Gerhard Jaschkes Sommerfest in Unterretzbach

Saxophonquartett
Gerhard Jaschke

Der 1949 geborene Gerhard Jaschke Herausgeber des “Freibords”, der auch eine Zeitlang Generalsekretär der GAV war, war der Lebensmensch der 2018 verstorbenen Malerin Ingrid Wald, bei deren Begräbnis ich war und die hat 2002 in Unterretzbach eine “Sommergalerie” gegründet, die heute von ihren Sohn Thomas geleitet wird und seit dieser Zeit findet offenbar jedes Jahr dort ein Sommerfest statt.

Waltraud Haas

Einladungskarten lagen in der “Alte Schmiede” auf, die ich öfter gesehen habe, mich aber erst heute entschlossen habe, mit dem Alfred dort hinzufahren. Offenbar war es mir zu weit und zu umständlich. Da habe ich wohl viel versäumt, denn die Galerie liegt in einen schönen Garten.

Man konnte die bunten Bilder, der 1943 geborenen Ingrid Wald bewundern, die sich, wie ich mich erinnern kann, immer nett mit mir unterhalten hat.

Der Vortragssaal war mit den bunten bemalten Sessel ausgestattet, die ich auch schon auf Karten gesehen habe. Ein Buffet gab es auch, das offenbar von Freunden zusammengestellt wurde. So sah man Leute mit Kuchenschüsseln. Käse, Wurst und Auftriche gab es auch und natürlich Wein und Bier und gleich beim Eintrittviele Bekannte getroffen, wie Jopa Joakin, Waltraud Haas, Gabriele Petricek etcetera.

Richard Weihs

Um circa zwei beginnt es, stand auf der Ankündigungskarte, die ich schon vor einigen Monaten in der “AS” gefunden habe. Wir waren um viertel vier, glaube ich, dort und da hat es bald begonnen.

Gerhard Jaschke, der mir bei Begrüßung sagte, daß ihm die Organistation schwer gefallen ist und bei der Verabschiedung, daß es das letzte Mal sei, daß er das Fest veranstalte, hat er ja vor einigen Jahren einen Schlaganfall erlitten, der ihn ziemlich einschränkt, moderierte und es begann sehr musikalisch mit dem Saxophonquartett, das auch im Dezember im Rathaus spielte, als Lisa Spalt den “Veza-Canetti-rPeis” bekommen hat.

Dann kamen Markus Köhle und Mieze Medusa auf die Bühne beziehungsweise zum Vortragstischchen, die ebenfalls musikalisch, von Veronika Humpel und Wolfgang Seierl unterstützt wurden und die jeweils einige Stellen aus ihren neuen Büchern vorlasen.

Markus Köhle aus “Das Dorf ist wie das Internet, es vergißt nichts” aus dem ich ihn schon lesen hörte und Mieze Medusa aus “Was über Frauen geredet wird“, das ich schon gelesen habe.

Dann lasen Waltraud Haas und Günther Kaip aus ihren neuen bei “Keiper” erscheinenen Büchern und Gerhard Jaschke wies auf das neue “Freibord hin, in dem beide Autoren enthalten sind, das er mir bei den GAV-Feierlichkeiten überreicht hat, sowie auf seine nächsten Veranstaltungen, die im Herbst in der “AS” und auch an anderen Orten stattfinden werden.

Geriatrico

Claudius Kölz sang vor der Pause noch einige Chansons und Saxophoneinlagen gab es auch. Dann gings zum Buffet und zu den Gesprächen. In der zweiten Runde wars dann nur mehr musikalisch. Da gab es zuerst einige Lovesongs und dann die “Kroat” und anderes von Richard Weihs und dann noch ein Konzert von “Geriatrico” und es war ein schönes Fest in einer schönen Atmosphäre.

Susanne Ayoub, die im nächsten “Freibord” vorkommen wird, habe ich auch noch gesehen und sie hat mir auch, ich bin da ein bißchen ungeschickt, beim Öffnen einer Weinflasche geholfen und Barbara Neuwirth die im Nachbarort wohnt, sowie denLehrer aus Retz, den ich früher öfter in der “AS” gesehen habe.

Schade, daß es das nicht mehr geben wird, denn jetzt wäre ich wahrscheinlich regelmäßig hingefahren.

Zum fünfzigsten Todestag von Christine Lavant

Diese Woche spricht der Kärtntner Literaturwissenschaftler in den “Gedanken für den Tag” in Ö1, über Christine Lavant, die am vierten Juni 1915 bei St. Stefan im Lavanttal geboren wurde und am siebenten Juni 1973 in Wolfsberg gestorben ist und im Juni 1973 hatte ich gerade meine Matura gemacht, habe an meiner ersten Erzählung geschrieben, mir Bücher gekauft und war in meiner philosophischen Krise und überzeugt, daß ich nun in den Literaturhimmel aufsteigen kann, sehr euphorisch.

Für Literatur habe ich mich ja wahrscheinlich schon immer sehr interessiert und von der Frau Professor Friedl, meiner Deutschlehrerin in der Straßergasse, auch ein profundes literarisches Wissen mitbekommen. So haben wir im vierten Jahrgang ein ganzes Jahr lang Goethes “Faust” durchgenommen was ich zuerst für einen Witz gehalten haben und von der damaligen Gegenwartsliteratur nicht will gehört, weil das Schuljahr schon im Mai zu Ende war und in dem Deutschlehrbuch kann ich mich erinnern, sind die Namen H. C. Artmann, Peter Handke, Ingeborg Bachmann, die am siebzehnten Oktober 1973 in Rom verunfallt ist, vorgekommen.

Ob auch von Christine Lavant etwas drinnen stand, kann ich mich nicht erinnern, habe mich aber seit Sommer 1973 sehr intensiv mit der Literatur beschäftigt, habe Bücher eingekauft, an eine Rilke- Lyrikausgabe kann ich mich erinnen und den “Mann ohne Eigenschaften” den ich im Sommer 1974 im Häuschen am Almweg h gelesen und wahrscheinlich nicht verstanden habe.

Adalbert Stifter habe ich während meiner Studetinnenzeit viel gelesen und Thomas Mann, den “Zauberberg” und den “Doktor Faustus” wahrscheinlich auch nicht viel verstanden und ein paar Jahre später, als ich schon den Willi von den “Logischen Denkern” kannte und mit ihm in den Volksgarten tanzen ging, Heimito von Doderers “Dämonen” und 1978 oder 1978 bin ich dann auf Vermittlung der Monika Jensen in den “Arbeitskreis schreibender Frauen” gekommen”, bin da irgendwann auf das Buch der Hilde Schmölzer “Frau sein und schreiben” gekommen und da war, glaube ich, ein Portrait der Christine Lavant , neben dem der Christine Busta, der Ilse Aichinger, der Barbara Frischmuth, der Friederike Mayröcker, etcetera, drinnen.

Eines von Elfriede Gerstl nicht und als ich die Hilde Schmölzerhttps://literaturgefluester.wordpress.com/2017/01/25/geburtstagsfeier-fuer-hilde-schmoelzer/te einmal danach fragte, antwortete sie mir, sie war damals noch nicht so berühmt oder ist ihr nicht so aufgefallen und über Christine Lavant habe ich wahrscheinlich einige Fernseh oder Radiosendungen gehört und gesehen und Lavant-Lieder gibt es auch.

Ob ich viel von ihr gelesen habe, weiß ich gar nicht so genau, habe aber einmal einen Lyrik-Band in einem der Bücherschränke gefunden und einmal ein Buch für die Anna bei der Anna Jeller gekauft. Eine Lesetheaterveranstaltung gab es auch einmal und dann die große Lavant-Ausstellung vor ein paar Jahren im Literaturhaus und da gibt es, glaube ich, immer noch die “Lavant-Lesen-Reihe”, wo ich, glaube ich, auch nicht besonders oft war.

Die Lavant ist unwidersprochen eine große Dichterin und Außenseiterin der Nachkriegslandschaft, die vielleicht jetzt auch ein bißchen in Vergessenheit geraten ist, aber der 1949 geborene Klaus Amann, der Leiter des Musil-Archivs in Klagenfurt, ist, glaube ich, ein begeisteter Lavant-Fan und bringt das “alte Weiblein” das vielleicht gar nicht so konservativ und katholisch war, wie man ihr unterstellen könnte, den literarisch interessierten Frühaufstehern wieder nahe.

