Wahnviertel

Jetzt eines der Bücher des 1956 in Krems an der Donau geborenen Helmut Steiner, den ich vor einigen Jahren in der dortigen Galerie kennengelernt und bei der letzten KritLit wiedergetroffen habe.

“Welchem Genre gehört “Wahnviertel” an?”, hat mich bei der Wanderwoche Astrid gefragt, “-ist es ein Krimi?”

“Das weiß ich noch nicht!”, habe ich geantwortet und würde jetzt das Buch dem fanatastischen Realismus mit österreichischen Prägung zuordnen, beginnt das fünfhundert Seiten Buch, das sich sicher kürzen ließ, mit dem Looser Franz einem ehemaligen Softwarentwickler mit vermüllter Wohnung, der gern dem Wein und dem Bier zuspricht.

Der hat in sich überirdische Fähigkeiten entdeckt und kommuniziert jetzt mit einem “Überfranz”, der ihm zunehmend entgleitet. Helmut Steiner hat sich offensichtlich ein bisschen an Freuds “Es -Ich -über-<ich” angeleht und dann führt er uns in die Götterwelt der Griechen ein.

Ein bisschen diesbezügliches Vorwissen wäre da vielleicht gut, um das Buch besser zu verstehen, ohne geht es aber wahrscheinlich auch. Denn der Übergottvater Zeus ist offensichtlich ein bisschen dement geworden, jagt aber immer noch den schönen Frauen, hier einer Opernsängerin nach, dabei verliert er seinen Zauberstab, wird in eine Schlange verwandelt und das phantastische Ringen beginnt.

Er kommt nach Krems und Umgebung. Hier hat Franz auch einen Weinberg oder Keller in dem er sich zurückzieht, heuert einen Bauern als Diener an, den er dann zum Priester weiht und verwandelt alle Widersacher, die ihn fangen wollen, in Spatzen. Die übrigen Götter sind auf seiner Spur und so kommt es in den Weinbergen zu wilden Spektakeln, die ganz sanft nämlich mit einer Kunstausstellung, die Franz besucht, beginnt. Da verliebt er sich in den “Thron des Dionysus oder sos” und schließt mit dem ihm erschaffenden Künstler einen Pakt ab, wenn er sich den “Wahngöttern” würdig erweist, darf er sie Skulptur ein Jahr in seinen Garten aufstellen. Er wird auch zu einem Poetry Slam eingeladen, wo er sich mit den Göttern messen soll und damit das besser gelingt, bekommt er Unterstützung von Brigitte, einer arbeitslosen Journalistin, die ebenfalls in Besitz eines der Weinberge ist.

Die Beiden verlieben sich ineinander, besiegen die Götter. Franz lehnt ab, selbst zum Gott zu werden, denn er will keine übersinnlichen Kräfte mehr. Überfranz hat sich schon von ihm verabschieden und so ziehen sich die Beiden an Meer zurück. Vorher wird noch ein großes Fest gefeiert und um dem Kapitalismus zu entgehen, kommen sie auch auf eine geniale Idee, nämlich das Handy abzudrehen. Etwas was ich nicht nachmachen kann, weil ich ja keines besitze.

Spannend spannen was es alles abseits der Bestseller und buchpreisliteratur zu lesen gibt. Helmut Steiner hat noch einige andere dicke Bücher geschrieben, die sicher ebenfalls interessant zu lesen sind.

Offener Brief gegen die ORF-Zwangssteuer

Ich war eine intensive Ö1-Hörerin, habe da schon ein paar Kultureintrittskarten gewonnen und ein paar Mal beim Ö1-Quiz mitgemacht. Fernseher habe und hatte ich keinen und da ein paar Mal die kontrollierenden Herren durch die Wohnung geführt.

Und dann hat sich die Medienlandschaft geändert. Es gibt private Dienstleister und Streamingangebote und immer mehr Haushalte haben offenbar den Fernseher abgemeldet. Aus Deutschland hörte man schon lange, da gibt es eine Zwangsgebühr, die alle bezahlen müssen, ob sie Fernsehen oder nicht und wer das verweigert wird sogar eingesperrt!

“Absurd!”, habe ich damals gedacht. Das war noch vor Corona-Zeiten, wo dann vieles möglich wurde, was ich vorher für unmöglich gehalten hätte und so hörte man auf einmal, das wird auch in Österreich so kommen, weil man ja den ORF streamen und daher gratis hören kann und daher hat der eine Verfassungsklage eingebracht und dort wurde entschieden, es müssen in Zukunft alle zahlen, egal ob sie fernsehen oder nicht.

Also eine ORF- Zwangssteuer in Zeiten der höchsten Inflation, wo man ohnehin immer hört, daß sich immer mehr Leute überlegen, ob sie essen oder heizen sollen und die Familienministerin hat, als das Gesetz im Parlament beschlossen wurde, ein wenig hinterhältig berichtet, daß die, die bisher brav ihre ORF-Gebühr bezahlten, ab nun nur mehr fünfzehn statt vierundzwanzig Euro zahlen werden müssen, was eine tolle Maßnahme der Regierung ist.

Aber was ist mit denen die bisher nicht fernsahen und die nun ungegfragt zum Handkuß kommen und vielleicht sogar, wie das jetzt ja Mode ist, wenn sie sich darüber aufregen, zu den Zwangsgebührengegnern gezählt werden?

Dabei gäbe es eine ganz einfache Methode das schwarzsehen abzustellen. Wenn ich den ORF streamen will, komme ich, wie bei den Zeitungen zu einer Paywall und kann bezahlen. Tue ich das nicht, weil, ich glaube, den öffentlich rechtlichen Sender nicht zu brauchen, dann zahle und sehe ich das eben nicht und ich bin zu dem Schluß gekommen, daß ich ihn nicht brauche, denn wenn ich an die Corona-Berichterstattung denke, wo ein Film über die Maßnahmengegner gezeigt wurde und da nur höchst seltsame Personen interviewt wurden, so daß die “brav zahlenden ORF-Hörer” einen falschen Eindruck von den Demonstration bekommen haben, denn da habe und das kann ich bezeugen, weil ich da auf einigen war, durchaus normale Menschen, zwar ein paar konservative und FPÖ-Wähler wahrscheinlich, aber keine Exel-Menschen und keine, die glauben, daß die Erde eine Schreibe ist und das halte ich für keine objektive Berichterstattung und natürlich bin ich gegen eine Zwangsgebühr, wie ich auch gegen den Masken– und den Impfzwang war und kann nun überlegen, was mache ich dagegen? Wie kann ich mich wehren?

Eine Petiton habe ich, wie auch hunderttausend andere unterschrieben, hat aber wie sich merken ließ nicht viel genützt. Die Regierung hat sich geweigert, die Unterschriften entgegenzunehmen, was ich sehr seltsam finde. Also wie dagegen demonstrieren? Wird es Massendemonstrationen geben und bin ich dann, wenn ich mich ihnen anschließe weine Zwangssteuergegnerin?

Bin ich wahrscheinlich und ich werde demonstrieren und weiterhin nicht fernsehen und das auch nicht streamen, habe ich auch bisher nur selten und seit Corona höre ich auch weniger Ö1 und habe, wenn ich es hörte, sehr seltsame Aussagen und Berichterstattung über die Maßnahmenkritiker gehört.

Mein Protest könnte also sein, auch nicht mehr Ö1 zu hören und ich kann mich auch allein über das Kulturgeschehen informieren. Über Literatur wurde, das konnte man beispielsweise bei den IG-Autoren hören, ohnehin viel zu wenig. Kann alleine Bücher lesen“, alleine in die “Alte Schmiede”, zu Konzerten und ins Kino gehen.

Aber das ist vielleicht zu wenig Protest und wie spare ich nun die monatlichen fünfzehn Euro ein?

Da könnte ich beispielsweise Monat für Monat einen Brief an den ORG schreiben:

“Sehr geehrte Damen und Herren! Heute wollte ich eigentlich ins Kino gehen, aber leider wurde mir meine monatliche ORF-Zwangssteuer abgezogen, wollte mir ein neues T-Shirt kaufen und mußte daher leider darauf verzichten, zu Hause bleiben und mein altes weiter tragen!”

Das Monat für Monat abschicken, aber nicht mit der Post schicken um nicht noch einen Euro oder mehr dafür zu bezahlen Also nur per Mail und das wird dann wahrscheinlich im Mistkübel landen. Leben wir doch in höchst autoritären Zeiten, wo auf die Meinung der Bürger und ihren Protest wenig bis keine Rücksicht genommen wird!

Und wenn ich mich mit einer Tafel “Ich bin gegen die ORF-Zwangsgebühr!”, vor den Küniglberg oder die Argentinierstraße stelle, gelte ich warhscheinlich, wie die, die gegen die Russland-Sanktionen und für den Frieden waren, als Volksfeindin und Kollaborateurin, als Reichsbürgerin wahrscheinlich und natürlich für rechts, wie das ja auch alle sind, die meinen, daß die Corona-Maßnahmen überzogen waren und es ist ja auch so, daß die FPÖ bereits versprochen hat, wenn sie den nächsten Bundeskanzler stellt, die Zwangsgebühr wieder abzuschaffen. Aber die werde ich nicht wählen.

Was also tun? Den ORF verweigern, nicht mehr schauen, nicht mehr streamen und darüber nachdenken, wie man die Zwangsgebühr am effektivsten einsparen kann, wenn man für die Verweigerung schon nicht ins Gefängnis gehen oder exekutiert werden will?

Es ist wirklich eine verrückte Welt in der wir derzeit leben. Mal sehen wie es weitergeht und natürlich weiter protestieren und seine Meinung äußern!

