Noch ein Nika-Adventkalenderfenster

“Sonntag, 6. Dezember

Am Sonntag hatte sie frei, das Kaufhaus, wie die anderen Geschäfte auf der Mariahilferstraße, waren geschlossen. Nika konnte ausschlafen. Der Wecker hatte sie nicht um sieben aus ihren schönen Trammannträumen gerissen. Sie konnten ihnen stattdessen ungestört nachhängen und sie ausleben. Das Adventkalenderfester, hinter dem sich wahrscheinlich ein kleiner weiß-lila Nikolo mit der großen Bishofsmütze verbarg, blieb verschlossen und auf dem Sessel neben dem Bett lag, flüchtig hingeworfen, die rot-weiße Weihnachtsfraumütze. Denn die hatte sie aufbehalten, als sie gestern zehn Minuten nach sieben in Jeans und ihrer grünen Parka, die Kaufhausgarderobe verlassen hatte, um sich mit Harald Schwabeneder zu treffen, der prompt und pünktlich, an der Stelle, wo sonst der junge Bursche kauerte, auf sie gewartet hatte. Die Mütze aufbehalten und damit zur Krampusparty ins “Jazzland” gegangen, wenn sie schon nicht mit einem stilechten roten Pullover oder Röckchen als Krampus-Outfit aufwarten hatte können. Herr Widerling würde schon nichts dagegen haben, beziehungsweise konnte er das nicht, schien sich sein Dienst doch auf Montag bis Freitag zu beschränken, denn sie konnte ihn nicht sehen. So war sie mit der rot-weißen Weihnachtsfraumütze auf Harald Schwabeneder zugegangen, der ihr ein weißes Seidenpapier gewickeltes Päckchen entgegenstreckte.

“Eine kleine Krampusgabe für das morgendliche Frühstück, schöne Frau! Nur für den Fall, daß der strenge Weihnachtsfraudienst Sie gehindert haben sollte, für den Sonntag einzukaufen!”, hatte er gesagt und damit ins Schwarze getroffen. Wenn seine detektivischen Fähigkeiten auch so perfekt ausgeprägt waren, brauchten Vera und die Schwester sich vor der Polizei und den rasenden Zeitungsreportern mit ihren spitzen Federn nicht mehr fürchten.

“Stimmt!”, hatte sie deshalb geantwortet und ihn angestrahlt.

“Stimmt haargenau! Wie haben Sie das nur herausgefunden?”

“Berufsgeheimnis, Recherche und Kombination!”, hatte er zurückgegrinst und verraten, daß sich in dem kleinen Päckchen ein Briochekrampus mit einer Minirute und Rosinenaugen befinden würde.

“Oder hätten Sie lieber einen Nikolo bekommen?”

Eine Frage, die sie den gesamten Samstag begleitet hatte, wenn sie in ihren Sack griff und weil die Meisten, die Mikoläuse präferierten, waren diese ausgegangen und es lagen nur noch eine Hand voll übergebliebenen Krampusse auf dem kleinen Tischchen, die Nika unkorrekt in die Tasche gesteckt hatte, statt sie in das Magazineursbüro zu tragen, in dem auch von Herrn Jovanovic nichts zu sehen war. Die sollten ihr als Notration für den Sonntag dienen oder auch nicht. Gab es doch Haralds Krampus und Kekse backen, Vanillekipferln, Zimtsterne, Linzer und Rumkugeln, hatte sie sich als Tagesprogramm auch vorgenommen. Mehl, Butter und Eier, die sie dazu benötigte, ließen sich wahrscheinlich am West- oder dem neuen Hauptbahnhof besorgen, wo es rund um die Uhr geöffnete Supermärkte gab. So lag also die rot-weiße Weihnachtsmütze auf dem Sessel und am Tischchen, die stibitzten Krampusstücke und kein Adventkranz. Einen solchen gab es bei Nika Horvarth nicht und sie würde ihn auch nicht am Hauptbahnhof besorgen. Denn sie war nicht religiös. Das schien nur Max Schröder zu sein, der mit seinen Hauspantoffeln und der falsch zusmmengeknüpften Jacke losgezogen war, um sich einen solchen zu besorgen. Er hatte auch einen bekommen. Davon hatte sie sich überzeugt, als der alte Mnn eine knappe Stunde später, nachdem sie ihn und Jessica mit Krampussen und Nikoläusen versorgt hatten, an der Seite der munteren Kleinen mit den roten “Pippi Langsgtrumpf-Zöpfen” und der grauen Strickmütze auf den Kopf, mit einem solchen zurückgekommen war. Den Adventkranz hatte Jessica in der einen Hand getragen, die andere hatte sie in den alten Mann gehängt, um ihn zu stützen und ein “Merkur-Einkaufssackerl” in dem sich wahrscheinlich das benötigte Brot, die Milch und das Kartoffelpprree befanden, baumelte auch an ihren Arm.

“Alles bestens, Weihnachtsfrau!”, hatte sie munter ausgerufen.

“Brot, Milch und Tiefkühlspinat ist gekauft, damit Onkel Max nicht hungert! Ich trage ihm die Sachen hinauf! Er wohnt schräg gegenüber im zweiten Stock! Er hat mir seine Fenster schon gezeigt! Dann komme ich zurück und gehe in die Handschuhabteilung, um für die Oma welche zu besorgen! Da kann der Chef nichts dagegen haben und die Mama bekommt eine Bonbonniere! So weit reicht mein Geld! Der Papa geht leer aus! Selber schuld, wenn er sich mehr um den Dominik, der ihm noch nichts kaufen kann, als sich um mich zu kümmern! Das heißt, wenn Ihnen noch ein Krampus überbleiben sollte, könnte ich ihm den geben, damit sich seine neue Flamme und er ärgern, weil sie denken, daß ich ihn für einen solchen halte!”, hatte sie weitergeplaudert und war mit dem alten Mann über die Straße verschwunden. Nika war jetzt aufgewacht und rieb sich verschlafen die Augen.

“Sehr schön !”, murmelte sie solcherart vor sich hin. Der Abend mit Harald Schwabeneder im “Jazzland” war das gewesen. Obwohl er, wie sie zugeben mußte, nichts mit detektivischer Kleinarbeit zu tun hatte! Davon war nicht die Rede gewesen! Absolut nicht, ganz das Gegenteil und sie nannten sich auch nicht mehr “Sie”, sondern hatten mit einem Glas Holunder-Prosecco Bruderschft getrunken. Das heißt sie hatte sich einen solchen süßen Schlatz bestellt. Er war bei einem eher männlichen Bier geblieben und sie war nun sicher, daß er sich genauso in sie verliebt hatte, wie es bei ihr der Fall war. Denn das würde ihre Eltern freuen, die sich über Ruths Partnerschaft und die aus einen “One night stand” entstandene Zoe-Philipa ohnehin die größten Sorgen madchten. Un wenn sie, was anzunehmen war, die “Kronenzeitung” und “Heute-Österreich” lasen, hatten sich diese mit Sicherheit in den letzten Tagen verstärkt. Also würden sie aufatmen und sich freuen, wenn sie zur Weihnachtsfeier ihren Traummann mitnahm und mit ihrer jüngeren Tochter zufrieden sein!

“Halt!”, rief sie sich an dieser Stelle erschrocken zur Ordnung zurück und zog die imaginären Zügeln an. Nur nicht so vorschnell galoppieren! Noch war es nicht so weit und Harald Schwabeneder noch lange nicht zur Weihnachtsfeier eingeladen, die auch noch zwei Wochen entfernt war. Noch war es nichts mit einem Besuch bei ihren Eltern. Hatte sie dazu keine Zeit. Denn sie mußte, wenn sie schon den ganzen Samstag Zettel verteilend auf der Straße gestanden hatte, am Sonntag ausschlafen, sowie Kekse backen, denn am achten Dezember, dem Feiertag zu Maria Empfängnis, konnte sie das nicht. Denn da hatten die Kaufhäuser auf der Mariahilferstraße sebstverständlich geöffnet. Hatte sich die Kaufmannschaft gegenüber der Erzdiözese doch durchgesetzt und sie würde mit Sack und einer Mütze auf der Straße stehen und könnte ihren lieben Harald, um vielleicht doch die Sache mit dem Mord auf Veras Klo weiteraufzukären, nur anschließend treffen. Heute aber nicht! So schnell ging das nicht! Heute würde er nicht zu ihr kommen und sie ihn nicht treffen! Obwohl sie Besuch erwartete, so daß es gut war, das Adventkalenderfenster zu öffnen, Santa Claus zuzuwinken und dann in der Kche Kaffee aufzusetzen und im Eisschrank nachsehen, was für den Backvorgang zu besorgen war? Denn am Nachmittag würde Sandra Winter kommen, die dann schon die ersten Kekse verkosten sollte. Sie würde ihre Freundin Fatma Challaki mitbringen, die seit Anfang September in ihren Wohngemeinschaftszimmer wohnte und seit Oktober im ersten Semester vergleichende Literaturwissenschaften studierte, während Sandras Sponsion demnächst stattfinden würde und sich anschließend auf die Suche nach einem Praktikumsplatz oder einer Volontärstelle machen würde. Heute würden aber die Beiden zu ihr kommen, Kaffee trinken, Kekse essen und sie würde der jungen Syrierin, die um Asyl in Österreich angesucht hatte, weil die IS in Damaskus ihren jüngeren Bruder erschossen hatte, von dem jungen Burschen am Kaufhauseingang erzählen, beziehungsweise hatte sie das bei Sandra schon getan, als die sie gestern in der Mittagspause angerufen hatte, um sie zu ihrer Sponsion einzuladen. Da hatte sie das schon getan, denn Sandra hatte gemeint, daß Fatma sich sicher mit ihm auf Arabisch unterhalten, beziehungsweise das versuchen würde.

