Im Lande Israel

Jetzt kommt wieder etwas von meiner Leseliste und aus dem Bücherschrank, ein grünes “Suhrkamp-Taschenbüchlein” aus dem Jahr 1984, das Jahr in dem meine Tochter Anna geboren wurde.

Amos Oz “Im Lande Israel” und da ist der 1939 in Jerusalem geborene Schriftsteller, der in einem Kibbuzt lebt oder lebte, 2015 hat die Übersetzung seines “Judas” den “Preis der Leipzigerbuchmesse” bekommen, 1982, wie er im Vorwort schreibt, im Lande herumgereist und hat Gespräche mit verschiedenen Menschen geführt, die hier in den einzelnen Kapitel widergegeben werden, das von dem Land, seinen Leuten, seinen Schwierigkeiten, Problemen, Freuden erzählt.

Für eine, die nicht sehr viel Ahnung von der israelischen Literatur hat und gerade mal ein paar diesbezügliche Krimis, sowie einen Roman von Judith Katzir, David Grossmann und einen Meir Shalev gelesen hat, wo sie sich wunderte, wie gewalttätig, das Leben in den Jerusalemer und Tel Aviver Straßen ist und, daß da oft nicht einmal Kinder ungestört in ihre Schulen fahren können, nicht sehr einfach zu lesen.

Es kommt auch noch dazu, daß sich seit den frühen Achtzigerjahren des vorigen Jahrhundert sicher viel verändert hat, die Politiker nicht mehr die selben sind und, die Menschen die hier zu Wort kommen, vielleicht gar nicht mehr leben. Trotzdem ist der Streifzug durch das Land in dem ich nie gewesen bin sehr interessant, macht neugierig, verlockt zum Lesen und mit Ajelet Gundar-Goshen “Löwen wecken”, ein Buch über das ich in Leipzig vor zwei Jahren, wo Israel ja Gastland war, werde ich das, weil inzwischen auch gefunden, hoffentlich in diesen Jahr noch tun und jetzt hinein in das Land und zu seinen Leuten, mit Amoz Os durch Israel, der aus seinen Streifzügen sehr poetische Schilderungen machte und mit den Leuten,  mit denenAmos Oz, wie er in seinem Vorwort noch betonte, ohne Aufnahmegerät seine Interviews machte, über Religion und Glauben, die Araber und das leidige Palästineserproblem, über die Goj ims und die Dschidden, was die letzteren sind, kann man in den Fußnoten, wenn man es nicht schon weiß. nachlesen, führte. Es geht auch, um die Frage, was der Unterschied zwischen einem Israeli und einem Juden ist?

Ich würde da sagen, daß ein Jude einer mit dem entsprechenden Glaubensbekenntnis und ein Israeli der ist, der in diesem Land wohnt, aber vielleicht sieht man am Orte des Geschehens diesbezügliche Unterschiede.

Es wird auch die Frage diskutiert, ob die Juden, wenn sie sich nur rechtzeitig gewehrt hätten, den Holocaust verhindern hätten können und oo das ihre Palästinenserpolitik rechtfertigt.

Amos Oz besucht die Ost Jerusalemer Zeitung “Die arabische Morgenröte” und den Friedhof von  Sichron Ja`akow und läßt einen arabischen Schriftsteller über seine schwierige Annäherung an die Israeli und seine Erfahrungen, daß diese auch Menschen sind erzählen. Dann diskutiert er mit Pater Dubois über “den Kampf zwischen Juden und Arabern, zwischen Irsrale und den Gojim und hört noch einen alten Mann über die Erfahrungen der Gründung Israels erzählen.

Am Schluß gibt es noch die Erfahrungen, die Amos Oz nach den Veröffentlichungen seiner Aufzeichnungen in der wöchentlichen Beilage der Zeitung “Davar” machte und die “New York Times Book Review hat über “Im Lande Israel geschrieben:  “Dieses Buch führt in eindringlicher Weise jene menschlichen Realitäten vor Augen, die die explosive Situation der israelischen Gesellschaft bewirken.”

Interessant mit Amos Oz durch Israel zu reisen und sich die verschiedenen Stimmen von Land und Leute anzuhören, aber natürlich setzte ich hinzu, daß es wahrscheinlich noch interessanter ist, sich selber in den Flieger zu setzen und das heutige Land und seine heutigen Stimmen und Stimmungen zu beobachten und zu erfahren.

Aber ich bin ja, wie ich immer schreibe nicht sehr reiselustig, so hat es ein literarischer Kurzausflug zur Eindrucksfindung sicher auch getan und neugierig auf die israelische Literatur und seine Schriftsteller, bin ich, wenn ich das nicht schon vorher war, auf jeden Fall geworden.

DichtFest diesmal zur Gänze

2016 hat es ja mit dem “DichtFest” der Veranstaltung, die Christine Huber schon lange in der “Alten Schmiede” organisiert, nicht so ganz geklappt.

Im Jänner waren wir von der Anna zum Essen eingeladen und vorher machte ich einen Recherche und Einkaufstag so daß ich die Stunde bis es Zeit für das Restaurant war, zum Aufwärmen in der “Alten Schmiede” verbrachte und auf diese Art und Weise, den Wein, den es ja nachher immer gibt versäumte.

Macht ja nichts, man soll ja nicht so gierig sein und dann hat, als wieder mal ein “DichtFest war Marlese Streeruwitz im Literaturmuseum gelesen, ich wollte nachher noch ein Glas Wein trinken und so bin ich in die “Alte Schmiede” gegangen und bin, glaube ich, zu ein einhalb Lesungen noch zu recht gekommen.

Dann war im Literaturmuseum eine Veranstaltung zum fünfundneunzigsten Geburtstag von Ilse Aichinger, die dann in eine in Memorian umgewandelt wurde und die hat lange gedaucert, aber Elisabeth Wandler Deck hat mich ja zur ihrer Veranstaltung eingeladen und dann bin ich wirklich nur mehr zum Wein gekommen.

Peinlich vielleicht, aber ich bin ja eine Stammbesucherin der “Alte Schmiede” jeder kennt mich dort und während Irene Halpern einmal, lang lang ins her in dem Hofraum, den es ja nicht mehr gibt, in der ersten Reihe saß, sitze ich im Schmiedemuseum, wenn ich kann in der zweiten und diesmal hat es auch geklappt und es war, ich schreibe es gleich, eine sehr tolle Veranstaltung mit diesmal nur fünf beziehunhgsweise vier Dichterinnen und einem Dichter, so gab es keine Pause.

