Der Schädelbohrer von Fichtenwald oder die Metamorphosen eines Buckligen

Noch ein Holocaustroman. Nach der Familiengeschichte von Paul Binnerts, Janos Szekelys “Nacht” kommt jetzt noch ein Roman eines Holländers, 1942 geboren und 2005 verstorben, nämlich Louis Ferron, der aus dem Holocaust, eine Farce, eine Revue, eine Theaterstück in drei Aufzügen, vielen Akten und einigen Zwischenspielen machte.

1976 geschrieben und der dritte Teil einer Deutschlandstrilogie aber nur der spielt in der Holocaust-Zeit und vom “Verlag des kulturellen Gedächtnisses” zum ersten Mal auf Deutsch erschienen und ich muß gestehen, ich habe mir beim Lesen nicht ganz leicht getan, nicht alles verstanden und wahrscheinlich fehlt mir auch der Humor aus dem Holocaust eine Farce zu machen, aber ich weiß schon, daß man das wahrscheinlich als Abwehrmechanismus erklären kann und es gibt auch schon solche Romane “Jakob der Lügner” wäre wahrscheinlich anzuführen, oder auch “la vita e bella” oder vielleicht auch die “Wohlgesinnten von Jonathan Littell.

Denn es geht hier auch um die Täterperspektive. Aber der ist eine schillernde, schwache Figur. Ein unzuverläßlicher Erzähler, wie das in der Literatur so schön heißt. Friedolien, einmal Barpianist, einmal Sturmmann, dann wieder psychiatrischer Patient oder Gefangener eines KZ. Denn das Sanatorium Fichtenwald in dem die Geschichte spielt, ist einem KZ nachgebildet. Dachau ist, glaube ich, das Vorbild. Friedolien hält es für ein Sanatorium und die handelnden Personen haben auch alle reale Vorbilder, sprich Schergen des Holocaust, die im Glossar und im Nachwort genau angegeben sind und Freidolien, der SS-Mann ist ein Buckliger und der schreibt sich jetzt munter durch die Akte und die Aufzüge.

Die Patienten oder KZ- Insassen haben Namen wie Beethoven oder Hauff und Beethoven, der Musiker hat Angst durch die medizinischen Experimenten, die von Dr. Jankowsky, dem Anstaltsarzt durchgeführt werden.

Friedolien ist also zuerst SS-Mann und Sekretär des Doktors. Später trägt er die gestreifte Häftlingskleidung und eine Irmgard Zelewski, die Frau eines SS-Mannes, die ihren Schwiegervater mißhandelt, gibt es auch. Da agiert er als Klavierstimmer. Es wird ein Kleist-Stück aufgeführt und in dem Sanatorium-KZ gibt es die Bendas. Das sind reiche Juden, die sich offensichtlich mit Protektion, der Zelewskis und Jankovksy einschmuggeln lassen und später nach Madagaskar emigrieren und im dritten Aufzug werden die Perspektiven gewechselt.

Da ist der Krieg offenbar vorbei und Dr. Jankovsky ist der Protagonist, der Friedolien, beziehungsweise seinen Buckeln entlarvt.

Sicher interessant und auch verständlich den Holocaust so zu schildern. Für mich, wie schon geschrieben, nicht so leicht zu verstehen und leider gibt es nicht sehr viel über das Buch in Netz zu finden.

Fragmentierte O-Töne

Heute waren die O-Töne besser als in der letzten Woche besucht, beziehungsweise sind wir später gekommen, so daß wir nur einen Platz weit hinten bekommen haben, wo fast nichts zu sehen war. Dafür aber gut zu hören und Katja Gasser die Moderatorin stellte gleich die beiden Autorinnen vor.

Die Debutantin war die 1990 in Klagenfurt geborene und in Wien Greta Lauer, was wie Katja Gasser erwähnte, ein Pseudonym ist, ihr bei “Luftschacht” erschienenen Roman “Gedeih und Verderb” und spielt sowohl in einem Dorf als auch in der Stadt.

Katja Gasser stellte gleich die Anfangsfrage, wie weit die Autorin von den berühmten Kärntner Autoren Josef Winkler, Florjan Lipus und Maja Haderlap beeinflusst wären?

Greta Lauer
Ana Marwan,

“Sie haben die Lavant vergessen?”, antwortete sie. Die Autoren sind diesmal sehr aufmüpfig und in dem Buch geht es sehr gewalttätig zu. Mir war es zu gewalttätig und den Inhalt habe ich nicht ganz verstanden.

Katja Gassser hat aber bei beiden vorgestellten Romanen das Fragmentarische betont. Hängengeblieben sind bei mir aber die”Augäpfelchen” ein Wort, das die Autorin sehr oft verwendete und die Hauptleserin, die 1980 in Murska Sobota geborene Ana Marwan, ist mir seit ihrem Debut ” Im Kreis des Weberknechts” bekannt, wurde sie das ja jür das Bloggerdebut nominiert und ich weiß jetzt gar nicht, ob sie den Preis gewonnen hat, mir hat das Buch glaube ich sehr gut gefallen.

Dann hat sie im Vorjahr den “Bachmann-Preis” gewonnen, gibt jetzt die “Literatur und Kritik” heraus und als im Winter die beiden heurigen Gastländer auch von Katja Gasser vorgestellt wurde, war sie doppelt präsent und da hat sie ihr “Verpuppt” vorgestellt, das auf Slowenisch geschrieben und übersetzt wurde.

