Wilde Worte statt Marlene Streeruwitz

Peter Iwaniewicz

Peter Iwaniewicz

Der zweite  Montag im Monat ist ja den “Wilden Worten” gewidmet und wir gehen da auch ziemlich regelmäßig hin. Für heute hatte ich aber die “Alte Schmiede” geplant, da dort in der Reihe “Dichterin liest Dichterin”, Marlene Streeruwitz die 2007 verstorbene Marianne Fritz lesen und dokumentieren sollte und beide Dichterinnen sind ja interessant.

Marianne Fritz, als “singuläre Einzelstimme”, wie sie von Elfriede Jelinek bezeichnet wurde. mit ihren “Schwerkraft der Verhältnisse”, dem Ürojekt “Dessen Sprache du nicht verstehst”, bis hin zum “Fritzpunkt”, wo es ja eine Zeitlang Veranstaltungen gab und dem “Marianne Fritz-Park”, den es seit 2014 gibt und von Marlene Streeruwitz habe ich ja auch sehr viel, fast alles gelesen, zuletzt ihre “Flammenwand” die ja zu Beginn des Jahres prominent vorgestellt wurde.

Also hingegangen, mit dem Alfred ausgemacht, der ja nicht so ein Streeruwitz-Fan ist und stattdessen lieber zu den “Wilden Worten” geht, daß er mich um acht Uhr abholt und als ich die Schnölaterngasse erreichte, sah ich Ottwald John mit Claudia Karolyi, die am Donnerstag beim “Dichtfest” gelesen hat, vor dem Eingang stehen.

“Hast du schon gehört?”, sprach er mich an und wies mich darauf hin, daß die Veranstaltung ausfällt, weil Marlene Streeuwitz, glaube ich, krank geworden ist.

Für solche Fälle habe ich mich ja einmal in den Mailverteiler die “AS” eintragen lassen, aber jetzt ist keine entsprechende Verständigung gekommen. Es sind aber, da ich noch eine Weile mit dem Beiden vor dem Eingang gestanden bin und mich von Ottwald John unterhalten ließ, nur zwei oder drei Leute gekommen, die zu der Veranstaltung wollten, also hat offenbar doch eine Verständnigung stattgefunden.

Ottwald John hat mich noch eingeladen ins Cafe Hawelka mitzukommen, ich war aber mit dem Alfred verabredet und auf dem Heimweg ist mir eingefallen, daß es sich doch noch zu den “Wilden Worten” ausgehen könnte, obwohl mir der Name Peter Iwaniewicz, der im Programm stand, nichts sagte.

Macht aber nichts, erlebte ich diesbezüglich schon öfter Überraschungen, diesmal auch, obwohl der Kontrast zwischen Marlene Streeruwitz und Marianne Fritz ein ziemlich großer ist, denn Peter Iwaniewicz ist ein Biologe und dann noch einer, der schon seit fünfundzwanzig Jahre eine Kolumne im “Falter” hat, wo er über Tiere schreibt, so daß ihm die LeuteMehlpakte mit schwarzen Punkten zur Begutachtung schickten und sich Doris Knecht bei ihm beklagte, daß zu ihrem Vogelhäuschen keine Vögel kommen und hat jetzt bei “Kremayr und Scheriau” ein Buch mit seinen Kolumnen unter den Titel “Menschen, Tere und andere Dramen”, herausgebracht, das er im Amerlinghaus vorstellte.

Peter Iwaniewicz

Peter Iwaniewicz

Ich hätte das Programm  vielleicht doch besser anschauen sollen, denn Tierbücher interessieren mich ungefähr, soviel wie Fußball, obwohl ich schon zweimal beim “Katzenfasching” des “Wiener Lesetheaters” gelesen habe und die Veranstaltung  war relativ wenig besucht.

“Mehr Bücher am Büchertisch, wie Besucher!”, wie Richard Weihs launig feststellte. Er begann auch mit der Feststellung, daß sich soviele Leute vor Spinnen fürchten, obwohl die, die es in Österreich gibt, nicht gefährlich sind und sich die Spinnenphobiker  ihre Punkte an den Armen, die sie für Spinnenbisse halten, vom Autor begutachten lassen.

Die erste Kolumne, die Peter Iwaniewicz las, bschäftigte sich auch mit der Frage, wie er zu seinem Biologiestudium gekommen ist? Das hörte sich dann ungefähr, wie die Beschreibungen von Joachim Meyerhoff von seinem Schauspielunterricht an, dann gab es, dem Rahmen angepasst noch einige mehr oder weniger wilde Texte, die von Giraffen und Vogelspinnen in den Yuccapalmen berichteten, die zu Polizeieinsätzen führten, handelten.

Nicht besonders literarisch, würde ich unken. Dafür habe ich mir jetzt doch die entsprechenden Worte für den “Siebenten Nanowrimo” als Wunschgedicht gewünscht, nämlich “Nachtcafe, Kurz nach fünf”, “Fräulein No”, “Schauspielschülerin” und “Obdachlose”, bin gespannt und habe dem Gedicht gelauscht das sich Susanne Toth,das letzte Mal wünschte, als Christl Greller die Gästin war und die wird das nächste Mal am dreizehnten Jänner lesen, wo es wahrscheinlich literarischer  wird.

Der Trost runder Dinge

Buch acht des öst Bp und das vierte Shortlistbuch, der Erzählband des 1982 in Graz geborenen literarischen Shootingsstar, der immer skurriler wird.

Ich habe seinen Werdegang ziemlich vom Anfang an verfolgt, habe “Söhne und Planeten” gelesen, was mir eigentlich auch schon sehr kompliziert konstruiert erschienen ist. Die Skurrilität war dann schon ein bißchen im “Mahlstädterkind”, wofür er den “Leipziger Buchpreis” bekommen hat zu merken. Von den Romanen habe ich außer dem Erstlings nur das deutsche Buchpreisbuch von 2015, den Monsterroman “Stunde zwischen Frau und Gitarre” gelesen, der mir eigentlich sehr gut gefallen hat.

