Erinnerung an Christian Loidl

Das neue Jahr beginnt im Literaturhaus mit einem Lesetheaterabedn über den 2001 verstorbenen Dichter Christian Loidl. Christian Katt, der ein großer Fan von ihm ist, hat ihm gestlaltet.

Und das Literaturhaus, das eine eigene von Barbara Zwiefelhofer betreute Seite und einen neuen Livestream hat, wo man nur hören undd nichts sehen kann, ist auch ein bißchen ungewöhnlich. Aber macht ja nichts, wenn ich zwischendruchblooge sehe ich auch nichts.

Christian Katt hat den Abend veranstaltet, Patricia Broooks, Eszter Hollosi, Astrid Nischkauer, Andrea Pauli, Gabriele Stöger habn mitgelesen. Die Musik ist, glaube ich, von Michael Fischer

Chrstian Katt erzählte, daß die Texte gekommen ud die texte glaubee ich aus dem Buch “…Loidl…icht und fremd..vertraut.”

Christian Katt erklärte, daß die Texte völlig unzentriert, an der Grenze zwischen Wach und Schlaf, nämlich mit einem Tonband dicht am Bett entstnden sind und er nichts daran verändert hat.

Dann kam Michael Fischers Auftritt, der das “Fremd vertraut” musikalisch aufführte.

Ein interessanter Abend mit einem ungewönlichen Dichter, den ich gestreamt habe.

Mein Herz ist eine Krähe

Bevor ich zum Schweizer Buchpreisträger komme, geht es nach Schweden. In das von Neunzehnhundert bis Neunzehnhundertsiebzig und es ist das Debut der 1977 in Norrals geborenen Lina Nordquist und die hat eine verdammt gute Sprache, obwohl man bei Übersetzungen ja nie sicher sein kann, wie das Original ausschaut.

Erzählt wird in zwei abwechselnden Strängen von Unni, der Urmutter und Kara.

Kurz vor Neunzehnhundert mußte Unni mit ihren Geliebten Armod und ihren Sohn Roar von Norwegen nach Schweden fliehen. Denn Unni ist eine starke Frau, die sich mit Kräutern gut auskennt und damit auch ein bißchen Geld verdient. Dem Pfarrer von Trondheim gefällt das nicht, auch nicht, daß Unni unehelich schwanger ist, obwohl das Kind von ihm ist und will sie in eine Irrenanstalt einweisen.

Lina Nordquist erzählt in einer sehr starken Sprache von den Grausamkeiten und der Armut, das in Schweden um Neunzehnhundert existierte, obwohl das Schweden der Neunzehnsiebziger, als das Modernste galt, was sich, glaube ich, auch schon wieder geändert hat.

Damals war es offenbar üblich, daß sich die Männer von den Frauen nahmen, was sie brauchten und so landet die kleine Familie in einer schwedischen Kate im Wald und erlebt den Hunger. Beeren werden gesammelt, Kartoffel ausgegraben und dann gibt es noch die Eheringe, die Unni offenbar von dem Pfarrer mitgehen ließ und jetzt an Schuldgefühlen leidet.

Es gibt das Erlebnis mit der Bärin, die die Familie angreift. Die wird getötet, nach Hause geschleppt und hurrah, gekocht, aber leider viel zu wenig, so daß es zu Vergiftungen kommt.

Es kommt ein zweites Kind, die kleine Tone Amalie mit ihrer Puppe und dann noch ein Mädchen, aber da ist Armod, der Holzfäller schon gestrorben und Unni erzählt das alles ihrem Sohn Roar.

So geht es dahin, wenn Unni dem Bauern ihre Schulden nicht zurückzahlen kann, wird sie von ihm vergewaltigt und sie versucht immer die Kinder vorher in den Hochstand zu schicken, damit sie nicht zu viel davon mitbekommen.

So geht es dahin und eines Tages verschwindet Unni, wie vorher schon eine ihrer Töchter. Tone Amalie stirbt und Roar bleibt allein zurück, hat zuerst eine Freundin namens Irma, die Unni nicht gefällt und später Bricken und da sind wir schon beim zweiten Strang und in dem jetzt zweistöckigen Haus im Wald, in den Siebzigerjahren, zu der Zeit als Roar gestorben ist.

Da leben jetzt zwei Witwen und trinken Kaffee. Die eine ist Bricken, die Gattin von Roar, die andere Kara, ihre Schwieigertochter und die erzählt in abwechselnden Kapitel ihr Leben. Sie hatte psychische Probleme, kam bald mit der Psychiatrie in Berührung und Tabletten verschrieben, so daß sie Neunzehnhundertsiebzig Substanz abhängig war. Sie versteht sich nicht mit Bricken, die sie unterdrückt oder sie sich von ihr unterdrückt fühlt. Sie scheint auch ein Verhältnis mit Roar gehabt zu haben. Geheiratet hat sie dessen Sohn Dag, der ist auch schon tot und die Beziehung war auch nicht gut. Es gibt den Sohn Bo, der aber verschwunden ist und so geht es dahin.

Das Verhunderfünfzig Seiten, bei “Diogenes” erschienene Buch, ist wie schon geschrieben, sehr eindrucksvoll, mit einer sehr schönen Sprache und vielen Wortschöpfungen.

Ich habe mir einiges davon aufgeschrieben und es war für mich ein wenig schiewerig, mich darin zurchtzufinden, so habe ich über eine Woche zum Lesen gebraucht, denn Lina Nordquist springt ständig von vorn nach hinten zurück.

Erzählt wird manches auch zweimal oder dreimal. Wahrscheinlich, um um die “Liebe, den Wahnsinn und die Verbundenheit”, auszudrücken, wie am Buchrücken steht und die Geheimnisse aufzulösen, die, die beiden Frauen näher bringen und miteinander verbindet.

Und ich habe eine mir bisher unbekannte Autorin kennengelenrt und muß sagen die nordische Literatur ist wirklich sehr eindrucksvoll und man sollte mehr von ihr lesen.

Literarische Kleindetails

“Wie ist es mit dem Jubiläumsjahr weitergegangen?”, habe ich vor zwei Wochen gefragt, nachdem das letzte Jahr vergangen ist und es nach der Lesung im “El Speta”, die auch nicht sehr überfüllt war und ich bei meiner dystopischen Geschichte von einer Frau unterbrochen wurde, die aber auch nicht viel zu sagen hatte.

Wie geht es weiter?, war die Frage und da war noch einiges offen.