“Sie ist zwar etwas schüchtern, meine muslimische Freundin, die im Mai an der deutschen Schule in Damaskus maturiert hat und im Juli über Lampedusa nach Österreich gekommen ist. Trägt ein Kopftuch und gibt Männern nicht die Hand! Aber einen traumatiserten Flüchtling wird sie schon fragen können, wie es ihm geht und ob er Hilfe braucht? Noch dazu, da sie vor kurzem ihren Bruder verloren hat! Weißt du was, ich bringe sie einfach zu dir mit und du kannst ihr alles erzählen!”

Soweit, so gut und wunderbar und jetzt, obwohl Sonntag war, sich anziehen und zum Westbahnbhof fahren, um Mehl, Butter, eine Packung Eier und ein paar Päckchen Vanillezuckder, sowie ein Gläschen Rum für die gleichnanmigen Kugeln zu besorgen, damit sie ihre Gäste bewirten und sich selbst ein bißchen weihnachtliche Stimmung bereiten konnte, dachte Nika. Nahm einen Schluck Kaffee, biß in den Briochekrampus, der süß war und gut schmeckte.”

So das ist jetzt das sechste Türhen meiner “Nika, Weihnachtsfrau”, die ich im Rahmen des “Nanowrimos” 2015 geschrieben habe. Damals war die Einstellung zu den Flüchtlingen die größtenteils aus Syrien kamen, noch anders. Da hat sich leider seither viel geändert. Also ein kleiner Rückblick in bessere Zeiten, wo wir auch noch kein Corona hatten.

Den Anfang findet man hier: 1 2 3 4 5 und dann aufmerksam sein. Denn es gibt derzeit noch mindestens dreizehn andere Türchen, die ich in den letzten Jahren eingestellt habe und werde gelegentlich darauf verlinken

Die neuen Bücher von Simon Sailer und Anna Albinus

Von dem 1984 in Wien geborenen Simon Sailer, habe ich, schon einmal eine Veranstaltung gestreamt. Denn da gibt eine Trilogie und da wurde glaube ich der “Schrank” vorgestellt. Jetzt ist das neue Buch “Die Manege” erschienen und wurde am Montag in der “AS” vorgestellt und Johannes Tröndle, der die Veranstaltung moderierte, betonte das Überkippen in das Surreale des Autors, was auch in dem neuen Buch bemerkbar ist und da geht es, um einen Zirkus und einen Art der eine Karriere, als Entfesselungskünstler oder besser Fesselungskünstler machen will, aber offenbar nicht in die Manege hineindringen kann und Johannes Tröndle stellte an dem Autor die Frage, ob er damit den Kunstbetrieb meint, in dem man über die Castingphase oft nie hinauskommt?

Zwei eher kurze Stellen hat der Autor, ein schlanker Mann, gelesen und dann mit dem Moderator über das Buch diskutiert.

Dann kam die 1986 in Mainz geborene Anna Albinus, die inzwischen wieder in Deutschland lebt, aber einige Jahre in Wien lebte und da mit “Revolver Christi” sowohl den öst Debut als auch “Rauris” gewonnen hat.

Ich habe das Buch, glaube ich, gar nicht so besonders empfunden, bei “Chalupli”, ein Ort an der polnischen Grenze, wo sich der Nachtzug, der von Wien nach Berlin fährt, teilt und in dem Buch geht es, um eine aus Moussul geflüchtete namenlose Kurdin, die als Schlafwagenschaffnerin tätig ist.

Da gibt es ja auch das entsprechende Buch aus dem “Wagenbach-Verlag”, aber das schildert die amerikanischen Verhältnisse im vorvorigen Jahrhundert. Hier geht es, glaube ich, um die Jetztzeit und bei den Stellen, die Anna Abbinus gelesen hat, geht es, wenn ich es richtig verstanden habe, um einen Totgeburt im Zugabteil, die die ehemalige Krankenschwester, auf der Fahrt beobachtet und dann den zurückgelassenen Koffer entsorgt, bevor sie in Berlin in ihr Hotel geht und mit dem Kollegen Boris, die Nacht verbringt.

Johannes Tröndle fragte nach der Entstehungsgeschichte und Anna Albinus schilderte eine solche Fahrt und ihre Begegnung mit einer sehr freundlichen Schlafwagenschaffnerin, die zum Ausgangspunkt des Buches wurde.

Ein Stückchen aus dem Adventkalender

Gehen wir am Montag, den vierten Dezember ins Jahr 2015 zurück, wo der vierte November ein Freitag war. Denn da habe ich ja meine “Nika Weihnachtsfrau” endlich geschrieben und das war das Jahr der großen Flüchtlingswelle ,und der Willkommenskultur, wo ich mir große Sorgen machten, daß ich mich zu wenig um die Flüchtlinge kümmerte und höchstens etwas gespendet oder darüber geschrieben habe, zum Beispiel die Geschichte der Germanistikstudentin Nika Horvath,die sich im Dezember bei einem Kaufhaus auf der Mariahilferstraße, als Weihnachtsfrau verdingt. Drei Geschichten gibt es im Blog schon aus dem Buch, jetzt öffnet sich das vierte Türchen und weitere Geschichten kann man hier auch immer wieder finden.

“Freitag 4. Dezember

Die Schlagzeilen hatten auch am Freitag nicht aufgehört, sich mit Vera Mosebachs Toilette zu beschäftigen und so schwirrte der Weihnachtsfrau immer noch der Kopf, als sie mit ihrem Sack und ihren Flyers auf der Mariahilferstraße auf und abmarschierte und versuchte, all die in ihr vorhandenen Eindrücke zu ordnen.

“Nur nichts anmerken lassen!”, dachte sie, während sie zwei älteren Damen einen Flyer in die Hand drückte.

“Und versuchen sich nicht verwirren zu lassen!”

Denn eigentlich ging Vera Mosebachs toter Klient, ganz egal, ob er einen Schlaganfall erlitten hatte oder, wie, sowohl die Polizei, als auch die Zeitungsschreiber behaupteten, von einem Leuchter, der auf Veras Klo gestanden hatte und von dem sie bisher keine Ahnung hatte, erschlagen worden war, niemanden etwas an. Die Spuren auf Kronauers Stirn wiesen deutlich darauf hin. Einen Herzstillstand hatte er aber offenbar auch erlitten. Vera schwor, den Leuchter, den die Polizei gefunden hatte, noch nie gesehen zu haben. Hatte aber hinzugefügt, den ganzen Tag nicht auf der Toilette gewesen zu sein. Vielleicht hatte ihn einer ihrer anderen Klienten mitgebracht und dort vergessen. Vera hatte mit Rücksprache des Psychotherpievereinsjuristen ihre Patientenliste bei der Polizei abgeliefert und die Zeitungsschlagzeilen beschäftigten sich immer noch mit dem toten Vergewaltiger auf dem Therapeutenklo, beziehungsweise der Tatsache, daß er von einer Lesbe therapiert worden war, die mit einer Menschenrechtsaktivistin zusammenlebte, die ein Kind von einem Mann bekam, von dem sie nichts wissen wollte. Und der, der Schauspieler Joe oder Johann Prohaska, gehörte nachweislich nicht zu Veras Klienten. Hatte also mit dem Fall nichts zu tun. Trotzdem war sein Foto am Titelbild der Gratis-U-Bahnzeitung zu finden, die sich Nika genommen hatte, bevor sie eingestiegen war. Joe Prohaska, ein zugegeben schöner Mann, der als Schauspieler offenbar trotzdem nicht sehr erfolgreich war, hatte der Zeitung ein Interview gegeben und sich bitter über den Egoismus der Frauen von heute beklagt und damit ihre Schwester Ruth gemeint, die mit einem Balken vor den Augen im Sommerkleidchen mit Vera am Strand von Brighton, wo sie mit ihr im letzten Juli zwei Wochen Urlaub machte, zu sehen war.

“Der Egoismus mancher Frauen ist sehr schrecklich und für mich völlig unverständlich!”, hatte Joe Prohaska dem Zeitungsreporter geklagt und geoutet, daß er Ruth in einen Jazzclub kennengelernt hatte. Da war sie an der Bar gesessen, hatte einen “Campari Soda” getrunken, ihn angelächelt und nichts dagegen gehabt, daß er sie auf einen zweiten eingeladen hatte. Sie hatte ihm im Gegenteil zugeprostet und sich so intensiv mit ihm unterhalten, daß er sich in sie verliebt hatte. So hatte er sie, da er Single war und eine Partnerin suchte, eingeladen, die Nacht mit ihm zu verbringen und sie hatte keinen Einwand gehabt. Nicht aufgeschrieen oder empört gewesen und ihm auch nicht verraten, daß sie sich mehr für Frauen als für Männer interessiere. Diesen Eindruck habe er, der sich bei Frauen auskenne, in keiner Weise gehabt und nicht daran gezweifelt, daß die braunhaarige Juristin mit dem kurzen roten Röckchen, die ihn verliebt angesehen und ihm viel über ihre Arbeit erzählt hatte, an ihm interessiert gewesen war.