Eine Nacht, die vor 700 Jahren begann

Jetzt kommt ein Buch auf das ich bei der “Diogenes-Frühjahrsvorschau” gekommen ist und das im Juni das Ö1-Buch des Monats war. Ein Buch, das in den Fünfzigerjahren in Mexiko geschrieben wurde, siebzig Jahre in den USA auf einen Dachboden lag, dann entdeckt wurde und von der Tochter des 1901 in Budapest geborenen Janos Szekely herausgegeben wurde.

Szekely, der Drehbuchschreiber war und den ebenfalls bei “Diogenes” erschienenen Roman “Verlockung” geschrieben hat, ist 1938 in die USA emigriert, dann vor der Mc Carthy-Äära nach Mexiko gegangen und schließlich in die DDR emigriert, wo er 1958 in Ostberlin starb.

Das allein ist schon interessant. Sein Roman, der in einem offenbar fiktiven ungarischen Dorf im Sommer 1944 spielt, ist es aus und schließt fast nahtlos an Paul Binnerts “Lügenlayrinth” an oder auch nicht, denn eigentlich geht es in dem Buch gar nicht so sehr um den Holocaust, sondern um die Unterdrückung der ungarischen Bauern, die, wie der Titel schon sagt, vor siebenhundert Jahren begann, denn da wurden die Bauern von den ungarischen Aristokraten unterdrückt, zu Leibeigenen erklärt und mussten zu einem Hungerlohn arbeiten und das hat sich im Jahr 1944, wo die Nazis, die Juden und die Zigeuner, ja, so hat das damals geheißen und heißt es auch im Buch, obwohl das da zweimal entschuldigt wird, deportieren, nicht sehr geändert.

So beginnt das Buch auch damit, daß der Zigeunerprimas Marci Balogh, der VI, der sehr selbstbewußt, aber auch sehr skrupellos ist, in das Haus des Bauern Garas kommt, dort die Wanderzigeunerin Julka sucht und sie sehr beschimpft.

Erst in den nächsten Kapiteln erfährt man warum. Julka und Marci waren schon auf dem Todesmarsch, sind aber entkommen und haben nun bei Garas Unterschlupf gefunden und Julka ist die Geliebte beider geworden. Für Kost und Quartier teilt sie mit dem Bauern das Bett und führt ihm den Haushalt und in den nächsten Kapiteln wird erstaunlich einfühlsvoll der Werdegang Julkas erklärt, die sich durch ihr Leben schlafen und stehlen muß, denn was soll sie denn anderes machen, wenn sie keine Arbeit findet? Sie liest aus der Hand, sagt die Zukunft den “Gnädigen Herren und Frauen” heraus und wünscht sich dabei nur eines, einen braven Ehemann und viele Kinder, für die kochen und putzen darf.

Dann wird in dem siebenhunndert Seiten Buch, das ein Nachwort von Sacha Batthyany hat, der Graf beschrieben, der die Bauern zur Fronarbeit zwingt, der aber im Wahrheit verschuldet ist und von der Bank lebt und sein Schloß gehört eigentlich dem Nationalsozialisten Lorant Barankay, dem Massenmörder, der ständig betrunken ist, seine Frau, Exzellenz genannt, die von unten kommt, lebt im Nebenschlößchen und und das ist wohl ein bisschen unglaubwürdig oder wahrscheinlich ein Schelmenstück von Janos Szekely, die Geliebte von Marci, der zwischendurch, während der Bauer arbeitet, auch Julka besucht und nun in diesem Szenario, es gibt noch eine Familie Rosenberg und eine Stern, die ehemals den Laden und das Gasthaus führten und sich nun verstecken müssen, beschließen die Bauern zu streiken und versuchen das dem Grafen beizubringen.

Es gibt dann noch einige Nebenhandlungen und Verwicklungen und am Schluß werden alle deportiert, entkommen aber dem Viehwaggon und gehen in einer guten oder ungewissen Zukunft entgegen, was auch ein bisschen phantastisch beschrieben wird und ich habe, obwohl ich das gar nicht mehr wollte, ein sehr interessantes Buch gelesen, zu dem ich wieder sehr lange gebraucht habe, das mich und das ist auch sehr interessant, immer auch ein bisschen an unsere chaotische Gegenwart erinnert hat und noch etwas ist interessant und da bin ich wieder bei dem Wort “Zigeuener,”, das in dem Buch häufig verwendet werden.

Natürlich, denn die Nazis werden zu ihnen nicht Sinti oder Roma gesagt haben und in den Neunzehnfünfzigerjahren war das Wort auch der offizielle Sprachgebrauch, der Verlag entschuldigte sich, daß sie nicht wußten welcher Volksgruppe Marci und Julka angehörten und interessant ist da, daß das Manuskript, das auf dem amerikanischen Dachboden gefunden wurde in Englisch war, obwohl es Szeklely seiner Frau auf Ungarisch diktiert wurde, die es dann abtippte und jetzt von Ulrich Blumenbach aus dem Englischen übersetzt wurde und da steht statt Gipsy nun Zigeuner. Die “Neger” sind aber als Schwarze übersetzt und interessant finde ich das deshalb, weil ja Alain Claude Sulzer vor kurzem Probleme mit der Verlagsförderung hatte, weil in seinen Roman auch das Wort “Zigeuner” vorkommt.

Immer nur für mich allein?

Fünfzig Jahre schreiben, fünfzehn Jahre “Literaturgeflüster” und das natürlich entsprechend feiern Fünfzehn Tage lang habe ich mir vorgenommen und auch Resume zu ziehen, was in den letzten Jahren passiert ist und wie es mir mit dem Schreiben ergangen ist?

Darüber habe ich in diesem Jahr in einigen Jubiläumsartikel und auch schon früher immer wieder geschrieben und zusammengefaßt, wie es mir mit dem Schreiben geht. Das eigentlich immer für mich wichtig war und ich mich so weit ich mich erinnern kann, schon immer geschrieben habe und schreiben wollte.

Ich bin ja ein Novemberkind und als meine Mutter 1959 mit mir zu Schuleinschreibung gegangen ist, noch nicht ganz sechs und einige Sprachfehler, hat man ihr eine Sprachsonderschule empfohlen.

“Mein Kind geht in keine Sonderschule!”, hat meine Mutter empört gesagt und ist mit mir zu Hannes Aschenbrenner einen damals bekannten Logopäden oder Sprachheillehrer gegangen und der hat mir dann irgendwie das Lesen beigebracht, so daß ich es schon konnte, als ich ein Jahr später in die erste Kasse der VS kam und da kann ich mich auch erinnern, daß ich an den Wochenenden Aufsätze schrieb, die ich dann meiner Lehrerin Frau Keiler zeigte und die hat mir, glaube ich, auch den Rat gegeben nicht zwei gleiche Wörter hintereinander zu verwenden. Dann kam die Hauptschule mit der Frau Else Linser und dann die “Höhere Lehranstalt für wirtschaftliche Frauenberufe” mit der Frau Professor Friedl und irgendwann, ich glaube, im Jahr 1971 habe ich mich dann entschlossen nach der Matura zu schreiben und Psychologie zu studieren.

Da habe ich schon für mich geschrieben, mir Geschichten ausgedacht und viel gelesen. Den literarischen Zeitpunkt setze ich aber nach meiner Matura im Mai 1973 an. Da habe ich meine erste Erzählung geschrieben, die von einer Hure, die am Nachmittag Kinder betreut. Die ist fertig geworden, wurde nie korrigiert und keine Ahnung, wo die jetzt ist? Liegt vielleicht in einer Mappe in der Krongasse. Dann kamen, auch schon oft erwähnt, der Gerhard K. und die Monika J. ,dienen die “Einladung zum Tee” nicht gefielen und mein Briefwechsel mit dem Pastor B. , den ich im Workcamp im Hamburg im Sommer 1976, glaube ich, kennenlernte und der auch das Vorbild für die männliche Person in der “Einladung” war. Dem habe ich mein Leid geklagt und da kann ich mich erinnern, daß er mir den Rat gegeben hat, nur für mich selbst zu schreiben.

“Tue es nur für dich, wenn du keinen Erfolg und keine Anerkennnng hast!”

Sicher gut gemeint. Ich war damals empört und habe geantwortet, aber die Jelinek tut das doch auch nicht!”

Ein bißchen hochgestapelt, ich weiß, mich mit der Nobelpreisträgerin von 2004 zu vergleichen, die damals wahrscheinlich gerade die “Klavierspielerin” und die “Lebhaberinnen” gechrieben hat, die ich gelesen habe.

Damals war die Reaktion, denke ich heute, sicher richtig. Ich habe weitergeschrieben, mich mit den Frauen vom “Arbeitskreis schreibender Frauen” getroffen und später mit Elfriede Haslehner, Valerie Szabo-Lorenz, Bruni Langthaler und noch einigen andern in privaten Kreis und haben einander unsere Texte vorgelesen. 1987 bin ich in die GAV aufgenommen worden. Ab da habe ich meine Texte auch an Verlage und Zeitschriften geschickt, mich für Stipendien und Preise beworben und nicht viel Erfolg gehabt.

Stimmt nicht ganz. Den Wettbewerb für ein nicht rollenkonformes Kinderbuch “Mädchen dürfen pfeifen Buben dürfen weinen” habe ich gewonnen, der “Wiener Frauenverlag”, der sich damals gegründet hat, hat auf Initative von “Jugend und Volk”, wo das Buch erschienen ist, meinen Arbeitsgeschichte “Die freundlichen Stimmen oder auf einen Anruf warten” genommen und ein paar Veröffentlichungen in kleineren Literaturzeitschriften, wie das “Log” etcetera, gab es auch. Als ich in die GAV aufgenommen wurde, gabs dann die U-Bahngeschichten im “Wespennenst, ein paar Texte in der “Rampe” habe ich auch gehabt. Da hat, glaube ich, auch Gerald Bisinger vermittelt.