Den Erzählband hat Setz schon bei den O-Tönen vorgestellt, da habe ich eigentlich nicht so viel damit anfangen können. Jetzt denke ich, daß ich wahrscheinlich kein Setz-Erzähltyp bin, will ich es ja eigentlich realistischer und so kann ich mit den Geschichten, wo einer zu einem Schriftstellerkongreß nach Kanada fliegen will, wo auch und das ist interessant “Norbert Gstrein”, der “Buchpreisträger”, neben dem Setz, wie er auf der Buch-Wien sagte, eigentlich sitzen hätte sollen, aber krank gewesen ist, teilnehmen sollte. Der Flug geht aber nicht und nicht ab, so verzichtet er geht nach Haus und findet dann seine Wohnung bevölkert mit hunderten Gestalten, die von seiner Frau liebevoll gepflegt werden.

Das ist mir zu skurill, wie auch die Geschichte von dem “Alten Haus”, das sich einer, der sich Peter Ulrichsdorfer oder Ulrichdorfer nennt und meint früher dort gewohnt zu haben, anschauen will, dann aber von der Familie mit einer ähnlich skurrillen Geschichte hinauskomplmentiert wird.

Der nächste Ich-Erzähler fliegt dann mit einem “Or” nach Norwegen und erlebt auch sehr viel dabei.

Dann kommt passend zu den “Erich-Fried-Tagen” auf dem ich das Buch vorwiegend las, eine Angstgeschichte. Da geht es um Herrn Zweigl und seine Söhne. Der hat Panikattacken und lebt sie auch intensiv aus. Besonders interessant war da für mich die Stelle, daß es ja einen Tag im Jahr gibt, an dem man irgendwann einmal sterben wird und man weiß es nicht. Das hat mein schriftstellerische Neugier geweckt und ich habe gedacht, das würde ich gerne wissen, welcher Tag das ist, aber das bekommt man wohl auch mit der größten Angst nicht heraus, ganz im Gegenteil.

Die nächsten zwei Geschichten sind wieder etwas schwierig zu verstehen. Das heißt, vorher gibt es noch die ganz kurze, die auch bei der “Buchpreisverleihung” gelesen wurde, nämlich die, wo ein Mann vor einem Salamander steht und beide fragen sich, ob der andere nicht vielleicht tot ist?

Auf Einfälle muß man erst kommen. Clemens J. Setz scheint da ein Meister zu sein und während manche Geschichten eher schwer zu lesen ist und mich nicht in ihren Bann ziehen konnten.

Beim “Schulfoto” war das anders, die ist zwar auch sehr skurril, regt aber  zum Nachdenken an und ist in vielleicht anderer Form gar nicht sosehr von der Wirklichkeit entfernt.

Wird da ja ein Mann in die Schule seiner Tochter zur Frau Direktor zitiert, weil er sich geweigert hat, das Schulfoto zu kaufen. Warum hat er das getan? Weil da ein Kind darauf zu sehen ist, das nur leben kann, weil es von einem Automaten begleitet oder in ihn gesteckt wird. Das kommt nicht so ganz heraus, scheint jedenfalls skurriller zu sein, als wenn ein Spastiker in einer Integrationsklasse sitzt.

Aber dazu fällt mir ein, daß sich, als ich eine junge Studentin war und für den Herrn Novak um Opernkarten anstellte, da die Empörung über Erwin Rngel zu hören bekam, der im Rollstuhl auf die Opernbühne kam, um dort Vorträge zu halten und ich kann mir auch vorstellen, daß es Unterschriftenaktionen gibt, wenn ein behindertes Kind in eine Klasse aufgenommen werden soll.

Auf der anderen Seite gibt es wieder die Frage, was alles medizinisch möglich sein soll, so gibt es ja auch Geschichen, daß klinisch tote Mütter künstlich am Leben erhalten werden, damit sich das Kind in ihrem Bauch entwickeln kann und die Großmütter dazu angehalten werden, den zu streicheln.

Natürlich kann man sich fragen, wieso die Eltern dann nichts dagegen haben, daß ihre Kinder mit diesem Kind in die Klasse zu gehen und sich nur weigern das Foto zu kaufen, was man aber wieder psychologisch interpretieren kann.

Auch sehr spannend ist die Beziehung eines Schulwartes zu einer blinden Frau, deren Wohnung bis oben hin voll mit Obzönitäten beschrieben ist und ein bißchen makaber, man kann es sich aber auch wieder sozialkritisch deuten, die wo eine Frau einen Begleitservice bestellt und von dem sie besuchenden Mann möchte, daß er sie in dem Zimmer, wo ihr Sohn im Koma liegt, vögelt.

Ebenfalls beeindruckend war für mich “Frau Triegler”. Da wird eine Krankenschwester, die sehr einfühlsam in einer Schule mit den Kindern umgeht, plötzlich entlassen, weil die Schule sparen will und sie entführt dnn einen Schüler. Man sieht denke ich Clemens J. Setz Sozialanliegen, das er dann sehr skurril und einzigartig umzusetzen versteht.

Ums “Christkind” geht es dann zur Jahreszeit passend auch. Da soll ein Weihnachtshasser für ein krankes Kind Signale ausetzen.

In “Suzy” gehen ein paar sechszehnjährige Schüler in eine Bar und bevor sie hinausgeschmissen werden, schreibt einer im Klo seine Telefonnummer und den Namen “Suzy” an die Wand. Die Anrufe folgen, er gibt sich als den zehnjährigen Sohn der Dame aus, sagt er darf während sie arbeitet sein Zimmer nicht verlassen und daneben läuft die Schule und der Schulwochen der Schwester ganz gewöhnlich ab.

Ein paar sehr packende und ungewöhnlich kombinierte Geschichten in dem Band, ein paar sind das, wie schon beschrieben weniger, dennoch würde ich das Buch in dem öst Ranking, das bald erfolgen wird, eher höher reihen, vor dem Preisträgerbuch kann ich schon flüstern und wenn Clemens J. Setz das lesen sollte und ihm das ein Trost sein sollte, sofern er sich auf der Buch Wien und auch schon vorher geärgert hat, wird mich das freuen.

Im Buchquartier

Das “Buchquartier”, der Markt der “Indepedent & Kleinverlage”, wie im Programmfolder steht, gibt es im Museumsquartier Anfang Dezember schon seit einigen Jahren.

