Drei frauenlose Herren

Es war Mittag, als die drei Herren, alle um die Siebzig, Fahrradhosen, entsprechende Jacken, ein schickes Stirnband oder Kopftuch, um die weißen Haare gestülpt, den Marktplatz erreichten und sich auf einen der dort aufgestellten Restauranttische setzten. Die Räder auf denen die Helme baumelten hatten sie schon abgestellt. Platz genommen und nach der Speisekarte gegriffen.

“Die Atomsphöre verlangt Ruhe!”, sagte der am extrovertierten Wirkende mit dem braunen Stirnband.

“Wenn ich das gewußt hätte, daß du so auf Eile drängst, Alex, hätte ich meine Unterlagen für die Steuererklärung, die ich auf unserer Reise machen wollte, nicht mitgenommen!”

“Brauchst du nicht, Werner! Ich dränge auch gar nicht und du kannst deine Erklärung, wenn wir im Hotel angekommen sind, auch erledigen! Weiß ich doch, daß du, obwohl schon Pensionist noch immer freiberuflich tätig bist!”, sagte der mit Alex angesprochen, der ein Kopftuch, um seine Haare gebunden hatte und einen intellektuellen Eindruck machte.

“Ich komme ja von der Semper Oper und war dort in der Regie tätig!”, sagte er zu dem Dritten in der Runde, der das gerade festgestellt hatte.

“Jetzt bin ich, wie wir alle in Pension und geniesse unere E-Bike Main Tour! Drei Tage sind wir drei Herren schon unterwegs und werden uns noch drei weitere gönnen, bis es wieder nach Hause geht! Aber jetzt schauen, was wir uns Schönes bestellen können? Was meinst du, Werner? Du bist ja als Gourmet bekannt, was würstest du empfehlen?”, fragte er den am extrovertiertest Wirkenden, der seine Radhandschuhe vor sich abgelegt hatte.

Die Speisekarte hatte er schon in der Hand. Blickte hinein und sagte nach einer Weile “Den Schinken mit Brotteig, würde ich euch empfehlen! Und dazu einen gepflegten Silvaner! Aber ihr seid Biertrinker, wie ich in den letzten Tagen bemerken konnte!” und nickte dem Fragenden zu.

“Du hast recht, Peter genießen wir unsere frauenlose Auszeit! Sechs Tage am Main entlangradeln ohne die holde Gattin, die, weil sie, obwohl ebenfalls schon in Pension, etwas zu erledigen hat und daher nicht mitkommen konnte!! Das muß sich lohnen und das wollen wir geniessen! Aber verzeih, Peter, ich weiß, du bist betroffen, denn du hast deine Hannelore erst vor zwei Monaten durch einen schlimmen Krebs verloren und trauerst, wie ich mir vorstellen kann, noch sehr um sie! Der Alex ist und war ja immer Junggeselle und kann meine frauenlose Freude und kurze Strohwitwerzeit nicht so recht verstehen!”, sagte er launig und nickte der blonden Kellnerin in der rotgestreiften Bluse, die an den Tisch getreten war und “Haben die herrenschon gewählt!”, wissen wollen, zu.

“Haben wir, liebes Fräulein, nicht wahr, Peter und Alex? ich nehme jedenfalls den Schinken im Brotteig und ein Viertel Silvaner und die beiden Herren hier wählen sicher Bier, wenn ich mich nicht irre?”

“Tust du nicht!”, antwortete, der Alex genannte und sagte zu der Kellnerin “Ich nehme den Matjesherig dazu!” und Peter hatte sich ebenfalls für den Schinken entschieden.

“Eine gute Wahl! Geht in Ordnung! Wird gleich bestellt und serviert!”, sagte die Kellnerin in der hier üblichen Freundlichkeit und der extrovertierte Werner, der inzwischen in sein Handy geblickt hatte, schaute auf und wollte “Was sagt ihr dazu?”, von seinen Freunden wissen.

“Was meinst du? Du liest sicher die Nachrichten! Erzähl uns, was es Neues gibt auf der Welt? Gibt es Nachrichten von den Grünen? Wollen die uns wieder, die Freude auf unser Eigenheim und unser Auto nehmen? Aber damit treffen sie uns nicht! Sind wir doch E-Bikefahrer und das ist, denke ich, erlaubt und freut die Regierung, obwohl der Schinken könnte den Veganern madig aufstoßen! Vielleicht kommen sie auch in diese schöne Schneewittchenstadt, die wir uns, bevor wir weiterradeln, noch ansehen sollten und wollen dem Werner und dem Peter den Schinken ausreden! Aber wenn ich mich so auf den anderen Tischen umsehen, wo die Schaufele und die Bratwürste dominieren, kann ich euch Entwarnung geben! Da hätten sie sicher mehr zu meckern, als bei uns und können, da wir ja brav den Mainz hinunterradeln, mit uns zufrieden sein.

“Beruhie dich, Alex!”, sagte nun der extrovertierte Werner.

Und entspann dich auch, denn militante Veggganer sind keine da! Ich sehe nur an dem Tisch hinten, drei munterte Damen, die sich an einer Flasche Sext erfreuen und dabei viel zu lachen haben und einige Familien, die Käsespätzle essen! Da kommt aber schon die Kellnerin mit meinen Wein und euren Bieren! Also Prost! Geniessen wir unsere neue Herrenfreiheit, die Radfahrt und den Silvaner! Er schmeckt wirklich ausgezeichnet! Den könnte ich euch Biertränker sehr empfehlen!”, sagte er, strich sich mit der Zunge, über seine Lppen und den Bart und nickte den anderen, so wie der freundlichen Kellnern, die ebenfalls “Wohl bekomms den Herren!”, sagte, zufrieden zu.

In der Schneewittchen-Stadt

Als wir vor ein paar Wochen in Leipzig waren, hat mir Andreas ein Fotobuch bezeigt, in dem Bilder von seiner Radtour waren, die er im Vorjahr offenbar mit seiner Familie machte und da ist Lohr am Main vorgekommen und es gab verschiedene Schneewittchenskulpturen und Bilder zu sehen. Und als ich dann noch mitbekam, daß wir bei unserer Main-Radfahrt auch dorthin kommen, war ich sehr gespannt und habe mir eine Art Schneewittchenmuseum, wie das Karikaturmusem in Krems vorgestellt, wo ich im Shop ein passendes Geschenk für den vierten Geburtstag der kleinen Lia kaufen kann.

Dann sind wir ungefähr in der Mitte unserer Reise, die bisher trotz einiger Erschöpfungsmomente und Verspannungen gut mit vielen Bücherfunden und Weinerlebnissen, gut verlaufen ist, von Karlstadt die dreißig Kilometer dorthin geradelt. In einer kleinen Stadt durch die wir durchgekommen sind, gab es vor einem Papiergeschäft zwei Kisten zur freien Entnahme. In einer lagen Schulkalender, in der anderen bunte Maske, die man vor den sterilen FFP2-Masken tragen mußte und da hat es eine kleine mit Eulen und eine andere bunte gegeben, die ich für die Anna als Erinnerungsgack mitgenommen habe.

Weinhaus Mehling in Lohr am Main

Vor zwölf haben wir die Lohrer Altstadt erreicht, in einem Gastgarten Mittag gegessen. Ich Rostbratwürstl mit Sauerkraut, der Alfred Käsespätzle gegessen und dabei drei ältere Herren beobachtet, die von der Semper-Oper schwärmten, Schinken im Brotteig aßen und dazu einen Silvaner oder Bier tranken.

Dann sind sie mit ihren E-Byces weitergefahren und wir zum Hotel Bundschuh gegangen, ein, wie im Führer stand, anderes Hotel mit einem bunten Schuhdesign, das man am Haus, an den Wandbildern und Tapeten bewundern kann. Und wo ich eine Toruistenbroschüre “Es war einmal… Schneewittchen eine Lohrerin”, bekam, auf dem am Cover ein schönes Mädchen in einem blauen Kleid, langen Haaren und einen Apfel zu sehen war.