“Keinen Moment habe ich daran gedacht, der ich kein Waserl bin, sondern mit Frauen durchaus meine Erfahrungen machte, daß sie mir etwas vorspielt und nur meinen Samen will, damit sie Mutter werden und mit ihrer Freundin mein Kind aufziehen kann! Denn ich hätte mich, wenn ich das geahnt hätte, geweigert mitzuspielen! Bin ich doch kein Zuchtochse und es war auch durchaus eine schöne Nacht, die ich mit ihr verbracht habe! Nur war sie am nächsten Morgen verschwunden! Da habe ich mir noch nichts dabei gedacht, habe ich doch gewußt, daß sie jeden ihrer Tage am Westbahnhof verbringt, um bei der Flüchtlingsberatung ihre juristischen Kenntnisse einzubringen. Nur, daß sie mir ihre Telefonnummer nicht hinterlassen hat, hat mich ein wenig gewundert! Aber gedacht, daß sie vergessen hat und selber geforscht, um sie herauszubekommen, was im Internetzeitalter nicht schwierig war! So habe ich sie angerufen, mich für die schöne Nacht bedankt, sie wiedertreffen wollen und war vor den Kopf gestoßen, als sie durchblicken ließ, kein Interesse an mir zu haben! So leicht habe ich aber nicht aufgegeben, immer wieder angerufen und als ich von ihrer Schwangerschaft erfuhr, habe ich erst recht meine Verantwortung wahrnehmen und mich um sie und mein Kind kümmern wollen! Jetzt erfahre ich aus der Zeitung, daß sie mich betrogen hat und bin zutiefst enttäuscht!”, hatte Joe Prohaska dem Reporter Clemens Wunderlich erzählt und ihn dabei genau treuherzig, wie verzweifelt angesehen und der Reporter hatte nicht gezögert, seine Einschätzung über Frauen, wie Ruth abzugeben! Das schienen auch einige der Leser und Leserinnen der Gratiszeitung zu tun, die bei Ruth anriefen, sie beschimpften und sich bei ihren Vorgesetzten über sie beschwerten. Das war am Mittwoch geschehen und Ruth hatte das so zugesetzt, daß sie sich an ihren alten Freund Harald erinnert und ihn angerufen hatte. Der war auf der Mariahilferstraße aufgetaucht und hatte sie zum Essen eingeladen. Eigentlich verstand Nika gar nicht, was sie mit der Sache zu tun hatte? Kannte sie doch Vera nicht besonders gut und Joe Prohaska war ihr vollends unbekannt. Sie hatte Haralds Schwabeneder wahrscheinlich nichts anderes über ihre Schwester erzählen können, als er schon wußte. Trotzdem war der Umstand, daß er ihrem Traummann zum Verwechseln ähnlich sah, sehr verwirrend. Wahrscheinlich war es Einbildung und es war nur der Wuschelkopf, der sie an ihn erinnerte, trotzdem kam sie nicht umhin, sich einzugestehen, daß ihr der “Standard-Reporter”, der, wie er ihr beim “Asia-Nudeltopf” erzählt hatte, geschieden war und derzeit allein lebte, gut gefiel. Also hatte sie ihm bereitwillig mitgeteilt, was sie über ihre Schwester wußte. Viel war das nicht gewesen und es hatte auch nichts mit dem toten Peter Kronauer auf Veras Klo zu tun. Nur, daß ihre Schwester seit einigen Jahren mit Vera zusammen lebte und sich ein Kind wünschte, das sie, wenn es die Gesetzeslage zuließ, von Vera adoptieren lassen und mit ihr gemeinsam aufziehen wollte, konnte sie ihm erzählen und das hatte Ruth schon getan.

Beziehungsweise stand in der Zeitung, daß der Vater des Kindes Joe Prohaska war.

“Das ist alles was ich Ihnen erzählen kann!”, hatte sie gesagt, als der Nudeltopf gegessen und das Cola getrunken war und hatte nicht verhehlen können, daß ihr der braune Wuschelkopf sehr gut gefiel, denn sie interessierte sich durchaus für Männer. Aber das wollte sie ihm nicht verraten, hatte es doch mit dem Toten auf Veras Klo gleichfalls nichts zu tun.

“Jetzt muß ich wieder auf die Mariahilferstrraße, um weiter meine Zuckerln zu verteilen. Mein Chef schimpft, wenn ich zu spät komme, hat er mir doch absolute Pünktlichkeit als unerläßliche Tugend aller Weihnachtsfrauen eingeprägt!”, hatte sie gescherzt, war aufgestanden und etwas zögernd ihre Geldbörse mit der Weihnachtsfraumütze aus der Hosentasche gezogen.

“Sie sind von mir eingeladen, haben wir uns doch sozusagen dienstlich oder aus Sympathie für meine Jugendfreundin miteinander unterhalten!”, hatte Harald Schwabeneder erwartungsgemäß gesagt und ihr dabei so tief in die Augen geschaut, daß sie wieder rot geworden war und verlegen. Dann hatte er abgestritten, daß die Auskünfte nicht nützlich für sie waren.

“Denn ich werde jetzt einen etwas sachlicheren Bericht schreiben und wenn Sie nichts dagegen haben, werde ich mich auch mit den anderen Teil beschäftigen, denn ich bin, das werden Sie vielleicht komisch finden, ein großer Freund von Kriminalromanen und habe in meinen Jugendtagen Detektiv werden wollen! Ein “Tom Turbo” oder “Nick Knatterton” ist mir vorgeschwebt, was mir meine energische Mutter aber ausgeredet hat! So habe ich gehorsam Publizistik studiert und beim “Standard” angeheuert! Das Interesse ist aber geblieben! So schreibe ich Gerichtskolumnen und schlage auch vor, daß wir uns übermorgen wieder treffen! Wenn Sie nichts dagegen haben, hole ich Sie um Punkt sieben von hier ab, dann besuchen wir Vera Mosebachs Praxis und sehen uns am Tatort um! Vielleicht finden wir etwas heraus, was der Polizei und den “Heute-Österreich-Reportern” entgangen ist! Ruth werde ich auch anrufen! Vielleicht kann sie ebenfalls kommen! Zu viert finden wir sicher mehr heraus!”

Da war sie nicht herumgekommen zuzustimmen, war sie auf Veras Praxis zugegebenermassen auch ein wenig neugierig. So hatte sie genickt und war zum Kaufhaus zurückgegangen. Fünf Minuten vor eins war sie dort gewesen, was gut war, so konnte ihr Widerling Seidler nichts anhaben, der sie prompt abgepasst und ihr ihren Abgang mit Harald Schwabeneder vorgehalten hatte. Von dem asiatischen Nudeltopf schien er zwar nichts gewußt zu haben, hatte aber wissen wollen, warum sie nicht in der Kantine gegessen hatte und sich zu Mittag prompt neben sie gesetzt, nachdem sie sich eine Portion Salat und ein Vollkornbaguette vom Buffet geholt hatte.

“Da bin ich, Frau Magister! Nachdem Sie mich so freundlich eingeladen haben!”, hatte er gesäuselt und wieder versucht ihr in den Ausschnitt zu schielen. Sie hatte ihre Weihnachtsfraujacke aber fest verschlossen, war ein wenig zur Seite gerückt und sagte sachlich, daß das ein Mißverständnis sei! Sie habe nur darauf hingewiesen, daß sie heute im Kaufhaus essen würde und ihn nicht hindern könne, sich neben sie zu setzen, da die Kantine wahrscheinlich für alle Kaufhausangestellten zugängig sei!

“Seien Sie nicht immer so streng zu mir!”, hatte Klaus Widerling gefordert und ins Leere gegriffen, als er ihren Busen begrapschen wollte. Sie hatte den Kopf geschüttelt und “Ich bin nicht streng, sondern nur korrekt und sachlich, wie es sich meinen Chef gegenüber gehört!”, geantwortet.

Dann hatte sie von ihrer Arbeit gesprochen und ihm erklärt, daß ihr die sehr gut gefiele.

“Sie sind eine exzellente Weihnachtsfrau!”, hatte er etwas verstimmt gesagt und sie ermahnt, daß er sich von ihr korrektes Arbeiten erwarten würde! Für die Kinder, die Zuckerln und die Schokoladestückchen, für die Mamis, die Flyer, während die Obdachlosen, die sich jetzt bevorzugt an den Kaufhauseingängen und vor den Schaufenstern breitmachen, nichts bekommen würden und sie eigentlich ein Skandal seien, weil sie die Kunden vom Einkaufen abhalten würden und er sich daher überlege, die Polizei zu rufen”

“Aber da sind die Gutmenschen sicher dagegen und die gehören auch zu unseren Kunden! Sie sehen, Frau Magister, es ist nicht leicht!”, hatte er geklagt und wieder nach ihren Busen geschielt. Aha, der Herr von der FPÖ hatte sie verklagt. Es war aber nichts geschehen, was er ihr vorwerfen könnte. Denn der junge Bursch, der heute wieder beim Kaufhauseingang kauerte und sie nach wie vor anstarrte, hatte ihre Zuckerln und ihre “Naps” nicht genommen und, daß sie ihn gefragt hatte, wie es ihm ging, konnte er ihr nicht verbieten, denn das gehörte zu den Bürgerpflichteen und höchstwahrscheinlich auch zu den aufgaben eine Weihnachtsfrau! Es hatte aber ohnehin nichts geholfen. Er hatte sie nicht verstanden und, daß sie gestern Sandra angerufen, die versprochen hatte, ihre Freundin Fatma Challaki vorbeizuschicken, die Arabisch konnte, um mit ihm zu sprechen, mußte sie Klaus Seidler nicht auf die Nase binden. Also war sie aufgestanden, hatte auf die Uhr geschaut, die leere Salatschüssel genommen und freundlich zu ihm gesagt, daß sie Pause vorbei wäre und sie wieder auf die Straße müsse!