So richtig bin ich erst im letzten Jahr hingegangen, vorher eher, wenn überhaupt durch, obwohl ich mich ja, wie ich immer schreibe, sehr auch für das Abseits des Literaturbetriebs interessiere und das “Buchquarter” findet im MQ in der Ovalhalle, wo es am Montag die “Ohrenschmaus-Preisverleihung” gab, sowie im Areal der “Komischen Künste”, die ja, glaube ich, die Mitveranstalter sind, statt und der “Holzbaum-Verlag”, aus dem ja die “Komischen Künste” bestehen, war, glaube ich, so ziemlich der erste, der mir Rezensionsexemplare anbot und schickt mir auch immer seine Produktionen, obwohl die Cartoons ja eigentlich nicht mein Hauptgebiet sind und ich mich eher für das Literarische interessiere, habe ich sehr viel von dem Verlag gelesen und auch jetzt, wo ich mich ja wegen meines Buchpreislesestaus beim Bestellen ein wenig zurückhalte, warten im Jänner  noch fünf oder sechs Publikationen auf mich, wovon ich mir auf der Messe einen kleinen Vorgeschmack holen könnte, jedenfalls per Katalog, denn einige der Präsentationen finden erst morgen statt und da sind wir ja im Gasthaus Ambichl in St. Georgen und feiern dort den achtzigsten Geburtstag des Onkel Franz.

Von elf bis neunzehn Uhr findet die Messe statt und ich bin so ein bißchen nach elf hingekommen, habe erst die Halle abgeschlendert und mich dann in den Saal gesetzt, wo die erste Lesung gerade vorbei war.

Didi Sommer moderierte in seiner bekannt launigen Art und wurde später wieder von Diana Köhle, die ja im Literaturhaus, die Slams moderiert, abgelöst und nach dem Kriegsroman, den ich versäumte, kamen  gleich die Juwelen der Kaiserin Sisi und die Erklärung, warum die sich nur ungern fotografieren ließ.

Dann gings zu der Reihe “Fünfzig Jahre revolutionärer Weg”, weil ja einige der sich beteiligten Verlage diese Richtung haben und eher theoretisch sind.

Es ist aber auch ein bißchen die Messe der Selfpublisher zumindestens trat dann eine junge Frau auf, die Lebensläufe von Frauen, die ausgestiegen und sich selbstständig machten, gesammelt hat und sie bei “BoD” herausgab und ein paar der Bücher auch gratis auflegte, so daß ich mir eines mitnehmen konnte.

Eine in der Ukraine geborene Frau, die Reise- und Kochbücher schreibt, stellte die “Zarenküche” vor, ein Buch das sich zwar noch in der Druckerei befand, so daß man die Geschenke, die sie beim Kauf des Buches versprach nur für die “Tatarenküche” haben konnte und dann kam Helwig Brunner, den ich ja von Veranstaltungen und als Herausgeber der “Keiper-Lyrikreihe” kenne und von dem ist jetzt ein dreisprachiger Band nämlich deutsch slowenisch ungarisch entstanden, weil er ja im Grenzland, nämlich in der Steiermar lebt.

Man sieht die Bandbreite des Gebotenen ist reich, manches sehr interessant, manches weniger. Es gab neben der Lteratur und den Kochbüchern auch die Krimischiene, die vor allem die “Heftinger Edition” mit gleich zwei Lesungen bestritt.

Dann kam die “Edition Exil”, wo ich ja erst gestern im Literaturhaus bei den Preisverleihungen war. Jetzt gabs eine etwas ausführlichere Präsentation der Anthologie. So hat auch der in Damaskus geborene Lyrikpreisträger sein Gedicht gelesen und die gestern verhinderte Lydia Steinbacher hat ihren Preis entgegengenommen. dann gabs eine Auktion zu gunsten der Ute Bock-Stifung und zwar konnte man Werke der “Komischen Künste”, darunter etwas von Oliver Ottitsch, der ja, glaube ich, eines der ersten “Holzbuaum-Bücher” war, die ich gelesen habe, ersteigern.

Eine Kunsthistorikerin hat einen Buch über Albrecht Dürers “Venus” geschrieben in dem es darum geht, das Lukas Cranach Dürer das Motiv gestohlen hat, so daß er sich ins Jahr 2019 und in eine Ausstellung begibt, dann aber wieder zurück in das fünf- oder sechzehnte Jahrhundert kehrt. Auch sehr interessant und spannend.

“Morawa” hat ja auch eine Selbpublischerreihe, die schon im vorigen Jahr ihre Bücher vorstellten und auch immer Noitzbücher verteilen. Die “Edition Mocca” stellte ein Kochbuch der österreichischen Küche vor, wo man sich gleich das Weihnachtsmenu erstellen konnte.

Dann kam die “Edition lex liszt 12”, dieser burgenläündische Verlag, da hätte Gerhard Altmann sein Buch vorstellen sollen, der war aber krank und ließ sich von Michael Hess vertreten und am Schluß gab es noch eine Preisverleihung mit Freibier, wurde doch der österreichische Cartoonpreis an Oliver Ottitsch und Jean le Fleur verliehen und morgen geht es weiter und wem es interessiert, da wird auch Bettina Balaka aus ihren “Tauben von Brünn” lesen, obwohl der “Deuticke Verlag”  gar kein kleiner ist.

Vom Theaterworkshop zur Exilpreisverleihung

Seit langem wieder einmal zur Gegenwartsdramatik ins “Doml”, waren die letzten Freitage doch immer etwas los, Basel, Fried-Tage, Harland, etcetera, fallen mir da ein, dabei bin ich in den letzten Wochen öfter in einem Theater gewesen, wenn auch nicht zu einem Stück.

Wurde doch sowohl der österreichische als auch der “Schweizer Buchpreis” in einem Theater vergeben, die “Literatur im Herbst” fand im “Odeon- Theater” statt und im Schauspielhaus war ich auch zum utopischen Raum beziehungsweise zum roten Wien, aber in keiner Auffühung.

Das war nur Stephan Teichgräber bei den “Vögeln” im Akademietheater während es diesen Freitag über den Umweg über Bratislave nach Brünn ging. Denn von Bratislava mußte ein bekanntes Kabarettistenpaar nach dem Prager Frühling nach Brünn überseideln und in Brünn gibt es eine Reihe von Theatern.