“Ein Büchlein aus Lohr zum Träumen, entdecken und immer wieder lesen” in dem ich, während der Mittagspause entdeckte, daß es ein einen “Schneewittchenwanderweg”, eine “Schneewittchenrallye” und die Lohrer Annahme gibt, daß Schneewittchen, daß ja aus der Volksmärchensammlung der Gebrüder Grimm stammt, am 19. Juli 1725 im Lohrer Schloss, als Tochter des Freiheit Philipp Christoph von Ertal auf die Welt kam und die eine Stiefmutter hatte, der er zur Hochzeit offenbar den berühmten Spiegel schenkte und die, das Freifräulein Maria Sophia Margareta Catharina dann über die berühmten sieben Berge jagte, die man auf den fünfunddreißig Kilometer langen Wanderweg auch entdecken kann und die Zwerge, die im Ort überall als Pappfiguren aufgestellt sind, waren kleinwüchsige Menschen, die es im achtzehnten Jahrhundert in Lohr gegeben hat, die, als Bergarbeiter tätig waren und offenbar auch Kapuzzen trugen.

Im Hotel Bundschuh

Das wäre also, behauptet das Büchlein, die Geschichte oder der Urspurng des Märchens, das 1986 dem Lohrer Apotheker und Historiker Dr. Karlheinz Bartels, unterstützt von seiner Stammtischrunde, eingefallen ist.

“Und wers nicht glaubt, zahlt einen Taler”, denn die Brüder Grimm stammten aus Hanau, in das wir im Lauf unserer Reise auch kommen werden, “wo sie sicherlich von den Lohrer Begebenheit gehört haben”, wo auch der Glassarg und die eisernen Pantoffeln auf die Glasmanikatur und Eisenhämmer im früheren Spessart hinweisen und Lohr hatte seine Touristenattraktion.

Nicht nur die aufgestellten Pappzweige, sondern auch verschiedenen Skulpturen und Bilder, die man in der Stadt sehen kann.

So sitzt ein modernes weißes Schneewittchen auf einer Bank neben dem man sich fotografieren lassen kann.

Am Spielplatz gibt es ein Zwergenhäuschen und am Schloßplatz, wo es heute das “Spessartmuseum” gibt, wo es auch den berühmten Spiegel zu besichtigen gibt, erscheint an bestimmten Sonntag, das Schneewittchen mit einem Korb und verteilt Äpfel an die Passanten oder liest den Kindern, das Märchen vor.

Man kann das Schneewittchen auch buchen oder, wenn das zu aufwändig ist, die Räselralley machen. Nämlich zu den in der Stadt verteilten sieben Zwergenmützen gehen und die darunter versteckten Fragen auflösen. Die Kinder können sich in der Touristeninfo ein Malbüchlein holen und in dem erwähnten Prospekt, ist sowohl das Märchen zu lesen, als auch die verschiedenen Attraktionen und Angebote, wie der Wanderweg und die Ralley, beschrieben und so bin ich mit dem Alfred auch auf den Spuren Schneewittchens durch die Stadt gegangen, habe sowohl den Bücherschrank, in dem eine Annie Erneux lag, von der ich noch nichts gelesen habe, entdeckt, der aber gar nicht so leicht zu betreten war, weil er von Jugendlichen umringt war, die ihn zum Fußballspielen benützen, als auch die Mützen gefunden und eine Ansichtskarten vom “Märchenhaften Lohr am Main mit dem Schneewittchen, dem Schloß und den sieben Zwergenmützen, kann man auch nach Hause schicken.

Eine literarische Jubiläumsdiskussion

Es ist so weit, ich schreibe jetzt schon mindestens fünfzig Jahre literarisch, gebe seit etwa zwanzig Jahren meine Bücher selbst heraus, das heißt, ich lasse sie mir immer fünzig Mal drucken, weil ich keinen Verlag dafür gefunden habe. Cirka sechzig sind da schon entstanden, die das Schreiben zum Thema haben, sich mit depressiven Frauen und den gesellschaftlichen Zuständen beschäftigen. Zwei Kinderbücher gibt es auch. Zwei Erzählbände, drei “Literaturgeflüsterbücher”, weil ich seit 2008 ja das “Literaturgeflüster” betreibe, das demnächst sein fünfzehnjähriges Jubiläum hat, ja in diesem Jahr passiert sehr viel und da habe ich mich ja 2020 mit meinem Schreiben und meinen Büchern beschäftigt, wo meine Schreibartikel enthalten sind und die Leseproben von meinen Bücher die seit 2008 bis 2020 entstanden. Das sind etwa siebenundzwanzig und 2020 war ja bekanntlich das Corona-Jahr,,, wo diese Krise mit Lockdowns, Ausgangssperre, Lockdown für Ungeimpfte, mit Imfp-, Test und Maskenpflicht begonnen hat und das hat mich ja auch zu einem Corona Texte Buch und unzähligen Blogartikel dazu inspiriert und etwa zwölf Bücher sind darüber entstanden,, zwei davon sind noch in der Produktion und wenn sie fertig sind stelle ich sie dann in meinen Blog vor. Es gibt eine Vorschau, ein Gewinnspiel mit drei Fragen, wo man das Buch bekommen kann und eine Aufforderung zu einer Leserunde, also den Wunsch über das Buch zu diskutieren.

Das mache ich schon seit einigen Jahren, der Erfolg ist sehr gering. Einmal habe ich in der Schreibgruppe als es sie noch gab das Buch verteilt.

Da hat mir glaube ich die Ruth und die Doris Kloimstein was dazu geschriebene, aber sonst hat sich außer dem lieben Manfred Lagler-Regall niemand gemeldet, der die Gewinnspielfragen auflöste und als ich ein paar der Bloggerkollegen, die ja immer meinen, daß sie jedes und alles lesen, fragte, ob sie ein Buch von mir besprechen wollten, haben die entweder nicht geantwortet oder gemeint, daß sie leider keine Zeit dazu hätten.

Warum weil sie Angst haben etwas Selbstgemachtes zu besprechen oder zu verreißen? Verreißen brauchen sie es natüriich nicht. Sie könnten so wie ich es tue, den Inhalt zusammenfassen und ihre Meinung dazu schreiben. Da können Sie ja auch schreiben, daß ich mich nicht so hundertpro an die Rechtschreibung halte, nicht experimentell und vielleicht auch nicht so abgehoben bin.

Richtig, da gab es ja auch die JuSophie , meine zweite Kritik- oder Spamerin. Die habe ich jetzt vergessen und die hat mir als ich ihr “Mimis Bücher” gegeben habe, das Buch, wenn auch nur widerwillig besprochen, weil es ist ja selbstgemacht und der liebe Uli mein dritter Kritiker hat das für die “Unsichbare Frau”,, wo er ja auch eine Vorbildfunktion hatte auch getan und der ist es ja, obwohl er ja selbst sehr kritisch ist und über alles, was ihm nicht gefällt sehr drastisch schimpft, die Regellosigkeit vorgeworfen, weil ich ja immer schreibe, daß mir die Rechtschreibung eigentlich egal ist.

inzwischen habe ich gelernt mich doch daran zu halten, würde aber noch immer sagen, daß das meine Art von Freiheit ist und ich auch bezüglich Corona eher der Freiheitsfraktion angehört habe und mich nicht testen und impfen ließ und auch keine Masken trug, weil ich mich nicht zu etwas zwingen lassen wollte, was, wie sich jetzt herausstellt doch nicht so gefährlich war, wie es dargestellt wurde.

“Fehler korrigieren!”, schreien also der Uli und das Fräulein Rottenmeier, das mir inzwischen gelegentlich kommentiert und bringen dazu Vergleiche, wie daß man bei einem Unfall auch nicht wegschauen darf oder sich an Verkehrsregeln halten muß. Muß man natürlich vor einer roten Ampel um zwölf Uhr mittags stehen bleiben, weil sondst wahrscheinlich was passiert. Um zwölf Uhr nachts, wenn die Straße leer ist, hat das wahrscheinlich wenig Sinn und das wäre dann die Selbstverantwortlichkeit, ,daß man selbst entscheidet wo etwas sinnvoll ist und wo ncht und da hat mir der Alfred vor Jahren ein anderes selbstgemaachtes Buch mitgebracht, was jetzt hoch aktuell wäre, leider finde isch es nicht mehr. Aber da gibt es eine Geschichte von einer Diktatur, wo den Leuten beigebracht wurde, immer vor Ampeln stehenzubleiben, weil sie sonst einen elektrischen Schlag bekommen und so stehen und stehen sie vor roten Ampel auch wenn längst kein Auto kommt und vor dem Kühlschrank wurde die Kalorienzuteilung auch rationalisiert.