“Die Toten” sind jetzt erschienen. Der Alfi korrigiert an der “Stalking-Geschichte” wo es um die Corona- Aufarbeitung geht und zwischen Weihnachten und Silvester habe ich einen Teil des “Schwurbler-Materials” aufnotiert. Nur ein Teil? Ja, natürlich. Denn es beginnt mit der Nationalratswahl2024 und die ist noch ein bißchen entfernt. Also mir diesbezüglich Zeit lassen und das derzeitigen Geschehen aufarbeiten.

Dann sind wir am ersten Jänner nach Wien gefahren und da stand als erstes die Ohrenschmaus-Jury- Sitzung an. Jetzt haben wir die Gewinner und ich muß noch eine Laudatio schreiben und Dieter Scheer vom Literaturhaus brauchte ein Bild von der verstorbenen Karin Jahn, das er im “Literaturgeflüster” fand und das Buch der Ruth “Begona, la Trigena”, das sie mir bei unseren Dezemberbesuch gab, wollte ich erst im Februar, wenn es an die Reihe kam, besprechen. Dann wollte der Cuba-Klub die Besprechung aber in ihrer Zeitung bringen und ich habe vorgezogen.

Ein unerfreuliches Ereignis gab es noch. Da hat sich vor einem Jahr jemand bei mir gemeldet und wollte den einen kritischen Corona-Text und zwischen Weihnachten und Silvester haben sich die bei mir gemeldet und “Leider, leider!”, mir geschrieben.

“Versuch es noch einmal!”

Nun ja, nun ja, ich schicke derzeit nur wenig bis gar nicht aus und konzentriere mich auf meinen Blog. Da kann das nicht passieren.

Richard Langthaler, der Witwer von der Bruni hat mir geschrieben, mich zu einer Veranstaltung eingeladen, wo er ein Buch mit Brunis Texten vorstellen will. Das will er mir schicken. Ja die Hilde hat einen eifrigen Nachlaßverwalter, wie das auch beim Sohn der Erika Mitterer ist.

Helena Adler, die negative Provinzschreiberin, ist nach schwerer Krankheit gestorben und das Jahr hat, wie immer seit einiger Zeit mit dem Romanplanjahr der Jurenka Jurk begonnen. Da werde ich zwar weder die Ausbildung machen, noch mich in die Schreibwerkstatt begeben, es war aber toll motivierend.

Was fehlt noch in den Jahresvorbereitungen?

Das Mail der deutschen Natonalbibliothek Leipzig, die immer meine Bücher wollen und jetzt die von der “Flora Faun”, an anforderten. Ich habe ihnen noch dazu den “Ukraine-Blues” und die “Toten” geschickt, die sie offenbar noch nicht auf ihrer Liste hatten.

Der Bloggerdebutpreis, wo ich ja 2016 ebenfalls Jurorin bin, werden meine Leser sagen.

Da hat sich vor einigen Tagen Bozena Bandura bei mir gemeldet und mich gefragt, ob ich wieder mitmachen will?

Natürich ja, selbstverständlich. Da habe ich vorgestern meine Liste durchgesehen. Da habe ich von den neunzig nominierten Debuts inzwischen zehn gelesen. Das sind hauptsächlich die, die auf den Buchpreis- oder Debutlisten standen und zwei habe ich noch ungelesen.

Das wäre erstens Andrea Heinischs “Henriettes Lächeln”, die im September, glaube ich, meinen Blog entdeckte, sich durchgelesen und mir aufmunterende Kommentare geschrieben hat. Ihre Premierelesung war am zweiten Oktober im Cafe Museum. Die habe ich versäumt, weil gleichzeitig Gerhard Jaschke in der “Alten Schmiede” war. Das Buch bei “Picus” aber angefragt, das jetzt an der Reihe ist, wenn ich Lina Nordqust “Mein Herz ist eine Krähe” ausgelesen habe. Dann kommt noch das Schweizer Bucherpreisbuch und dann geht es los.

Das zweite Ungelesen ist Johannas Seebauer “Nincshof“, das ich bei den O-Tönen hörte. Dann hat mir ja die Anna zum Geburtstag einen sechzig Euro Gutschein geschenkt, den ich beim “Thalia” vor der “Buch-Wien” einlösen wollte. Da wollte ich mir zwei Slowenen kaufen. Habe aber die “128 Kilometer nach Ljubljana” nicht bekommen.

Also hätte ich schon was zu Lesen, wenn das Buch auf die Shortlist kommt. Die wird nächste Wochhe bekannt gegeben. Dann habe ich bis März Zeit die fünf nominierten Bücher zu lesen und am 3.3. wird der Preisträger bekanntgegeben.

Also habe ich genug zu lesen und da tue ich derzeit sehr langsam. Wird sich aber ausgehen. Vielleicht habe ich auch schon ein paar Bücher gelesen. Ich bin gespannt.

Am 21. 3. wird die “Ohrenschmaus-Preisverleihung” im Raiffaisenhaus stattfinden und ich lade alle ein, die sich für das Schreiben von Menschen mit Lernstörungen interessieren.

Und jetzt weiter in das neue Jahr. Vielleicht wirds etwas mit den Schreiben. Würde mich freuen, die “Schwurblerin” ist ja jetzt dran und das ist eine spannende Sache und noch etwas habe ich zu berichten.

ich habe am Freitag ein Mail an den Bundeskanzler geschrieben, der ja der Meinung ist, trotz ein paar Kommunikationsfehler alles richtig gemacht zu haben, weil er Menschenleben retten wollte, weil das das Wichtigte ist. Aber mußte man das mit er Flex, mit solchen Maßnahmenl und das drei Jahre tun?

Die Befürchtung ist, daß es auf diese Art und Weise weitergeht, wenn im Mai der Who-Pandemievertrag kommt. Aber ich möchte in einem solchen Ton nicht mit mir umgehen lassen!

Mal sehen, ob eine Antwort kommt. Ich habe im Sommer einige Mail an den “Falter” , den “Standard” und den Herrn Rauscher geschrieben und keine Antwort bekommen. Das habe ich dann in der “Stalking-Story” beschrieben.

Also auf ins neue Jahr, lesen, schreiben und auch die kleinen Dinge beachten, wei ldie auch sehr wichtig sind!

Der Zahlschein kommt

Erika hatte die Post geholt und sich damit an den Küchentisch gesetzt. Sich eine Tasse Kaffee aufbrühen und die Post aufgemacht.

Da lag neben einigen Werbezettel ein Brief von der OBS, dem ORF-Beitragsservice, vormals GIS, denn da gab es es ja jetzt die Haushaltsgebühr, die jeder zahlen mußte, egal ob er das ORF-Programm konsumierte oder einen Fernseher hatte. Jetzt sollte sie also für etwas zahlen, das sie nicht brauchte und wenn nicht, bekam sie hohe Strafe und konnte dafür sogar ins Gefängnis kommen.