Dann kamen die “Hierarchien” wo ich meinen Weggang 1987 von der Klinik beschrieben habe, die hat Jack Unterweger, der schon vorher Texte in seiner “Wortbrücke” genommen hat, dann in seiner “Edition” herausgebracht. Vorher habe ich das, glaube ich, an zweiundvierzig Verlagen geschickt, darunter auch “Rowohlt” und “Suhrkamp” und schlechte Kritiken gehabt.

Weiter versucht. Bei der GAV einiges organisiert, zum “Preis der Arbeit” haben sie mich 1989 mit meiner “Slavica-Geschichte” eingeladen und die ersten Lesungen bei den Textvorstellungen in der “AS” damals noch im zweiten Stock des Hinterhauses gab es auch und so hat es sich dahingezogen, bis dann um 2000 wahrscheinlich mein erstes selbstgemachtes Buch herausgekommen ist. Das war eine Idee vom Alfred der mir die “Wiener Verhältnisse” sozusagen zum Geburtstag schenkte. Inzwischen gibt es an oder über sechzig selbstgemachte Bücher und bin damit erst recht vom Fenster weggekommen, schicke nicht mehr an Verlage, sondern blogge seit fünfzehn Jahren und das ist, das habe ich schon geschrieben, für mich einerseits sehr wichtig geworden. Andererseits erst recht wieder weg vom Literaturbetrieb. Einmal habe ich ein Interview für die Zeitschrift “Buchkultur” gegeben. Da ging es um das Thema Untergrund und da habe ich gesagt, daß ich mich eigentlich nicht als Frau im Untergrund fühle. Die Interviewerinnen haben das aber so gesehen und das Interview entsprechend formuliert, obwohl sie auch Ilse Kilic und Christine Huber und Patrica Brooks interviewt habe.

“Stiefkind Literatur!”, habe ich damals geäußert und mir dann immer wieder gedacht, “Tue ich das eigentlich immer nur für mich und komme ich jemals in den Literaturbetrieb?”

Und jetzt blogge ich schon fünfzehn J,ahre habe inzwischen über fünftausend Artikel und auch viel geschrieben in dieser Zeit. Aber eigentlich nur die negativen Kommentare vom Uli und in jüngster Zeit auch von einem Fräulein Rottenmeier.

“Sie können es nicht! Sie haben viele Fehler”

Die Frau Heidegger und die JuSophie haben das auch früher getan und der Manfred Lagler-Regall, der gute, schickt gelegentlich aufmunternde Worte und Doris Kloimstein hin und wieder ein Gedicht. Aber sonst blogge und schreibe ich im Vergorgenen und ertappe mich auch immer wieder dabei, daß ich manchmal denke “Dann tue ich es nur für mich!”, breche dann ab und frage mich, ob ich das wirklich so will?

Natürlich nicht. Aber wenn es nicht anders geht, die sechzig Büche,r sind da und die fünftausend Blogartikel und auch die Bücher, die ich inzwischen gelesen habe und deren Besprechungen man nachlesen kann und in letzter Zeit habe ich mich auch bei der Frage ertappt, ob das nun das restliche Leben so weitergeht?

Mit zehn bis fünfzehn Lebensjahren habe ich ja noch zu rechnen und wird das so weitergehen, siebzig oder achtzig selbstgemachte Bücher oder gar nicht soviel und zwanzig bis fünfundzwanzig Jahre “Literaturgeflüster” und keiner nimmt es wahr und bei den Veranstaltungen zu denen ich gehe, stehe ich allein und isoliert da, mit mein Glas Wein, während sich die literarischen Insider miteinander unterhalten.

Stimmt auch nicht so ganz. Erst in der letzten Veranstaltungswoche hat sich Kurt Neumann“, der mich sonst eher ignoriert, in der “Alten Schmiede” mit mir unterhalten. aber der hat mich schon in den Neunzehnachtzigerjahren zu den “Textvorstellungen” eingeladen und einen Tag darauf auch Mascha Dabic und manchmal bekomme ich auch Kommntare von jungen Autoren, die mich kennen oder mir ihre Bücher schicken.

Wird es also so weitergehen, daß sich niemand für meine Sachen interessiert und nur der Uli schreibt “Sie sind selbst schuld, wenn sie so schlecht schreiben und unblehrbar sind!”

“Nein!”, denke ich dann!.

“Das kann es doch nicht sein!”

Denn, ich glaube, ehrlich und wahrhaftig, wenn man etwas fünfzig Jahre mit Herzblut tut, dann ist das schon etwas und auch, wenn ich mit der Rechtschreibung auf Kriegsfuß stehe oder die Grammatik vielleicht auch nicht so ganz beherrsche, nicht experpementell bin und wie Klaus Kastberger wahrscheinlich sagen würde, konventionell schrebe und Thomas Bernhard für viel besser hält, ist das doch etwas, denke ich. Denn schreiben lernt man durch schreiben und, daß ich am schlechtesten auf der ganzen Welt schreibe, wie mir schon mal kommentiert wurde, glaube ich, auch nicht wirklich und wenn, wäre das auch ein Kompliment. So gibt es ja Wettbewerbe für das schlechteste Schreiben, aber da habe ich mich nie beteiligt und denke es wird schon durchschnittlich sein und mehr will ich eigentlich gar nicht. Aber trotzdem Anerkennung und Interesse. Iimmer nur hören, “Das ist nicht gut genug!”, ist es auch nicht und das kommt jetzt auch nur mehr von meinen Spamern, während mich der Literaturbetrieb ja komplett ignoriert und ich auch nicht mehr viel hinschicke.

Stimmt auch wieder nicht so ganz, denn als ich der Frau Danielcyk, der unentwegt bemühten,mein zweites “Literaturgeflüster-Buch” geschickt habe, hat sie mich aufgefordert mich für eine Ausschreibung zu bewerben, bei der man eigentlich ein Buch in einem Wiener Verlag haben mußte. Gewonnen habe ich da nichts und frage mich also, wird das so bleiben, daß ich fünfzig, sechzig, siebzig Jahre schreibe und niemand interessiert es?

Fünfzig Jahre tue ich das ja schon und es geht mir eigentlichnicht so schlecht dabei. Denn inzwischen habe ich gelernt damit zu leben, obwohl ich es noch immer nicht verstehe, daß man so übersehen wird. Denn ich würde auf einen Artikel, wie diesen antworten, mich an den Gewinnspielen beteiligen und uch die entsprechenden Bücher lesen.

Muß aber nicht sein, geht auch ohne, obwohl es wäre vielleicht doch ganz schön. Also was werde ich zehn Jahren schreiben, wenn es fünfundzwanzig Jahre “Literaturgeflüster” zu feiern gibt. Werde ich es dann auch allein und für mich tun und mich nur mit gelegentlichen Spamern auseinandersetzen, was ich eigentlich ganz gern tue und auch immer freundlich antworte?

Ist eigentlich schade, würde aber natürlich gehen. Also schauen wir, wie es weitergeht und mein Leser lade ich natürlich wieder ein sich für mein Schreiben und meine Bücher zu interessieren.

Wenn sie mich schon liken oder gelenentlich kommentieren wäre ein Buchrezension ganz schön. Also warten wir ab und schauen wir wie es weitergeht? Inzwischen schreibe ich ja eifrig an meinem neuen Projekt und werde auch weiter darüber berichten. Also eine Beteiligung an einer Leserunde wäre schon sehr gut und wenn nicht geht es natürlich auch ohne, weil mir das “Literaturgeflüster” ja sehr wichtig ist. Eine schöne Kompensation für mich selbst, hat aber auch viel Information, die ich meinen Lesern bieten kann.

Wanderwoche am Peterbauerhof

Reiteralm, Spiegelsee

Wir gehen ja ziemlich regelmäßig mit Alfreds Turnlehrerund seinen ehemaligen Schulkollegen zweimal im Jahr wandern. Im Jahr 2000 hat das glaube ich angefangen. Da ist der Lehrer in Pension gegangen und hat sich an seine Wanderwoche erinnert, die er mit seinen Schülern einigen Zeit gehalten hat. Die zusammengetrommelt und seither sind mir meist in der Steiermark hier und dort marschiert. sogar zu Corona-Zeiten, hat es ein Wandern gegeben, 2020, 2021 ist der Alfred allein gegangen, weil ich ja kein 2 oder 3 G wollte. Im Vorjahr waren wir in Eisenerz und heuer die Ramsau und weil die ehemaligen Schüler inzwischen schon alle in Pension sind ist, aus dem Wochenende eine Woche geworden und so sind mir am Montag meinen fünfzehn Jahre “Literaturgeflüster-Tag” da habe ich den Artikel vorgeschrieben und dann den Laptop mitgenommen, denn inzwischen nächtigen wir in einem Hotel und nicht mehr in einer Hütte und so losgefahren durch das Gesäuse und der Alfred hat da und dort immer wieder gesagt “Kannst du dich erinnern? Da sind wir hinaufgegangen, dort haben wir gegessen?”, konnte ich meistens nicht. Das Gasthaus in Gstatterboden gab es nicht mehr, so haben wir in Admont gegessen, da haben wir einmal bei Schlechtwetter eine Stiftführung gemacht und dann ist meine “Peter Paul-Geschichte” entstanden, die, glaube ich in der “Reise nach Odessa” enthalten ist.

Ein schönes Gasthaus und fast leer, denn es war schon fast zwei und zwischen vier und fünf sind wir dann am Peterbauerhof eingetroffen. Eine schöne Gegend, viele Berge, viel Grün, wir war ja schon vor zwei Wochen in der Steiermark in Neuburg an der Mürz beim “Ernst Jandl- Preis”, wo es ähnlich idyllisch ausgesehen hat.

Der Gunter, die Ingrid und die Astrid waren schon da, nach und nach sind ein paar andere dazugekommen. Der Lehrer ist diesmal nicht mitgekommen. Ein schönes Zimmer im dritten Stock und was ich nicht erwartet habe, Halbpension.