Die als Christine Habernig geborene und als Christine Thonhauser verheiratete Thonhauser hat sich ab 1948 nach ihrem Heimattal umbenannt und ist immer krank und sehr schwächlich gewesen. Die Armut hat sie auch kennengelernt und sich durch Stricken durchs Leben gebracht.

1937 lernte sie ihren späteren Mann, den Kunstmaler Josef Habernig kennen und war auch mit dem Maler Werner Berg, der sie öfter portraitiert hat, befreundet.

Der Gedichtbänd “Die Bettlerschale” ist sehr bekannt. Dann gibt es noch “Das Wechselbälchen” und die “Aufzeichnungen aus dem Irrenhaus”, das ich damals für die Anna besorgte.

Psychiatrieerfahrungen hat sie also auch gemacht. Aber 1979 den “Großen österreichischen Staatspreis für Literatur” bekommen. Es gibt seit 2015 eine “Internationale Christine Lavant Gesellschaft” und seit 2016 auchh einen “Christine Lavant Preis”, den schon Bodo Hell, Judith Schalansky, Maja Haderlap, Alois Hotschnig, etcetera, bekommen haben.

Turbulenzen beim SP-Parteitag

Ich bin ja, wie ich immer schreibe in einem der sozialistischen Gemeindebauten aufgewachsen. Der Vater Sozialist, Parteifunktionär, Angesteller in der WGKK, am Abend Mitarbeiter in der Tanzschule Hernals, die damals den Sozialisten gehörte, Referent der Büchergilde Gutenberg und ich war als Kind einige Jahre rhythmisches Tanzen bei den “Kinderfreunden” zu Weihnachten gab es für die <kinder der Parteimitglieder immer ein sozialistisches Kinderbuch von Vera Ferra Mikura, Friedrich Feld, etcetera unter dem Christbaum und als ich wahlberechtigt war und nicht hinging, hat sich einer der Funktionäre bei meinen Vater beschwert, der auch Wahlbeisitzer war.

Die Sommer habe ich meistens in einem Ferienheim der Kinderfreunde in St. Veit an der Glan, wo ich mit fast sieben fast ertrunken wäre und kurz vorher Masern hatte, in Klein St. Paul, Kaprun etcetera und nach meinen Psychologiestudium habe ich eine Zeitlang bei den “Kinderfreunden” gearbeitet. Da war ich auch Parteimitglied, weil ich dort angestellt sein wollte. Später bin ich wieder ausgetreten und habe mich eigentlich immer linker als die immer bürgerlicher werdende SPÖ gefühlt.

Aber in den heroischen Siebzigerjahren unter Kreisky studiert, wo die Schulbücher und die Straßenbahnfahrt für Schüler und Studenten gratis waren und diese Zeit als sehr stark erlebt.

Dann habe ich mich im “Arbeitskreis der schreibenden Frauen” literarisiert, der vom “Bund demokratischer Frauen” gegründet wurde und die KPÖ gewählt. Ene zeitlang auch die Grünen. Dann wieder KPÖ und bis 2019 regelmäßige Lesungen beim Volksstimmefest. Einmal habe ich in dieser Zeit auch die SPÖ gewählt um Jörg Haider und die FPÖ zu verhindern. Da hat mir der Martin geraten, Caspar von Einem, der damals Innenminister war, eine Vorzugsstimme zu geben. Nachher war er das nicht mehr. Das war mir eine Lehre und 2018 als wir die zweite schwarz-blaue Regierung hatten, habe ich den Aufruf von GAV und IG-Autoren für den Rücktritt von Innenminister Herbert Kickl zu unterschreiben.

Da habe ich dann gleich eine Einladung der SPÖ bekommen in die Partei beizutreten und, als es nach Ibizza zu einer Neuwahl kam immer wieder Einladungen der Vorsitzenden Rendi Wagner mich am Wahlkampf zu beteiligen und Veranstaltungen zu besuchen. Ein paar Mal habe ich das getan und 2019 gedacht, jetzt muß ich die Grünen wählen um die FPÖ zu verhindern, was, wie ich hier schon angedeutet habe, ein Reinfall war und jetzt habe wir 2020 grün türkis und die SPÖ unter dem Vorsitz von Pamela Rendi Wagner einer sehr engagierten Frau, Spitzenbeamtin im Gesundheitsministerium, dann Gesundheitsministerin, bevor sie die erste weibliche Vorsitzende wurde und die Männer haben zugeschlagen und sie wegzumobben versucht, was sie vier Jahre selbstbewußt widerstanden hat. Dann kam der burgenländische Parteichef Hans Peter Dokozil und zwang sie zu einer Mitgliederabstimmung, die etwas skurril begann.

Denn da hieß es plötzlich, jeder der in die Partei eintritt, kann nicht nur mitwählen, sondern auch selbst Vorsitzender werden, was zur Folge hatte daß sich Gerald Grosz, Martin Sellner und sogar eine Giraffe bewarben und auch ein paar einfache Funktionäre. Dann hieß es, man muß dreißig Unterstützungserklärungen vorlegen und inzwischen hat sich auch Andi Babler, der sehr engagierte Bürgermeister von Traiskirchen, um den Vorsitz beworben.

Die Giraffen und auch die anderen Parteimitglieder wurden ausgeschieden, was bei einigen, die schwuren, daß sie die dreissig Stimmen hatten, Unmut erregte und dann kam es zum Kampf zwischen Pamela Rendi Wagner, Hans Peter Doskozil und Andi Babler, das heißt, eigentlich haben nur die zwei letzteren gekämpft und die Auszahlung der Mitgliederwahl hat sehr lang gedauert.

Da waren wir schon in Kitzingen als die Ergebnisse bekanntgegeben wurden und die waren ungefähr gleichverteilt. Hans Peter Doskozil mit dreiunddreißig Prozent, der erste. Andi Babler, der zweite und die Vorsitzende am Schluß, die ihre Funktionen zurücklegte.

Eigentlich arg, was Sozialisten mit ihren Frauen machen und dann wurde gestritten ist jetzt der Drittelerste der Sieger oder soll es eine Stichwahl geben, die, wie man hörte, Andi Babler, der Provinzpolitiker, wie er von manchen verächtlich genannt wurde, gewinnen würde.

Andi Babler setzte eine Wahl beim außertourlichen Parteitag durch, die am letzten Samstag in Linz stattfand. Da gab es zwei engagierte Reden, die von Hans Peter Doskozil, sprach funktionärhaft von den schlechtverdienenden Menschen, die er unterstützen würde. Andi Babler rief engagiert, die “Genossinnen und Genossen!”, auf, engagiert in die “Neue Zeit zu ziehen!”, und unterlag dreiundfünfzig und siebenundvierzig Prozent, was den Alfred, als er beim Kuba-Fest davon hörte, Frustation auslöste.

Hans Peter Doskozil rief seinen Mitbewerber auf die Bühne, versprach, daß wenn er die nächste Wahl gewinnen würde, weder mit blau noch mit schwarz koalieren würde, was unmut erregte und am Montag sollte er in Löwelstraße kommen und sein Team bekanntgeben.

Kam aber nicht und als ich um vier, zwischen meinen Stunden,, OE24 auftrehte, glaubte ich meinen Augen nicht zu trauen und dachte kurz an einen Schrez.

Fehler bei der Auszählung, die Ergebnisse wurden vertauscht. Hans Peter Doskozil ist der Sieger und eine fehlende Stimme nach der gesucht wurde, hat es auch gegeben. Spott und Häme, sowie großes Kopfschptteln. Das kann es doch nicht sein, um so mehr, da vorher einer der Wahlleiter wegen Befangenheit abgelöst und durch eine Doskozil Vertraute ersetzt wurde, die dann bekannte, daß sie die Stimmen, was sie eigentlich sollte, nicht nachgezählt hat.

Dann wurde wieder ausgezählt. Diesmal mit einem Notar, einem Rechtsanwalt und viel Presse und man kann nur hoffen, daß es so bleibt und gespannt sein, wie es mit der SPÖ weitergeht und ich habe mich entschlossen, das nächste Mal wieder links, KPÖ plus oder wie immer das heißen wird, zu wählen.

Was ich gern auf dem Volksstimmmesfest verkünden würde, aber da werde ich wohl wieder nicht lesen, obwohl es mir fast versprochen wurde.

Morgentalk am Hauptbahnhof

Andreas Steiner, war wie meist nicht ausgeschlafen, als er kurz nach neun, die Wartezone des Hauptbahnhofs erreichte und sich suchend umblickte, um festzustellen, wie das mit den Securities war.

