Vom Verschwinden zum Kochen bei den O-Tönen

Wieder O-Töne mit zwei interessanten Büchern, wo ich bei einem schon bei einer Lesung im Literaturhaus war. So hat die 1988 im Burgendland aufgewachsene und derzeit in Hamburg lebenden Johanna Sebauer ihr Debut “Nincshof” vorgestellt. Das heißt auf Ungarisch nichts und beschreibt ein burgenländisches Dorf an der ungarischen Grenze ein solches, wie in dem Johanna Sebauer aufgewachsen ist, wie sie der Moderatorin Daniela Strigl erklärte und in dem wird das Verschwinden geübt.

Johanna Sebauer

Der Bürgermeister und noch ein paar andere Typen treffen sich bei einer alten Dame und diskutieren den Plan, das Dorf zum Verschwinden zu bringen, die Hinweistafeln zu entfernen und die Radfahrer, die um den Neusiedlersee fahren wollen mit Gestank zu vertreiben.

Ein interessanter Ansatz, wie ich finde und die diesmaligen Autorinnen waren auch nicht so schnippisch, wie die vorigen und das MQ war wieder sehr voll. Unser Platz diesmal besser, so daß etwas zu sehen war.

Petra Hartlieb habe ich gesehen, am Ende Brigitta Falknerl was mich etwas wunderte, weil sich die experimentellen Autoren in der Regel ja nicht so sehr für die Mainstremliteratur interessieren, wie mir gestern auch Monika Vasik erklärte, aber vielleicht ist sie ein Fan von Teresa Präauer und die habe ich schon einmal im Literaturhaus aus ihrem “Kochen im falschen Jahrhundert” lesen gehört.

Daniela Strigl, Theresa Präauer

Da war es bummvoll, es gab Brötchen zu dem Wein und ich habe die ausschenkende Studentin empört, weil ich mich aus Platzgründen hinter sie stellte und den Cremant, dier diesmal am Lesepult serviert wurde, hat es im Literaturhaus erst ein paar Wochen später gegeben. Dafür war im Literaturhaus der Lesetisch schön gedeckt und ich kann jetzt raten, ob das Buch ein Roman ist, wie Daniela Strigl erwähnte.

Ich hätte es nicht dafür gehaltenm sondern eher für einen Essays übers Gastgeben und eine Reflektion über die Kocherinnerungen. Es gibt aber einen Gastgeber, eine Gastgeberin, einen Ehemann, eine Ehefrau und einen Schweizer, sowie ein paar Varianten. So kommen die Gäste außer dem Schweizer einmal nicht, sondern nur der Schweizer und beim zweiten Leseblock ist dann auch der ausgeblieben. So hat sich das Gastgeberpaar mit Cremant betrunken und schließlich offenbar statt die Quiche zu essen, sich anderwärtig zu vergnügen begonnen.

Teresa Präauer hat auch eifrig mit Cremant dem Publikum zugeprostet und es war ein interessanter Abend und spannend, ob ich das Buch lesen werde? Beziehungsweise kann ich jetzt raten, ob es auf die deutsche oder auf die öst. Buchliste kommt?

Zweimal dreißig von zwei Js

Das zahlreiche Publikum

Finale bei der dreißigsten Sommerlesereihe des “Podiums” und sehr sehr voll. Zwanzig Leute hatte der Kellner erwartet, dann waren aber an die hundert da und er war übefordert.

