Poet-Night am neuen Ort

Die “Poet-Night”, diese Veranstaltung des ersten Wiener Lesetheaters, das, glaube ich, 2000 von Rolf Schwendter eingeführt wurde, wo sich die schreibende Mitglieder präsentieren konnten, hat lange im “Siebenstern” stattgefunden, ursprünglich hat das um drei Uhr Nachmittag begonnen und bis in den frühen Morgen gedauert und es wurden im sieben Minuten Rhythmus gelesen. Nach dem Tod von Rolf Schwendter haben das Hahnrei Wolf Käfer und Andrea Pauli die Organisation übernommen. Ich habe mit Ausnahmen der Corona-Zeiten immer dort gelesen. Das letzte Mal 2019 im “Siebenstern” Im Vorjahr war es dann im Weinhaus Sittl und jetzt im Repubikanischen Club, der auch einen neuen Ort hat und ich habe entweder aus meinen Bücher oder aus neuen Texten gelesen und meistens auch, weil ich ja sehr interessiert am Schreiben der Anderen sehr interessiet bin, die ganze Zeit dort geblieben.

So auch am Freitag um halb sechs bin ich zur Fischerstiege hinmarschiert, denn jetzt fängt es erst um sechs an. Es gab vier Leseblöcke. Ich war am Letzten angekündigt und in der Aussendung hat es geheißen, daß man sich Essen und Getränke mitnehmen soll, weil keine Gastronomie, was mich gewundert hat, weil ich ja öfter hingehe und weiß, daß es dort Wein, Kekse und Soletti gab, aber wenn da fünfunddreißig Leute lesen, reichen vielleicht zwei Weinflaschen nicht aus, habe ich gedacht und mir eine Minieralwasserflasche zur Hälfte mit Roten angefüllt und war auch wenig verwundert, ob der neue Raum, der ja eher klein ist, ausreicht für die fünfunddreißig Leser und deren etwaigen Bekannten und im Gegensatz zum Sittl war auch die Veranstaltung om Programm angekündigt.

Andrea Pauli hat aber viele Sessel aufgestellt und es gab auch genügend Getränke und was zum Knabbern und so ist es mit den Bekannten und Unbekannten losgegangen, die Lustiges, Heiteres, Sketches, Lyrik, Romanauszüge, etcetera, vortrugen.

“Es lebe die Vielfalt!”, sagte Andrea Pauli mehrmals und dann begann es mit dem mir unbekannten Heinz Achtsnit, der einen eher lustigen Text vorgetragen hat.

Mit Andrea Gayer habe ich schon öfter gelesen, sie brachte Gedichte und Heidi Hagl las eine sehr amüsante Balkongeschichte von Susanne Schneider, die sich krankheitsbedingt entschuldigen ließ.

Anka Mairose Pavlovski ist auch eine Stamm leserin und beschäftigte sich in ihren sieben Minuten mit dem Älterwerden und dann kam der 1955 in Kärntnen geborene Axel Karner mit dem ich auch schon öfter gelesen habe und der mir seine Gedichtbände schickte, beziehungsweise mir zwei bei “Wieser” erschienene Bändchen übergeben, so daß ich mich nach meinen Buchpreislesen, der Lyrik widmen kann. Bei der Poet-Night lesen auch immer ein paar Prominente.

Bettina Balaka brachte Auszüge aus ihrem “Zauberer von Cobenzl”, Robert Schindel zum Teil sehr lustige Gedichte und Lydia Mischkulnig war diesmal sehr politisch oder utopisch, hat sie sich doch mit der Ernährungsumstellung beschäftigt.

Im zweiten Block las Susanne Ayoub eine Flüchtlingsgeschichte, Anita Schaub poetische Texte, die offenbar aus einem Film stammen und Sascha Wittmannr war auch sehr politisch in ihrem Text, der dem Alfred der am Freitag mit dem Karli nach Italien gefahren ist, sehr gefallen würde. Nur die Unterschrift “Die Grünen” fehlten in dem Text, wo es um das Verbieten des Rauchens, des Zucker und Fett, alles nur zum Wohlbefinden, ging. Birgit Schwaner beschäftigte sich mit dem “Wartezimmer”.

Bei Richard Weihs kam es wie Andrea Pauli launig betonte, zu einem Genrewechsel, brachte er doch seine Gstanzln. Dann kam es zu einem Wiedersehen mit Peter Campa, der wieder seine tiefgründigen Wien-Beobachtungen brachte.

Dann wurde es kabaretistisch denn Renate Woltron und Manuel Gierisch bringen immer Ausschnitte aus ihrem Kabarettprogramm.

Den dritten Block begann Christl Greller mit einigen Gedichten und Christa Kern las wieder ihren aktuellen Text aus den “Entladungen”. Mit Christa Messner und Gabriela Schwaiger wurde es wieder lustig. Christa Messner sang und reimte von der Schönheit des Lebens und Gabriela Schweigers Schlangengeschichte nach einem realen Vorbild, war sehr berührend.2

Dann folgte schon Block vier, den begann Judith Gruber-Rizy, die ich, glaube ich, bei der letzten Poet Night” das letzte Mal gesehen habe und sie brachte einen Text über die Schön-und Scheußlichkeiten des Salzkammerguts, wo man laut dem Liedtext ja angeblich so gut kann…

Dann folgte ich mit zwei Szenen aus meinen “2035- eine Utopie”, die ja den “Toten”, die jetzt beim Alfred auf das Fertigwerden warten, angefügt sind.

Eva Jansenberger, die ich auch schon von den “Poet-Nächten”, kenne, wurde, glaube ich, vor einer Woche in die GAV aufgenommen. Waltraud Zechmeister, die eine berührende Geschichte von einer Bettlerin brachte, ist auch dort Mitglied und die Karbaretistinnen Ingrid Jantzen und Monika Schmatzberger die meistens als Letze nach ihren Vorstellungen lesen, machten es wieder lustig, während sich Hahnrei Wolf Käfer sehr poetisch mit dem Körper beschäftige.

Das war die lange Nacht des Lesetheaters oder der österreichischen Literatur, während wahrscheinlich gleichzeitig in Frankfurt auch solche stattfanden und am Wochenende geht es mit dem Frankfurt-Surfing weiter.

Eigentum

Im Buch neun der österreichschen Longlist und das fünfte das auf der Shortlist steht, geht es um die Aufarbeitung des Todes der Mutter.

Der 1960 in Maria Alm geborene Wolf Haas ist für seine “Brenner-Romanen berühmt geworden. Da habe ich mal gehört, daß er die zuerst konventionell verfaßte, bis er zu seinem eigenen Brenner-Ton kam, über den es schon Bücher gibt. Dann gibt es noch ein paar andere Romane. Das “Wetter von fünfzehn Jahren”, das, glaube ich, auf dem dBp stand, hat mir sehr gefallen und jetzt bin ich ein bisschen verwirrt, obwohl ich mich noch immer frage ob er oder Clemens J. Setz den Buchpreis gewinnen wird oder vielleicht doch eine der Frauen?

