Zwei neue Bücher über die Zwischenkriegszeit

Wieder “Wien-Reihe” in der “Alten Schmiede” und ich bin wegen einer Terminverschiebung hingekommen. Habe ich die “Wien-Reihe”, als sie noch “Literatur im MuSA” hieß, sehr gern verfolgt, weil hier immer die “Wien Stipendiaten” und Preisträger vorgestellt werden. Man weiß, wer ein Stipendium kommt und sich auch in die Texte einhören kann und diesmal war es wirkich interessant, obwohl ich das gar nicht vermutet hätte, stelten doch die die 1970 geborene Tanja Paar und der 1981 geborene Paul Ferstl ihre jeweiligen Works on Progess vor, mit denen sie das “Canetti-Stipendium” bekommen habe.. Das geht über drei Jahre, so daß längere Projekte fertig gestellt werden können und beide Bücher beschäftigen sich mit der Zwischenkriegszeit.

Tana Paar habe ich, glaube ich, schon einmal bei den “O Tönen” gehört, sie hat zwei Bücher geschrieben, die “Unzertrennlichen” und die “Zitternde Welt” und ihr neues Projekt trägt den Titel “Der Scheitel der Frau” spielt im Jahr 1928 am kleinen Semmering.

Dort haben die Reichen und auch weniger Reichen ihre Sommerfrische verbriacht und Tanja Paars Großvater war dort Bahnhofvorstand und die Großmutter mit einer orthodoxen Jüdin befreundet. Darüber dreht sich das Buch von dem es offenbar nur das Kapitel gibt, das Tanja Paar gelesen hat. Sie hat sich dazu einen Bleistift mitgenommen und einiges angestrichen, was sie noch verändern will, beispielsweise zwei Namen, verraten daß in ihren Büchern immer eine Narbe vorkommt und, daß sie erst in der Recherchephase ist und das Buch von 1928 bis 1938 spielen soll und der mir bis jetzt eher unbekannte Paull Ferstl, der auch schon ein paar Bücher geschrieben hat, hat seinen Roman “Rostrot” im Februar 1934 in der Steiermark angesiedelt und da werden nach dem Februaraufstand zwei Buben von der Polizei festgenommen und gefoltert.

Intereressant, interessant, die Beschäftigung mit der Zeit vor hundert Jahren, wo man ja die Paralellen zur Jetztzeit ziehen könnte. Haben wir doch jetzt auch eine Verarmung und eine Inflation und die Schwarzen hetzen gegen die Roten, weil sich Andreas Babler, der neue SP- Chef Marxist genannt hat und das dann gleich wieder zurückgenommen hat.

Julia Danielcyk fragte nach den sprachlichen Vorbildern.Tanja Paar nannte Hermynia zur Mühlen und Vicki Baum. Paul Ferstl glaube ich noch Jura Soyfer, aber eigentlich hat er sich eher mit der Fantasy und der Science Fiction beschäftigt und ich würde die Bücher gerne lesen. Mal sehen, wann sie erscheinen werden.

Zwei poetische Tagebücher

Jetzt ist es sich doch ausgegangen zum fünften “Dichterloh-Abend” zu gehen, wo Ludwig Hartinger und E.A.Richter ihre letzten Gedichtbände vorstellten, die eigentlich verdichtete Tagebücher waren und auf der einen Seite die Beschäftigung mit der Natur, auf der anderen die Lockdownzeiten im eigenen Zimmer beschrieben.

Interessant, interessant, zuerst den 1952 in Saalfelden am steinernen Meer geborenen und jetzt wieder dort lebenden Übersetzer und Lektor des “Otto Müller Verlages” Ludwig Hartinger kennenzulernen, der offenbar Karin Peschka ins Publikum brachte und auch den Rudi, der neben mir gesessen ist, aber vielleicht ist der wegen den 1941 geborenen E. A. Richter gekommen, der einmal auf meinen Blog gestoßen ist und auch bei meinen Geburtstagfest gelesen hat.

Zwei interessante Dichter also und Ludwig Hartinger hat schon drei solche Tagebücher herausgebracht, das letzte vorgestellte heißt “leerzeichen” und da war vor allem das Gespräch interessant, denn der 1952 geborene, der sich auch als “Wortschmuggler” betrachtet, hat wirklich eine sehr poetische Sprache. Glatt und geschliffen, wie aus dem Lyriklexikon, könnte man so sagen und seine Gedichtzeilen scheinen beim Gehen entstanden zu sein. Das “Ich” und das autobiografische Erleben schaltet er dabei vollkommen aus.