Das waren die Veränderungen der letzten Jahren. Seit der Corona-Pandemie hatte das angefangen, daß von oben diktiert wurde und man keine eigene Meinung und auch keinen Hausverstand haben durfte. Hatte man sich damals auf eine Parkbank gesetzt, konnte die Polizei erscheinen und einen Strafzettel über fünfhundert Euro ausstellen. So war es fast drei Jahre gegangen. Dann waren die Maßnahmen langsam aufgehoben worden und es kam der Angriffskrieg auf die Ukraine. Da konnte man hören, daß man keine eigene Meinung haben durfte, weil man sonst ein Putin-Versteher, ein Schwurbler oder rechtsexem war und das hatten nicht nur einige Freunde, sondern sogar der Bundespräsident und die Neos-Chefin, geäußert.

“Man darf nicht für Russland und gegen die Sanktionen sein!”, hatte der Präsident mit seinem sanften Lächeln gemahnt.

“Denn sonst ist man antidemokratisch und man muß auch wählen gehen!”, etcetera. Dann war die Teuerung gekommen und die Umweltministerin, die angeblich für sich sehr spendabel war und mit ihren Chats durch die Welt reiste, erklärte, daß man den Deckel beim Kochen auf den Topf geben und die Heizung herunterdrehen mußte.

Was war denn das? Sie war doch kein Kind, sondern eine fünfundvierzigjährige Frau, die beim “Billa” an der Kassa saß und da nur sehr wenig verdiente. Die Miete war schon dreimal erhöht worden, die Energiekosten und natürlich die Waren beim Supermarkt. Da saß sie an der Quelle und bekam den Ärger der Kunden mit.

Sehr wenig verdiente sie und jetzt sollte sie 183 Euro 6o Cent, ihren Jahresbeitrag für nichts bezahlen und das auf einmal, während die, die bisher GIS bezahlt hatten, das weiterhin monatlich tun konnten.

“Verdammt, verdammt und wirklich sehr verrückt!”

Seit der Corona-Krise hatte sich wirklich sehr verändert und es passierten Sachen, die man sich vorher nicht vorstellen hatte könnte.

Jeder Haushalt mußte zahlen. Egal, ob er den ORF konsumierte oder nicht und sie hörte immer, daß das Programm gar nicht so gut war. Es war klar, daß sich in den letzten Jahren etwas verändert hatte. Die Leute hatten die GIS abgemeldet und das Programm gestreamt. Aber da konnte man doch etwas tun und zum Beispiel eine Streamingsperre einführen.

Aber das wollte der ORF nicht, der während der Corona-Zeit sehr sehr einseitig berichtet und die Leute zur Impfung manipulieren wollte und, wie man hörte sich die Manager die größten Gagen auszahlte, während sie schon so bei Null angekommen war und jetzt diese hundertdreiundachtzig Euro zahlen mußte. Sonst wurde sie exekutiert, den Fernseher konnten sie ihr ja nicht nehmen. Aber vielleicht den Laptop und wenn sie nicht zahlte, kam sie ins Gefängnis und verlor vielleicht den Job.

“Verdammt, verdammt und wirklich sehr verrückt!”2”, fluchte Erika vor sich hin und nahm einen Schluck Kaffee, der ihr gar niccht schmeckte. Was sollte sie nur machen?

Zahlen natürlich, damit sich die Manager vielleicht Maßschuhe kaufen durften.konnten. Aber ganz so kampflos würde sie nicht aufgeben. Die hundertdreiundachtzig Euro mußten eingespart werden. Aber wie, was aber was? Wie konnte sie damit die Managerriege treffen, der das wahrscheinlich egal sei würde.

“Sie müßen zahlen, auch wenn Sie murren!”, hatte der Direktor vor einigen Tagen zynisch lächeln gesagt.

Also nie mehr etwas für “Licht ins Dunkel” spenden. Aber das traf die Falschen. Was konnte sie bei sich einsparen, damit es sich ausging. Denn um Stundung würde sie nicht ansuchen. Nicht betteln und sich erniedrigen. Während die Führungsschicht vielleicht jeden Abend um hundertdreiundachtzig Euro in die Nobellobkale essen gingen.

Also nicht mehr ins Kino und nur mehr das Billigste kaufen. Kartoffel, Reis und Burenwürste und zum McDonald`s gehen. Auch wenn das Kanzlermenü, zum Unwort des Jahres gehen. Aber ein Hamburger mit Pommes frites waren wirklich billig und das konnte sie mitnehmen, wenn sie sich mit einem Plakat “Ich bin gegen die OBS-Gebühr” vor das ORF-Gebäude stellte.

Ob da die Polizei kommen und sie verhaften würde, wenn sie das tat? Vielleicht bekam sie einen Strafbescheid über fünfhundert Euro und sie konnte sich ein paar Monate nicht satt, sondern nur Kartoffeln und Margarinebrot essen oder mußte die Heizung abdrehen,” dachte Erika seufzend und trank den Kafffee aus.

“Verdammt, verdammt, man kann gar nicht so viel essen, wie man kotzen möchte!”, dachte Erika wütend und fluchte neuerlich vor sich hin.

Jurenka Jurks Schreibwerkstatt

Die Gründerin der Romanschule Jurenka Jurk bietet ja seit einigen Jahren zum Jahresbeginn immer fünf kostenlose Webinare an, wo man sein Romanjahr planen kann.

Ziel war es wohl Teilnehmer für die zweijährige Romanausbildung zu finden, die relativ teuer ist. Ich glaube, dreihundert Euro pro Monat. Was aber trotzdem ein Erfolg zu sein schien, denn sie hat inzwischen sechs Coaches, die sie dabei unterstützen.

So war die Ausbildung schon ziemlich voll und nur mehr ein Platz frei und so gibt es die zweite Idee, nämlich, die einer Schreibwerkstatt, denn zusammen schreibt man besser allein. Was natürlich stimmt, denn ich kann mich erinnern, daß ich 1973 dagestanden bin und nicht genau wußte, wie das schreiben geht und keinen Kontakt zu anderen Schreibenden hatte. Ja, damals war man ziemlich damit allein und mußte sich selbst weiterkämpfen, das heißt das Schreiben lernen durch das Schreiben.

Ich bin dann bald in den “Arbeitskreis schreibender Frauen” gekommen, Ende Siebzig war, das glaube ich, wo aber auch nicht konstruktiv kritisiert wurde. Da war man schnell bei “Das ist schlecht, ich weiß aber auch nicht wie es besser geht!”. Das war früher glaube ich auch bei den GAV-Neuaufnahmen so.