“Ob die Bekannten mit denen er sich regelmäßig in der Wartezone traf, da die Notschlafstellen, die er regelmäßig benützte, um neun ihre Pforten schlossen und sie erst am Abend wieder eröffnenten schon anwesend waren, um den Tag dort zu verbringen oder totzuschlagen?”, fragte er sich und schüttelte verärgert den Kopf.

Ärgerlich das war es. Er war verärgert und unzufrieden mit sich, hatte er in seinem zweiundvierzigjährigen Leben doch nicht mehr geschafft, als an der Flasche zu hängen, die Nächte in einer Notschlafstelle zu verbringen und die Tage meistens am Hauptbahnhof, wenn er dort von der Security nicht wegeschaucht wurde.

Das stimmte nicht so ganz. Denn eigentlich hatte sein Leben recht erwartungsvoll begonnen. War er doch ein guter Schüler gewesen, der das Gymnasium mit links geschafft hatte. Danach hatte er Soziologie und nicht Medizin, Jus oder an der Wirtschaftsuni, wie die Aufsteiger studiert, denn er war ein gesellschaftspolitisch engagierter Mensch, der die Welt verändert wollte, was ihm aber, weil ihm früh ein Kind passiert war, nicht gelungen war. Denn die Frau mit der einige Zeit zusammengelebt hatte, war sehr anspruchsvoll gewesen und hatte für sich und das das Kind hohe Forderungen gestellt, die er mit den befristeten Anstellungsverhältnissen, die als Soziloge zu bekommen waren, nicht schaffen konnte. So hatte er, bis die Frau ihm hinausgeschmissen hatte, seine Abend öfter mit Kollegen und Freunden in Beiseln verbracht, bis er zum Alkoholiker geworden war und Ingrids und des Jugendamts Unterhaltsforderungen erst recht nicht erfüllen konnte.

Corona hatte ihm dann den Rest gegeben. Da hatte er seine Wohnung verloren. Von Jobs war schon lange keine Rede mehr und so verbrachte er seine Tage regelmäßig in den Wartezonnen am Hauptbahnhof, unterhielt sich mit anderen Sandlern über die Beschissenheit des Lebens und versuchte sich von den Securities, die ihn wegscheuchen wollte, nicht erwischen zu lassen.

“Hallo, Andi! Auch wieder da, hörte er die Stimme des übergewichtigen Robert, der sich schon um halb zehn an seine Bierflasche klammerte und ihm zuwinkte.

Da ging es ihm etwas besser, denn es gelang ihm meistens sich noch ein paar Stunden zurückhzuhalten und in den Notschlafstellen galt ohnehin striktes Alkoholverbot.

“Auch wieder da? Der Erwin kommt auch und der Memet und mit ihm wollen wir vielleicht, damit sich die Securities, die sich immer aufregen und uns nach unseren Tickets fragen, nach Bratislava fahren! Kommst du mit? Machen wir eine kleine Spritztour? Da ist das Bier billiger und die Odnungshüter lassen uns auch in Ruhe?”, fragte der dicke Robert ihn und er schüttelte unentschlossen den Kopf.

“Weiß noch nicht! Keine Ahnung!”, antwortete er zögernd und war fast froh, daß er den schon erwähnten Erwin auftauchen sah, der ebenfalls eine Bierdose in der Hand hielt und sie mit “Hallo, Freunde!”, begrüßte.

“So sieht man sich wieder! Das ist eine Idee! Verbringen wir den heutigen Sonntag in Bratislava und saufen uns ein wenig an! Denn heute ist ein Feiertag, denn ihr habt gestern sicherlich den Parteitag der SPÖ verfolgt, wo sie ihren neuen Vorsitzenden wählten! Was meinst du dazu, Andi? Du bist doch ein Studierter, ein Obersoziologe und kennst dich da sicher aus! Was sagst du zu der SPÖ, die einen neuen Vorsitzenden wählten und dabei eine Frau verscheuchten, weil sie die nächste blau-schwarze Regierung verhindern wollen!”, fragte er ihn und Andreas Steiner schüttelte erneut den Kopf.

“Doch!”, korrigierte er sich dann.

“Den Parteitag habe ich im Fernsehen verfolgt, natürlich, klar und bei der Mitgliederversammlung habe ich auch gewählt, bin ich doch ein Parteimitglied! Bin immer noch, ein aufrechter Sozialist, der immer noch an das Gute glaubt, auch wenn mir, wie auch euch, sehr viel schief gelaufen ist, deshalb bin ich auch verärgert und glaube nicht, daß das billige Bier in Bratislava meinen Frust vertreiben kann! Deshalb bleibe ich, auch lieber hier und lasse euch allein verreisen!”

“Was hast du Andi?”, mischte sich der dicke Robert jetzt wieder ein.

“Warum bist du verärgert? Weil der Doskozil, der scharfe Polizist und nicht der linke Babler gewonnen hat? Mich hat das gefreut, denn einen Linken will ich nicht als Parteivorsitzenden, obwohl ich ohnehin nicht mehr wählen geh! Aber jetzt habe ich jetzt vergessen, du bist ein Studierter und daher ein Marxist und daher enttäuscht, daß der Rechte und nicht der Linke gewonnen hat!”

“Aber der wird die nächste schwarz-blaue Regierung verhindern, hat er geschworen, wenn er Bunderskanhzler wird!”, mischte sich jetzt wieder Erwin ein, der sein Bier ausgetrunken und die Dose in den Mistkübel geschmissen hatte.

Aber lassen wir das Politisieren und vertschüßen und zum Fahrscheinautomat! Sehe ich doch die Security anmarschieren, die sicher unsere Fahrkarten sehen will! Die wollen wir nicht enttäuschen! Wir können sie aber, wenn euch das freut, ihrer Meinung zum Parteitag und dem neuen Vorsitzenden fragen! Das wird ein Spaß ihre Meinung zu hören und wenn ihnen dazu noch ein gewesener Sohziologe seine erklärt, wird das besonders lustig!”, sagte er Andreas Steiner herausfordernd ansehend, der wieder den Kopf schüttelte und sitzen blieb, während sich der dicke Robert und der glatzköpfige Erwin zu den Fahrscheinautomaten entfernten, denn es hatte ihn wirklich sehr verärgert, daß sich wieder der konservative Kanditat und nicht der, der versprochen hatte, sich für alle einzusetzen und dafür zu sorgen, daß alle armen Kinder, ihr tägliches Mittagessen bekamen, die Wahl gewonnen hatten, was vielleicht für ihn und das Kind, um das er sich, obwohl er ihm nicht viel helfen konnte, gut gewesen wäre, obwohl es anders rum besser gewesen wäre, aber vielleicht kann sich das noch ändern….

So das ist ein Text, den ich Sonntagabend aus Impressionen die ich am Beginn unserer Main-Radreise am Hauptbahnhof und den Ergebnissen der SPÖ-Vorsitzenden-Wahl am 3. Juni zusammengestellt habe. Dann ist am Montag den fünften überraschend ein Fehler der Auszählung bekanntgegeben worden, so daß es inzwischen einen anderen Vorsitzenden gibt, worüber ich vielleicht bei Gelegenheit einen satirischen Text schreiben kann.

Kleine Werkschau

Am dritten Juli ist es soweit, da feiert das “Literaturgeflüster” im Jahr meines fünfzigjährigen literarischen Schreiben seinen fünfzehnten Geburtstag und an die sechzig selbstgemachte Bücher gibt es auch.

Ein Grund im Literaturbetrieb abseits zu stehen? Die professionellen Kritiker, die Verlage und auch die Spamer scheinen das zu meinen. Ich sehe das anders und denke fünfzig Jahre ununderbrochene Beschäftigung mit dem Literaturbetrieb und unentwegtes Schreiben ist schon was und deshalb wird es in diesem Jahr auch viele Jubelartikel geben.

Drei “Literaturgeflüster-Bücher” gibt es auch. Das Zweite, das 2020 erschienen ist, beschäftigt sich mit “Meinen Schreiben und meinen Büchern” und da sind siebenundzwanzig, glaube ich ,seit 2008, seit ich mit dem Bloggen begonnen habe, entstanden .

Ein Grund sich im Jubiläumsjahr noch etwas mehr mit meinen selbstgemachten Büchern zu beschäftigen und interessierte Leser darauf aufmerksam zu machen.