Die “Neue Szene” das Brünner Stadttheater und dann noch eines das auf tscheisch “Divadlo Husa no Provazu” heißt, wo heute  und in den nächsten Tagen, die “Lehmann Brüder” von Stefano Massini aufgeführt werden, sowie ein Stück das “Mein Svejk” heißt und dann noch eines, das “Nachricht von einem Wunder”, heißt, wo es um den Pfarrer Josef Toufar geht, dem am elften Dezember 1949 tatsächlich ein solches in der Kirche passierte, worauf er  Schwierigkeiten mit der Staatssicherheit bekam.

Sehr spannend und verlockend hinzufahren, aber Stephan Teichgräber muß  noch den Vortrag für das “Philosphische Forum” am Dienstag übersetzen und ich bin zur “Exil-Preisveihung” vergangen, die diesmal zum ersten Mal im Literaturhaus vergeben wurde.

Den von Christa Stippinger initierten Preis für in deutsch geschriebene Texte von Autoren mit nicht deutscher Erstsprache, gibt es seit 1997 und zuerst wurde der Preis im Amerlinghaus vergeben. Da ist es wahrscheinlich zu voll geworden, weil es ja verschiedene Preise und auch solche für Schulklassen gibt. so fand er die letzten Jahre auf der “Buch-Wien” statt. Dort war dann viel Öffentlichkeit, aber auch viel Zeitdruck, denn man mußte in einer Stunde fertig sein, das buffet, das es früher vom Amerlingbeisl gegeben hat, fehlte auch, beziehungsweise wurde das dann schon im Literaturhaus nachgeholt und jetzt zum ersten Mal ganz im Literaturhaus, wo es auch sehr gut passte, weil ja dort schon immer “Exilpreis-Lesungen” stattfanden.

Die entsprechende Anthologie, die ja jedes Jahr mit den Preistexten herausgegeben wird, habe ich mir schon auf der “Buch-Wien” geholt. Jessica Beer hat wieder moderiert,  die Musikeinlagen wurden vom Ferry Janoska Ensemblegespielt und die erste Lesung erfolgte von einer Schulklasse aus Linz, die sich das Thema “Kann Sprache Heimat sein?” gewählt haben, was ich sehr spannend fand, weil man da sehr gut hören konnte, wie das ist, wenn man außer Deutsch und Englisch auch noch Türkisch oder Tschetschenisch spricht, was ja eine tolle Sache ist.

Dann kam die Lesung von Sayed Habib Khawadi einem offensichtlichen Afghanen, der fünf Minuten aus einem Roman las, wo es um Straßenkinder in Afghanistan geht, die schon fleißig arbeiten müßen, um ihre Familie zu erhalten, obwohl Kinderarbeit auch dort verboten ist.

Katharina Braschel erzählte von ihrer Oma, die immer sehr sparsam mit ihren Marmeladegläsern war, weil sie als Kind mit dem Pferdewagen im Winter flüchten hat müssen und dabei sehr hungrig war.

Dann folgte die Lesung der Hauptpreisträgerin Vlatka Frketic, die die Erlebnisse eines Gastarbeiterkindes schilderte, das immer die beste sein muße, nie wie die anderen auf Urlaub, sondern immer nur nach Hause fahren mußte und sich wunderte, daß es auf den Geburtstagsfesten der österreichischen Kinder nur Würstchen mit Kartoffelsalat und eine Torte gab, während sich bei ihrem Geburtstag die Tische vor all dem Gebratenen und den Spanferkel bogen.

Danach wurden die Preise vergeben, Fotos gemacht, nochmals Musik gespielt und Buffet und Gespräche hat es  auch gegeben und ich habe beziehungsweise werde ich demnächst zwei Debuts lesen, die von ehemaligen Preisträgern stammten. Waren doch sowohl Marco Dinic, der auf der österreichischen Debutliste stand, als auch Ana Marwan, deren “Kreis des Weberknechtrs” auf der Bloggerdebutpreisliste steht, darunter.

Ansonsten zählen Dimitri Dinev, Sandra Gugic, Julija Rabinowich, Susanne Gregor, Cornelia Travnicek, Cornelia Hülmbauer, Ljuba Arnautovic Seher Cakir, die diesmal mit Anton Thuswaldner und Thomas Perle in der Jury war, mit vielen anderen zu den ehemaligen Preisträgern.

Dichtfest mit fünf Frauen

Wieder einmal “Dichtfest” in der “Alten Schmiede” eine Veranstaltung von Christine Huber organisiert, die ich eigentlich sehr mag und wenn möglich immer hingehe, denn Erstens gibts nachher Wein und was zum Knabbern und außerdem interessiere ich mich ja für Lyrik, obwohl ich keine schreibe und komme, seit ich “Buchpreis” lese, eigentlich nicht sehr oft dazu, welche zu lesen und jetzt hat es wieder einmal gepasst in die “AS”  zu gehen und diesmal war es auch sehr voll.

Viele Freunde und Bekannte im Publikum. Linda Christanell, E. A. Richter, Ruth Aspöck, Erika Kronabitter mit ihrem Hubert,Jopa Joakin, Christl Greller, Susanne Toth, Alice Harmer, Cornelia Hülmbauer, Monika Vasik, Luis Stabauer und und – und gelesen haben Sabine Gruber mit ihren “Am Abgrund und im Himmel zuhause” und dann noch den Monatsgedichten, die ich schon zweimal in der “Gesellschaft” und in Krems hörte.

Dann folgte Petra Ganglbauer mit ihrem bei “Limbus” erschienenen, sehr politischen Band “Gefeuerte Sätze” und John Sauter, den Sprachkunststudenten, den ich auch schon gehört habe, der mir sehr gefallen hat, mit seinen bei “fabrik transit” erschienenen “Startrampen”.

Nach der Pause zum Kopfauslüften, wie Christine Huber sagte und wahrscheinlich auch zum Rauchen, kam dann für mich eher Unbekanntes. Nämlich die 1962 geborene Claudia Karolyi die aus einem Manuskipt von einem roten Kleid las, sowie die 1983 geborene Seda Tunc, die ebenfalls ein Manuskript mit dem klingenden Mamen “eigentlich ist die straße eine venusfliegenfalle und die amsel dreht eine runde” hatte, während ich die 1978 geborene Maria Seisenbacher schon im Literaturhaus und in der “Gesellschaft” gehört habe, die aus ihrem in der “Edition Nö” erschienenen Band “kalben” las.