“Ja, ja, Frau Magister, Sie sind sehr korrekt!”, hatte er geantwortet und sich erkundigt, ob sie eine Lesbe, wie ihre Schwester sei? Darauf hatte sie nicht geantwortet. Weder genickt, noch den Kopf geschüttelt. Sollte er es glauben, wenn er wollte, dann ließ er sie in Ruhe und sie brauchte ihre Energien nicht in Abwehrstrategien verpuffen. Die Antwort war aber nein. Lesbisch war sie nicht und so kam sie auch nicht umhin, daß Harald Schwabeneder in ihren Kopf herumspukte, obwohl das lächerlich war oder auch nicht. Eigentlich war es schön, sich auf ein Treffen mit ihm zu freuen und so hatte sie, ganz ehrlich, sie gestand es sich nur selbst in ihrem Inneren ein, auch heute Nacht von ihm geträumt. Da war sie mit ihm , Vera Mosebach und Peter <kronauer im “Asia-Noodleshop” gesessen und als der Mißbrauchtäter gerade erzählen wollte, wie der Leuchter auf Vera Mosebachs Klo gekommen war, hatte der Wecker gekongelt. Sie war aufgewacht zu ihrem Adventkalender gestürmt und hatte dort wirklich und wahrhaftig, einen Leuchter hinter dem Fenster mit der Zahl vier gefunden. Wenn das kein Omen war? Ein Gutes oder auch ein Schlechtes, da war sie nicht sicher? Sie hatte sich jedenfalls angezogen, ihren Kffee getrunken, die Milchberotschnitte hinuntergeschlungen, sich bei der U-Bahnstation eine Gratiszeitung aus dem diesbezüglichen Ständer genommen und überlegt, ob sie sich einen “Standard” leisten sollte, um Harald Schwabeneders Artikel zu lesen? aus Sparsamkeitsgründen hatte sie es unterlassen und die Gratiszeitung war von den Causen Mosebach, Horvath, Kronauer voll gewesen. Interessant was die Zeitungsfritzen so aslles interessierte. Da schien die Flüchtlingsfrage in den Hintergrund zu treten. Auch der kommende Adventsamstag war unwichtig geworden. nur der Tote auf dem therapeutenklo schien zu interessieren und da war auch wieder Andrea >Herbst, Kronauers Stieftochter mit der Schlagzeile “<mißbrauchsopfer packt aus!”, auf Seite drei zu sehen. Vielleicht hatte sie den Stiefvater mit dem Leuchter erschlagen? Vielleicht war sie, während Vera ihre Dokumentationspflichten nachgekommen war, mit dem Leuchter in die Praxis geschlichen und hatte ihn, um sich an ihren Vergewaltiger zu rächen, ihm auf den Kopf geknallt! Das schien bei einem so schlanken Mädchen, Andrea Herbst wirkte fast ein wenig magersüchtig, zwar unwahrscheinlich. Daie Zeitungsfritzen konnten aber auf die Idee kommen und von Vera und Ruth ablassen. Aber nein, das wäre politisch unkorrekt und sollte sie sich nicht wünschen! Also hatte sie die Zeitung zugeschlagen, war umgestiegen, in die Garderobe gehetzt und stand jetzt einige Stunden auf der Straße. Lächelte dem verwirrten Burschen zu, verteilte ihre Zettel und wartete darauf, daß sie mit Harald Schwabeneder in Veras Praxis gehen konnte. Das schien zwar ein wenig absurd, war aber, wenn sie ehrlich war, so. Vielleicht war das Zettelverteilen so langweilig, daß sie auf diese Idee kam. Sie wußte es nicht und ehe sie darüber nachdenken konnte, hörte sie ein dünnes Stimmchen “He, Frau Weihnachtsfrau!”, rufen und spürte, daß sie am Kostüm gepackt wurde.

“Erkennst du mich noch? Ich bin die Jessica! Du warst so lieb und hast mich am Dienstag in deinen Sack greifen lassen und ich habe dir versprochen wiederzukommen! Ich habe der Mama aber zusagen müssen, das erst heute zu tun, damit ihr Chef nicht schimpft! “Nicht jeden Tag, Jessi, sei ein braves Mädchen und mach mir keine Schwierigkeiten!”, hat sie mich angefleht. Aber heute ist Freitag! Wir hatten früher aus! Da ist mir langweilig und da kann sie nichts dagegen haben, wenn ich einen Abstecher her mache und außerdem besuche ich dich, Weihnachtsfrau und hole mir ein Zuckerl! Bist du so lieb und läßt mich in deinen Sack greifen?”, fragte sie und lächelte Nika verführerisch an, die nickend “Bitte sehr!”, sagte.

“Danke!”, antwortete Jessica begeistert, zog wieder eine Hand voll “Naps” und “Stollwercks” heraus, steckte ein oranges “Nimm zwei Bonbon” in den Mund und grinste über beide Ohren.

“Das muß bis morgen reichen, denn morgen ist der zweite Einkaufssamstag, da komme ich meine Weihnachtsgeschenke für die Mama und die Oma kaufen und wenn das Geld reicht, auch für den Papa! Obwohl da nicht klar ist, ob er Zeit hat, uns zu Weihnachten zu besuchen und ihn seine neue Flamme Lydia das auch läßt! Denn die hat ihm jetzt ein kleines Brüderchen geschenkt und da hat er keine Zeit für mich, sondern braucht seine Energie für den Dominik! Also spare ich das Geschenk für ihn vielleicht ein! Aber dich werde ich, wenn es recht ist, besuchen, denn die Weihnachtsfrau ist für die Kinder da und da kann der Chef der Mami nichts dagegen haben, nicht wahr?”, fragte sie zwinkernd. Nika nickte und griff neuerlich in ihrem Sack, um ein “Naps” mit Erdbeergeschmack herauszunehmen und es einem kleinen Mädchen hinzuhalten, das die ganze Zeit schon vor ihr stand und sie ungeduldig anstarrte.”

Vatermal

Jetzt das vorletzte Longlist und sechste Shortlistbuch des heurigen dBps, des 1988 in Nordrhein-Westfalen geborenen Necati Öziris “Vatermal”, der 2021, glaube ich, auch einen Auszug aus dem Buch beim “Bachmannpreis” gelesen hat.

Ein buch von dem ich mir vorstellen konnte, daß es den Preis gewinnt, was so nicht war, auf die Shortlist ist es aber gekommen und es ist vielleicht ein Gegenstück zu Fatma Aydemirs “Dschinns” und den “Leipziger Buchpreis” hat ja auch in der Sparte Belletristik ein Türke gewonnen, der seine Lebensgeschichte erzählte.

Diesmal also nicht und das Buch wurde als Briefroman bezeichnet. Denn da liegt der junge Ardan mit einem Leberversagen im Krankenhaus, glaubt, daß er sterben wird und schreibt an seinen Vater, den er nicht wirklich kennt, weil der seine Mutter und seine Schwester verlassen hat, um in die Türkei zu gehen. Da wurde er zwar verhaftet und ist Jahre im Gefängnis gesessen, hat jetzt aber eine eigene Familie und Ardan weiß nicht recht, wie er seinen Vater ansprechen soll? Papa, Vater, Baba klingt bei einem Unbekannten nicht gut. So entscheidet er sich für dessen Vornamen Metin.

Es ist aber kein wirklicher Briefroman. Denn darum herum erzählt Necati Öziri eine, seine Familiengeschichte. Wie es den Migrantenkindern geht, die in Deutschland aufwachsen. Die Jugend der Mutter Umran, die zu Verwandten abgeschoben wird, dann aber sclhießlich doch nach Deutschland kommt, wird beschrieben.

Zuerst wird die Tochter Aylin geboren und Umran, die sie nie verlassen will. Tut das ein paar Jahre später aber doch, denn der Vater hat das Ersparte verspielt. So muß die Mutter beim McDonalds arbeiten und geniert sich dafür.

Sie ist nachdem der Vater sie verlassen hat, auch überfordert, fängt zu trinken an, so daß die Schwester zu einer Pflegefamilie kommt. Da wird beschrieben, wie die mit ihrer Freundin in einen Laden klauen geht, erwischt wird, und der Bobo-Pflegevater sich nur darüber lustig macht und Ardan sitzt mit seinen Freunden, die auch aus Migrantenfamilien kommen im Park. Hat Angst vor der Polizei, bekommt mit Achtzehn seine deutsche Staatsbürgerschaft, beginnt Literatur zu studieren und bricht dann mit Organversagen zusammen. Liegt im Krankenhaus, schreibt an den unbekannten Vater und wird von Mutter und Schwester besucht.

Wieder ein Stück Migrantenliteratur, das ein bißchen Einblick in das Leben von türkischen, etcetera, Gastarbeiterfamilien gibt. Das ist interessant und so setzt sich ein differenziertes Bild zusammen.

Dincer Gücyeter ist Verleger und ein bekannter Lyriker und Necati Öziri ist Theaterautor am Maxim Gorki Theater, wo glaube ich, auch Sasha Marianna Salzmann, die ja auch schon auf der Short- und der Longlist des dBp gestanden ist, tätig ist.

Anselm Kiefer in 3 D

Ich habe ja zum vorletzten Geburtstag von meiner Hauptschulfreundin Christa U., die sehr gern und oft ins Kino geht und die ich auch öfter bei dem Filmfestival am Karlsplatz getroffen habe, einen Gutschein für zehn Vorstellungen im Film Casino und dem entsprechenden Partnerkino bekommen.

Habe mir da den Jelinek Film, einen über Emily Bronte, einen über Ingeborg Bachmann angesehen und jetzt sind wir in Wim Wenders “Anselm-das Rauschen der Zeit” gegangen, einen Film über den 1945 geborenen Maler und Bildhauer Anselm Kiefer angesehen.