Aber bei einem Begräbnis am Land singt bei Frauen der Frauenchor bei Männern spielt die Blasmusik. So ist das eben und konnte auch vom Wolf Haas nicht verändert werden, der auf die Idee kam, ein Buch über den Tod seiner Mutter “Eigentum” zu nennen.

Am Cover steht auch “Eigentum “von Wolf Haas” und da kann man oder wurde spekuliert, ob ein Roman das Eigentum des Autors ist? Das Geistige natürlich selbstverständlich, aber ich kann das Buch zerreißen oder verbrennen, wenn ich es mir gekauft habe und ich kann es auch verstehen, wie ich es will, dann vielleicht aber mit dem Autor oder Kommentierer darüber diskutieren.

Es geht also um die 1923 geborene Mutter Marianne, die mit fünfundneuzig Jahren, glaube ich, in einem Altersheim gestorben ist. Vorher wurde sie von ihrem Sohn besucht, dem sie den Auftrag gab, ihren Vater anzurufen, um sich zu erkundigen, wie es da, wo sie hinkommen wird, so ist? Später geht es, um die Frage ob und wie sie ihm Brennesseltee mitbringen soll und der Sohn lügt sie an und erzählt ihr etwas von dem Großvaters und wird dann verlegen, als sie nicht locker läßt.

Irgendwo habe ich auch gelesen, daß das Buch auf sehr sanfte Art und Weise das vorige Jahrhundert beschreibt. Denn die Mutter, die aus einer armen Familie stammt, der Großvater hat bei der Inflation nach Wordwar eins, sein ganzes Geld verloren, so wurde sie mit zehn einer Bauernfamilie übergeben, wo sie den Söhnen die Socken stopfen mußte. Dann kam sie auf die Hauptschule und später in die Hotelfachschule oder einen Servierkurs. Der erste Tag dort fand vor Beginn des zweites Weltkrieges statt, dann wurde der Lehrer aber eingezogen und die Fortsetzung fand erst nach dem <krieg statt.

Die Mutter, die auch verschiedene Kriegseinsätze hatte, ist dann als Serviererin in die Schweiz gegangen und hat ihrer Familie ihren Lohn geschickt, damit sei ein Haus bauen konnte. Später war dann nur ein Zimmer für sie, bis sie in eine Mietwohnung zog, denn das Geld, das sie für die Eigentumswohnung ansparte, war dann, als sie es hatte, nur mehr die Hälfte wert. So zog sie mit ihren Söhnen in eine Mietwohnung, wo sie auf den Friedhof schauen konnte. Fünf Jahre vor ihrem Tod wurde sie von dort aber auch hinausgeschmissen und mußte ins Altersheim ziehen. Hatte aber ihr eigenes Grab, wo schon ihr Name stand. Endlich also ihr Eigentum, der Patz, der ihr gehörte und der Sohn wurde auch für eine Poetikvorlesung eingeladen, wo er, über “Kann man über das Leben schreiben will?”, referieren will.

So geht es dahin. Die Mutter war, wie die Nachbarin, dem Sohn sagte, eine schwierige Person, die oft in Streit geriet und zwar Französisch und auch mit dem Zehnfingersystem Maschinschreiben, aber nicht mit Menschen umgehen konnte. So ging sie in ihren spätenJahren nicht mehr aus dem Haus, die Bauernkinder denen sie Nachhilfe geben sollte, kamen aber zu ihr.

Und dann ist sie mit Fünfundneunzig, drei Tage nachdem sie den Sohn nach dem Jenseits fragte, gestorben und der Sohn schreibt über das Eigentum, das sie nie hatte, hat sie ihm doch schon als Kind das Wesen der Inflation erklärt und das “Sparen, sparen, sparen!”, beigebracht und so haben wir ein Memoir das sich auf eine sehr ungewöhnliche Art und Weise der Mutter annähert, an die ich mich erst gewöhnen musste, denn ich bin ja eine eher humorlose Person, die nicht viel Spaß versteht und alles wörtlich nimmt, aber Wolf Haas ist ein guter Schreiber, der höchstwahrscheinlich auch davon leben kann und jetzt müssen wir nur abwarten, ob er die zwanzigtausend Euro oder doch nur zweitausendfünfhundert bekommt?

In den Fußspuren der Bachmann

Eja Augustin rauchte der Kopf, als sie das Kino verließ, in dem pünktlich zu ihrem fünfzigsten Todestag ein Film über Ingeborg Bachmann gezeigt wurde, die ja am siebzehnten Oktober 1973 an den Verbrennungen oder den Folgen einer Medikamentenabhängigkeit, wie man heute weiß, in einem Spital in Rom gestorben war.

Damals war sie fast zwanzig gewesen, hatte im ersten Semester studiert und auch ihre erste Erzählung verfasst gehabt, denn sie hatte im Mai des Jahres die sogenannte Knödelakademie in der Straßergasse sehr euphorisch mit dem Wunsch Psychologie zu studieren und zu schreiben, verlassen und beides auch getan.

In den Spuren der Bachmann, dachte Eja Augustin und schüttelte den Kopf, konnte sie sich doch vorstellen, daß ihre Kritiker in den weltweiten Netzen, aber auch die, die sie auf literarischen Veranstaltungen traf, jetzt aufschrieen und “Überschätz dich doch nicht so, die Bachmann hat den “Büchner-Preis” bekommen bei der Gruppe 47 gewonnen und wäre vielleicht, wenn sie länger gelebt hätte “Nobelpreisträgerin” geworden!”

Außerdem hatte sie im Oktober 1973, als sie noch bei ihren Eltern und ihrer Schwester in der Wattgasse gewohnt hatte, nicht viel von der Bachmann gekannt, die in ihrem Deutschunterricht bei der Frau Prof Friedl keine große Rolle gespielt hatte. Oder doch natürlich, den Haneke Film “3 Wege zum See” hatte sie sicher noch in den Siebzigerjahren im elterlichen Wohnzimmer im Schwarzweißfernseher gesehen und sich viele Jahre später, als den “Radetzkymarsch” , ein Fundstück aus dem elterlichen Bücherkasten gelesen hatte, über den Namen “Trotta” gewundert, der in beiden Texten eine Rolle spielte. Die Todesnachricht hatte sie höchstwahrscheinlich auch gehört und damals im Sommer 1973, als die Grazer Autorenversammlung gegründet wurde, auch viel gelesen.

Von Michael Scharangs “Charly Traktor” und Andreas Okopenko “Lexikonroman” hatte sie im Radio gehört und sich in den Buchhandlungen “Der Mann ohne Eigenschaften” und eine Rilke-Gesamtausgabe besorgt und eifrig gelesen. Die Bachmann erst ein paar Jahre später, als sie sich von ihren Eltern die vierbändige Gesamtausgabe schenken hatte lassen. Den “Fall Franza” im Türkenschanzpark zwischen ihren Psychologieskripten gelesen und selbst geschrieben oder es zumindestens versucht, weil das ja in Zeiten, wo es noch keine Schreibschulen gab und man das Schreiben höchstens in Leipzig studieren hätte können, nicht so einfach war.