Nils Jensen, Hannes Vyoral, Hans Jörg Liebscher, der Dauerstammgast und dann die zwei ehemaligen Veranstalterinnen Claudia Erdheim, Christa Nebenführ , Susanne Ayob, Patricia Brooks, Armin Baumgartner, Peter Paul Wiplinger, Monika Vasik, Ruth Aspöck, Batya Horn, Gabriele Eckert, Gabriele Petricek, Lisa Fritsch, Ilse Kilic, Fritz Widhalm, Christinan Schreibmüller ,und und dann noch viele, die ich nicht kannten, aber Gerhard Jaschke, den Doyen und ehemaligen Generalsekretär der GAV und dann Jopa Jotakin, den derzeitigen und Birgit Schwaner leitete wieder ein und erklärte, daß der 1949 geborene Gerhard Jaschke und langjähriger “Freibord-Herausgeber”, wo er viele junge Autoren gefördert hat, ich habe auch drei Texte drinnen, dreißig Texte aus einem dreißig Jahre alten Buch nämlich “von mir aus” erschienen in der Edition Splitter, deshalb war auch die Verlegerin da, lesen wird und die waren zum Teil sehr kurz “Guten Abend gute Nacht , seid ihr endlich aufgewacht” bespielsweise und dann gab es noch den ein Seiten Roman “ich hänge an einem Faden” im Dadastil, alles schön illustriert und dann kam der 1986 geborene Jopa Jotakin, der vor dreißig Jahren in die Schule gekommen ist und deshalb seinen dreißig Jahre- Text auch diesbezüglich gestaltet hat.

Jopa Jotakin
Gerhard Jaschke

“Oma in der Küche, Mama in der Sonne”, wie man in der Volksschule schreiben lernt. Das Lesen konnte er schon, als er in die Schule kam und dann kam er zu Jopa Jotakin Sonnenschein fwieder in die Gegenwrt, alles wunderbar permomiert und damit war es für heuer die Sommerlesereihe “Kommen Sie gut nach Haus und nächstes Jahr wieder!”, verabschiedete Birgit Schwaner und Batya Horn, hat dann dem Alfred, den sie offenbar für einen Mäzen hielt das Jaschke Buchfür zwanzig statt für dreißig Euro verkauft. Zum Glück hatte ich es noch nicht, denn in meinen Bücherbergen gibt es ja schon eine ganze Jaschke Galerie, denn Gerhard Jaschke verschenkt ja viel und das hat er mir dann auch noch der “verehrten EvaJancak herzlichst gewidmet” mit den Freibord-Fahnen und dem “ich hoffe ich störe” untertitelt , ein oder zweimal habe ich ihn bei den GAV-GVs sehr gestört, als ich unbedingt lesen oder einen Text im “Freibord” haben wollte, dann hat ihm aber mein “Literaturgeflüster-Buch” sehr gefallen und die dreißigste “Podium -Sommerlesereihe”, war auch sehr eindrucksvolle. Alle Veranstaltungen habe ich nicht gehört, denn in der ersten Woche waren wir ja wandern und an einigen Montagen in Harland, aber sonst habe ich alles gehört und mich wieder in der österreichischen “Podium-Szene” gut eingehört und deren Prominenz gesehen.

Autorinnenverwechslungsgefahr im Cafe Prückl

Isabella Breier und Sonja Gruber in der Sommerlesereihe des Cafe Prückls und eigentlich hätte ich nicht hingehen wollen, denn Montag ist ja mein Sommerfrischenwochenendentag, wo ich eigentlich trotz der diversen Sommerlesereihenveranstaltungen in Harland bleiben wollte, aber heute hat der Alfred .ein Treffen mit der Ingrid ausgemacht, um vier in einem Cafe im Schottenstift. Vor sechs haben sich die Ingrid und der Avi dann veranstaltet, also ist sich die Sommerreihenleseveranstaltung gut ausgegangen, obwohl mir die angesagten Autorinnen auf den ersten Blick nicht viel sagten.

Sonja Gruber
Isabella Breier

Stimmt nicht so ganz, denn die 1976 in Gmünd geborene Isabella Breier habe ich schon in der “AS” und woanders gehört, da aber immer irgendwie mit der 1968 geborenen Isabella Straub verwechselt. Meine leichte Legasthenie macht solche Verwechslungen immer wieder möglich, lieber Uli ,und so war ich nicht ganz sicher ob ich jetzt die Autorin vom “Fest des Windrades” oder eine andere vor mir haben werde?

Hatte ich und habe die junge Frau auch gleich am Klo getroffen, die mich freundlich grüßte und fragte ob wir uns nicht kennen?