Viel vom Inhalt habe ich damals nicht verstanden und es auch heute nicht mitbekommen. Ana Marwan hat aber, glaube ich, wieder den Unterschied zwischen dem Leben und der Literatur herausgestrichen und das Leben als sinnlos bezeichnet, während in der Literatur alles geplant und geplottet ist. Sieht man am Cover eine Pistole, dann kommt sie im Text mit Sicherheit vor.

Es geht jedenfalls um zwei Personen, ob Mann und Frau , scheint irgendwie nicht klar zu werden und im Gespräch meinte Ana Marwan auch, daß man Identitäten nicht festlegen könne und Tiere spielen in ihren Büchern auch eine große Rolle.

Ich habe “Verpuppt”, im Jänner angefragt, aber nicht bekommen. Jetzt bin ich gespannt, ob es auf die Buchpreisliste kommt, auf die Öst würde ich vermuten und am Rückweg nach St. Pölten haben wir den Rest der “Gesprächsreihe” im Ö1 gehört, wo die Sendung über den im März verstorbenen Erwin Riess wiederholt wurde, der seinen “Herrn Groll” vorstellte und seinen Unmut über die österreichische Behindertenpolitik zum Ausdruck gab.

Nach Meidling und in den Lainzer Tiergarten

Beppo Beyerl und Erika Kronabitter in der Sommerlesereihe des Cafe Prückls und diesmal ist der Alfred mitgegangen. Gerhard Jaschke der nächsten Mittwoch an die Reihe kommt, war wieder da, die Ruth, Patricia Brooks, die Cornelia Stahl, der Hansjörg Liebscher und noch einige andere mir unbekannte Person und da gibt es das “Meidling Buch” das Erika Kronabitter und Beppo Beyerl gemeinsam während des Lockdowns geschrieben haben und das ich schon einmal gefunden habe, obwohl ich mich erst daran erinnerte, als es mir die Erika schon gegeben hat. Jetzt kann ich es dem Gerhard Jaschke, nächste Woche übergeben und die erste Geschichte die sie gelesen hat, handelt von der Frau Gertrude, die im Bundesprädisdentenwahlkampf von 2016 für Alexander van der Bellen Werbung gemacht hat. Die hat einige Jahre in einer Meidlinger Gasse gelebt, bis ihrer Mutter im Jahr 1937 beinahe eine Pfanne auf den Kopf gefallen wäre, dann ist die Familie emigiriert und alle bis auf besagte Frau Gertrude in Auschwitz umgekommen.

Die zweite Geschichte behandelte dann die verschiedenen Weinsorten und Beppo Beyerl hat aus einem “Gmeiner Krimi” “Mord im Lainzer Tiergarten” geelsen, der einen realen Mord auch aus den Dreißiger Jahen zum Grunde hat, den Beppo Beyerl dann beliebig ausgeschmückt hat.

Beppo Beyerl, Birgit Schwaner, Erika Kronabitter

Vielleicht kann ich mir den bestellen. Dann gabs noch ein paar Gespräche und am Rückweg haben wir am Karlsplatz einen Drink genommen und der literarische Sommer in Wien war wieder sehr interessant und hat einiges zu bieten

Politik und Poesie im Weinhaus Sittl

Nach den langen Sommerfrischenwochenenden geht es zum heißen Wiener Sommer und da gibt es derzeit nach meinen Stunden Dienstag bis Donnerstag auch ein Literaturprogramm.

Das heißt die Sommerlesereihe im Weinhaus Sittl würde es am Montag geben und da bin ich früher auch öfter hingegangen, aber diesmal am Dienstag und nicht im Garten ,sondern im Pelikanstübern denn da hat mich Claudius Kölz, der Sänger und Sohn vom Ernst, mit dem ich einmal in Mürzzuschlag in derselben Pension logierte, zu einer Lesung mit Musik zum Thema Aneignung eingeladen.

Weil ich um sechs eine Stunde hatte, hin ich erst um halb acht hingekommen, wo gerade Ditha Brickwell aus ihrem Roman “Engeltreiber”, las, wo es um eine Genoveva geht, die nach dem Krieg in verschiedenen Wirtshäuser und Cafes, darunter auch in dem besagten Weinhaus Sittl servierte und sich, wie sich später herausstellte, das offenbar die Erfahrungen von Ditha Brickwells Mutter war.

Claudius Kölz, Julian Wohmuth, Gidon Oechsner, Ditha Brickwell, Christa Nebenführ

Dann kam ein Lied von Claudius Kölz zu “Brassens auf Wienerisch”, danach interviewte Christa Nebenführ ,die zweite Leserin, Ditha Brickwell wie sie zum Schreiben ihrer Kriegserinnerungen gekommen ist, wo es um den Unterschied von Autobiografisch zu Auofiktion ging.

Gerhard Jaschke ist neben mir gesessen. Auf der anderen Seite habe ich Bettina Balaka und Erika Kronabitter gesehen, die ja morgen in der Sommerlesereihe im Cafe Prückl liest und nach einer neuerlichen Musikeinladung las Christa Nebenführ aus ihren “Den König spielen die anderen”, wo sie, glaube ich, auch ein Stipendium der Stadt Wien bekommen hat und es um die schlechte Beziehung zu ihrem Vater ging, vor dem sie ihr Leben lang Angst hatte.