Das ist zwar etwas, was ich nicht ganz nachvollziehen kann und auch nicht wirklich glaube. Der Dichter hat aber darauf bestanden und auch betont, daß in Trakls-Texten das Wort “Ich” nicht vorkommt, bei ihm offenbar schon, wie Michael Hammerschmid einwarf und E. A. Richters “Fernausdehnung” ist ab dem Dezember 2020 entstanden und offenbar der Pandemie geschuldet oder während Corona-Zeiten entstanden, etwas was mich ja auch sehr interessiert.

Da sitzt einer dichtend zu Hause und beschäftigt sich dabei mit Worten wie “Angstnoträume”, “Polizeierscheinungen” und “Querdenkereien”.

Dann ist er in eine Austellung gegangen und hat in acht Kapiteln aus acht Bildern einen Text geschrieben.

Die “Seestadt”, wo er wohnt, kommt vor und im Gespräch erwähnte er seine Beziehungen zu Leuten, die in fernen Kontinenten wohnen und daß es Personen gibt, denen er jeden Tag ein Mail schreibt.

So konnte man die pandemischen Zeiten offenbar auch benützen und seine Erfahrungen in und außerhalb der Lockdowns machen.

Sehr interessant dieses Lyrikfestival, von dem ich drei unterschiedliche Abende mitbekommen habe und mich trotz des gefüllten Büchertisches in nächster Zeit mit anderen, als mit lyrischen Texten bescäftigen, nämlich Ulirike Draesners dicken Roman, das ich auf meine Radfahrt mitnehmen werde.

Fiston Mwanza Mulijas und Paul-Henry Campells Dichterloh

Heute bin ich zurechtgekommen, mir zumindestens einen Teil des Filmes über Marina Zwetajewa anzusehen, wo mit schlecht lesbaren Untertiteln auf Russisch Gedichte deklamiert wurden.

Dann ging es in den Keller und Michael Hammerschmid stellte den 1982 in Boston geborenen und in Frankreich bzw. in Wien lebenden Paul-Henri Campell vor, dessen Gedichtband “innere organe” litaneiartig die Haut, die Leber, etcetera in dem Mittelpunkt stellt, nach Istanbul führte und Reaktorgedichte gab es auch.

Dann wurde es performanistisch, denn der 1981 in Lumbumbashi geborene und seit 2009 in Graz lebende Fiston Mwanza Mulija, den ich schon öfter hörte habe und sein “Tram 83”” gelesen habe, stellte sein zweisprachiges “Ritter-Buch”-“Kasala für meinen Kakju”/ “Kasala pour mon Kaku mit dem Musiker Patrick Dunst vor und rief seine Kasals, das ist, glaube ich, eine afrikanische Gedichtform, wo es auch über den Körper oder das Gebären der Mütter ging, durch den Raum.

Im anschließenden Gespräch ging es um die Frage der Kolonalisierung und, wie es dem im Kongo Geborenen mit der Herrschaftsprache Französich geht, in der er schreibt.

Es ging dann um Geister und Götter, die viele Namen tragen können und Michael Hammerschmid, sowie das Publikum waren begeistert und es gab jubelnden Applaus und am Montag gibt es noch einen Dichterloh-Abend, wo E. A. Richter auftreten wird und ich gespannt bin, ob ich es schaffen werde, hinzugehen?

Leicht chaotischer Franz Schuh Abend

Als ich mir nach Ostern die Veranstaltungsprogramme durchgesehen habe, bin ich auf den doppelten Franz Schuh Abend in der “Alte Schmiede” gestoßen. Am Mittwoch und am Donnerstag und begann schon um sechs, wo ich eine Stunde hatte. Also ins Literaturhaus flüchten, wo es die übliche sieben Uhr Veranstaltung gab und einen Franz Schuh Abend hat es schon im vorigen Jahr gegeben. Das war kurz nach dem Wegfall der Maskenpflicht und es war sehr voll.

Franz Koglmann hat die Musik gemacht und dann fiel die fünf Uhr Stunde aus und ich konnte los in die Musikbibbliothek in die Bartensteingasse. Denn da ist die Veranstaltung habe ich im Programm gelesen und heute morgen wurde die Veranstaltung auch im “Leporello” vorgestellt.