Ein Fim von Wilm Wenders in 3 D Version. Deshalb war ein Sonderpreis zu zahlen und man bekam eine 3DBrillle am Eingang und ich hatte eigentlich keine Ahnung über Anselm Kiefer, sondern höchstens einmal seinen Namen gehört.

Dann hinein in das Vergnügen beziehungsweise in das Leben des bekanntesten und erfolgreichsten deutschen Künstler nach dem zweiten Weltkrieg, wie in “Wikipedia” steht.

Und es war ein künstlerisch sehr ästhetischer Film, der durch das Leben und das Schaffen des Meisters führt, der mit schwarzen Shirt und schwarzer Hose mit dem Fahrrad durch sein Atelier fährt und vorher sah man schöne weiße Kleider in Figuren ohne Köpf und dann ging es auch ein bißchen durch Anselm Kiefers Kunst, der kurz nach dem zweiten Weltkrieg geboren, sich wahrscheinlich deshalb in den sechziger Jahren mit der Aufarbeitung beschäftigte und, glaube ich, auch dadurch bekannt wurde, weil er sich in Hitler-Pose darstellte.

Er war bei einige Biennalen aktiv, wurde in Amerika sehr berühmt und hat sich auch mit Paul Celan und Martin Heidegger beschäftigt. Da saß der Künstler vor einem großen Buch und zeigte seine Einstellung zu dem Philosophen, der auch ;itglied der NSDAP war und vorher hat er aus Paul Celans Werken, beispielsweise der “Todesfuge” gelesen.

Es gab auch immer Remineszensen aus früheren Interviews, da sah man Kiefer in einem alten Fernseher und bekam daruch Einblick in seine Biografie, den ersten Preis hat er so sehr früh und noch als Schüler bekommen und seine Landschaftsbilder sind auch sehr beeindruckend.

Also ein sehr künstlerischer Parcour durch das Leben und das Werk des bekannten Malers und Bildhauers, der wie ich im Interwiew mit seinem Regisseur gelesen haben, keine Tabus scheute und vielleicht deshalb so erfolgreich geworden ist.

Ein interessanter Film mit oder ohne 3 D. Ich habe die Brille eher dunkel empfunden, aber manchmal trat der Künstler aus dem Bild heraus und auch seine Werke waren dadurch wahrscheinlich intimer zu betrachten.

Wie geschrieben, ich habe von Anselm Kiefer vorher nicht viel gewußt. Ihn vielleicht sogar mit dem Benediktinerpater Anselm Grün, von dem ich einige Bücher gefunden habe, verwechselt.

Jetzt weiß ich mehr darüber und habe noch einen Gutschein für einen weiteren Film, weil sie wegen 3D drei Karten verrechnet haben.

Mein Jahr im Cafe am Rande der Welt

Von der Anna habe ich zum Geburtstag einen Kalender, bekommen, der ein Buchoutfit hat. Ein farbenprächtiges buntes Cover, eine Art Tagebuch mit Illustrationen von Root Leeb und das “Cafe am Rande der Welt” ist glaube ich, ein esoterisches Kultbuch von John Strelecky, der mit seiner Familie in Florida lebt und den ich einmal bei “Rund um die Burg” gehört habe.

Und ich bin ja ein Fan von literarischen Kalendern und literarischen Tagebüchern. Der Platz ist zwar ein wenig klein, denn wenn ich auf Urlaub fahre, nehme ich mir ein ganzes Notizbuch mit und schreibe es dann voll. Was mache ich also damit? Mein literarisches Tagebuch ist ja mein Blog und für literarische Notizen ist es vielleicht auch nicht so ganz geeignet, denn es ist zu umfangreich, um es im Rucksack mit mir herumzutragen?

Also schauen wir hinein und weil es ja auf den ersten Blick, wie ein Buch ausschaut, kann ich auch darüber bloggen und der “Reisegefährte bei diesem fantastischen Abenteuer namens Leben mit Namen John” hat auch eine Einleitung geschrieben in der er verspricht, dieses Jahr zum fantastischen Jahr zu machen und damit es das wird, soll man zwölf Sachen aufschreiben, die man in diesem Jahr machenn will und dazu vielleicht auch noch zwölf Personen, die man mitnehmen kann.

Nun habe ich ja über mein Jubiläumsjahr schon gebloggt, weiß was ich schreiben will, habe auch Pläne und vielleicht wieder am Volksstimmefest und am “Tag der Freiheit des Wortes” zu lesen.

“Wagenbach hat mich zu einer Vorpräsentation von Milena Michiko Flasars neues Buch eingeladen, ich habe mir das neue Buch der Marlene Streeruwitz bestellt und eine Menge Reisen will der Alfred auch mit mir machen.

Es geht dann gleich weiter mit dem Monat Januar oder Jänner. Da gibt es auch noch ein paar Tips was man in diesem phantastischen Monat alles machen kann, damit es ein glückliches Jahr wird.

Man kann seine tägliche Routine mit kleinen positiven Veränderungen verbessern. Man kann auch versuchen persönlich zu wachsen und zu einer regelmäßigen Routine zu kommen und damit das besser klappt, hat man dann für jeden Tag eine halbe oder sogar ganze Seite Zeit.

Also kann ich damit beginnen meine täglichen Erlebnisse einzutragen und da ist ja in der ersten Woche das Romanplanjahr der Jurenka Jurk, das dominierende Ereignis über das ich meine ersten Eintragungen machte.

Und das habe ich auch getan und der Jänner war ja ein sehr erfolgreiches Monat. Das neue Buch “In den Wolken leben oder das soziale Kreditsystem” ist erschienen, ich habe in der “Klahr-Gesellschaft” über Erika Danneberg referiert, die zwei Bücher über sie sind erschienen. ich war mit Milena Michiko Flasar japanisch essen und lese gerade ihr neues Buch.

Die Laudatio für eine neue “Ohrenschmaus-Preisträgerin” ist geschrieben und ein paar Texte habe ich auch weggeschickt und wenn ich wieder in das Strelecky-Büchlein schaue, gibts da auf der Februarseite den Aufruf sich in die Vergangenheit zu begeben.

Welcher Film hat mir gut gefallen und welches Buch in meiner Jugend?

“Onkel Toms Hütte” als Schulmädchen, das habe ich glaube ich schon mal geschrieben. “Don Carlos” hat mich einmal in der Oper sehr fasziniert. An einen Film kann ich mich jetzt nicht erinnern und einen Schöpfer, wie das John Strelecky von mir will, kann ich eigentlich auch nicht für meine schönen Momente danken, denn ich bin ja nicht religiös. Es gibt aber ein schönes Bild mit ein paar Blümchen und am vierzehnten Februar ist ja der Valentinstag.

Im März meint John Strelecky, daß man sich die Aktivitäten die man plant makieren soll, er schlägt auch den Osterputz vor und ich habe tatsächlich meinen Terminkalender geordnet, was es da an Terminen gibt.

Ganz wichtig, die Maskenpflicht in den Wiener Öffis, die es jetzt drei Jahre gab, ist mit Ende Februar gefallen, obwohl es fünftausend tägliche neue Fälle gibt und ich auch eine bißchen krank bin.

Aber da heißt es eine schwache Kurve und wir müsen mit dem Virus leben lernen. Hat man das vor einem Jahr gesagt, war man ein böser Schwurbler, jetzt wird das normal, wo man überlegen kann, wie wichtig das vorher war oder auch gut gelaunt in den Frühling starten.

Da wünscht sich sicher John Strelecky. Also im März gibt es die “Ohrenschmus-Preisverleihung” und im April kommt dann Ostern mit dem Osterspaziergang. Die “Buch und Wein” und die “Leipziger Buchmesse”, wo wir endlich, nach dem es die jetzt drei Jahre nicht richtig gab, wieder hinfahren werden und das ist Österreich das Gastland und diesbezüglich bekomme ich schon länger viele Informationen.

Im April geht es dann mit Ostern beziehungsweise der Karwoche weiter.Im Kalender spricht John Strelecky von einem Monat der wunderbaren Veränderungen. Die Farbe kehrt in den Pflanzen zurück und dazu gibt es ein Bild , wo die Bäume aber noch ziemlich kahl sind. Dann sprich er von dem Neuen, das die Krisen, beziehungsweise die Veränderungen bringen können und ermuntert, daß man sich für das Neue öffnen soll. Gleichzeitig gibt es die Rituale. Das Ostereiersuchen oder der Frühjahrsputz beispielsweise und was das Öffnen für das Neue betrifft, bin ich auf die Ergebnisse der Versöhnungskommission von Kanzler Nehammer neugierig, die ja nach Ostern ihre Ergebnisse präsentieren soll. Aber wenn uns da nur erklärt wird, wieso die gesetzten Maßnahmen notwendig waren, sehe ich schwarz für die positive Veränderung, aber trotzdem neugierig sein, was der April bringen wird?

“Finde etwas, was dein Herz erfüllt und dich zum Lächeln bringt”, wird in dem etwas esoterisch gehaltenen Kalender weitergeschrieben. Ein paar Seiten weiter geht es ins “nächste Abenteuer zu den geöffneten Türen, durch die man erst durchgehen muß.”