Roman steht auf dem “Klever-Buch”, weil das die Verlagen so wollen, es ist aber eine Collage aus narrativen und poetischen Texte und um Tagebucheintragungen, Telefongesprächen und Mailkontakte geht es auch.

Es war sehr heiß im Pelikanstüberl, so haben wir uns in den Garten gesetzt, dabei Alexandra Millner gesehen und ich habe mich auch mit einer Lehrerin unterhalten, die im Publikum war.

Wer oder was ist normal?

Wir haben da ja vor drei Jahren unsere alte Normalität verloren und müssen nun in Zeiten der größten Veränderungen, zu einer neuen zurückkommen oder die alte beibehalten und da ist ja seit Corona einiges geschehen, was wir vorher nicht für möglich gehalten hätten und uns in dystopischen Zeiten wähnten oder uns vielleicht öfter fragten, in welchen Film sind wir geraten und wann ist die Show zu Ende?

Ist sie lieber “Standard”, lieber “Falter”, lieber ORF, die Pandemie ist vorbei, Corona ist keine meldepflichtige Krankheit mehr, man muß sich nicht mehr testen lassen, wenn man einen Kaffee trinken will und auch keine Masken mehr in der U-Bahn tragen, dafür haben wir, was ja eigentlich vorauszusehen war, die größte Inflation aller Zeiten und sind diesbezüglich die ersten in ganz Europa, wir haben einen Krieg und Sanktionen denen wir uns anschließen müssen, weil wir sonst Kollaborateure oder Volksfeinde wären und impfen hätten wir uns auch lassen müssen, weil wir, wenn wir auf diesbezügliche Demos gegangen wären oder unsere Zweifel angemeldet hätten, zu den Schwurblern, Coviditoten und Volksfeinden gezählt worden wären und wenn man bei der Bundespräsidentenwahl vielleicht doch nicht den schweigenden vdB oder die FPÖ nahen Kanditaten wählen wollte war man antidemokratisch und und an einen Austritt aus der EU durfte man auch nicht einmal denken.

Ganz schön autoritär könnte man so sagen und wo bleibt da die Meinheitsfreiheit? Die Grundrechte waren ohnehin abgeschafft und jetzt haben wir Angst vor einem möglichen Hitzelockdown, wenn es da über fünfunddreißig Grad hat darf man ab sechzig vielleicht nicht mehr ins Freie gehen, weil die möglichen Kreislaufkolapse unsere Spitäler überlasten und das Gesundheitssystem ist durch die Krise ja hinuntergefahren worden. Es gibt zu wenig Ärzte, zulange Wartezeiten, ein zwei drei Klassensysteme und und und…..

Und wenn man da dagegen ist, wen könnte man da wählen? Die FPÖ meint Herbert Kickl und wähnt sich schon als Volkskanzler und wer gegen dieses Wort etwas hat, der sei an die Volkspartei erinnert, die es ja schon gibt. In NÖ und Salzburg haben das dreißig Prozent der Wähler getan, in OÖ schon früher. Da gibt es also schon schwarz blaue Regierungen mit mehr oder weniger großen Coronamaßnahmenaufarbeitung. Sonst hat das Kanzler Nehammer zwar einmal versprochen. Man hört aber nicht sehr viel davon, denn wenn die FPÖ die verfassungswidrigen Corona-Strafen zurückzahlt, das geht doch nicht und auch nicht, daß sie versprochen hat, im Falle eines Gewinnes nach der Wahl 2023, die ORF-Zwangssteuer wieder aufzuheben.

So ist die Situation und alles ziemlich durcheinander, wenn man da beispielsweise an die SPÖ-Parteitagsturbuluenzen vor einem Monat denkt, wo falsch ausgezählt wurde und dann der Traismauer- Bürgermeister Vorsitzender wurde, der angeblich oder tatsächlich eine Lenin-Büste in seinem Arbeitszimmer stehenu nd sich einmal oder jetzt als Marxis bezeichnet hat.

“Das geht doch nicht!”, hat da die ÖVP aufgeschrieen.

“Wir wollen doch keine nordkoreanischen Zustände!”

Aber was ist so schlimm daran? Habe ich doch gerade ein Buch über “Marx in Wien” gelesen, wo der sich ein paar Wochen im Jahr 1848 dort aufgehalten und wahrscheinlich gegen die Verelendigung der Arbeiter, den achtzehn Stundentag, etc, gewettert hat und inzwischen hört man doch, daß der Mittelstand zerschlagen wird. Die Mieten gehen alle paar Monate in die Höhe, die Armut steigt und wir leben in autoritären Zeiten, wo die sogenannten normalen Bürgern und Durchschnittsösterreichern, seit mehr als drei Jahren in mehr oder weniger in ständiger Angst vor möglichen Katastrophen gehalten werden.

“Die Menschen überlegen, ob sie heizen oder essen sollen!”, hört man so ständig seit einem Jahr. Zwar sind die Restaurants immer noch sehr voll, aber wenn man ständig etwas hört, dann wird es wahr, lehrt die Geschichte und ich habe vor kurzem auch dreizehnhundert Euro an die Fernwärme nachbezahlt und dem Alfred hat die EVN den Vertrag gekündigt.

