Majoran, Mord und Meisterwurz

Jetzt kommt ein Band mit Kräuterkrimis aus dem “Gmeiner-Verlag”, die der 1956 in Hallein geborene Manfred Baumann geschrieben hat.

Sieben Geschichten, die Namen wie, “Majoran”, “Teufelsbart” etcetera haben. Vor jeder Geschichte gibt es ein Bild mit der jeweilligen Pflanze und einer kurzen Beschreibung dazu und dann geht es mit dem “Majoran” in das Kloster Eulenburg und da probt gerade Pater Gwendal in der Kirche “Stairway to heaven” von Led Zeppelin für den “Tag der offenen Tür”.

Das Spiel wird durch einen Schrei unterbrochen, denn da hat Pater Emanuel die tote Celine gefunden, die einen Majoranzweig in der Hand hält und von einem Stein erschlagen wurde. Sie sollte den neuen Klosterladen leiten, das wird jetzt Brigitte Grundtner übernehmen, die vorher das alte Lädchen führte und das mit großen Eifer tut.

Eine schnippige Polizistin gibt es auch und die holt die junge Dagmar ab, denn die hat Vorstrafen und spielt in einer Rockband und im Zimmer der Toten wird ein Bild gefunden, das an Bruder Emanuel erinnert. Der schweigt aber und blickt beharrlich auf die Wand. Dann sagt Brigitte Grundtner “Schlange stehen”.

Pater Gwendal geht in die Kirche ,sieht dort die Schlange vor dem Bildnis Mariens, kombiniert und der Fall ist gelöst. Da muß ich anmerken, daß ich da schon früher und ohne die Schlange auf die Lösung kam und auch, daß der gute Pater daran vielleicht nicht so ganz unbeteiligt war. Toll,daß das auch angeschrieben wird.

“Teufelsbart” ist die zweite Geschichte. Da gibt es die “Gewöhnliche Kuhschelle” zu sehen und die ist auch ein wenig skurril. Da geht es um einen vergesslichen Serienkiller, der einen Landwirtschaftspolitiker beseitigen soll und das auf eine sehr seltsame Art tut. Dazu begibt er sich in ein altmodisches Cafe in ein Tiroler Dorf, bewundert dort die Kuckucksuhr, probiert den bitter schmeckenden Kräutertee, bekommt ein Jausenpäckchen und die Nichte des Polizeichefs kommt ihm doch auf die Spur.

Dann geht es zum “Frauenmantel” und im die Frage ob es sich, um einen Serientäter handelt, wenn drei Männer tot aufgefunden wurden, die alle mit dieser Pflanze übersäht wurden? Es wird auch diskutiert, ob die Sternzeichen eine Rolle spielen und die Polizistin Katja, die eigentlich geschont werden sollte, weil sie einen der Tote in ihrem Türkeiurlaub kennenlernte, drängt sich in die Ermittlung und überlegt wieviele “Frauenmantel-Steinbock-Serienkiller” es noch geben soll?

In “Schnittlauch” gibt Prinz Schnittlauch einer betrogenen Kinderbuchautorin den Rat, wie sie sich an ihren ehemaligen Liebhaber rächen kann und bei der “Melisse” geht es gleich in den Weltraum.

Eine ebenfalls skurrile Geschichte in der Manfred Baumann offenbar zeigen will, wie man auch kleinen Dingen Spannung geben kann. Da werden die Ortsgastronomen zu einem Meeting eingeladen, wo sie ihre Ideen für ein Weltraummenü bekanntgeben können und dann glaubt einer sein Zitronenmelissensiruprezept wurde gestohlen. Dabei löst sich alles harmlos auf.

Mit der “Tollkirsche” wird dann wieder ein ungetreuer Ehemann beseitigt und am Schluß geht es zu “Meisterwurz” zu Pater Gewendal und ins Waldviertel oder ins Stift Zwettl, denn da soll der Kräuterkundige ein Seminar für ein paar Manager halten und da wird eine davon tot im Klostergarten gefefunden. Wieder ein Stein und der Pater kombiniert und kommt durch Bemerkungen eines Kindes auf die richtige Spur.

Manfred Baumann scheint sowohl ein Spezialist von Kräutern und von Kräuterkrimis zu sein, habe ich doch schon “Glühwein, Mord und Gloria”, ein Buch, das ich zu Weihnachten lesen könnte und “Salbei, Till und Totengrün” in meinen Regalen.

Ein starkes Ziel

Hurrah, hurrah, ich bin schon wieder fertig mit dem Schreiben, Die “Flora Faun” ist bereit an die Druckerei zu gehen, die “Vorschau” wird es denmächst geben und den Rohtext der “Drei Frauen” – “Bratislava Prag Budapest oder ein Dreimäderlhaus”, habe ich gestern mit dem Beschreibungstext an den Alfred geschickt, damit der es druckereifertig machen kann.

Wieder nur zwei Monate für den Rohtextc und der Überarbeitung gebraucht. Ich bin da sehr schnell und vielleicht auch ein wenig flüchtig.

Das gehört wohl auch zu mir, daß ich zu lang für die Lyrik bin und zu kurz für den langen Roman. Was soll man machen? Ist halt so und auch nicht schlecht. Mehr Aufmerksamkeit würde ich mir natürlich wünschen. Mehr Interesse an den “Vorschauen”, aber eigentlich ganz ehrlich ist mir das Schreiben am wichtigsten und da schreibe ich ja immer ich bin ein wenig ausgeschrieben und dann geht es trotzdem weiter und, als es Anfang Jänner in das Romanschreibjahr ging und ich da das Konzept für die “Drei Frauen” gefunden habe, habe ich der Jurenka Jurk geschrieben, daß ich mich ein wenig mehr in die “Heldenreise”, vertiefen möchte und das ist es ja, daß ich da nach wie vor nicht sicher bin, ob ich die jetzt brauche oder nicht?