“Von den Lesungen wahrscheinlich?”, vermutete ich und habe sie nicht gleich als Autorin erkannt, sie hat aber von der “AS” geantwortet und da habe ich sie wahrscheinlich gehört. Als wir um sieben das Cafe erreichten war das Leseextrazimmer noch ziemlich leer. Birgit Schwaner war schon da, Hansjörg Liebscher, der auch zu den heurigen Stammgästen” zählt, Eleonore Weber von der “Edition fabrik transit” , da beide Autorinnen ihre Bücher dort haben.

Später kamen noch Monika Vasik und Gerhard Jaschke auch ein Dauerstammgast dazu und Isabella Breier hat aus ihrem Roman “Grapefruits oder vom großen Ganzen” ein Kapitel gelesen, wo ein Galerist offenbar eine Vernissage aus gestohlenen Bildern veranstalten will.

Dann kam die 1985 im Salzburgerland geborene Sonja Gruber mit einem Lyrikband und die habe ich nicht mit der 1963 in Meran geborenen Sabine Gruber verwechselt, deren neuen Roman, den sie in ein paar Wochen bei den O-Tönen vorstellen wird, schon auf meinen Badezimmerstapel liegt. Natürlich nicht. So unbedarft bin ich nicht in der Gegenwartsliteratur, aber wohl mit der 1960 in Linz geborenen und in Klosterneuburg lebenden Sabine M. Gruber von der ich ein noch immer ungelesenes Buch in meinen Regalen liegen habe.

Es gibt also auch eine Sonja Gruber, die schon einige Gedichtbände hat und auch Gedichte und eine Prosaminiatur vorgetragen hat.

Nachher hat sie sich lange mit Gerhard Jaschke unterhalten, der ja am Mittwoch, dem letzten heurigen Sommerreiheveranstaltung lesen wird und ich habe, obwohl gar nicht geplant, wieder viel gelernt und einiges Neues gehört, wie das in der Literatur eben ist und was die letzte Sommerlesereiheveranstaltung betrifft, kann ich stolz vermelden, daß Beppo Bayerls “Tod im Lainzer Tiergarten” zu mir gekommen ist, das ich wahrscheinlich in Frankreich lesen werde.

Der Schädelbohrer von Fichtenwald oder die Metamorphosen eines Buckligen

Noch ein Holocaustroman. Nach der Familiengeschichte von Paul Binnerts, Janos Szekelys “Nacht” kommt jetzt noch ein Roman eines Holländers, 1942 geboren und 2005 verstorben, nämlich Louis Ferron, der aus dem Holocaust, eine Farce, eine Revue, eine Theaterstück in drei Aufzügen, vielen Akten und einigen Zwischenspielen machte.

1976 geschrieben und der dritte Teil einer Deutschlandstrilogie aber nur der spielt in der Holocaust-Zeit und vom “Verlag des kulturellen Gedächtnisses” zum ersten Mal auf Deutsch erschienen und ich muß gestehen, ich habe mir beim Lesen nicht ganz leicht getan, nicht alles verstanden und wahrscheinlich fehlt mir auch der Humor aus dem Holocaust eine Farce zu machen, aber ich weiß schon, daß man das wahrscheinlich als Abwehrmechanismus erklären kann und es gibt auch schon solche Romane “Jakob der Lügner” wäre wahrscheinlich anzuführen, oder auch “la vita e bella” oder vielleicht auch die “Wohlgesinnten von Jonathan Littell.

Denn es geht hier auch um die Täterperspektive. Aber der ist eine schillernde, schwache Figur. Ein unzuverläßlicher Erzähler, wie das in der Literatur so schön heißt. Friedolien, einmal Barpianist, einmal Sturmmann, dann wieder psychiatrischer Patient oder Gefangener eines KZ. Denn das Sanatorium Fichtenwald in dem die Geschichte spielt, ist einem KZ nachgebildet. Dachau ist, glaube ich, das Vorbild. Friedolien hält es für ein Sanatorium und die handelnden Personen haben auch alle reale Vorbilder, sprich Schergen des Holocaust, die im Glossar und im Nachwort genau angegeben sind und Freidolien, der SS-Mann ist ein Buckliger und der schreibt sich jetzt munter durch die Akte und die Aufzüge.