Ein interessanter und gut besuchter Abend, wo ich wieder einige interessante Stimme entdeckte, sowie  schon Bekanntes getroffen habe.

Vom Doml zu Ilse Helbich

Der Mittwoch ist ja seit einiger Zeit Doml oder Workshoptag, meine Art des Seniorenstudiums, wie ich immer sage, wenn ich höre, wie beispielsweise Ruth Aspöck für ihr Theologiestudium Hebräisch lernt und heute bin ich sozusagen zwischen zwei Stunden hin- und zurückgehetzt, habe mich wieder ein bisschen mit Radka Denemarkovas sehr theoretischen Chinabuch beschäftigt und dann erneut mit Dirk Stermanns “Der Hammer”, beziehungsweise den Namen und den Berufen, die dort auf den ersten Seiten vorkommen und nach der sechs Uhr Stunde war es eigentlich schon ein bißchen spät für die “Gesellschaft für Literatur”, da die aber immer erst um viertel nach anfangen, habe ich es trotzdem probiert und war etwas verärgert nur im hinteren Raum, wo schon Ljuba Arnautovic und noch ein paar andere Späterkommende saßen, Platz gefunden zu haben, denn die Präsentation des neues Buches “Ich möchte noch einmal irgendwo fremd sein  –  Ilse Helbich – Schreiben im Gegenwartszustand” herausgegeben von Helmut Neundlinger und Fermin Suter mit Texten der 1923 in Wien geborenen Ilse Helbich, die in Wien Germanistik studierte, danach Verlagskauffrau war und für verschiedenen Tageszeitungen und den ORF arbeitete, ist sicherlich etwas Besonderes, ist sie ja ein Jahr älter als Friederike Mayröcker, die demnächst ihren fünundneunzigsten Geburtstag feiert und hat 1980 literarisch zu schreiben anfgefangen.

Bei “Droschl” sind, glaube ich, einige ihrer Bücher herausgekommen und jetzt der Vorlaßband der  von “Literaturedition NÖ” herausgegeben wurde. Martina Spitzer hat drei Texte gelesen. Darunter war einer über die Feuilletons, die Ilse Helbich offenbar öfter geschrieben hat. Dann ein Text über eine Frau die am Nachmittag von einem Gerichtsvollzieher besucht wurde, weil ihre Söhne mit falschen Paß ein- oder ausreisten und dadurch in verschiedene Strafverfahren verwickelt waren und, die es trotzdem zusammenbrachte, am Abend ihren Gästen ein warmes Nachtmahl hinzustellen und dann noch ein Bericht einer Gärtnerin beim Wiederlesen eines Buches von Flauberts.

Nachher gab es ein Gespräch mit Rainer Götz der Ilse Helbichs Lektor war und Ursula Baatz, die auch Beiträge in dem Buch hatten und einige Worte der Autorin.

Danach Brot und Wein und Elfriede Haslehner, die ja vor einigen Monaten ihren Franz verloren hat, habe ich auch wiedergesehen und es war ein interessanter Abend und ein Kennenlernen einer Autorin von der ich schon einiges im Radio gehört, aber noch nichts gelesen habe und deren Texte mich auch ein bißchen an Valerie Szabo erinnert haben, die ich ja durch den “Arbeitskreis schreibender Frauen” kennengelernt habe.

Der dreizehnte Ohrenschmaus

Preisverleihung an Gert Baumgartner

Preisverleihung an Gert Baumgartner

Hurrah, hurrah, den “Ohrenschmaus” gibt es schon dreizehn Mal.

2007 wurde der Literaturpreis von und für Menschen mit Lernschwierigkeiten von Franz-Joseph Huainigg auf Initiative von Michaela König ins Leben gerufen. Die erste Preisverleihung fand im Literaturhaus statt, seit 2008 ist er dann in die Ovalhalle ins Museumsquartier übersiedelt.

Die Jury hat mehrmals gewechselt, zum Beginn waren noch Friedl Hofbauer und Kurt Palm dabbei. Niki Glattauer machte es einige Zeit und Andrea Stift inzwischen sind Ludwig Laher, Barbara Rett, Heinz Janisch, Franzobel und ich dabei und am Montag wurden wieder schöne Texte verlesen und schöne Preise vergeben.

Die Moderation wurden diesmal von Dani Linzer und Ruth Oberhuber gehalten, das ist eine Preisträgerin von 2011 mit der ich vor zwei oder drei Jahren auf der “Buch-Wien” diskutiert habe.

Die texte wurden wieder von Chris Pichler und Gregor Seberg gelesen und begonnen hat es wieder mit der Präsentation der Ehrenliste.

Der Lyrikpreis für das Gedicht “Der Bub” ist diesmal an die dreiunddreißigjährige Sandra Holzreiter gegangen. Die Laudatio hat Barbara Rett gehlten.

Dann kam der Prosapreisträger, der 1983 in der Steiermar geborene Gert Baumgartner mit seinem Text “Franziska und die Waschmaschine”, wo die Waschmaschine ihrer Käuferin Franziska davonläuft und fast surreale Momente des magischen Realismus annimmt.

Sehr berührend dann der Bericht “45 Jahre in einer Einrichtung – Wie es damals und jetzt ist”, der 1961 geborenen Cornelia Pfeiffer, die es inzwischen zur Multiplikatorin und Qualitäts-Evulatorin gebracht hat.

Dazwischen gab es eine inklusive Tanzperformance der “T21büne”, die ebenfalls sehr beeindruckend war.

Und die neue Zotter- Schokolade mit einem Text von Daniela Kredo

Alle

Alle

“Mein Sommer

Torte, Kiste, Liebe

Handtuch, Wasser, Hemd

Herz, Haube, Haus, Hose

Cola, Eistee, Fleisch, Almdudler”

wurde von Franz-Joseph Huainigg auch vorgestellt.

Dann gab es ein Buffet mit  gerettenen Lebensmitteln von Foodsharing und den “Wohn- und Werkstättenexpress”, der Büro und Mediengruppe der Werkstätte und Tagessturktur HORIZONT, in der die Texte nachzulesen sind.

Und ein Dankespäckchen mit Tee, Schokolade, der Broschüre und einem handgeschriebenen Kärtchen hat es auch gegeben.