Alles also keine schönen Zeiten und keinen schönen Zustände und kein Wunder, daß sich die Leute dann an die wenden, die Versprechen, diese Zustände zu beseitigen.

“Wähl doch die FPÖ!”, kommentiert mir der Uli und der Otto hat mir das am Peterbauerhof, als ich mich über die ORF- Zwangssteuer beschwerte, auch geraten.

Natürlich nicht, habe ich doch 2019 die Grünen gewählt, um einen Minister Kickl zu verhindern und das leider leider sehr bereut und es zuerst gar nicht glauben können, wie die Grünen umgefallen sind und Worte von Vizekanzler Kogler, der die, die auf die Corona-Demos gingen, als Nazis bezeichnete und auch Landeshauptfrau Mikl-Leitner präfaschistoide Tendenzen vorwarf, als die sich dafür aussprach Politik für “normale Leute” machen zu wollen.

Aber was sind die normalen Leute, für die sie sich einsetzen und die anderen links oder rechts liegen lassen will?

Die, die Angst haben durch die Inflation ihren Wohlstand zu verlieren, die die vielleicht auch gegen zu viele Ausländer sind, weil sie sich von ihnen bedroht fühlen und die mit den zwei Elternteilen und den vierhundert Geschlechtern vielleicht nicht soviel anfangen können?

Das ist wahrscheinlich die Mehrheit und die gleich, wie die Corona-Maßnahmenkritiker, als faschistoid zu bezeichnen, ist wahrscheinlich wirklich etwas seltsam und hebt die Gräben, die man ja, wie ich immer höre, zuschütten will, noch um ein bisschen aus.

“Die Gräben zuschütten!”, fordern alle. Aber dann hören sich die Parteien im Parlament nicht zu, sondern lachen sich gegenseitig aus.

Will man keine Sanktionen und den Frieden und ist gegen die Waffenlieferungen, ist man ein rechter Schwurbler und will man etwas für die Arbeiter tun, ist man ein Marxist und wenn die SPÖ von “Unseren Leuten!”, spricht und damit vielleicht ihre Wähler meint, wird das auch angeprangert und da fällt mir Erika Danneberg ein, die das auch getan hat und da wahrscheinlich die Kommunisiten gemeint hat und Kanzler Nehammer, der sich vor kurzem sehr gegen Herbert Kckl ausgesprochen hat, meint damit die Leute in der Mitte, die will er vertreten und die Ränder damit mitnehmen, aber rechts oder linksexetrem muß man bekämpfen. Aber wie tut er das könnte man fragen, was tut er gegen die Teuerung, außer, daß sich die Politiker ihr Gehalt erhöhen?

Es gibt keine Mietpreisbremse und auch keine gegen die Teuerung und die Koalition wird noch ein Jahr betehen und das sich gegenseitige Beschimpfen wahrscheinlich weitergehen.

Ist man “normal”, ist man faschistioid und wo kommt man hin wenn der Mittelstand abgeschafft wird? Dann gibt es noch die die autoritären Schreckgespenste, wie die Einführung des Hitzelockdowsn, die Abschaffung des Bargeldes und die Einführung eines sozialen Kreditsystems, die ja auch Angst machen können.

Schwierig, schwierig könnte man so sagen und wo kommen wir hin, wenn das noch ein Jahr oder länger so weitergeht und wie wird es dann mit schwarz-blau unter einem Kanzler Kickl, der ja die Frauen in der Bundeshymnde abschaffen will und wen soll man da noch wählen?

Weil das ja, wie ich so höre Bürgerpflicht ist. Wählt man nicht, ist man vielleicht ein Reichsbürger. Wählt man die Kommunisten, fallen die, wenn sie an die Macht kommen, vielleicht auch so, wie die Grünen um?

Schlimm, schlimm, könnte man so sagen. Also Gräben zuschütten, mit allen reden und schauen, wie es mit dem WHO-Pandemievertag weitergehen wird, wenn die Hitzewelle weitergeht.

Normale Zeiten, wo jeder seine Meinung sagen darf, ohne gleich als Nazi oder Schwurbler hingestellt zu werden und die FPÖ wählen zu müssen, wenn man etwas verändern will, wären wirklich schön.

Weiter mit den Toten

Wieder ein Bericht über mein momentanes Projekt “Die Toten lassen grüßen”, den digitalen Demenzroman, wie der Untertitel lautet.

Achtzehn Szenen habe ich da schon, 18 574 Worte, fast achtunddreißig Seiten und im Blog gibt es zwei Szenen, die den utopischen Roman “2035” betreffen, den der Protagonist Fabian Kratky schreibt.

Soll ich die zwei Szenen in den Text aufnehmen oder nicht, war die Frage, die ich im letzten diesbezüglichen Artikel stellte und hatte das auch geplant, aber nicht durchgeführt, sondern den Fabian in der fünften oder sechsten Szene, glaube ich, seinen Roman weiterschreiben lassen.