In den Romanen, die ich meistens lese, finde ich die nicht so stark wieder. Die haben meistens nicht die diesbezüglichen Spannungsbögen. Aber wissen, wie es geht und ob ich es brauchen kann, wäre schon ganz fein und dann ist die Jurenka Jurk auch darauf eingegangen und hat ein eigenes “Handlungsreisemodul” angeboten und vorher zwei Webinare, wo man die drei Fehler, die einen Roman langweilig machen herausafinden kann oder eigentlich hat sie die ersten drei Stufen erklärt, die ein Roman braucht, um spannend zu werden:

Also eine Figur mit Tiefgang und einem starken Ziel und dann drittens die Katastrophe in die sie Stürzen muß und in die man sie nicht so schnell herausholen darf und das war die Zeit, wo ich mich mit dem Andi Pianka über den Ukraine Krieg gestritten habe.

Da ist nach der Corona-Krise vor einem Jahr ja wieder über einen drübergefahren worden, daß die Sanktionen sinnvoll und wichtig sind und man zu den Putin-Versteher gehört, wenn man für den Frieden und für Friedensverhandlungen und gegen Waffenlieferungen ist.

Ich bin da eindeutig auf der Friedensseite und der der Neutralität und halte mich da heraus, kann ohnehin nichts tun, weil ich keine Waffen habe, aber auch nicht Partei ergreifen will und da ist mir während es ersten Webinars eingefallen, daß meine Figur mit Tiefgang, die zweiunddreißigjährige Slavenka Bubics sein könnte. Die wurde 1990 in Sarajewo oder einem Dorf in der Nähe geboren und mit ihren Eltern zwei Jahre später nach Wien gekommen. Hat da Jus studiert und arbeitet jetzt in einer Menschenrechtsorganisation. Am 24. 2. 2022, dem Kriegsbeginn feiert sie nach der noch nicht ganz überwundenen Corona-Krise ihren zweiunddreißigjährigen Geburtstag hat dazu ihren Kollegen Andreas Baumann und ihre Freundinnen Esther und Kira eingeladen. Wird durch den Kriegsbeginn retraumatisiert und ihr starkes Ziel ist gegen den Krieg etwas zu tun.

So stellt sie Friedensbriefe an Putin ins Netz und erregt dadurch einen Shitstorm. Wird beschimpft und bedroht, als Friedensschwurblerin bezeichnet, verliert sogar ihren Job, zerstreitet sich mit ihren Eltern und mit Andreas, der sich der Kriegsbegeisterung angeschlossen hat, bekommt vielleicht auch Schwierigkeiten mit dem Verfassungsschutz, also Katastrophe pur, wo sie nur noch zu ihren Großeltern nach Mostar flüchten kann und dann kommt der Kollege mit dem sie sich besonders zerstritten hat und erzählt ihr warum er Partei ergriff. E wurde als Kleinkind von seinen Eltern, einer Lehrerfamilie aus Moldawien adoptiert und die haben ihm das Feinbild Putin eingesetzt. De beiden versöhnen sich, kommen zusammen und die Geschichte ist hoffentlich so spannend geworden, daß der Leser sie, wie Jurenka Jurk immer sagt nicht aus der Hand legen will.

Mal sehen wie es wird? Ich hätte jetzt einmal einen fertigen Handlungsplan und könnte jetzt Szene für Szene hinunterschreiben. Die erste habe ich schon im Kopf. Die weiteren muß ich mir noch ausdenken und an der realen politischen Situation entlangschreiben. Das könnte vielleicht auch die Schwierigkeit werden.

Mal sehen, wie es geht? Der vorläufige Arbeitstitel wäre “Ukraine-Blues” und zwei Charakterbögen, den der Slavenka und den des fünfunddreißigjährigen Andreas Baumann, der Soziologie studiert hat, habe ich auch schon ausgefüllt.

Mit der großen Spannung oder dem Schrecklichsten, was einem je passierte, dann wird es gut, habe ich noch immer meine Schwierigkeiten. Wahrscheinlich auch ein bißchen Angst mich in die wirkliche Katastrophe hineinzustürzen. Aber hier habe ich ja aktuelle Vorbilder, denn wenn man für den Frieden ist, ist man ja ein Friedenschurbler und ein Putinversteher, vielleicht sogar ein Kollaborateuer, wie es ja die Politiker nannten.

Da hat sich die Wirklichkeit wieder herumgedreht und daran kann ich mich halten und wie komme ich aus der Katastrophe wieder heraus?

Die Slavenka fährt nicht nach Mostar, sondern zieht vielleicht mit dem Andreas zusammen und wie es bezüglich des Krieges weitergeht?

Das werde ich während des Schreibens erleben und ich schreibe nun einmal realistisch politisch und werde das weiter tun. Zu nah daran ist wahrscheinlich weder gut noch möglich, da brauche ich wahrscheinlich die nötige Distanz. Mal sehen, wie es mir gelingt. Ich werde darüber berichten und mich über Freedback freuen.

    Zuhause ist ein großes Wort

    Der “Mare-Verlag”, der sich in seinen Büchern mit dem Meer beschäftigt, hat mir zwei solche angeboten. Das Erste, das ich gerade gelesen habe, der 1986 geborenen Nina Polak, hat ein interessantes Thema in einer starken, modernen Sprache mit verschiedenen Textteilen, nämlich eine Skipperin als Heldin.

    Eine moderne Matrosin könnte man so sagen. Ich hatte keine Ahnung, daß es so etwas gibt, aber Skip oder Ninke Nauta, man sieht die sprechende Namen, ist gerade von einer siebenjährigen Seefahrt, wo sie mit Käptn Lood unterwegs war, nach Amsterdam zurückgekommen, wo sie sich mit der veränderten Stadt arrangierren muß und sich in die Vergangenheit zurückdenkt, um in die Zukunft zu kommen.

    Ihre Mutter Nellie ist sehr früh gestorben, so hat die reiche Familie Zeno, die Sechzehnjährige aufgenommen, die Mutter Mascha ist Schauspielerin, der pubertierende Sohn Juda scheint eine Essstörung zu haben und jetzt auch keine Milchprodukte zu verzehren, was der Mutter Sorgen macht.

    Skip kommt wieder bei den Zenos unter und nimmt Kontakt mit ihrem Ex Freund Borg auf und das eher spannungsarme Buch, kann mit einigen beeindruckenden Szenen aufwarten.

