Das Land liest W. H. Auden

Im Augenblick geht es rund um mit den literarischen Veranstaltungen. Ich bin da ja eine Marathon-Besucherin, die möglichst nichts auslassen will und so sind wir dieses Wochenende nicht, wie wir es eigentlich wollten, nach Harland gefahren, denn da hatte ich mich ja für das W. H. Auden Festival in Kirchstetten bzw in Schloß Totzenbach angemeldet. Auf diese Veranstaltung bin ich, glaube ich, Ende Juli gekommen, als ich da bei einer Lesung in St. Pölten war.

“Das Land liest”, heißt die Veranstaltungsreihe, die vom niederösterreichischen Lteraturhaus veranstaltet wird, wo ein Monat lang an verschiedene Orten in NÖ literarische Veranstaltungen stattfanden und da gibt es dieses Wochenende das W.H. Auden Festival, am Freitag mit einer Auftakt Veranstaltung. Also fahren wir am Donnerstagabend nach Harland und dann nach Kirchstetten, wo sich auch einmal Josef Weinheber umbrachte, habe ich gedacht. Dann bin ich aber daraufgekommen, daß es am Sonntag am Heldenplatz in Wien eine Demo zum geplanten WHO-Pandemievertrag gibt und da will ich als Corona kritische Person natürlich teilnehmen. Also den Gesprächsreigen “Auden heute? Heute: Auden!”, auslassen und nach Wien fahren.

Dann kam die Einladung von Batya Horn zu einem Konzert in Memorian von Renald Deppe und wir beschlossen erst Freitag Früh nach Harland zu fahren. Aber da war ja auch das Henisch-Symposium, also erst am Fraitag nach Schloß Totzenbach und dann wollte der Alfred noch nach Wien fahren, weil wir dann in Harland nichts zum Frühstücken hätten und das Schloß Totzenbach ist ein sehr idyllischer Ort, den der Alfred gleich intensiv fotografierte. Die Ingrid von der Wandergruppe, die gerade vom zweiten Ramsau-Aufenthalt zurückgekommen ist, im Buffetraum getroffen, die die “Auden-Semmeln” herrichtete und dann ist es in das schön renovierte Schloß gegangen, wo dem britisch amerikanischen Dichter W. H. Auden, der von 1957-1973 die Sommermonate in Kirchstetten verbrachte und dort auch begraben ist, ein Festival gewidmet war und das hat moderiert von Helmut Neundlinger, und musikalisch begleitet von dem im Libanon geborenen Marwan Abado mit dem ich, glaube ich, schon einmal oder öfter am Volksstimmefest gelesen hat, mit einem Eröffnungsvortrag von Ferdinand Schmatz begonnen, der in das Werk des Dichters einführte.

Dann waren der letzte “Wildgans-Preisträger” Christoph W. Bauer und die Schweizer Armin Senser und Raphael Urweider eingeladen zu Textzeilen aus Audens Werke Gedichten eigene Gedichte zu verfassen.

Am Samstag ging es dann zu W. H. Auden in Kirchstetten und da wurde am Bahnhofplatz aus seinem letzten Auto, einem gelben VW-Käfter, der einige Jahre im freien gestanden ist, eine Installation gemacht, nämlich das Auto angeschraubt und Postkarten, wo wieder zwölf Dichter, wie Gerhard Ruiss, Simone Hirth, Verena Stauffer, Maria Seisenbacher, etc, ein Gedicht nach einer Auden-Zeile geschrieben haben. Die kann man sich dann aus einer Kappe entnehmen und das Ganze wurde um elf feierlich eröffnet.

Die in Kirchstetten lebende Simone Hirth von der ich schon einige Bücher gelesen habe, hielt eine Eröffnungsrede und betonte dabei , daß diese Installation gebraucht wird. Der Bürgermeister lud anschließed ins Gemeindeamt zu Würstel, Kuchen und Getränke ein, bis es dann mit einem geführten Spaziergang zu Audens Grab und seinem Haus in dem er mit seinem Partner Chester Kallmann gelebt hat und das zwischen ein von Helmut Neundlinger neukuratiertes Museum ist. Man kann auch sein Arbeitszimmer sehen und verschiedene Interviews, Briefe, Postkarten etcetera.