Die erste Erzählung, im Sommer 1973 geschrieben und nicht richtig korrigiert, war unveröffentlicht geblieben. Spätere Schreibversuche scheiterten. erst 1977 war ihr wieder eine Erzählung “Die Einladung zun Tee” gelungen, die von zwei Freunden, denen sie sie zeigte, als schlecht bezeichnet wurden.

Später war sie Mitglied im “Arbeitskreis schreibender Frauen” geworden und dadurch in Kontakt zu Schriftstellerinnen, wie Marie Therese Kerschbaumer, Elfriede Haslehner, Christa Stippinger, etcetera gekommen.

In die Spuren der Bachmann natürlich nicht, dachte sie also, als sie fünfzig Jahre später kurz vor ihrem siebzigsten Geburtstag vom Kino nach Hause ging. Denn so berühmt, wie die Bachmann war sie selbstverständlich nicht geworden, war es ihrdoch nicht einmal gelungen einen richtigen Verlag zu finden. Nur einmal hatte Jack Unterweger, der umstrittene Autor und Kleinverleger ihre “Hierarchien” herausgebracht, bevor er aus der Strafanstalt Stein auf Initative der kritischen Autorenschaft entlassen wurde und sich Jahre später, als er nach weiteren Frauenmorden verurteilt wurde, in einer anderen Haftanstalt erhängte, das ebenfalls stark kritisiert wurde.

Dann hatte es nur zwei Sach- und Ratgeberbücher gegeben, die sie in ihrer Rolle als Psychologin, denn das Studium hatte sie problemlos geschafft, über das “”Stottern” in großen Verlagen gegeben, während sie nun schon seit über zwanzig Jahre ihre Bücher selber, ohne ISBN-Nummer drucken ließ und es dadurch erst recht nicht in den Literaturbetrieb hineinschaffte, obwohl sie seit 1987 Mitglied bei den “Grazer Autoren-Autorinnen”, wie das jetzt heißt,war.

Über sechzig selbstgemachte Bücher reihen sich in ihren Regalen, die sich alle sehr gesellschaftspolitisch und realistisch waren, sich mit dem Älterwerden, dem Tod und dem Sterben aber auch mit den Schreiben beschäftigten und in den letzten Jahren hatte sie das Thema Corona sehr beschäftigt, mit dem sie, weil sie das sehr kritisch betrachtete, wahrscheinlich noch einen Stückchen weiter an den Rand gerückt war.

Links oder rechts war hier die Frage und eigentlich betrachtete sie sich schon länger als eine Borderlinegängerin, allerdings im nicht kinischen Sinn, sondern eine, die immer, wenn sie sich zu nahe an der Mitte befand, erschreckt einen Schritt zur Seite machte und jetzt den Spuren der Bachmann folgen?

Ja, natürlich, obwohl, wie festgestellt lange nicht so berühmt oder eigentlich das gar nicht. Da keine wirklichen ernstzunehmenden Preise und nicht einmal ein Stipendium bekommen, obwohl sie sich seit Jahren in einigen literarischen Juries befand und zu dem berühmten “Bachmannpreis-Lesen” war sie, obwohl sie das ganz gern wäre, nicht eingeladen worden.

Trotzdem schrieb sie tapfer weiter und hatte angesichts der fünfzig Jahre, die sie nun schon länger, als die Bachmann lebte, höchstwahrscheinlich mehr als sie geschrieben und weil sie nicht so berühmt geworden war, waren ihr vielleicht auch ihre Krisen erspart geblieben.

Denn ihr Leben war sicher nicht so turbulent. Zwar trank sie ganz gern ein Gläschen Wein, rauchte aber nicht und hatte auch nie Drogen und Beruhigungsmittel konsumiert. Deshalb war ihr ihr tragischer Tod erspart geblieben, litt zwar unter ihrer Erfolglosigkeit war aber nie unter einen solchen Druck gestanden, der die Bachmann, wie sie psychologisieren würde, überfordert hatte, so daß sie zu Alkohol, Medikamente und Zigaretten gegriffen hatte.

Kein schöner Tod und wahrscheinlich trotz ihrer Berühmtheit sicher auch kein sehr schönes Leben, würde sie vermuten und trotzdem weitermachen. Weiterschreiben, ob in- oder außerhalb der Bachmannschen Fußspuren war eigentlich egal. Denn höchstwahrscheinlich schrieb sie ganz anders, war sie ja keine Lyrikerin, sondern eine sehr bemühte, unentwegt schreibende Frau, die ihr Leben der Literatur gewidmet hatte, aber auf der anderen Seite stand.

Auf der des Publikums, der Literaturveranstaltungsbesucherin, der Buchpreis-Leserin und daher auch andere Erfahrungen als die Bachmann hatte, den Literaturbetrieb von der anderen Seite sah, daher höchstwahrscheinlich auch gesünder lebte, obwohl die ständige Erfolglosigkeit auch depressiv machen konnte, dachte Eja Augustin, hatte ihre Wohnung erreicht, die Jacke abgelegt und war zu ihrem Bücherregal gegangen, um sich die Gesamtausgabe herauszuholen und darin zu blättern .

Drei Frauen ins Eingemachte

Anna Katharina Laggner
Mieze Medusa MODERATION

“texte.teilen” in der “Alten Schmiede” wo Mieze Medusa ,drei Autorinnen mit ihren neuen Büchern vorstellte. Als ich den “Schmiede-Saal” erreichte war die Einleitung gerade beendet, so daß die mir bisher unbekannte 1977 geborene Anna Katharina Laggner, die als Radiomacherin tätig ist, ihr neues Buch “Fremdlinge” vorstellte, daß zum größten Teil autobiografisch sein dürfte, denn da geht es um die Schwangerschaft von Zwillingen und Anna Katharina Laggner hat solche und beschreibt in ihren Roman frech und spritzig, welche Schwierigkeiten Frau heute hat, wenn sie ein Kind oder hier gleich zwei bekommt und das vierte Buch der 1985 geborenen und in Kirchstetten lebende Simone Hirth “Malus” ist heute mit zwei anderen “K&S” Neuererscheinungen zu mir gekommen und das schon im Frühjahr erschienene Buch der Gertraud Klemm, um das ich ziemlich kämpfte, vor ein paar Tagen auch.

“Malus” ist sehr interessant und scheint an das Laggner Buch anzuknüpfen, geht es hier auch um eine Schwangerschaft. Aber um eine ganze Besondere, nämlich die von Eva, die nachdem sie in den Apfel gebissen hat, vom Himmel hinausgeschmissen in der städtischen Bücherei im Bahnhof Meidling gelandet ist und mit ihrem Adam, um das Sorgerecht kämpft. Spannend, spannend. Wegen meiner elendslangen Bücherliste, werde ich zwar so bald nicht an Lesen kommen.

Die dritte starke Frau, die 1982 geborene Eva Schörkhuber war mir ebenfalls sehr bekannt, weil ich mit ihr schon am Volksstimmefest gelesen habe und sie auch letzte Woche bei der GAV-Neuaufnahmeleserung gehört.