Vorher ein kleiner Spaziergang und am Dienstag sind wir mit der Gondel auf die Reiteralm hinaufgefahren und haben dort den Rundweg gemacht, sind an einigen Seen vorbei und in einen Regenguss hineingekommen.

Meine Kondition, die ja wahrscheinlich Corona bedingt nicht die beste ist, wurde durch den Regen fast ein wenig angekurbel, obwohl wir einen Gipfel ausgelassen haben und ich nur vor dem Gassel-Höh-Gipfelkreuz gestanden bin

Die Reiteralm ist touristisch sehr aufgerüstet. Es gibt sogar einen Kinderwagenweg und eine Kindergarten-oder Schulgruppe haben wir auch gesehen. Viele deutsche und tschechische Touristen und mit der Sommercard, die wir vom Hotel bekommen haben, war die Gondelfahrt sogar gratis und am Abend gab es Tafelspitz mit Spinat und Röstkartoffel und danach einen Apfelstrudel.

Silberkarklamm

Am Mittwoch, wo es Gewitteralarm für den Nachmittag gab, sind wir gleich nach dem Frühstück zur Silberklarklamm aufgebrochen, wo wir circa im Jahr 2000 schon einmal waren, weil ich da bei Ö1 zwei Karten für ein Konzert der Landstreich gewonnen haben, die auch das “Schüßel-Lied” gesungen haben. Damals sind wir am Abend hinaufgegangen.Jetzt am Vormittag hinter oder vor ein paar Paaren mit Hunden und kleinen Kinder, wo eines Geburtstag hatte, das dann von der Gruppe ein Ständchen bekam.

Vier Euro fünfzig war glaube ich Eintritt zu zahlen, weil ein privater Betreiber und dann hinauf über die Leitern und Steige an den Wasserfällen vorbei. Vor der Hütte Erdbeerbuttermilch getrunken, eine Schulklasse hinaufkommen gesehen. In der Steiermark ist noch eine Woche Unterricht und dann einen gelegentlich etwas steilen Rundweg zum Parkplatz zurück. War aber sehr schön und meine Kondition besser als erwartet. Dann waren wir schon vor eins im Quartier und können schauen, ob und wann das Gewitter kommt?

Es hat dann aber doch bis zum Nachmittag ausgehalten, so daß ich eine Runde spazierengegangen bin. In Richtung Birnberg auf einen Waldweg. Dann stand plötzlich ein Traktor am Weg und hat Holz eingeladen. Sie ließen mich zwar vorbei, aber wie komme ich zurück, auf die Straße abgebogen und gehofft, daß ich zum Peterbauer zurückkomme, hat geklappt und am Waldweg, der auch ein Radweg ist, sind mir ein paar Radfahrer entgegengekommen, auf der Straße dann ein paar Autos. Wie schon geschrieben sind viele Tschechen da und zum Abendessen hat es Schweinsbraten mit Kraut und Knödel, also eine sehr deftige Kost gegeben und für die veganen Vegetarier Zucchinileibchen.

Die Gruppendynamik ist ohne dem Herrn Sladky, der sehr leutselig war, mit den Kellnern und den Wirten scherzte und immer Schnaps für alle bestellte, ganz anders. Es wird weniger getrunken und es gibt auch untereinander weniger Kommunikation weil die Gruppe auf zwei bis drei Tischen verteilt ist.

Und am Donnerstag auf die Dachsteinsüdwandhütte 1910 Meter. Eigentlich ein leichter Weg, aber meine Kondition ist doch nicht so gut, wie ich schon dachte. Denn ich habe lang gebraucht, viel gekeucht und lange gebraucht, so daß wir die Hütte erst erreichten, als die anderen schon beim Hinuntergehen waren. So sind wir nach einer Rast, wieder Buttermilch, das mitgenommene Frühstückssemmerl und ein mit dem Alfred geteilter Kaiserschmarrn, nur bis zur Liftstation gegangen. Dort haben wir den Bus genommen und der Gunther hat uns bei der Mautstelle abgeholt. Aber schön war es doch, auch wenn es am Nachmittag zu regnen angefangen hat.

Am Abend gab es dann, diesmal habe ich die Eiernockerln statt dem Gulasch genommen, doch die Schnäpse und es gab auch ein Geschenk für den Gunther. Ein “Alpenglück-Romanhefterl”, was allgemeine Erheiterung auslöste und in ein Herzchen wurde unterschrieben, sowie den neuen Termin für die Septemberwanderwoche ausgemacht.

Am Freitag haben wir uns dann nach dem Frühstück verabschiedet, sind zuerst zum “Lodenwalker” gefahren und haben uns da ein bißchen bei der “Heimat des Schladminger Lodens”, die schon seit fünfhundertfünfundsiebzig Jahren besteht, umgeschaut und dann nach Schladming, wo die Kinder mit ihren Zeugnissen in Scharen herumliefen und sich in den Geschäften Geschenke und Eis holten.

Dachsteinsüdwandhütte

Ein paar der Gruppe wollten noch bleiben und auf einen Berg wandern, konnten aber nicht mehr reservieren, was man schon ein paar Tage vorher musste, ein System, das sich für meinen “2035” dystopischen Roman gebrauchen läßt. Wir sind nach dem Mittagessen nach Harland in das Sommerfrischenwochenen gefahren und werde von da weiter berichten.

Die Toten lassen grüssen

Gleich nach dem “Bachmannpreis”, Christiane Zintzen hat das ja einmal “Bachmannpreis-Kolloquium” genannt und mitten drin in meinen “Fünfzehn Jahre Literaturgeflüsterfeiern” wieder ein aktueller Bericht über mein Schreiben.

Bin ich da ja sehr fleißig, obwohl der Erfolg ausbleibt und wenn ich mir so die “Bachmannpreis- Diskussionenen” an und Klaus Kastberger beispielsweise sagen höre, daß er von Thomas Bernhard schwärme und er viele der vorgetragenen Texte für zu konventionell halte, bin ich nicht sehr ermutigt, obwohl in diesem Jahr schon sehr viel passierte. Zwei zugegeben nicht besonders lange Texte sind entstanden, die aufs Fertigwerden warten.

“Die drei Frauen” haben shon ein Cover, so daß es bald eine “Vorschau” geben kann.

Der eher kurze “Ukraine-Blues” liegt beim Alfred” und während ich den “Bachmann-Preis” nur sehr entfernt aus der Publikumssicht betracht, habe ich mir in diesem Jahr schon einige Gratis-Webinare der Jurenka Jurk gegeben und muß schreiben, sie haben mich sehr motiviert.

Haben die “Fünf Tage Workshops” doch die “Drei Frauen” hervorgebracht und der Ukraine Workshopü ist aus dem “Heldenreise-Webinar” oder dem Webinar über die drei Fehler, die den Roman nicht spannend machen, entstanden. Ob da mein Ziel stark genug war, bin ich mir nicht ganz sicher und vor ein paar Wochen hat es wieder ein Webinar gegeben und daraus hat sich dann die Idee zu “Die Toten lassen grüßen” geformt.

Das heißt, das stimmt nicht ganz. die erste Idee ist mir schon im April gekommen. Da habe ich “Als wir Vögel wären”, gelesen wo es ja um ein paar Tote geht, die miteinander kommunzieren. Da habe ich ein bißchen mitgeleckt. Mir etwas aufgeschrieben und dann darauf vergessen. Bin ich doch gleich darauf zur “Literatur und Wein” gefahren und dann nach Leipzig. Dann war es bei mir sowieso sehr intensiv. Fünfzig Jahre GAV wurde gefeiert und fünfzig Jahre schreiben. Ich habe beim “Tag der Freiheit des Wortes “gelesen und völlig ungeplant bei der Krit Lit. Dann sind wir von Bamberg nach Mainz geradelt und dann war das Gstöttmeier-Buch zu lektorieren. Mein erstes Lektorat, lieber Uli, höre und staune, das ist jetzt abgegeben.

Der “Ukraine Blues” wurde fertig korrigiert und dann nach dem vier Stunden Webinar war wieder Zeit mich mit dem Romanprojekt zu beschäftigen und da habe ich schon einen vorläufigen Szenenplan und einen Roman im Roman, wo ich noch nicht so sicher bin, wie ich den, da gibt es ja schon zwei UtopieGeschichten im Blog. “Literaturgeflüsterfeierschmankerl zum fünfzehnten Geburtstag habe ich sie genannt, in den Roman integrieren werde oder ob man den nur im Blog finden wird?

Eine interessante Frage, die ich lösen muß und nun zu dem Roman, wo ich schon vier Szenen, fünftausendzweiunddreißig Worte und elfeinhalb Seiten habe und die zwei schon erwähnten Roman-Szenen.

Da geht es ja um die Volksschullehrerin Julia, deren Zwiillingsbruder Julian vor zwei Jahren einen Schlaganfall hatte. Das Trauma wurde noch noch bewältigt und zu Beginn trifft Julia auf der Geburtstagsparty ihrer Freundin Mila auf Fabian, dem Germanisten und Literaturwissenschaften, der gerade den utopischen Roman “2035” schreibt, von dem es schon die bewussten zwei Szenen gibt.

Julia lebt bei ihrer dementen Großmutter Emilie, die sie betreut und die lässt sich nicht überzeugen, daß Fabian, der Julian zum Verwechseln ähnlich sieht, nicht der Zwillingsbruder ist. Julia verliebt sich in Fabian oder hat damit wegen der Ähnlichkeit Schwierigkeiten. Fabian schreibt seinen Roman und die demente Großmutter, digitaler Demenzroman, ist der Untertitel, spielt auch ihre Rolle. Dann gibt es noch den obdachlosen Soziologen Juri Steiner, der mit Mila eine Beziehung aufbaut und ich hätte schon Stoff für drei oder vier Romane.