Die Patienten oder KZ- Insassen haben Namen wie Beethoven oder Hauff und Beethoven, der Musiker hat Angst durch die medizinischen Experimenten, die von Dr. Jankowsky, dem Anstaltsarzt durchgeführt werden.

Friedolien ist also zuerst SS-Mann und Sekretär des Doktors. Später trägt er die gestreifte Häftlingskleidung und eine Irmgard Zelewski, die Frau eines SS-Mannes, die ihren Schwiegervater mißhandelt, gibt es auch. Da agiert er als Klavierstimmer. Es wird ein Kleist-Stück aufgeführt und in dem Sanatorium-KZ gibt es die Bendas. Das sind reiche Juden, die sich offensichtlich mit Protektion, der Zelewskis und Jankovksy einschmuggeln lassen und später nach Madagaskar emigrieren und im dritten Aufzug werden die Perspektiven gewechselt.

Da ist der Krieg offenbar vorbei und Dr. Jankovsky ist der Protagonist, der Friedolien, beziehungsweise seinen Buckeln entlarvt.

Sicher interessant und auch verständlich den Holocaust so zu schildern. Für mich, wie schon geschrieben, nicht so leicht zu verstehen und leider gibt es nicht sehr viel über das Buch in Netz zu finden.

Fragmentierte O-Töne

Heute waren die O-Töne besser als in der letzten Woche besucht, beziehungsweise sind wir später gekommen, so daß wir nur einen Platz weit hinten bekommen haben, wo fast nichts zu sehen war. Dafür aber gut zu hören und Katja Gasser die Moderatorin stellte gleich die beiden Autorinnen vor.

Die Debutantin war die 1990 in Klagenfurt geborene und in Wien Greta Lauer, was wie Katja Gasser erwähnte, ein Pseudonym ist, ihr bei “Luftschacht” erschienenen Roman “Gedeih und Verderb” und spielt sowohl in einem Dorf als auch in der Stadt.

Katja Gasser stellte gleich die Anfangsfrage, wie weit die Autorin von den berühmten Kärntner Autoren Josef Winkler, Florjan Lipus und Maja Haderlap beeinflusst wären?

Greta Lauer
Ana Marwan,

“Sie haben die Lavant vergessen?”, antwortete sie. Die Autoren sind diesmal sehr aufmüpfig und in dem Buch geht es sehr gewalttätig zu. Mir war es zu gewalttätig und den Inhalt habe ich nicht ganz verstanden.

Katja Gassser hat aber bei beiden vorgestellten Romanen das Fragmentarische betont. Hängengeblieben sind bei mir aber die”Augäpfelchen” ein Wort, das die Autorin sehr oft verwendete und die Hauptleserin, die 1980 in Murska Sobota geborene Ana Marwan, ist mir seit ihrem Debut ” Im Kreis des Weberknechts” bekannt, wurde sie das ja jür das Bloggerdebut nominiert und ich weiß jetzt gar nicht, ob sie den Preis gewonnen hat, mir hat das Buch glaube ich sehr gut gefallen.

Dann hat sie im Vorjahr den “Bachmann-Preis” gewonnen, gibt jetzt die “Literatur und Kritik” heraus und als im Winter die beiden heurigen Gastländer auch von Katja Gasser vorgestellt wurde, war sie doppelt präsent und da hat sie ihr “Verpuppt” vorgestellt, das auf Slowenisch geschrieben und übersetzt wurde.

Viel vom Inhalt habe ich damals nicht verstanden und es auch heute nicht mitbekommen. Ana Marwan hat aber, glaube ich, wieder den Unterschied zwischen dem Leben und der Literatur herausgestrichen und das Leben als sinnlos bezeichnet, während in der Literatur alles geplant und geplottet ist. Sieht man am Cover eine Pistole, dann kommt sie im Text mit Sicherheit vor.