Advent, Advent…

Der Monat Dezember ist angebrochen und da soll ja das” Literaturgeflüster” vielleicht auch so etwas wie ein Adventkalender werden, obwohl ich ja nicht gläubig bin, hat Weihnachten für mich doch so etwas, wie einen Touch und da ist es wahrscheinlich das Kitschige was für mich zieht, die Dekorationen, die Weihnachtsgeschichten, der Adventkalender, der Glanz und der Glimmer und vielleicht auch ein ganzes Monats des Verwöhnens und so kommt es nach dem “Nanowrimomonat-Nomvember” zu einem etwas stilleren, besinnlicheren Touch, obwohl das Lesen ja noch weitergeht, noch warten über zwanzig Bücher auf mich, die ich sicher nicht alle schaffe, aber der Schweizer, sowie der österreichische Buchpreis ist zu Ende zu lesen, das Bloggerdebut gibt es auch und da gibt es ja auch die Idee, die ich zumindest in den Vorjahren immer schaffte, im Monat Dezember Weihnachtsbücher zu lesen.

Die Utopie, wenn wir schon vom utopischen Raum herkommen, wäre ja das ein ganzes Monat lang zu betreiben und mich in den Kitsch besinnlicher Weihnachtsgeschichten hinunterzulassen und an den Büchern liegt es auch nicht. Da hätte ich ja genug in den Regalen und ich nehme sie auch bevorzugt mit, wenn ich sie in den Schränken finde. Es liegt an meiner überlangen Leseliste, denn wenn man, wie ich doppelt oder dreifach oder heuer sogar schon vierfach Buchpreis liest, kommt man nicht dazu und so ist ja auch im Vorjahr die Idee entstanden, mir einen Bücherchristbaum zu gestalten.

Neben dem Bett im Wiener Schlafzimmer, wo es jetzt ja die aufgestapelten Bücherreihen gibt, gibt es ein rundes Tischchen und das ist jetzt schon vollgeräumt. Kommen ja schon im November die kleinen Weihnachtspäckchen von den diversen Hilfsorganisationen an, in denen meistens neben einem Zahlschein ein zusammengefaltetes Weihnachtspapier, eine Keksausstechform oder sonst ein weihnachtliches Präsent liegt.

Adventkalender gibt es auch und die vielen unzähligen meist sehr schönen und immer schöner werdenden Weihnachtsbillets, die keiner mehr braucht, weil man ja kaum mehr Weihnachtskarten schreibt.

Ich sammle sie  und staple sie auf dem Tischen und jetzt kommt noch der Adventchristbaum dazu, wo ich mir Tag für Tag ein Weihnachtsbuch, das ich schon habe oder einen Fund aus dem Bücherschrank hinzulegen werden und ein Weihnachtsbuch werde ich auch lesen,nämlich “Erst 1, dann 2, dann 3, dann 4 -23 AdventsÜberraschungen von Cecilia Ahern, Peter James, Barbara Wood, Ralf Husmann und 20 anderen”, das ich einmal im Schrank gefunden habe und  mich jetzt Tag für Tag mit einer Geschichte an Weihnachten herannnähern werde.

Richtig die “Nika -Weihnachtsfrau” gibt es ja auch, das ist mein Adventkalender, den ich im November 2015 im Rahmen des “Fünften Nanowrimos” geschrieben habe und hier versprach, immer wenn Platz, Zeit und Gelegenheit ist, hier eine Geschichte einzustellen, so daß irgendwann einmal hier das ganze Buch zu finden sein soll.

An der Zeit wird zwar wieder, wie schon beschrieben, etwas mangeln, habe aber vor bei zwei Festen, einer Weihnachts- und einer Geburtstagsfeier heuer daraus zu lesen und ein bißchen  Nika, Weihnachtsfrau gibt es ja hier schon:

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Im Vorjahr ist mir auch eingefallen, daß ich auch Tag für Tag oder immer wenn ich bei einem Bücherschrank vorübergehe, eines meiner Bücher als Adventgeschenk hineinlegen könnte, da hat ja Elisabeth von “Leselustfrust”, die mich vor langer Zeit verfolgte, jetzt aber jeden Tag bei Instagram ein Buch oder anderes Bild postet, eines von mir gefunden und da ich ja immer gemahnt werde, daß ich in die Schränke auch was hineinlegen soll.

Voila, das wird es geben und dann sicher auch noch die eine und die andere Überraschung, so daß wir  auf eine streßfreie Weihnachtszeit zugehen können, die wir uns so gestalten können, wie wir es wollen. Dem Geschenkestreß entgehen und sich aus all der Hektik die Ruhe holen, die man braucht oder will und sich vielleicht ein bißchen dabei erholen, sentimental werden und vielleicht auch an die Kinderzeit zurückerinnert werden.

Meine war da nicht so besonders schön. Denn die Mutter hat im Kindergarten oder einem Kleidergeschäft geputzt und dann noch spät bis in die Nacht bis zum Vierundzwanzigsten vorbereitet. Das Wohnzimmer mit dem Christbaum war zugesperrt und der Vater verlangte von der kleinen Eva an die Christkind zu glauben, weil es sonst keine Geschenke gäbe!

Nun ja, nun ja, die hat es gegeben und nicht nur das Weihnachtsbuch von den Wiener Kinderfreunden, als Geschenk an die SPÖ-Mitglieder denn ich bin ja in einem dieser schönen alten Gemeindebauten aufgewachsen und vom Christlichen ist nichts an mir hängen gelieben, trotzdem genieße ich vor allem den Advent, das Kekse naschen, das Punsch trinken, etcetera, während es am Vierundzwanzigsten nach der berühmten Bescherung meistens für mich schon wieder vorüber ist.

 

Keine Angst bei den Fried-Tagen

Jetzt geht es gleich zum nächsten Festival, von der “Alten Schmiede” ins Literaturhaus, vom “Utopischen Raum” zu den Strategien der Angstüberwindung, was eigentlich ein sehr ähnliches Thema und in Zeiten in diesen, wo wir ja von der Angst gebeutet werden, äußerst wichtig ist.

Es gibt in in Österreich eine “Erich Fried-Gesellschaft”, die sich den Werken Erich Frieds widmet, den “Fried-Preis” vergibt und jedes zweite Jahr finden im Literaturhaus auch die “Erich Fried-Tage” statt.