“Der ist zu schlecht, den wollen wir nicht!”

1984 war der Arbeitskreis zu Ende. Das heißt, die Anna wurde geboren und ich wurschtelte mich weiter durch den Literaturbetrieb. Verschickte ziemlich wahllos meine Texte und beteiligte man an einer Ausschreibung des “Luitpold-Stern-Preises” eine Literaturschiene des österreichischen Gewerkschaft, wo ich gewonnen habe. Ich glaube in der Sachpreiskategorie, also ein Buchgutschein. Wenn man Geld gewann mußte man drei Jahre aussetzen. Aber dann in eine Schreibwerkstatt der Eveline Haas eingeladen. Das war 2000 und sehr toill, weil es dort ein Thema gab, wo man eine halbe Stunde geschrieben und dann gelesen hat. Kritisiert wurde nicht und ich kann mich erinnern, daß da eine etwas behinderte Teilnehmerin war, die immer nur ein paar Sätze herausbrachte und niemand hat sie kritisiert.

2013 hat mich die Ruth in eine Schreibgruppe eingeladen, die sie für Robert Eglhofer organisiert hat. Das hat damals im Cafe Ludwig stattgefunden. Die Ilse Kilic, der Fritz Widhalm waren dabei. Später kam der Musiker Peter Cak und Klaus Khittl, der leider vor kurzen verstorben ist hinzu, und noch viel später meine liebe Freundin Doris Kloimstein aus St. Pölten.

Das hat ein paar Jahre gedauert bis die Leute weggeblieben, aber ich hatte das Schreiben inzwischen gelernt. Bücher geschrieben und sie ab 2000 selbst herausgeben. 2008 habe ich mit meinen Blog begonnen und Kontakt zur Literaturszene habe ich auch.

Gehe ich ja seit Jahrzehnten mehrmals in der Woche zu Veranstaltungen, lese viel, etcetera und Kontakt zu Autorinnen habe ich schon im “Arbeitskreis schreibender Frauen” bekommen, wo ich Marie Therese Kerschbaumer, Erika Danneberg, Christa Stippinger, Elfriede Haslehner, Valerie Szabo, Hilde Langthaler, etcetera kennenlernte und mit einigen von diesen Frauen habe ich mich noch jahrelang getroffen.

Ruth Aspöck, die engagierte mit dem Verlag “Die Donau hinunter” habe ich später kennenglernt und bin mit ihr auch auf ihrer Abschiedstournee 2007 mit dem Alfred von Ybbs nach Regensburg gefahren und in Vielshofen aus dem “Donaubuch” gelesen. Die Hilde Schmölzer abee ich auch erst später kennengelernt, ihr in den Siebzigerjahren erschienenes Buch “Frau sein und schreiben”, wo die Elfriede Gerstl noch nicht vorkommt, im Arbeitskreis besprochen.

Das Schreiben also gelernt, damit aber keinen Erfolg gehabt und so habe ich mich, weil es das jetzt gibt, viel im Internet umgehört, bin auf verschiedene Schreibtrainerinnen, wie Annika Bühnemann, Julia K. Stein und eben Jurenka Jurk und ihre Webinar begeistert mitgemacht, obwohl ich eigentlich schon schreiben kannte. Aber wenn man in den Literaturbetrieb nicht hineinkommt und sich sehr dafür interessiert.

Mit den “Nanowrimos” habe ich 2009 begonnen und, glaube ich, an dieseiben mehr oder weniger korrekt mitgeschrieben. Da soll man im November einen Roman von mindestens 50 000 Worten schreiben, was in der Literaturwelt auch einen schlechten Ruf hat.

Das sind die Anfänger, die Leipzig und , die “Hochschule für Sprachkunst” nicht nimmt und nicht beim “Bachmann-Preis” lesen dürfen.

Es schreiben aber mehr Leute als die, die, in den Literaturbetrieb hineinkommen und da finde ich es toll, daß es Autorinnen gibt, die für sie etwas anbietet.

Und bei Jurenka Jurk kann man wirklich viel gratis lernen. Ein bißchen diszipliniert muß man vielleicht schon sein und nicht ganz am Anfang stehen. Aber sonst, glaube ich, kann man viel lernen, wenn man diese Romanwerkstatt bucht, die an die vierzig Euro im Monat kostet.

Da gibt es einen Fokus des Monats in der Masterclass. Im Jänner ist es das “Plotten” Online in der Gruppe und da gibt es das Co-Writing. Damit das Schreiben besser geht, trifft man sich Online, dreht das Kamera auf und schreibt bis vier Stunden für sich hin und kann den anderen dabei zusehen.

Für mich als Siebzigjährige klingt das etwas seltsam, kann aber motivieren. Webinare gibt es auch, wo man zuhölren kann, Fragestunden, Schreibübungen. Also ganz toll und Jurenka Jurk macht auch eifrig Webung dafür, daß es in der Gruppe besser geht und jetzt habe ich noch das “Writersstudio”” mit seinen “Open House” Gratis Workshops vergessen, das auch ziemlich erfolgreich ist.

Offensichtlich gibt es einen großen Bedarf an Schreiben und auch genügend Leute, die dafür etwas zahlen können. Die hatten schon vor Jahren Gruppentermine.

“Schreiben mit Joga”, etcetera, wo man sich im Studio treffen und gemeinsam schreiben konnte und noch etwas ist toll am Jurenka Jurks Schreibwerkstatt, daß die sehr achtsam mit Kritik umgeht.

So steht in dem Beschreibungsbogen, was die Schreibwerkstatt nicht ist.

“Kein Platz für Trolle!”

Sehr gut, daß da der Uli mit seinem “Mitleid und Bedauern” und dem “Hopfen und Malz” draußen bleiben muß, weil man das ja nicht wirklich braucht.

Aus dem Leben einer Schwurblerin

Und jetzt wieder ein Schmankerl aus dem Work of Progress. Den Beginn der “Schwurblerin”:

“Agathe Bischof hatte das Wahllokal betreten, ihren Ausweis abgegeben und war mit dem Wahlzettel in die Zelle gegangen. Den Zettel ausbreiten, nach dem bereitstehenden Kugelschreiber greifen und ihre bevorzugte Partei ankreuzen.