Christine Huber leitete ein, beziehungsweise moderierte und der erste Leser war Christian Teissl, ein Name, der mir wohl bekannt erschien, das Gesicht dazu habe ich wahrscheinlich noch nicht gesehen oder ich kann mich nicht daran erinnern, der Gedichtband heißt “Stadtauswärts”, bei der neuen Reih “Neue Lyrik aus Österreich” erschienen und enthält viele schöne Gedichte, die durch ein ganzes Leben gehen.

Es fing aber mit einer “Wortwerkstatt”, passend zur “Alten Schmiede” an und ging dann von der Kindheit bis zur Schulzeitund auch die zweite Lesende, die jüngste in der Runde, die  1989 geborene Astrid Nischkauer, die ich schon vom Sehen kannte, erwies sich als starkes Talent.

Ihr Band heißt “Poesie passieren und passieren lassen” und ich habe ein paar der starken Sätze mitgeschrieben : “Mehrmals träglich werfe ich einen Marienkäfer zum Fenster hinaus” oder “Einen Kugelschreiber habe ich schon ausgeschrieben seit ich hier bin, habe aber zwei zur Reserve.”, toll nicht wahr?

Dann folgte Mechthild Podzeit Lütjen, die sich aus mir nicht einsichtbaren Gründen neuerdings Podzeit-Jonke nennt und, daß die eine starke lyrische, wenn auch offenbar nicht besonders stark beachtete Stimme hat, habe ich schon gewußt, habe ich ja einmal eine kurze Zeit mit ihr im Rahmen der “Frauengruppe des ersten Wiener Lesethaters”, die nicht mehr so heißen darf, regen Kontakt gehabt und auch mehrmals mit ihr gelesen.

Ihr Band heißt “welche liebe, der geheime grund” und ist bei  “Lex list 10” erschienen und Susanne Ayoub, die in Bagdad geborene, die sich jetzt schon sehr lange mit ihrem Bagdad Projekt beschäftigt, kenne ich natürlich auch.

Da gab es ja einmal einen Film und der Roman “Der Edelsteingarten” steht auf meiner Leselisten, “Engelsgift”, der Roman mit dem sie zu einem großen Verlag gefunden hat, habe ich vor kurzem im Schrank gefunden und in den Gedichten “Über die Liebe, Über die Heimat, Über den Tod” geht es auch über ihre wiedergefundene Familie und ein Gedcicht über Amerika oder in Amerika geschrieben, gab es auch und Sussanne Ayoub sagte dazu, daß sie, als im Irak Geborene, jetzt vielleicht nicht mehr in dieses Land einreisen darf.

Auguste Laar kenne ich vom “Schamrock-Festival” und  ist sehr experimentell und sehr sprachgewalttig und so war dieses Dichtfest ein wirklich starkes Stück der lyrischen Gegenwartsliteratur, interessant und nicht alltäglich.

Olga Martynova, die ja gestern in der Alten Schmiede gelesen hat und sich offenbar noch in Wien aufhält, war mit Henrike Blum im Publikum und hat sich nachher mit Astrid Nisachkauer unterhalten, was ich sehr interessant und toll finde und weil ich ja immer gene Geheimnisse weitergebe, Kurt Neumann hat anschließend beim Wein und bei den Knabbereien Chrtistine Huber einen Gedichtband von Christl Greller üergeben, mal sehen, ob sie bei den nächsten Dichtfesten zu erleben ist?

Olga Martynovas dritter Roman

Von der 1962 in Russland geborenen Autorin Olga Martynova, die seit 1990 in Deutschland lebt, habe ich, glaube ich, 2010, das erste Mal etwas gehört, als sie mit ihrem Debutroman “Sogar Papageien überleben uns” auf die Longlist des dBps kam. Das Buch habe ich dann beim “Augustin-Flohmarkt” gefunden und 2015 gelesen.

2012 hat sie dann den “Bachmannpreis” gewonnen, dazwischen habe ich sie glaube ich bei einem “Manuskripte-Fest” in der “Alten Schmiede” gehört, denn die “Papgeien” sind ja  bei “Droschl” erschienen, wie ihr zweiter Roman “Mörickes Schlüsselbein” 2013.

Dazwischen gab es noch den Gedichtband “Von Tschiwirik und Tschiwirka”, den ich mir einemal bei einem “Morawa-Abverkauf” kaufte, aber noch lesen muß.

Daraus war sie aber, glaube ich, auch bei der Poliversale, dem Lyrik-Festival in der “Alten Schmiede”, zu hören und jetzt gibt es schon den dritten Roman “Der Engelsherd”, der heute in der “Alten Schmiede” vorgestellt wurde.

Annalena Stabauer moderierte und zählte in ihrer sehr ausführlichen Einleitung, die drei Erzählstränge auf. Da gibt es ein Journal eines Engelsammlers und dann noch zwei Erzählstränge.

In dem einen geht es, um einen alternden Schriftsteller namens Caspar Waidegger, der mit seiner jungen Freundin Laura Schmitz lebt, der hat aber eine behinderte Tochter namens Marie, die er in einHeim gegeben hat und im dritten Strang schreibt er einen Roman über eine Schauspielerin, die aber eigentlich seine Mutter ist, die im dritten Reich ein behindertes Kind in einem Heim hatte, das dann ein Eutanasieopfer wurde.

Wie das jetzt genau mit den Engeln zusammenhängt, Kurt Neumann nannte es eine metaphysische Ebene, ist mir gar nicht so sehr klar geworden, ich bin da, glaube ich schon viel weltlicher bei den Zusammenhängen zwischen der behinderten Marie und dem behinderten Kind, der Mutter, die ja die Schwester des Dichters sein müßte, hängengeblieben, weil mir das zu sehr zufällig erschienen ist.

Olga Martynaova, die in ihrer Einleitung noch etwas von Zahnschmerzen und daß sie trotzdem nach Wien gekommen wäre, weil sie gerne in der “Alten Schmiede” liest, erzählte, ist in dem Buch auch ziemlich hin- und hergesprungen und hat dazwischen auch immer viel erzählt, so daß mir klarwurde, daß es eine sehr komplizierte Handlung mit sehr vielen Ebenen und Verschränkungen zu haben scheint.

Es ist auch, um den Unterschied zwischen dem “guten” und dem kitschigen Roman dabei gegangen und ein wenig läuft man wohl auch in Gefahr, in den Kitsch abzugleiten, wenn man die Eutanasieprogramme des dritten Reiches in Verbindung mit den Engeln bringt, habe ich zwischendurch gedacht, müßte das Buch aber wohl vorher lesen, um eine Aussage darüber machen zu können.

Olga Martynova meinte jedenfalls, daß sie die Engeln, als Erzählstimmen oder als Verbindungsstücke brauchte, um zwischen den Ebenen hin und her zu switchen.