Ich schreibe also ein bißerl schlampert und im Verborgenen vor mich hin, weil ich auf meinen Blog außer ein paar Freunden nur ein paar Spamer haben, die sich über meine Fehler lustig machen, statt sich für das, was ich schreibe, interessiert.

Das stimmt auch nicht ganz, denn als ich 2003 beim Ö1 Quiz mitgemacht habe und dafür nach Graz gefahren bin, hat sich die Doris Glaser für mein “Best of 2” interessiert und es sich geben lassen und die Katja Gasser, hat das als ich mit ihr einmal nach einer “Leseauslese” diskutierte, auch getan und mir das Buch dann kommentarlos zurückgeschickt und auch Malte Bremer, der Kompagnon von Wolfgang Tischer im Literaturcafe hat das auch getan und das hat mich auf die Idee gebracht, als weitere Jubelaktion eine Diskussion mit Günther Kaindlsdorfer bei dem ich auf der “Buch Wien” auch einmal bei einem Literaturquize mitmachte und den ich, glaube ich, nervte weil ich bei den Fragen immer vorgeschrien habe, um ein Buch zu gewinnen und jetzt mit ihm auch in der “Ohrenschmaus-Jury” bin, Katja Gasser, Klaus Kastberger, den Literaturdoyen und Daniela Strigl diskutieren oder sie über mein Schreiben befragen könnte?

Natürlich nur virtuell, weil sie real wahrscheinlich nicht kommen würden, weil keine Zeit oder sie mich nicht für literarisch genug halten.

Aber das wäre ja ein Diskutssionsthema, was wollen die Leute lesen und worüber schreiben die, die nicht Peter Handke, Cornelia Travnicek oder Marlene Streeruwitz heißen und das wäre interessant. Bei der Diskussion im Literaturhaus vor ein paar Wochen und bei der zu fünfzig Jahre GAV wurde auch über dieses Thema dikutierte, daß immer weniger Leute lesen, dafür immer mehr schreiben, die dann auch Möglichkeiten haben ihre Bücher selbst zu veröffentlichen, so wie ich zum Beispiel oder auch bei “Amazon” einzustellen und das hat sich ja in den letzten Jahren positiv verändert, vovher gab es nur die Selbstzahlerverlager, die viel von einem verlangten, einen seltsamen Verträge unterschreiben ließen und dann nicht viel dafür boten. Jetzt kann man seine Bücher leicht selbst herausgeben und das Schreiben kann man beispielsweise bei Jurenka Jurk, deren Gratiswebinare ich ja sehr gern besuche, auch lernen.

Das Bücherschreiben ist also kein Problem. Die entsprechenden Leser dafür zu finden wahrscheinlich schon, denn die können ja inzwischen streamen, Netflix gucken oder Computerspielenund haben für das Lesen noch viel weniger Zeit, als vorher und deshalb wurde ja vom deutschen Buchhandel 2005 auch der deutsche Buchpreis geschaffen, wo um die Frankfurter Buchmesse aus zwanzig Neuerscheinungen, das beste Buch herausgesucht werden sollte, das man dann zu Weihnachten seiner Schwiegermutter schenken oder auch sich selber kaufen konnte.

In die Jury wurden anfangs die hehren Literagturkritiker, wie Daniela Strigl oder ihre deutschen Kollegen bestellt und die wählten dann Bücher von Reinhard Jirgl, Ulrich Petzer, etcetera aus und die Buchhändlier schrieen “Wer soll das lesen? Das können wir nicht verkaufen!”

Die Wiener Buchhändlerin Petra Hartlieb, die selbst schreibt, hat das, als sie in der Jury war, auch getan und da sind wir wieder bei der Frage, was die Leute, die noch lesen, lesen wollen?

Krimis, Sachbücher, Chicklits und nicht meine Bücher, ist die einfache Antwort. Aber auch nicht die Streeruwutz und den Peter Handke wahrscheinlich und diese Bücher werden nicht ausgwählt. Keine Krimis und Phantasy auf den Buchpreislisten, außer sie haben berühmte Autoren und das ist wahrscheinlich auch das Dilemma der Gegenwartsliteratur, daß die Experimentellen, die Wiener Gruppe, H. C Artmann und Ernst Jandl um bei der Wiener Literaturgeschichte nach 1945 zu bleiben, hatten wahrscheinlich auch kein großes Lesepublikum, sind aber jetzt im Museum und in Symposien zu finden.

So ist das mit der Literatur und ich, die ich ja viel und eigentlich alles, wenn auch inzwischen immer langsamer, lese, finde es eigentlich schade, daß da nur von Kritikern und Experten zwanzig Bücher pro Jahr ausgewählt werden, die sie für lesenswert halten, die Durchschnittsleser, die ja, wie ich hörte, jetzt nur mehr vier Bücher im Jahr lesen, nicht interessieren.

Meinetwegen können die Leute alles lesen. Krimis, Fantasy, Liebesromane, etcetera. Ich finde es auch schön, wenn alles schreiben und wenn sie mir ihre Bücher zum Lesen anbieten, lese ich sie auch und schreibe darüber ohne die Sätze: Das ist das Schlechteste was ich je gelesen habe, zu verwenden, denn das brauche ich nicht, auch wenn ich sie für schlechter als meine halten würde.

In diesem Sinne bin ich schon bei der Vorschau auf fünfzehn Jahre Literaturgeflüster, das ja demnächst gefeiert werden wird und ich mir schon Leser wünsche, die sich trauen meine Bücher zu lesen und dann ihre Meinung dazu sagen und vielleicht nicht nur “Da ist ein Fehler! Da ist das “s” falsch geschrieben oder es wurde ein “r” vergessen!”

Da ich der Meinung bin, daß eigentlich alles was gescrhieben wird, interessant sein könnte. Man müßte sich nur die Zeit nehmen, sich ein bißchen länger damit zu befassen und nicht gleich beim ersten Fehler aufschreien und das Buch wegschmeißen, denn dann übersieht man viel. Das habe ich schon oft erlebt.

Fünfzig Jahre Matura, fünfzig Jahre schreiben

Es ist soweit, während ich mit dem Alfred den Main entlangradle, kann ich mein fünfzigjähriges Maturajubiläum feiern. Und da bin ich ja sehr euphorisch in das Leben und die Zukunft gegangen. Hatte ich ja schon zwei Jahre vorher beschlossen, nach meiner Matura Psychologie zu studieren und zu schreiben.

Das heißt geschrieben habe ich schon früher. Ab da wars ein literarischer Plan und da hatte ich, meine Leser wissen es, sehr große Pläne.

Den “Nobelpreis” wollte ich gewinnen, ich schreibe es wieder, was vermutlich ein Synonym für die literarische Anerkennung war, die ich mir wünschte und leider nicht bekommen habe.

Daher auch nach fünfzig Jahren ein großes Jammern, obwohl ich mit meinen Input eigentlich zufrieden bin.

Aber 1973 bin ich zuerst nach England gefahren und habe dort ein Workcamp im Westpark Psychiatric Hospital gemacht. Vorher hatte ich schon eine Erzählung geschrieben.

“Satre und Camus auf jeder Seite und noch sehr inspiriert vom Literaturunterricht der Frau Prof Friedl!”, habe ich es später beurteilt und den Text nie korrigiert und auch nicht zu veröffentlicht versucht, nur ein paar Leuten gezeigt, die, glaube ich, nicht viel damit anfangen konnten. Ich war noch sehr unsicher und hatte keinen Kontakt zum Literaturbetrieb. Daß sich da ziemlich zeitgleich die GAV gegründet hat, habe ich zwar im Radio gehört, aber nicht viel Ahnung gehabt, was das ist?