“Wenn das nur so einfach wäre?”, dachte die achtunddreißigjährige Architektin und seufzte auf. Das letzte Mal vor fünf Jahren war es das gewesen. Da hatte sie sich, die Linkswählerin war, sich für die Grünen entschieden, um die FPÖ zu verhindern. Was war seither geschehen?, fragte sie sich und merkte, daß sich ihr Körper zu schütteln begann. Viel war geschehen. Zuerst die Pandemie, die Corona-Krise, dann der Ukraine-Krieg, die Klimakatastrophe, die Teuerung, dann der Angriff der Hamas auf Israel, der sie im schönen Österreich eigentlich nichts anging. Eine Zwangsorfsteuer war auch eingeführt worden, die sie bezahlen mußte, obwohl sie keinen Fernseher besaß.

“Uje, uje!”, dachte Agathe. Ihr Schütteln verstärkte sich und starrte auf den vor ihr liegenden Wahlzettel ÖVP, SPÖ, FPÖ. Dann gab es noch die Grünen und die Neos. Die Linkspartei, ihr bisheriger Favorit gab es auch, aber wenn sie ehrlich war, hatte sie in den letzten Jahren ihr Vertrauen in den Staat und die Parteien verloren.

“Uje, uje!”, hörte sie sich nochmals seufzen.

“Wenn ich das laut sage, werde ich sicher den Reichsbürgern zugezählt!”

Denn eine Schwurblerin, eine Rechte, eine Corona-Leugnerin war sie schon, weil sie sich nicht impfen und nicht testen hatte lassen und keine Maske tragen wollte! Laut dem Bundespräsidenten, den sie einmal gern gewählt hatte und ein halbes Jahr lang bangte, daß er bei der Wahlwiederholung verlieren würde, eine Kollaborateurin und laut der Neos-Chefin Beate Meinl-Reisinger, eine Staatsfeindin, weil sie gegen die Russlandsanktionen, gegen die Waffenlieferungen an die Ukraine und noch immer für Friedensverhandlungen war. Da kommen diese Parteien wohl nicht in Frage und die Grünen wählte sie nicht mehr. Hatten sie die sie bezüglich der Corona-Maßnahmen und der Zustimmung zur Impfpflicht mehr als enttäuscht. Die Grünen also nicht. Das war klar. Das war ein fehlgeschlagener Versuch gewesen. Die ÖVP nicht und die Sozialdemokraten kamen für sie, die in einem Gemeidebau aufgewachsen und die Tochter eines sehr engagierten Parteigenossen war, auch nicht in Frage. Was blieb also über?, dachte Agathe Bischof und ihr Blick blieb blieb auf dem FPÖ-Kästchen hängen. Die FPÖ, die sie das letzte Mal durch die Wahl der Grünen verhindern wollte und jetzt könnte sie, wenn sie ehrlich war, zumindestens zu fünfzig Prozent wählen. War sie doch zu hundert Prozent mit deren Corona-Ansichten einverstanden gewesen. Hatte sich an ihren Demonstrationen beteiligt und hätte sich auch, wenn die Impfpflicht Wirklichkeit geworden wäre und sie einen Strafbescheid bekommen hätte, die Einspruchsformulare von ihrer Seite heruntergeladen. So weit war es nicht gekommen. Sie war aber immer noch zu hundert Prozent mit der Freiheitlichen Corona-Meinung einverstanden und, daß Herbert Kickl, wenn er Volkskanzler wäre, die ORF-Zwangssteuer abschaffen würde, war auch ein Argument, das sie in diese Richtung bringen könnte. Wenn das nur glaubhaft wäre?, dachte Agathe und seufzte auf. War sie sich doch diesbezüglich gar nicht sicher und mit der freiheitlichen Ausländerpolitik und der Festung Österreich war sie auch nicht einverstanden, wie sie auch weiterhin “Töchter, Söhne!”, bei der Bundeshymne singen und ein bißchen gendern wollte. Das also nicht, obwohl der blaue Kästchen verlockend blinkte und sie 2020 bei der Wien-Wahl auf einer Veranstaltung der Linkspartei im Wiener Prater gewesen war und da eine junge Genossin begeistert von der Enteignung des Theresianums schwärmen hörte. Das ebenfalls nicht, obwohl sie bezweifelte, daß die junge Frau jemals Gelegenheit bekam, ihre Forderung umzusetzen. Die Grünen hatten sie enttäuscht und die FPÖ würde sie auf keinen Fall wählen. Was aber dann?, fragte sich Agathe und wußte die Antwort nicht.

“Brauchen Sie Hilfe?”, hörte sie von draußen eine besorgte Stimme rufen. War sie doch offenbar zu lange in der Zelle verblieben und hielt den Betrieb auf.

“Nein, nein, keine Sorge!”, hörte sie sich dementieren. Steckte das unbeschriebene Formular in das dazugehörende Kuvert, hielt es dem Wahlleiter entgegen und stürzte mit ihrem Paß aus dem Lokal.”

So, das müßte dem Uli eigentlich gefallen. Er wird aber schon etwas finden, was ihn empört.

Ohrenschmaus-Jurysitzung

Den “Ohrenschmaus-Literaturpreis” für und “Von Menschen mit Lernschwierigkeiten”, gegründet von Franz Joseph Huainig, gibt es seit 2007.

Der liebe Otto, mein damaliger literarischer Begleiter hat mich in Jury gebracht, die sich seither sehr gewechselt hat. Heinz Janisch war dabei und Felix Mitterer als Schirmherr und Ludwig Laher, den ich vor einigen Jahren vorgeschlagen habe. Und weil Franz Joseph Huhainigg, die Stars dabei haben will, ist Günter Kaindlsdorfer vom ORF schon ein paar Jahre dabei. Vea Kaiser ,war einige Zeit darin und jetzt glaube ich, Raphaela Edelbauer und Arno Geiger.

Berühmte Namen, die aber leider wenig Zeit haben und jetzt sind zur Jurysittzung, die immer noch Online stattfindet, sind nur Arno Geiger und Günter Kaindlsdorfer und erschienen. Die anderen waren krank und haben außer Heinz Janisch keine Vorschläge gemacht.

Es gab hundertachtundachtzig Einrechungen, die ich mir über Weihnachten angeschaut habe und das Schokopreis-Thema hieß Freiheit.

Arno Geiger, den ich 1996 in Klagenfurt kennenlernte, der damals ganz unbekannt war und dessen Text mir sehr gefallen hat und der inzwischen Karriere machte, hat sich sehr eingebracht und an allen Texten den literarischen Anteil gesucht. Der ORf-Moderator Günter Kaindlsdorfer, der, glaube ich, in meiner Nähe wohnt, war auch sehr kritisch. So war die Sitzung sehr lang, weil alle vorgeschlagenen Texte genau durchbesprochen wurde.

Wir haben jetzt die drei Hauptpreisträger und interessant, diesmal sind glaube ich lauter neue Namen dabei und nicht die nurdie Dauerpreisträger.