Dann ging ich nach einen hektischen Tag, viele Stunden, viele Anrufe und Terminverschiebungen, wo ich erst um vier zum Essen kam in die Barteinsteingasse, weil ich das im Programm so angekündgt stehen sah, wo ich schon lange nicht war und nichts, die Tür verschlossen, und keiner der hineinwollte.

Also doch in die “Alte Schmiede” und wenn da auch nichts ist, ins Literaturhaus und in der “Alten Schmiede” war auch was, als ich um halb sieben hingekommen bin und natürlich sehr voll, so daß ich mir den livestream, den es ja eigentlich sonst nicht gibt, im Schmiedesaal ansehen konnte und die Bartensteingasse mit Franz Koglmann kommt erst morgen an die Reihe.

Da bin ich aber in Krems und so habe ich wahrscheinlich die Einleitung von Walter Famler versäumt und konnte gerade Thomas Macho hören der in seinem Vortrag zum Thema “Hegel lacht” etwas über Totenköpfen erzählte.

Dann kam Franz Josef Czernin und sprach über den Realisimus. Richtig, ich würde ja den Philosophen und “Wespennest-Mitbegründer” Franz Schuhs auch al eher realistischen Autor einordnen. Franz Josef Czernin ist das eher nicht so sehr und der letzte Referent vor der Pause war der Organisator Bernhard Kraller, der über Franz Schuhs Kriegstexte referierte. Da gab es einmal einen über Israel und vor einem Jahr einen über den Angriffskrieg zur Ukraine und da ging es mir ähnlich wie bei dem zweiten Leipziger Buchpreis-Sachbuch, das ich gerade ausgelesen habe. Die Linken außer die KPÖ vielleicht sind für Waffenlieferungen, die sogenannten Schwurbler sind die, die den Frieden wollen und wenn man “Waffenlieferung stoppen!”, postet dann wird das als “magisch” gedeutet.

Unrealistisch? Ja, natürlich, den Krieg wird das nicht beenden. Aber die Waffen vielleicht oder sicher töten und dann kam eine Pause, wo ich ein paar Prominente, wie den Peter Rosei sah. Die Meisten waren ja im Keller unten und herausfand, welches Klo man benützen konnte und dann kam Agnes Palmsiano und sang begleitet von Andreas Teufel Wienerlieder mit Franz Schuh Texten.

Etwas ungewöhnlich, wie die Sängerin sagte, die ich schon einmal bei einen WGPV-Treffen in einem Heurigen hörte, wie die Sängerin einleitete und am Schluß diskutierte Konrad Paul Liessmann mit Franz Schuh über Hegel, Nietzsche, Canetti und noch viel mehr.

“Ich bin kein Philosoph!”, betonte der 1947 Geborene und kam von Hunderste ins Tausenste und morgen geht es, wie schon erwähnt, in der Bartensteingasse mit Franz Schuh gelesen und vertont, weiter und man kann auch, wenn man das nicht hören will und nicht nach Krems zur “Liiteratur und Wein” fahren will, auch ins Konzerthaus zu Agnes Palmisamo gehen, die herzlich dazu einlud. Aber da winkte Walter Famler programgemäß ab.

Ein Unterhaltungsroman als Grundbuch?

Wieder eine Grundbuchreiheveranstaltung und da hat mich das vorgestellte Buch, “Desiree” der 1914 geborenen Annemarie Selinko sehr erstaunt, ist das doch ein Frauen und Liebesroman, der da von Klaus Kastberger und Kurt Neumann in den Grundbuchkanon gerückt wurde und habe mich auch gefragt, warum nicht vielleicht “Morgen ist alles besser”v dafür ausgewählt wurde, was ich für den besten der drei vorher geschriebene Romane halten würde und Annemarie Selinko, die 1986 in Kopenhagen gestorben ist, gehört sicher in die Grundbuchreihe oder als eine der emanzipierten Autorinnen, die die wilden Neunzehnzwanziger mit ihrer Liiteratur bereichert haben und davon habe ich durch Evelyne Polt-Heinzls “Zeitlos” erfahren und dann die Bücher “Ich war ein häßliches Mädchen”, “Morgen wird alles besser” und “Heute heiratet mein Mann” in den Bücherschränken gefunden und begierig gelesen und “Desiree”, da plaudere ich wieder einmal auf der Schule oder aus meinem Leben, habe ich doch in meiner Hauptschulzeit sehr für den großen Napoleon geschwärmt, wahrscheinlich als Komepnsation meiner Schüchterheit heraus und da ist mir der Roman sicher in die Finger gekommen, obwohl ich ihn in meinen Bücherkatalog nicht finde und mich eigentlich an die vorgelesenen Stellen, die wirklich sehr beeindrucksvoll waren, nicht erinnern konnte.

