Birobidschan

Buch vierzehn des dBps “Birobidschan” des 1987 in Haifa geborenen Tomer Dotan-Dreyfuß, der seit zehn Jahren in Berlin lebt, beschäftigt sich mit der in den Neunzehndreißigerjahren von Stalin gegründeten jüdisch sozialistischen Kolonie an der sibirischen Grenze zu China und Tomer Dotan-Dreyfuß verlegt das Städtchen in die Neunzehnneunziger und auch frühen zweitausenderjahre und erzählt hier die Geschichten von Alex und Rachel, Boris, Gregory, Sascha, etcetera und tut das, wie am Klappentext steht in einer Mischung aus jüdischer Tradition und phantastischen Realismus.

In einundachtig Kapitel wird das beginnend mit den Neunzehndreißigerjahre, wo eine Runde Waisenkinder auftaucht und in dem Schtetl untergebracht werden, bis zu den Alltagserlebnissen der Dorfbewohner erzählt und dann tauchen auf einmal zwei geheimnisvolle Männer auf, die Bären suchen, fünfhundert Rubel Scheine verschenken, die dann versenkt werden, ein Bewohner wird tot aufgefunden und ein geheimnisvolles stummes Mädchen bringt die Ereignisse auch durcheinander.

“Absurd, märchenhaft und radikal”, schreibt Sandra Gugic auf den Buchrücken und Ira Peter meint: “Ein Spiel mit der Zeit, mit Lust, Gewalt und Grenzen, dessen größtes Opfer am Ende der Autor selbst wird. Fesselnd, überraschend und sprachlich herausragend”.

Ein interessantes Buch, füge ich hinzu, das in Zeiten,, wie diesen, besondere Bedeutung bekommt, obwohl es nicht auf die Sortlist gekommen, aber trotzdem empfehlenswert zu lesen ist.

Auf Stephan Teichgräbers letzten “Literarischen Lenz” wurde übrigens ein Buch, das sich mit einem ähnlichen Sujet beschäftigt, vorgestellt.

Alte Schmiede musikalisch

Die “Alte Schmiede” hat ja ein Musikprogramm, das meistens am Mittwoch und am Freitag stattfindet und ich nur selten hingehe. Eigentlich nur in den Osterferien, wenn es sonst nichts anderes gib t oder wenn das Programm einen literarischen Anstrich hat, wenn Lavant -Lieder gesungen werden, etcetera, denn ich bin ja ein literarischer Typ, der das Crossover ziemlich eingestellt hat.

Was gibt es aber am Freitag, wenn wir uns Wien befinden und das tun wir diese Woche, weil ich eigentlich am Samstag im “Werkl “beim Open Mike” lesen wollte und am Sonntag wird ja der “Fried-Preis” an Thomas Kunst vergeben.

Also wo geht ich hin? Und fand da gleich in der “Alten Schmiede” das Frauenvokalensemble “equilibirium”, das sich “Deutschsprachigen Dichterinnen verschiedener Epochen” widmete.

Also schon etwas gefunden, dann fand ich in der Hauptbücherei noch “ein Veranstaltungen “Stimmen behinderer Menschen” und das Lesetheater führte auch noch Schnitzlers “Liebelei” auf. Also schwankte ich zur Hauptbücherei, denn das Behindertenthema interessiert mich ja und dann wieder in die “AS” zurück, weil ich mir die vertonte Lyrik geben und mich damit verwöhnen wollte.

Und das hat sich, schreibe ich gleich, gelohnt. Denn acht Damen in Abendkleidern oder Hosenanzügen traten, moderiert von Margareth Tumler, die gleicheine Entspannungseinführung gab, traten auf und lasen zuerst die Texte, der vertonten Dichterinnen und da waren sie zum Teil auch auf Komponisten angewiesen.

Es begann mit Ola Gjeilo oder Hildegard von Bingen. Ging dann zu dem 194 geborenen Jürgen Golle über, der fünf Texte von Hildegard Jahn-Reinke, die von 1906-1995 lebte, vertont hat. Von beiden noch nie etwas gehört. Die Gedichte gingen aber über die “Winteranderung” im “November” zum “Sommer-Regen” über und dann kam Gottfried von Einem, der offenbar mit Christine Busta befreundet war und aus ihren Briefen ein Votivliederpotpurri machte.

Die 1959 in Dresden geborene und dort lebende Sylke Zimbel vertonte sowohl Friederike Mayröcker als auch Sarah Kirsch und dann kams zu einer Uraufführung, denn der 1989 geborene Luca Sutto, der anwesend war und sich, wie er sagte sehr für Leben und Schicksal der Hertha Kräftner interessiert und machte sechs oder sieben Gedichte von ihr zu einem Musikstück.

Eine Zugabe gab es auch und es war nach einer literarischen Woche mit zweimal “Alte Schmiede”, einmal Literaturhaus” und einmal “Gesellschaft”, eine schöne musikalische Umrahmung, was mich zu dem Schluß bringt, daß ich mir veilleicht öfter das Musikproramm geben soll, aber Ostern kommt ja wieder, bis dahin bin ich gespannt.