Sie hat dann auch ein Stück von Maries Halbschwester gelesen, die sie besuchte und in dem Heim ein Praktikum machen will, weil sie sich als psychiatrische Krankenschwester ausbilden lassen will.

Da haben wir schon wieder eine neue Ebene und einen Traum, wo Dr. Freud auftaucht, gibt es auch.

Also sehr kompliziert. Olga Martynova erzählte noch etwas von ihren Recherchen zu dem Buch und von den Kinderköpfen in Formaldehyd, meinte sie hätte diese Dinge nicht erfunden und da wären wir ja in der Nähe des Spiegelgrundes und des Schloß Hartheim, aber das Heim in dem sich Marie befindet hat einen anderen Namen.

Wenn ich es recht verstanden habe, ist es das Schloß, in dem auch Hölderlin und noch ein russischer Dichter einmal Patienten waren.

Olga Martynova hat in der Dikussion noch den Bogen zur Sterbehilfe gezogen und ich denke, glaube ich, wie Kurt Neumann, daß das sehr verschiedene Themen sind, aber sicher interessant in einer sehr poetischen Sprache auf die  verschiedenensten Formen von psychischen Leiden, Behinderungen, lebenswerten oder lebensunwerten Leben, etcetera, hingewiesen zu werden.

Wie, das nun mit den Engeln zusammenhängt, verstehe ich noch immer nicht so ganz, dazu müßte ich das Buch erst lesen, vielleicht kommt es einmal zu mir, Kurt Neumann meinte noch daß es eine russische Tradition wäre, sich den schwierigen Themen mit der Metaphorik anzunähern, was ja auch sehr interessant ist.

Noch ein Detail ist mir jetzt eingeallen.- Es gibt da offenbar noch ein Theaterstück das Olga Martynova geschrieben hat, das aber noch nicht aufgeführt wurde, das hat sie jetzt ihrem Dichter in den Mund oder in die Feder gelegt und wollte es zuerst auch am Ende des Buches abdrucken, dann hat sie es sicher aber überlegt und nur darauf hingewiesen.

Urlaub mit dem Bananenblatt

Das “Bananenblatt” ist eine vierteljährlich erscheinende Zeitschrift des “Holzbaum-Verlags”, der mir seine Erscheinungen ja immer so getreulich schickt und weil die diesmalige Ausgabe das Thema “Urlaub spezial”  hat, habe ich, da sich der Alfred derzeit für seine große Amerikareise rüstet, ich selbst bin ja ein Reisemuffel, obwohl ich öfter über das Reisen schreibe und auch zu diesbezüglichen Veranstaltungen gehe, das Heft einmal angefragt und wurde, das kann ich gleich berichten überrascht, denn ums Reisen oder auch den Urlaub geht es in dem Heft sehr wenig oder über Umwegen doch ein wenig, ist das Heft doch eigentlich eine Rundschau durch den Verlag und im Urlaub hat man ja Zeit und kann sich da recht gut die Publikationen aus dem “Holzbaum-Verlag” geben, die ja, weil sie meistens aus Cartons bestehen, auch sehr schnell zu lesen sind.

Also nehme ich mir die Zeit, obwohl ich gerade keinen Urlaub habe und meine Steuererklärung machen muß und blättere mich durch das Heft, beziehungsweise durch den “Holzbaum-Verlag” und da fängt es gleich mit einem Vorwort an.

“Sie fragen sich vielleicht”, steht da zu lesen: “Wie glaubwürdig kann eine Redaktion schon sein, die in ihrer Arbeitszeit über Urlaub schreibt?” Und schließt mit dem Satz “Und wir, wir machen jetzt mal Urlaub, nach dem  ganzen Streß!”

Vorher hat sie aber das Inhaltsverzeichnis gemacht und da gibt es von Seite vier bis dreiundzwanzig “Urlaub spezial” und dann weiter bis Seite dreißig mit “als redaktionelle Beiträge getarnte Werbeseiten.

Ich denke, die gibt es auch schon vorher, gibt es da ja Leseproben aus dem “Unnützen HamburgWissen”, “Bilder aus dem “Wien in leiwanden Grafiken Kalender”, “Cartoons for the Road” von Till Mette, ein Buch, das ich noch nicht kenne, eine Leseprobe aus “Wunderland Korrekturland” und Cartoons von Dorte Landschulz, Jean La Fleur, Michael Dufek, Martin Zak, Teja Fischer und Uwe Krumbiegel, bewährte  “Holzbaum-Cartoonisten” gibt es auch.

Zuerst gibt es aber unter dem Titel “Zum Sterben in der Schweiz” von dem Kabaretisten Renato Kaiser eine Antwort auf die Frage, ob es stimmt, daß die Schweizer Seen mit Schokolade gefüllt sind?”

Stimmt natürlich nicht oder doch vielleicht und man kann bei dem Text  auch ein wenig an die gegenwärtige Flüchtlingssituation  erinnert werden.

Dörte Landschulz zeichnete dann ein Flugzeug, wo der “Captain Muschi” am cockpit sitzt “Hihi “Muschi”, was ein lustiger Name für einen Piloten”, sich da die Passagiere denken.

Und man erkennt gleich an den Augen, ob die Touristin Ski Urlaub oder Urlaub in Saudiarabien machte, wenn man weiter zum nächsten Cartoon geht.

Werbung auf die literarischen Cartoon und an das “Grope Cartoonsutra”, die “liebste Witzvorlagen für Hug Hefner gibt es zwischendurch immer auch.

Und nun gleich zu den “Wien-Grafiken”, da kann man erfahren “Wer am Würstelstand “A Eitrige mid an Burgl und an Sechzehna Blech bestellt” oder “Wann die Wiener ihre Weihnachtsgeschenke kaufen?”

Die “Cartoons for the Road” die noch zu mir kommen müssten, sind in Englisch geschrieben. Na klar, das braucht man bevorzugt auf seinen Reisen und da klopft der Tod beispielsweise an der Tür einer schönen Villa und das Hausmädchen erklärt “Dr. Lippincott is not receiving visitors. He is ill!”.

Ob das den Gevatter wohl abhalten kann?