    Da ist die, wo Skip, die an einer Segelschule unterrichtet, mit ihrer Mutter und den Zenos auf eine Segeltour aufbricht, worauf sich die Mutter, die nicht schwimmen kann, verkühlt und eine Luungenentzündung entwickelt und Borg, der jetzt eine Freundin hat, hat eine Novelle über ihre Beziehung geschrieben, die Skip entrüstet entdeckt und sich schlecht dargestellt findet.

    Skip und die Zenos werden auf eine türkische Hochzeit eingeladen und Tag darauf entdeckt sie, daß sie schwanger ist. Die Zenos brauchen ihr Gartenhäuschen auch für die Großmutter, so daß Skip auf Loods “Tintenfisch” genanntes Boot zurückzieht und sich dorthin die Medikamente schicken läßt, um die “Bohne” in ihrem Bauch wieder loszuwerden. Lood lädt sie auf einen Turn nach Malta ein, so fliegt sie nach Sizilien und man kann raten was weiter passiert, wo Skips zu Hause ist und, ob man überhaupt ein solches braucht.

    Die verschiedenen Textsorten habe ich schon erwähnt. Da gibt es Mails und seitenlange Mailpassagen, Borgs Liebesgeschichte “Unschuldig” oder auch Deniz Durmuskaya & Elif Özals Hochzeitsanzeige “Wir sagen ja” und da gibt es eine weinende Braut und eine poliitsch inkorrekte Großmutter, die wissen wollte, ob die Braut Kopftuch getragen hat?

    “Nein, aber einen Schleier!”, war die Antwort. Ich habe wieder eine sehr interessante Autorin kennengelernt und kann anmerken, daß ich mich, weil ich ja einen holländischen Freund habe, den ich früher öfter in Holland besuchte und mich auch für die niederländische Literatur sehr interessiere.

    Ins Literaturhaus zum Frauentag

    Es ist wieder der achte März, es ist wieder der Frauentag und da macht ja Helga Pregesbauer seit einigen Jahren immer eine GAV-Veranstltung.

    Vor drei jahren war ich mit dem Alfred da, da hat es schon gekriselt, Gertraud Klemm hat gelesen, die Ruth, die Elfriede Haslehner war da und die Erika Parovsk,y die gerade von einer Reise zurückgekommen ist, wo ihr Fieber gemessen wurde.

    “Ich bin ganz gesund!”, hat sie stolz verkündet und ich habe überlegt, wann auch bei uns die Geschäfte geschlossen werden. Es war dann schon am nächsten Tag so weit oder wurde geplant und die nächsten zwei Jahren habe ich den Frauentag gestreamt.

    Heute wieder live, aber alle oder zwei Personen krank, die Petra Ganglbauer, die ich erst vor einer Woche in der “Schmiede” gehört habe und die Veranstalterin Helga Pregesbauer. So hat Monika Vasik ,moderiert und das hat sie, glaube ich, schon bei der “In Memorian-Veranstaltung” getan.

    So hat Daniel Terkl, die 1960 geborene vorgestellt, die wieder aus ihren Gedichtbnd “Knochenblüten” vorgestellt, den sie schon im Herbst in der Zieglergassepräsentierte.

    Da gibt es achtzig Gedichte, die alle einer Frauenrechtnerin gewidmet sind Olympe de Gauges, Käthe Leichter, etcetera.

    Aber zuerst kam die Schauspielerin Margot Hruby mit ihren Brief an “Yella Hertzka” und das ist eine Friedensaktivistin, die in den Dreißigerjahren, die erste Gartenbauschule gegründet hat, bevor sie emigrieren mußte und Dine Petrik hat ja auch ein Lieblingsthema nämlich Hertha Kräftner. Über die Dichterin die sich in den Fünfzigerjahren das Leben genommen hat, hat sie schon einige bücher geschrieben. Jetzt las sie das Kapitel von dem betrunkenen Russen, der eine Hebamme erschossen und Hertha Kräftners Vater verwundet hat.

    Eine interessante Veranstaltung zum Frauentag. Da gab es heute auch einige andere, hat Erika Parovsky, die wieder anwesend war, erzählt und ich hab diesbezüglich auch noch einiges vor und lese gerade die Bücher über Erika Danneberg“, die ich ja im “Arbeitskreis schreibender Frauen” kennengelernt habe.

    Dreißig Jahre Gedichtet

    Wir leben im Monat März im Monat der Lyrik und da ist ja vor allem die “Gesellschaft für Literatur” sehr engagiert und hat ein ganzes Monat lang ein lyrisches Programm.

    Einen vom Literaturkreis Podium herausgegebenen Lyrik-Folder gibt es auch und so bin ich heute in die “Gesellschaft” statt in die “Alte Schmiede” gepilgert, obwohl die Lautpoesie ja auch etwas eigentlich lyrisches ist und weil ich ja immer ein bißchen nostalgisch bin, vor drei Jahren, als alles begann, was jetzt vorüber ist, war eine Veranstaltung zur Lyrik im März, die letzte, wo ich in der Gesellschaft gewesen bin.

    Manfred Müller lobte den Abstand, den das Publkim hielt und als ich dann noch einmal hin wollte, hat mich die Anwesendheitliste abgeschreckt, in die ich mich eintraagen hätten müssen, falls ich krank werde.

    Das ist jetzt vorbei und ich bin auch derzeit ein bichen krank und in der “Gesellschaft” ist heute Anton G. Leitner aufgetreten, der 1961 geborene Müncher, der seit dreißig Jahren ein Lyyrik-Handbuch herausgibt und das letzte zum thema “offen” wurde heute vorgestellt.

    Einmal vor Jahren war ich, glaube ich, schon bei einer diesbezüglichen Veranstaltung und diesmal moderierte Gerhard Ruiss, der vor ein paar Tagen auch seine “Kanzler-Gedichte” vorgestellt hat. Der interviewt den schlanken sechzigjährigen, der launig über seine Herausgebertätigkeit erzählte und erwähnte, daß er fünftausend Euro Corona-Hilfe zurückzahlen muß.

    Dann trat Michael Hammerschmid mit seinen Kindergedichten auf. Das Prodzedere war so, daß jeder der Eingeladenen, drei eigene Gedichte und dann noch drei andere vorlesen durfte.