Wenn der Text einmal fertig ist, ich hoffe, ich bringe ihn über die fünfzigtausend Worte, kann ich darauf hinweisen. Wird der Roman im Roman länger, kann ich ihn vielleicht extra veröffentlichen, wie es Marlene Streeruwitz mit ihrer “Jungen Anarchistin durch Griechenland” machte und jetzt parallel schreiben. Den Roman, wo sich die Protagonistin Julia, die ihren Zwillingsbruder vor zwei Jahren durch einen Schlaganfall verloren hat, in den Schriftsteller und Literaturwissenschaftler Fabian Kratky verliebt, der neben einer Vorlesung über Thomas Bernhard auch den schon erwähnten utpischen Roman schreibt und da gibt es die demente Großmutter Emilie, bei der die Volksschullehrerin Julia lebt, um sie zu betreuen und die lässt sich partout nicht überzeugen, daß der achtundzwanzigjährige Philosophiestudent einen Schlaganfall hatte und Fabian, den sie mit Julia auf der Straße trifft, für ihren Enkelsohn hält.

Sie begibt sich mit ihrem Jugendfreund und ehemaligen Verlobten Emil auf die Suche nach ihm und dann gibt es noch Julias Freundin Mila, die sich in den obdachlosen Soziologen Jury Steiner verliebt und vielleicht wird der auch in die Suche involtiert?

So weit so what. Das wäre der ungefähre Plan und eine ungefähre Szenenplanung habe ich auch schon, eigentlich wieder vier Handlungsstränge, die ich noch ausarbeiten und schauen muß, wie es mir damit geht?

Nicht ganz neu, natürlich, kann ich meinen Kritikern gleich antworten. Denn über eine demente Frau, die mit ihren verstorbenen Jungendfreund kommuniziert, habe ich schon in der “Magdalena Kirchberg” geschrieben und im “Sozialen Kreditsystem”, gibt es auch ein paar “1984-Szenen”.

Das ist ein Thema das mich interessiert und interessant, ob es mir gelingen wird, einen spannenden Roman daraus zu machen und eventuellen Schwächen, die ich meinen an die sechzig selbstgemachten Büchern, die ich schon habe, zu überwinden.

Mal sehen, wie es geht. Ich werde weiter darüber berichten und natürlich wäre es fein, hier darüber zu diskutieren. Über Anregungen, Feedbacks, etcetera, würde ich mich daher freuen.

Vom Feiern in die Sommerfrischewochenenden

Die “Literaturgeflüster-Feiern” sind vorbei, zwei Wochen habe ich das jetzt zelebriert, bin dazwischen ein paar Tage wandern gewesen, habe an meinen momentanten Work on Progress weitergearbeitet, zwei diesbezügliche Szeneschmankerln in den Blog gestellt und mich auch an der Gesellschaftspolitik beteiligt. Da ist ja jetzt sehr viel los in unserem Land, die ORF-Zwangssteuer wurde beschlossen, die Neutralität wieder ein bisschen in Frage gestellt und sowohl die FPÖ als auch die SPÖ haben mir Mails geschrieben, offenbar wird schon die Wahl, die zwar erst im nächsten Jahr stattfinden soll, ein bisschen vorbereitet, obwohl jetzt haben wir ja Sommer und die erste und die zweite Hitzewellen, wo schon die Hitzepläne erstellt und die Hitzelockdowns vorbereitet werden, das Parlament geht aber in die Sommerpause, die Kinder in die Ferien und ich in die Sommerfrischenwochenenden.

Bevor der Alfred in Pension gegangen ist, habe ich meine Sommerfrische in Harland bei St. Pölten verbracht, das heißt Montag und Dienstag gearbeitet und Dienstagabend nach Harland gefahren, dadurch die O- Töne versäumt und am Montag früh wieder zurück und in Harland geschrieben, Rad gefahren, gebadet und den Sommer möglichst geruhlich verbracht. Sommerbücher habe ich gelesen, weil ich das bei Elisabeth von “leselustfrust” so gesehen habe, daß die da in die Buchhandlungen gegangen ist und nach solchen gefragt hat.

Dann ist der Alfred in Pension gegangen und aus der Sommerfrische sind die Sommerfrischenwochenenden und eher kurz geworden. Nach den O-Tönen am Donnerstag nach Harland fahren und am Freitag mit den Rad auf die Ochsenburg oder nach Wilhelmsburg gefahren. Am Samstag mit dem Rad nach St. Pölten auf den Markt, dort die Doris Kloimstein getroffen und am Sonntag auf die Rudolfshöhe. Dann kam Corona und da bin ich im ersten Jahr am Montag öfter ins Traisensenter, in die Seedose einen Kaiserspritzer trinken und um den See gefahren. Im nächsten Jahr war das wegen zwei oder 3G schon etwas schwieriger und meine Kondition hat durch mein nicht maskentragendes Vermeidungshalten nach und nach gelitten und dann wollte der Alfred schon am Montag zurückfahren und jetzt nach den O-Tönen erst am Freitag, auch seine Konditon läßt nach und nach Wilhelmsburg und auf die Ochhsenburg komme ich auch nur mehr selten.

18574 Worte und eine ungefähre Szenenplanung habe ich da schon, obwohl es mit der Handlung noch ein bisschen hapert, da brauche ich noch einige Wendungen und Spannungsbögen, aber ansonsten wie gehabt.