Der Freiheits-Text kommt auf die Zotter-Schokolade, auf die ich mich schon freue, obwohl ich noch zwei vom letzten Jahr in den Regalen liegen habe.

Eine Ehrenliste gibt es auch und ein Buch das bei der Preisverleihung vorgestellt wird und die ist im März im Raiffeisenhaus.

Ich bin gespannt, habe wieder eine Laudatio übernommen und die neue Stipendiatin wird die 1996 geborene in Hartberg, Steiermark lebende Agnes Zenz sein, die schöne Gedichte schreibt.

Der Tod der Helena Adler

Die Salzburger Autorin  die ihre Bücher bei “Jung&Jung” verlegte, wurde 1983 in Oberndorf geboren und ist auf einen Bauernhof aufgewachsen.

2023 hätte sie beim “Bachmann-Preis” lesen sollen, hat aber krankheitshalber abgesagt und jetzt die Nachricht, daß sie am fünften Jänner gestorben ist und offenbar einen Brustkrebs hatte.

Die Schriftstellerin, die eigentlich als Stephanie Helene Prähauser geboren wurde, nannte sich, um nicht mit Theresa Präauer verwechselt zu werden.

Helena Adler, studierte in Salzburg Germanistik und Psychologie und begann, wie beispielsweise auch Gertraud Klemm mit ihrem Debut “Hertz” beim “Arovell-Verlag”.

Dann muß sie der “Jung & und Jung” entdeckt haben, denn “Die Infantin trägt den Scheitel links” ist schon dort erschienen.

Es stand auf der Öst und hat mir, glaube ich, gut gefallen. Obwohl das Cover, das die Autorin, glaube ich, selber machte, etwas auffällig war, wie auch Helena Adler selbst, die immer stark geschminkt war und große Ohrringe trug.

“Fretten” ist dann 2022 erschienen und hat mir eigentlich nicht so gut gefallen, weil ich es für eine starke Thomas Bernhard Annäherung hielt.

Helena Adler, die neue Königin der Provinz, die sich mit deren Schwierig- und Abscheulichkeiten auseinander setzt und damit meiner Meinung nach, wieder das österreichische Provinzklischee verstärkte.

Auf den “Bachmann-Text” wäre ich neugierig gewesen und jetzt die Nachricht. Die Autorin, die mit einem Künstler und einem Kind in der Nähe von Oberndorf zusammenlebte, ist nach schwerer Krankheit verstorben und hinterläßt ihr Kind, das ohne Mutter aufwachsen muß.

Vom Umgang mit Kritik

Daß ich mit Kritik nicht umgehen kann, sondern jeden, der sagt, daß er Mitleid mit meinen schlechten Schreiben hat, für einen Spamer halte, schreibt der Uli immer und so ganz unrecht hat er damit nicht.

Aber da müssen wir in das Jahr 1973 zurückgehen, wo ich im Mai meine Matura machte und dachte, jetzt werde ich Psychologie studieren und schreiben. Da habe ich mich im Sommer an eine Geschichte gemacht, die von einer Hure handelte, die am Nachmittag Kinder unterrichtete und die ist auch fertig geworden. Daß ich sie korrigieren sollte oder könnte, davon hatte ich, glaube ich, noch keine Ahnung und ich habe auch an keine Veröffentlichung gedacht, sondern den Text einem alten Herr gezeigt, der gleich mir mit dem Studium angefangen hat.

“Das ist eine schöne Broschüre!”, hat er freundlich gesagt und ich war verwirrt. War das doch eine Erzählung.

Am Tag studieren, am Abend schreiben und am Wochenende, habe ich gedacht, was natürlich nicht klappte. Denn eigentlich hatte ich keine Ahnung, wie man literarisch schreibt, war das ja die Zeit des experimentellen Schreibens. Es gab den “Charly Tractor” und den “Lexikonroman” und die GAV hat sich auch gebildet. Aber ich habe isoliert vor mich hingeschrieben. Versuch und Irrtum und war, glaube ich, 1977 oder 1978 so weit, daß ich das nächste fertigbrachte.

“Die Einladung zum Tee”, eine kurze Dreieckgeschichte, die ich zuerst der Monika und dann dem Gerhard zeigte. Beiden haben mir gesagt “Das ist nicht gut, aber wir wissen auch nicht wie es besser geht!”

Die Monika hat mich dann aber in den “Arbeitskreis schreibender Frauen” und dann zu meiner ersten Lesung in der “Alten Schmiede” gebracht. Das hat “Literatureck”, geheißen, der Vorläufer von den “Textstellungen” und man hat bei der Anmeldung gesagt bekommen, daß man kriitisiert werden wird. Da wurden zwei Autoren eingeladen in meinen Fall den Gustav Ernst und die Marie Therese Kerschbaumer, die ich schon vom Arbeitskreis kannte. Sie haben kritisiert. Sind dann was trinken gegangen und haben mich stehen gelassen. Das war 1980, glaube ich, und da gabs eine Ausschreibung für ein rollenspezifisches Kinderbuch “Mädchen dürfen pfeifen, Buben dürfen weinen” und da habe ich mit meiner “Güler” gewonnen. Das Buch ist bei “Jugend und Volk” erschienen und hat den “Kinderbuch-Preis” bekommen. Den Halben, die andere Hälfte, die Christine Nöstinger, die in der Jury gesessen ist, mit ihren “Austauschkind”.

1987 bin ich in die GAV aufgenommen werden. Das habe ich, glaube ich, schon 1986 versucht, wurde aber vertagt.

Ich habe geschieben und geschrieben, die Texte wahlos an Verlage geschickt. Da kann ich mich erinnern, daß ich die “Hierarchien” an Residenz oder den Jochen Jung schickte. Keine Antwort. Dann kam der Gerald Bisinger, den ich gern mochte, brachte was von mir im Radio und sagte “Versuch es noch einmal!”, was den Jochen Jung erboste. Denn 1987 bin ich von Klinik, wo ich an der HNO Assistentin war weggegangen und die “Hierarchien” darüber geschrieben. Die ich an zweiundvierzig Verlage schickte, weil mein Stotterer Buch, das ich gemeinsam mit Edith Thabet schrieb, war schon da. Als das nichts wurde, habe ich, kann ich mich erinnern, an den Hofrat Unger geschriebeen und, um einen Zuschuß gegeben um das Ganze schon selber zu machen. Das habe ich dann den Jack Unterweger gezeigt, der damals in Krems-Stein interniert war und der hat das Buch dann gemacht und da waren die Kritiken interessant, denn in der “Literatur aus Österreich” stand “Das ist das Schlechteste was je geschrieben wurde und man versäumt nichts, wenn man es nicht liest!”