Das “Wunderland Korrekturland” passt da wohl genausowenig zum Thema, aber der “Holzbaum-Verlag” ist ja sehr satirisch, was also auch für seinen Werbeträger gilt und man erfährt am Ende des Heftes auch, daß man es sowohl online, als auch mit der altmodischen Postkarte zum Ausschneiden bestellen kann, dafür gibts auch eine Abopräme und kann zwischen Oliver Ottischs “Kopf hoch”, “Sex mit 45“, meine erste “Holzbaum Publikation und Clemens Haipl “Meine Kindheit in den Bergen” wählen und da kann ich gleich bedauern, daß es früher bei “Holzbaum” mehr Literarisches gegeben hat, aber ich bin im Heft ja erst auf Seite neunzehn, wo es “noch eine leiwande Urlaubsgrafik” gibt und man erfahren kann, wo sich die Leute in “New York am liebsten ungestört am Arsch kratzen”

Die Cartoons von Uwe Krummbiegl kenne ich, glaube ich, auch schon, da sitzt der Schimmwart im “Abenteuer Erlebnisbad” vor seinem Computer und drückt genüßlich grinsend auf den Knopf der “Haifisch Schleuse”

Und “Liebe Passagiere” Mit ihrem Flug unterstützen Sie unser Programm zur Wiedereingliederung alkoholabhängiger Piloten” heißt es dann genauso listig und man sieht schon einen solchen Piloten auf das Flugzeug zumarschieren, aber, wie soll man auch sonst  wieder in die Welt eingegliedert werden?

Wenn ein “Pyromane auf Reisen” geht, kann er, wenn er vieleicht vergessen hat, “Ein Feuer zu legen” ganz schön ins Schwitzen kommen.

Und jetzt sind wir schon bei den sonstigen Werbeseiten und da wird auf das Buch von Maximilian Zirkowitsch “Ach Wien”, das ich auch nicht habe, aber beim “Buchquartier- dem Markt der Independent und Kleinverlage” auf den auch hingewiesen wird, kennenlernte, also bin ich doch nicht die große “Holzbaum-Expertin” habe mir aber auch das “Unnütze BremerWissen” in Anbetracht meiner überlangen Leseliste ganz bewußt nicht bestellt, soll man ja nicht so gierig sein, dafür kann ich auf Seite fünfundzwanzig aber erfahren “Welche Speisen man nicht ohne eine Semmel oder ein Stück Brot essen kann” und was die “häufigsten Unfall-Todesursachen im Jahre 2016 in Österreich waren”.

Dann gibts noch eine Geschichte, die in Dialogform von der Bekehrung eines Ungläubigen zu Gott handelt, was auf dem ersten Blick wahrscheinlich auch nicht viel mit Urlaub zu tun hat oder wieder doch vielleicht, handelt sie ja offenbar in Amerika, dem Land der unbegrenzten Möglichkeiten und dorthin wird ja, wiederhole ich mich, der Alfred demnächst mit dem Karli reisen und ich habe mich ganz genüßlich, durch die Publikationen des “Holzbaums-Verlages” geblättert, was ja vielleicht auch der Sinn vom Urlaub und vom Reisen ist.

Auf meiner ersten und wahrscheinlich einzigen Lesereise in diesem Jahr bin ich  schon gewesen und weil ich ja vorwiegend an Literatur interessiert bin, hat der “Holzbaum-Verlag” noch ein paar Tips für mich.

So gibt es beispielsweise am 26. Februar einen “Tagebuch Slam” im  “Tag” in der Gumpendorfetrstraße” und Proben aus den “Besten Wortwitzen der Welt” gibt es auch und ach richtig auf das Cover hätte ich jetzt fast vergessen.

Das zeigt zwei Goldfische in ihren Gläsern, das eine steht am Meer unter dem Himmel mit der Sonne und dorthin sehnt sich ganz idyllisch das Fischchen, das in seinem viel größeren Glas auf irgendeinem Tischchen steht.

stella maris

Jetzt kommt die erste österreichische Neuerscheinung aus dem “Braumüller-Verlag”.

Mit “Stella Maris”, der 1976 geborenen Isabella Feimer, die zeitgleich mit Cornelia Travnicek beim “Bachmann-Preis” gelesen hat, im Vorjahr “Hans-Weigel- Stipendiatin” war und von der ich schon zwei Bücher gelesen haben, ein sehr poetischer dystopischer Roman gelungen, ein Science Fiction der Poesie könnte man so sagen, es geht um Eva, das Urweib, die unsterbliche, die zwar nicht aus dem Paradies, aber von den Schmetterlingen gekommen ist, jetzt auf der Raumkapsel mit der sie sich, als die Welt in Scherben lag, mit dem Captain, Ines der Dschungelfrau die dort die Pflanzen retten soll und noch zwei Männern zurückgezogen hat.

Der Captain vermutet, daß sie dorthin den Teufel bringt, aber Eva, die urweibliche sucht nur nach ihren Stern, den “stella maris” und geht dazu durch die rote Tür der Erinnerungen.

In Fragmenten tauchen diese auf und so wird auch nicht von der ganzen Weltgeschichte erzählt, sondern stichpunktartig frühere Lebenserfahrungen in Rom und und Paris mit Luigi, Joe und auch der Signora, die immer Orangenlikör trinkt, bei der Eva wohnt wiedergegeben.

In Rom gibt es nicht nur die Ruinen, sondern auch in den Duce und den Faschismus, in Paris wird  zum Widerstand gerüstet und Eva, die unsterbliche, die weibliche, die für die Liebe nicht für den Teufel lebt, rast durch ihre Vergangehheit und ihre Lieben, sucht die auch auf der Kapsel, mit Roul dem Maschinisten, mit Jaques, sowie den Captain, der vielleicht auch unversterblich ist, sich aber in seinen Glassarg zurückgezogen hat.

Sehr kunstvoll wird all das von der Liebe, den Schmetterlingen und den Drachen erzählt. Den wirklichen Science Fiction Liebhabern wird Isabella Feimers Sprache vielleicht zu schön und das Ganze zu poetisch sein.

Aber man streicht immer wieder Sätze und Wendungen an, die mir nicht so kitschverdächtig, wie Valerie Fritsch letzter dystopischer Roman erschienen und mir das Buch auch verständlicher war, als die “Tropähen”, die ich zweimal lesen mußte, um die Handlung mitzubekommen.

Hier ereichte das eine Mal und Handlung gibt es eigentlich auch keine zu erzählen, denn es ist eine Gesang an die Liebe, eine Erinnerung an die Natur und ihre Pflanzenwelt, die Sehnsucht nach den Sternen, dem Unzerstörbaren, wärend die Welt unter den Unsterblich gewordenen längst in Trümmern liegt.

“wir sind gefallen, Eva, sagt der Captain, alles war umsonst, nichts ist es wert gerette zu sein. nein, wiederhole ich, denke Licht, Sonnenstrahl, denke mich für einen Augenblick zurück in den Ozean meiner Erinnerung, nichts weiter   als ein vergessener Stern ist der Mensch, sagt der Captain, nichts ist der Mensch, nein sage ich, blicke mich um, sichtbar das All und das was hinter Dunkelheit und Stille liegt.