Ich habe mir für die nächsten Dienstage erst ab elf Stunden eingeteilt, so daß wir länger bleiben könnnen, auch wenn da am Montag die Sommerlesereihe im Weinhaus Sittl ist, so daß ich vielleicht doch in den Traisenpark komme, ein Schopping und Recherchetag würde nach den Fensterputzritualen noch ausstehen und ein paar Veranstaltungen habe ich mir auch schon ausgesucht.

Da gibt es Ende Juli eine in St. Pölten und bezüglich Frankreichreise haben wir jetzt etwas ab dem elften August, nach Alfred Geburtstag, der das Fest diesmal ausfallen lässt, geplant. Da kommen wir dann nach der deutschen Buchpreisvergabe zurück und ich werde, weil ich jetzt eher langsam lese, in Lesestreß kommen, aber pünktlich zum Volksstimmefest, obwohl ich da diesmal wieder nicht lese. Also nur eine kurze Sommerfrische, diese aber genießen. Auf den Markt fahren und auf die Rudolfshöhe, da war das letzte Mal auch die kleine Lia mit und mit den Sommerbüchern hapert es, weil ich ja meine Leseliste habe und da eher schwere Kost und HolocaostBücher daraufstehen, auch ein bißchen.

Aber ansonsten wieder trotz aller Probleme, die EVN hat den Alfred ja das Gas gekündigt, den Sommer genießen, den Sommer wie damals, denn die Pandemie ist jetzt ja vorbei, obwohl der “Standard” darüber schimpft, daß die Leute so tun, als hätte es das nicht gegeben und mein Projekt weiterschreiben.

Was die Jubiläumsfeiern betritt steht da wahrscheinlich wieder ein sehr abgespecktes Geburtstagsfest zum Siebziger an und zur Poet Night am zwanzigsten Oktober habe ich mich auch angemeldet.

Karl Marx in Wien

Jetzt kommt ein interessantes Buch, das zwar schon 2013 oder noch früher erschienen ist, aber bezüglich der aktuellen politischen Situation in letzter Zeit besonderer Präsanz bekam. Wird doch jetzt gerade diskutiert, ob Andreas Babler, der neue Vorsitzende der SPÖ, ein Marxist oder war oder ist, wahrscheinlich war er das in seiner Studentenzeit, aber jetzt gilt das offenbar als Schimpfwort und alle, während der Mittelstand zerschlagen wird, fürchten sich vor den angeblich nordkoreanischen Zuständen, die niemand will.

“Karl Marx in Wien” von Herbert Steiner wiederaufgelegt und herausgegeben von Alexander Weiss, in der “Edition Tarantl” erschienen, der kleine feine Verlag von Gerald Grassl der mir mir gelegentlich seine Publikationen gibt und als ich das Buch bei der “Krit Lit” auf seinen Stand liegen gesehen habe, hat es mich angesprochen, weil Karl Marx für mich ein kritischer Denker und kein Feinbild ist und das Buch ist eigentlich verwirrend, enthält es doch verschiedene Artikel über Karl Marx beziehungsweise über die Tatsache, daß der sich vom 27. August bis 7. September 1948 in Wien aufgehalten hat. Da gab es die Achtzehnachtundvierziger Revolution und im Vorwort erklärt der Herausgeber aus welchen Artikeln sich das Buch zusammensetzt.

Dann kommt gleich ein Artikel von Gerald Grassl, der sich mit den Wiener Orten, die das Wort Marx enthalten auseinandersetzt. Denn da gibt es ja die Marxergasse, St. Marx und der liebe Augustin hat angeblich oder tatsächlich auch Marx mit Vornamen geheissen. Den Karl Marx-Hof in Heiligenstadt, dem größten Wiener Gemeindebau der Zwischenkriegsjahre gibt es auch und der sollte, als die DDR zerbrach und die Marx-Büsten abmontiert wurden, auch umbenannt werden. Er hat das überlebt und soll das in der neueren Debatte offenbar wieder, aber schauen wir uns einmal die sozialen Zustände des Jahres1848 an, wo gerade die Eisenbahn erfunden war und die Arbeiter kein Wahlrecht hatten. Wolfgang Häusler erklärt uns dann in zwei Kapiteln. Johann Nestroy hat in dieser Zeit gelebt und da gibt es ja das “Liederliche Kleeblatt des Lumpazivagabundus”, wo drei Handwerker, das große Glückslos bekommen, zwei wieder verelendigen, während der Dritte, die Meistertochter heiratet, in den Bürgerstand aufsteigt.

Gerhard Hauptmann hat das Drama über die “Weber” geschrieben und die Leute waren sehr arm, hatten nichts zu essen, während die Aristokraten auf den Bällen tanzten und ein Gedicht von Gustave Leyoy wird auch zitiert:

“Was wir begehren von der Zukunft Fernen? Dass Brot und Arbeit uns gerüstet sehen, dass unsere Kinder in der Schule lernen Und unsere Greise nicht mehr betteln gehen!”