Vielleicht habe ich auch nur den Film gesehen, wo Marlon Brando, glaube ich, den Naoleon spielte und heute in Wien und gestern in Linz haben sich Klaus Kastberger,n Kurt Neumann, der wieder gesudet ist, Vea Kaiser und Christa Gürtler mit dem Buch beschäftigt und wenn ich vorher dachte “Desiree” gehört hier nicht hierher, das ist ja ein Unterhaltungsroman, dann habe ich mich wieder mal geirrt.

Denn man muß natürlich die Biografie der Autorin einbeziehen und der Roman, der gleich ein Bestseller wurde ist 1951, sowohl bei “Albert Lange”, dem Exilverlag, als auch bei “KiWi” erschienen, denn die Autorin musste ja 1938 Österreich verlassen und ist ihrem Ehemann nach Dänemark gefolgt und hat einen Teil ihrer Familie in Auschwitz verloren und das Buch auch ihre Schwester Lieselotte gewidmet.

Und Eugenie Desiree Clarys war die Verlobte Napoleons, als er noch nicht aufgestiegen war, er hat sie dann wegen Josephine de Beauharnais verlassen und später auch eine Habsburgtochter geheiratet und Desiree einen General, der später schwedischer König wurde und sie die Königin.

So weit, so what und daran knüpft sich jetzt die Frage, wie weit diese Desiree der realen Desiree entspricht?

Wahrscheinlich nicht sehr. Denn der erste Satz den Buches, den Vea Kaiser sehr begeistert vortrug lautet ja “Ich glaube eine Frau kann viel leichter bei einem Mann etwas erreichen, wenn sie einen runden Busen hat”, den Vea Kaiser als den schönsten ersten Satz bezeichnete und den hat die vierzehnjährige Eugenie in ihr Tagebuch geschrieben, das sie von ihrem Vater zum Geburtstag bekommen hat.

Dann lernt sie Napoleon kennen, rennt mit ihm durch den Garten und antwortet ihm, als er ihr verrät, daß er Weltgeschichte machen will, daß sie das auch vorhat. So geht es weiter, wahrscheinlich durch das ganze Buch und auf jeden Fall durch die Stellen, die Vea Kaiser vorgetragen hat.

Spannend auch, daß sie sich von Josephine schminken läßt und dabei von Napoleons Scheitern in Russland in einer Zeitschrift liest. Hunderttausend Soldaten gefallen, aber dem Kaiser geht es gut und wie geht es weiter, Madame?

Humor und Ironie, Kalkül und konstruiert, das wurde dann von den vieren diskutiert und auch darüber geredet, wieso das Buch so erfolgreich werden konnte?

Eine Mllionenauflage und was eigentlich sehr selten ist, wurde auch gefragt, wer das Buch im Publikum gelesen hat und recht viel haben aufgezeigt. Wahrscheinlich Frauen, denn neunzig Prozent der Leser sind wahrscheinlich solche und damit wurde wahrscheinlich auch, wie die zwei Herren vermuteten, der zweite Weltkrieg verarbeitet, wo ja auch sehr viele Männer ihr Leben in Stalingrad lassen mußten und heute füge ich dazu, gerade ihres in der Ukraine verlieren.

Inzwischen sind, was ich nicht wusste, die drei früheren Bücher bei “Milena” erschienen und Dine Petrik, die ich ja gestern im Literaturhaus vermißt habe, war auch im Publikum und hat von ihren Leseeindrucken berichtet.

Metallhase und grüne Hydra

Wieder in die “Alte Schmiede” und da gab es zwei Buchvorstellungen mit vielen Bekannten. Julia Danielcyck war da, der “Ritter-Lektor” Paul Pechmann, die Ilse Kilic, Birgit Schwaner, Marion Steinfellner, Angelika Kaufmann, etc.