Zum Fünfjahrjubiläum, vor zehn Jahren, habe ich ein großes Gewinnspiel gemacht, dreißig Fragen zu dreißig Bücher und jetzt kann es auch ein Gewinnspiel geben, das ich am dritten Juli, wo wir wahrscheinlich auf Sladkys Wanderwoche sein werde auflösen kann.

Also welche Bücher sind 2008 erschienen? Mehr als fünfzehn. Über vierzig habe ich gezählt,, werde hier aber fünfzehn für jedes Jahr eines, auswählen und ein bißchen was dazu erzählen.

Als ich zum Bloggen angefangen habe, habe ich wahrscheinlich an der “Radiosonate” geschrieben und das ist ein sehr umfangreiches Buch, das im Laufe eines Jahres spielt. Es geht um zwei Radiomoderatoren, die sich gegenseitig konkurrieren, eine gefundene Mozart-Sonate und um eine einsame Schreiberin, die ihre Bücher überall verteilt, eines meiner bekannten Themenn, die mache meiner Kritiker als laymamant bezeichnet haben.

2009 sind dann das “Haus” und 2010 “Mimis Bücher” erschienen. In dem einen geht es um hundert Jahre “Steinhof” und um eine drei Frauen Psychiaterinnengenerationen und in “Mimis Bücher” um eine schreibende Frau mit Downsydrom, was wieder eine Anspielung an den “Ohrenschmaus” in deren Jury ich mich ja seit 2007 befinde und eine seiner Autoinnen ist, die inzwischen verstorben ist.

Seit 2011 gibt es die “Zwillingswelten”. Da geht es um eine Frau, die ihre Familie und ihre zwei Töchter verläßt und ihr Vermögen einer Katze vererbt und seit 2012 gibt es die “Frau auf der Bank”. Da haben mich zwei meiner Klientinnen dazu inspiriert und die dritte Frau, die unbedingt am Rathausplatz den Bürgermeister treffen will, könnte man als eine Art Alter Ego bezeichnen.

2013 “Beim Sterben sollten man zu Hause sein” ist glaube ich im Laufe meines zweiten “Nanowrimos” entstanden und 2014 die “Dreizehn Kapitel”, da habe ich mich mit der Frage beschäftigt, ob man einen Roman schreiben kann, wenn man sich in einer Art Reigen von Kapitel zu Kapitel fortbewegt.

2015 ist das “Miranda Schutzengelchen” erschienen. Da geht es schon um eine Ukraine-Krise, um einen Joint, den eine der Protagonistinnen geraucht hat, was zu seltsamen Verwicklungen und Vorstellungen führt.

2016 habe ich zwei Bücher meiner Flüchtlingstrilogie veröffentlicht und “Paul und Paula”, wo ich das Transgenderthema, das jetzt so aktuell ist, schon ein bißchen vorweg genommen habe und da hat mir die liebe Gloria G oder KlausKhittl ein wenig beim Überarbeiten geholfen.

2017 erschien “Claire-Klara-Clarisse” eine Geschichte zu der ich während meiner ersten Kroatien-Reise gekommen bin.

“Die Unsichtbare Frau” ist 2018 erschienen. Da gibt es eine Protagonistin, die während ihrer schlaflosen Nächte mit einer Tarnkappe, den damaligen Außenminister, Basti heißt er, glaube ich, mich zu erinnern, besucht und ihn die Leviten liest. Eine New-York Stipendiatin, die Daniel Kehlmann und Jonathan Franzen Bier oder Rotwein fast auf die Hose schüttet, gibt es auch und den rechten Hobbyschreiber Alfons Tratschke.

2019 ist “Magdalena Kirchberg schreibt einen Roman” erschienen. Da geht eine Physiotherapeutin in Pension, beschließt der daraufflogend könnenden Depression durch das Schreiben zu entgehen, stößt dabei auf ein Auto mit drei Personen und einen afghanischen Nachbarn, der eine alte Frau betreut, die sich mit ihrem längst verstorbenen Liebhaber unterhält, gibt es auch.

2000 ist dann Corona auf uns zugekommen, was mich bekanntlich sehr zum Schreiben inspiriert hat. Zwölf Bücher darüber gibt es, glaube ich, inzwischen schon und ich erwähne das erste “Kein Frühlingserwachen mehr” wo sich der demente Egon im dritten Weltkrieg oder am Mars zu befinden glaubt, während sich seine Frau in ihren jüngeren Assistenten verliebt.

2021 erschien “Mathilde im Coronaland” da ist schon ein bißchen das Leben im Lockdown der Ungeimpften beschrieben.Es kommt aber auche eine Frau vor, die den ersten Weltkrieg und die spanische Grippe erlebte.

2022 erschienen gleich sechs CoronaBücher. Da kann ich die “Gestohlenen Jahre” erwähnen, wo es um den “Bachmann-Preis” geht und die Geschichte bei einer Lesung in der “Alten Schmiede” endet.

2023 wird wahrscheinlich noch einiges erscheinen. Müssen da doch noch “Budapest-Prag-Bratislave” oder ein Dreimäderlhaus” und der “Ukraine-Blues” fertig werden.

Erschienen sind aber schon “In den Wolken leben oder das soziale Kreditsystem” und “Flora Fauns Bücherberge oder ein Freund kehrt zurück” Zu dem Letzteren hat mich ein Bild beim letzten Gratisworkshop des Writerseminars animiert. Eine alte Frau, die durch die Corona Krise ihr soziales Umfeld verloren hat, gibt es auch.

Neugierig geworden? Dann empfehle ich das Lesen, die Probekapitel kann man auf meiner Website im Blog finden. Vielleicht gibts am dritten Juli was davon zu gewinnen oder es beteiligt sich wer von meinen Lesern an den jeweiligen Leserunden, denn das kann man immer noch tun und für Rezensionen bin ich auch sehr dankbar.

Edith Kneifl im Krimisalon

Ich bin ja eine, die eigentlich täglich ihren Senf über den Literaturbetrieb, mein Schreiben, meine Bücher abgeben will und habe das, weil ich ja Alfreds Computer hatte, während unserer Main-Radreise ganz gut geschafft. Aber jetzt zurückgeklmmen von Montag bis Mittwoch bis sechs oder sieben Stunden, ist doch der Donnerstag wieder Feiertag und das “Bett mit dem goldenen Bein”, das ich gerade lese, ist wieder sehr dick.

Am Montag eine sechs Uhr Stunde, da hätte ich in die “Gesellschaft” streamen oder schnell hingehen können, aber der Alfred hat mich auf eine Edith Kneifl Lesung im “Krimisalon” , der Lisa, Schippel, die einmal auf die kleine Anna aufgepasst hat, aufmerksam gemacht.

Nun lese ich angesichts meiner langen Leselisten und meines inzwischen eher langsamen Lesens eher weniger Krimis, aber von der 1954 in Wels geborenen Edith Kneifl mit der ich ziemlich zeitleich an der Uni Wien Psychologie studiert habe, habe ich schon einiges gelesen und jetzt wurde im Rahmen der Beirksfestwochen ihr dritter Urlaubskrimi “Klippensturz” vorgestellt und da wir zu Lias vierten Geburtstag zwei Bücher bei der Lisa bestellt haben und ich in Hassfurt und in Kippingen, ein drittes, nämlich Petra Hartliebs “Zu Hause in unserer Buchhandlung” gesehen habe, bin ich hingegangen, obwohl es ja in der politischen Siituation wahrscheinlich einen spannenderen Krimi gegeben hat, nämlich, daß um vier plötzlich überall aufploppte “Auszählungszähler – Andreas Babler ist der neue SPÖ-Vorsitzende” und gerade noch zurecht- und einen der letzten Stühle bekommen.

Der Bezirksvorsteher hat eröffnet und istangesichts der politischen Ereignsse schnell wieder gegangen und Edith Kneifl hat, bevor sie gelesen hat, von einer Einladung in Bad Ischl und der, eine Geschichte dafür zu schreiben, erzäbhlt und dann ist es in den dritten Tel ihrer Urlaubstrilogie gegangen, wo sie ihre Protagonistin Laura Mars nach Istrien schickte, da waren wir glaube ich schon, auf inserer ersten Kroatienreise und davon habe ich mir ja auch ein literarisches Souvenier mitgebracht und Edith Kneifl erwähnte, daß es damit Schluß sei und ihr nächster Kimi, der im Rohtext fertig ist, wieder in Wien spielt. Lassen wir uns überraschen und diese Laura, die einen Teil ihrer Familie in Istrien hat, hat von einem Notar einen Brief bekomme, daß sie von ihrer Großmutter, die eigentlich schon längst gestorben ist, ein Haus geerbt hat. Als sie hinkommt, findet sie den Notar tot vor, seine Sekretärin wird auch ermordet und sie scheint sich in einen feschen Kommissar mit deutschen Namen zu verlieben und fährt mit ihm in einem Polihzeiboot herum und das Tagebuch der Großmutter hat sie auch eingesteckt und liest daraus immer wieder ein Stückchen.