Jetzt stellte sie ihren neuen Essayband “Die wunderbare Insel vor”, wo es um den Tod und das Trauern geht, wo sie eigene Verlusterfahrungen bearbeitete. Daß sie anschließend ein Bier im “Alt Wien” trinken wollte, hat sie mir schon am letzten Samstag, als wir vor der “Alten Schmiede” darauf warteten, daß wir zum Abendessen gehen konnte, mitgeteilt. So ist der Alfred mitgekommen und so habe ich noch zwei Rhabarbaspritzer getrunken, sozusagen ein Buchmessenpartyersatz Abendveranstaltung mit der ich mein heutiges Buchmessensurfing beendete.

Eva Schörkhuber
Simone Hirth

Wieder Shortlistdebutlesung in der AK-Bibliothek

Vom Frankfurtstreaming zum österreichischen Buchpreis und da zu der Debutpreislesung, wo ja am sechsten November die Preise bekanntgegeben werden.

Eva Reisinger, Männer töten

Von Frankfurt also nach Wien und da habe ich , glaube ich, zum ersten Mal seit 2016, seit es den ÖSt gibt, schon alles gelesen. Also Arad Daribis “Drama”, Thomas Olahs “Doppler” und Eva Reisingers “Männer töten”, wo ich mir ja ettweder das Buch des jungen Austro- Iraners wünsche und diesmal bin ich mit dem Alfred in die Ak-Bibliothek gegangen, wo ja der Karli bis zu seiner Pensionierung tätig war.

Arad Dabiri, Drama

Rote AK-Taschen mit dem Leseprobenbüchlein lagen auf den Sitzen. Kristina Pfoser hat moderiert und dann hinein in die Literatur der Debutanten und da hat es mit der 1992 geborenen Eva Reisinger und ihrem “Männer töten” begonnen. Ein Buch, das sehr berechtigt ist, sich mit starker Stimme gegen die Femizine zu wehren. Aber muß man deswegen Männer töten? Natürlich nicht, obwohl das Publikum lachte, als das zur Sprache kam.

Dann folgte Thomas Olah mit seinem “Doppler” und da ist ja der 1966 in Wien geborene auch auf der DBp -Liste geestanden. Das war mir ja im Gegensatz zur Birgit Birnbacher zu sehr an Josef Winkler und Thomas Bernhard orientiert. Der Kostümdesigner scheint aber ein sehr freundlicher Mann zu sein und ich hätte mich gerne mit seinem Verlag unterhalten.Aber, leider leider, derzeit alle in Frankfurt. Nur die Martina Schmidt hat sich neben den Autor gestellt, denn da hat mich ja Montag ein Dr., dessen Name ich leider vergessen habe aufgerufen und mich meine “Gegenkanon-Rezension “ angesprochen und wollte da ein Register haben.

Thomas Oláh, Doppler

“Melden Sie sich an den Verlag oder den Autor habe ich ihn geraten und war am Montag sehr erstaunt, daß das zum Jahresanfang erschienene Buch ptlözlich im “Leporello” besprochen worden.

Der letzte Debutant war der 1997 geborene Arad Dabiridessen Buch, glaube ich, besser als seine Lesekünste sind. Dann gab es Brot und Wein oder andere Getränke und jetzt könnten wir raten, wer den Debutüreis gewinnt und da ich mich da ja immer irre, wird es wahrscheinlich doch Thomas Olah sein, seinen wir gespannt, am sechsten November werden die Preisträger bekanntgeben und dann geht es gleich auf die “Buch-Wien”, wo die Preisträger vorgestellt werden.

Zum fünfzigsten Todestag von Ingeborg Bachmann

Die 1926 in Klagenfurt geborene Ingeborg Bachmann, nach der ja die “Tage der deutschsprachingen Literatur” benannt sind, erlitt in der Nacht von fünfundzwanzigsten zum sechsundzwanzigsten September in ihrer römischen Wohnung durch eine Zigarette ausgelöste Verletzungen, an denen sie am siebzehnten Oktober 1973 verstorben ist. Heute oder vielleicht schon damals wußte man, daß es nicht die Verbrennungen, sondern die vielen Medikamente waren, die sie nahm, an denen sie gestorben ist, bzw. am Entzug derselben, der bei ihr epileptische Anfälle auslöste und die Ärzte wussten den Namen des Medikamentes nicht, weil ihn die Familie oder die Freunde aus Angst vor der Verfolgung oder dem schlechten Ruf, nicht preisgeben wollten.

Im Oktober 1973 habe ich gerade mein Psychologiestudium begonnen und auch meine erste literarische Geschichte geschrieben und den 1976 entstandenen Haneke Film ” “Drei Wege zum See” habe ich in der elterlichen Wohnung in der Wattgasse, in der ich damals noch lebte, auch gesehen.

Ingeborg Bachmann, die rätselhafte Frau, eine vierbändige Werkausgabe habe ich mir von meinen Eltern auch einmal schenken lassen und darin gelesen, obwohl ich keine wirkliche Bachmann-Expertin bin, aber an die grande dame der Literatur, die 1953 ihr Cover am “Spiegel” hatte, bei der Gruppe 47 iergewonnen hat, kommt man als literrisch Interessierte, ob man will oder nicht vorbei und ich will das auch.

2006 wahrscheinlich zum achtzigsten Geburtstag gab es in Wien ein großes Symposium mit einem Stadtspaziergang in den dritten Bezirk, wo die Bachmann ja als sie noch studierte und beim Radio arbeitete, wohnte und dann zum Cafe Raimund, wo Hans Weigel, mit dem sie ja einige Zeit eine Beziehung hatte, seinen literarischen Stammtisch betrieb.

Ingeborg Bachmann und die Männer, da gab es ja eine unglückliche Beziehung zu Paul Celan, später eine zu Max Frisch, dann zu Hans Werner Henze für den sie ja Libretti schrieb und vielleicht auch eine zu dem 1935 geborenen und 2018 verstorbenen Adolf Opel, den ich öfter bei Lesungen und Veranstaltungen traf. Jedenfalls ist er mit der Bachmann nach Ägypten gefahren und hat darüber ein Buch geschrieben, das mir die Trude K. einmal zum Geburtstag schenkte und jetzt hat die Filmemacherin Margarethe von Trotta einen Film darüber gemacht und Ludwig Wüst, von der K&K Werkstatt hat sich auch einmal in einem Film mit dieser Reise oder dem “Fall Franza”, der daraus entstanden ist, beschäftigt.

“Reise in die Wüste ” heißt er und er beginnt nach der Trennung von Paul Celan. Da ging es ihr schlecht, sie reiste aber nach Paris zur Premiere von einem Max Frisch-Stück und eine unglückliche Beziehung begann, aus der sie sich durch die Reise mit Opel nach Ägypten retten konnte.

“Wo mir das Lachen zurückgekommen ist” heißt das Buch, das bei “Amazon ” eine schlechte Rezension hat und Margarethe von Trotta hat sich offenbar an diesem Buch orientiert und das hat Lydia Mischkulnig, die nach der Vorstellung im Filmcasino mit Günter Kaindlsdorfer am Sonntag darüber diskuterte, kritisiert und auch, daß der Film nicht chronolgisch angeordnet ist, sondern lustig hin und herspringt und ich hatte auch Schwierigkeiten mit den Personen und wußte oft nicht, wer ist jetzt wer?