    Dann kam eine junge mir bisher unbekannt junge Frau, die 1990 in Wien geborene Sophia Lunra Schnack. Danach trat wieder Anton G. Leitner auf und las zwei Gedichte über seinen vor kurzem verstorbenen Vater und, ich glaube, eines von Hans Eichhorn den Fischer vom Attersee, der inzwischen auch verstorben ist und Michael Hammerschmid hatte, glaube ich, auch ein Gedicht von Erwin Einzinger verlesen und der letzte war der 1965 in Win geboren Semier Insaif, den Gerhard Ruiss und auch ich, vom “Siemens-Literaturtechniktur-Preis” kannte und Gerhard Ruiss hat seine neuen “”Kanzlergedchte” glesen und Semier Insaif, der jetzt das “DichtFest” in der “AS” macht, improvisierte mit einer Mischung zwischen Deutsch und Farsi oder Arabisch, zwischen Gesang und Literatur und nachher gabs ,um das Fest zu feiern Snack und Getränke.

    Kurt Neumann war da, Wolfgang Hermann wenn ich mich nicht irre und eine Journalistin mit der ich mich vor der Veranstaltung nett unterhalten habe. Nachher habe ich es mit einem Musiker getan, der wie er mir sagte, für mich beten wird, mal sehen ob das wirkt.

    Lautpoesie

    In der “AS” findet derzeit wieder das “Hör!Spiel-Festival” statt, da war ich ja vor drei Jahren am Sonntag Nachmittag, um den Frauentag das letzte Mal vor der zweijährigen Corona-Pause.

    Habe dann vielleicht ein bißchen gestreamt, aber jetzt ist alles wieder normal. Die Zahlen steigen zwar wieder, die Leute um mich herum haben alle Corona. Aber die Pandemie ist zum Glück für beendet erklärt worden und so habe ich Jörg Piringer wieder in der “AS” gehört, Andres Pavlic gesehen und der 1974 geborene Digitalautor hat in der Reihe “Dichter hört Dichterin”, die 1924 geborene Lily Greenhorn vorgestellt, die in Dänemark aufgewachsen ist, 1953 in Wien Musik studierte und sich der Lautpoesie gewidmet hat.

    Gerhard Rühm hat das auch gemacht und dessen Werke hat sie auch performt. Gerhard Jaschke hat sie in den Achztigerjahren in die “AS” eingeladen und ihre Werke im “Freibord” vorgestellt.

    Jörg Piringer brachte Soundbeispiele und dann nach der Pause Anna Lena Stabauer hat wieder moderiert, kamen die in Hannover lebende Elke Schipper, die mit dem Schlagzeuger Michael Griener perfomierte und brachte Lautpoesie zu verschiedenen Themen, die ihre Gefühle ausdrückten oder auch das zeigten, was man in einem französischen Restaurant als Stimmengewirr erkennen kann.

    Interessant interessant und sehr ungewöhnlich, die elegant gekleidete ältere Dame da performen zu sehen.

    Sie ist glaube ich auch Musikprofessorin und morgen geht es weiter mit der Lautpoesie.

    Da ist dann Heike Fiedler dran, die über Franz Mon referieren wird, den hat Elke Schipper schon ein bißchen eingeschmuggelt und Heike Fiedler war auch schon da und hat auch, wie sie Anna Lena Stabauer erklärte, ihr Hotelzimmer umgestellt, weil sie einen Schreibtisch brauchte, der offenbar dort nicht vorhanden war.

    Gespräch über Kunst und Politik

    Jetzt kommt ein interessantes Büchlein. Zwei Dialoge, die der 1991 geborene Edouard Lois dessen “Im Herzen der Gewalt”, ich während des Frankreich Schwerpunkt in Frankfurt gelesen haben mit dem 1936 geborenen Regisseur Ken Loach geführt hat, in dem es um sehr aktuelle gesellschaftliche Fragen geht, die uns, wie man merken kann, auch betreffen.

    Der erste Dialog in dem es um “Arbeit und Gewalt” geht, beginnt mit Edouard Louis Buch “Wer hat meinen Vater umgebracht”, der mit ungefähr fünfunddreißig Jahren einen Arbeitsunfall hatte, daraufhin bezog er einige Jahre eine Invalidenrente, bis ihn der französische Staat wieder zum Arbeiten schickte, da die Voraussetzungen für Renten und Sozialhilfen härter geworden ist.

    Ein Thema das man auchu bei uns kürzlich hören konnte, hat da doch Arbeitsministerr Kocher, den Teilzeitbeschäftigten angedroht, die Sozialleistungen zu streichen, wenn sie nicht voll arbeiten.

    Ja, das Leben ist härter geworden, was sich auch in den Filmen, des mir bisher unbekannten Ken Loach spiegeln läßt. Einer davon heißt “Ich Daniel Blake”, der 2016 mit der “Goldenen Palme von Cannes” ausgezeichnet wurde.

    Die Gewalt und die Polizeimacht, die vor allem schwarze Personen betreffen, ist härter geworden und die Beiden diskutierten auch, ob es Sinn macht, daß Leute überhaupt noch in Fabriken arbeiten, wenn die nachweislich ihre Gesundheit schädigen und sie krank machen? Da wehren sich meistens die Arbeiter, die ja leben müssen und sich daher oft auch zu Hungerlöhnen zwingen lassen müssen.

    An den Dialog knüpft sich dann die Frage, wie man seine Stimme findet? Haben doch Umfragen ergeben, daß die meisten Arbeiter, das Gefühl haben, keine zu haben, weil sie sich von der “Kultur des politisch Korrekten” zensiert fühlen und andererseits dann bald in die Fänge der Rechten fallen. Etwas was bei uns auch zu beobachten ist.

    Ken Loach meint, daß Gruppen, wie Gewerkschaften eine gute Möglichkeit da ist, sich mit Gleichmeinenden zu unterhalten und seine Meinung zu stärken.

    Es geht dann, um den Begriff der “”Opferhaltung”.

    So hat Edouard Louis in seinem Bucb “Das Ende von Eddy”, die Armut seiner Kindheit geschildert, worauf er von seiner Mutter gerügt wurde, das doch nicht öffentlich zu outen, weil die Politik den Leuten ja einredet, sie wären selber schuld, wenn sie keine Arbeit oder keine Wohnung hätten.