Mal sehen, wie lang es wird? Wie lange ich durchhalte und ob mir damit endlich der Durchbruch gelingt oder ich wenigstens ein bisschen Beachtung bekomme. Ich werde darüber berichten und bin auch sehr gespannt.

Die zweite Utopie

“Dann hatte sich die Situation verschärft. Ärger und ärger war sie geworden und Lisa hatte auch ein Mail von ihrer Betreuerin bekommen, die sie zu sich bestellt und ihr mitgeteilt hatte, was sie schon in den Nachrichten gehört hatte, daß sie, wie die meisten arbeitslos gewordenen in das “15/15 Grundprogramm” überstellt würde und die Betreuerin hatte sehr erfreut getan.

“Das ist doch großartig, Frau Schneider, freuen Sie sich über die gute Nachricht!”, hatte sie geschwärmt und Lisa hatte die Schultern gezuckt und das überhaupt nicht so gesehen.

“Das AMS wird umstruktuiert und und zum größten Teil von den KIs übernommen, so daß sie sich nicht mehr herbemühen müßen!”, hatte sie geflötet und Lisa hatte kurz daran gedacht, daß das wohl auch die Betreuerin um den Arbeitslatz bringen würde.

“Ab November brauchen Sie sich nicht mehr zu mir bemühen! Sie kommen ins Grundprogramm, bekommen ihre 1500 Euro pünktlich, über die sie, wenn das andere stimmt, nach Belieben verfügen könnten!”, hatte sie geschwärmt und als Lisa sich erkundigte, was das “15/15!”, bedeutete, hatte sie ihr, wie Erhart erläutert, daß sie, wenn sie sich wohl verhielt, jeden Tag fünfzehn Minuten lang spazieren oder einkaufen konnte und ihren Wohnraum nicht um mehr, als fünfzehn Kilometer überschreiten dürfe. Als ob man das in fünfzehn Minuten schaffen könne?”, hatte Lisa entsetzt gedacht.

“Und sonst bin ich eingesperrt?”, gefragt, was ein Verdacht war, den Helga Pfleger auch nicht entkräften konnte, obwohl sie sich bemühte ihre Bedenken zu zerstreuen.

“So weit der C02-Gehalt das erlaubt, Frau Schneider! Sie wissen ja, wir müssen unsere Klimaziele erreichen und wenn wir alle uns unbegrenzt auf den Straßen bewegen, kann das nicht funktionieren! So hat sich die Regierung, die WHO und auch die europäische Union dieses Programm ausgedacht und da Sie ja einen Computer haben und über Skype und Zoom kommunizieren können, werden Sie die Einschränkungen gar nicht bemerken! Ist es doch im Gegenteil sehr schön, daß Sie nicht mehr in der Hitze auf die Straße müssen! Sie können in ihrer klimatisierten Wohnung bleiben und wenn Ihr Punktekonto stimmt, können Sie auch jeden Tag fünfzehn Minuten hinaus! Sie können einkaufen und eine Runde, um den Wohnblock laufen! Sie werden sehen, damit kommen Sie schon recht!”, bekräftigte Frau Pfleger und sah jetzt auch ein wenig bekümmert aus, als würde sie sich Sorgen machen, daß ihr das auch passieren könnte, wenn sie das AMS ausgelagert hatte. Sie gab das aber nicht zu, sondern strahlte sie betont freundlich an und Lisa kam nicht umhin entsetzt zu denken, daß sie dann mit Erhart den ganzen Tag eingesperrt wäre.

“Was soll ich da nur anfangen?”, dachte sie entsetzt und dachte es immer noch, als sie das AMS, das letzte Mal, wie es schien, verlassen hatte, in den Supermarkt ging und sich bemühte, so schnell wie möglich Brot, Joghurt und ein paar Gemüsesorten, die in den Regalen zu finden waren, zusammenzupacken.

“Und das in Zukunft nur noch fünfzehn Minuten lang! Was soll ich da den ganzen Tag anderes tun, als fernzuschauen und mit Erhart zu streiten, der auch gelangweilt und unterfordert ist, denn ihm, das habe ich schon herausgefunden, tut dieses Grundprogramm auch nicht gut und ich bin von ganzen Herzen Krankenschwester und soll jetzt den ganzen Tal lang unbeschäftigt zu Hause sitzen und den KIs meine Arbeit überlassen! Das kann es doch nicht sein?”, dachte sie verzweifelt und stieg mit ihren Einkaufskorb, die Stufen ihres Wohnhauses hinauf.

“Ab jetzt hier eingesperrt! Nur fünfzehn Minuten täglichen Ausgang und das auch nur bei Wohlverhalten! Das kann es doch nicht sein!”, dachte sie und überlegte, ob es nicht besser wäre, sich vielleicht die Pulsadern aufzuschlitzen oder die Tabletten, die sich zu Hause befanden, auf einmal einzunehmen, als sie von oben Schritte hörte und eine Bewohnerin vom dritten Stock auf sie zukommen sah.

“Guten Tag, Frau Hermann!”, begrüßte sie die alte Frau.

“Wo wollen Sie denn hin!” fragte sie auf deren Morgenrock und Hausschuhe schauend und überlegte, wie die das mit ihren fünfzehn Minuten Kontigent, den sie, als Pensionistin sicher ebenfalls hatte, hielt und als sie den ratlosen Blick der alten Frau sah, die die Antwort nicht zu wissen schien, fiel ihr ein, daß sie von Erhart von ihrer Demenzdiagnose gehört hatte.

Wo war nur die Robot-KI , die sich um die alte Frau kümmern sollte, während die diplomierte Krankenschwester beschäftigungslos zu Hause saß? Das konnte doch nicht sein und durfte es nicht geben.

“Soll ich Sie nicht wieder hinaufbegleiten? Es ist vielleicht zu heiß um spazieren zu gehen!”, sagte sie und hängte sich in die alte Frau ein, die sich widerspruchslos in den dritten Stock hinaufführen los, wo die Wohnungstüre offenstand und sich die Zimmer, wie sie sah, in ziemlicher Unordnung befanden.

“Kommen Sie, ich räume Ihnen ein wenig auf!”, sagte Lisa erleichtert und überlegte, ob sie sich vielleicht, statt beschäftigungslos zu Haus zu sitzen, um Frau Hermann kümmern sollte, wenn deren KI das nicht tat, denn offenbar schien das “15//15 Grundprogramm” doch nicht so problemlos zu funktionieren.”

So da ist es gleich weiter mit dem Roman in dem Roman gegangen, von dem wir schon eine Szene kennen. Morgen gibt es dann einen Schreibbericht über mein derzeitiges Work on Progress “Die Toten lassen grüßen”, in dem die beiden Szenen vorkommen könnten oder werden, denn da schreibt ja Fabian Kratky einen utopischen Roman.

Eine erfreuliche Überraschung?

Nun ein angekündigtes Schmankerl zum Blogjubiläum, damit das “Fünfzehn Jahre “Literaturgeflüster” feiern”, so richtig durchgehen kann, ein Probekapitel aus meinen neuen Romanprojekt “Die Toten lassen grüßen”.

Da habe ich ja schon einen ungefähren Szenenplan. Also Julia und Julian waren Zwillinge, sie Volksschullehrerin, er studierte noch Philosophie, als er vor zwei Jahren einen Schlaganfall hatte. Jetzt ist Julia achtundzwanzig und noch immer traumatisiert. Ist sie doch am Morgen nach einer Party, wo Julian sich etwas gespritzt und getrunken hatte, am Morgen aufgewacht und hat ihn tot neben sich im Bett gefunden. Jetzt hat sie ihre Freundin Mila zu ihren Geburtstagsfest eingeladen und da erlebt sie einen neuerlichen Schock, kommt da doch ein Freund der Schreibtrainerin in das Zimmer und der sieht Julian zum Verwechseln ähnlich. Das ist Fabian Richter, 32, Literaturwissenschaftler und angehender Autor und der schreibt gerade an einem dystopischen Roman dem Arbeitstitel “2035” und daraus nun eine Probe”.

“Lisa stand in ihrer Küche und war dabei Zwiebel für das Mittagessen zu schneiden. Dazu Kartoffeln, ein bisschen Käse und zwei Eier in die Pfanne geben. Ein bisschen Salat war auch noch da. Musste sie doch, seit die Pflegestation in der sie seit ihrer Ausbildung gearbeitet hatte, voll rationalisiert und mit Robotern bestückt worden war, sie entlassen hatte, sehr sparen, um über die Runde zu kommen, da ein neuer Job, weil sich auch die anderen Spitäler aus Kostengründen größtenteils mit KIs begnügen, kaum zu bekommen war. Sie seuftze also auf und zuckte zusammen, als sie an der Wohnungstür Sperrgeräusche hörte.

Das war ihr Lebenspartner, der Programmierer, Erhart, dem vor einem Jahr das gleiche Schicksal passiert war, daß er von seiner Firma entlassen wurde, weil die, seit die KIs Überhand genommen hatten, keine Programmierer mehr brauchte, was Lisa zwar immer noch nicht erstand, aber offenbar so war und Erhart kam gerade vom AMS-Termin, die ihn regelmäßig bestellten, um ihn die ohnehin nur sehr geringe Unterstützung, da die Inflation immer noch sehr hoch war, auszubezahlen. Also würde auch er sehr frustriert sein, dachte Lisa aus Erfahrung und hätte sich aus dieser Stimmung heraus fast in den Finger geschnitten. Ihre Augen glitzerten ängstlich und sie zitterte auch ein bisschen, als sie Erhart eintreten sah.

“Wie war es es?”, erkundigte sie sich zaghaft und wunderte sich, als er sie strahlend anlächelte und offenbar erfreut in die Arme nahm, um ihr ein Begrüssungsküßche n auf die Stirn zu drücken. Offensichtlich waren ihre Befürchtungen übertrieben und es war gar nicht so arg.