Ilse Helbich zum hundersten Geburtstag

Die 1923 in Wien geborene Ilse Helbich ist, glaube ich, spät als Schriftstellerin herausgekommen. 2009 beim “Droschl-Verlag” und da hat sie jetzt inzwischen zehn Bücher herausgebracht und heute ihr letzter Band drei Erzählungen “Wie das Leben so spielt”.

Ich war schon einmal, glaube ich, bei einer Ilse Helbich Veranstaltung in der “Gesellschaft”, wo es so voll war, daß ich nur im Vorraum gesessen bin, habe deshalb, weil wieder eine sechs Uhr Stunde, wo die Klientin aber schon früher kam, den Alfred vorgeschickt, damit er mir einen Platz reservieren konnte. Aber die Sitze im Leseraum waren wohl alle reserviert, so daß ich wieder hinten gesessen bin, aber ganz gut gesehen habe.

Franz Schuh hielt die Einleitung und ich wundere mich ein bißchen weil die Texte ja eher konventionell angesiedelt sind und mir Anette Knoch, als ich einmal bei dem Poetry Slam im Cafe Stein lesen wollte, daß meine Texte zu konventionell sind. Nun ja, nun ja, vielleicht muß ich auch erst hundert werden, dann klappt es vielleicht mit der “Einladung zum Tee”, die ja dem Gerhard K., dem späteren Psychologieprofessor und der Monika J , der ewigen Psychologiestudentin nicht gefallen haben.

Nach der Einleitung hat die Schauspielerin Dörte Lyssewski, die Geschichte “Einfach so” gelesen, wo sich eine Frau und ein Mann zusammenfinden, der Mann das Haus renoviert und einem Kind Trompete spielen beibringt, dann kommt die Tochter und sagt, der Mann saß zwei Jahre im Gefängnis, aber alles geht gut aus.

Nachher gab es Wein und Brötchen vom “Schwarzen Kameel”, wo ich die guten mit dem Schinken und den Kren oder Zwiebel, gegessen habe.

Eine lange Autogrammschlange, der Alfred hat das Büchlein auch gekauft und signieren lassen, jetzt muß ich nur noch die zwei anderen Geschichten lesen.

Joseph Roths Gesamtausgabe

Es gibt ja eine Joseph Roth-Gesellschaft dessen Präsident der ehemalige Literaturhausleiter Heinz Lunzer ist und so finden jährlich, glaube ich, im Literaturhaus Joseph Roth Veranstaltungen statt, wo sich die Mitglieder der Gesellschaft versammeln und austauschen.

Ein paar davon habe ich besucht und ich kann mich auch, als ich die “Radiosonate” geschhrieben hat, es im Literaturhaus eine große Ausstellung gab, die mich auch ein bißchen inspiriert hat und von Joseph Roth auch einiges gelesen. Da kann ich mich erinnern, daß es einmal ein Jubläumsjahr gab und da habe ich mir nach einigen Zögern, drei TBs gekauft.

Das “Hotel Sayoy ” war, glaube ich, dabei und das “Spinnennetz”.Den “Radeztkymarsch habe ich aus der Bibliothek meiner Eltern mitgenommen und gelesen und jetzt liegt ein Buch auf meinen Badezimmetstapel Lea Singers “Die Heilige des Trinkers” über, wie am Cover steht Roseph Roths vergessene Liebe und das war offenbar eine Andrea Manga Bell. Joseph Roth scheint aber außer seiner Frau einige Lieben gehabt zu haben und die Erste des 1894 in Brody Geborenen war offenbar eine Sylvia Zappler, eine Zahnärztin, die von Wien über Frankreich nach New York emigirierte und 1968 in Genf starb.

Leonore Handl hat einen Vortrag im Literaturhaus über sie und ihre Famiiengeschichte gehalten und daß mit der Liebe und Geliebten war eigentlich nur herauszuhören, obwohl Leonore Handl sie in einigen seiner Romanfiguren erkannte, hat aber nicht verraten in welchen.

Dann kam der 1948 geborene Heinz Lunzer mit den Werkausgaben, denn die “Gesellschaft” gibt das Werk des Meisters offenbar Jahr fürJahr heraus und ist jetzt bei 1923 bis 1924 gelandet.

Die Bände konnten sich die Mitglieder mitnehmen und in dieser Zeit ist, glaube ich, auch das “Hotel Savoy entstanden, das dann in den Neunzehndreißgerjahen in einem Wiener Verlag noch einmal herauskam.

Joseph Roth und der Film war auch ein Thema, da war ich auch einmal bei einer Veranstaltung und Heinz Lunzer erklärte genau den Unterschied zwischen dem Journalisten und dem Schriftsteller oder eigentlich gibt es da keinen, denn der heilige Trinker, der in Paris 1939 elediglich gestorben ist, war offenbar beides und jetzt muß ich noch das Buch über die vergessene Liebe lesen, bis es im nächsten Jahr zu der nächsten Joseph Roth Veranstaltung kommt.

Writers in Prison, Writers at Risk

Der fünfzehnte November ist seit einiger Zeit der Tag wo der PEN Writers in Prisons gedenkt und seit einigen Jahren findet um diesen Tag eine Veranstaltung in der “Alten Schmiede” statt. Die hatte ich in Corona-Zeiten gestreamt und hatte dann Schwierigkeiten mit den Namen. So habe ich am nächsten Tag den PEN angeschrieben und um Informationen ersucht und ein Mail zurückgekommen, was man mit der skurillen Anfrage machen soll?