Es geht jedenfalls um zwei Personen, ob Mann und Frau , scheint irgendwie nicht klar zu werden und im Gespräch meinte Ana Marwan auch, daß man Identitäten nicht festlegen könne und Tiere spielen in ihren Büchern auch eine große Rolle.

Ich habe “Verpuppt”, im Jänner angefragt, aber nicht bekommen. Jetzt bin ich gespannt, ob es auf die Buchpreisliste kommt, auf die Öst würde ich vermuten und am Rückweg nach St. Pölten haben wir den Rest der “Gesprächsreihe” im Ö1 gehört, wo die Sendung über den im März verstorbenen Erwin Riess wiederholt wurde, der seinen “Herrn Groll” vorstellte und seinen Unmut über die österreichische Behindertenpolitik zum Ausdruck gab.

Nach Meidling und in den Lainzer Tiergarten

Beppo Beyerl und Erika Kronabitter in der Sommerlesereihe des Cafe Prückls und diesmal ist der Alfred mitgegangen. Gerhard Jaschke der nächsten Mittwoch an die Reihe kommt, war wieder da, die Ruth, Patricia Brooks, die Cornelia Stahl, der Hansjörg Liebscher und noch einige andere mir unbekannte Person und da gibt es das “Meidling Buch” das Erika Kronabitter und Beppo Beyerl gemeinsam während des Lockdowns geschrieben haben und das ich schon einmal gefunden habe, obwohl ich mich erst daran erinnerte, als es mir die Erika schon gegeben hat. Jetzt kann ich es dem Gerhard Jaschke, nächste Woche übergeben und die erste Geschichte die sie gelesen hat, handelt von der Frau Gertrude, die im Bundesprädisdentenwahlkampf von 2016 für Alexander van der Bellen Werbung gemacht hat. Die hat einige Jahre in einer Meidlinger Gasse gelebt, bis ihrer Mutter im Jahr 1937 beinahe eine Pfanne auf den Kopf gefallen wäre, dann ist die Familie emigiriert und alle bis auf besagte Frau Gertrude in Auschwitz umgekommen.

Die zweite Geschichte behandelte dann die verschiedenen Weinsorten und Beppo Beyerl hat aus einem “Gmeiner Krimi” “Mord im Lainzer Tiergarten” geelsen, der einen realen Mord auch aus den Dreißiger Jahen zum Grunde hat, den Beppo Beyerl dann beliebig ausgeschmückt hat.

Beppo Beyerl, Birgit Schwaner, Erika Kronabitter

Vielleicht kann ich mir den bestellen. Dann gabs noch ein paar Gespräche und am Rückweg haben wir am Karlsplatz einen Drink genommen und der literarische Sommer in Wien war wieder sehr interessant und hat einiges zu bieten

Politik und Poesie im Weinhaus Sittl

Nach den langen Sommerfrischenwochenenden geht es zum heißen Wiener Sommer und da gibt es derzeit nach meinen Stunden Dienstag bis Donnerstag auch ein Literaturprogramm.

Das heißt die Sommerlesereihe im Weinhaus Sittl würde es am Montag geben und da bin ich früher auch öfter hingegangen, aber diesmal am Dienstag und nicht im Garten ,sondern im Pelikanstübern denn da hat mich Claudius Kölz, der Sänger und Sohn vom Ernst, mit dem ich einmal in Mürzzuschlag in derselben Pension logierte, zu einer Lesung mit Musik zum Thema Aneignung eingeladen.

Weil ich um sechs eine Stunde hatte, hin ich erst um halb acht hingekommen, wo gerade Ditha Brickwell aus ihrem Roman “Engeltreiber”, las, wo es um eine Genoveva geht, die nach dem Krieg in verschiedenen Wirtshäuser und Cafes, darunter auch in dem besagten Weinhaus Sittl servierte und sich, wie sich später herausstellte, das offenbar die Erfahrungen von Ditha Brickwells Mutter war.