    Das führt dann zu den Obdachlosen, die in England verstärkt auftauchen und zu der Frage ob die Politik was dagegen tun würde.

    “Nein!”, antwortete Edouard Louis, weil sich die eher um den Immboilienmarkt, als um Obdachlosen kümmern. Sie wollen Wohnungen verkaufen und nicht die Armen unterstützten.

    Es geht auch um die Rolle der Technologien und der sozialen Medien, die die Kommunikation verstärken und die Empathie fördern könnten.

    Im zweiten Dialog geht es um “Politik und Transformation” und da, um den Aufstieg der extremen Rechten, etwa was man in Italien, in Spanien, in Frankreich und in Brasilien beobachten komnte und Edouard Louis meint, daß er viele Leuten kennen würde, die bei den letzten Wahlen für die Rechten gestimmt haben, weil sie sich von den Linken nicht mehr vertreten fühlten und das Gefühl haben, daß die Politiker auf sie pfeifen würden.

    Es geht auch, um den Feminismus und die Homophobie, sowie um das Gefühl, das manche Leute haben, daß ihnen die “Homosexuellen ihre Lebensweise aufzwingen wollen”, aber auch wieder sehr aktuell, daß manche Jugendliche ihre Arbeitsweise selbst bestimmen wollen und nicht mehr von den Chefs ausgebeutet werden wollen.

    Dann gehts zur Kunst in Krisenzeiten und zu der Frage, wie sie zu den sozial benachteiligten Gruppen kommt? Zu den Menschen, die nicht das Glück haben Bücher zu schreiben oder Filme zu machen. Die Filme werden von Ken Loach umsonst vorgeführt und Edouard Louis meint, daß man der Kunst gegenüber auch mißtrauisch sein sollte.

    “Kunst muß subversiv sein”, meint Ken Loach. Sie muß den Minderheiten auch einen sicheren Raum bieten und natürlich geht es um die Verbesserungen der Lebensbdingungen, die allen ein gutes Leben bieten kann.

    So weit so what und ein interessantes Buch, das man schnell lesen, aber noch lange darüber nachdenken kann und das von Hinrich Schmidt-Henkel, von dem ich schon einige Übertragungen gelesen habe, übersetzt wurde.

    Mann im Mond

    Jetzt kommt schon der Erzählband der 1986 in Zagreb als Kind serbischer Eltern gebroenen Lana Bastasic, die in Bosnien aufgewachsen ist und der ja vor kurzem im Literaturhaus im Rahmen von “Traduki” vorgestellt wurde.

    Zwölf Kindergeschichten oder besser Erzählungen, die Kinder als Protagonisten haben und die aus ihrer vielleicht naiven Sicht die Grausamkeit der Welt erklären.

    Die Geschichte “Wald” aus der Lana Bastasic ein Stückchen auf Bosnisch gelesen hat, ist da besonders eindringlich “Ich brauchte ganz schön lange, um Papa zu erwürgen!”, heißt es da. Ganz schön brutal und aufschreckend und dann geht es um den Vater der immer mägerer wird. Die Nachbarinnen im Dorf sprechen die Mutter darauf an, ob sie ihn vielleicht vernachlässigen würde und das Kind geht im nach wenn er im Wald spazieren geht und dann auf einen Stein onaniert und das darf man nicht. Das ist peinlich und verboten und das Kind zieht seine Konsequenz.

    “Mann im Mond” heißt die Titelgeschichte und da geht es, um die Mondlandung in den Sechzigerjahren. Der Vater, der als einziger im Dorf einen Fernseher hat, lädt die Nachbarn zur Übertragung ein. Die zwei Söhne werden vor das Haus geschickt, denn drinnen gibt es keinen Patz mehr für sie und die spielen dann mit Murmeln und reflektieren über ihre blauen Flecke, denn der Vater schlägt seine Kinder, um sie zu erziehen. So war es damals offenbar im Dorf und Lana Bastasic deckt das alle sehr schön poetisch aber dennoch unerbittlich auf.

    Das “Letzte Abendmahl” ist auch ganz schön brutal. Denn da geht es, um den Besuch bei der Erbtante. Dazu schminkt sich die Mutter, zieht das gelbe Kleid an, wo man ihren Busen sieht, was den Kindern peinlich ist. Der Vater muß sich rasieren und man muß sich gut benehmen und dann mit der Tante auf ihr Schlafzimmer gehen und sich von ihr ihren Busen zeigen lassen. Die Tante stirbt ein paar Stunden darauf und das wird während der ganzen Geschichte reflektiert, denn der Augenblick wann sie den “Löffel” abgibt”, ist bei der Familie ein großes Thema.

    “Gott aus Honig” hat die Übersetzerin Rebekka Zeinzinger im Literaturhaus gelesen. Auch sehr beeindruckend. Da geht es um das Schlafwandeln, um das Töten von Ameisen, das die <mutter immer tut, um verschwundene Schildkröten und die Beziehung des kleinen Mädchen zu Gott, das nicht versteht, daß er all das zulässt und ihr auf ihre Fragen keine Antwort gibt, bis es ihn endlich aus dem Fenster lässt.

    Die nächste Geschichte “Säure” ist auch sehr grausam und läßt sich auf vielfältige Art deuten, da breitet ein Kind Fische auf den Tisch aus, schaut ihnen beim Sterben zu. Dann wird es von der Mutter in die Musikschule zum Violoncellospielen gebracht. Eine Psychologin kommt dann zweimal in der Woche in die Wohnung, um das altkluge Kind beim Spielen zu beobachten, die trinkt immer Tee, einmal vom Kind zubereiten, worauf sie anschließlend speiben muß.

    Psychologisch ausgetüffelt die Geschichten, die die vielseitigen Traumen des Aufwachsens in wahrscheinlich ganz normalen Familien sehr scharf aufdecken. In der Geschichte “Zahnfee”, erinnern wir uns Lana Bastasic stammt aus einer Zahnarztfamilie und will sich offenbar dagegen zu Wehr setzen, sehnt sich ein Mädchen nach seiner abwesenden Mutter, der toten Oma und “verpatzt” seinen Geburtstag. Bettnässen tut es auch und vor der Zahnfee, die seine Milchzähne holen kommt, hat es Angst.