Ich habe die Namen dann doch bekommen und heuer war die Veranstaltung von einem Mark Kenk und einer Marion Wiesinger perfekt organisiert. Es lag ein eigenes Programmblatt auf und die Veranstaltung stand unter dem Bachmann-Motto: “Mit meiner verbrannten Hand” und drei Autorinnen wurden eingeladen, die Texte drei verfolgter Autorinnen zu lesen.

Die Erste war Cornelia Travnicek, die sich der 1953 geborenen im Iran inhaftierten Lyrikerin Mahvash Sabet annahm und erzählte, daß sie 2018 im Ian war. Da war die Autorin frei und sie hat drei oder vier Gedichte über sie oder andere verfolgten Frauen geschrieben.

Katharina Tiwald hätte sich der Autorin und Politikwissenschaftlerin Trifonia Melibea Obono annehmen sollen, die zwar nicht inhaftiert, aber doch verfolgt wird. Ist aber erkrankt, so ist die 1988 in Bratislava geborene Didi Drobna, die ihre Karriere bei den Exil-Preisen startete für sie eingesprungen und hat ihre Würdigung und Ausschnitte aus dem ebenfalls bei der “Edition Pen” erschienen Buch gelesen.

Die dritte Autorin war dann die 1994 in Südtirol geborene Lorena Pircher, die sich der perunanischen Investigativ-Journalistin Paola Ugaz, die nach dem sie einen Korruptionsskandal aufdeckte Verleumdungsklagen ausgesetzt ist und Mark Klenk forderte die Anwesenden aus, sich für die verfolgten Autoren einzusetzen. Mails an den PEN oder die Regierungen zu schreiben, weil das helfen würde.

Zwei Schweizer Nominierte

Der “Schweizer Buchpreis” wird ja am Sonntag vergeben. Christian Haller, Demian Lienhard, Sarah Elena Müller, Adam Schwarz und Matthias Zschokke stehen darauf. Ich habe diesmal alle Bücher, aber noch keines gelesen, denn ich lese ja seit 2019, wo wir bei der “Buch Basel” waren, auch die Schweizer Bücher mit.

Auf der “Buch Wien”, wurden glaube ich, drei der nominierten Männer vorgestellt. Da bin ich aber während des Zschokke-Buchs gegangen und heute waren zwei Schweizerinnen in der “AS”, die beide auf der Liste standen.

Die 1981 geborene Tabea Steiner 2019 mit “Balg”, die1990 geborenene Sarah Elena Müller mit ihrer heurigen Nominierung “Bild ohne Mädchen” und interessant, daß Johanna Öttl, die Moderatorin, das mit keinem Wort erwähnte, obwohl das bei meinen gestrigen Gespräch mit ihr bezüglich des Gstöttmaier-Buchs, das ich ihr heute gegeben habe, beprochen wurde.

Zwei junge Frauen mit interessanten, modernen, realistischen Themen. Es geht um Familie, um Außenseitertum und sexuellen Mßbrauch, obwohl der nie thematisiert wird und bei Tabea Steiners “Balg” ist es auch darum gegangen.

Die startete mit ihren “immer zwei und zwei” und da geht es um eine religiöse Sekte in einem Schweizer Dorf und um eine Natalie, verheiratet, zwei Kinder, die sich in die Pfarrerin verliebt und deshalb aus der Dorfgemeinschaft verstoßen wird, obwohl auch das nicht direkt angesprochen wurde und das Schweigen in der Diskussion thematisiert wurde.

Und im “Bild ohne Mädchen” geht es um ein Kind, das in dem Schweizer Dorf in dem es aufwächst, Außenseiterin ist. Es gehört in der Schule und im Kindergarten zu keiner Gruppe. Der Vater, ein Naturforscher und auch die Mutter kümmern sich nicht sehr um sie. So geht es zu dem Nachbarn bei dem es fernsehen darf und da geschieht dann der nicht thematisierte Mißbrauch und Sarah Elena Müller erwähnte in der Diskussion, wie sehr sie die Lektoren beraten hatten, damit das Buch nicht Fantasy wird und der Mißbrauch wurde, glaube ich, deshalb nicht erwähnt, weil man das in der poetischen Sprache, die Sarah Elena Müller verwendete, nicht ausdrücken kann.

Ich bin also sehr gespannt auf das Lesen. Ein bißchen wird es noch dauern , weil ich ja noch sechs deutsche Bücher habe und mich gerade durch “Birobidschan ” lese und da in der vorigen Woche natürlich nicht weit gekommen bin und interessant ist auch, daß sich die beiden Autorinnen gut kannten, weil sie in der gleichen feministischen Lteraturgruppe sind, wo sie einen weiblichen Literaturkannon bilden wollen.

Da bin ich auf den Sonntag sehr gespannt und würde ohne es gelesen haben, auf Matthias Zschokke tippen und andere Frauen stehen nicht auf der Liste. Tabea Steiner hat damals auch nicht gewonnen weil da Sybille Berg die Favoritin war.