“Du hattest recht, mein Captain sage ich leise, der Mensch ist ein vergessener Stern, er hat sich in seinem eigenen Licht verloren”

So schließt das Buch und die Liebhaber der Sprachräusche und der schönen Worte, haben einige Stunden Poesie gehabt, bevor sie zurückgehen in diese Welt  und vielleicht das Radio aufdrehen, um von Regierungs- undFlüchtlingkrisen, Terroranschlänge und den neuen Plänen des neuen amerikanischen Präsidenten zu hören.

Schreiben in der Krongasse

Die sogenannte Schreibgruppe “Westbahn spontan”, die nun schon vor ein paar Jahren von der Ruth, dem Robert und der Ingeborg Reisner gegründet wurde und bei der ich nach anfänglicher Skepsis, weil ich ja nicht so gerne konsumiere, mehr oder weniger eifrig teilnahm, um auch an meinen jeweils aktuellen Texten weiterzuschreiben, ist in eine sogenannte Wende eingetreten.

Denn Ruths und Roberts anfängliche Begeisterung, Ingeborg Reisner ist schon bald ausgeschieden, erlahmte irgenwann und sie wollten die Gruppe mit einer Abschlußlesung im Amerlinghaus eigentlich beenden, da ist aber Peter Czak aufgetreten und hat sie weiter organisiert, der aber im Sommer die Gruppe krankheitsbedingt auflösen wollte, wir, die Ruth, der Robert, die Doris Kloimstein und der Klaus Khittl haben uns aber weiter, wenn auch manchmal in sehr kleiner Besetzung weitergetroffen und wollten auch ab Februar wieder ins Cafe Fortuna, das einmal Ludwig hieß, in die Westbahnstraße gehen, aber da kam schon im Jänner von Doris Klomstein die Mitteilung, das Cafe Fortuna ist geschlossen, wir wissen eigentlich nicht genau weshalb, aber vorige Woche, während ich in Salzburg war, hätte dort die Lesetheater Aussendung gemacht werden wollen, es ist aber immer noch zu.

Also doch ein anderes Lokal suchen, ich bot die Krongasse an, weil bequemer, ich stelle eine Flasche Wein auf den Tisch und kann, wenn niemand kommen sollte, die wieder wegräumen und habe  keinen Aufwand. Die Ruth wollte zuerst nicht, der Robert hat dann ein Cafe Poesie gefunden, wir haben uns heute aber doch einmal bei mir getroffen. Es ist sehr schön gewesen und ich habe wieder geschwankt, was ich als Thema vorschlagen sollte.

Ich schreibe da ja, das hat sich während der Gruppe so entwickelt, immer gerne an meinen jeweiligen Work on Progress weiter, weil das ja sehr spannend ist zu beobachtet, wie sich das weiterentwickelt, wenn die nächste Szene ein jeweiliges Thema hat.

Aber jetzt bin ich in der Korrekturphase des “Frühstücks”, das inzwischen nur mehr 44 813 Worte hat und ich gerade mit dem Korrigieren bis zur Szene vierunddreißig gekommen bin.

Da gäbe es sicher noch sehr viel zu erweitern und zu ergänzen und ich habe auch überlegt, ob ich mir nicht das Thema “Gespenst” wünschen soll, um da vielleicht eine neue Szene zu schreiben, aber dann hatte ich eine andere Idee.

Hat doch der Alfred irgendwann vor einigen Wochen die Eva Riebler vom “Etcetera” in St. Pölten getroffen, die ihm die neue Ausgabe ihres Heftes gegeben hat und da stand darin, daß Doris Kloimstein eine Nummer zum Thema “Köpfe kuratieren wird und irgendwie ist es vielleicht doch ganz spannend, wieder etwas in einer Literaturzeitschrift zu haben, um nicht zur Gänzue weg vom Fenster zu sein.

Aber so schnell ist mir zu diesem Thema nichts eingefallen. So habe ich gedacht, ich schlage dieses Thema vor und entsteht ein Text daraus kann ich ihn ja Doris Kloimstein geben.

Die kuratiert zwar inzwischen nicht mehr, wir haben aber trotzdem dieses Thema gewählt und das war eine ganz spannende Geschichte.

Hat die Doris, die mir übrigens ein Buch von Alice Schwarzer mitgebracht hat und der Robert hat mich vorher angerufen und gefrragt, welche Sorte Wein ich haben will, hat ein wenig zu der Vorgeschichte erzählt.

Dann haben wir geschrieben und geschrieben und es war sehr interessant, daß mir das Schreiben nicht sehr leicht gefallen ist. Ich habe zwar sehr viel geschrieben, aber nicht genau gewußt worüber und hatte auch immer den Zensur im Kopf, hoffentlich ist das gut genug für das “Etecetera” und nein, das ist zu politisch, etcetera.

Dann habe ich vom Köpfe rollen während der französischen Revolution geschrieben, sowie vom Pisa Test und wiederum sehr interessant, das Thema Kopftuch, das ja inzwischen ein sehr bewegendes ist, ist mir gar nicht dabei eingefallen.

Der Doris Kloimstein, die ja eine syrische Flüchtlingsfamilie betreut, aber schon und wieder interessant beim “Frühstück” geht es auch um Köpfe, nämlich, um die zweiundsechzig abgeschnittenen, der Rassismusopfer, die die Künstlerin Jovanka Gordelevic in Graz ausstellen will und Klaus Khittl hat diesmal ein Gedicht dazu gemacht.

Der Robert hatte auch eines, das sich auf den “Kochtopf” bezog und die Ruth beschrieb, die Denkmäler am Rathausplatz und punktete durch ihr historisches Wissen und ich fand es wiederum sehr spannend, wie unterschiedlich unsere Texste waren.

Danach haben wir noch lange diskutiert, Wein getrunken und gefeiert, weil der Robert  mit seinem Studium der Kunstgeschichte, das er nach seiner Pensionierung begonnen hat, fertig ist und die nächsten Termine haben wir auf den Dienstag verschoben und ich kann meinen Text jetzt korrigieren und nach St. Pölten ans “Etcetera” schicken.

Mal sehen, ob die ihn dort nehmen, das wäre wirklich fein, weil ich ja nicht immer nur ganz unten und als letzte übrig  bleiben will.

Zwei realistische Stadt-Wien Stipendiatinnen aus Oberösterreich

Wieder einmal MUSA  und diesmal wurden zwei realistische Texte von zwei aus Oberösterreich stammenden Autorinnen vorgestellt.