Symposium hat es, glaube ich, unter Heinz  Lunzer noch geheißen und hat sich da der “Exilliteratur” gewidmet.

Jetzt ist es international geworden und das heurige Thema lautet, wie schon erwähnt “Keine Angst”, was für eine sehr politische denkende Psychologin und Psychotherapeutin, die sich schon seit jahren mit den gesellschaftlichen Veränderungen beschäftigt, natürlich besonders interessant ist und heuher gibt es auch ein Novum, nämlich eine Ausstellung zu diesem Thema und zwar wurden da zwanzig Mitglieder der Gesellschaft, man kann da ja nicht beitreten, sondern wird ausgewählt und eingladen, ein Objekt oder einen Text zu diesem Thema zu verfassen..

So hat sich Elfriede Jelinek  mit den Angststörungen beschäftigt, Ursula Seeber, die früher die Exilliteratur im Lithaus leitete, mit dem Exil, etcetera und Robert Schindel der derzeitige Präsident und Friederike Mayröcker, die grande dame, die demnächst ihren fünfundneuzigsten Geburtstag feiert haben Texte gelesen, da habe ich seit lange wieder einmal Christel Fallenstein gesehen.

Am Dienstag gab es die feierliche Eröffnungsreden und Begrüßungen von Robert Huez und Anne Zauner, die die Tage kuratierte und dann die Key Note von Aminatta Forna, das ist eine 1964 in Glaskow geborene Schriftstellerin, die eine schottische Mutter und einen Vater aus Sierra Leone hat, so das sie ihre Kindheit dort verbrachte und 2002 mit ihrem Memoir “The devil  that danced on the water” bekannt oder berühmt wurde, in dem sie ihre Kindheit beschreibt.

Ihr  Vater, ein Arzt, war politisch tätig, wurde zuerst Finanzminister, später hingerichtet und ider Titel ihres Vortrags hieß “Why the world needs  new Stories”, wo es um die narrative Indentität und das Neuschreiben der Geschichte geht, was fürchte ich, da es die Rechtem ja auch betreiben, vielleicht gar nicht so ungefährlich ist, wenn die dann beispielsweise den Linken, den Holocaust in die Schuhe schieben wollen oder den Klimawandel leugnen.

Am Mittwoch ist es offensichtlich mit dem Verlesen der “Angstkärtchen”, die man an das Literaturhaus schicken konnte “Wovor haben Sie keine/Angst?”, weitergegangen und dann präsentierten Rainer Merkel und Claudius Lazzeroni ihre “Angstmaschine”, die sie für die  Veranstaltung konstruierten und die auch in der Ausstellung zu sehen ist.

Dann wurde es interessant, denn dann kam erstmals in Österreich, die 1982 in Damaskus geborene Dima Wannous, die in London lebt und präsentierte im Gespräch mit Peter Zimmermann ihren Roman “Die Verängstigten”, der in Syrien nicht erscheinen darf und in dem eine junge Frau einem Arzt und Dichter ihre Geschichte erzählt.

Die 1963 in Jamaika geboroene und in den USA lebende Claudia Rankine ist, glaube ich, auch das erste Mal in Österreich, sie präsentierte “Citizen – An american lyrik,” wo es um den Alltagsrassismus, die Frage der weißen Privilegien, Diskriminierung und Gewalt geht, die anhand von Texten und Bildern präsentiert wurden.

Am Donnerstag gab es dann um halb fünf die Preisverleihung des Literaturwettbewerbs, den es zu diesem Thema für Schüler wieder gegeben habe. Den habe ich versäumt, so daß ich erst Teresa  Präauer die “Fried-Preisträgerin” von 2017 mit ihrem Ausstellungsbeitrag, der sehr interessant war, hörte, hat sich doch auf einem Flohmarkt einmal eine Schachtel gefunden und in dieser war eine ganze Anzahl von Heiligenbildchen, die von 1920 bis 1980 datiert waren, etwas, wo mich  Geschichte der Besitzer sehr interessieren würde. Zeitgeschichtliche Betrachtungen gibt es auch dazu, war doch 1938 der passende Bibelspruch “Möge dieser Kelch an uns vorübergegehen!”, hat nicht ganz geklappt und dann ging es in den Krimiabend und wieder lauter österreichische Erstaufführungen.

Begonnen hat es mit dem Iren John Connolly, der allerdings noch nicht auf Deutsch übersetzt sein dürfte, so hielt er eine Rede, wo es um die Angst im Schreiben ging und der letzte Satz lautete “Die größte Angst, die wir haben sollten, ist die vor uns selbst!”

Stimmt nicht so ganz denke ich, aber statt einem Krimi hat es dann von John Connolly eine Tasche und eine Hörspiel-CD gegeben und der nächste Krimiautor war auch sehr interessant, interessiere ich mich ja sehr für die nichtdeutschsprachige Schweizer Literatur und bin da weder in Basel, noch in Bern und Zürich und auch nicht wirklich in Genf und Locarno fündig geworden, aber der 1969 in Lausanne geborene Joseph Incardona ist mit seinen Krimis vor allem in Frankreich berühmt geworden.

Jetzt wurde einer im “Lenos-Verlag herausgebracht, der “Asphaltdschungel” heißt. Auf der Autobahn spielt, wo einmal ein Kind entführt wurde. Jetzt lebt der Vater, um den Täter auf die Spur zu kommen dort, während sich die Mutter ins Koma trinkt und ihren Schmerz durch Masturbieren zu vertreiben versucht.

Dann wurde es koreanisch, obwohl laut Jeong Yu-jeong einer koreanischen Krankenschwester, die Koreaner gar keine Krimis mögen. Sie hat sich auch bei elf Literaturbewerben oder so beworben, bis es zum Durchbruch kam und der “Der gute Sohn” ist, wahrscheinlich auch kein richtiger Psychothriller, weiß man da ja schon von Anfang an, wer der Täter ist und es wird eine schwierige Mutter-Sohn-Beziehung geschildert.