Zur Buch Wien

Jetzt also zur “Buch-Wien”, der Vergleich zu Frankfurt und Leipzig viel kleinere Messe, die der Hauptverband des Buchhandelns seit 2008 mit großen Engagement ausrichtet.Ich war immer dabei, 2021 in den hehren Covid-Zeiten nicht, aber sonst wieder akkredidiert und am Montag mit der österreichischen Buchpreisvverleihung begonnen und am Mittwoch hat es schon um fünf mit der Eröffnungsrede von E. J. Kennedy begonnen, wozu offenbar jeder kommen konnte. Bisher gab es die Eröffnung extra und dann seit einigen Jahren die “Lange Nacht der Bücher” und die Vips haben sich dann den Wein und Brötchen etcetera gegeben.

Benedikt Föger hat eröffnet und natürlich eine Brandtrede gegen den Antiseminitsmus gehalten. Es war alles reserviert und ich bin wieder ziemlich hinten gesessen.

E. J. Kennedy, die schottische Autorin hat eröffnet und dann ging ich einmal in den Vip-Bereich. Das Eintrittsticket plus herzeigen und dann hinein in den speziellen Bereich. Die Andrea Stift habe ich gesehen, den Anton Thuswalder wegen dem “Gegenkanon-Aurufer” angesprochen und dann zur Donau-Louge, Da gab es eine Eröffnung mit der Kuturhauptstadt Temeswar, Bad Ischl und Balaton und ich habe mich eifrig gemeldet.

Falsche Aussagen getätigt, dann doch den Goodie Bag bekommen und von der Anna habe ich einen sechzig Euro Gutschein bezüglich meines morgendlichen siebzigsten Geburtstag bekommen.

Was löse ich a beim “Thalia” ein? Den Drago Jancar natürlich und die “123 Kilometer bis Ljubijna” natürlich, aber das hatten sie nicht. Die jungen Mäfchen dort haben mir eifrig die Bücher gesucht und ich habe dann, was ich ohnehin schon wollte zur Johanna Sebauer gegriffen. Die Annemarie Türk hat mir das Buch am Sonntag versprochen und jetzt hinein in den Traumurlaub. Vier Tage “Buch Wien” mit dem literarischen Geburtstagfest und das Buch des Peter Gstöttmaiers, das ich ja lektorieren durfte, wird am Donnerstag auf der “Standard Bühne” präsentiert.

Das ging mit einem Spaziergang durch die Innenstadt, durch den Prater und durch die WU los. Eigentlich ein schöner Weg zum Munterwerden und dann habe ich auf der ORF Bühne noch einen Teil über August Schmölzers neues Buch, das er zu seinem Film geschrieben hat, gehört. Dann folgte der 1939 in Wien geborene ehemalige Profilredakteur Peter Michael Lingens, der ein Buch über sein “Jahrhundert ” geschrieben hat. Denn er hat ja Größenm wie Hannes Androsch und einen palästinensischen Minister gekannt.

Das wird wahrscheinlich sein letztes politisches Buch sein, während er vielleicht noch ein kleines Gedichtbändchen herausgeben wird. Dann habe ich mir Maja Haderlap zu ihrem neuen Buch angehört und gedacht, daß ich danach vielleicht noch meine Meinung über “Nachtfrauen” ändere? Habe ich eher nicht. Dann kam Amir Gudarzi, dessen Buch ich noch lesen muß. Ich bin aber zur Kinderbühne gegangen, weil da Michael Hammerschmid, den Kindern einen Gedichtband, glaube ich, vorlas. Was aber etwas schweirig war, weil die Schulkinder, die am Vormittag die Messe füllten, nicht richtig zuhörten. Ich wollte ihn auf die Gstöttmeier-Veranstaltung aufmerksam machen. Er war dann noch ein bißchen auf den verschiedenen Ständen zu sehen, aber wahrscheinlich nicht bis fünf, also bringe ich ihm das Buch am Montag wahrscheinlich in die “Alte Schmiede”.

Dann habe ich mich ins Cafe gesetzt, mir zuerst einen Hamburger, Pommes frites und dann ein Glas Zweigelt geholt und dafür über zwanzig Euro bezahlt. Den Kaffee gabs beim ORF- Bus. Da habe ich eine Stammbesucherin und möglicherweise Christl Greller getroffen, die aber mit Maske schwer zu erkenne war. Dann kam ich in ein Mittagstief und dachte wieder “Was soll ich da vier Tage lang? Das kenne ich doch schon alles und interessiert mich auch nicht so besonders!”

Bin aber herumggeschlendert, habe mir die Stände angeschaut, die mir eher klein und unbekannt vorgekommen sind, den Conny getroffen, mit ihm ein Buch getauscht und auf der Donau Lounge wurden zwei neue Bücher der ukrainischen Österreichbibliothek vorgestellt, die man sich dann beim Auslandkulturstand holen konnte. So wurde es langsam fünf und da trat Peter Gstöttmeier, bzw. seine Schwester auf der “Standard-Bühne” auf und stellten das neue Buch “Lebenszeichen gut und schön” vor, das ich ja lektorieren durfte und bin dann ins Theatermuseum gefahren, wo Heinz Bachmann, das Buch über seine Schwester Inge, die ja vor fünfzig Jahre umgekommen ist, vorstellte.