“Gut, das ist ein Anfängerbuch!”, habe ich gedacht, als ich es aber später wiedergelesen habe, gemerkt, “Das ist gar nicht so schlecht!”

Um Stipendien und Preise habe ich angesucht, aber nichts bekommen und Ausschnitte an Zeitschriften. Das hat manchmal geklappt. Als ich in die GAV aufgenommen wurde, hatte ich die “U-Bahngeschichten” im “Wespennest”. In der “Rampe” und im “Podium” ist einiges von mir erschienen. In den “Manuskripten” nicht.

So habe ich geschrieben und geschrieben und die Texte ausgeschickt. 2000 hat mir der Alfred , die “Wiener Verhältnisse” als “Digibuch” zum Geburtstag geschenkt und 2005 oder so habe ich aufgehört meine Texte auszuschicken, sondern sie selbst veröffentlicht, was damals noch eine umstrittene Pionierleistung war.

“Das darfst du auf keinen Fall machen, denn sonst bist du weg vom Literaturbetrieb!”, hat es damals geheißen. Ich habe in der GAV 2001 und von 2003 bis 2009 den “Tag der Freiheit des Wortes” organisiert. Die Frauenlesungen veranstaltet, aber damit aufgehört weil kaum Publikum zu den Lesungen gekommen sind.

Und wenn man seine Bücher selber macht und sie auf seinen Blog präsentiert, den es seit 2008 gibt, hat man kaum Feedback, sondern höchstens ein paar Spamer. Drei Große habe ich bisher gehabt und ein paar Keine, die immer wieder stichelen. Eigentlich recht wenig, denn ich antworte immer freundlich.

Die zweite Spamerin war die JuSophie, die ich im Literaturhaus bei der Studentenlesung kennenlernte. Die hat die “Mimi” und die “Zwillingswelten” sehr verrissen.

Aber ich bin professionellerer geworden. Es gibt die Vorschauen und die Leserunden, wo sich einmal, glaube ich, der Manfred Lagler-Regal, mein treuer Blogbegleiter, der selber schreibt, meldet und ein paar Leute von der Schreibgruppe “Westbahn spontan”, die die Ruth Aspöck für ihren damaligen Begleiter Robert Eglhofer gründete. Die Gruppe gibt es auch nicht mehr, wie auch mein langjähriges Highlight, die Lesung beim Volksstimmefest.

So schreibe ich für mich allein, wie mir Pastor B. Ende Siebzig glaube ich auch geraten hat, aber damals war ich nicht so weit, das anzunehmen, sondern habe gesagt “Aber die Jelinek tut das doch auch nicht!”

Gehe regelmäßig zum “Tag der offenen Tür” des “Writersstudio” und seit ein paar Jahren verfolge ich das Romanplanjahr der Jurenka Jurk und da kann ich sagen, das ist wirklich toll. Die will natürlich Kunden für ihre Ausbildungen finden bietet aber sehr viel an, wo man mitschnuppern kann und wenn man diszipliniert und genau ist, kann man da sehr viel lernen.

So weit so what, der Uli schreibt gelegentlich “Sie können nicht schreiben!”, was mich kränkt, obwohl ich, inzwischen mit Kritik umgehen kann und mich mit ihm darüber streite, ob ich jetzt eine Hobbyautorin bin oder nicht und ob man für eine Lesung Honorar verlangen kann?

Ich weiß, was der Kritik stimmt und was nicht, obwohl er mir das nicht glaubt.

Ich bin eine sozial und gesellschaftskritische Autorin, die es vielleicht mit der Sprache und der Rechtschreibung nicht so genau nimmt und so wird man wohl auch schreiben dürfen. Experimentell bin ich nicht, gehe aber viel zu Veranstaltungen, lese viele Bücher.

Auch da kann man viel lernen und beharre jetzt auf Lob und positives Feedback. Eigentlich unverschämt liebe Eva, wie kannst du nur?

Wieder in das Romanplanjahr

Das geht ja schon seit einigen Jahren so, daß das neue Jahr für mich mit dem fünftägigen Webinaren der Jurenka Jurk beginnt. Da werden immer Arbeitsblätter ausgegebeen, wo man seine Romanziele eintragen und schauen kann, was man noch braucht, damit das Romanprojekt fertig wird?

Und das tust du jetzt schon das vierte oder fünfte Mal iwerden meine Kritker vielleicht fragen, die immer gleichen Bögen ausfüllen und dann im Herbst die Mini-Workshops des “Writersstuios“. Wie kommst du da weiter? Du brauchst doch einen Verlag eine Agentur, ein Stipendium, etcetera?

Eine spannende Frage und so habe ich das erste Arbeitsblatt heute auch schnell ausgefüllt. Habe meine vier Bücher, meine Lesungen angegeben und dann natürlich, daß ich mir mehr Feedback wünschen würde.

Das schreibe ich schon öfter, es kommt aber keine Reaktion. Es bleibt so, wie es ist und außerdem habe ich zu Weihnachten mit der “Schwurblerin” angefangen und da habe ich zwölf Szenen, zwanzig Seiten und 9103 Worte. Es beginnt ,wie schon beschrieben in der Wahlzelle und dann tritt Maria Mattuschek vermehrt auf. Die beiden Frauen sitzen vor dem Fernseher. Agathe resumiert die letzten Jahre, so weit so what und das Schreiben ist wieder erstaunlich schnell und erstaunlich gut vor sich gegangen, aber dann kommt der Uli oder jemand anderer und sagt “Quatsch!”

Die Arbeitsblätter also ausgefüllt. Ich hatte gestern und heute viele Stunden und um sieben, wo das Webinar stattfand, eine Stunde. So bin ich erst um acht in den Stream hineingekommen, wo Jurenka Jurk und Coach Katja vom regelmäßigen Schreiben, dranbleiben und sich nicht entmutigen lassen diskutieren. Da bin ich auch schon darüber und das Schlimmste, was passieren kann, ist daß die “Schwurblerin” bei 20 000 Worte endet, noch dazu wo ich ja keine Ahnung habe, wie die Wahl im September ausgeht und man mir vielleicht einen Monolog vorwerfen könnte, aber das ist egal.

Es kommen also bis Freitag noch vier Arbeitsblätter und am Freitag und am Sonntag noch Webinare. Seen wir gespannt, wie es weitergeht und was ich mir davon mitnehmen kann?