Am Freitag ist es dann endlich mit Erich Fried weitergegangen, beziehungsweise mit einem Übersetzungsprojekt, wo Frieds Angstgedichte in, glaube ich, achtzehn Sprachen übersetzt und auf der Bühne die französische, italienische, persische und norwegische Übersetzung präsentiert wurde. Dann kam Kathrin Röggla mit einem Text, der die Angst im Flugzeug vor einem möglichen Terroranschlag thematisierte und danach  zum Thema “Angstmache” Jörg Ulrich Albig mit seinem Roman “Zornfried”, der die neuen Rechten thematisierte, sowie Sherko Fatah mit “Schwarzer September”, wo es um eine Terrorgruppe geht, die den jordanischen Premierminister in den Siebzigerjahren ermordete, die unter der Leitung von Wolfgang Popp mit der 1991 geborenen Extremismusexpertin Julia Ebner diskutierten.

Um neunzehn Uhr dreißig wäre Josef Haslinger gekommen, da bin ich aber schon zur Poet-Night ins Siebenstern gegangen, obwohl ich dort erst um halb elf gelesen habe, aber mit einigen Leuten dort verabredet war.

Am Samstag ist nach dem neuen Konzept Comic-Tag, ob das  Erich Fried freuen oder interessieren würde, weiß ich nicht. Das Literaturhaus ist dann jedenfalls sehr voll und nach der Lesung bzw. dem Gespräch stauen sich  die Schlangen vor dem Signiertisch, ich finde es auch sehr interessant und habe auch erst vor kurzem ein Buch gefunden, das vor zwei Jahren sehr promotet wurde.

Jetzt war zuerst die 1987 in Jena geborene Olivia Vieweg mit ihrem Zombie-Novel “Endzeit” daran,  erzählte  von ihrem Studium, den Workshops, die sie besuchte und zeigte Fotos ihren Arbeitsplatz.

Dann ging es nach einer längeren Pause, nach Kanada, beziehungsweise zu der Kanadierin Emily Carroll, die sehr lustig war und viel lachte, obwohl sie  Horror-Comics zeichnet und am Schluß nach wieder einer langen Pause, wo ich mich mit dem Fried-Gesellschaftsmitglied Karin Ivancsics  unterhielt und Robert Huez meine “Magdalena Kirchberg” gab, die ja auch im Literaturhaus spielt und da der Leiter die Lesung der Maria Mattuschek einleitet, Joe Sacco und Chris Ware beide aus der USA die sich mit Thomas Ballhausen, der offenbar nicht nur Film, sondern auch Comic-Spezialist ist unterhielten und ihre Bilder zeigten.

Am Sonntag gab dann die Preisverleihung, die seit 1990 zum dreißigsten Mal vergeben wird. Damals war Chrstoph Hein der Preisträger, Hans Mayer war der Laudator. Jetzt war der Christoph Hein. Es gibt da nur immer einen, der den Preis an Steffen Mensching vergab, der 1958 in Ost-Berlin geboren wurde, Theaterindentant ist und den Roman “Schermanns Augen ” geschrieben hat, der sowohl in Wien, als auch in einem Gullag handelt.

Es gab die üblichen Begrüßungsreden. Der Musikbeitrag stammte von Hans-Eckhardt Wenzel, den ich schon einmal bei den “Kramer-Preisverleihungen” hörte und der mit Steffen Mensching befreunded war und mit ihm einmal in Ostberlin bei einer Fried-Lesung war und dann von ihm noch zu einem Gespräch in sein Hotelzimmer eingeladen wurden. Steffen Mensching erinnerte in seiner Dankesrede daran und las auch ein Gedicht, das aus dem Buch stammte, das ihm Fried damals schenkte.

Danach gabs Sekt zum Anstoßen und Gespräche und hiermit sind die “Erich Fried-Tage” mit dem Thema Angst vorbei.

Jesolo

Nach dem die Bloggerdebutshortlist bekanntgegeben wurde, das zweite Buch der öst Debutliste, Tanja Raichs “Jesolo” und ich habe die 1986  in Meran geborene ja als Herausgeberin der “K&S”-Literaturschiene kennengelernt.

“Jesolo” ist bei “Blessing” erschienen und hat eigentlich nicht viel mit dem italienischen Badeort zu tun oder doch vielleicht, denn dort verbringen Andi und Georg jeden Sommer ihren Urlaub und sie streiten sich im nullten Kaptel auch sehr viel dabei.

Überlegen eine Trennung, Andi tut das, Georg will eigentlich, daß sie bei ihm einzieht und hat auch schon längst Pläne für die Erweiterund des Hauses seiner Eltern geplant. Dann wird Andi schwanger und “Jesolo” entpuppt sich als das zweite Buch über die Schwangerschaft, das ich in der letzten Zeit gelesen habe.

Andrea Grill ist es in “Cherubino” artizifieller angegangen, Tanja Raich ist realistischer und am Anfang erschien mir diese Andi, eine Grafikerin, auch als sehr gestört und ich habe mir gedacht, warum verläßt sie ihn nicht und warum treibt sie nicht ab?

Sie tut es nicht, sondern hält im ganzen Buch einen Dialog mit dem “Du”, dem Georg, der alles besser weiß, alles plant, etcetera.

Ratschläge tauchen auf: “Hör zu rauchen auf!”, “Eine Zigarette kann nicht schaden!”, “Du mußt zunehmen!”, “Du mußt für zwei essen!”, etcetera.

Die Schwiegermutter von der zuerst gesagt wird, daß sie sich nicht einmischschen wird und nie da ist, steht auf einmal in der Wohnung und fängt zu putzen und zu bügeln an und Andi träumt von ihrer Mutter, die sie verlassen hat, als sie zehn war. Den Kontakt zu ihrem Vater hat sie auch abgebrochen. Jetzt meldet er sich wieder und will neu anfangen. Schwangerschaftsuntersuchungen werden gemacht, der Platz im Graphikerbür geräumt, die Ultraschllbilder hergezeigt. Die Hebamme im Schwangerschaftsvorbereitung fragt nach den Gefühlen? Filme über die Geburt werden angesehen und am Ende sieht es dann “genauso aus, wie ich es mir vorgestellt habe.”

Ein interessantes Buch würde ich urteilen, leicht zu lesen, über die geschilderten Ambivalenzen läßt es sich nachdenken und die widersprüchigen Ratschläge hat wohl jeder, der einmal schwanger war, schon gehört.

Und ich war schon bei zwei Lesungen aus dem Buch,  bei “Rund um die Burg” im April und dann bei der Debutpreislesung im Oktober.