Nachher gabs ein kleines Buffet und Gespräche mit Günther Neuwirt dessen Triest-Krimi ich auch gelesen habe, und eine andere Krimiautorin, von der ich, glaube ich, einmal ein Buch von der Judith Gruber-Rizy zum Geburtstag gekommen habe.

Interessant, interessant und einmal etwas anderes, den im “Krimisalon”, bin ich nur einmal bei einer Weihnachtsfeier gewesen, obwohl ich die Lisa Schippel einmal bei einer kriminalistischen Hundertjahr- Feier der österreichischen Republik getroffen habe.

Schneewittchen und der kopflose Kurator

Als wir während wir auf unserer Main-Radreise in Schweinsfurth waren, habe ich mir beim “Hugendubel” fünf Bücher aus einer Ein-Euro-Abverkaufkiste gezogen.

Eines war Christian Saehrendts “Schneewittchen und der kopflose Kurator”, das ich mir kaufte, weil ich auf die Schneewittchen-Stadt Löhr, auf die mich der Andreas H. in Leipzig aufmerksam machte, neugierig war.

Inzwischen waren wir in Löhr und in Hanau. Ich habe über die Grimmsche Märchenstraße ein bißchen gegoogelt und die “Verwandelten” ausgelesen, dann mir das PDF der “Zwei und vierzigjährigen Äffin” vorgenommen und gedacht “Jetzt brauche ich was, das ich auf der Bahnfahrt von Mainz nach Wien lesen kann!” und habe mich für den “Reisefühhrer für Documenta-Besucher, Romantiker und Horrorfans” entschieden, denn in dem Buch geht es um die “vierzehnte Documenta”, die prominente Kunstmesse, die 2017 in Kassel stattfand und der 1968 dort geborene Kunsthistoriker Christian Saehrendt hat dafür sein 2016 erschienenes “Ist das Kunst oder kann das weg?” neue überarbeitet, was bei mir einige Fragen aufwarf, die auch nach dem Lesen nicht ganz beantwortet wurden, obwohl das Buch interessante Aufschlüße gab und ich ja mehr an den Grimmschen-Märchen, als an der “Documenta”, auf der ich noch nie war, interessiert bin.

Daß Kassel in Hessen, wie Frankfurt und Hanau, liegt, habe ich mitbekommen und Christian Saehrendt versucht, wenn ich es recht verstanden habe, die Grimmsche Märchenwelt in die “Documenta” zu integrieren, was sicher ein interessanter Ansatz ist, wenn ich mich als “Documenta-Besucherin” in das Buch einlese und denke “Aha, das “Schneewittchen” gibt es auch!”

Bei mir ist es umgekehrt. Es gibt die Grimmschen Märchen, die von den in Hanau geborenen Brüder Grimm gesammelt wurden und dann noch die “Documenta”, die offenbar seit den Fünfzigerjahren alle fünf Jahre stattfindet und vielleicht komme ich mal hin, das wäre interessant.

Und nun zu den einzelnen Kapiteln, die mit dem “Hessenland, Märchenland, Heimatland des Horrors” beginnen.

Da bestätigt Christian Saehrendt etwas, was ich mir in Lohr auch dachte, als ich den Touristenführer las, daß sich da einige Orte, die Märchen an sich gerissen haben und sich als den Entstehungsort betrachten. Da gibt es beim “Schneewittchen”, die kleinwüchsigen Bergarbeiter, also Knder, die zur Bergarbeit gezwungen wurden und sich nicht recht entwickeln konnten und dann macht es Christian Saehrendt noch besonders makaber und kommt auf den Horror, denn in Hessen gibt es offenbar viele Orte mit seltsamen Namen wie “Machtlos,” “Starklos”, Sterbfrtz”, “Eiterhagen”, “Eiterfeld”, “Wüstenfeld”, etcetera und dann kommt er zu den Leichen oder den Totenköpfen, die in dieser Gegen schon gefunden wurden und macht den Rückschluß auf die Sagen und Märchen der Gegend.

Es gibt den “Kannibalen von Rotenburg” und die Nazis, die die Autobahn bauten, auf der man nach Kassel kommt. Da sind wir schon beim zweiten Kapitel “Auf der deutschen Märchenstrasse in die Documenta-Stadt”.

Das dritte und viertel Kapitel geben einen kleinen Abriss in die Geschichte von Kassel aus der der Autor ja stammt und dann kommt das umfangreichste Kapitel, das eine Einführung in die schon stattgefundenen “Documentas” gibt, die nach dem Krieg in die kriegszerstörte Kleinstadt, eine der größten experimentellen Kunstmessen brachte, wo Joseph Beuys, Keith Haring und so weiter, ihre Werke ausstellten.

Dazu kommen die Geschichten von den Putzfrauen, die, die Werke für Müll hielten und entsorgten oder die, der Besucher die riefen “Mein kleiner Fritz kann das auch!” und Bilder von Wehrwölfen, einem Schneewittchen und vielen Ausstellungsstücken, sowie einen Anhang gibt es ebenfalls.

Ein interessantes Buch und ein interessanter Rundumschlag von der Märchenstraße zu der zeitgenössischen Kunstmesse in einer offenbar eher kleinen Stadt und ich bin, kann ich anmerken, mit dem “Reiseführer” gut nach Hause gekommen. Kann damit meine Main-Reise abrunden und wieder zu meiner üblichen Leseliste zurückkehren.

Wie das mit dem “Kopflosen Kurator” gemeint ist, habe ich zwar nicht verstanden, aber Christian Saehrendt wird sich schon was dazu gedacht haben.

Vom Main zum Kuba-Fest

Gut zurückgekommen von der vierzehntägigen Main-Radfahrt von Bamberg nach Mainz. Inzwischen ist der Sommer nach Wien gekommen und die kubanische Gesellschaft feierte ihr jährliches Sommerfest.

Seit der Alfred von ein paar Jahren mit dem Karli in Kuba war, ist er Mitglied der Gesellschaft und geht fast jeden Montag zu den wöchentlichen Veranstaltungen. Ich eher weniger, obwohl ich mich da ja wahrscheinlich mit dem Omikron-Virus angesteckt habe. Zu den Sommerfesten aber schon und ein paar Mal war ich auch bei den Vorträgen, die die Ruth dort gehalten hat und die habe ich bei den letzten Sommerfesten auch dort getroffen.

Heute aber nicht, obwohl ich sie am Vormittag angerufen und mich danach erkundigt habe. Sie hatte aber am Abend eine Veranstaltung, so bin ich am Nachmittag, als ich alle Befunde ausgedruckt und meine Abrechnung fertig gemacht habe, hingegangen.

Der Alfred war schon da, denn er ist von der Gesellschaft sehr begeistert, obwohl es heute ein spannendese Alternativprogramm gegeben hat. Nämlich der Parteitag der SPÖ, wo sie, nach dem sie die Frau an der Spitze endlich abserviert hatten, den neuen Vorsitzenden wählten. Den eher konservativen Hans Peter Doskozil und den als Linken bezeichneten Andreas Babler, der in seiner Wahlkampfrede von seiner Arbeiterkindjugend schwärmte und allen armen Kindern ein tägliches warmes Mittagessen versprochen hat.

“Mit uns kommt die neuen Zeit, Genossen und Genossinnen!”, hat er ständig empathisch ausgerufen und die Kommentatoren waren sich nicht einig, wer jetzt besser ist und wer gewinnen wird?

Der Newcomer aus Traiskirchen oder der Landeshauptmann von Burgendland, der dann auch, wie bei der vorher stattgefundenen Mitgliederbefragung knapp geonnen hat.

Das habe ich mir ein bißchen gegeben und anstonsten alles, was sich in den letzten vierzehn Tagen angesammelt hat, aufgearbeitet.