Die Bachmann war sicher eine interessante Frau, da gibt es ja den Mythos und die Klischees, daß sie ihre Taschentücher fallen ließ, damit die Männer sie aufhoben. Ob sie wirklich mit drei Männern gleichzeitig schlafen wollte und daher Adolf Opel zwei Ägypter in ihr Zimmer ließ, weiß ich nicht? Vielleicht hat es Adolf Opel so beschrieben. Da müßte ich das Buch das in Harland ist, finden und nachlesen. Ist aber eine Stelle, die mit nicht gefiel. So würde ich den Film auch süßlich und klischeehaft finden.

Susanne Ayoub hat aber unter den Titel “Die Verbrennung – Mutmaßungen zum Tod von Ingeborg Bachmann”, denn da hat die Schriftstellerin Christine Koschel, die mit ihr in Rom befreundet war, ein Buch darüber geschrieben, ein Feature gemacht, das man am Sonntag und auch Dienstag in Ö1 hören kann und dann gab es im Literaturmuseum, am Dienstag, dem Todestag eine Veranstaltung, wo Maja Haderlap sich mit der 1972 erschienen Erzählung “Drei Wege zum See” beschäftigt und die Schauspielerin Friederike Tiefenbacher, die im Volkstheater gerade in “Malina” spielt und man anschließend den Film im Metrokino sehen konnte. De Sonderausstellung im Museum, die ich im Vorjahr besuchte und die es noch bis fünften November gibt, habe ich auch noch besucht und mir diesmal zu Ende angehört, was Elfriede Jelinek über die Bachmann zu sagen hatte, was sehr modern wirkte, obwohl das Gespräch schon 1990 aufgenommen wurde.

Ich habe meine Hauptschulfreundin Christa U. getroffen und bin mit ihr anschließend ins Kino gegangen, um Guido Wieland als den alten Herr Matrei und einen Film zu sehen, in dem es noch keine Handies gab und man das Ferngespräche anmelden mußte, wenn sich die Elisabeth ein Telegramm schicken lassen wollte, um ihrer Heimatidylle zu entgehen, denn zum See ist sie auf den drei Wegen nicht gekommen, hat aber ständig in den Lokalen rauchen dürfen und Axel Corti hat den Text gelesen, deshalb war auch seine Frau Cecily im Publikum, wie die Frau Schmidt-Dengler, und Dine Petrik. Ruth Aspöck, die auch kommen wollte, wurde nur von der Christa gesehen.

Steirerwald

Jetzt kommt, zwischen dem Buchpreislesen schon wieder ein Krimi, die Lisa vom “Krimi-Salon”, glaubt mir ja nicht, daß ich solche lese, aber eigentlich gern, sie sind spannend und leichtbar. Aber natürlich unrealistisch, denn soviele Morde wie hier beschrieben, gibt es ja nicht und ich lehne Gewalt auch ab.

Also kann ich keine wirklichen Krimis schreiben. Lesen schon und da bietet mir die Agentur der Barbara Brunner ja seit einiger Zeit einige an und jetzt also “Steiererwald, der dreizehnte “Steiererkrimi”, der 1966 in Wien geborenen Claudia Rossbacher, nicht zu verwechseln mit der letzten östBp -Gewinnerin, die schon seit einiger Zeit in der Steiermark lebt.

Sie hat aber noch andere Krimis geschrieben, “Drehschluß”” habe ich davon gelesen und auch einige der “Steiererkrimis” in den Schränken schon gefunden, die ich noch lesen muß.

Wann ist da die Frage? Bei den Rezensionsexemplaren ist das leichter, die muß ich lesen und zwischen den vielen neuen Provinzromanen der Öst und der DDR-Aufarbeitung des dBps war das auch spannend und diesmal geht es in die Jägerwelt.

Das buch spielt im August, wahrscheinlich sogar im letzten, obwohl das Buch da erst gerade erschienen ist und einHund serviert da einer Jägerin eine Hand mit Ring. Die dazupassende Leiche wird dann in einer Schlucht gefunden. Es ist der berühmte Regisseur Oskar Schneeberger, der bei einem Grafen, der dort sein Anwesen hat, wohnt und auch eine Wald- oder Schloßserie dreht.

Das Ermittlerpaar heißt Sandra Mohr und Sascha Bergmann und die beiden scheint eine Haßliebe zu verbinden. Einige der Stiererkrimis wurden auch verfilmt, habe keinen davon gesehen und das Buch begnnnt, spannend, spannend bei einer Autorenlesung.

Da geht Sandra Mohr mit ihrem Nachbarn Hubert hin, mit dem sie ein offenbar auch ein sehr spannungsgeladenes Verhältnis verbindet. Sie wird aber zu dem Mordfall weggerufen und dann stellt sich nach und nach heraus, daß der Schzigjährige, der sehr aggressiv und jähzornig war, offenbar an einer beginnenden Alzheimer-Disease litt. Das Handy liegt im Kühlschrank und überall Zettel, wo man was wie machen soll.

Es gibt auch eine Schwester, die ein enges Verhältnis zu ihrem Bruder hatte und eine Exfrau und höre und staune, die Autorin Beatrice Franz soll nicht nur zu Sandras Hubert als auch zu dem Regisseur ein Verhältnis gehabt haben, beziehungsweise wollte sie natürlich nur, daß er ihr Buch verfilmt.

Der Verdacht fällt dann auf die Jägerin >Marlene, die mit der Jägerin Stelle zusammenwohnt, denn der Regisseur hat ihren Hund beleidigt, sie ihn bedroht und sie hat auch einiges auf ihren Handy gelöscht und benimmt sich verdächtig.

Einen Cellisten, der auf dem wertvollen alten Instrument, das dem Regisseurgehört, gibt es auch und der hat ihm das Cello wegnehmen wollen, aber, daß die Schwester die, das Cello erben wird,

ihm weiter darauf spielen lassen wird, steht schon auf Seite einundneunzig.

Da wird es Sandra mitgeteilt. Später verhört Bergmann den Cellisten noch deshalb auf einer Berghütte und am Schluß gibt es ein zwar nicht überraschendes aber zeigtemäßes eher sanftes Ende.

Denn die Sterbehilfeparagraphen haben in Österreich noch nicht richtig durchgegriffen. Also ein kleiner Tip an die Betroffenen, bevor man auf Verlagen tötet, sollte man sich das vom Betroffenen wahrscheinlich genauso bestätigen lassen, wie das heute, wie ich höre, schon beim Sex passiert.

Deutscher Buchpreis an Tonio Schachinger

Der deutsche Buchpreis, den ich ja seit 2008 wahrscheinlich, die ersten Jahre sind eher an mir vorbeigegangen, regelmäßig verfolge und seit 2015 (fast) alles lese, (2017 waren es 19, 2018 18 Bücher. Dann konnte man sich die Bücher bei Netgalley anfragen, was ich seither regelmäßig tue, nachdem ich die Bücher nach der Verkündung die Verlagen angeschrieben, ist sehr interessant.