Aber viel gelesen und weitergeschrieben. Am Abend nach den Vorlesungen und am Wochenende, wie ich das plante. Ist aber nicht so ganz gegangen. Da war die Unischerheit wohl zu groß. Ein paar ebenfalls nie veröffentlichte Texte sind aber entstanden, bis ich mit der “Einladung zum Tee”, die der der Monika und Gerhard nicht sehr gefallen haben, wieder einen gelungenen Text zusammengebracht habe.

Die Monika hat mir aber eine Lesung im “Lteratureck” in der “Alte Schmiede” vermittelt. Da habe ich, glaube ich, einen Text von einer Ursula, die aus Klagenfurt stammt, gelesen und die “Literatureck-Teilnehmer”, es war noch eine Frau dabei, wurden damals von zwei Autoren kommentiert.

Bei mir waren es Gustav Ernst und Marie Therese Kerschbaumer und die habe ich schon von “Arbeitskreis schreibender Frauen” gekannt, in den mich auch die Monika gebracht habe.

Da habe ich ja kontakt mit der Christa Stippinger, der Valerie Szabo-Lorenz, der Bruni Langthaler, der Elfriede Haslehner, der Bärbl und der Erika Danneberg und höre und staune mit Arthur West bekommen und habe mich mit einigen Frauen noch jahrelang regelmäßig getroffen, um unsere Texte zu besprechen und einander vorzulesen.

1987 bin ich, glaube ich, in die GAV aufgenommen worden. Da hatte ich auch schon angefangen meine Texte an Zeitschriften und Verlage zu schicken und mich für Stipendien beworben.

Das Feedback war nicht sehr gut. Aber als die “Hierarchien”, in denen ich meinen Weggang von der Klinik beschrieb, fertig waren, habe ich schon daran gedacht, um einen Zuschuß fürs Selbermachen beim Unterrichtsministerium anzusuchen. Da habe ich Jack Unterweger, der meine Texte veröffentlichte, geschrieben und der hat das Buch dann in der “Edition Wortbrücke” herausgebracht.

Die Reaktionen waren furchtbar. Ein paar vernichtende Kritiken, so daß ich länger dachte, ist halt ein Anfängerwerk, als ich es aber später durchgelesen habe, habe ich gedacht, so schlecht ist das eigentlich nicht, aber halt nicht sehr experimentell, sondern realistisch psychologisch, wie ich es einordnen würde und ich habe weitergeschrieben.

Bin zu Literaturveranstaltungen gegangen, habe Lesungen organisiert 2001 und von 2003-2009

den “Tag der Freiheit des Wortes” und da auch aus meinen Werken, für die ich keinen Verlag gefunden habe, gelesen.

Ein paar Jahre habe ich auch die “Die Mittleren -Literatur von Frauen” veranstaltet und da Schwierigkeiten mit den Literaturhaus gehabt und ab 2000 habe ich begonnen meine Bücher selbst herauszugeben. Das heißt mir immer fünfzig Stück drucken lassen ISBN-Nummer verzichtet und seit 2008 blogge ich auch.

Das heißt, da berichte ich inzwischen fast täglich über mein Schreiben, mein Lesen und was so in meinen Leben noch so passiert und im weitesten Sinn literarisch ist und da kann ich mich eigentlich nicht beklagen, sind doch inzwischen an oder über sechzig selbstgemachte Bücher entstanden und in meinem zweiten “Literaturgeflüster Buch”“Mein schreiben meine Bücher” kann man auch einbißchen darüber nachlesen, über welche Themen ich schreibe und wie meine Bücher entstehen.

Pastor Rudolf B., den ich in dem Workcamp, das ich, 1976, glaube ich, in Hamburg machte, kennenlernte, hat mir einmal geraten, nur für mich selbst zu schreiben, weil es mit dem literarischen Erfolg nicht so klappete. Da habe ich empört den Kopf geschüttelt und “Die Jelinek!”, tut das doch auch nicht gesagt.

Inzwischen tue ich es aber, ich schreibe für mich selbst, stelle meine Bücher im “Literaturgeflüster” vor, lese auch gelegentlich daraus bei der “Poet Night”soder andere Veranstaltungen zu denen ich eingeladen werde.

Seit 1987 gibt es auch mein literarisches Geburtstagsfest, von dem nicht ganz klar ist, ob es die Corona-Krise überleben wird und gehe auch bewußt in mein einundfünfzigstes Schreibejahr und da kann ich einmal sogar ein bißchen weniger jammern, denn 2023 war bis gar nicht so schlecht, so hat mich doch Alex Hartl zu Beginn des Jahres eingeladen, meine Erfahrungen mit Erika Danneberg zu berichten, in der Jury des “Ohrenschmauses”, dem Literaturpreis für und von Menschen mit Lernschwierigkeiten bin ich seit 2007 auch und lektoriere da gerade das Buch von Peter Gstöttmeier, der diesmal das Stipendium bekommen hat.

Ich habe bei der KritLit gelesen und wieder mal beim “Tag der Freiheit des Wortes”, der inzwischen von der Monika Gentner organisiert wird.

Nur mit dem Volksstimmefest bei dem ich die letzten Jahre regelmäßig las, scheint es nichts zu werden, das wäre dann wein weiteres Corona-Opfer, wo kann ich mich da beschweren?

Ansonsten mit einem lachenden und einem weinende Auge mein literarisches Leben, das mir ja sehr wichtig ist, betrachten. Schade, daß nichts daraus geworden ist, abder eigentlich ist es das ja, denn ich habe wirklich sehr viel geschrieben und glaube auch, wie es mir Dietmar Füssel einmal sagte, daß ich eine sehr gute Kennerin der zeitgenössischen Literatur bin und mit dem “Lteraturgeflüster” auch ein enrmes Archiv über den Wiener Literatur betrieb geschaffen habe, das allerdings sehr persönlich und wie ich immer höre, auch nicht fehlerfrei ist.

Bierkeller und Weinstuben in Franken

Als wir mit dem Zug von Nürnberg nach Bamberg gefahren sind, haben wir sehr viele Angeheiterte, die fast vor dem Klo eingewchlafen sind, gesehen. Gute Stimmung, denn es war ja Feiertag. Christi Himmelfahrt oder Vatertag oder vielleicht beides, je nachdem und die extravertierte Frau, die nach Schweinfurth wollte, um dort mit Thüringer Bratwürsten ihren Geburtstag zu feiern und ein freundlicher Passant haben uns, als ich fragte, wo wir in Bamberg essen könnten, auf die vielen Bierkeller oder Biergärten, die es in Bamberg gibt, hingewiesen.

Die haben wir dann nicht gefunden oder hatten schon oder noch geschlossen oder Mittagspause, weil zu wenig Personal. Aber als wir um vier dann doch etwas zu Essen gefunden war, waren wir in einem Lokal, wo die Gäste neben uns fünf kleine Biergläser auf einen Brett stehen hatten und abwechselnd daraus tranken.

Das war die Bierprobe, die ich dem Bier trinkenden Alfred auch empfohlen habe, er aber nicht genommen hat.

Dafür sind wir am Rückweg in das Bierhaus gegangen, in dem wir schon am Hinweg essen wollten. Gute Stimmung, große Gruppen mit vollen Biergläsern. Der Alfred hat für mich ein Glas Weißwein geholt, etwas anders hat es dort offenbar nicht gegeben. Iin dem Lokal davor bin ich unter Frankenweine schon auf den Rotling aufmerksam geworden. Eine Spezialität von hier, offenbar eine Mischung zwischen weißen und roten Trauben. Dann sind wir nach Hassfurt weitergahren, wo der Alfred während des Spaziergangs, als ich meinen Mittagschlaf machte, zwei Weinstuben gefunden hat. Die eine war wegen Urlaubs geschlossen.