Alles nicht, denn ich sollte ja das Gstöttmaier-Buch lektorieren, das bei der nächsten “Buch-Wien” präsentiert werden soll. Habe auch schon die Texte durchgesehen und mein Nachwort geschrieben, kann weil ich noch immer keinen eigenen Computer haben, die Texte nicht in mein Programm aufnehmen, was mich etwas nervös macht, daß ich jetzt wieder bis Montag warten muß, ob ich dann entlich den neuen Computer bekomme.

Den Alten habe ich zwar nach Leipzig zurückbekommen, hat aber nur ein paar Tage funktioniert und den Neuen hätte ich ein paar Stunden vor unserer Reise bekommen.

Ansonsten warten meine beiden Texten, den “Ukraine Blues” und die “Drei Frauen”, die ich noch korrigieren muß und dann lesen lesen lesen.

Eigentlich sollten wir in zwei Wochen nach Frankreich fahren, aber dann kann ich den Text nicht korriegieren, vor Montag kann ich ohnehin nichts machen.

Also langsam wieder in Wien angekommen und weil ich sehr ungeduldig bin, habe ich nach ein paar Stunde und zwei Mojitos, das Kuba-Fest wieder verlassen und höre mir im OE 24 an, wie die Wahl von Hans Peter Doskozil aufgenommen wurde.

Und in Essen wird heute der “Blogger-Debutpreis” an Ursula Knoll vergeben, wäre, wenn wir das besser organisiert hätten, fast ausgegangen, wieder hinzukommen.

Bamberg – Mainz drei Jahre verspätet

Wir sind ja mit der kleinen Anna ein paar Mal den Radweg von Passau nach Wien gefahren, das heißt einmal sind wir bis nach Ybbs, das andere Mal nach Melk gekommen.

Dann ist die Ruth 2007 mit ihrem Verlag die “Donau hinunter” in Pension gegangen und wir sind mit ihr von Ybbs bis nach Regensburg gefahren. Die “Dichterkarawane “ist bis Bamberg weitergegangen und vor ein paar Jahren sind wir von Ulm bis Regensburg gefahren und haben dabei das Deutsche Lesen erprobt.

Mit der Ruth sind wir dann noch zum siebzigsten Geburtstag um den Bodensee gefahren und dann noch einmal um den Neusiedlersee und vor drei Jahren wollten wir den Main-Weg entlang radeln, ob das der Alfred schon plante, weiß ich gar nicht mehr so genau, denn es kam ja bekanntlich Corona und alles war gestoppt.

Den Sommer 2020 sind wir zwar bis nach Strobl und dann noch ins Burgenland ins Künstlerdorf zu einer Lesung gekommen und 2021 haben wir die Ruth zwei Wochenende lang bei der “Kittner- Stiftung besucht.

2022 war dann alles wieder fast normal wir sind im Sommer zuerst nach Kroatien gefahren und dann noch ein paar Tage mit der Anna, dem Andreas und der kleinen Lia, die ja jetzt bald vier wird, nach Ungarn und heuer hatte der Alfred der sich ja seit 2020 in Pension befindet, große Pläne.

Der Karfreitag in Trapani ist ihm da vorgeschwebt, dann “Literaur und Wein” und endlich wieder Leipzig und dann den Radweg den Main entlang von Bamberg nach Mainz und da sind wir am Donnerstag zu “Christi Himmelfahrt” losgefahren.

Vom Hauptbahnhof, wo wir eine Stunde zu früh eintrafen, so daß ich zwischen einer Sandlercrew gewartet habe, die den Feiertag offenbar dazu nützten um nah Bratislava zum billigen Saufen zu fahren. Wr haben aber den Zug in Richtung Dortmund genommen, der sehr voll war. Kinder, alte Leute, ein Ehepaar, das seine diamtantene Hochzeit feierte und das via Handy ihrer ganzen Verwandtschaft mitteilten.

Bis Nürnberg sind wir gefahren. Das Ehepaar ist schon eine Station früher in Regensburg ausgestiegen. Wir in Nürnberg umgestiegen, in einen Zug ,der nach Würzburg und zur Hälfte nach Leipzig gefahren ist.

Brauereigaststätte Göller in Zeil

Eine junge Frau mit Rad hat uns erzählt, das sie auf den Weg sei ihrern Geburstag mit einer Thüringer Bratwurst zu feiern. Ein Bamberger hat uns Tips für den Bierkeller zum Mittagessen gegeben.

Das war aber erst nach drei, als die Bierkeller schon ihre Mittagspause hatten, so daß es schwer war, um vier etwas zu essen zu bekommen, was für mich die Frühesserin ohnehin sehr spät war.

Drei Bratwürstl mit Sauerkraut sind es dann trotzdem geworden und in einem Bierlokal sind wir auch in eine laute, ausgelassene Gesellschaft gekommen. Es war ja ein Feiertag, daher eine gute Stimmung, bevor wir uns in unser “Bed und Breakfast-Quartier” zurückgezogen haben.

Am Freitag sind wir dann durch den überfüllten Morgenverkehr zur Regnitz und dann zum Main gefahren, um ins Altstadthotel nach Hassfurt zu kommen.

Schweinfurth

Es war für mich ein wenig schwierig mich mit dem Gepäck und dem Klapprad durch die überfüllten Straßen zu fahren, habe ich ja keinen Führerschein und kenne mich daher mit den Verkehrsregeln nicht so aus, so daß ich durch die Städte meistens schiebe und in Wien überhaupt nicht Rad fahre. Außerdem war ich bezüglich meiner Kondition doch nicht so sicher, hat die ja während der Pandemie ziemlich gelitten, dann ist es aber doch gut gegangen, auch wenn ich cirka um vier ziemlich erschöpft im Altstadt Hotel eingetroffen bin.

Zu Mittag haben wir in einen netten Biergarten gegessen, den wir gar nicht so leicht gefunden haben und da eine Weile an einer versperrten Pizzeria vorbei, herumgefahren sind.

Volkach

Schaufele mit Klössen und Sauerbrot, beziehungsweise Hackbraten mit Kartoffelpürree und dazu natürlich Bier beziehungsweise habe ich einen Rotling dazugetruken, der als eine fränkische Spezialität gilt.

Nach der Blogging-Pause sind wir dann nochmals durch die Stadt gegangen, ich habe einen riesigen Erdbeereisbecher gegessen, wir haben die beide Stadttürme angeschaut, sind an den Main gegangen und ich habe den offenen Bücnherschrank entdeckt, in Bamberg habe ich darauf vergessen und dann noch auf ein Glas Wein in eine Weinstube, nur auf eines, denn ich war ja sehr erschöpft und wollte auch noch ein bißchen geworden. Drei sind es dann beim Alfred geworden, bei mir waren es eineinhalb und wir haben uns intensiv mit einem Ehepaar aus Schweinsfurth unterhalten, wo wir ja morgen hinfahren und das war sehr interessant, wem man da alles zufällig kennenlernen kann.

Sommerach

Am Samstag konnte man dann schön beobachten, wie die Gäste, die wir im Frühstücksraum trafen, sich für ihre Radtour vorbereiten, den Helm aufsetzen, die Räder aus der Garage holten und die Kinder in den entsprechenden Anhänger setzten.

Am Kirchplatz ein Feuerwehrjugendfest statt, wo die Tische gerade aufgestellt wurden und der Weg nach Schweinsfurth war sehr idyllisch, zwischen dem Main, den Feldern und der Bahn gelegen, die Räder mit den Kinder überholten uns und wir haben zu Mittag im Cafe Rohr in Schonungen Halt gemacht, was uns gestern empfohlen wurde. Da waren wir schon vor zwölf, so konnten wir die Gäste b eim Frühstücken beobachten. Ein alter Mann hatte, glaube ich, Geburtstag und hat das entsprechende Geschenk bekommen, ein junger Mann mit einem kleinen Mädchen bestellte fünf Eier, Lachs und Palatschinken ohne Zimt und Zucker. Dann waren wir schon bald in Schweinsfurth, wo überall, im Hotel aber auch der Straße Schweine aufgestellt waren, vor denen man sich auch fotografieren konnte. Ich habe mir eine neue Sonnenbrille gekauft, weil meine alte kaputt gegangen ist und bin dann gleich in einige Buchhandlungen hineingestolpert. so gab es beim “Hugendubel” eine “Ein-Euro-Kiste mit interessanten Büchern und für den Balzano, den ich mir in einer anderen Buchhandlung um drei Euro gekauft habe, habe ich eine altmodische, handschriftliche Quittung bekommen und das Wetter ist schön, was ja auch erfreulich ist.