Ich finde das, auch wenn es ein Buchh- und kein Literaturpreis ist und von den Literaturkritikern, die in der Jury sitzen, oft recht schwere Kost ausgesucht wird. Keine Krimis und Chicklits also das, was die Leute vielleicht lieber als Thomas Lehr oder Ulrich Pelzer lesen, was Petra Hartlieb ja einmal sehr kritisiert hat.. Ich denke man lernt viel dabei, wenn man sich da durchliest und das tue ich ja seit 2015 regelmäßig und da hatte ich 2015, glaube ich, fast alles bis auf den Witzel, der dann gewonnen hat, gelesen. In den letzten Jahren waren das wahrscheinlich an die fünfzehn Bücher, die ich bis zur Preisverlihung hatte. Im vorigen <Jahr erinnere ich mich war ich gerade bei “Blutbuch” als Kim de L ´Horizon den Oreis gewonnen hat und sich dann im Sinne der iranische n Frauen, die Haare abrasierte.

Aber heuer, heuer war alles anders, weil wir ja, als die Longlist verkündet wurde uns gerade in Bordeaux befanden und da war ich sehr erfreut, daß ich schon drei Bücher davon gelesen hatte.

Das, das auch für Leipzig nominiert war, dann die Raphaela Edelbauer, die schon mit ihrem Debut auf der Shortlist stand und als wir von Harland weggefahren sind, am Freitag, am Donnerstag vorher waren wir bei den O-Tönen und da habe ich Tonio Schachinger aus “Echtzeitalter” lesen gehört, der ja schon mit seinem Debut nominiert war und mit Raphaela Edelbauer auf der Sbhortlist war, habe ich das Bucb der Elena Fischer gelesen, aber dann kam lange nichts.

Denn wir sind am 31. 8. nach Harland zurückgekommen und am Dienstag darauf wurde die österreichische Liste bekanntgegeben und diese Bücher waren diesmal interessanterweise früher als die deutschen von der Netgalley zu bekommen.

Also habe ich danach das Buch der Teresa Präauer und das des Thomas Olah gelesen und danach fast die ganze österreichische Liste und habe jetzt erst “Risse” gelesen, sowie Terezia Moras “Muna oder die Hälfte des Lebens”, also das erste Shortlist-Buch angefangen.

Schlimm vielleicht, aber trotzdem sechseinhalb Bücher. Da bin ich wahrscheinlich trotzdem ganz gut unterwegs und die Shortlist war ja auch sehr interessant. Und dann die bange Frage, wer wird den Preis gewinnen? Eine Sechserfrage, weil ich da ja, obwohl ich mich immer nach besten Wissen und Gewissen bemühe, entsetzlich scheitere und es so auch diesmal war.

Denn ich hätte einmal spontan auf die Terezia Mora, ein Buch das mir bis jetzt übrigens sehr gut gefällt, getippt, aber die hat schon einmal gewonnen. also der Nezati Öziri, weil das ja der momentane Trend ist, sich um Diversität zu bemühen. Anne Rabe mit der “Möglichkeit vom Glück” habe ich heute auch genannt gehört. “Maman” eher nicht, meinten die Blogger und manche wünschten sich “Drifter” was auch ein sehr ungewöhnliches und wahrscheinlich schwieriges Buch sein dürfte.

An Tonio Schachinger ganz ehrlich habe ich nicht gedacht und muß auch gestehen, daß mir sein Erstling nicht so besonders gefallen hat, bin ich ja alles andere als ein Fußballfan. Bei “Echtzeitalter” ein Schulroman, der vom Theresianum handelt, ist das anders, das ist ein Thema ,das mich interessiert, was ich leider erst ein wenig später lesen werde, aber gespannt darauf bin.

Und die Preisverleihung, die um sechs im “Römer” stattfand, kann man immer streamen. Wir waren ja 2002 das letzte Mal in Frankfurt auf der Messe und da hat es noch keinen deutschen Buchpreis gegeben. Blöderweise habe ich das übersehen und mir eine sechs Uhr stunde eingeteilt, die zum Glück schon um halb beendet war, so daß gerade Nezati Öziris “Vatermal “vorgestellt wurde, der daraus, glaube ich, schon 2021 beim “Bachmannpreis” gelesen hat.

Die Eröffnun gsreden habe ich also versäumt, vielleicht kann man sie nachholen ud die kleinen Filmchen der Shortlistbücher, über die auf der Longlist hat es diesmal keine gegeben, habe ich mir aber angeschaut und auch das. was die Blogger über den “Deutschen Buchpreis” zu sagen wussten. Dann folgten also die vier anderen Bücher, streng nach dem Alphabet. Danachn trat die Vorsteherin des Börsevereins Karin Schmidt-Friederichs auf die Bühne und öffnete spannungsgeladen das Kuvert und ich war überrascht.

Wieder einmal geirrt, aber macht ja nichts. Die fünf Anderen werden enttäuscht sein, weil sie nur ein Zehntel des Preisgeldes erhalten. Mir kann es egal sein und ich glaube, von dem was ich bisher davon gehört habe, auch, daß es ein gutes Buch ist.

Dann kam der 1992 in Neu Delhi geborene, der eine lateinamerikanische Mutter hat, in Österreich lebt, das Theresianum und auch das Institut für Sprachkunst besucht hat, auf die Bühne und erklärte, wen er allen nicht danken wird, denn die Juroren und der Börseverein tun ja nur ihren Job. Dann wies er auch auf die aktuelle Siutation, den Angriff der Hamas auf Israel hin und die Buchmesse beginnt oder wird morgen mit dem Gastlandauftritt eröffnet werden.

Drama

Jetzt Buch drei der Öst Debut-Shortlist, da kann ich diesmal zur Ak-Debutlesung gehen, habe schon alles gelesen und kann mein Urteil geben, was ich für das beste Buch halten oder welches mir am besten gefällt?

Was zugegeben nicht ganz so leicht ist, eigentlich hätte ich jeden etwas auszusetzen. Aber die Bandbreite ist interessant. Da wieder einmal eine Provinzaufrischung, ein starkes Frauenbuch“, das mir vielleicht etwas zu brutal ist und dann das “Drama” des mir bisher unbekannten Arad Daribi. Das heißt, stimmt nicht so ganz, ich hätte den 1997 in Wien geborenen, Sohn iranischer Eltern kennen können. Hat er sein Debut doch im März in Literaturhaus vorgestellt, in Leipzig haben ihn die IG-Autoren in ihrem Lit-Radio vorgestellt und das er als Dramaitiker bei den “Wortstaettten” auftritt, hat er wahrscheinlich auch etwas mit dem “Exil-Preis” zu tun.

Und das Debut ist eine Wucht, das heißt stimmt vielleicht auch nicht so ganz, vielleicht ist das “Drama”, welch ein Titel, ein bisschen zu gewollt, klischeehaft aufgeladen. Steht ja schon im Beschreibungstext des im “Septime-Verlag” erschienen Buch, etwas von Wien und dem Glanz, der im ersten Bezirk herrscht, die überteuerten Cafes, die Museen, wohin die Touristen geschleust wären und ich dachte “Aha, ein frischer Ton, eine Wucht und dann ist das Buch des Dramatikers, der auch Lyrik schreibt, ganz nach den dramatischen Gesichtspunkten aufgegiedert, genau in der Aktstruktur.