Man merkt den Pandemie- oder anderswert bedingten Personalmangel. Die andere war auch ein Geschäft, das nach achtzehn Uhr aber keinen Wein mehr verkaufte und alles, auch eine Spezialität von hier, reserviert. Im Oberstock aber an einem Vierertisch noch zwei Plätze frei. Der Chef hats erlaubt, daß wir uns dazusetzte und das Paar, das offenbar regelmäßig aus Schweinsfurth herkommt und mit dem wir uns sehr intensiv über den Neusiedlersee, Corona und anderes unterhalten haben, hat sich sehr gefreut und eine große Wein und Speisekarte, hat es auch gegeben und eine Kellnerin, die regelmäßig nachfragte, ob alles in Ordnung sei?

Ich habe mich unter die roten Frankenweine umgesehen und einen “Domina” getrunken zuerst ein großes, dann ein kleines Glas und das Kaffee in dem wir am nächsten Tag auf den Weg nach Schweinsfurth Halt machten, hat Frankenschorle, so heißt hier der Gespritze angeboten angeboten.

“Ist das weiß?”, habe ich gefragt und dann eine rote Variante bekommen. Am Abend in eine Brauerei, die draußen Tische hatte. Auch alles reserviert. Schon am Nachmittag, um die Leute während der personalbedingten Mittagspause fernzuhalten und dann auch am Abend. Man konnte sich aber problemlos hinsetzen und die Kellnerinnen, junge Frauen, waren sehr freundlich und haben mit den auch schon angeheiterten Gästen fast geschäkert.

Ich habe, glaube ich ein Glas “Schwarzriesling” getrunken und in Volkach sind wir am Sonntag nach dem wir von der verschlossen Kirche die Weinberge hinuntergefahren waren, auf der Haupstraße zwschen verschiedenen Weinstuben und Weingütern vorbeigekommen.

Das angeblich “Schönste Buchcafe der Welt”, das bunte Tische und Sessel auf der Straßestehen hatte, aber verschlossen war, haben wir auch gesehen und uns beim Weingut Martin auf einen hohen Tisch gesetzt, wo ich zuerst einen Grantapflesecco, so heißt hier der Sekt, getrunken habe und dann eine Zehnerweinprobe bestellt. Das war zehnmal 0,025. Der freundliche Wirt hat einen Zettel gebracht, wo man sich aus der Karte die Sorten aussuchen konnte. Fünf Mal rot, fünf mal weiß, denn ich bin ja eine Rotweintrinkerin.

Die Leute um uns herum, haben fast alle WWeißweingläser in der Hand gehalten. “Weiß. oder Grauburgunder” und “Riesling” glaube ich.

So hat sich auch der Alfred fünf solche Sorten ausgewählt und ich habe wieder mit dem Rotling, der wie ein Rose aussieht, begonnen, dann “Domina” und “Schwarzriesling”. Ein Barrique war auch dabei und der freundliche Wirt hat uns alles aufgeschrieben, als er zweimal fünf Gläser brachte und die Reihenfolge vorgeschlagen.

Allerdings zuerst die Weißvariante für den Alfred. Nach einer Pause sind die Rotweingläser drangekommen. Inzwischen haben sich zweimal zwei Leute an unseren Sechsertisch, zwei Paare gesetzt, mit denen wir uns auch gut unterhalten und interessanterweise über den Neusiedlersee geplaudert haben, die auch Weißwein bestellten. Ein Fußballspiel hat es auch gegeben, so daß wir gleich die Resultate mitgeteilt bekamen, über sie sich alle freuten.

Dann ist es mit dem fränkischen Weintrinken weiter gegangen. Immer zu Mittag ein Glas oder wenn es gab einen Hugo und in Würzburg an der alten Mainbrücke gibt es auch einen Weinausschank. Man kauft sich ein Glas, zahlt fünf Euro Pfand für das Glas und stellt sich dann damit irgendwo hin. Irgendwo gibt es auch Bänke. da habe ich mich mit meinen roten Cuve, der Alfred hatte einen Weißen, hingestellt. Vis a vis stellte ein Musiker aus Spanien gerade seine Geräte auf und sang dann ein paar Lieder bis zuerst die Polizei und später die Sevurity kam, um ihn zu vertreiben. Das Weinglas durfte man auch nicht auf den Brückenrand stellen, aber sonst war es idyllisch schön, obwohl ein wenig kalt und winidig. Die Brücke mit den Weintrinkern aber gut besucht.

Nichts mehr davon hören wollen

Die Corona-Maßnahmen sind ja jetzt vorbei. Stillschweigend wurde die Pandemie für beendet erklärt, obwohl es eine Zeitlang täglich fünftausend Neuninfektionen gben. Aber jetzt sind ja alle geimpft oder genesen und die große Aufregung istvorbei. Man darf wieder ohne Paß und Impfnachweis ins Kaffeehaus und ins Kino gehen und die meisten Leute, die sich aus diesen Gründen impfen ließen, wollen nichts mehr davon hören.

Das läßt sich wahrscheinlich psychologisch erklären und viel ehaben vor dem Virus noch immer Angst, obwohl eigentlich kaum mehr in den Öffis und Theatern Masken getragen werden.

Als aber bei den letzten Landtagswahlen, die ÖVP überall verlor, verkündete Kanzler Nehammer, daß er die Corona-Maßnahmen aufarbeiten und eine Versöhnungskommission ,gründen wollte um die Gräben zu schließen.

“Toll!”, habe ich gedacht und als in NÖ, die schwarz blaue Regierung gebildet wurde, wurde da ja eine Corona-Aufarbeitung versprochen.

Leider kam diese Initiative von der FPÖ, deshalb schrieen alle “Das geht doch nicht, wir können und wollen den Schwurblern nicht die Hände reichen und die Bevölkerung will ohnehin nichts mehr davon hören!”

Für die ist Corona Gott sei Dank vorbei und man kann wieder ins Kino gehen, zum Friseur gehen und auf Urlaub fahren und jetzt sogar ins Spital ohne Maske. Da stehen zwar die jungen Leute mit den Securtiyjacken am Eingang und fragen dich “Hast du einen Termin?”

Maske braucht man nicht. Aber wie steht es jetzt mit der Aufarbeitung? Vor Ostern oder bis Ostern sollte die kommen.

Dann kam aber danach eine Konferenz, wo der Kanzler fehlte und beschlossen wurde, daß die “Akademie der Wissenschaften”, die, glaube ich, auch vorher in die Maßnahmen einbezogen wurde, die Aufarbeitung übernimmt und gleich sagte, daß sie keine Schuldzuweisungen geben würde, sondern Leute zu Diskussionen einladen würdeund diesen offenbar erklären, daß sie wissenschaftsfeindlich sind oder eine solche fördern wollen.

Denn der Durchschnittsmensch hat Corona satt und will nichts mehr davon hören, lebt wie vorher und freut sich, daß er ohne Maske wieder Straßenbahn fahren kann.

Verständlich oderdoch nicht ganz, denn wenn man nicht aufarbeitet, was da schief gelaufen ist und wieso so energisch mit Polizeigewalt Maßnahmen beschlossen wurden und über die Menschen drüber gefahren wurde, obwohl sich jetzt nach und nach herausstellt, daß das meiste unnötig war, ist die Gefahr sehr groß, daß das weitergeht, wenn der nächste Virus oder die nächste Krise kommt und die sind ja schon da, wir leben inzwischen in der zweiten, dritte, vierten oder was auch immer Angstwelle.

Die zweite war der Angriffskrieg auf die Ukraine und da hörte man vom Bundespräsidenten und von Frau Meinl-Reisinger, daß alle Volksfeinde wären, die keine Sanktionen und keine Waffenlieferungen wollen.

“Ist das nicht ein bißchen oder ein bißchen viel autoritär?”, habe ich gedacht und dann kam die Teuerung und die Inflation, unter der man inÖsterreich beispielsweise vielmehr, als in Deutschland, in dem ich mich gerade befinde, leidet.

Dort ist alles billiger. Kunststück denn in Österreich wurde sechszehnmal mehr getestet, als anderswo, obwohl sich jetzt herausstellt, was ich mir ohnehin immer schon dachte, daß das nichts brachte und, daß die Wissenschaftler, die dachten, daß sie durch eine Nullcovid-Theorie vielleicht den “Nobelpreis” bekämen, scheiterten und da denke ich, daß das nicht wissenschaftlich ist, wenn die das wirklich glaubten.