Im Mai rät Strelecky hinauszugehen, das Leben zu genießen und positive Erfahrungen zu machen und ich befinde mich am ersten Mai wo man ja mit der roten Fahne zum Parlament oder Rathaus gehen sollte, noch in Leipzig und fahre dann mit dem Alfred nach Wien zurück, wo der Mai sehr literarisch beginnt, fünzig Jahre GAV wird da in der ersten Woche gefeiert und ich feiere ein paar Wochen später fünfzig Jahre schreiben und fünzig Jahre Matura. Da muß ich den Artikel wahrscheinlich ein bißchen voraus datieren, weil wir da schon den Main entlang radeln werden, also Bewegung machen und die frische Lust genißen werden, ob die Corona-Maßnahmen dann schon aufgearbeitet sind,, weiß ich noch gar nicht so genau, da der Kanzler der das bis Ende April angekündigt hat, darüber schweigt oder nein, der Herr Auer hat schon gesagt, daß alle Maßnahmen richtig waren, weil sie hunderttausend Leben retteten ohne das genau zu belegen.

Also in den Monat Mai wo ich am Festwocheneröffnungstag auch wieder beim “Tag der Freiheit des Wortes” lesen werde.

“Bereits ein kurzer Blick auf eine Weltkarte entfacht das Feuer im Herzen eines Abenteuers” ist dann das Motto das man am 7. Mai finden kann.

“Können Sie, glauben, daß es erst Juni ist?”, geht es dann weiter.

“Sie hatten bereits ein ein solch unglaubliches Jahr und es gibt 2023 noch so viel zu erleben!”, schwärmt John Strelecky euphorisch. Auf der Nebenseite ist eine riesige Eistüte zu sehen und ich, die ich eigentlich eine Pessimistin bin, komme nicht umhin, ihm ein wenig zuzustimmen. Denn der Mai war wirklich intensiv. Zwar kann ich noch immer nicht in meinen Computer und muß nach wie vor den vom Alfred benützen, aber kaum von Leipzig zurückgekommen, ging es mit den GAV-Feiern weiter. Die Krit-Lit gab es auch und da durfte ich sogar lesen und auch beim “Tag der Freiheit des Wortes”. Das Gstöttmeier-Buch soll ich lektorieren und kann es derzeit nicht, denn wir sind ja am achtzehnten auf eine vierzehntägige Radreise den Main entlang aufgebrochen, die eigentlich auch sehr schön und erfreulich war und John Strelecky rät in seiner Monatsvorschau auch sich einen speziellen Fokus zu suchen.

“Gibt es Treffen mit Freunden oder wollen Sie viele Tage auf dem Wasser verbringen?”

Eigentlich nicht, denn ich bin ja keine Schwimmerin und keine Kanufahrerin. Aber der Alfred will im Juni noch einmal nach Frankreich fahren und die Sladky-Wandertage gibt es auch. Also ziehen wir in den Juni und lassen uns überraschen, wie es in Klagenfurt mit dem “Bachmannpreis-Lesen” wird, wo ja heuer Robert Prosser und Helena Adler antreten werden?

“Das Reisen verändert unsere Perspektive auf die Zeit”, rät Strelecky weiter. Lassen wir uns also überraschend, auch wenn es nur die Sommerfrische in Harland werden wird.

Der Juli ist ein Monat der Leichtigkeit schreibt John Strelecky, bei einem gelb blauen Bild, wo wahrscheinlich ein Papierflieger zu erkennen ist. Ein Monat des Reisens schreibt er weiter, wo man auch Musik genießen kann und lange Spaziergänge planen und wie ist das jetzt bei mir?

Der Juni ist ja mit dem “Bachmann-Preis” ausgeklungen und der Juli hat mit dem “Literaturgeflüster-Feiern” begonnen. Fünfzehn Tage habe ich da geplant, der liebe Uli wird wohl springen, wui, wie narzistisch und am dritten Juli, wo ich mit dem Bloggen begonnen habe, bin ich ja bei der Sladky- Wandertour. Dann beginnen die Sommerfrischenwochenenden und die O-Töne in Wien. Ja das ist meine literarische Esoterik und wenn ich beim Strelecky weiterblätte, lese ich zwei Motti “Unser Leben verstreicht mit einem Wimpernschlag. Es ist auf eine Weise zu leben, dass wir jeden neuen Tag, jede Woche, jeden Monat und jedes Jahr voller Vorfreude und Spannung erwarten: Dafür ist es genau jetzt an der Zeit.” und “Das Reisen lehrt uns, dass die Gemeinsamkeiten unter den Menschen auf der ganzen Welt größer sind als die Unterschiede.”, was ich aber erst im August austesten kann.

Im August rät John Strelecky ins Freie zu gehen, um wieder barfuß das Gras auf den Sohlen zu spüren, die “Momentes sind wertvoll und sollten nicht vergeudet werden!”, meint er.

“Nicht am Schreibtisch sitzen, sondern hinaus gehen und ein Foto machen, das nicht perfekt sein muß. Es reicht das Erlebnis an sich festzuhalten”

Schön und gut, aber da habe ich gestern gehört, daß man das bei dieser Hitze gar nicht darf und wenn man trotzdem nach Italien oder Griechenland gefahren ist, sitzt man von acht Uhr morgens bis am Abend im Hotel fest, obwohl es noch gar keine Hitzelockdowns gibt, dafür aber Cooling-Räume, verherrende Waldbrände in Rhodos und ich sitze an den verlängerten Wochenenden in meiner Sommerfrische in Harland, gehe radfahren und pendle zwischen dem Traisenparkcenter und den Bücherschrank dort bei der Seedose, steige auf den Aussichtsturm, radle um den See und dem Einkaufscenter in Wilhelmsburg, wo man gar nicht mehr so leicht zufahren kann.

Am Samstag Marktbesuch und vielleicht die Doris Kloimstein treffen, am Sonntag mit der Lia, der Iris oder nur mit dem Alfred auf die Rudolfshöhe und dann einen “Hugo”oder einen “Kaiserspritzer” beim Bootshaus und dazwischen versuchen die “Toten” die wieder sehr kurz geworden sind, doch noch zu verlängern.

Das heißt, stimmt nicht ganz, denn eine Reise in die Hitzehölle Frankreich vielleicht und dort auch die Doris treffen, ist auch geplant. Da werde ich dann die Bekanntgabe der heurigen deutschen Buchpreisbücher versäumen, weil wir erst Anfang September zurückkommen werden und ob ich zum Lesen der sich angesammelten französischen Bücher kommen werde, ist fraglich, denn meine Neuerscheinungsleseliste ist ja sehr lang. Ein paar wahrscheinlich spannende Krimis sind aber auch dabei und um wieder zu John Strelecky zurückzukommen, der rät, was tröstlich ist, seine Kreativität aufzubauen und seine begabung, seine Stimme, sein Talent sich zu eigen zu machen, “um das Lied zu singen, das in meiner Seele erklingt”, das ist mir zwar ein bißchen zu esoterisch, aber, daß ich weiter meine Texte schreibe und im Blog darüber berichte und dann wahrscheinlich entweder kritisiert oder ignoriert werde, kann ich versprechen, obwohl ich mich über Anerkennung und positives Feedback natürlich freuen würde.

Im September, wo wir gerade von unserer Frankreichreise zurückgekommen sind, fängt, wie John Strelecky schreibt, der Herbst an.

Ein Monat der Veränderung, wo das Wetter schlechter wird und man das natürlich nützen soll, etwas zu lernen, ein neues Buch zu lesen oder neue Freundschaften zu beginnen.

Für mich begann das Monat mit dem Volksstimmefest, wo ich wieder nicht gelesen habe, dann fangen die Veranstaltungen an, die Programm von “Alter Schmiede” und Literaturhaus sind schon da. Der “Wildganspreis” wird vergeben und das Buchpreislesen, das mich ja wahrscheinlich bis Ende des Jahres beschäftigen wird, hat auch schon begonnen.

“Wenn ich mir die Freiheit nehme, zur richtigen Zeit mit den richtigen Menschen am richtigen Ort zu sein, erhöhe ich meine Chancen, das Leben zu führen, das ich mir wirklich wünsche.”, kann man nach dem vierundzwanzigsten September lesen.

Wie wahr, kann ich da nur schreiben, aber leider nicht wirklich zu steuern. Denn wie komme ich an den richtigen Ort, wo schon die Verleger auf meine Manuskripte lauern? Aber John Strelecky ist ja sehr optimistisch, also probieren wir es einmal und schauen, ob es gelingt?

Nun ja, nicht so richtig, kann ich am ersten Oktober anfügen, wo John Strelecky angesichts der bunten Farben und des fallenden Laubs wieder von Veränderungen spricht, für die dieses Monat der beste Zeitpunkt sein kann?

Bei mir wird wahrscheinlich vieles gleichbleiben, der deutsche Buchpreisgewinner wird verkündet werden, von dem ich ja noch nicht viel gelesen habe, die Frankfurter Buchmesse wird passieren, wo ich nicht hinfahre, ich werden wahrscheinlich meinen “Tod” fertig korrigieren und mich auf mein nächstes Projekt, daß ich ja im November schreiben will, vorbereiten. Die GAV-GV wird sein, ich werde bei der Poet-Night lesen und der Alfred vielleicht mit dem Karli ein paar Tage fortfahren.

Es gibt ein gelbes Blatt auf farbigen Hintergrund im Buch zu sehen und wieder zwei Motti, “In unseren Herzen befindet sich ein Zielsuchgerät das uns dabei unterstüzt, das Leben zu führen, zu dem wir fähig sind” und “Wenn ich andere Fragen stelle, bekomme ich andere Antworten, wenn ich andere Dinge tue, mache ich andere Erfahrungn. Wenn ich andere Entscheidungen treffe, führe ich ein anderes Leben.”

Kann ich wieder versuchen und jetzt am ersten Oktober werde ich auf eine Demo gegen den geplanten “WHO-Pandemievertrag” gehen, der ja auch eine Entscheidung bringen könnte, die ich nicht wirklich will.

