noch zu lesen habe und Agota Kristof weiter.