Am Abend haben wir dann noch eine kleine Stadtrunde gemacht, sind an der alten Stadtmauer vorbei worüber viele dunkelhaarige Jugendliche vorbei, wieder zu einer Brauerei gegangen und haben Bier beziehungsweise Wein getrunken. Interessant ist, daß bei vielen Lokalen alle Tische reserviert sind und man sich erst platzieren lassen muß.

Und dann am Sonntag mit einer Fähre über den Mai gefahren, das Storchennest dabei versäumt und dreißig Kilometer nach Volkach ins Weingsthaus Rose gefahren. Hier haben wir im Gastgarten Cordon Bleu und Bratwürste gegessen und auf das Zimmer gewartet. Das hat ein bißchen gedauert, so sind wir zu spät zu der spätgotischen Kirche Maria am Weinberg, zwischen Weinbergen gelegen mit dem Riemenschneider Altar gekommen ist und wir nur zu einer Weinprobe kamen und wir uns dabei wieder sehr nett mit ein paar Leuten unterhalten haben.

Das Frühstück im Hotel Rose war sehr exzellent. Es hat, glaube ich, sogar Sekt gegeben. Zumindestens haben zwei dicke Damen, die wir dann mit Helm bei der Radgarage getroffen haben, welchen getrunken.

Lachs, russische Eier, viele Käsesorten, Eier und Speck, Natursäfte und sogar einen Apfel-Ingwersaft zum Kraftauftanken und bezüglich Kaffee konnte man wählen, ob man den aus der Kanne oder vom Automaten, also Cappucchino statt Filter wollte.

Dann in Richtung Kitzingen, die Mainschleife zwischen den Weinbergen entlanggefahren. Irgendwo bei einem Weingut, wo schon was los war, Halt gemacht und dann das Mittagessen in dem Gasthaus vis i vis des Klosters Münsterschwarzachs, wo gestern die Büchertage stattfanden, die wir nicht erreichten, aber jetzt das Programm gefunden haben, eingenommen. Eine christliche Buchmesse mit viel Ansem Grün und Navid Kermani.

War sicher interessant und ich habe mir auch ein paar Prospekte und Buchjournale zum Schmökern mitgenommen. Der “Fränkische Hof” in Kitzingen scheint sehr rührig. Ein schönes altes Hotel mit einem fürsorglichen Wirt, der selbst die Semmeln für das Frühstück einkaufen gehen wird und dann waren am Montag alle gespannt, wie die SPÖ-Mitgliederbefragung ausgegangen ist? Ein Vorteil, wenn man den Laptop bei sich hat, so daß keine Informationen verlorengehen.

Kitzingen

Dann doch noch einmal in die Stadt gegangen, den offenen Bücherschrank entdeckt, der genau gegenüber einer Buchhandlung lag, so daß auch ein Leseexemplar von Ljudmila Ulizkaja allerdings schon aus dem Jahr 1998, drinnen gelegen ist. Dann habe ich im Gastgarten des “Bayrischen Hofs” ein Glas Wein, der Alfred zuerst noch ein Bier getrunken und heute ist es bei nicht so guten Wetter nach Würzburg gegangen, neununddreißig Kilometer und ich war schon in der Früh erschöpft.

Mittagspause in Sommerhausen im “Ritter Jörg”, was sich als ein italienisches Restaurant mit fränkischer Küche entpuppte. Also der Koch offenbar Italiener, die Kellner haben untereinander auch so gesprochen. Die Spargepasta war leider schon aus, so habe ich mit Käse und Spinat gefüllte Ravioli gegessen und der Weg nach Würzburg hat sich dann gezogen und zu regnen hat es kurz auch angefangen.

In Würzburg waren wir schon zweimal, einmal haben wir in einem Luxushotel hoch in den Weinbergen logiert, das zweite Mal, als wir zuerst nach Essen und dann nach Leipzig gefahren sind, im “B&B”, wo wir zum Glück auch jetzt logieren, obwohl das Hotel ziemlich am Ende der Stadt liegt.

Würzburg

Dann habe ich eigentlich ins Literaturhaus streamen wollen, um mir die Buchpräsentation mit Klaus Kastberger anzuhören. Aber die Würzburg an der alten Mainbrücke gibt es ja den Weinausschank und das habe ich versäumen wollen und den Bücherschrank, den ich, glaube ich, schon das letzte Mal gesehen habe, wollte ich auch wieder besuchen.

Am Mittwoch nach dem Frühstück haben wir am Radabstellplatz zwei Leute gesehen, die sich über unsere Rädchen wunderten, die nach Wertheim wollten, wo wir dann am Freitag hinkommen und uns zweimal überholten. Wir sind laut Alfred sehr schnell die dreißig Kilometer nach Karlstadt gefahren, das Zimmer war noch nicht fertig und so sind wir zuerst essen gegangen. Spargel mit Schinken und Käse. Die Kellner sehr nett und die ältere Radherrenrunde haben meistens Schäufle, diese riesigen Fleischportionen bestellt.

Miltenberg

Die heurigen “Bachmannpreis-Leser” wurden heute auch bekanntgegeben. Aus Österreich werden Robert Prosser, Helena Adler, Mario Wurmitzer und Anna Felnhofer lesen. Von den anderen Autoren ist mir noch Andreas Stichmann bekannt und wir sind dann noch am Nachmittag auf die Karlsburg gegangen und haben am Main einen Pink Hugo getrunken.

Dann sind wir nach Lohr weitergefahren, das sich als “Schneewittchenstadt im Spessart” ausgibt, behauptet, daß Schneewittchen eine Lohrerin war, weil die Gebrüder Grimm in Hanau lebten, wo wir auch noch hinkommen werden.

Es gibt einen Schneewittchen-Wanderweg, im Ausmaß von fünfunddreißig Kilometer. Den werden wir wahrscheinlich nicht ganz oder überhaupt nicht schaffen. Zwei Zwerge haben wir aber schon gesehen, die, wie die Schweine in Schweinsfurth überall in der Stadt aufgestellt sind und Fotos von der Schneewittchenstadt hat mir schon der Andreas Hundertmark gezeigt, als wir in Leipzig waren.

Das Frühstück im “Bundschuh” war dann sehr exquisit mit Aussicht in einen schönen Garten. Es gab sogar Spiegeleier mit Schinken nach Wahl und dann losgefahren. Zweiundvierzig Kilometer in Richtung Wertheim. War gar nicht so arg, weil ein schöner Weg. Nur mit dem Mittagessen war es etwas schwierig. Denn da gab es zwar ein Lokal mit Namen “Ritter”, im Führer sehr empfohlen. Dann ein Schild, daß es im Sommer 2022 wieder aufgesperrt wird, aber jetzt haben wir schon 2023.

Also weitergefahren. Dann gab es Wurstsalat bzw. Flammkuchen in einem Campingplatz. Die Kellnerin wie alle hier sehr freundlich und das Hotel in Wertheim an der Tauber mit Blick auf den Fluß war auch sehr schön.

Restaurant Zerda, Hanau

Am Abend eine Mainrunde gedreht, dort wo die Tauber hinfließt, eine Weinschorle auf einer Bank getrunken und dann noch einen “Hugo” bem Schoppen-Fenster am Hauptplatz, wo sich ein paar Leute unterhielten, eine Holländerin “Rambazamba!” haben wollte und der Alfred enttäuscht, daß um acht alles ziemlich leer war.

Am Pfingstsamstag nach Miltenberg geradelt, dabei in einem Biergarten in Dorfprozelten Halt gemacht, gut gegessen und bei sehr schönen Wetter weitergeradelt.

Am Sonntag dann weiter nach Aschaffenburg, bei schönen Wetter und viel Radverkehr, in einen kleinen Biergarten oder Schnellpizzarestaurant Rast gemacht und dann am Nachmittag im Aschaffenburger-Hof angekommen.

Am Abend dann ein Spaziergang durch das Schloss und durch den Park, der wie ein Labyrinth anglegt war, so daß wir lange brauchten bis wir den Main erreichten, wo offensichtlich das Pfingstfest, das schon von oben zu hören war, stattfand. Bänke und ein paar Buden, wo man sich Wein und Bier und was zu essen kaufen konnte und es war sehr interessant zu beobachten, was sich für Leute mit ihren Hunden auch ohne dort einfanden.