Claudius Kölz, Julian Wohmuth, Gidon Oechsner, Ditha Brickwell, Christa Nebenführ

Dann kam ein Lied von Claudius Kölz zu “Brassens auf Wienerisch”, danach interviewte Christa Nebenführ ,die zweite Leserin, Ditha Brickwell wie sie zum Schreiben ihrer Kriegserinnerungen gekommen ist, wo es um den Unterschied von Autobiografisch zu Auofiktion ging.

Gerhard Jaschke ist neben mir gesessen. Auf der anderen Seite habe ich Bettina Balaka und Erika Kronabitter gesehen, die ja morgen in der Sommerlesereihe im Cafe Prückl liest und nach einer neuerlichen Musikeinladung las Christa Nebenführ aus ihren “Den König spielen die anderen”, wo sie, glaube ich, auch ein Stipendium der Stadt Wien bekommen hat und es um die schlechte Beziehung zu ihrem Vater ging, vor dem sie ihr Leben lang Angst hatte.

Roman steht auf dem “Klever-Buch”, weil das die Verlagen so wollen, es ist aber eine Collage aus narrativen und poetischen Texte und um Tagebucheintragungen, Telefongesprächen und Mailkontakte geht es auch.

Es war sehr heiß im Pelikanstüberl, so haben wir uns in den Garten gesetzt, dabei Alexandra Millner gesehen und ich habe mich auch mit einer Lehrerin unterhalten, die im Publikum war.

Zwanzigster O-Töne Beginn

Christoph Möderndorfer, Gabriela Hegedüs, Bettina Leidl

Am Donnerstag gehts am Donnerstag ins Museumququartier, zu den Ö-önen, dem Literaturfestival, das es diesen Sommer zum zwanzigsten Mal gibt, wie Gabriela Hegedüs mit stolzerfüllter Stimme und leichten Anhang zur Sentimentalität erklärte und ich, meine Leser wissen es wahrscheinlich, war nicht immer da.

Cornelia Hülmbauer
Anna Mabo

“Wer von Ihnen ist schon das erste Jahr bei der Lesung von Dimitre Dinev, glaube ich, gelesen, wollte sie dann wissen und mein Hande ist unten geblieben, brauche ich ja offenbar sehr lange, bis ich mir die literarischen Events zu eigen machte, so ist es mir bei “Rund um die Burg” gegangen und im Sommer mache ich ja schon seit vielen Jahre Sommerfrische in Harland bei St. Pölten und bevor die zu den Sommerfrischenwochenenden wurden, war ich nur sehr sporadisch da, immer dann, wenn der Alfred nicht anwesend war und jetzt fahren wir erst nach den O-Tönen aufs Land, denn eigentlich weiß man wenn man zu den O-Tönen geht dann schon sehr gut, was im Hherbst auf den Buchpreislisten steht und Gratiseintritt und ein Goodie-Sackerl gibt es auch.