“Haben sie dir eine neue Stelle gefunden?”, fragte sie also schon wieder ein bisschen hoffnungsvoll und sah ihm den Kopf schütteln.

“Das nicht Lis! Aber ich bin in das neue Grundsicherungsprogramm aufgenommen worden! Das ist doch ein Grund zur Freude und du solltest mit deiner Betreuerin sprechen und sie fragen, ob das auch etwas für dich wäre und sie dir das ebenfalls anbieten können?”

“Das neue Grundsicherungsprogramm?”, wiederholte Lisa und sah Erhart fragend an..

“Da war doch etwas in den Nachrichten! Da hat der Sozialminister davon gesprochen und das Programm mit dem er die Arbeitslosigkeit, der durch die KI Entlassenen absichern will! Aber ich weiß nicht, ob das etwas für uns ist und wir uns das wünschen sollen? Hat doch der Minister gesagt, daß das neue Programm auch “Zweimal fünfzehn” genannt wird! Fünfzehn Minuten Bewegungsradius und fünfzehn Minuten Ausgehzeit! Dafür bekommst du monatlich eintausendfünfhundert digitale Euros angewiesen und wenn dein soziales Konto in Ordnung ist, kannst du in den dir zugestandenen fünfzehn Minuten zum nächsten Supermarkt einkaufen gehen, damit das C02-Konto nicht belastet wird! Wenn du aber vielleicht nicht so brav warst und zu viel Strom verbraucht und zulang geduscht hast, darfst du dir von deinen zugewiesenen tausenfünfhundert Punkten nur die absoluten Grundnahrungsmittel eintauschen und das Gleiche gilt, wenn wieder einmal Virenwarnung oder Grippewelle herrscht und du nicht geimpft bist! Ich weiß nicht, ob das gut ist und ich das will und du hast da zugestimmt?”, fragte sie und sah Erhart schon wieder besorgt an, der den Kopf schüttelte und sie nochmals in den Arm nahm, um über ihre Stirn zu streichen.

“Sei doch nicht so pessimistisch! Das bist du immer, meine kleine Warnerin, die auch oft genug recht behalten hat! Frau Heidenreich hat mir das ein bisschen anders dargestellt und mir erklärt, daß ich ein absoluter Glückspilz bin, daß die Kommission entschieden hat, mich in das Programm aufzunehmen! Dann bin ich “Fünfzehn Prozent- Grundgehaltempfänger” und brauche mir um meine Zukunft keine Sorgen machen und wenn ich einen Job finde, kann ich auch jederzeit wieder austreten, hat mir Frau Heidenreich versichert! Und ja, ich habe zugestimmt und unterschrieben! Bleibt mir doch keine Wahl und, daß es immer wieder Klima- und Virenlockdowns gibt, ist in den letzten Jahren ohnehin schon selbstverständlich geworden! Die müssten wir auch einhalten, wenn du noch deine Station und ich den Job in der Firma hätte! Da könnten wir zwar zur Arbeit, aber nicht ins Kino und wenn das Wasser knapp wird, wird es sowieso rationiert! Also habe ich unterschrieben und du solltest das vielleicht auch tun! Bleibt dir wahrscheinlich ohnehin nichts anderers über! Aber jetzt schau nicht so entsetzt und freu dich über die Nachricht, die ich für gut halte! Sprechen wir über etwas anderes! Es riecht köstlich aus der Küche und ich bin hungrig! Laß uns essen und an etwas anderes denken! Und schau, was ich dir mitgebracht habe? Eine Flasche Rotwein, damit wir etwas zu feiern haben! Die gab es im Supermarkt im Sonderangebot! Also war ich leichtsinnig und habe zugegriffen und der Kassa-Robot hat sich auch nicht geweigert, die zwei Euro fünfzig von meinem Konto abzubuchen und mir sogar einen schönen Tag gewünscht!”

Fünfzehn Jahre Literaturgeflüster

Es ist so weit. Das “Literaturgeflüster” gibt es seit fünfzehn Jahren und ich blogge seit dem dritten Juli 2008 inzwischen täglich über mein literarisches Leben, mein Schreiben, meine Bücher, die Veranstaltungen, die ich besuche, über die politische Situation und noch über vieles andere, das irgendwie literarisch ist.

Es gibt es schon an fünftausendvierhundert Artikel, die inzwischen fast täglich erscheinen. Wui, könnte man da sagen, was für ein großes Archiv, wo man seit Juli 2008 nachschauen kann, welche Veranstaltungen ich in Wien und anderswo besuchte, wer dort war, was dort gelesen wurde oder passierte und das natürlich sehr subjektiv und auch unvollständig, da ich ja einem Abend nicht an drei Orten gleichzeitig sein kann.

Fehlerhaft, wie mein dritter Kritiker der Uli, wahrscheinlich sagen würde, ist es auch, denn ich habe kein Lektorat hinter mir und das ist dem Hans Raimund einmal auch bitter aufgestoßen.

Aber ich finde die Möglichkeit des Bloggens, wo ich über alles meinen literarischen Senf verspritzen kann, sehr toll und daher ist das Literaturgeflüster” für mich auch sehr wichtig.

Und weil wir auch in einem Jubeläumsjahr sind, fünfzig jahre Matura, fünfzig Jahre schreiben, wurde schon gefeiert, der siebzigste Geburtstag folgt dann im November, möchte ich ein bißchen über die Entstehungsgeschichte plaudern.

Habe ich ja 2008 oder vielleicht schon früher angefangen, die literarischen Blogs, die es damals gab, zu verfolgen und habe das 2008 auch mit dem “Bachmann-Preis”, den ich regelmäßig streame, so gemacht und da kann ich mich erinnern, daß Christiane Zintze-n deren “inadäquat” es nicht mehr gibt, da von einem “Bachmannpreis-Kolloquium” gesprochen hat.

Ich habe diese literarische Bogdiskussionen toll gefunden mich mich gefragt ob ich das auch kann? Und dann am dritten Juli sehr schnell, bevor der Alfred in die Wu aufgebrochen ist, mit dem ersten sehr schnellen Artikel angefangen.

Das erste Bloogerjahr war eigentlich auch sehr produktiv. Ich habe rasch ein Kommentierer Autorenkollegen gefunden. Die Anni Bürkl hat mir kommentiert, Cornelia Travniek, der Otto, der mich anfangs sehr verstäkte, die Andrea Stift und auf den “leselustfrust-Blog, den ich sehr interessant gefunden habe, bin ich auch gestoßen.

Dann kamen die Kritiker oder Spamer, die Frau Heidegger, die JuSophie, den schon erwähnten Uli, der auch schon mal von “sinnlosen Content” ,den ich da produziere geschrieben hat. Ich denke aber, das ist es nicht und wie schon geschrieben für mich ist mein literarisches Repräsentieren sehr wichtig und inzwischen ist auch sehr viel passiert.

Es gibt die “Buch Wien”, die es 2008 auch das erste Mal gegeben hat, den österreichischen Buchpreis und das “Buchpreis-Lesen“, ich nehme an Bloggertalks teil, war auf Bloggertreffen, habe mich für Leipzig akkrediert, bekomme von dort die Presseaussendungen und in der “Bloggerdebutjury” bin ich seit 2016 auch und in der des “Ohrenschmauses” schon seit 2007.

Zweiundvierzig selbstgemachte Bücher gibt es seit ich blogge auch und drei Literaturgeflüsterbücher mit Texten aus dem Blog.

Das Erste das aus einem Frust entstanden ist, enthält meine literarischeren Blogtexte, das zweite beschäftigt sich mit meinen Büchern und meinen Schreiben, denn ich stelle ja seit einiger Zeit meine Bücher immer im Blog vor.

Es gibt die Schreibberichte, die Vorschauen, Gewinnspiele, Einladungen zu Leserunden und das dritte beschäftigt sich mit meinen Corona-Texten, denn das Thema Corona hat mich, wie meine Leser wissen werden, auch sehr beschftigt. So daß es außer den Corona-Texte Buch auch zwölf Bücher gibt, die sich mit diesem Thema beschätigt, wo man später nachlesen kann, wie das mit Corona war und ich es empfunden habe.

Es ist in den letzten fünfzehn Jahren also viel geschehen, auch wenn ich ziemlich unbemerkt vor mich hingblogge und sich nur manchmal Leute über meine Fehler ärgern oder nicht glauben können, daß ich wirklich alle Bücher lese. Tue ich und ich breche auch keines ab.

Es gab die literarischen Geburtstagsfeste, die ich an sich schon seit 1987 machte und die 2020 und 2021 Corona bedingt nicht stattfanden und im Vorjahr eher vorsichtig im Schmalspurformat wieder auferstand.

Zum siebstigsten Geburtstag sollte es wieder eines geben, obwohl ich nach der Pandemie sicher keine siebzig Leute zusammenbringen und von den zehn oder zwölf, die dann kommen könnten wahrscheinlich keiner siebzig Minuten wie eigentlich geplant zuhören werden.

Aber trotzdem fünfzehn Jahre Literaturgeflüster und natürlich großes Feiern. Fünfzehn Tage oder länger auch wenn das manche Leute, wie der Uli narzistisch finden könnten.

Das “Lteraturgeflüster” ist nicht nur mein Archiv sondern auch mein Tor zur literarischen Welt, wo ich mein literarisches Leben, mein Lesen, mein Schreiben, meine Bücher, etcetera vorstellen kann und mein literarisches Wissen gerne mit den daran Interessierten teile und wow, wer hat das schon fünfzehn Jahre kontinuierlichen Schreibens über den Literaturbetrieb und über fünftausend Artikel darüber. Mein literarischer Vor- oder Nachlaß habe ich ja vor ein paar Tagen einen Besucher bei der Tielsch Veranstaltung gesagt.

Alles Gute zum Geburtstag “Literaturgeflüster,” also! Die Sektkorken knallen, die Kerze am Kuchen entzünden!