Das Arbeitsblatt zwei fragtdanach, ob man alles hat, was ein Autor braucht? Da ist interessant, daß die Romanschulleute darauf bestehen, daß man das schon ist, wenn man beispielsweise dieses Webinar besucht und dafür kein Buch bei “Suhrkamp” braucht. 

Jurenka Jurk hat da immer an die zweihundert Teilnehmer, die schreiben lernen wollen. Das finde ich schön, auch wenn die vielleicht über das Selfpublishing nicht hinauskommen und das Dranbleiben und das Fertigschreiben ist auch nicht so einfach. Ich kann das schon, schreib ich ja schon über fünfzig Jahre literarisch und was ich brauche, die Anerkennung den Erfolg natürlich, das werde ich jetzt wahrscheinlich öfter schreiben.

Was ich noch lernen muß, um mein Ziel zu erreichen? Man lernt wahrscheinlich immer bis an das Ende seines Lebens und ich lerne durch das Schreiben, denke ich, auch wenn das nach Außen keine Wirkung zeigt.

Was ich brauche um zum veröffentlichten Publikumsautor zu werden? Einen Verlag, der mich bringt, aber die schreibe ich schon lange nicht an, Einladungen zu Lesungen, positive Rezensionen, etcetera.

Chancen und Risiken die mein derzeitiges Projekt begünstigen oder bedrohen?

Das ist bei der “Schwurblerin” noch einmal ein bißchen schwierig. Denn über die aktuelle politische Situation und die Corona-Aufarbeitung darf oder soll man eigentlich nicht schreiben und wir haben jetzt Jänner. Die Wahl ist vermutlich im September. Wie soll ich da schon wissen, ob da ein Volkskanzler gewinnt. Die Agathe resumiert aber ihren Weg der letzten Jahren und hat da Unterstützung von einer dementen alten Frau.

Das finde ich ganz ehrlich originell und die Gefahr ist natürlich wieder, daß das Ganze sehr kurz wird und vielleicht schon bei zwanzigtausend Worten endet.

Beim dritten Arbeitsblatt sind wir schon beim Romanfahrplan angekommen, den die Romanschule ja unterrichtet, also wie gut ist man bei seinen Figuren, der Heldenreise, dem Plotten und der Szenenplanung und wie gut will man da noch werde. Etwas was man wahrscheinlich selbst schwer einschätzen kann und ich bin auch keine große Plotterin, sondern plane immer ein paar Szenen im Voraus und denke höchst wahrscheinlich auch nicht so viel an meine Leser, weil ich ja weiß, daß ich die ohnehin nicht finde.

Am Abend gabs ein neues Treffen, wo es ein bißchen durcheinander ging. Die heutigen Arbeitsblätter waren leichter, als die vom Dienstag, wenn man einschätzen kann, wie weit es mit der “Heldenpreise” steht? Ich weiß noch immer nicht, ob ich die brauche oder nicht, als das was man zum Autor braucht?

Da habe ich, glaube ich schon fast alles, außer der Anerkennung von außen, denn wenn immer einer kommt, der sagt, so darf man nicht schreibenl ist das ein bißchen schwierig,

Auf die Ausdauer kommt es an und was macht man, wenn die Freundin während ich beim Kaptitel sitze. kommt und sagt: “Wir gehen wir in den Biergarten!”

Da bin ich wahrscheilich eine, die eher mitkommt und eine Idee, keine richtige Schreibübung war, einmal den “Medicus” oder den Kafka weiter zu schreiben.

Bei den Arbeitsblättern vier geht es weiter mit dem Romanfahrplan. Wie weit bist du bei Dialogen? Da schreibe ich ja immer, ich kann keine. Stimmt aber nicht, denn meine Handlungen werden oft durch Dialoge vorangetrieben. Beim “Show not tell” muß ich ein bißchen passen. Da kann ich noch sicher lernen und das Überarnbeiten betreibe ich ebenfalls. Erst dann geht der Text zum Alfred und nun das Veröffentlichen.

Natürlich ein Verlag, “Suhrkamp” oder “Rowohlt,” selbstverständlich. Aber was, wenn die mich nicht nehmen? Da ist das Selbpublishing, das ja noch immer einen schlechten Ruf hat, einen wahrer Segen und da bin ich eine Pionierin, weil ich es schon seit 2000 betreibe, obwohl der Uli wieder meint, daß ich es nicht richtig mache.

Im Arbeitsblatt 5 geht es, was man 2024 alles umsetzen will. Da will ich den oder die Romane fertigschreiben und ein bißchen Anerkennung dafür bekommen und kann da gleich vermelden, daß ich mit der Rohfassung der “Schwurblerin” und das ist diesmal wirklich nur eine Materialsammlung fertig bin und bei 11 864 Worten, sechsundzwanzig Seiten und siebzehn Szenen. Das ist natürlich kein Roman, das weiß ich schon. Also das mal korrigieren und vielleicht bis zum Wahltag liegen lassen oder noch ein paar andere Handlungsstränge, zum Beispiel, die Omas einfügen.

Meine Schreibzeiten weiß ich. Das heißt, ich schreibe immer wenn ich Zeit habe. Also nicht täglich, habe aber eine gute Disziplin, weil mir das Ganze ja sehr wichtig ist.

Dann kommt der Vertrag. Was will ich in einem Jahr geschafft haben und, wie belohne ich mich damit? Das habe ich, glaube ich, schon beschrieben und jetzt kam das Neue. Jurenka Jurk experimentiert da sehr herum und bietet immer wieder Neues an, wo man sehr viel lernen kann.

Das war jetzt das Co-Writing. da schaltet man den Computer ein. Läßt die Kamera an und alle schreiben zwei Stunden gemeinsam, weil das wahrscheinlich motiviert. Da bin ich auch schon darüber hinaus und Jurenka Jurk fragte zu Beginn, wer schon alle Arbeitsblätter gemacht hätte und bot dann an, die in der Schreibzeit zu bearbeiten. Sonst gab es eine Schreibaufgabe: “Brich in die Wohnung deines Charakters ein und beschreib alles ganz genau.”

Das ist sicher eine gute Übung, die ich benützen kann, wenn ich wieder was beginne und am Abend gab es, das Abschlußtreffen, wo die Romanwerkstatt, die es seit einiger Zeit gibt, vorgestellt wurde.

Das war es, intensive fünf Tage und jetzt hinein in das Rommanjahr 2024. Obwohl ich nicht ganz sicher bin, ob ich bei dem Romanfahrplan, dem tollen Geschenk der Jurenka Jurk, wirklich schon wissen kann, wann ich mit der Planung des Helden, des Antogonisten, etcetera fertig bin, denn ich plane ja nicht wirklich, bin aber gespannt.