Grund genug hinzugehen und nach den Corona-Zeiten, wo wir hinten, standen weil mit Maske und Testnachweis ging ich ja nirgends hin und auf die O-Töne freue ich mich ja meistens sehr. Vor einigen Jahren bin ich immmer mit einem Buch in der Tasche um sechs hingegangen um einen guten Platz zu bekommen, denn die ersten Reise sind ja immer für die Vips reserviert zu denen ich ja nicht gehöre, nach Corona habe ich mir das abgewöhnt, weil ich da ja immer hinten gestanden bin und heute hat es wieder ein Eröffnungskonzert mit Anna Mabo und den Buben gegeben, die ich glaube ich schon einmal hörte und da erschien Cornelia Hülmbauer mit ihren Debut “oft manchmal nie” bei Residenz erschienen, deshalb waren auch die Verlagsfrauen da und die 1982 in Nö geborene Cornelia Hülmbauer, kann ich gleich anmerken, kenn ich schon lang, hat sie mir ja Anfangs, als sie noch Consens hieß, auf meinen Bog kommentiert. Dann kam ein “Exil-Preis” und ein Studium der Sprachkunst und der Roman führt zu einer niederösterreichische Bundesstraße, wo der Vater eine Autowerkstädte hat und das Kind sein Leben in kurzen Sätzen kommentiert. Ein Roman ohne Plot und mit Autofiktion wie Klaus Kastberger, der Moderator anmerkte und dann folgte das Hauptprogramm nämlich Birigt Birnbacher, die schon dreimal bei den Ö-Tönen aufgetreten ist, 2016 da erste Mal, dann hat sie den “Bachmann-Preis” gewonnen und dann mit ihrem Buchpreisbuch und jetzt heißt der neuen Roman “Wovon wir leben” ein Roman der Arbeitswelt, wie Klaus Kastberger kommentierte und von der Autorin zurückgepfiffen wurde, die auch ihren soziologischen Sachblick zurückwies und von Klaus Kastbergers roten Schuhe schwämrte und mehrmals daraus hinwies, daß er vor kurzem den “Staatspreis für Lteraturkritik” bekommen hat und in dem Roman kehrt eine arbeitslose Krankenschwester ins Innergebierg zu ihren Vater zurück, lernt dort einen Städter kennen und eine Ziege gibt es auch.

Birgit Birnbacher, Klaus Kastberger

Spannend, spannend zu erfahren auf welche Buchpreise, die Bücher kommen und ich lesen werde? Interessante Hintergrundgespräche über die “Bahmann-Wertungen” und wie gut Autoren lesen können müssen, habe ich von den hinter mir Sitzenden auch gehört und Küsschen der Promis, die das nach Corona wieder häufig taten, gab es auch zu sehen.

Dreißig Jahre Podium-Sommerlesereihe

Die Podium Sommerlesereihe im Cafe Prückl von Claudia Erdheim offenbar 1993 eingeführt geht ins dreißigste Jahr. Da gab es immer eine Auftaktveranstaltung in der “Alte Schmiede” und eine Schlußveranstaltung und ich bin, da man dort ja konsumieren muß, eher zögerlich hingegangen. In den letzten Jahren immer öfter und nach Claudia Erdheim hat Christa Nebenführ die Organisation übernommen und einmal auch in den GAV-Nachrichten dazu aufgerufen sich zu melden, wenn man dort lesen will. Das habe ich und bin ihr offenbar nicht gut genug gewesen.

Jetzt organisiert Birgit Schwaner die Veranstaltung, vor drei Jahren in Corona Zeiten war ich ziemlich regelmäßig da. Vor zwei Jahren gabs dann die drei G-Verordnung im letzten Jahr habe ich die Juli- Veranstaltungen offenbar versäumt, wir waren auch in Kroatien und gestern habe ich nachgegooglet und erfahren, daß das Thema “30” heißt und schon vor einer Woche Claudia Erdheim und Christa Nebenführ gelesen haben und heute Petra Ganglbauer und Friedrich Hahn und als ich das Cafe Prückl erreichte, war der Lesesaal leer. Der Kellner, den ich danach fragte, wußte es auch nicht und hat nur gemeint, daß der Saal reserviert wäre, Friedrich Hahn, den ich im Schanigarten traf, wies mich daraufhin, daß ich eine Stunde zu früh dran war, halb acht statt halb sieben.

Hansjörg Liebscher habe ich, als ich zurückgegangen bin, schon im Saal sitzen sehen. Birigt Schwaner ist auch bald erschienen und hat mir die Programmkarte gegeben. Anmelden wie im “Falter” angegeben war, musste man sich auch nicht, Gerhard Jaschke und Christian Katt und einige Damen sind auch erschienen und um halb acht wurde dann das Mikrophon ausprobert.