Die Inflation ist da und man hört täglich, der Mittelstand wird zerstrt, die Menschen wissen nicht mehr, ob sie essen oder heizen sollen und die Angstwelle geht munter weiter obwohl keiner davon spricht, daß das geschieht und die nächste Krise ist die Klimawende, wo sich die Klimakleber täglich irgendwo ankleben, weil sie ein Tempo Hundert erzwingen wollen, die haben auch Angst vor der Klimakatastrophe, obwohl es derzeit eigentlich sehr kalt ist und wenn die nächste Pandemie kommt, warum soll die kommen, wenn die vorige, die spanische Grippe 1918 oder 1920 war?

Aber wer suchtet, der findet, daher sind die Gesetze schon da, die das jederzeit wieder möglich machen und werden da die Menschen wieder so bereitwillig mitmachen und sich entmündigen lassen, obwohl das Ganze, wie sich jetzt herausstellt, mehr Schaden anrichtete, als daß es nützte.

Die Pharmafirmen haben ihren Profit gehabt, die Maskenfirmen und die Testhersteller. Da wurde Geld vergeudet und Millionen <impfdosen müßen weggefworfen werden.

Das wäre das, was aufgearbeitet werden sollte und was man nicht den Rechten in die Schuhe schieben kann, wenn die das verlangen .

“Den Schwurblern reiche ich nicht die hand!”, soll unser Gesundheitsminister, den ich eigentlich für sympathisch halte, gesagt haben.

Braucht er nicht, ich brauche keine Entschuldigung und ich bin auch keine Schwurblerin. Möchte das Ganze aber nicht noch einmal erleben. Deshalb braucht es eine Aufarbeitung, für die offenbar die Zeit noch nichgt reif ist.

Irgenwann wird sie kommen, höre ich dann immer, aber ob ich das erleben werde, bin ich eigentlich skeptisch und das wäre wirklich schade.

Deutsche Büchersuche

Als wir vor acht Jahren mit den Klapprädern von Ulm nach Regensburg gefahren sind, sind wir in Ulm schon am ersten Tag in einen “Tahalia-Bücherabverkauf” gekommen sind, so daß ich mir einen Stoß wahrscheinlich ein Euro Bücher gekauft, dann in meine Radtasche gepackt und bis nach Regensburg geschleppt und von dort nach Wien zurückgebracht habe und die entsprechende Lektüre für den Urlaub habe ich mir auch mitgenommen.

Deutsche Bücher in Deutschland, obwohl das ja etwas schwierig ist, weil in Österreich und der Schweiz ja auch Deutsch geschrieben wird. Viele der Bücher aber in deutschen Verlagen erscheinen und auch diesmal habe ich überlegt, was nehme ich auf die Radreise mit?

Da ich ja immer noch beim Leipziger-Buchpreis-Lesen bin war das nicht ganz so schwierig, obwohl die Übersetzungen, ja meist deutsche Übersetzer haben, die Bücher aber in Afrika oder Argentinien spielten.

Ich hatte aber Ulrike Drasener “Die Verwandelten” noch nicht gelesen und das Buch hat sechshundert Seiten und da ich für Angela Steideles “Aufklärung”n an die zwei Wochen gebraucht habe, habe ich mir nichts anderes mitgenommen, den beim Radfahren, noch dazu, wo wir diesmal den Laptop dabei habe, komme ich wahrscheinlich nicht viel zum Lesen.

Dann ist mir aber noch eingefallen, daß mir der “Verlag das kulturellen Gedächtnis” zwei E-Pubs geschickt hat und das sind wahrscheinlich auch deutsche Bücher. Also “Wer hat Bambi getötet” von einer schwedischen Autorin, aber von Antje Ravic Strubel übersetzt und bei “Residenz” erschienen zu Hause gelassen und auch das im “Mare-Verlag” erschienene Buch, das auch sehr umfangreich ist.

Also mit leichten literarischen Gepäck angereist. Da gibt es aber die Bücherschränke und an denen vorbei zu gehen, schaffe und will das eigentlich auch nicht schaffen. Allerdings war ich, als wir am Donnerstag in Bamberg ankamen, noch zu sehr auf das Mittagessen fixiert, daß ich darauf vergessen habe und als wir am Freitag durch Hassfurt gingen, habe ich den Alfred danach gefragt.

“Gibt es keinen!”, hat der geantwortet und zwei Minuten später sind wir auf der Hauptstraße in einen hineingelaufen und der war sogar gut gefüllt und hatte einen interessanten Inhalt. So weiß ich zwar im Moment nich, ob ich Reiner Kunzes “eines jeden einziges leben- Gedichte” nicht schon habe und kann, weil mein Computer ja kaputt gegangen ist, nicht in meinen Bibliothekskatalog nachsehen.

Aber Julia Francks “Der neue Koch” habe ich noch nicht gelesen und Barbara Bronnens “Die Tocher” wahrscheinlich auch nicht. Also hätte ich was zu lesen, wenn ich mit dem Mitgenommenen schneller fertig werde und in Hassfurt haben wir auch die Buchhandlung Glückstein, gleich vis a vis vom Bücherschrank, gesehen, die allerdings schon geschlossen hatte, so daß ich keine ein Euro Kiste erstürmen konnte. In der Auslage ist aber Robert Seethaler gelegen und Dörte Hansens “Zur See”, das ich schon in Wien vor ein paar Wochen gefunden habe und also eigentlich auch mitnehmen hätte können, wenn es auf meiner Leseliste gestanden wäre, aber da habe ich ja Altlisten abzulesen.

Am Samstag sind wir dann nach Schweinfurt geradelt, von dem ich während der Reise schon einiges gehört und Personen getroffen habe, die dort wohnen oder hinwollten und da hat mich der Alfred während wir das Hotel suchten, auf eine Buchhandlung, die einen großen Büchstapel davor aufgereiht hatte, aufmerksam gemacht. Verbilligt waren hauptsächlich die Taschenbücher und da habe ich mir einen Marco Balzano um drei Euro gekauft und der Besitzer oder Verläufer hat mir auch noch eine ganz altmodische handschriftliche Quittung ausgestellt.

Auf der Suche zum Hotel sind wir auch noch beim “Hugeldubel” vorbei gekommen, da habe ich einmal, vor vielen Jahren schon in Leipzig sehr viel eingekauft und jetzt eine Ein Euro-Kiste in der Auslage gesehen, so daß wir, als wir auf das Einchecken noch etwas warten mußten, hingegangen sind und da gab es wirklich sehr Interessantes, was ich mir als Souvenier von dieser Radreise mitnehmen kann und zwar Peter Esthazys” “Kleine Pornographie Ungars” zwar kein deutsches, aber sicher interessantes Buch, dann noch Taha Ben Jellouns “Zurückkehren” wofür dasselbe gilt. Aravino Adigas “Goden Boys” ebenso.

Bei Jana Hensels “Wie alles anders bleibt” wurde es dann schon deutscher, obwohl sich das Buch, glaube ich, auf die DDR und nicht auf Franken bezieht und Kassel gehört vermutlich auch nicht dazu, da gab es aber noch einen Reiseführer für die Dokumenta und der nannte sich “Schneewittschen und der kopflose Kurator” und das packte ich auch ein, weil wir auf unserer Reise ja noch in ein Schneewittchen-Dort kommen werden, also interessant.

Einen Bücherschrank gibt es in Schweinfurth, wo überall Schweine herumstehen, die wir vielleicht für die Ilse Kilic fotografieren könnten, natürlich auch und da lag, höre und staune Wilfried Steiners “Bacons Finsternis” aus dem “Deuticke-Verlag”, ausgeschieden aus einer Bibliothek, darin und das ist ein Lnzer. Es ist also sehr interessant, was man in deutschen Bücherschränken finden kann.

Auf Büchertage, die am Sonntag im Münster Schwarzach stattfinden , hat mich der Alfred auch aufmerksam gemacht und da werden wir in der Nähe sein. Aber ob wir die zweimal sieben Kilometer extra hin- und zurückfahren werden, ist fraglich, denn meine und auch Alfres Kondition, der etwas verkühlt ist, ist nicht so gut und außerdem habe ich schon wieder viele Bücher in meine Radtasche eingepackt.