Auch wenn ich den literarischen Geburtstag mit der Wandergruppe verbringen werde.

Der siebenundvierzigste Bachmannpreis

Der wurde ja 1977 von Marcel Reich Ranicki, Humbert Fink, etcetera gegründet, die IG Autoren waren damals sehr empört und die Autoren haben dann mehr oder weniger heimlich doch dort gelesen und ich hätte das auch immer gern.

Aber leider, leider nicht eingeladen, denn ich bin ja offenbar sprachlich nicht gut genug, 1996 bin ich hingefahren, um zuzuhören und seit einigen Jahren kann man auch streamen, was ich sehr begierig tue, obwohl sich meine diesbezügliche Einstellung inzwischen etwas geändert hat und ich das Ganze lockerer sehe.

2020 kam dann Corona und ein “Bachmann-Preis” per Zuschaltung. Da waren, glaube ich, nur Wolfgang Tischer die moderatoren und Julya Rabinowich in Kagenfurt. 2021 waren, glaube ich, die Juroren dort und im Vorjahr eigentlich alles wieder normal oder hätte ich das mißverstanden? Der neue Moderator Peter Fässlacher, Christian Ankowitsch, haben sie, glaube ich, hinausgeschmissen, erklärte aber, endlich wieder alles normal und richtig Anfang 2022 hieß es ja nur geimpfte Autoren dürfen antreten. Das war dann im Juni oder Juli nicht mehr so arg und die Impfpflicht ausgesetzt oder abgeschafft und jetzt werden ja auch Ende Juni die Corona Vorschriften endgültig abgeschafft.

Also im Vorfeld meiner “Fünfzehn Jahre “Literaturgeflüster” feiern und im Jubiläumsjahr “Fünfzig Jahre Matura fünfzig Jahre schreiben” auf der Terrasse im Krongassen-Garten nach Klagenfurt streamen.

War gar nicht so einfach dorthin zu kommen. Denn zuerst war das Internet weg, dann hieß es, mein Browser kann nicht empfangen. Dann ging es doch und “Frau Bach und Söhne” hielten gerade die musikalische Einleitung. In Zeiten wie diesen nahm die künstliche Intelligenz der ORf-Direktorin fast die Einleitungsworte weg und in der politischen Szene Klagenfurt gibt es, glaube ich ,auch Differenzen. Trotzdem waren alle Festgäste da. Die Autoren haben sie in den Garten bzw. in den neueröffneten Ingeborg-Bachmannpark gesetzt und es sind diesmal nur zwölf, denn Robert Prosser, in dem der Alfred sschon den Preisträger sah und Helena Adler haben abgesagt. So gibt es nur Anna Felnhofer und Mario Wurmitzer von den Österreichern, die ich kenne. Dann kenne ich noch Andreas Stichmann, der glaube ich schon mal dort gelesen hab und oh Überraschung den Ukrainer Yevegniy Breyger, kenne ich auch, habe ich ihn doch letztes Wochenende in Neuberg an der Mürz gehört.

Ein Herr vom ORF lobte die Literatur und erklärte den Leuten, daß er die in die Herzen aller bringen will “Und deshalb meine Damen und Herren brauchen wir ihre Rundfunkbeiträge!” Das sehe ich ein bißchen anders und bin gegen Zwangsgebühren und lesen kann ich selber, schreiben auch.

Dann wurden die Preisstifter wieder nach ihren Lieblingsbüchern gefragt und die redeten sich mehr oder minder heraus, “Der Mann ohne Eigenschaften” liegt auf dem Nachtkästchen und eine Dame ist noch nicht reif für die Insel. Natürlich für das Lesen haben die Erfolgsmenschen dann trotz aller schöner Worte zu wenig Zeit.

Der Landeshauptmann Peter Kaiser hielt auch eine Rede und suchte sich ein paar Kärntner Inseln zum Lesen aus.

Dann wurden die sieben Juroren vorgestellt. Klaus Kastberger im schwarzen Shirt schaute ziemlich finsgter, daneben saß Mara Delius, Mithu Sanyal ist neu in der Jury, Insa Wilke ist die Vorsitzende, Thomas Stässle ist auch neu in der Jury, Brigitte Schwens-Harrant war schon dort, sowie Philipp Tingler, der die Jury mit seinen Bemerkungen immer etwas durcheinanderbringt. Insa Wilke hielt dann eine Eröffnungsrede und sprach von ihrem Blockadegefühl bezüglich der angespannten Verhältnisse, die es im Großen und im Kleinen gibt und pries dann das Buch “Gekränkte Freiheit”, wo sich die Autoren mit den Corona-Kritikern beschäftigten und sie in bestimmte Dimensionen einordnen, was ich wahrscheinlich ein wenig anders sehe, aber interessant, die Definition von Insa Wilkes Freiheit, die sie mit dem Lesen von Büchern verband und riet die Bücher nicht als Besitz zu betrachten. Nun ja, ich denke da eher, die preisgekrönten Autoren schreiben das eine und ich das meine im Verborgenen und beides ist vielleicht auch Literatur.

Dann kam die Auslosung der Lesereihefolge mit dem Justizar, die diesmal im Garten vergeben wurde. Es gibt fünf Peise, vier von der Jury und den Publikumspreis und jedes Jurymitglied kann fünf Punkte vergeben. Die höchste Punktzahl bekommt den Preis, das war schon im Vorjahr anders, weil sich, glaube ich, Wolfgang Tischer über den bisherigen Vorgang aufgeregt hat. Dann folgte wieder Musik im Garten, im Saal saß, glaube ich, nur das Publikum und die Jury.

Dann kam die Klagenfurter Bachmann-Preis Rede von Tanja Maljartschukj, die 2018 den Preis gewonnen hat, “Hier ist immer Gewalt”, die sich als gebrochene Autorin bezeichnete, die durch den Krieg die Sprache verloren hat oder sich vor ihr fürchtet und darüber referierte und deshalb auch nicht imstande war, den in Arbeit befindenden Roman über den Holocaust fertig zu schreiben.

Am Donnerstag begann der 1977 in Frankreich geborene Jayrome Robinet, der seit dreiundzwanzig Jahren in Deutschland und seit dreizehn Jahren als Mann lebt und den bezeichneten Roman “Mein Weg von einer weißen Frau zu einem jungen Mann mit Migrationshintergrund” geschrieben hat, seinen Text “Sonne in Scherben” zu lesen, der mit dem Satz begann, daß er als Kind Mozarella für ein Stück von Mozart gehalten hat und dann von seinem “Dr. Papa erzählte, der am Bau arbeitete und aus Sizilien stammte und dann seine Transtion mit der Geburt seines Babies und Begräbnissen beschrieb, was ja jetzt modern ist. Er wurde von Mithu Sanl eingeladen. In der Diskussion wurde dann erklärt was an dem Text konventionell oder unkonventionell ist und die Jury war vorwiegend begeistert.

Dann kam der zweite Ich-Text, daß diesmal sehr viele davon gelesen werden, hat die Jury schon verraten, die “Verwechslungen” des 1983 in Bonn geborenen Andreas Stichmann, der schon 2012 in Klagenfurt gelesen hat, wo einer, der wegen einer Nesselsucht in einer Klinik liegt, dort seinen alten Bekannten Alexander Germ trifft, der eigentlich Schwertens heißt und dabei seine Familiengeschichte beschreibt. Da gab es mehr Einwände und Streitgespräche zwischen den Juroren und dann ging es in den Garten zu Cecille Shortmann, einem Film über Florjan Lipus und eine Diskussion mit seiner Tochter und Ales Steger über die slowenische Literatur, die ja im Herbst Gastland in Frankfurt ist und zwei slowenische Autoren nämlich Ana Marwan und Maja Haderlap haben den Bachmann-Preis auch schon gewonnen.

Die nächste Leserin war dann die 1986 in Tübingen geborene Valeria Gordeev, deren Text “Er putzt” heißt, wo es um einen Putzteufel, “Reinigungsprosa”, twittert Wolfgang Tischer, geht, den ich literarischer als die beiden vorigen fand, dem sich die Jury anschloß.

Die letzte Donnerstagsleserin war dann die 1991 in München geborene Anna Gien, die von Mara Delius eingeladen wurde, deren Text , “EVE SOMMER”, der aus Einträgen bestanden, ich meiner Stunden wegen fast vertsäumte.

Am Freitag ging es dann weiter. Bei mir mit zwei Vormittagstunden, so daß ich Sophie Klieeisen Teufelstext “Taube Früchte” und Martin Piekars Pflegetext “Mit Wände Sprechen/Polen sind schwierige Volk” versäumte und nur Teile der Diskussion darüber hörte.

Ich habe dann erst wieder den Text “Wenn ich eine Zeitmaschine hätte”, der 1980 in England geborenen Jacinta Nandi, die einen indischen Vater hat, in Berlin lebt und von Mithu Sanyal eingeladen wurde, gehört, der sich mit der Gewaltbeziehung einer deutschen Mutter, die ihre Kinder hasst, beschäftigt der heftige Diskussionen auslöste und sich hier Philipp Tengler wieder sehr einbrachte. Diesmal haben alle Autoren das Schlußwort und können etwas sagen, die meisten, die ich gehört haben, bedankten sich, aber die engagierte Jacinte Nandi wünschte sich eine Kinderbetreuung im nächsten Jahr.

Und in der Pausendiskussion im Garten ging es um mehrsprachige Autoren und da wurde zuerst ein Film über den indischen und in der Schweiz oder Berlin lebenden Autor Ralph Taharyil gezeigt und dann mit Mithu Sanyal und Chantal-Fleur Sandjon über Diversität diskutiert und die Frage, welche Texte Literatur sind angerissen, die mich ja auch sehr beschäftigt.

Um künstliche Intelligenz, bzw. Chat GTB und ob man die, in den Texten erkennen kann, ging es dann auch.