    Im “Ein Tag im Schwimmbad” muß ein Junge mit seinen Vater zum Schwimmtraining gehen. Nachher sitzen sie im Cafe und der Vater bestellt Kaffee für sich und Zitronensaft mit Wasser für den Jungen, weil der zu dick ist. Deshalb gibt er ihm nicht seinen Keks. Scheidungsprobleme gibt es auch und den sehr eindrucksvollen Satz:

    “Zweimal pro Woche sitzt Papa im Cafe neben dem Schwimmbad, während der Junge schwimmt. Danach trinken sie Kaffee, Cola und Zitronensaft mit Wasser. Papa liest Zeitung und isst den Zimtskeks. Das nennt man gemeinam verbrachte Zeit.”

    Kein Wunder, daß der Junge danach Durchfall bekommt und wahrscheinlich auch keines, daß Spiderman ihn aus der Not, daß es am Klo kein Toilettenpapier gibt, befreit.

    Die Geschichte “Brot” kannte ich auch schon aus dem Literaturhaus. Da geht es um ein vierzehnjähriges Mädchen, um die Nöte des Erwachsenwerdens, die Beziehung zum Vater und wie schwierig es ist, wenn man am Samstag Brot holen muß.

    “Kreise” ist, glaube ich, die Geschichte die Lana Bastasic ihrem Sportlehrer gewidmet hat. Denn der hetzt die “Mathematikerin” über das Viereck um die Schule, was sie hasst, so daß sie drei Extrarunden drehen muß und bei der dritte bemerkt sie daß der Lehrer gerade einen Schlaganfall erleidet und leider leider hilft sie ihm nicht aus Rache. Das sind wohl die starken jungen Frauen, während ich in “Mein ist die Rache”, die Sache anders löste.

    Die nächsten zwei Geschichten sind glaube ich den Kindern alleinerziehenden überforderten Müttern gewidmet, die ihre liebe Not mit den Müttern habe, die nicht auf sich schauen, sich nicht die Haare waschen können, sondern sie nur in den Supermarkt zum Schnaps holen schicken, obwohl die Kinder den gar nicht bekommen, die sich aber auch bemühen, die Tochter für den Musikvorspielabend gut herzurichten, es dann aber nicht schaffen, selber mit gewaschenen Haaren hinzugehen oder die menstruierende Tochter in ihren Blut warten zu lassen, weil sie es nicht rechtzeitig vom Supermarkt zurückschafft.

    Geschichten, die die Psychologin schon mal erlebt hat, während die “Papa kommt heim”, wohl auf die bosnische und jetzt wahrscheinlich ukrainische Kriegserfahrung beschränkt ist. Da wird ein Hühnchen gebraten, Raffaellos aus dem D-Mark -Shop besorgt und der Vater stinkt und Kakerlaken kriechen aus seiner Armeetasche, keine angenehme Erfahrung für die Kinder, an die sie sich wohl noch als Erwachsene erinnern.

    Starke Geschichten einer jungen Frau, die sie, wie sie bei der Lesung sagte, aus ihren Beobachten aus der Nachbarschaft zusammenklaubte, die auch stark besprochen und beworben wurden, sowie Aufmerksamkeit erregten.

    Jetzt bin ich nur gespannt, was ich von Lana Bastasic noch hören werde und mir ihr Debut wahrscheinlich bestellen.

    Essen mit Teresa Präauer

    Im Literaturhaus ein gedeckter Tisch, Weingläser, Gedecke, ein weißes Tischtuch, schick, schick und die Plätze waren bald gefüllt. Linda Stift ist gekommen, Andrea Grill, Daniela Strigl und das Team von den O-Tönen. Interessant, da weiß ich schon, was im Sommer am Programm steht und ansonsten eine Stammbesucherin und eine Menge anderer Leute, die ich noch nie im Literaturhaus gesehen habe.

    Denn Teresa Präauer, die rührige Autorin, hat ein neues Buch geschrieben und das wurde auch am Mittwoch im M,orgenjournal vorgestellt.

    “Kochen im falschen Jahrhundert”.

    Interessant, interessant, was ist das jetzt? Ein Roman? Ein Kochbuch oder ganz was anderes? Die 1979 in Linz geborene, die in Klagenfurt ,gelesen hat, vorher glaube ich, als Illustratorin tätig war, den “Fried-Preis” gewonnen hat und eine Reihe verschiedne Bücher geschrieben hat, mit denen sie auch auf der Öst gestanden ist, war auch mehrmals Gast im Literaturhaus oder der “AS” und hat sich da verschiedene Personen eingeladen mit denen sie ein Gespräch führte und orginell ist sie auch.

    So trat sie mit dem Musiker Klemens Lendl, der sonst bei den Strottern spielt, festlich gekleidet auf, setzte sich am Tisch. Der Musiker hat gegeigt und dazwischen gegessen und getrunken und mit vollen Mund von seinen Eßerfahrungen erzählt.

    Teresa Präauer hat aus dem Buch gelesen und da scheint es, um eine Einladung im bürgerlichen Mileu zu gehen. Der Tisch ist gedeckt, die Cracker vorbereitet, der Cremona im Kühlschrank und es kommt zuerst ein Paar und später ein schweizer Uniprofessor, der von seinen Schwierigkeiten mit den Prüfungen erzählt.

    Es kann alles aber auch ganz anders sein. Das befreundete Ehepaar könnte zu spät kommen oder die Gäste gar nicht erscheinen, so daß der Cremona allein getrunken wird und, wie war es mit den ersten Kocherfahrungen in der ersten eigenen Wohnung, wo es beispielsweise noch keinen Salzstreuer gab?

    Ja essen und Einladungen lösen wahrscheinlich verschiedne Erfahrungen und Erinnerungen aus. Ich bin 1977 von der Wattgasse in die Otto Bauergasse gezogen, in eine Zimmer Küche Vorraum Wohnung. In der Küche gab es eine Kochplatte und sppter in der Gumpendorferstraße habe ich häufig Eltern aus der Kindegruppe oder meine Psychologiekollegen eingeladen und da auch den Kartoffelauflauf oder etwas anderes ins Rohr gestellt und den Vogerlsalat zubereitet.