Und da beginnt es es beim I mit einem Flug von Berin nach Wien. Das heißt ganz am Anang fliegt er dort schon wieder zurück, der Ich-Erzähler, Sohn iranischer Eltern, der in Wien aufgewachsen ist, aber jetzt schon ein paar Jahre in Berlin lebt und auf den ein Stundenflug betrinkt er sich mit seinem Nachbarn in solcher Rassanz, die in einer Stunde wahrscheinlich gar nicht möglich ist, denn er muß nach Wien zurück. Hat ihn dort doch Hubert, ein reicher Franzose, dessen Eltern in Hietzing eine Villa haben, eingeladen. Seine Exfreundin Bona, die aus Sizilien stammt, soll auch dorthin kommen, ein Krcimiautor namens Dijon und eine Flora und das ist offenbar shon das Drama, wenn wir auch noch nicht so genau wissen, wie das ausschauen wird?

Denn das II, wo er in Wien herumirrt und seine Freunde trifft, habe ich eher überflogen. Bei III und danach wird es aber wirklich spannend, wenn auch das Drama höchstwahrscheinlich seinen Regeln folgt und ein bisschen unwahrscheinlich skurril ist auch.

Denn es sind ja nur die vier Freunde eingeladen. Der Erzähler nimmt aber zur Sicherheit eine Marie mit. Was schon beim Entre Schwierigkeiten macht. Hubert will ihn zuerst nicht hineinlassen. Drängt dann dem wahrscheinlich schon Betrunkenen einen teuren französischen Rotwein auf, den er verweigert. Es gibt Bedienstete und Securities, wie bei den FPÖ-Wahlauftritten, in der Villa. Dann wird das Menü serviert oder angekündet. Es beginnt mit einer Zuchhinisuppe mit Ziegenkäse. Danach wird die Reihenfolge von Hubert unterbrochen. Denn er hat etwas mitzuteilen, wurde bei ihm doch ein Gehirntumor diagnostiziert und so lädt er seine Freunde, auch Dijon hat Krebs, zum erweiterten Selbstmord ein. Ein sterbehelfendsollender Arzt ist auch dabei. Marie will sich den Beiden, obwohl sie nur depressiv ist, abschließen.

Am Schluß verlassen die Damen und wahrscheinlich auch Dijon mit dem Erzähler die Villa. Der leblose Hubert bleibt, wenn ich richtig verstanden habe, zurück und derErzähler bemerkt, bevor er wieder zurückfliegt, lakonisch, daß er keine Zigaretten mehr hat.

Genial oder doch nur mit den Wienklischee gespielt? Ein ungewöhnliches Debut des jungen Mannes mit dem “ausländischen Namen und solchen Aussehen” und ich schwanke, ob ich ihm den Preis oder der jungen Feministin wünschen soll?

Die neuerliche Bernhard Wiederholung lasse ich aus und da ich mich zwischen den beiden anderen nicht entscheiden kann, bleibe ich gespannt.

Wieder in die GAV-GV

Sanja Abramović, Britta Badura
Ágnes Czingulszki, Timo Brandt

Da gab es heuer ja schon die Fünfzigjahrfeiern in der Vollversammlung in Mai und Vollversammlungen hat es, als ich in die GAV aufgenommen wurde, jedes Jahr gegeben. Später wurde das eingestellt, bzw. auf die Jubiläumsjahre verteilt und seit einigen Jahren beginnt die GAV-GV mit dem kulturpolitischen Arbeitskreis am Freitagnachmittag. Da war diesmal “Awareness”. Martin Fritz hielt das Impusreferat und erklärte, daß er da zwar kein Experte sei, aber ein diesbezügliches Seminar besucht und zwei Bücher gelesen hat.

“Awareness” bedeutet Achtsamkeit oder heißt, weil das Thema ja “Awareness im Vereins- und Veranstaltungskontext” hieß, daß sich alle bei Veranstaltungen wohl fühlen und niemandens Gefühle verletzt werden sollten. Da haben sich bei mir ein bißchen die Haare aufgestellt, denn wenn ich ein Problem habe, spreche ich es an und brauche keinen “Awareness-Beauftragen” der das für mich tut und würde auch meine Familie, Freunde und Klienten ermutigen, das zu tun.

Da hat Monika Vasik gleich widersprochen, denn manchmal geht das nicht, da ist man von sexuellen, strukurellen, etcetera, Übergriffen überfordert und dann wurde die Veranstaltung interessant, weil diskutiert wurde, daß man diskritmiert wird, wenn man bei Residenzaufenthalten seine Kinder nicht mitnehmen kann und da dachte ich daran, daß man sich bei manchen Ausschreibungen nicht beteiligen und auch keine Preise gewinnen kann, wenn man seine Bücher selbst verlegt.

Also werde ich mir das zu Herzen nehmen und bei der nächsten diesbezüglichen Ausschreibung mich bei dem entsprechenden Awarenessbeauftragten diesbezüglich beschweren. Mal sehen ob das etwas bringt?

David Hoffmann, Rudolf Hochwarter
Christine Frei, Jasmin Gerstmayr

Aber Scherz beiseite, es war interessant und hat mich auf neue Ideen gebracht, habe ich mich doch früher schon geärgert, wenn Kollegen sagten, den oder den lade ich nicht mehr ein, denn er ist alt und raschelt mit seinen Mansukripten oder stottert bei den Lesungen.

Da braucht man sicher Achtsamkeit, Toleranz und Verständnis und um fünf war der Arbeitskreis aus. Was mache ich bis sieben, wenn die Lesung der neuen Mitglieder beginnt, dachte ich und habe diese Zeit bei der Ruth verbracht, die mich auf Kaffee und Buttersemmel eingeladen hat, so daß wir über unser literarischen Leben plaudern konnten. Sie geht ja im November nach Bad Hall auf einen Schreibaufenthalt und ihr neues Buch “Begona, la Trigena” ist noch nicht erschienen. Und ich habe mir von meinen kleinen Dingen, den literarischen Prosamen, die mich in der nächsten Zeit erwarten.

Dann gings zurück in die “Alte Schmiede” zum zweiten Teil der 2021 neuaufgenommenen Mitglieder und da haben sechzeh neue <mitglieder jeweils fünf <minuten lang gelesen und davon habe ich einige schon, einige gar nicht gekannt. Also war es sehr interessant.

Karin Peschka, Martin Peichl
Margarita Kinstner, Sabina Holzer

Zuerst hat die 1982 in Kroatien geborenen Sanja Abramovic einen Text gelesen, in dem es um Gräber ging, die man kaufen, sich aussuchen oder haben will. Dann folgte die 1980 in Graz geborene Britta Bandura, die in ihrem “Mosaikmorgen” von den Nöten einer Mutter erzählte. Dann folgte der 1982 in Deutschland geborene Timo Brandt, den ich schon von den Sprackunstlesungen kannte und der im “Standard” auch die Lyrikseite betreut. Die 1981 in Ungarn geborene Agnes Czingulski kenne ich von der “Edition Exil”. Die 1966 in Deutschland geborene und in Telfs lebende Christine Frei brachte sehr kritische Gedichte und die 1992 in Steyr geborene Jasmin Gerstmayr slamte einen Text, wo sie nach dem Sinn des Lebens suchte und dem Leistungsdruck entkommen will, etwas das man vielleicht auch unserer Regierung nahelegen sollte, die gegen Teilzeitarbeit ist.