Am Freitag gabs dann vor der ORF Bühne viele Kinder und darauf Thomas Brezina, der sie zu kleinen Detektiven machten und Plakate verteilte, die er dann signierte. So geht es also das junge Publikum zu bewegen und wenn sie dann noch Bücher lesen, ist das sehr schön.

Martina Parker präsentierte sehr enthusiastisch ihren neuen Gartenkrimi und bei Jo Nesbö bin ich dann zur “Donaulounge” gegangen, wo die derzeitige MQ- Stipendiatin Sasha Salzmann mit Daniela Strigl ihr zweites Buch präsentierte. Mittagessen Sacher- oder Gerstlwürstl und dann noch Kaffee und Kuchen und Hans Rauscher erklärte auf einer sehr vollen Bühne, was von einem Kanzler Kickls zu halten wäre. Der “Schweizer Buchpreis” wurde vorgestellt und auch das Ö1 Buch des Monats und am Schluß wurde es wieder kriminalistisch, als Philipp Gravenbach seinen ersten Thriller vorstellte. Dann wäre nochKlaus Amann mit seinem Lavant-Buch, gekommen, da bin ich aber schon gegangen um nicht zu spät zu meinen literarischen Geburtstagsfest zu kommen.

Am Samstag ist es wieder losgegangen. Da ist zwar beim Wegräumen kurz der Strom ausgegangen und auch kein Internet und habe den Messetag mit der Präsentation des Erzählbandes der slowenischen Autorin Mojca Kumerdej “Unter der Oberfläche ” auf der “Donau-Lounge” begonnen. Dann bin ich zur ORF-Bühne geswitscht, weil dort Marlene Streeruwitz ihre “Tage im Mai”” präsentierte und bin dort auch nicht lang geblieben, denn auf der “Standard-Bühne” gab es einen Podcast über amerikanische Bücher aus den Neunzehndreißigerjahren, die jetzt wieder entdeckt wurden. Dann habe ich mir bei der Bude beim Literaturcafe eine Backhendlbox geholt, den Spritzer habe ich mir diesmal mitgenommen, um vier Euro neunzig einzusparen. Dafür Melange und Kuchen, die auch acht Euro dreißig kosteten.

Die Diskussion mit Ingrid Brodnig und Liz Hirn zur künstlichen KI habe ich versäumt, weil zu voll, dafür aber Luca Kiesers Diskussion über sein Buchpreisbuch,, das ich noch lesen muß gehört und um drei habe ich dann auf Johanna Gradl vom DTV Verlag gewartet, die mir und zwei anderen Buchbloggern ihr Frühlingsprogramm im Literaturcafe vorstellte. Dann wieder “Donau-Lounge”, Stefan Teichgräber getroffen und mit ihm über “Birobidschan” diskutiert, das ja ein ähnliche Thema hat, wie das Buch das er bei seinem “Lenz” präsentierte und dann gings wieder zur ORF-Bühne bzw. zur Frage “Was aus den Grünen wurde”

Lena Schilling, Sigi Mauer und die zwei Wablers haben mit Petra Stoiber darüber diskutiert, die abwehrte, als sich eine Frau aus dem Publikum in die Diskussion einmischten wollte. Denn das durfte man offenbar nicht. Bei der “Donau-Lounge, wo ich den Rest des Messetages verbrachte, schon. Da hat sich Cornelius Hell erkundigt, ob das Publikum Fragen hat und anschließend ging es ins Collegium Hungarium, wo wieder diese ungarische Zeitschrift, die auf Englisch in Amerika erscheint, präsentiert wurde und Franzobel, Michal Hvorecky und Anita Moscat ihre Texte lasen, die zum Teil um Tere zum anderen um die Zukunft der Kultur gingen. Dann gabs einen guten Rose zu trinken und jetzt auf in den vierten und letzten Messetag, der für mich auf der ORF-Bühne mit einem Gespräch und einer Lesung aus Eva Rossmanns zweiundzwanzigsten Mira Vanlensky-Krimi “Flying Dinner” begann und da kann ich mich erinnern, daß sie ihren ersten gemeinsam mit meinen “Wiener Verhältnissen” auf dem Festival von Richard Pils vorstellte.

Vorher auf dem Klo habe ich Susanne Ayoub zugenickt, die ihren Krimi “Rondo Veneziano” auf der “Standard-Bühne” vorstellte. Auf der “Radio Wien-Bühne” ging es in Oliver Scheibers Buch um die”Krise der Volkspartei”.

Ja, die “Buch-Wien” war sehr politisch und so diskutierten auf der “ORF-Bühne” Natascha Strobl mit Robert Menasse und einem kritischen SPÖ-Mitglied über das “Prinzip Hoffnung”. Nach der Käsekrainer- Box gings dann zur “Donau Lounge”, wo das Außenministerium zwei ihrer Kulturprogramme vorstellte. Da gab es einmal die literarischen Dialoge “Wot da Future” und dann den vierten Band der Kulturkontakte. Andreas Unterweger und Marie Gamilscheg haben ihre Texte gelesen und die Bände konnte man sich beim Außenministeriumkulturstand mitnehmen.