Die mir bisher unbekannte 1984 in Linz geborene Cathrin A. Stadler, die auch in Leizpzig studiert und einmal beim Klagenfurter Literaturkurs war, las eine gekürzte Fassung ihrer Erzählung “Tschopperl”,  ein sehr realistischer Text einer Situation, die uns alle treffen kann.

Aus zwei Perspektiven aus heraus erzählt, eine siebenundachtzigjährige Frau, später von der Pflegehelferin Helga, Frau Doktor genannt, beginnt das Morgenritual, in dem sie ihren Mann streichelt, der die Hand aber abweist, ein langerprobtes Spiel zwischen beiden, später bekommt man heraus, der Mann hat Windeln und wird gepflegt und angezogen.

Alzheimer oder Demenz also und die zweite Perspektive hat die Frau Helga, die das Paar nur Herr oder Frau Doktor nennt, handelt es sich ja um einen ehemaligen Arzt.

Es kommt zu sexuellen Übergriffen, wobei ich bezweifeln würde, daß das bei einem Alzheimerpatienten solche sind, beziehungsweise gehört es wohl zu den Aufgaben der Pflegerinnen, diese abzuwehren.

Das tut die Frau Helga auch und nennt das “Natur”.

Die Gattin muß aber trotzdem zusehen, was vielleicht  der Grund auch ist, daß sie später ein warmes Kissen auf den Mund des Gatten drückt. Etwas, das mir nicht gefällt, da gab es ja schon einmal einen Bachmannpreisträger, der sich nicht anders als so zu helfen wußte und einen diesbezüglichen Krimi habe ich auch einmal gelesen.

Ich meine es geht anders und der Tod kann warten oder kommt sowieso von allein. In der Diskussion wurde dann von der jungen Frau einiges thematisiert, wie besispielsweise, daß die Pflegehelferinnen für einen Hungerlohn arbeiten würde, was bezüglich der Löhne in der Slowakei und Rumänien wahrscheinlich nicht so empfunden wird, sind solche Jobs ja sehr begehrt und die jungen oder älteren Frauen lassen sich auch umschulen und wenn man seinen Mann Mutter Vater in kein Pflegeheim geben will, ist man wahrscheinlich darauf angewiesen und kann wahrscheinlich nicht mehr als das zahlen.

Natürlich ist der Job hart und die Kinder werden oft in der Slowakei zurückgelassen, wachsen bei den Großeltern auf, etcetera.

Ein interessanter Text also, ich habe, muß ich noch erwähnen, auch schon öfter darüber geschrieben und die zweite Oberösterreicherin mit dem realistischen Text, war die Canetti Stipendiatin Karin Peschka, die schon im Vorjahr aus “FanniPold” gelesen hat, da war der Text noch in Arbeit. Inzwischen ist das Buch erschienen, ich habe es gelesen und auch in der “Alten Schmiede” daraus gehört und Karin Peschka kam gerade aus Innsbruck, wo sie daraus gelesen hat und wird das offenbar auch in Leipzig tun und irgendwie passen die beiden Texte auch gut zusammen, geht es hier ja, um eine Mitlifekrise, um eine Supermarkkassiererin einer Kleinstadt, die mit ihrem Leben nicht zufrieden ist, eine Lüge, den Krebs, erfindet und dann nicht daraus herauskommt, so daß sie in einer zweiten Ebene mit dem Poldl in den Bäumen hängt und dort offenbar den Selbstmord sucht.

Wie es zu der Lüge und den Ritualen gekommen ist?, hat Julia Danielcyck die Autorin gefragt, die hat sehr lang und genau geantwortet, daß sie auch Rituale hat, sie braucht und dann wieder von ihnen belastet wird und, daß man manchmal eine Ausrede gebraucht und sagt, ich habe Bauchweh, wenn man sich mit den Freundinnen nicht treffen will.

Fanni sagt, ich habe Krebs und das halte ich für den dramaturgischen Kniff, den Spannungsbogen, dem man beim literarischen Schreiben ja haben muß und jetzt habe ich das Buch, bei dem ich mir beim Lesen noch etwas schwer tat, glaube ich, verstanden, habe aber wahrscheinlich trotz der Realististik ein wenig Schwierigkeiten mit dem Peschkaischen Ton, das war, glaube ich, auch schon beim preisgekrönten “Watschenmann” so.

Macht aber nichts, ich interessiere mich  trotzdem für Literatur und bin gespannt auf alle ihre Formen, aber möglicherweise ist mir Karin Peschka irgendwie vielleicht ein bißchen zu geheimnisvoll oder konstruiert.

Man könnte ja auch sagen, wer übertreibt schon so sehr und läßt sich dadurch  auf die Bäume treiben? Aber in der Literatur, das habe ich schon beim “Writerstudio” gelernt, muß das so sein und jetzt habe ich schon wieder viel zu viel verraten, denn das Ende kam bei der Lesung gar nicht vor, da wurden drei Waldszenen und dann zwei andere, als die vom Vorjahr gelesen und Karin Peschka, das weiß ich noch vom “Watschenmann” ist keine Freundin des Spoilern und so hat auch Julia Danielcyck die Lesung beendet, daß sie das Ende des Buches, das man natürlich kaufen konnte, nicht verraten hat.

Biografien

In der “Gesellschaft für Literatur” gibt es eine neue Gesprächsreihe in der man sich den literarischen Biografien annähern will und die ersten zwei Gäste, zwei bekannte Persönlichkeiten des Wiener Literaturbetriebs, Daniela Strigl und Klaus Nüchtern, beide Staatspreisträger für Literaturkritik und ehemaligen “Bachmann-Juroren” haben im letzten Jahr eine solche geschrieben.

Das heißt Daniela Strigl hat sich mit “Berühmt sein ist nichts” Marie von Ebner-Eschenbach angenähert, deren vierteilige Werkreihe sie ja beim “Residenz-Verlag” auch mitherausgegeben hat.

Beim “Falter-Redaktuer” Klaus Nüchtern ist das anders, der hat zum sechzigsten Todestg von Heimito von Doderer keine Biografie, sondern Essays geschrieben mit denen er sich dem “Kontinent-Doderer” angenähert hat.

Sagte er zumindestens und beide Autoren erwähnten im Gespräch mit Manfred Müller, was mich ein wenig erstaunte, daß sie die Daistanz zu ihren Autoren gebraucht hätten und Daniela Strigl meinte noch, daß es in der Germanistenwelt, als unwürdig gilt sich mit der Biografie zu befassen, während die Leser vielleicht nach ihr greifen, um sich das Werk zu ersparen, wie das Publikum kritisch unkte, was von Manfred Müller widersprochen wurde.

