Ehe ich mit dem Buchpreis lesen anfange und da kommt heuer zuerst die Öst daran, weil diese Bücher früher als die Deutschen auf der Netgalley erhältlich waren, kommt ein österreichisches Schmankerl, hat mir doch der liebe Dietmar Füssel von dem ich viel aber nicht alles gelesen habe, sein neuestes Werk geschickt.
Der “Verklärte” heißt es. Am blauen Cover ist ein weiß gekleideter Füssel mit Flügel zu sehen und das ganze im “Lilium-Verlag” erschienene Büchlein ist nur zweiundsechzig Seiten dick, also auch nicht länger, als mein “Ukraine-Blues” der sich derzeit in der Druckerei befindet, vielleicht sogar kürzer und der 1958 in Wels geborene Dietmar Füssel ist bekannt für seine skurillen Texte.
“Ein schräger Autor!”, hat es, glaube ich, einmal eine Kommentiererin genannt und am Buchrücken nicht am Klappentext, den gibt es in dem Buch ohne Schutzumschlag nicht, steht “Gibt es ein Leben nach dem Tod?”
Eine Frage, die Dietmar Füssel oder Didi F. der erfolglose Schriftsteller, höchstwahrscheinlich nicht beantworten kann, aber ein guter Grund seine Fantasie damit zu beschäftigen und ein (kurzes) Buch darüber zu schreiben.
Da ist also Didi F. ,der erfolglose Schriftsteller, während des Lesens dachte ich noch, welch ein unprägnanter Name, als ich dann die Bibiografie ergooglet habe, leider gibt es die nicht in dem Buch, habe ich kapiert, daß das die Abkürzung von Dietmar Füssel ist und der geht spazieren. Dabei malt er sich, wie ich das auch manchmal zum Leidwesen meiner Kritiker tue, aus, daß er den Nobelpreis bekommt.
Dann würden sich die Verlage, um seine Bücher reißen und er ihnen schreiben, daß er ihnen absagen würde “weil meine Texte nicht in das stinklangweilige Programm Ihres ignoraten Scheißverlags…” weiter kommt er mit seiner Schimpferei nicht, denn er schaut nicht nach links und rechts in seiner Wut und wird von einem Auto durch die Luft geschleudert. Der Fahrer ein Politiker begeht Fahrerflucht, man sieht wieder Füssels Ironie und Didi steht plötzlich neben sich und hat seinen Schutzengel an seiner Seite, der sich als ziemlich unfreundlich und ruppig erweist und Didi drängt sich auf den Weg in den Himmel zu machen, weil er endlich wieder Wolkenbillard spielen will und der scheint irgendwie ähnlich wie das soziale Kreditsystem in China zu funktionieren.
Man muß endlos Schlange stehen, bis man endlich einem Petrus ähnlichen Portier gegenübersteht und dann muß man sich für seine Gerichtsverhandlung wappnen. Denn alle Sünden müssen aufgearbeitet werden und die waren zahlreich.
Hat man doch in seinem Leben unzählige Spinnen, Insekten und vielleicht sogar Mäuse getötet. Bei Didi F. war es eine Maus, die er in keine Lebendfalle steckte. also wird er als Maus, um zu sühnen wieder auf die Welt geschickt und dann soll, er das als Steckmücke gleich 2 317 Mal tun.
Da begehrt er auf und fragt den Richter, was das soll? Denn er hat einen getroffen, der als Mamut büssen soll. Nur leider gibt es keine solchen mehr und eine Sexarbeiterin, die von einem <kunden erwürgt wurde, muß sich als Spinne bewähren.
“Gibt es keine Gerechtigkeit?”, will er vom Richter wissen und dann endet das Buch, wieder typisch für Dietmar Füssel, in einem philosophischen Diskurs, das alles ohnehin sinnlos ist, beziehungsweise mit einem Selbstgeprächs des lieben Gotts, das “Nächster Fall”, lautet.
Ein interessantes dünnes Büchlein ,des Vielschreibers, der wahrscheinlich ähnlich wie ich, schon sechzig oder mehr Pulikationen aufzuweisen hat und so erfolglos würde ich vermuten, ist er gar nicht, sondern sehr fleißig und auch politisch sehr aktiv und ähnlich, wie ich, auch Corona kritisch eingestellt, wofür er leider beim letzten “Tag der Freiheit des Wortes” ausgebuht wurde, denn auch das hat sich in der letzten Zeit leider geändert, daß man seine Meinung nicht mehr überall frei äußern kann.