Der Alfred hat ja befürchtet, daß am Sonntag und den Feiertagen nur schwer ein offenes Restaurant zu finden sein wird, was sich für den Pfingstmontag, wo wir nach Hanau radelten, wo es die Grimms-Festspiele gibt, auch bewahrheitet hat.

Gerbermühle, Frankfurt

Es gibt ja am Main relativ wenige offene Restaurants oder Biergärten und die die es gab, waren oft verschlossen. In Großauheim in der Nähe von Hanau, wo ich schon etwas hungrig war, haben wir die singenden Stimmen einer Pfingstprozession gehört, sind über die Brücke gefahren und eine freundliche Dame, die uns gleich als Wiener erkannte, hat uns zwei italiensiche Restaurants empfohlen, die aber geschlossen waaren.

Bei der Prozession am Main gab es zwar eine Bratwurstbude, wo man gegen Spenden etwas haben konnte, wir sind aber doch nach Hanau weitergefahren, wo wir in einem türkischen Restaurant, wo es keinen Alkohol, aber einen Gratistee und türkische Nachrichten gab, dann vor zwei noch etwas essen konnte. Ich einen Adana-Kebab, der Alfred Sardinen genommen und das City Hotel, wo wir gebucht haben, lag außerhalb der City an einer befahrenen Straße. Wir mußten den Rezeptionisten herbeirufen, der dann mit dem Auto angefahren kam und den Schlüßel ausgab. Frühstück gibt es keines, dafür ist aber ein mexikanisches Restaurant im Haus.

Frankfurt, Skyline

Dann haben wir natürlich das Brüder Grimm Denkmal, die rote Schals umgebunden hatten, angesehen und eine Figur des Märchenpfads entdeckt. Einen Bücherschrank gab es auch, sogar einen sehr großen und da lag unter anderen Gert Jonkes “Der ferne Klang” darin, mit dem er ja 1977 den “Bachmannpreis” gewonnen hat und der Alfred war ein wenig enttäuscht, weil Hanau zwar eine Märchenstadt ist, aber keine richtige Altstadt hat.

Am Dienstag einen Kaffee und einen Schokoplunder bei der nächsten Bäckerei konsumiert und dabei einen Mann oder eine Frau auf der anderen Straßenseite beobachtet, die jeden um Zigaretten anschnorrte, obwohl es bei der Bäckerei einen Automaten gegeben hat.

Mainpromenade in Mainz

Den Weg nach Frankfurt nicht gleich gefunden. Es hat lange gebraucht, war aber ohnehin nicht so weit. Zu Mittag in einem schönen, aber auch teuren Gastgarten am Main Rast gemacht, wo sowohl Radfahrer einkehrten, als Leute, die im Anzug zum Geschäftsessen kamen.

Frankfurt ist eine Bankerstadt und die Skyline, die ein wenig an New York erinnert, konnten wir auf der Fahrt ins Hotel auch bewundern. Das Hotel Flemming liegt direkt neben dem Literaturhaus, aber da gab es am Dienstag kein Programm. Nur die Clemens J. Setz Poetikvorlesung in der Goethe Uni. Das hatte ich schon in Wertheim ergoogelt und dorthin sind wir dann auch aufgebrochen.

Vorher zwei Bücherschränke abgesucht. Angeblich gibt es dreiundsiebzig in Frankfurt. Ja, Frankfurt ist eine Bucherstadt in der wir schon zweimal 2000 und 2002 bei der Buchmesse waren. Wir haben nur zwei aufgesucht. Den einen, der sich im Hof des “Haus des Buches” befindet, wo sich sowohl der “Börseverein des deutschen Buchhandels”, als auch die “Büchergilde” befindet und einen anderen in der Buchgasse.

Da hat sich offenbar wer was dazu gedacht. Ich habe aber, weil die Tragetasche schon sehr voll, nichts genommen. Nur bei einer Buchhandlung etwas später ein paar Leseproben. Der Weg zu Uni war sehr schön und lang. Zweimal haben wir in einem Biergarten, wo auch gegrillt wurde, Halt gemacht und Clemens J. Setz in Frankfurt zu erleben war auch sehr interessant. Sein Buchpreisbuch habe ich gelesen und ihn das letzte Mal vor vier Wochen auch in Leipzig gesehen.

Nach einem opulenten Frühstück, Spiegeleiee, Pancakes, man hätte glaube ich auch Miso und Reis haben können, sind wir die fünfundvierzig Kilometer nach Mainz aufgebrochen. Der längste Weg, war aber nicht so arg und eine schöne Rast in einem Bootshaus dicht am Main hat es auch gegeben. Das “B&B” in dem wir diesmal zwei Nächte bleiben, weil der Alfred übersehen hat, daß der Mai eindunddreißig Tage hat, neben dem Bahnhof gelegen, war dann aber nicht so leicht zu finden.

Am Abend ein paar Drinks am Rhein genommen, war sehr idyllisch und am Donnerstag sind wir zuerst zum Dom marschiert, dann einen Capucchino im Cafe Extrablatt, ein bißchen “Hugeldubel-Schauen” und ein mexikanisches Mittagessen.

Nach dem letzten Frühstück ist es dann mit dem Zug wieder zurück nach Wien gegangen. War ein toller Urlaub, bei tollen Wetter könnte man so sagen, obwohl ich Anfangs wegen der vierhundert Kilometer, die wir da in vierzehn Tagen mit dem Rad zurückgelegt haben etwas skeptisch war. Ist aber gut gegangen, die Kondition wieder da und ein tolles Buch– und Weinerlebnis war es auch und jetzt fängt der Alltag und das Schreiben wieder an.

Die zwei und vierzig jährige Äffin oder das vermaladeiteste Märchen unter der Sonne

Jetzt kommt am Ende unser Main-Radfahrt eine Rarität und ein weiterer Fund und Neuauflage aus dem Verlag “Das kulturelle Gedächtnis”, der mir ja seit einiger Zeit, sowohl als Print, als auch Digital seine Werke schickt, von denen ich einige gelesen habe.

Kurz vor Leipzig ,habe ich wieder zwei PDFs bekommen, die ich weil mein Computer ja kaputt wurde, gar nicht so richtig speichern konnte.

In Leipzig habe ich den Stand besucht und mit einem Herrn dort kurz gesprochen, der mich auf dieses oder war es das andere Buch auch aufmerksam machte. Kurz bevor wir nach Bamberg fuhren, habe ich mir die beiden Bücher angeschaut ,und mich jetzt, da ich die “Verwandelten” ausgelesen habe, für das Buch des 1773 in Pleß geborenen und 1844 in Breslau verstorbenen Michael Kosmeli entschieden, der vierzehn Bücher geschrieben hat, viele Reisen machte und dann auch den erotischen Roman mit dem skurillen Titel, dem man jetzt auch politische Inkorrektness unterstellen könnte, aber 1800, als das Buch anonym erschienen ist, war das vielleicht anders oder auch nicht, da das Buch verboten wurde und jetzt von Dirk Sangmeister, der auch das Nachwort geschrieben hat, herausgegeben wurde.

Vielleicht habe ich mich für das Buch engtschieden, weil es das kürzeste ist, vielleicht auch wegen dem Untertitel Märchen, weil ich mich ja in Lohr und in Hanau auf der deutschen Märchenstraße befunden habe, obwohl das auch ein Fake ist, denn ein Märchen ist der Lebensbericht der femme fatale aus Äthiopien eigentlich nichg oder doch?

Im achtzehnten Jahrhundert war der fiktive Lebenbericht einer farbigen Schönen, die die Männer verachtete und ausnahm, in den Selbstmord trieb und sich mit ihrer Kammerjungfer vergnügte, was sie auch in fünfzig Kapitel einen Grafen schilder, ein wenig märchenhaft. Deshalb gibt es auch den Fake einer arabischen Übersetzung und diese femme fatale ist auch sehr gebildet, reist in der Welt herum. Kommt nach Wien, Berlin und auch nach Schlesien oder auch wieder nicht. Denn dort sprechen die Leute, wie das femme launig anmerkt, “sowohl schlecht Deutsch als auch Polnisch.”

Sie geht in die Oper und ins Burgtheater, gibt Soireen und andere Essen in denen sie sich mit den Größten un Mächtigsten vergnügt und am Schluß zieht sie sich mit ihren zwei Kindern und dem ererbten Vermögen nach Dresden zurück, um ihre Memoiren zu schreiben.

Ein interessanter Fund könnte man so sagen oder auch, was es alles gibt und uns der Verlag “Des kulturelles Gedächtnis” ins Bewußtsein ruft.