Nun für die Psychologin ist die Biografie und das Leben wichtig und ich lese bei Büchern, als erstens den Lebenslauf und fluche, wenn ich, wie bei älteren Büchern üblich, den nicht finde und da habe ich, weil ich kein Literaturlexikon besitze, zu Zeiten wo es noch kein “Wikipedia” gab, schon manche Verrenkungen gemacht, nämlich mir von Konstanze Fliedl etwas über Vicki Baum und von Eleonore Zuzak über Adrienne Thomas schicken lassen und habe den “Nachtigallenzyklus” des Ulrich Becher auch lang liegen lassen, weil ich noch nichts von der Biografie des Autors wußte und, um vielleicht wieder einmal ganz eitel bei mir zu beginnen, richtige Biografien lese ich eher weniger, habe aber kürzlich, die von Hans Fallada gelesen, aber da hatte ich mich mich schon vorher durch das Werk gewühlt, dann aber sofort nach der Neuerscheinung gegriffen beziehungsweise die mir schicken lassen und von der Ebner Eschenbach habe ich, glaube ich, außer Band II der Werkausgabe, noch nicht sehr viel gelesen, höchstens den “Muff” in der Schule.

“Das Gemeindekind” habe ich in meinen Regalen, inzwischen, wie ich fürchte von meiner Leseliste aber wieder hinuntergenommen und “Kontinent Doderer”  mir zum letzten Geburtstag schenken lassen, nach dem ich im Vorjahr, da ich da ja meine Protagnostien sowohl ein Stück über ihn schreiben ließt, als ihn auch mit Stefan Zweig in den Himmel schickte, sowohl das “Doderer Buch” als auch die “Wasserfälle “ und die “Merowinger” wieder gelesen habe und da habe ich mich natürlich auch mit Zweig beschäftigt, den Film über seine letzten Jahre gesehen, die “Welt von gestern” seine wenn man so will, Autobiografie wieder gelesen und mir auch die “Arte Dokumentation” mehrfach angewchaut. Biografie habe ich  keine gelesen, würde aber Volker Weidermanns Buch “Ostende” gerne finden.

Nun gut, zwei Biografien und zwei Biografen am Tisch der “Gesellschaft für Literatur” und Manfred Müller stellte viele Fragen, von denen ich einige Antworten  schon wußte, war ich im letzten Jahr bei mehreren Ebner Eschenbach Veranstaltungen mit Daniela Strigl aber auch bei der Vorlesung von Ruth Klüger und beim Doderer Symposium im Herbst in der “Gesellschaft” bin ich auch gewesen, sowie im Literaturmuseum.

Beide Autoren wurden, glaube ich, von den Verlagen zu den runden Sterbetagen zum Schreiben aufgefordert und beiden meinten sie hätten eigentlich nur wenig Zeit dazu gehabt.

Daniela Strigl meinte noch sie hätte sich eher klassisch an das Biografieschreiben gemacht und würde das wegen der oben erwähnten Distanz eigentlich nicht so wollen, hat sich aber in ihrer Dissertation oder Habilitation mit Theodor Kramer beschäftigt und zum achtzigsten Geburtstag, die Haushofer Biografie geschrieben, ein Buch,d as ich im “Radio Kultur Cafe” einmal gewonnen habe, obwohl ich bei demQ iiz den es damals gab, gar nicht soviel wußte, beziehungsweise mir von einem Herrn helfen ließ, der mir das Buch dann auch überließ.

Die Ebner Eschenbach Biografie ist  nicht mehr zu mir gekommen und in der Diskussion ging es wieder, um das Entstauben, beziehungsweise um das Frauenbild und zu der Frage, ob die Ebner Eschenbach wirklich das gütige liebe Muttchen gewesen ist oder nicht doch eine scharfsinnige, sozialkritische, feministische Frau, die einmal der weibliche Shakespeare werden wollte, von ihrer adeligen Familie aber sehr behindert wurde?

Und Doderer war zumindest Klaus Nüchtern nicht sehr sympathisch, weil sehr widersprüchig und sperrig und in dem Stück, das er aus dem Buch las, merkte man auch seine Ironie beziehungsweise Zynismus, das wurde auch  von Manfred Müller so angesprochen.

Daniela Strigl merkte noch an, daß das Biografienschreiben ihr Wissen über die Autorin erweitert hätte, so hat sie sich durch Novellen gelesen von denen sie keine Ahnung hatte und da kann ich gleich anmerken, daß das bei mir bezüglich Stefan Zweig, den ich ja in den “Berührungen” verarbeitet habe, auch so gewesen ist.

Jetzt weiß ich er war ein guter Schriftsteller, zumindest, was die “Welt von Gestern” und seine Novellen betrifft. Bei der “Ungeduld des Herzens” trifft das auch so zu, bei seinen Biografien und beim Brasilien Buch bin ich mir nicht so sicher, das waren vielleicht auch Auftragsarbeiten.

Aer durch meine Romanarbeit bin ich ihm nähergekommen, bei Doderer war das nicht ganz so, aber da hatte ich die Bücher ja schon gelesen und mein “liebstes Buch” ist immer noch die “Dämonen”, das ich aus Zeitgründen nicht nochmals gelesen habe, das tue ich ja nur sehr selten und obwohl es von Klaus Nüchtern, glaube ich, eher an letzter Stelle gereiht wurde.

Er meinte, man sollte mit den “Mord den jeder begeht” beginnen, sein liebstes Buch sind glaube ich “Die Wasserfälle von Slunj”.

Das Bild davon hängt in der Gesellschaft und stammt aus Doderers Besitz und Doderer hat zur Eröffnung der “Gesellschaft für Literatur” aus den damals noch unveröffentlichten “Merowingern” gelesen, während Erika Pluhar etwas von der Ebner-Eschenbach las.

Klaus Nüchtern empfahl bezüglich Ebner Eschenbach das “Gemeindekind”, sollte ich vielleicht lesen und “Bozena” und ich bin jetzt gespannt, welche Biografien, als nächstes in der “Gesellschaft” besprochen werden und würde da die von Peter Walter über Rudolf Dietzen sehr empfehlen.

Erinnerungen an Hertha Kräftner

Auf die 1928 geborene Hertha Kräftner, die sich 1951 mit dreiundzwanzig Jahren umbrachte, bin ich, glaube ich 1978 durch die Zeitschrift “Brigitte”, die damals ein Portrait von ihr brachte, aufmerksam geworden, das mich sehr beeindruckte und ich, glaube ich, noch immer die “Marmeladegläser” in Erinnerung habe, die in einem ihrer Gedichte vorkommen.