Da habe ich den Ö1 Qiiz versäumt, zu dem ich mich angemeldet, aber nicht genommen wurde. Macht ja nichts. Gabs ja bis fünf noch genug Programm auf den fünf Bühnen. Zum Beispiel hat Gabriele Kögl, das bemühte GAV-Mitglied, aus ihren “Brief vom Vater” gelesen, um nicht nur politisch zu sein und der Journalist Gerhard Jelinek, glaube ich, hat ein Buch über das Jahr 1924 geschrieben und da war interessant, das damals, als mein Vater zwölf war und meine Mutter neun, der Schilling eingeführt wurde und das Radio. Dann gings wieder in die Gegenwart, nämlich zum Rechtsruck in Deutschland und in Österreich oder zu der Frage was die FPÖ mit der AfD verbindet?

Dann wars schon fünf und die Messe schloß ihre Toren und ich habe noch ein paar Goodie-Bücher, nämlich Goran Vojnovics “18 Kilometer bis Ljubjana” gespendet von der lieben Annemarie Türk. Dann Roland Innershofers Studie über Hugo von Hofmannsthal, das gemeinsam mit den literarischen Dialogen, in der Außenministeriumskiste lag und der liebe Conny, der zwar nicht zu meinen Geburtstagsfest kam, hat mir ein Buch, das er wahrscheinlich von einem der Bibel-Stände hatte, überreicht, so daß ich mich über die “Wege zur Gesundheit” informieren kann, was gut sein kann, da mich die fünf Tage Messe obwohl ich diesmal immer zurück mit der U-Bahn gefahren bin, sehr erschöpften.

Spannend, spannend die fünfzehnte Buch-Wien. Wie Benedikt Föger sie empfand, kann man wahrscheinlich auf der Hauptverbandseite lesen. Ich habe ein paar Bücher mitgebracht, ein paar interessante Begegnungen gehabt und cirka achtzig bis hundert Euro für das Essen ausgegeben und nun geht es weiter mit dem Lesen. Stehen da ja noch einige deutsche Buchpreisbücher und die ganzen schweizer, wo der Preis nächsten Sonntag vergeben wird, auf meiner Liste.

Lebenszeichen gut und schön

Hurrah es ist da das zweite Gstöttmaier-Buch, der ständige “Ohrenschmaus-Gewinner”, der ja das vierte “Stipendium” in Anspruch nahm, damit ein Buch daraus entstehen kann, das ich ein bißchen lektorieren durfte.

Eines hat der 1963 in Waldhausen in OÖ geborene Peter Gstöttmaier, dessen Geburt schwer verlaufen ist, schon und 2011 hat er das erste Mal mit einem handgeschriebenen Text “Söständi ist: allas sölba mocha” eingereicht und gleich nicht nur gewonnen, sondern große Begeisterung auslöste.

Seither ist fast kein Jahr vergangen, in dem er nicht unter den Preisprägern war, auf der Ehrenliste stand oder den Schokoladepreis bekam, denn Peter Gstöttmaier der in Mundart denkt und spricht und für den die Freiheit und das Bewegen sehr wichtig ist, hat eine eigene Sprache und jetzt ist es da, das eigentlich dünne in blau gehaltene Büchlein, das die schönsten Texte der letzten dreizehn Jahre enthält, bei dem für mich schon Bekanntes aber auch sehr viel Neues enthalten ist, die von der Schwester Heidi Pölzguter, die sich liebevoll, um ihren Bruder kümmert, ausgewählt und zusammengestellt wurde.

Es gibt auch Zeichnungen von Peters Gstöttmaier, die, wie seine Schwester bei der Buchvorstellung auf der “Buch Wien” betonte, aber schon für frühere Wettbewerbe angefertigt wurden und Fotos, wo man den Autor in seiner schönen neuen Wohnung sieht, für die er sich vom ersten Preisgeld auch ein Sofa kaufte, was ihn, wie die Schwester verriet, dazu brachte, regelmäßig einzureichen, um sich damit ein Extrageld zu verdienen, was wie man sieht, hervorragend funktioniert, obwohl ich, die mehrere Laudatios für ihn gehalten habe, regelmäßig bremse, um auch die anderen zu Wort kommen zu lassen, um kein anderes Talent zu übersehen.

Also durch das Buch, durch das man sehr gut durch seine Schwester Heidi geführt wird, die immer wieder die Texte erklärte und auf die Selbständigkeit des Bruders hinweist.

Die “Geschichten, Gedichte und Gedanken” beginnen also mit einem Selbstportrait und dann mit dem ersten Preistext “söbständi” mit dem, glaube ich, inzwischen schon einige Hilfsorganisationen Werbung machen.

Dann geht es gleich weiter mit den Preisträgen, denn mit den Gedichten über die Beziehung zu seiner Mutter “Is net banond mama ist net banond augn san triab kopf tuat weh haut is grau tuat net locha is net bainond die mama”, hat er auch schon beim Ohrenschmaus gewonnen, wie auch mit dem Text “Dössöbi”.