Gelesen haben, moderiert von Annalena Stabauer, Herbert J. Wimmer und Lisa Spalt, die letzte “Veza Canetti-Preisträgerin” und beide GAV-Autoren kenne ich schon lange.

Herbert J Wimmer seit der Zeit als er noch die “Textvorstellungen” im zweiten Stock im Hof der “AS” moderierte und war auch bei vielen seiner Buchvorstellungen.

Lisa Spalt auch noch von der Zeit, als sie noch nicht so berühmt war, sondern bei xx-small ihre Bücher vorstellte und beide Bücher der “metallhasenalltg”, des 1951 in Melk geborenen Herber J. Wimmer, der auch der Lebensgefährte von Elfriede Gerstl , war und die “Grüne Hydra von Calembour”der 1970 in Hohenems geborenen Lisa Spalt, sind sehr e2xperimentell.

Der “metallhasenalltag” im “Sonderzahl-Verlag erschienen, hat die Gattungsbezeichnung “short stories”.

Sind aber keine wie Annalena Stabauer in ihrer Einleitung erklärte, sondern eine experimentelle Textsammlung, die “Madeleines” enthält und “Labyrithe”, das sind Zitate von Texten von Autoren wie Andreas Okopenko, Lisa Spalt, Elfriede Gerstl, ect und das Buch ist offenbar auch eine Art Lexikonroman und der “metallhase”, beziehungsweise sein Alltag, zieht durch das Buch.

Annaena Stabauer deutete den “metallhasen”, ich habe da an das DurcaellHäschen gedacht, als die Verbindung zwischen dem Toten und dem Lebendigen. Herbert j. Wimmer meinte aber, daß er im Jahr des Hasens geboren ist und der also eine Art Alter Ego ist.

Er las sich, was zum “Lexikonroman” passt, quer durch das Buch. Dann gab es eine Pause und dann war Lisa Spalt an der Reihe und da wurde es noch experimenteller und ich muß auch zugeben, daß ich nicht sehr viel davon verstanden habe, obwohl es Annalena Stabauer in ihrer Einleitung erklärte.

Es geht um den Markt und ist offenbar eine Art Kapitalismuskritik. Eine positive Verschwörungtheorie erklärte Lisa Spalt später und es begann mit einer Filmvorführung. Dann wurde ein Pferd projeziert obwohl lisa Spalt betonte, das ein solcher in dem Buch keine Rolle spielt.

Es geht um die grüne Hydra und um Flöhe und von Callembour ging es über den Kahlenberg zu den Kalauern und am Schluß gab es noch zwei oder drei Sorten grüne Liköre zum Verkosten und Annalena Stabauer schloß die Lesung mit den Worten, daß man da jetzt sehr viel Interessantes aber nicht sehr viel aus dem Buch gehört hat.

Also lesen, lesen, lesen und einen Büchertisch gab es auch. Aber ich lese jetzt ja die “Leipziger-Buchpreis Bücher” und habe diese Woche auch noch etwas Literarisches vor.

Hanno Millesis und Thomas Stangls Erzählungen

Nach fast drei Wochen Veranstaltungspause, richtig beim Musikprogrmm bin ich vorige Woche in der “AS” gewesen, aber sonst war ich live das letzte Mal bei Oswald Wieners Grundbuch dort und ein paar Veranstaltungen habe ich, weil ich jetzt ja viel in Harland war, oder Stunden hatte, gestreamt.

Also heute wieder eine literarische Veranstaltung. Johannes Tröndl hat moderiert und beide Autoren, die dem österreichischen Mittelfeld angehören, würde ich schätzen und beide schon für den Öst nominiert wurden, kenne ich sehr gut.

Von Hanno Millesi den ich bei Ernst Kostals “Wahnsinnssymposium” kennengelernt habe, bin ich sogar würde ich sagen, eine Fanin, habe einige Bücher von ihm gelesen und war auch bei einigen Veranstaltungen.

Bei dem ebenfalls 1966 geborenen Thomas Stangl ist das ebenso, der hat den ersten “Alpha” gewonnen und ist wie Hanno Millesi ein sehr interessanter Autor und jetzt haben beide Erzählbände geschrieben.