Dann kommen wir zu dem gekürzten Beitrag von Herbert Steiner, dem langjährigen Leiter der “Dokumentationsstelle des österreichischen Widerstands”, der 1978 ein Buch mit diesen Titel herausgegeben hat, das mit der Beschreibung der Lage beginnt. Die Arbeiter, damals wurde offenbar viel gebaut, wollten eine Bezahlung an den Regen- und Feiertagen, es gab den Zehnstundentag und viel Elend. Dann sollte der Lohn noch um fünf Kreuzer herabgesetzt werden. Das gab einen Aufstand mit vielen Verletzen und einigen Toten im Prater und dann reiste Karl Marx, Dreißigjährig und gerade das “Kommunistische Manifest” geschrieben aus Berlin mit der Nordbahn an und hielt an verschiedenen Arbeiterbildungsvereinen einige Vorträge.

Davon gibt es es Lithografien. Marx an einem Wirtshaustisch mit einigen Arbeitern, wie darunter steht, die tragen aber alle Anzüge und Hemden und sehen eher bürgerlich aus. Eine Emanze mit Gewehr gibt es auch zu sehen, denn die haben einen Arbeiterfrauenverein im Volksgarten gegründet, wurden von den Männern aber ausgelacht und verspottet und Johann Nestroy sieht mit Gewehrauch bei der Ferdinandbrücke stehen. Hat der doch das revolutinäre Stück “Freiheit im Krähwinkel” geschrieben, das damals aufgeführt worden war. Am siebenten Septebmer ist Marx wieder abgereist und hat einen Artikel darüber in der “Rheinischen Zeitung” geschrieben, die er mitherausgegeben hat und wenn man die damaligen Zuständen mit den heutigen vergleicht, wo die Verelendigung der Massen durch die hohe Inflation und die allgemeine Verängstlichung und Entmündigung offenbar vorangetrieben und die Leute vielleicht zur FPÖ getrieben werden, kommt einer das Schauern. Eine starke Arbeiterbewegung muß wieder her und ein bisschen Aufwind scheint die SPÖ durch ihren neuen Vorsitzenden und die KPÖ ja auch zu haben.

Helmut Häusler beschreibt dann wie es mit der 1848-Revolution weiterging, die dann im Oktober oder November niedergeschlagen wurde. Georg Herweghs “Resumee” ist dann auch noch abgedruckt, bevor die Historikerin Herbert Steiners Biografie 1923-2001, der als Sohn jüdischer Eltern emigrieren mußte, wiedergibt.

Ein interessantes Buch, vor allem wenn man die Situation des Proletariats von damals mit der heutigen Situation vergleicht. Karl Marx also lesen, bevor man ihn verbrennen oder verdammen will, würde ich raten und in DDR-Zeiten hat man das “Kommunstiische Manifest” in den entsprechenden linken Buchhandlungen ganz billig bekommen. Aber das ist wahrscheinlich vorbei.

Zwanzigster O-Töne Beginn

Christoph Möderndorfer, Gabriela Hegedüs, Bettina Leidl

Am Donnerstag gehts am Donnerstag ins Museumququartier, zu den Ö-önen, dem Literaturfestival, das es diesen Sommer zum zwanzigsten Mal gibt, wie Gabriela Hegedüs mit stolzerfüllter Stimme und leichten Anhang zur Sentimentalität erklärte und ich, meine Leser wissen es wahrscheinlich, war nicht immer da.

Cornelia Hülmbauer
Anna Mabo

“Wer von Ihnen ist schon das erste Jahr bei der Lesung von Dimitre Dinev, glaube ich, gelesen, wollte sie dann wissen und mein Hande ist unten geblieben, brauche ich ja offenbar sehr lange, bis ich mir die literarischen Events zu eigen machte, so ist es mir bei “Rund um die Burg” gegangen und im Sommer mache ich ja schon seit vielen Jahre Sommerfrische in Harland bei St. Pölten und bevor die zu den Sommerfrischenwochenenden wurden, war ich nur sehr sporadisch da, immer dann, wenn der Alfred nicht anwesend war und jetzt fahren wir erst nach den O-Tönen aufs Land, denn eigentlich weiß man wenn man zu den O-Tönen geht dann schon sehr gut, was im Hherbst auf den Buchpreislisten steht und Gratiseintritt und ein Goodie-Sackerl gibt es auch.

Grund genug hinzugehen und nach den Corona-Zeiten, wo wir hinten, standen weil mit Maske und Testnachweis ging ich ja nirgends hin und auf die O-Töne freue ich mich ja meistens sehr. Vor einigen Jahren bin ich immmer mit einem Buch in der Tasche um sechs hingegangen um einen guten Platz zu bekommen, denn die ersten Reise sind ja immer für die Vips reserviert zu denen ich ja nicht gehöre, nach Corona habe ich mir das abgewöhnt, weil ich da ja immer hinten gestanden bin und heute hat es wieder ein Eröffnungskonzert mit Anna Mabo und den Buben gegeben, die ich glaube ich schon einmal hörte und da erschien Cornelia Hülmbauer mit ihren Debut “oft manchmal nie” bei Residenz erschienen, deshalb waren auch die Verlagsfrauen da und die 1982 in Nö geborene Cornelia Hülmbauer, kann ich gleich anmerken, kenn ich schon lang, hat sie mir ja Anfangs, als sie noch Consens hieß, auf meinen Bog kommentiert. Dann kam ein “Exil-Preis” und ein Studium der Sprachkunst und der Roman führt zu einer niederösterreichische Bundesstraße, wo der Vater eine Autowerkstädte hat und das Kind sein Leben in kurzen Sätzen kommentiert. Ein Roman ohne Plot und mit Autofiktion wie Klaus Kastberger, der Moderator anmerkte und dann folgte das Hauptprogramm nämlich Birigt Birnbacher, die schon dreimal bei den Ö-Tönen aufgetreten ist, 2016 da erste Mal, dann hat sie den “Bachmann-Preis” gewonnen und dann mit ihrem Buchpreisbuch und jetzt heißt der neuen Roman “Wovon wir leben” ein Roman der Arbeitswelt, wie Klaus Kastberger kommentierte und von der Autorin zurückgepfiffen wurde, die auch ihren soziologischen Sachblick zurückwies und von Klaus Kastbergers roten Schuhe schwämrte und mehrmals daraus hinwies, daß er vor kurzem den “Staatspreis für Lteraturkritik” bekommen hat und in dem Roman kehrt eine arbeitslose Krankenschwester ins Innergebierg zu ihren Vater zurück, lernt dort einen Städter kennen und eine Ziege gibt es auch.