Der 1956 im Burgenland geborene Rudolf Hochwartner las einen Auszug aus seinem sehr politischen Buch “Immer wieder taucht ein Cowboy auf” und der ebenfalls im Burgenland 1985 geborene David Hoffmann las zuerst einen Prolog mit dem Titel “CoRoT-7B” und dann noch einige Gedichte.

Stefan Winterstein, Reinhard Tötschinger
Eva Schörkhuber, Katrin Rauch

Die Performancekünstlerin Sabina Holzer las aus ihrem “Medusa-Text”. Von der 1976 in Wien geborenen Margarita Kinstner habe ich schon “Mittelstadtrauschen” gelesen und sie auch bei der “Literatur und Wein” erlebt.

Martin Peichl ist mir ebenfalls bekannt, habe ich ja glaube ich sein Debut und noch einiges anderes gelesen und ihn auch bei verschiedenen Veranstaltungen gehört und er wollte in seinem Text wissen “Was ein Gespenst ist”, eine interessante Frage, die er zu beantworten wußte. Dann folgte die mir ebenfalls schon bekannte und viel gelesene Karin Peschka, von der ich gerade ihr auf der Öst-Longlist stehenden Roman “Dschomba” gelesen habe. Sie las auch daraus und freute sich mit Martin Peichl gemeinsam aufzutreten, weil sie mit ihm auch schon vor ein paar Tagen gelesen hat.

Die 1994 geborene Katrin Rauch beschäftige sich sozusagen mit dem Freitag, den dreizehnten und den “Tagen an denen alles schiefgeht” und Eva Schörkhuber,, die ich glaube ich, bei den Volksstimme-Lesungen kennenlernte ist mir ebenfalls bekannt und auch aus ihrem Buch “Die Gerissene” wo es um eine umpinselte Kuba-Fahne geht, habe ich sie schon lesen gehört.

Der 1952 in Wien geborene Reinhard Tötschinger las aus einer Kurzgeschichte, wo einer endlich eine Geschichte fertig bringt und der letzte Lesende der 1981 in Wien geborene Stefan Winterstein las einen 2018 erschienene Text in dem er sich und seine Biografie vorstellte.

Am Samstag ging es dann zu der Generalversammlung in die “AS”. Da wurde zuerst der neue Vorstand vorgestellt und diskutiert, wie man die Vorstandwahlen verändern kann, so daß nicht immer die gleichen Personen gewählt werden. Dann kam der Kassabericht und der Bericht zu den “Fünfzig Jahre GAV-Veranstaltungen”, bevor es zu den Neuaufnahmen kam.

Da haben sich diesmal sechsundfünfzig Autoren beworben und vierundfünfzig wurden von derJury zur Aufnahme vorgeschlagen. Da waren bekannte Namen, wie Ljuba Arnautovic, Elisa Asenbaum, die ich ja beim letzten “Dicht-Fest” kennenlernte, David Bröderbauer, IreneDiwiak, Sabine Groschup, Anna Herzig, Eva Jansenberger,, die glaube ich immer bei den “Poet-Nächten” liest, Zoltan Lesi, Frieda Paris, Christian Schreibmüller, der Meistersalamer, Cornelia Stahl, die mich ja einmal für das Radio Orangne interviewt hat, Bernhard Strobel,, etcetera und zwölf die von der <jury nicht vorgeschlagen worden.

Da bekommt man vorher die Liste und kann ein Veto einlegen, was ich früher sehr eifrig getan habe. In der letzten Zeit bin ich da nachlässiger geworden und so bin ich erst vor ein paar Tagen daraufgekommen, daß ein eigentlich sehr bekannter Autor darauf ist, der auch zwei sehr engagierte Veti von Birgit Schwaner und Nils Jensen bekam, die nicht verstanden, warum er abgelehnt wurde? Das habe ich eigentlich auch nicht oder doch natürlich, denn ein Buch das “Mohr im Hemd…” heißt ist, ja heute nicht mehr politisch korrekt.

Es ist aber schon vor elf Jahren erschienen. Bei der Abstimmung, die es nach einer heftigen Diskussion dann gab, wurde es haarig, zwanzig Pro-, zwanzig Contrastimmen und dreizehn haben sich, glaube ich enthalten. Also abgelehnt und einer der Kollegen meinte, ein wenig herabblassend “Er kann ja nächstes Jahr einen besseren Text einreichen!”

Nun ja, nun ja, und interessiert ist auch, daß nur wenige der Anwesenden den Autor und den das Buch kannten. Markus Köhle, glaube ich, schon. Der hat es vielleicht sogar bei seiner Vorstellung moderiert und ich habe es einmal im Schrank gefunden oder aus einer Abverkaufkiste gezogen und apropos Abverkaufkiste, das war auch sehr interessant. Denn nachher gabs ja die Mittagspause. Ich habe einen Toast im “Haashaus” gegessen und einen “Hugo” dazu getrunken. Dann bin ich beim “Frick” fündig geworden und habe mir um insgesamt zehn Euro fünf Bücher gekauft, von denen vier wahrscheinlich GAV-Autoren waren. Leider hatte ich das von Ernst Wünsch schon und kann es dem Bücherschrank übergeben. Aber Hanno Millesis Novelle “Venusathmosphäre” kann ich jetzt lesen. Michael Hammerschmids “Räuberische Poetik”, und Friedrich Hahns Buch mit dem elendslangen Titel “Der Autor steht für Lesungen und Presseauftritten nicht mehr zu Verfügung”, der ja gut zur GV und den Sorgen der Autoren passt.

Am Nachmittag ging es dann mit den Veranstaltungen, die für das nächste Jahr eingereicht wurden, weiter, die die GAV-Autoren machen wollen und die abgestimmt werden mußten. Da habe ich ja früher die “Mittleren” und den “Tag der Freiheit des Wortes” eingereicht. Jetzt mache ich das nicht mehr und danach als noch ein paar Punkte diskutiert waren, waren wir um fünf fertig und standen bis dreiviertel sechs vor dem literarischen Quartier auf der Straße, denn das “Alt Wien “, wo diesmal das Abendessen stattfand, erwartete uns erst um sechs und da musste man in Zeiten, wie diesen, das Essen schon vorbestellen. Ich habe mich für ein Schnithzel entschieden und war sehr erstaunt, daß es ohne Salat serviert wurde.

Das wars mit der GAV und morgen geht das literarische Leben ohne Versammlung weiter und da kann ich gleich verkünden, daß nächste Woche die Frankfurter Buchmesse stattfindet, wo die berühmteren der GAV-Autoren wahrscheinlich auftreten werden.