Dann folgte die 1984 in Wien geborene Psychologin Anna Felnhofer, die von Brigitte Schwens-Harrant eingeladen wurde mit ihren sehr eindringlichen Text “Fische fangen”, der von den Mobbingerfahrungen eines sehr Siebzehnjährigen handelt.

Dann gings wieder in den Garten zu Cecille Shortmann und Yevgenij Breyger zu einer Diskussion über die ukrainische Situation, womit die Freitagübertragung mit einem Film über Valerie Fritsch beschlossen wurde.

Am Samstag vor einer Woche habe ich den 1989 in der Ukraine lebenden und jetzt nach Wien übersiedelten Yevgeniy Breyger in Neuberg an der Mürz als Lyriker gehört, was mich sehr beeindruckt hatte, in Klagenfurt hatte ich dann die Gelegenheit ihn als ersten Prosa-Lesenden zu streamen. Sein Text “Die Lust auf Zeit”, hat sich bei ihm schon länger vorbereitet und jetzt, wahrscheinlich nach dem Ukraine Krieg seine Form gefunden und eingeladen wurde er von Insa Wilke.

Wieder ein “Ich-Text” wo man schwören muß, kapiert zu haben, daß der Protagonist nichts mit dem Autor zu tun hat und die Wolfgang Zischer nicht leiden kann. Hier erlitt der Vater einen Schlaganfall. Die Mutter ruft das Ich verzweifelt an, weil er ihr verboten hat, den Krankenwagen zu rufen und der Opa hat den Protagonisten einmal gesagt “daß es schlimmer ist in der Klinik eine Niere zu verlieren, als ein Bein im Krieg” und der Urgroßvater wurde wegen eines Stalin-Witzes deportier, also wieder die Verbindung zu der Vergangenheit, die auch in den anderen Texten, wie in dem vom “Putzen” immer wieder aufblitzte, als sich da die Wattestäbchen zu Hakenkreuzen verbogen. Der Erzähler braucht lange, um in das Zimmer seines Vaters einzutreten und der dann ein Glas Wasser will und sich beim Sohn erkundigt, warum er solang gewartet hat?

Dann ging es in das “Tiny-House”, des 1992 in Mistelbach geborenen Mario Wurzmitzers, der von Philipp Tingler eingeladen wurde und der bei “willhaben” eine Anzeige entdeckte, daß er in eine Musterhaussiedlung einziehen und sein Leben dort streamen kann. Aber wie bringt er seine Bücher dorthin? Er legt einen Gemüsegarten an, warten auf Rainald Goetz, der sich ja, glaube ich, 1983 in Klagenfurt die Stirn aufgeschnitten hat. Dann kommen noch die Brandtstifter und zünden die Musterhäuser an. Er zieht in ein Baumhaus und dreht die Kamera ab, worauf er hinausgeschmissen wird.

“Kapitalismauskritik vom Feinsten!”, urteilte die Jury. Dann ging es, obwohl das Wetter nicht sehr schön war, in den Garten zu Cecille Shortmann und den Problemen der Kleinverlagen.

Dann habe ich den Aufreger des Tages bei der 1996 geborenen Schweizerin Laura Leupi und ihrem “Alphabet der sexualisierten Gewalt” offenbar verschlafen. Nur mitbekommen, daß es da um Vergewaltigung ging und sich die Jury etwas später in den Haaren lag und das enfant terribel Philipp Tenger für irre erklärt wurde.

Spannend, spannend, was Texte alles auslösen können! Dann kam der offenbar türkischstämmige 1983 in Hannover geborene Deniz Utlu, der wieder in die Ich Form zurückkam und von seiner Kindheit, der Krankheit des Vaters und der ambivalent liebevollen Beziehung zu seiner Mutter erzählte. Das Aufwachsen in Deutschland, die erste Liebe und die Identitätssuche kommen darin vor. Ein Text, der Klaus Kastberger zu konventionell war, da er lieber Thomas Bernhard liest und Philipp Tengler stimmte ihm zu.

Das war es dann und jetzt kann die literarische Außenseiterin ihr Publikumsvoting abgeben und ist ein bißchen ratlos dabei. Denn einige, wahrscheinlich spannende Texte, muß ich erst nachlesen. Bei einigen, beispielsweise bei dem von dem schwangeren Mann, der nicht autobiografisch ist, würde ich die Literarizität bezweifeln.

Eindruckvoll bleibt der Text vom Putzen. Der muß einer Psychologin mit Zwangspatienten natürlich gefallen. Der Text von Mario Wurmitzer hat mir gefallen und der von Yevgenij Beyger auch.

Mal sehen, was die Jury dazu sagt. Anna Felnhofer ist auch sehr gelobt und für preiswürdig erklärt worden. Andreas Stichmann und Anna Gien sind offenbar durchgefallen und insgesamt fand ich die Textauswahl sehr vielfältig. Sehr viel Autofiktion und Diversität. Aber das ist jetzt modern und natürlich bleibt die Frage, wie das alles Ingeborg Bachmann gefallen hätte und im Jubeläumsjahr die, warum ich nicht eingeladen werde und was pasieren würde, wenn ich dort einer meiner Texte lese?

Nichts Gutes wahrschein und nach wie vor finde ich es schade, daß trotz aller Diversität und Offenheit nicht alle die Chance haben, ihre Stimme zu erheben und von den hunderten Bewerbungen, viele überbleiben, die nicht lesen dürfen, weil sie für zu konventionell, zu uninteressant oder was auch immer gehalten werden.

Im Garten gaben dann die sehr origenelle, extrovertierte Jacinta Nandi, die mit einem Speibkübel zu ihrer Lesung erschienen ist und Martin Pikert ihre Leseerfahrungen wieder. Dincer Gücyeter lief dann mit seinem “Deutschlandsmärchen” Cecile Shortmanns übers Bild und wurde auch in einem Film gezeigt.

Im Literaturcafe haben Wolfgang Tischer, Bozena Bandura und Andrea Diener ihre Meinung zu den Tagen, den Texten und den Juroren kundgegeben und meine Reihung wäre Valeria Gordeev, Jevgenij Bejger, Sophie Klieeisen, Denis Utlu und Mario Wurmitzer. Auf Martin Picars Text bin ich neugierig, habe ihn aber noch nicht gelesen und nun zu den hehren Juryentscheidungen und da kann ich noch anmerken, daß Klaus Kastberger, der gestern von Thomas Bernhard schwärmte und ansonsten von den hundertmal schon gehörten konventionellen Texten genug hat, Helena Adler mit ihren Bernhard Stil- Geschichten eingeladen hätten, die dann aber aus gesundheitlichen Gründen, glaube ich, nicht teilnehmen konnte.

Der neue Juror Thomas Strässle ist übrigens auf Platz eins bei Wolfgang Tischers Jurybewertung gekommen, Klaus Kastberger diesmal auf den sechsten Platz. Ich habe diesmal nicht mitgestimmt, weil, ich glaubte, die Juroren nicht beurteilen zu wollen und Mara Delius, die den Literaturcafe-Leuten nicht gefallen hat, auf den letzten <platz.

Laura Leupi, die man Laura mit “Sternchen” nennen muß, hat dann den “3 Sat-Preis” mit ihren “Alphabet der sexualisierten Gewalt” gewonnen und Thomas Strässle hat die Laudatio gehalten.

Martin Piekar hat dann mit dem neuen Abstimmungssystem und mit Stichwahl den “Kelag-Preis” bekommen, für den dann der unkontionelle Bachmann-Fan die Laudation gehalten hat und nun muß ich noch die Lesung nachhören.

Dann kam der offenbar neue Deutschlandfunk-Preis” und da wurde zuerst ein Stifutungsvertreter interviewt und mußte seine Meinung zum Preis kundgeben, den er für sehr gegenwärtig hält, sehr non binär und und divers ist wohl damit gemeint und sich freute, daß nun wieder allle vor Ort stattfinden konnte. War er das letzte Jahr nicht da? Den Preis hat dann Anna Felnhofer gewonnen, den ich eigentlich für die “Bachmann-Preisträgerin” gehalten hätte.

Brigitte Schwens-Harrant hielt die Laudation auf den “Gesichtsblindenmobbing-Text” der Psychologin und Wissenschaftlerlin. Den Publikumspreis hat dann nochmals Martin Pekar, der lange Haare, rote Fingernägel und einen schwarzen Overall trug, bekommen, den ich sehr herzlich gratuliere.

Bevor der Hauptpreis verkündet wurde, sah man Ingeborg Bachmann ein Gedicht interpretieren und Lydia Mischkulnig, die ja 1996, als ich vor Ort war gelesen hat und damit vielleicht bekannt wurde, Ana Bahr und andere Autoren, bzw. Daniela Strigl gaben in einem Filmausschnitt , ihre Meinung zum weiblichen Schreiben und Gewalt kund, damit des besonders spannend wurde.

Deshalb wurden noch einmal die Juroren befragt und dann Überraschung hat meine Favoritin Valeria Gordeev mit ihren Putztext gewonnen, die sich mehr Preise wünschte und die neue “Inge Preisskulptur” mit dem einen Punkt, den sie vor Anna Felnhofer lag, zum Geldpreis” bekommen hat und von Insa Wilke, die auch die Schlußrede hielt laudiert wurde.

Der Bürgermeister, der, glaube ich, der Tennislehrer von Jörg Haider war, übergab den Preis und dann gabs wieder Musik und wahrscheinlich mehr oder weniger Freude.

Das wars dann und jetzt auf auf die Rudolfshöhe oder zum Grillen in Annas Garten und natürlich in meine Jubläumsfeiern zu “Fünfzehn Tage Literaturgeflüster” womit ich meine Leser nun fünfzehn Tage nerven oder erfreuen und ihnen auch einen kleinen Einblick in mein Schreiben geben werde.