    Der Alfi tkoch auch sehr gern und am Sonntag kommen wieder Gäste. Deshalb sind wir dieses Wochenende auch in Wien geblieben und nachher gab es wieder Wein und Brötchen und Gespäche. Interessant und wieder eine abwechslungsreiche literarische Woche mit der heimischen Autorenschaft, die sich wahrscheinlich langsam auf ihren Leipzig-Auftrittcc vorbereiten wird und da habe ich mich ja auch schon akkredidiert.

    Nach drei Jahren endlich wieder maskenlos Straßenbahn fahren

    Kaum zu glauben, jetzt bin ich ziemlich genau drei Jahre nicht mehr mit der Straßenbahn gefahren.

    “Verrückt!”, würde wahrscheinlich ein unbefangener Leser, vom Nordpol vielleicht oder vom Mond kommend denken.

    “Wie kann das sein?”

    So verrückt ist das gar nicht. Denn ich bin auch früher, da vormals aus Sparsamkeitsgründen oder auch, um in der Stadt zu flanierenn und da literarische Eindrücke zu sammel, viel zu Fuß gegangen. Bis zum Zentralfriedhof oder nach Schönbrunn vielleicht.

    Das haben wahrscheinlich manche auch für verrückt gehalten. Ist aber wahrscheinlich auch gesund und mein Mittel Sport zu begtreiben, wie das Fensterputzen in der eigenen Praxiswohnungen.

    Gesund ist ja das Thema. Im Jahr 2019 bin ich meines Knöchelbruchs wegen eher viel mit den Öffis ,gefahren und im Februar 2020, als ich das auch noch machte, bevor Gerüchte aufgekommen sind, daß man des Virus wegen vielleicht doch nicht in die volle Straßenbahn einsteigen soll, habe ich mich noch gewundert daß der 13 A andere Runden fährt und die UBahn wurde und wird ja immer noch gebaut.

    Dann kam der dreizehnte März 2020, glaube ich, der erste Lockdown, als man überhaupt nur mit einer Berechtigung in die Öffis durfte und seither hat die Maskenpflicht ja angehalten, obwohl man ja damals hörte, das ist ein ähnlicher Grippenvirus und die meisten werden gar nichts davon spüren nur die vulnerablen Gruppen, die wir schützen wollen, sind davon betroffen, aber dann wurde man von den Parkbänken weggejagt.

    “Bleiben Sie zu Hause!”, war überall zu hören. Die Spielplätze und die öffentlichen Parkanlagen wurden in Wien abgesperrt.

    Für ein paar Wochen, wenn es da ein wirklich gefährliches Virus gibt, wo da die Leute auf der Straße umfallen, ist das gerechtfertigt, na klar.

    Aber, daß das drei Jahre lang geht, hat wohl damals kein Mensch geglaubt und für einen schlechten Scherz gehalten oder für den falsch Film. Und es kam dann auch zur Lockerung der Maßnahmen und Kanzler Kurz hat das Ende des Tunnels angekündigt, das man mit Maske, Tests und Impfen, wenn es die dann gibt, erreichen wird.

    Dann kam der Herbst 2020 und Lockdown zwei bevor im Dezember dann Showgeimpft wurde. Dann wurde gleich das drei G beziehungseise testen testen propagiert, solange man nicht geimpft ist, denn dann ist die Pandemie, für die ein Impfangebot hatten, vorbei.

    Das habe ich auch gedacht und bin zu Fuß und nicht viel aus dem Haus gegangen, sondern eigentlich nur auf Demos und auf die Bank, um meine <kontoauszüge abzuholen.

    Dann kam der nächste Herbst und der Rücktritt Kurz und Kanzlers Schallenbergs Kampfansage, die Zügel enger zu schnallen, 3G am Arbeitsplatz, Lockdown für Ungeimpfte und die allgemeine Impfpflicht, weil die Schwurbler sich nicht impfen lassen wollten.

    Dann kam zum Glck Omikron und das was eigentlich die meisten Hausärzte wußten, daß sich ein Virus hinunter mutiert.

    Aber nein, das stimmt nicht, hieß es pötzich und es ist auch falsch, daß man mit seinen Abwehrkräften etwas dagegen ausrichten kann.

    Nur die Impfung hilft.

    Na klar, wenn man nicht aus dem Haus kommt, keinen Sport betreiben kann, sondern nur mit dem Bier und den Solettis vor dem Fernseher sitzt dann nimmt man zuund da habe ich schon einige Beispiele gesehen und dann gehört man vielleicht auch zu den Risikopatienten, die das Virus leichter trifft. Aber das hat sich dank Omikron ja abgeschwächt, so daß die Maßnahmen im Vorjahr langsam wieder aufgehoben wurden.

    Überall nur in Wien natürlich nicht. Denn da scheint es Differenzen zwischen dem Bürgermeister und der Bundesregierung gegeben zu haben, die ja auch einmal den Rücktritt des Stadtrats Hacker gefordert hat, so hat sich der Bürgermeister quergelegt und schon im Sommer 2021 viel strengere Maßnahmen als anderswo gefordert, so daß ich bei den Ö-Tönen hinter dem Absperrzaun gestanden bin.

    War mir eigentlich egal, da ich ja nach NÖ ausweichen konnte und so freute ich mich nach Ostern 22“, das ich wieder in die “Alte Schmiede” und ins Literaturhaus hinkonnte und da bin ich auch früher zu Fuß gegangen.

    Kein Problem. Wenn ich da an einen Bus oder einer Straßenbahn vorbeikam und bei einer Station hineinsehen konnte, habe ich ich immer nachgeschaut, wieviele Leute sich an die Regeln hielten und Masken trugen.

    Es waren, glaube ich, achtzig Prozent. Na klar, denn wenn man erwischt wurde, mußte man fünfzig Euro Strafe zahlen, obwohl es ja unlogisch war, denn wenn man mit dem Zug von St. Pölten oder woanders nach Wien hereinkam, mußte man an der Stadtgrenze die Maske ausetzen, obwoh der virus sich im Zug ja schon verbreitet hatte, aber wenn man argumentierte, daß das unlogisch war, hieß es, wir müssen uns daran gewöhnen. Also auch im Sommer Maske oder von von Oktober bis Ostern.