Kürzesterzählungen Thomas Stangl. Hanno Millesi eine längere “Der junge Mann und das Meer” und daraus hat er einige Stellen gelesen und da irrt ein junger Mann in einer Stadt, die am Meer liegt herum. Läßt sich von seiner Zimmervermieterin eine Liste von Sehenswürdigkeiten geben, die in keinen Reiseführer stehen. Landet da am Hafen und bekommt von einem Fischer einen Tintenfisch geschenkt. Der ist dann offenbar recht lebendig und mit dem irrt er dann weiter durch die Stadt, geht ins Heeresgeschichtliche Museum, etcetera.

Thomas Stangl bei “Droschl” erschiene “Diverse Wunder” trägt den Untertitel “Ein paar Handvoll sehr kurzer Geschichten”.

Achtzig sind es, glaube ich und Thomas Stangl nannte sie auch manchmal Romane, die aus nur einen Satz bestehen und erzählte im Gespräch, daß er damit das Absurde ins Ernste und auch das Ernste im Absurde zeigen wollte und das Ganze scheint auch in einem Zusammenhang zu stehen.

So tauchen immer wieder dieselben Personen auf. Tiere spiele eine Rolle. Es gibt einen Schattenpriester, einen Hundemaler, eine Akrobatin, etcetera und das Ganze ist, wie schon erwähnt sehr absurd und offenbar auch sehr lustig.

Jedenfalls gab es viel Gelächter im Publikjum und da ist interessant, daß ich neben Henike Blum und vor Daniela Strigl gesessen bin und jetzt bin ich gespannt, ob ich die beiden Bücher einmal lesen werde und ob sie auf der Öst oder vielleicht auch auf anderen Listen stehen.

Das siebenundachtzigste Grundbuch nach 1945

Die Grundbuchreihe in der “Alten Schmiede”, die dann auch nach Linz ins Stifterhaus und ins Literaturhaus Graz wandert, gibt es seit 2001. Ene Idee von Kurt Neumann wahrscheinlich, der da mit Klaus Kastberger auftritt und jeweils ein Buch besprechen, jemand, wenn möglich den Autor lesen lassen, dann darüber zuerst referien und dann diskutierten.

Und heute, was eigentlich schon geschehen hätte müssen, Oswald Wieners “verbesserung von mitteleuropa, ein Kultroman der Avantgarde, des 1935 in Wien geborenen, der mit Konrad Bayer, Gerhard Rühm, H.C. Artmann und Friedrich Achleitner der “Wiener Gruppe”, 1969 bei “Rowohlt” erschienen.

Und die “Alte Schmiede” war, als ich in den Saal gekommen bin, sehr voll. Se haben auch in den “Schmiede-Raum” übertragen. Trotzdem bin ich an Gerhard Jaschke vorbeigegangen und ich habe auch einen Platz gefunden. Wiener-Experten, hat Klaus Kastberger begrüßt und Kurt Neumann kranheitshalber entschuldigt und dann erklärt, daß das Buch in den Sechzigerjahren auf Wunsch des Autors auf schlechten Papier erschienen ist und hat ein bisschen was über den Roman erzählt, der natürlich keiner ist und, was ich mir auch dachte eigentlich keines zum Lesen, sondern zum Weiterdenken ist und das hat Ferdinand Schmatz, der den Text gelesen und kommentiert hat, und bei seinem Vortrag auch getan.

Es gibt Apendixe, ein nicht endendes Vorwort und Anspielungen auf die damalige Autorenschaft und Oswald Wiener hat viele Autoren, wie beispielsweise Rolf Schwendter zitiert, hat sich selbst als den “Super Ossi “in dem Buch auch zitiert und sich an Wittgenstein abgearbeitet.

Er hat sich aber auch mit der künstlichen Intelligenz beschäftigt und ist daher weniger als Autor behandelt worden und hat sich selbst auch nicht als solcher gesehen. Er hat auch keine Lesungen abgehalten, was im Publikum dann dementiert wurde. Kleine Lesungen vor fünf oder sechs Personen hat es in der Wohnung des Autors schon gegeben.

Aber zuerst hat Thomas Eder sein Referat über das Buch gehalten, sich mit der Sprachkritik, aber auch dem Dandytum, der KI und vielen anderen beschäftigt. Dann gabs die Diskussion, wo auch die Witwe, des 2021 verstorbenen teilnahm. Bas Buch wurde inzwischen bei “Jung und Jung” neu aufgelegt.

Die Wiener-Experten im Publkum haben ihre Erfahrungen mit dem Wiener Gruuppen-Mitglied beigesteuert und morgen könnte man nach Linz und dann auch noch nach graz fahren, hat Klaus Kastberger aufgefordert.