Im November wird es wahrscheinlich auch in diesem Jahr kälter und dunkler werden und Strelecky schreibt, daß der sommerliche Müßiggang zwar vorbei sein, der November, die Zeitspanne zwischen Herbst und Weihnachten aber eine produktive Phase sein kann.

“In welchen Bereichen möchten Sie mit ihrer persönlichen Genialität in diesen Monat glänzen? Geht es um ein Arbeitsprojekt, eine Fotosammlung oder um ein bestimmtes Fitnessziel?”

Bei mir geht es im November meistens um den “Nanowrimo”.en Schreibe ich mit oder nicht? Und da gab es schon einige Überraschung, wo ich am letzten Oktobertag mit dem Text schon fertig war. Manchmal bin ich auch erst ein paar Tage später eingestiegen, meistens hatte ich aber am 1. 11. schon an die zwanzigtausend Worte und war dann zwei Wochen später mit vierzigtausend Worte fertig und mußte aufstocken. So auch diesmal, denn Anfang Oktober mit den “Toten” fertig geworden.

Also recherchieren, Charakterbögen schreiben, vorbereiten, recherchieren, obwohl der “Nano-Gründer” das gar nicht so empfiehlt und dann habe ich Anfang Oktober mit der “Stalking Story” angefangen und nach dem Nationalfeiertag, vorher war ja GAV-GV und Frankfurter-Messe den Rohtext fertig geschrieben, 34000 Worte, also wieder zu kurz. Aber der November wird wahrscheinlich mehr ein Korrektier als eine Schreibmonat werden, obwohl ich mindestens eine Szene noch anfügen werde.

Was ist sonst noch los im November zur Selbstverwirklichung? da sagen ja alle, daß da viel los ist. Die “Buch-Wien” natürlich und mein literarisches Geburtstagsfest, das es diesmal wieder, wenn auch wieder abgespeckter geben wird, denn mein siebzigster Geburtstag, wow, läßt mein literarisches Jubeläumsjahr langsam zu Ende gehen. Dann werden die Weihnachtsmärkte eröffnet, etc und Strelecky wird etwas weniger optimistisch, wenn er nach dem sechsundzwanzigsten November schreibt “Es ist sehr schwer etwas zu genießen oder Spaß zu haben, wenn unser Leben voller Turbulenzen ist. Wenn die Turbulenzen von unserem Job, unserer Beziehung oder unserer Einstellung herrühren, dann besteht der Weg zur Ruhe darin, uns damit auseinanderzusetzen”.

Gehen wir es an und kommen in den Dezember, wo wir auf das schöne Weihnachtsfest vorbereitet werden und das Jahr zu Ende geht.

“Aber vorher gibt es noch vieles, was wir feiern können!”, schreibt John Strelecky und meint die Weihnachtsfeiern, das Kekse backen und das Geschenke kaufen und kommt dann wieder dazu, wie wichtig es ist, sich Zeit für sich zu nehmen und die letzten Tage des Jahres zu genießen und wenn ich das auf mich beziehe, dann komme ich zu den Weihnachtsspecials auf meinen Blog.

Da gibt es ja den Adventkalender, beziehungsweise die Türchen aus der “Nika Weihnachtsfrau”, die geöffnet werden oder schon offen sind. Es gibt das Punschtrinken auf den Weihnachtsmärkten, was man jetzt ja wieder darf und das Weihnachtsfeiern. Dann wird das Jubiläumsjahr abgeschlossen, das eigentlich keine großen Veränderungen bracht und es es gibt den Jahresrückblick.

Bis dahin aber auf in das letzte Monat des Jahres und John Strelecky 2023-Kalender, den ich ja von der Anna zu meinen vorletzten Geburtstag bekommen habe, abschließen, aber einige Seiten kann ich bis dahin ja noch mit meinen Dezembererlebnissen beschreiben.

Und hier der Kalender: 1 2

Vom Pandemievertrag-Symposion zur Auge- Nicht-Weihnachtsfeier

Von Rechts nach Lnks könnte man so in etwa schreiben oder halt doch nicht so ganz, denn “Demokratie&Grundrechte” wurde ja vom “Promedia-Verleger” Hannes Hofbauer gegründet ein eher linker Verein.

Ein linker Anti-Coronamaßnahmenverein gibt es das überhaupt? Denn da habe ich ja wieder durch die ZIB erfahren, daß die “Corona-Leugner” sich jetzt zwar nicht mehr für die Pandemie interessieren, sondern zu “Telegram” gehen und wenn sie eher esoterisch sind, sich im Internet Schutzengel bestellen und dafür von der Dokumetationsstelle gegen Rechts überwacht werden.

Ja, so geht da in einem eineinhalb Minuten Beitrag, während von der von Kanzler Nehammer versprochenen umfassenden Corona -Aufarbeitung nichts zu hören ist. Dabei höre ich jetzt allethalben daß wir die größte Corona-Welle aller Zeiten haben.

Da kann man sich natürlich fragen, wenn das ohne Masken-TestImpfpflicht und 2G geht, dann waren die Maßnahmen vor zwei Jahren vielleicht doch übertrieben.

OE–24 bemüht sich sehr, die Leute wieder zu der Maske zu bewegen. Geht man dann auf die Straße oder fährt Öffis sieht man höchstens einen Maskieren und die Diskussions-Gurus wie Sebastian Born- Mena oder Peter Westenthaler beziehen sich auch eher auf die übertriebenen Maßnahmen, statt sich mit der neuen Corona-Welle zu beschäftigen.

Aber die darf offenbar nicht vergessen werden, kommt ja der WHO-Pandemie-Vertrag und dann kann das oben erwähnte jederzeit wieder verordnet werden und dazu gab es heute im “Martinschlössl”, einem eher schicken Restaurant in der Martinstraße ein von “Demokratie und Grundrechte” veranstaltetes Symposion “Vom Who-Pandemievertzrag zum Überwwachungsstaat”.

Der liebe Andi Piankaf hat mich darau aufmerksam gemacht und so bin ich hinmarschiert, weil mich das Thema interessiert und ich mich eigentlich auch vor diesen Pandemie-Vertrag, der Abschaffung des Geldes und der Einführung des sozialen Kreditsystems fürchte und das Problem bei der Pandemie- Aufarbeitung ist ja, daß sich nur die Rechten und die FPÖ dafür interessieren und das hilft der Sache nicht. Also toll, daß sich Hannes Hofbauer dachte, daß er das nicht den Rechten überlassen will und Madeleine Petrovic von den Grünen gegen Impfpflicht dazu eingeladen hat.

Es gab zwei Sessions, die erste war dem Pandemievertrag und seinen gesellschaftlichen Folgen gewidmet. Da haben Madeleine Petrovic, der Gynäkologie Christian Fiala und noch drei andere darüber diskutiert. Dann gab es eine Stunde Pause, wo ich mir einen Kaiserspritzer kaufte und mich entschloß auf das zweite Panel zu warten, daß dem “Überwachungsstaat” gewidmet war und da kommt einen, wenn man die Gerüchteküche durchgeht, wirklich das Grausen.

Hannes Hofbauer hat das Einführungsreferat gehalten und dann wurde über die KIs diskutiert, was die kann und was nicht und was man tun soll, damit “1984” nicht passiert.

Dann saß ich schon etwas auf den Nadeln, denn die Veranstaltung ging bis sieben und um sechs hat das “Auge- Nichtweihnachtsfest” gegeben und das hat seit 2019 zum ersten Mal wieder in den Büroräumen in der Belevederegasse stattgefunden.

Von links nach links könnte man so sagen, denn Madeleine Petrovic ist ja eine Grüne und Hannes Hofbauer wahrscheinlich links. Aber als der Alfred vorschlug die Nicht-Weihnachtsfeier in Anti Corona- Feier umzubenennen, waren die Veranstalter nicht so begeistert obwohl sie freundlich gelächelt haben.

Es ist aber der erste Dezember und der Advent beginnt und da auch mein Weihnachtsspezial, obwohl ich nicht katholisch bin. Aber eine “Auge-Nicht Weihnachtsfest” mit einem veränderten Buffet, drei Caterer, die, glaube ich, vom AMS unterstützt wurden und eigentlich kaum Leute ,die ich kannte, gehört ja doch irgendwie dazu und so kann ich auf meinen Adventkalender verweisen, bei dem ich wenn ich es schaffe, wieder ein oder zwei Türchen öffnen werde. Aber ich habe viel zu lesen und außerdem einen “Fröhlichen Advent-Weihnachtsbuch” angefangen, den ich am Weihnachtstag präsentieren werde. Dann gibts noch einen Schokoadventkalender, den mir der Alfred gebracht hat, eine Schachtel mit lauter kleinen Schokoladentäfelchen.

Zwei kritische Texte im El Speta

Der liebe Rudi, der leider nicht zu meinen literarischen Geburtstagsfest kommen konnte, hat mich ja wieder eingeladen mit ihm gemeinsam und mit musikalischer Begleitung von Stephan Brodsky zu lesen.

Einmal habe ich das schon mit ihm dort getan und einmal hat er mich in dieser Zusammenstellung ins “BEBOP” eingeladen und ich habe mir gedacht, ich lese das, was ich auch bei meinen Geburtstagsfest gelesen habe, beziehungsweise, weil er von zweimal fünfzehn bis zwanzig Minuten gemailt hat, habe ich von der “Stalking Story” noch eine dritte Szene vorbereitet und da kann ich gleich berichten, daß ich heute mit der Schlußkorrektur von “Die Toten lassen grüßen” fertig geworden bin. Jetzt brauchen wir noch das Coverfoto und dann kann der Text schon an die Druckerei gehen und die “Stalking Story” habe ich jetzt auch einmal Szene für Szene durchkorrigiert und stehe da bei 35 718 Worten, zweiundsiebzig Seiten und einundvierzig Szenen und so wird es auch bleiben.