Birgit Birnbacher, Klaus Kastberger

Spannend, spannend zu erfahren auf welche Buchpreise, die Bücher kommen und ich lesen werde? Interessante Hintergrundgespräche über die “Bahmann-Wertungen” und wie gut Autoren lesen können müssen, habe ich von den hinter mir Sitzenden auch gehört und Küsschen der Promis, die das nach Corona wieder häufig taten, gab es auch zu sehen.

Dreißig Jahre Podium-Sommerlesereihe

Die Podium Sommerlesereihe im Cafe Prückl von Claudia Erdheim offenbar 1993 eingeführt geht ins dreißigste Jahr. Da gab es immer eine Auftaktveranstaltung in der “Alte Schmiede” und eine Schlußveranstaltung und ich bin, da man dort ja konsumieren muß, eher zögerlich hingegangen. In den letzten Jahren immer öfter und nach Claudia Erdheim hat Christa Nebenführ die Organisation übernommen und einmal auch in den GAV-Nachrichten dazu aufgerufen sich zu melden, wenn man dort lesen will. Das habe ich und bin ihr offenbar nicht gut genug gewesen.

Jetzt organisiert Birgit Schwaner die Veranstaltung, vor drei Jahren in Corona Zeiten war ich ziemlich regelmäßig da. Vor zwei Jahren gabs dann die drei G-Verordnung im letzten Jahr habe ich die Juli- Veranstaltungen offenbar versäumt, wir waren auch in Kroatien und gestern habe ich nachgegooglet und erfahren, daß das Thema “30” heißt und schon vor einer Woche Claudia Erdheim und Christa Nebenführ gelesen haben und heute Petra Ganglbauer und Friedrich Hahn und als ich das Cafe Prückl erreichte, war der Lesesaal leer. Der Kellner, den ich danach fragte, wußte es auch nicht und hat nur gemeint, daß der Saal reserviert wäre, Friedrich Hahn, den ich im Schanigarten traf, wies mich daraufhin, daß ich eine Stunde zu früh dran war, halb acht statt halb sieben.

Hansjörg Liebscher habe ich, als ich zurückgegangen bin, schon im Saal sitzen sehen. Birigt Schwaner ist auch bald erschienen und hat mir die Programmkarte gegeben. Anmelden wie im “Falter” angegeben war, musste man sich auch nicht, Gerhard Jaschke und Christian Katt und einige Damen sind auch erschienen und um halb acht wurde dann das Mikrophon ausprobert.

Das hat wie auch in den vorigen Jahren gestreikt. Birigt Schwaner hat die Lebensläufe der beiden Lesenden vorgestellt und Petra Ganglbauer hat zuerst aus ihren Prosaband “Die Tiefe der Zeit geht”, wo es um ein kleines Mädchen und seine Großmutter geht und offenbar die Zeit vor dreißig Jahren beschreibt, dann ging es zu dem Gedichtband “Aschengeheimnis” und da ist das Zuhören schwierig geworden, denn aus dem Cafe drang der Donauwalzer woran sich offenbar eine amerikanische Touristengruppe vergnügte. Die Klimaanlage war auch sehr stark eingeschaltet, so daß es sehr kalt war und die Akustik schlecht, so daß Petra Ganglbauer mehrmals ihren Standpunkt wechselte und einige Gedichte wiederholte.

Der 1952 geborene Friedrich Hahn , der schon fünfzig Bücher geschrieben hat und mit Siebzehn damit angefangen hat, hatte schon seine erste Veröffentlichung im ersten “Podium” und hat, wie er erzählte experimentell zu schreiben begonnen. Dann einige konventionelle Romane geschrieben und ist jetzt mit dem plotlosen Roman “Leergut” wieder dorthin zurückgekommen. Ein Text ohneHandlung, wo er jeden Tag einfach vor sich hingeschrieben hat und die Zahl dreißig ist erst spät vorgekommen und aus diesem Prosatext hat er auch ein Gedicht gemacht, das erebenfalls noch vorgelesen hat und dann hat er sein Buch und sein Podium-Portrait zu einem Sonderpreis von zwanzig Euro verkauft, andere Broschüren sind auch noch aufgelegen und seine Tochter hat er noch erzählt, hat heute auch ihren dreißigsten Geburtstag gefeiert.