“Sie werden etwas anderes hören!”

Aber das ist zu weit und außerdem muß ich morgen meine “Ohrenschmaus-Laudatio” halten.

Hörstück von Amir Gudarzi, Nika Judith Pfeifer und Bruno Pisek

Mit dem Hörspielfestival geht es gleich weiter, da habe ich jetzt ja einige Abende versäumt und bin erst wieder zu dem live Hörstück von Amir Gudarzi, Nika Judith Pfeifer und Bruno Pisek zum Thema “Umformen. Grenzen. Umspielen. Drei. Keine. Einheit” zurechtgekommen, das im Rahmen von “mit Sprache WIR, INKLUSiV. EXKLUSIV” schon in Graz uraufgeführt wurde.

Bruno Pisek ist mit einer Sprecherin vorne an den Lesepulten gesessen, die beiden anderen Autoren im hinteren Raum verteilt. Annalena Stabauer hat begrüßt und zu den Hörstück einiges gesagt und dann ist es loisgegangen mit einem alten englischen Sprachkurs, mit Vogelstimmen, Musikeinlagen und den Grenzziehungen, die man erlebt, wenn man als Iraner in Wien oder woanders unterwegs ist. Um Vergebung wurde auch gebetet, Vergebung, Wolkenkuckusheim, Portugal, Lybien, etecerta und im Anschluß befragte Annalena Stabauer mit einem schicken Mützchen, wie das Sprachstück entstanden ist. Da haben sich die Autoren im Dezember getroffen und jeder einen Text geschrieben, der dann ineinander verwoben wurde.

Interessant, interessant und nachher gab es wieder Wein, Quiche und was zum Knabbern.

Kurt Neumann war da und ein paar Hörspielredakteure oder Autoren. Mit Bruno Pisek habe ich mich sehr nett unterhalten und Nika Judith Pfeifer erklärt, daß ich nicht viel davon verstanden habe. Bruno Pisek hat mir das nicht ganz geglaubt und ich habe auch an meinen “Ukraine-Blues” dabei gedacht, mit dem ich wieder ziemlich feststecke. aber vielleicht kann mir der experimentelle Touch ein wenig helfen, wieder herauszukommen.

Lautpoesie

In der “AS” findet derzeit wieder das “Hör!Spiel-Festival” statt, da war ich ja vor drei Jahren am Sonntag Nachmittag, um den Frauentag das letzte Mal vor der zweijährigen Corona-Pause.

Habe dann vielleicht ein bißchen gestreamt, aber jetzt ist alles wieder normal. Die Zahlen steigen zwar wieder, die Leute um mich herum haben alle Corona. Aber die Pandemie ist zum Glück für beendet erklärt worden und so habe ich Jörg Piringer wieder in der “AS” gehört, Andres Pavlic gesehen und der 1974 geborene Digitalautor hat in der Reihe “Dichter hört Dichterin”, die 1924 geborene Lily Greenhorn vorgestellt, die in Dänemark aufgewachsen ist, 1953 in Wien Musik studierte und sich der Lautpoesie gewidmet hat.

Gerhard Rühm hat das auch gemacht und dessen Werke hat sie auch performt. Gerhard Jaschke hat sie in den Achztigerjahren in die “AS” eingeladen und ihre Werke im “Freibord” vorgestellt.

Jörg Piringer brachte Soundbeispiele und dann nach der Pause Anna Lena Stabauer hat wieder moderiert, kamen die in Hannover lebende Elke Schipper, die mit dem Schlagzeuger Michael Griener perfomierte und brachte Lautpoesie zu verschiedenen Themen, die ihre Gefühle ausdrückten oder auch das zeigten, was man in einem französischen Restaurant als Stimmengewirr erkennen kann.

Interessant interessant und sehr ungewöhnlich, die elegant gekleidete ältere Dame da performen zu sehen.

Sie ist glaube ich auch Musikprofessorin und morgen geht es weiter mit der Lautpoesie.

Da ist dann Heike Fiedler dran, die über Franz Mon referieren wird, den hat Elke Schipper schon ein bißchen eingeschmuggelt und Heike Fiedler war auch schon da und hat auch, wie sie Anna Lena Stabauer erklärte, ihr Hotelzimmer umgestellt, weil sie einen Schreibtisch brauchte, der offenbar dort nicht vorhanden war.