    Aber Minister Rauch blieb da zum Gück stur und so war alles normal, bis auf Wien und jetzt wurden die Maßnahmen überhaupt schon für beendet erklärt.

    Interessant ist zwar, daß die Zahlen im Moment wieder steigen. Aber wir werden mit dem Virus leben müssen. Also gab der Bürgermeister bekannt, ab Ende Februar wird es auch in Wien normal, weil die Verkehrsbetriebe, glaube ich, ablehnten die Maskenpflicht in ihre Hausordnung zu übernehmen.

    Also, hurrah, hurrah, wieder Steraßenbahn fahren und damit vielleicht wieder mit den Öffis über die Donau ins Werkl im Goethehof zum Open Mike kommen und mich nicht mehr vom Alfred mit dem Auto dorthin fahren lassen, denn da ist mir der Fußweg zuviel. Die Fahrscheine waren seltsamerweise auch noch gütig und die fünf Tage im November, wo ich je zweimal in den Prater und zur “Buch-Wien” pillgerte, habe ich ganz ehrlich als sehr anstrengend empfunden.

    Also das normale Leben feiern und schauen was sich da in den Öffis ereignet und wo und, wie die Masken fallen. Denn ich habe, daß sich die Leute da immer noch die vielleicht schon Wochen alten weißen Kaffeefilter aufsetzen, am Schluß schon sehr absurd empfunden, weil es eben nicht logisch ist und nur weil es der Bürgermeister sagt, ja noch nicht verhältnismäßig sein müß, was er eigentlich medizinisch begründen sollte.

    Also habe ich es am Mittwoch sehr genossen mit der U- Bahn ins Rathaus zu fahren. Habe ich geglaubt und es war auch interessant in der U 4 zu beobachten, daß da die meisten schon maskenlos fuhren und OE24 hatte am Morgen erhoben, ob die Leute überhaupt wussten, daß sie schon ohne fahren dürfen?

    Sie wußten es und einige sagten “Ich halte mich noch eine Zeit daran!”

    Kein Problem und ich habe auch von meinen Klienten öfter gehört, daß sie sich darüber ärgerten, daß manche Leute so rücksichtslos oder sorglos wären und die Regeln nicht einhielten. Aber die Welt ist verrückt und wir sollen die Spaltung ja überwinden. Dann habe ich die U2 gesucht und bin ein bissen Stiegen hoch und wieder hinuntergelaufen, bis ich kappiert habe, die gibt es seit einem Jahr nicht mehr und gestern bin ich auch am Rückweg von der Pizzeria an der diesbezüglichen Baustelle vorbeigelaufen.

    Wenn man sich vor den Virus schützen will, soll und kann man ja Maske tragen, schallt es überall, das ist erlaubt! Vielen Dank für die Eigenverantwortung und richtig, da gibt es auch noch das Vermumungsverbot. Also ganz schön kompliziert und wie mans macht macht mans falsch und am Rückweg vom Rathaus am Mittwoch über den Eistraum zum Ring gegangen und dann mit der Straßenbahn zum Bus gefahren und alles problemlos passiert. Man kann sogar wieder beim Fahrer ein und aussteigen.

    Die Pandemie ist also vorbei, hurrah, hurrah. oder vielleicht doch nicht so ganz. Das heißt die Pandemie schon, die soll sogar aufgearbeitet werden, damit die ÖVP nicht befürchten muß, daß die sogenannten Impfverweigerer alle die FPÖ wählen. Eigentlich blöd, daß man in dieses Eck gerät, wenn man die Maßnahmen für übertrieben hielt, was sich jetzt ja als richtig herausstellt.

    Da soll es eine Versöhnungskommision geben. Da gibt es auch schon Widerstand. So will sich Minister Rauch, den ich eigentlich für vernünftig halte, dagegen ausgesprochen haben, sich mit den Impfgegner zu versöhnen.

    Muß er auch nicht, obwohl er als Minister eigentlich unparteiisch und für alle da sein sein sollte. Wird also nicht viel herauskommen. Die Politiker werden sich an den Experten abputzen und sagen “Wir haben es gut gemeint und es nicht besser gewusst” und sich ein paar Experten suchen, die dann dafür verantwortlich waren und seit cirka einem Jahr sind wir ja in eine zweite dritte oder vierte neue Angstwelle hineingerutscht.

    Zuerst der Krieg und dann die Inflation oder war es umgekehrt? Denn, daß das dreimal wöchentliche Testen, die Corona-Entschädigungen, die Lockdowns und und uns was kosten, ist auch ganz klar und die Meldungen, daß die Mieten, der Strom, das Gas, etcetera unbezahlbar sind. Der Karfiol vier euro kostet, die Butter doppelt soviel, als vorher, etcetera, so daß man man wählen kann, ob man essen oder heizen will, Angst auslösen, ist ganz klar und Angst isst nicht nur die Seele auf, sondert behindert das logische Denken.

    Der sogenannte Pöbel hat also Angst und kann nicht mehr logisch denken. Ganz egal, ob er jetzt mit oder ohne Maske Steraßenbahn fährt und dazwischen wird schon das neue Krisenermächtigungsgesetz vorbereitet, wo jederzeit eine Krise ausgerufen, eine Impfpflicht eingeführt und vom Bundesheer kontrolliert werden kann.

    Nie wieder, könnte man denken. Das erste Mal sind wir auf die Panikmachen hereingefallen und haben uns das drei Jahre gefallen lassen, obwohl eigentlich bald schon klar war, daß der Kaiser keine Kleider hat. Jetzt müssten wir aufpassen, daß uns das nie wieder passiert. Ich bin diesbezüglich etwas pessimistisch. Aber jetzt die alte Normalität genießen und die Traumatisierungen aufarbeiten, die Schäden aufarbeiten und die Gräben zuschütten.

    In meinen Büchern kann man das alles nachlesen und das sollte man auch, höre ich doch allethalben, wie schnell man das Unangenehme vergisst.