Ich habe mich also auf die Lesung vorbereitet, aber auf den Büchertisch vergessen, beziehungsweise mir wahrscheinlich gedacht, daß da ohnenin keiner was kauft und ich habe auch aus unveröffentlichten Texten gelesen.

Es war auch nicht sehr voll, als ich das Lokal in der Hofmühlgasse erreichte, wo es manchmal auch einen offenen Bücherschrank in Koffern davor gibt und, daß dort den besten Apoerol Spritz serviert wird, war auch angeschrieben.

Dann ist es losgegangen, ich habe fünf Szenen aus meinen dystopischen Roman gelesen, wo ich die ersten zwei auch bei der “Poet Night” gelesen habe und wurde da von einer Dame unterbrochen, die sich nach einer interaktiven Lesung erkundigt.

“Wir können nachher darüber diskutieren!”, habe ich ihr geantwortet. Hat sie aber nicht getan und der Rudi wieder im diesmal gelben Programmleiberl, hat glaube ich aus seiner “Gelben Linie” also auch ein sehr politischer Text, der allerdings nicht so aktuell war gelesen und hat mich sein neues Buch “Die Spur des Ungewissen” mitnehmen lassen.

Nach der Pause habe ich dann meine Begegnung in der U-Bahn gelesen und die dritte Szene ausgelassen, weil das Publikum eher unruhig war und der Rudi ist vom Winnetou zu seiner Forderung “Zweitausend Euro für alle und nicht mehr als fünftausend für jeden und dann schau ma weiter!” gesprungen.

Nach der Lesung kam dann, glaube ich, auch das Publikum. Es war aber ein interessanter Abend und wahrscheinlich die letzte Lesung in diesem Jahr womit ich auch mein Jubliäumsjahr abschließen kann.

Ich war übrigens diesmal allein bei der Lesung, weil der Alfred auf einer Weihnachtsfeier war. So wird es wahrscheinlich auch keine Fotos geben, wenn mir nicht der liebe Rudi vielleicht welche schickt.

Und jetzt auf in den Dezember zu den Weihnachtsvorbereitungen.

Ivan Ivanjis alter Jude

Der 1929 in Ex-Jugoslawien geborene Ivan Ivanji von dem ich den “Aschenmensch von Buchenwald”,”Barbarossas Jude” und den “Ungarischen Herbst” in meinen Regalen und den “Schlussstrich” gelesen habe, hat ein neues Buch geschrieben:

“Der alte Jude und das Meer”, zu dem ihn offenbar sein Sohn veranlaßt hat sich mit Hemingways “Alten Mann” zu beschäftigten, das er dann gelesen hat und dann ist eine Art Krimi daraus entstanden, wo ein unspektulärer Gymnasiallehrer, wie in der Beschreibung steht, der in Belgrad mit Frau und Sohn lebt, eine Leidenschaft hat nämlich im Meer zu schwimmen. Da lernt er einen Greg kennen, der ihm die Leitung einer wissenschaftlichen Akademie in Monte Negro anbietet, so zieht er hin. Greg gehört aber der Mafia an und des Lehrers Sohn will in Rom Drogen verscherbeln, so ist derLehrer in doppelter Mafiagewalt und am Schluß schwimmt er im Meer und wird von einem Hai getötet.

Drei Stellen hat der Autor gelesen. Ich bin wegen einer sechs Uhr Stunde ein wenig zu spät gekommen, da hat der alte Dichter gerade das von von Hemingway erzählt. Seine Enkeltochter war, glaube ich, da, Wladimir Fried in der ersten Reihe mit seiner Kamera und dahinter Alexander Potyka und Dorothea Löcker, den Invanjis Bücher scheinen im “Picus-Verlag” und nachher gab es eine interessante Diskussion beziehungsweise einen Rundumschlag, den der alte Herr austeilte. Da ging er nach Weimar, weil er ja Ehrenbürger vondort ist und sein letztes oder vorletztes Buch “Corona in Buchenwald” auch dort spielt, aber an dem alten Goethe ließ er kein gutes Haar.

“Das war ein Machtmensch!”, hat er glaube ich gesagt “Und eine Kindsmörderin hinrichten lassen, statt zu begnadigen!” und dann ging es zu der Frage, ob der Vierundneunzigjährige der mit fünfzehn Jahren in einige KZs gekommen ist.

Der älteste Vorleser in der “Gesellschaft” ist er nicht, der längste wahrscheinlich schon, ist er ja als sich die “Gesellschaft” gerade gebildet hat, schon dort aufgetreten. Der Älteste war Boris Pahor der mit hundertvier Jahren dort gelesen und mit 2022 gestorben ist und vor zwei Wochen ist die hundertjährige Ilse Helbich dort aufgetreten.

Ivan Invanji stammt aus einer jüdisches Familie, die drei Sprachen, deutsch, serbokroatisch, ungarisch gesprochen hat. Deshalb hat er auch zwei Staatsbürgerschaften, die österreichische und die serbische. Die Ungarische könnte er auch haben, weil er ungarische Vorfahren hat und diese Sprache spricht. Er war der Dolmetscher Titos und Übersetzer aus dem Deutschen ins Serbische und wieder zurück.

Es wurde auch gefragt, wie gut er den Nobelpreisträger Ivo Andric ,kannte, sehr gut denn der war Präsident des jugoslawischen Schriftstellerverbandes und Ivanji,der Sekretär des Sekrtärs.

Nach seinen jugoslawischen Vorbildern wurde er auch gefragt, wo er Branco Copic mit seiner “Ketzergeschichte” erwähnte. Sein Vorbild war aber Thomas Mann, so daß er den “Tod in Venedig” dreimal gelesen hat.

Der ehemalige Burgtheaterdirektor Achim Benning war da und hat den alten Mann sehr gelobt, der nur bedauerte, daß er nicht mehr gut gehen und daher auch nicht mehr so gut schwimmen, wie sein Protagonist Aaron Kukanic kann, der aber viele Selbstmordphantasien hatte und beim Schwimmen mit den Delphinen sprach..

Maman

Jetzt kommt schon Buch achtzehn der letzten deutschen Leseliste und das fünfte Shortlistbuch “Maman” der 1944 in Chamberly geborenen Sylvie Schenk, die seit 1966 in Deutschland lebt und vor ein paar Jjahren auch beim “Bachmann-Preis”gelesen hat.

Ein Buch also, daß ich eigentlich auf meine Frankreichreise mitnehmen hätte können, wenn ich es schon gehabt hätte und auf der Rückreise lesen. Aber das habe ich da mit der Annie Ernaux getan und Sylvie Schenks Buch über ihre 1916 geborene Mutter, könnte man auch in diese Kategorie, die jetzt modern ist, einordnen.

Das eher dünne Büchlein besteht aus vielen kurzen Kapiteln, die alle eine eigene Überschrift haben. So würde ich dem Buch wieder den Romanstatus abstreiten, sondern eher in die literarischen Miniaturen- Reihe einordnen.

Es beginnt in einigen der kurzen Kapiteln mit dem Tod der Großmutter Cecile, die eine Stunde nach der Geburt ihrer Tochter Renee an den Folgen eines Kaiserschnittes gestorben ist. Sie war arm und ledig und so wurde die kleine Renee, von der man eigentlich annahn, daß sie nicht lange leben würde, zuerst in ein Waisenhaus und dann ans Land zu Kost und Pflege zu einem Bauernpaar gebracht. Dort wurde sie schlecht behandelt, von einer Kuh gebissen, so daß sie eine Narbe auf der Nase davon trug, bevor sie von einem bürgerlichen Paar adoptiert wurde, die ihr eine Puppe und einen Teddybär schenkten und sich auch sonst, vor allem die Mutter, liebevoll um sie kümmerten.

Sylvie Schenk dringt hinein in das Leben ihrer Mutter, daß sie noch nicht selbst erlebt hat, schreibt davon, daß es für die kleine schüchterne Frau, die mit zwanzig an einen Zahnarzt verheiratet wurde und sich vor dessen Sex sehr geekelt hat, obwohl sie von ihm fünf Kinder bekam, zwei Dinge sehr wichtig waren. Pünktlich zum Essen zu kommen und keine unehelichen Kinder, dann lieber abtreiben. Zwei der vier Töchter wurden aber Alleinerzieherinnen. Sylvie Schenk, die zuerst in Lyon studierte, verheiratete sich dann nach Deutschland und Maman ist mit fünfundsechzig Jahren, also noch sehr jung an einen <nNierenkrebs verstorben.

Seitensprünge oder den Verdacht dazu gab es auch. Eine Cousine erzählt Sylvie Schenk ununderbrochen davon. Es hat aber wohl einen Arnoud gegeben, einen Widerstandskämpfer, denn das war noch vor Sylvie Schenks Geburt im Jahr 1942 oder so, dem die Mutter folgen wollte und dafür sogar ihren Verlobungsring verkaufte. Der war aber schon verschwunden und so bleibt die Metapher von der Bettlerin, die irgendwo in der Nähe hauste und stank und irgendwann verschwunden war. Die Mutter hat sie Prinzessin genannt und ihr den Erlös vom Verkauf des Ringes gegeben, was sie der Tochter an ihren Sterbebett erzählte.

Ein interessantes Buch, ein Memoir würde man heute sagen, das in Episoden, Hn- und Hersprüngen vom Leben einer Mutter erzählt, wobei sich Sylvie Schenk wohl auch einiges ausgedacht haben muß, was vor ihrer Geburt geschah.