Das hat wie auch in den vorigen Jahren gestreikt. Birigt Schwaner hat die Lebensläufe der beiden Lesenden vorgestellt und Petra Ganglbauer hat zuerst aus ihren Prosaband “Die Tiefe der Zeit geht”, wo es um ein kleines Mädchen und seine Großmutter geht und offenbar die Zeit vor dreißig Jahren beschreibt, dann ging es zu dem Gedichtband “Aschengeheimnis” und da ist das Zuhören schwierig geworden, denn aus dem Cafe drang der Donauwalzer woran sich offenbar eine amerikanische Touristengruppe vergnügte. Die Klimaanlage war auch sehr stark eingeschaltet, so daß es sehr kalt war und die Akustik schlecht, so daß Petra Ganglbauer mehrmals ihren Standpunkt wechselte und einige Gedichte wiederholte.

Der 1952 geborene Friedrich Hahn , der schon fünfzig Bücher geschrieben hat und mit Siebzehn damit angefangen hat, hatte schon seine erste Veröffentlichung im ersten “Podium” und hat, wie er erzählte experimentell zu schreiben begonnen. Dann einige konventionelle Romane geschrieben und ist jetzt mit dem plotlosen Roman “Leergut” wieder dorthin zurückgekommen. Ein Text ohneHandlung, wo er jeden Tag einfach vor sich hingeschrieben hat und die Zahl dreißig ist erst spät vorgekommen und aus diesem Prosatext hat er auch ein Gedicht gemacht, das erebenfalls noch vorgelesen hat und dann hat er sein Buch und sein Podium-Portrait zu einem Sonderpreis von zwanzig Euro verkauft, andere Broschüren sind auch noch aufgelegen und seine Tochter hat er noch erzählt, hat heute auch ihren dreißigsten Geburtstag gefeiert.

Zeitkörperfrieden

Zum Saisonausklang performieren wieder unterstützt von Michael Fischer, Herbert J. Wimmer und Marion Steinfellner im Literaturhaus. Diesmal blieben die Sesselreihen aufgestellt und die Performer in weißen Anzügen performierten auf der erweiterten Bühne. Ein paar bekannte Gesichter und Handouts auf den Stühlen und Marion Steinfellner forderte das Publikum zum Mitlesen auf

“time body peace move”, sollte man auf ihr Handzeichen lesen und konnte dabei auch mit den Händen wackeln oder mittanzen. Aber zuerst kam die Klangkomposition von Jang Cheng, die er, glaube ich, aus Griechenland aus Wind, Ziegenglocken und Bienenklang zusammengesetzt hat. Die Butohtänzerin bewegte sich rhytmisch dazu und dann ging es los mit der literarischen Performance:

“am anfang war die singularität durch dich wurde zeit augenblick ist mit dir”

“es ist zeit für körperglücksein für frieden es ist zeit es ist zeit für körperglücksein es ist zeit”, rezitierte Herbert J. Wimmer und Marion Steinfellner antwortete darauf: “berühr mich als wär ich jetzt geboren zeit körper frieden”

Dann kam die allgemeine Tanzparty, Wein gab es auch und ein Gespräch mit Robert Huez, den ich von meinen Jubiläums erzählte und frag2te, wer den “Bachmannpreis” gewinnen wird?

“Es lesen noch vier!”, antwortete er mir diplomatisch.

Ja, natürlich Mario Wurmitzer, Yevgenij Breyger, der ja inzwischen von Frankfurt nach Wien übersiedelt ist und und und und die literarische Saison ist hiermit zuwende. In Wien, NÖ und Burgenland haben die Sommerferien angefangen. Ganz Wien ist voll von Sommerfesten, obwohl es zwischendurch geregnet hat und jetzt auf nach Harland, die “Tage der deutschsprachigen Literatur” weiterhören und dann ein paar “Literaturgeflüsterfeier-Artikel schreiben und natürlich an meinen neuen Projekt “Die Toten lassen grüßen” weiterarbeiten. Da habe ich ja schon einen Blogartikel, sowie zwei oder drei Szenen und bin sehr motiviert, obwohl ich mich schon frage, ob es so bis ans Ende meines Lebens so unbeachtet weitergehen wird?