Dann geht es ans Kochen oder an die “Fleischloabaln”, die die Mama bei den sonntäglichen Besuchen immer in großen Mengen kochte, so daß der Peter Montag, Denstag, Mittwoch, Donnerstag immer eines zu essen hatte und am Sonntag sogar zwei. Es gibt aber auch die Stosuppn” und die “Blunzn”, die Peter Gstöttmaier literarisch zu beschreiben wußte.

Peter Gstöttmaier geht aber auch gern ins Kaffeehaus und läßt sich dann, wenn es regnet, auch recht gern von der Polizei nach Hause bringen und köstlich der Text “Oans-drei-drei-Polizei”, der sehr schön zeigt, wie das soziale Zusammenleben in kleinen Orten funktionieren kann, wenn sich alle kennen und sich umeinander kümmern.

Der Bewegungsdrang und die Selbständigkeit wird immer wieder beschrieben, denn Peter Gstöttmaer ist stolz auf seine Außengruppe, die er mit einem Betreuer eigentlich selbst eingerichtet hat, wie auch auf seine Wohnung, wo er mit betreuter Hilfe alles selber und sogar selber kochen kann.

Die Corona-Zeit, wo man keinen Sozialkontakt haben durfte, hat Peter Gstöttmaier, wie auch viele andere “Ohrenschmaus-Einreichende”, sehr bekümmert und beeinträchtigt.

“Nix geht mehr ois steht” heißt es da in der “Rückschau auf den ersten Lockdown.” Und in “Wonn hört des auf” screibt er etwas ungeduldig “corona corona oiweu corona”.

Es gibt auch ein paar Flirtversuche, die sehr schön den leisen Humor des Autors zeigen, wie sie beispielsweise in “So a schene Bluman” beschrieben wird und der Abschied von einem Betreuer wird in “ih sog zum obschied leise servus” auch sehr eindringlich geschildert.

Ein interessantes Buch in dem man viel über die Gedankenwelt eines Menschen mit sogenannten Lernschwierigkeiten mit denen man sonst vielleicht nicht so viel in Berührung kommt, erfährt, so daß ich mich wirklich freuen würde, wenn es einmal auch in der “Alten Schmiede”vorgestellt werden kann und bin auch schon auf die nächste Jurysitzung, bis dreißigsten November kann man für den “Ohrenschmaus” noch einreichen, gespannt, ob wir da wieder einen Peter Gstöttmaier als Preisträger mit neuen Gedichten oder Prosatexten haben werden und das hat Peter Gstöttmaier bei der Präsentation der Moderatorin auch versprochen, daß er weitermachen wird, so daß es auch ein drittes, viertes oder was auch immer Buch geben kann.

Wieder literarisches Geburtstagsfest

Mein literarisches Geburtstagsfest gibt es schon seit den Achztigerjahren. Zuerst in der Gumpendorferstraße, dann in der Reinprechtsdorferstraße und jetzt in der Krongasse.

Drei Mal habe ich vor Coronaa keines gemacht, einmal so, dann weil ich stattdessen ein Praxiseröffnungsfest mchte und 2019 weil wir nach Basel zur Buch-Basel gefahren sind.

Dann kam Corona mit den Besuchsbeschränkungen, also zwei Jahre kein Fest und im Vorjahr wieder ein vorsichtiges, wo Ruth Aspöck, Doris Kloimstein und ich gelesen haben.

Ich habe ja immer drei bis fünf Leute eingeladen, die mit mir gelesen haben. 2013 zu meinen

sechzigsten Geburtstag habe ich allein gelesen und jetzt zum siebzigsten wieder.

Aber seit Corona habe ich meine Einladungsliste etwas reduziert, bisher habe ich an die fünfzig Leute eingeladen. Zwanzig bis fünfundzwanzig Leute sind dann gekommen, dann war es schon sehr voll. Diesmal habe ich etwa zehn Leute eingeladen, Angela, Josef, Andi Pianka, Doris Kloimstein, die Brigitte W-N, die Christa Kern, die Iris, meine Hauptschulfreundin Christa U., den Karli und die Anna.

Der Alfred hat während ich auf der Buch-Wien war, das Buffet vorbereitet, das macht er jetzt sehr teuer und genau. Bei meinen ersten Festen habe ich ein paar Salzstangerln und ein paar Käsewürfel vorbereitet und gelesen habe ich ein paar Szenen aus dem utopischen Roman, die in den “Toten” enthalten sind und dann die ersten zwei Szenen aus der “Stalking Story”.

Geschenke habe ich auch bekommen, Bücher und Broschüren von der Iris, dem Andi und der Doris. Wein, Blumen, und Süßigkeiten. Nachher gab es noch eine intensive politische Situation, ob wir zuviele Ausländer haben oder nicht? Eine Meinung, die ich eigentlich nicht habe und vor einem Antiislamismus der sich jetzt auszubreiten scheint, warnen würde.

Eja Augustin auf der Buch-Wien

“Da bin ich wieder, werde mir jetzt viereinhalb Tage lang einen literarischen Urlaub in der Welt der Bücher geben und dabei auch meinen siebzigsten Geburtstag feiern! Was gibt es besseres für das Jubiläumsjahr mit fünfzig Jahre schreiben, fünfzehn Jahre bloggen und fünfzig Jahre GAV?”, dachte Eja Augustin und atmete tief durch.