Einstimmigkeit in der Aufarbeitungskommission

Da saßen sie nun die Experten um den runden Tisch. einberufen von Kanzler Nehammer, um die wirklichen und auch sogenannten Corona-Schäden restlos aufzuklären, um herauszufinden, was da in den letzten drei Jahren gut oder falsch gemacht wurde, um dieselben Fehler nicht noch einmal zu machen, die Gräben, die in dieser Zeit entstanden waren, zuzuschütten und die Bevölkerung zu versöhnen.

“Moment einmal!”, sagte in diesem Augenblick Ministerialrat Auensteiner und ballte seine Hand zur Faust, um gleichzeitig mit seinen runden Brillengläsern und seinen weißen Bart, der ihn ein bißchen wie ein Weihnachtsmann aussehen ließ, väterlich freundlich in die Runde zu blicken.

“Moment einmal, Kollegen, um etwas klar zu stellen und in kein Mißverständnis hineinzulaufen! Meiner Meinung nach bräuchte es diese Kommission gar nicht, denn seien wir uns ehrlich, wir haben alles richtig gemacht und Millionen Menschenleben gerettet! Was hätten wir auch tun sollen als die Nachrichtenen aus Wuhan kam und die Bilder von Bergamo, als Impfdosen einkaufen, was, wie wir wissen, ohnehin nicht so einfach war, die Bevölkerung vor sich selbst schützen und den Notfallsplan ausrufen? Alles richtig und meinetwegen bräuchten wir gar nicht darüber diskutieren, was nur unnötiges Geld kostet, die Bevölkerung weiter berunruhigt und die Opposition, diese Rechten und Schwurbler, dazu anstachelt, weiter Öl ins Feuer, wie man an der blauschwarzen Regierung in St.Pölten sieht, zu schütten! Vollkommen unnötig, da einen Entschädigungsfond einzurichten, um den Menschen, die die Gesetze und den geforderten Meter Abstand nicht eingehalten haben, die gerechte Strafe, auch wenn sie sich jetzt als verfassungswidrig herausgestellt hat, zurückzuzahlen! Wie kommen denn die anderen dazu, die sich brav an die Vorschriften, auch wenn sie ihnen vielleicht unsinnig erschienen, gehalten haben? Die müssen sich durch eine solche Aktion doch verarscht und verhöhnt vorkommen! Also sollten wir das in unseren Protokoll vermerken!”, sagte er energisch und blickte das blonde Fräulein Stögermüller, das eifrig nickend vor ihren Laptip saß und dieses führen sollte, energisch an.

“Sehr richtig!”, war nun eine Stimme zu hören, die einer mittelalten dauergewllten Dame mit Brille und und einer zweireihigen Perlenkette, gehörte. Frau Professor Sieglinde Mayerhoff, die schon den früheren Kommissionen angehört hatte und außerdem noch den Vorsitz in einigen Pharmafirmen hatte.

“Sehr richtig, auch wenn der Kanzler sicher damit recht hat, daß man der unzufriedenen Bevölkerung, die sich, wie man immer hört, durch den Angriffskrieg in der Ukraine, den darauffolgenden Sanktionen und den Teuerungen, das Essen und die Heizkosten nicht mehr leisten kann, ein paar Brocken zu Beruhigung hinwerfen müssen, denn wenn die dann aufgehetzt, von den Blauen,, in ihren Frust, diese wählen und wir im nächsten Jahr, wenn die Wahlen kommen, vielleicht einen blauen Bundeskanzler haben, der uns schon einen Untersuchungsausschuß angedroht hat, wäre das auch nicht gut, nicht wahr!”, sagte auch sie energisch und blickte in dieser Art den Ministerialrat an, der nun seinerseits “Sehr richtig, Frau Kollegin!”, sagte, sich die Lippen leckte und nach dem bereitstehenden Wasserglas griff.

“Sehr richtig und was haben wir denn eigentlich aufzuarbeiten, wenn doch alles, wie eben festgestellt und hundertfach erwiesen, richtig war! Es gibt dringendere Probleme! Da bin ich Hunderpro ihrer Meinung, geschätzte Kollegin! Die Kinderarmut, die Teuerung, die Klimakrise und den Verlust der Werte der Sitten, wie man an den Schulen und ihren Lernergebnissen sehen kann! Die Kinder können nicht mehr richtig lesen! Haben alle Disziplin verloren, schlurfen in Jogginghosen herum, werfen mit Schimpfwörtern und vielleicht sogar mit Messern und Fäusten herum und die Lehrer können sie nicht mehr bändigen! Da waren doch die Lockdowns und die Schulschließungen ganz gut! Die Kinder sind zu Hause vor ihren Laptops gesessen, haben von ihren im Homeoffice werkenden Müttern überwacht, brav ihre Aufgaben gemacht! Die Straßen waren leer! CO2 wurde eingespart! Es hat Ruhe und Ordnung geherrscht, während es jetzt nichts als Ärger und Unruhe gibt! Klimakleber, die auf den Straßen sitzen und den Verkehr lahmlegen! Streikende Menschen vor den Sozialläden, weil sie sich das Essen nicht mehr leisten können, obwohl mit einiger Unterstüzung, die der Bundeskanzler in seinen Armutverhinderungskommisskionen anbietet, alles in wunderschönster Ordnung ist! Die Menschen sind geschützt und gesund! Die Pandemie haben wir durch unsere Maßnahmen hervorrangend in den Griff bekommen und wir haben sogar noch überzählige Impfdosen lagernd, die wir gar nicht brauchen können, obwohl-!”, sagte er jetzt, einen kurzen Moment ratlos wirkend und fuhr sich mit der Zunge über die Lippen.

“Obwohl das vielleicht ein Punkt wäre, den Sie in Ihrem Aufarbeitunsprotokollh vermerken können, liebes Fräulein Stögermüller! Die Impffreudigkeit der Bevölkerung läßt nach! Sie will sich einfach, durch die negative Propaganda wahrscheinlich aufgehetzt, nicht mehr freiwillig impfen lassen! Die Impfpflicht, die ich unter uns, für eine hervorragende Initiative hielt, um die Durchimpfungsrate zu erhöhen, ist ja leider durch die Demonstrationen derSchwurbler gescheitert, nicht mehr immunisieren lassen, so daß die vorsorglich bestellten Impfdosen überblieben, was bei der Opposition wieder Widerstand erregte und einige kritische Zeitungsartikel zur Folge hatte, daß sie weggeweorfen werden müßen, was auch nicht gut ist und schlechte Stimmung erzeugen könnte! Dagegen müßte wir etwas machen und in unseren Protokoll vermerken, Fräulein Stögermüller, daß es gut und wichtig wäre, die Impfbereitschaft zu erhöhen und vielleicht wieder eine diesbezügliche Kampagne starten, damit die Bevölkerung gut geschützt, satt und zufrieden nach dem Sommer in den Winter gehen kann und dann vielleicht auch die erhöhten Bezin und Heizungskosten geduldiger hinnimmt! Denn die Gesundheit, da wird mir die Frau Professor zustimmen, ist das Wichtigste! ist die Bevölkerung gut geschützt, wird sie vielleicht auch zufriedener! Die restlichen impfdosen werden ordnungsgemäß verwendet und aufgebraucht! Da kann sich dann kein aufmüpfiger Zeitungsfritze dagegen aufregen und wir haben unsere Pflicht und Schudigkeit getan, wenn Sie das so in ihrem Protokoll vermerken, Fräulein Stögermüller, können wir das dem Bundeskanzler als gewünschtes Resultat weitergeben und wir können essen gehen!Denn ich muß gestehen, geschätzte Kollegen und Kolleginnen, ich bin ein wenig hungrig und mein Magen knurrt! Die anstrengde Sitzung hat mich dazu gemacht! Aber jetzt ist alles geordnet und aufgearbeitet! Wir haben unsere Pflicht getan und alles gut unter Dach und Fach gebracht! Nicht wahr, geschätzte Kollegen, das meinen Sie doch auch!”, wiederholte er nochmals zufrieden. Sah in die Expertenrunde, die zustimmend nickten und schon ihre Unterlagen zusammenklappten und strich sich nochmals über seinen weißen Bart.