Dann habe ich lange nichts mehr oder immer wieder etwas von ihr gehört, als ich mit Margot Koller beispielsweise die “Selbstmordanthologie” der GAV herausgegeben habe, ist ein Artikel von mir im “Podium” erschienen, der sich im Titel auf sie bezieht “…ausschlaggebend ist, daß der Tod auch nach Teheran kommt.”

Ich habe, glaube ich, auch einige Gedichte von ihr gelesen, bis ich viel später in Dine Petriks Buchvorstellung war, die ja viel über sie geschrieben und geforscht hat und jetzt, wiederum viel später hat sich die “Frauen lesen Frauen-Gruppe des ersten Wiener Lesetheaters” ihren Texten angenommen, die 1997  bei “Wieser” unter dem Titel “Kühle Sterne”, auch eine ihrer Gedichtzeilen, erschienen sind.

Angelika Raubek hat die Lesung veranstaltet bei der noch Traude Korosa, Heidi Hagl und Elisabeth Kröhn mitgelesen haben und Angelika Raubek hat  sehr genau in das Leben der jungen Frau, die in Wien geboren wurde, in  Mattersburg aufgewachsen ist und wohl sehr unter dem Tod ihres Vaters gelitten hat, eingeführt.

Gedichte, Prosastücke wurden abwechselnd mit Briefen und Tagebuchaufzeichnungen vorgetragen und gaben so ein sehr eindrucksvolles und auch erschreckendes Bild von der Todessehnsucht der jungen Frau, die diesen Wunsch  sehr lange  mit sich herumgetragen hat und auch sehr genau in ihren Texten beschrieb, bevor sie 1951 eine Überdosis Veronal genommen hat.

Hertha Kräftner ist nach ihrer Matura zum Studium nach Wien gegangen, hat Viktor Frankl kennengelernt, wurde in den Literaturkreis von Hans Weigel und wohl auch in dem von Hermann Hakel eingeführt, hatte einige Freunde und auch viele Pläne oder Angebote und beschrieb in einer Stelle auch sehr genau so einen Stammtisch bei Hans Weigel im Cafe Raimund, wo außer ihr Reihaard Federmann, Jeannie Ebner, Gerhard Rühm und noch viele andere anwesend waren. Sie beschrieb in den “Teheran” Text auch sehr genau, die Gründe für ihren möglichen Selbstmord und fragte sich darin, wie das möglich sein kann, daß ein so schönes und begabtes junges Mädchen für sich keinen anderen Ausweg, als sich umzubringen sieht?

Es gab auch einige Abschiedsbriefe, die sie sowohl an ihre Tante, bei der sie wohnte, als auch an ihre Freunde Otto Hirss, Wolfgang Kudrnofsky und  ich glaube, noch einen anderen, schrieb.

Also eine sowohl  psychologisch, als auch  literarisch sehr beeindruckende Lesung und eine Erinnerung an eine Lyrikerin, die im nächsten Jahr neunzig werden würde.

Das Literaturhaus war auch sehr voll von literarisch Interessierten, Elfriede Haslehner mit ihrem Franz, Judith Gruber-Rizy und noch viele andere waren da.

Dine Petrik was mich ein wenig gewundert hat fehlte, aber vielleicht hatte sie einen anderen Termin und es lohnt sich sicher sich mit Hertha Kräftners Lyrik und Prosatexten zu beschäftigen.

Die Frauen haben auch eine sehr beeindruckende Geschichte mit Namen “Die Liebenden” gelesen, die von zwei Verliebten handelten, die keine gemeinsame Wohnung hatten, sondern jeder irgendendwo weit von einander entfernt ein Untermietzimmer, so daß sie sich immer irgendwo auf Stiegen, in Häusern oder in Arztordinationen trafen, um sich kurz zu küssen oder auch das Finazielle zu besprechen. Der Wunsch nach einem Kind tauchte auf und die Unmöglichkeit in solchen Umständen eines zu bekommen. Dann wurde der Mann krank und starb an einer Lungenentzündung und die junge Frau verheiratete sich etwas später mit einem Arzt in dessen Ordination sie auf ihren Liebsten gewartet hat.

Vorschau auf “Claire – Klara – Clarisse oder wilder Lavendel”

20160605-204656

Weil sie glaubt, daß ihr Freund Edy sie auf dem
Sommerfest ihrer Zeitung mit ihrer Freundin
Kathrin Schneider betrogen hat, bricht die drei-
unddreißigjährige Redakteurin und Buchpreisju-
rorin Klara Winter überstürzt und zu früh zu
dem geplanten Kroatienurlaub auf.

Dort am Campingplatz von Trogir auf dem sie
mit dem alten VW-Bus ihrer verstorbenen Eltern
Quartier genommen hat, hat sie nach ihrer An-
kunft einen wirren Traum.

Sie träumt von einem Zauberer mit einem blauen
Luftballon, der ein weißgekleidetes kleines Mäd-
chen von ihrer Mutter und ihrer Zwillingsschwe-
ster weg, zu einer anderen fremden Frau führt
und lernt dann am nächsten Morgen in einem
Cafe, dessen feschen Besitzer Sergej Abrahmovic
kennen, der dem Zauberer im Traum zum Ver-
wechseln ähnlich sieht.

 

So hier ist die “Vorschau” auf meine Sommergeschichte, die ich mir als Souvenier von meinem Kroatienurlaub mitgebracht habe und die es bald als mein  mein zweiundvierzigstes Selbstgemachtes geben wird.

Vorher gibt es aber wieder ein kleines Gewinnspiel mit drei Fragen mit denen man das Buch gewinnen kann:

  1. Wo liegt der Campingplatz in dem Klara ihren VW-Bus abstellt?
  2. Was hat es mit den drei Namen für eine Bewandnis?
  3. Für welchen Preis ist Klara Jurorin und wer hat den in echt 2016 gewonnen?

Wäre schön, wenn sie einmal jemand meldet, die die Fragen auflöst und das Buch gewinnen will.

Damit das nicht zu schwer ist, verlinke ich wieder die Artikel mit den Schreibberichten, wo man die Antworten und auch in diesem Text eigentlich finden muß.

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Den ersten Satz gibt es hier auch:

“Es war drei Uhr Nachmittag als Klara Winter zu ihrem Bus kam, die Anmeldepapiere im Handschuhfach verstaute und sich mit der Hand über die halblange brünette Haarpracht fuhr.”

Wer will kann mit mir wieder “Mimikry” spielen, das heißt den ersten Satz um einen Absatz verlängern. Wenn ich zwei oder drei solcher Absätze habe, stelle ich es zu meinem ersten Absatz in den Promotionsartikel, wenn das Buch erschienen ist und wer errät, welcher Absatz von mir ist, bekommt auch ein Buch.