Es gibt wahrscheinlich nichts, denn sie hatte ja ein Superplus Festival Ticket und konnte sich daher in Ruhe umsehen und alles ansehen, bei der “Buch-Wien”, die es jetzt ja auch schon fünfzehn Jahre gibt. Da konnte Eja Augustin sich erinnern, daß damals vom Hauptverband sehr viel Werbung gemacht wurde, so daß sie sich etwas ähnliches wie Frankfurt oder Leipzig erwartete und dann ein paar Schritte in die eine Rchtung, ein paar in die andere machte und als sie das viermal getan hatte, enttäuscht dachte, war es das jetzt?

“Was soll ich da vier Tage?”

Dann wurde doch etwas daraus, auch die nächsten fünfzehn Jahre lang. Das heißt, nicht ganz, denn 2020 im Corona-Jahr gab es ja keine Messe. 2021 hätte sie sich zwar akkreditieren können, hätte aber 2G und höchstwahrscheinlich auch eine Maske gebraucht und einmal ist sie nach dem ersten Tag mit den Nachtzug nach Basel zur “Buch-Basel” gefahren. Aber jetzt das Ticket in der Tasche und als Eja Augustin kurz vor halb fünf die Halle D betrat, sah sie schon eine lange Schlange vor den Eingangsschalter, denn Einlaß war erst um halb. Also anstellen, uje uje, dann war es nicht so arg. Zwei Drittel der Plätze der ORF-Bühne, wo die Eröffnung stattfand, aber reserviert und sie wußte nicht recht, ob da auch einer für sie dabei war?

Sich also wieder ein wenig isoliert und einsam fühlen, während die Autoren, denen es besser als ihr ging, die Verlagsmenschen etcetera an ihr vorbeimarschierten.

Die Eröffnungrede wurde von der schottischen Autorin E. J. Kennedy gehalten und dann ging es los mit der langen Nacht der Bücher, die diesmal nur bis neun dauerte und die Eröffnungsrede auch für alle möglich war, was ja sehr fein war.

Also zum Wein in die VIP-Lounge strömen, die sich langsam füllten. Junge Mädchen mit den “Buch-Wien-Shirts” kontrollierten die Berechtigung. Dann gab es Wein und später auch einen Korb mit Semmeln und Brezeln und viele Küßchen, Umarmungen, Begrüßungsschreie und sie stand wieder mal daneben. Grüßte aber tapfer nach allen Seiten, denn das hatte sie sich vorgenommen und wurde von Gustav Ernst prompt darauf angesprochen, daß sie immer und überall die Erste wäre”

Diesmal schon, aber sonst nicht. Denn was nützte es, eine halbe Stunde vorher zu kommen, wenn die guten Plätze schon ausreserviert waren und nur die zwei vorletzten überblieben und was nützte es, wenn sie, weil sich ja selbst verlegend, nie auf einer Buchpreisliste stehen würde?

Sich davon aber doch nicht entmutigen lassen, nahm sie sich tapfer durch und atmete durch. Sprach Anton Thuswaldner auf seinen “Gegenkanon” an, begrüßte die Frau M. die ihr sogar ihr Rotweinglas anbot und natürlich auch die Literaturreferentin, die ja immer sehr freundlich war und zum siebzigsten Geburtstag gratulierte und bei der “Donau Lounge” gab es sogar einen Goodiebag, obwohl sie die heilige Gisela mit der Kaiserin Ssi verwechselt hatte. Die Hertha Müller ,zwar gewußt, aber da nicht die erste war. Dann den Büchergutschein der Tochter eingelöst um sich ein bißchen mit dem Frankfurt Gastland Slowenien zu beschäftigen und dann nach Hause fahren, weil ja die lange Nach um neun endete.

Da gab es weil drei Jahre lang Straßenbahnabstinenz auch Probleme mit der U-Bahn, die lötzlich nur bis zum Schottenring und dann wieder zurückfuhr und das jetzt vier Tage?

Vier Tage lang in die Bücherwelten eintauchen.

“Da werden Sie Bücher finden, von denen Sie gar nicht wußten, daß Sie sie gesucht haben?”, hatte die Staatssekretärin in ihrer Eröffnungsrede behauptet und am Donnerstag, Freitag, etcetera, dann weniger VIPS, nur das gewöhnliche Publikum, das sich dann die Bücher kaufen und sie lesen durfte. Aber sie würde tapfer dabei bleiben und ihren Geburtstagsurlaub genießen, auch wenn sie nur im Publikum und nicht auf den Bühnen sitzen würde. Was aber nicht ganz stimmte, weil sie den lieben Conny, als der sie am Donnerstag fragte, ob sie auch auftreten würde”Ja!”, sagen konnte.

Sie selbst zwar natürlich nicht, aber das Buch, das sie lektorieren durfte, wurde um fünf auf der “Standard-Bühne” vorgestellt und außerdem hatte sie sich auch vorgenommen, ein ganz kleines bißchen unbotmäßig sein und ihre Bücher einfach bei den IG-Autoren oder sonstwo zur freien Entnahme aufzulegen. Denn das müßte eigentlich gehen. Dürfte nicht verboten sein und vielleicht würde sich jemand sogar darüber freuen….