Die Cousinen

Jetzt kommt das Siegerbuch der Übersetzungssparte des “Leipziger Buchpreises”, Aurora Venturinis “Die Cousinen”, das für mich genauso eine Überraschung war, wie “Die Vögel” und der “Saal von Alastano”.

Das heißt, den Preis hat natürlich die 1981 geborene Johanna Schwiering bekmmen und da finde ich es auch schwierig zu unterscheiden, ob die Qualität des Buches, der Übersetzerin oder der 2015 verstorbenen argentinischen Schriftstellerin zu verdanken ist?

Denn das Buch, das in den Neunzehnhundertvierzigerjahren spielt, überraschte mich durch seine frische Sprache und seine Themenwahl.

Da wird von “Minderbemittelungen” und Behinderungen gesprochen und das ist ein Sprachschatz, der wahrscheinlich eher dem einundzwanzigsten Jahrhundert zuzuordnen ist.

Vielleicht hat es Aurora Venturini also anders genannt, das Buch bleibt trotzdem eine Überrascchung und das Beste, das ich bisher von dieser Liste gelesen habe, denn es führt in das Leben von Frauen in der argentinischen Unterschicht und da kann man dem Buch verschiede Lesarten geben und am Anfang hatte ich fast den Eindruck, es wäre ein Jugendbuch, aber das ist es wahrscheinlich nicht.

Da ist also Yuna Lopez, die am Anfang dreizehn oder vierzehn ist. Sie hat eine behindert Schwester namens Betina, die im Rollstuhl sitzt, gewaschen und gewickelt werden muß. die Mutter ist Lehrerin mit dem Rohrstaberl. Der Vater ist verschwunden und Yuna selbst ist oder hält sich für minderbemittelt. Besucht auch eine solche Schule und hat Sprachschwierigkeiten, so daß sie sich alle Wörter zusammensuchen muß.

Sie hat aber ein Talent, das sie aus dem Elend heraushebt, nämlich das Malen und da gibt es einen Professor, der sie fördert und auf die Kunsthochschule bringt. Er lädt sich aber auch zu ihr nach Hause ein und hilft der Haushälterin beim Kochen.

Dann gibt es die Großmutter, die Tante Nene, die Tante Ingrazia und die hat zwei Töchter Carina und Petra, das sind also die Cousinen. Und die kleinwüchsige Cousie Petra, die später dem ältesten Gewerbe der Welt nachgeht, führt die naive Yuna, die alles im Wörterbuch nachschlägt, auch in das Leben ein.

Da gibt es das Wort “Oralex”, das sie dort nicht findet und Petra erklärt ihr, das hieße “Oralsex” und ist die Methode, daß die armen Mädchen nicht schwanger werden können und später ihr Leben durch eine Abrtreibung verlieren.

Denn genau das ist ihrer Schwester Carina passiert. Deshalb mußte auch der Gemüsehändler, der sie verführte, sein Leben lassen und dann wächst, während der Professor viel im Haus ist und auch mit Betina spazieren fährt, plötzlich deren Bauch und die beiden Cousinen zwingen ihm Betina zu heiraten, deren Kind dann während der Geburt verstirbt.

Die Großmutter, die Mutter, die inzwischen in Pensiongegangen ist und die Tante Nene sind auch verstorben. Das ist fast so, wie bei Nele Pollatschek und Yuna wird mit ihren Bilder berühmter und berühmter. Verschafft sich eine eigene Wohnung in die sie dann mit Petra zieht. Wird sogar des Professors Nachfolgerin an der Akademie, ißt immer auswärts und läßt so ihr Elternhaus mit den ungüstigen Faktoren hinter sich.

Wie geschrieben in einer sehr frischen ungewöhnlichen Sprache ist das geschrieben und ich fragte mich anfangs nach der Lesart und, wie der Roman zu interpretieren ist? Denn sehr realistisch ist es ja nicht, daß ein behindertes Unterschichtmädchen zu einer großen Künstlerin wird.

Aber ein sehr tolles Buch, mit dem die Autorin offenbar erst mit Achtzig Erfolg hatte und das jetzt auf Deutsch erschienen ist und ich wirklich sehr empfehlen kann.

Zum Tod von Sibylle Lewitscharoff

Von der 1954 in Stuttgart geborenen Sibylle Lewitscharoff, die einen bulgarischen Vater hat, habe ich, glaube ich, 1989 das erste Mal etwas gehört, als sie mit “Pong”, den “Bachmann-Preis” bekommen hat.

Als sie 2009 aus ihrem Buch “Apostoloff”, gelesen hat, war ich in der “Alten Schmide”. Ihren Roman “Montgomery”, habe ich glaube ich, bei einem der Büchertürme gefunden, gelesen und nicht recht verstanden, denn die “Bachmann-Preisträgerin” von 1998 und die “Büchner-Preisträgerin” von 2013 hat eine sehr komplizierte Sprache, die sie wahrscheinlich berühmt gemacht hat und auch2 eine sehr drastische Ausdrucksweise, die mich zuerst verwirrte, als ich ihren Roman “Blumenberg” auch in einem Bücherschrank gefunden habe, gelesen habe, wo stand, daß sie “alle Selbstmörder” hasse. Später habe ich, glaube ich, gehört, daß sich ihr Vater umgebracht hat und besser verstanden und als sie die Eröffnungsrednerin der “Buch Wien” war, hat sie sich auch sehr drastisch gegenüber “Amazon” geäußert.

Das ist in der Öffentlichkeit noch eher untergangen, als sie 2014 die “Dresdner Rede” im Dresdner Schauspiel hielt und sich da ähnlich drastisch gegen die Leihmutterschaft wandte, hat das bei den Betroffenen große Empörung ausgelöst und Elke Heidenreich “hat sie daraufhin eine “schwäbische Hausfgrau” genannt, was einer Büchner-Preisträgerin” gegenüber nicht sehr freundlich ist.

Ab da habe ich besser versrtanden, was das “sich drastisch ausdrücken und das schlimmste beschreiben, was man erlebt , denn dann wird es gut!”, was man in den Schreibschulen lernt, bedeutet und wohin es führen kann.

Wenn man mit seinen Büchern berühmt werden und Preise gewinnen will, muß man wohl übertreiben und überspitzen. In der Literatur wird das gefordert und toleriert. Im Leben, aber nicht, da wird das leicht als Haßäußerung interpretiert und verletzt Gefühle, aber mich hat das näher zu Sybille Lewitscharoff und ihren Schreiben gebracht, auch wenn ich noch immer nichts alles verstanden habe.

“Montgomery” habe ich, wie schon geschrieben, gelesen und jetzt keine Ahnung merh, um was es darin geht?

“Blumenberg” mit dem sie 2011 auf der Deutschen Buchpreisliste gestanden ist und mit “Consummatus”, 2006, das war, glaube ich, ein Fund aus einer Ein-Euro-Kiste.

Während ich da noch meine Verständnisschwierigkeiten hatte, hat mir das “Pfingstwunder”“, das ich schon bei meinen “Buchpreislesen” kennenlernte, sehr gut gefallen.

Sibylle Lewitscharoff hat auch 2014 eine Art Krimi geschrieben “Killmousky”, wo es, glaube ich, um eine Katze geht, den habe ich nicht gelesen, wohl aber in meinen “Miranda Schutzengelchen” erwähnt und ihn da als Geburtstagsgeschenk verwendet.

Weiteres habe ich nicht von ihr gelesen und auch in letzter Zeit nicht viel von ihr gehört, nur am Sonntag, daß sie am 13. Mai in Berlin gestorben ist und schon länger an multipler Sklerose erkrankt war.

Eine interessante Schriftstellerin, an die ich mich wieder erinnerte und wohl noch einiges von ihr zu lesen hätte. Mal sehen, was die Bücherschränke da noch für mich haben werden?