Sehr interessant durch den Ort zu gehen, wo es ja einen zweiten bekannten Schriftsteller nämlich den 1892 geborenen Josef Weinheber mit seinem “Wien wörtlich” und einigen Hitler-Gedichten, der sich 1945 erschoßen hat gibt, der dort auch ein Museum und einen Platz hat. Die dritte Dichterin im Ort ist jetzt Simone Hirth und am Abend, wir sind inzwischen nach Harland gefahren, um die Post zu holen und ein bißchen Rad zu fahren, ging es weiter mit dem Poesie-Festival und zwar haben da, weil Dagmara Kraus offenbar ausgefallen, die drei Autoren von gestern ihre Auden-Weiterdichtungen wiederholt. Dann kam die slowenische Autorin Anja Golub die sich mehr mit der den Überschwemmungen in ihrer Heimat als mit Auden beschäftigt hat und dann kam noch eine Performance nämlich Natascha Gangl mit den”3 Knaben schwarz”, wo einer Helmut Neundlinger war, den ich, glaube ich, schon einmal bei den “Wilden Worten” hörte und das war es dann für mich.

Ein sehr intensives literarisches Wochenende, wieder viel gelernt und mit dem Lesen und dem Schreiben geht es natürlich weiter und da gibt es bei mir demnächst auch eine Buch-Präsentation.

Die Welten des Peter Henisch

Peter Henisch ist im August achtzig geworden und aus diesem Grund gibt es jetzt ein großes Symposium in der “Alten Schmiede” und der “Gesellschatt für Literatur” und ich bin, meine Leser wissen es vielleicht, eine Fanin von ihm und sehe auch Ähnlichkeiten zwischen meinen und seinem Schreiben. denn beide sind wir ja realistiasch und auch politisch, wie auch beim neuen Roman wieder zu sehen ist. In meinen Studententagen habe ich, glaube ich, beim alten Residenz-Verlagen erschienen Romane gekauft. Ob ich die “Kleine Figur meines Vaters” gelesen habe, weiß ich ich jetzt gar nicht.An “Steins Paranoia ” und der “Mai ist vorbei”, kann ich mich erinnern.

In der “Alten Schmiede” hat es wahrscheinlich zum Siebziger auch schon ein Symposium gegen. Das Novak-Buch habe ich gelesen “Mortimer & Miss Molly” nicht, aber da war ich bei der Präsentation in der “Alten Schmiede”.

Mit “Suchbild mit Katze” ist er auf der Shortlist des Öst gestanden, den Preis hat ihm dann, wenn man so sagen kann, die Grande Dame der Literatur weggeschnappt, bei den O-Tönen , war er auch einmal, da hat er, glaube ich, gesungen. Denn er ist auch Musiker und den “Jahrhundertroman” woraus ich bei meinen “Rauris-Corona-Streaming” hörte, habe ich mir zum Geburtstag schenken lassen. Zum Lesen bin ich aber nicht gekommen und jetzt der neue Roman “Nichts als Hmmel”, aber schön der Reihe nach:

Um Sechs hat die Auftaktveranstaltung in der “Alten Schmiede” angefangen und als ich zwanzig Minuten davor die Stiegen hinunter gegangen bin, sind mir schon Leute entgegengekommen.

“Uje!”, habe ich gedacht, denn ich wollte eigentlich nicht im Schmiedesaal den Livestream sehen. Aber unten alles voll oder reserviert. Da bin ich dann eine Weile herumgestanden, habe mit einem Stammbesucher, der einen Platz hatte, geplaudert und auch ein bißchen vor mich hingeschimpft. Bendedikt Pühretmayr zeigte mir dann einen freien Platz ganz in der Ecke. Auf einen solchen bin ich, glaube ich, auch gesessen als ich Dzevad Karahasan zum letzten Mal in meinen Leben gesehen habe. Vor mir war noch ein Platz frei, den hat dann erst spät eine Dame eingenommen, die auch “Da ist es ja im Burgtheater einfacher!”, vor sich hinschimpfte. Aber eigentlich schön, daß sich so viele Leute für den Doyen der österreichischen Gegenwartsliteratur interessieren, und Walter Famler der ja, glaube ich, der Generalsekretärin des Kunstvereins ist, zum dem die”Schmiede” gehört, hat wieder eröffnet.

Kurt Neumann, war wenn ich mich nicht irre, im Publikum, Gerhard Jaschke, Manfred Müller,denn morgen gehts ja in der “Gesellschaft” weiter und Jessica Beer denn der neue Roman ist im neuen “Residenz-Verlag” erschienen. Nach Walter Famler kam Johanna Öttl, die jetzt wieder aus ihrer Karenz zurück ist und sollte etwas zu dem Symposium erzählen. Sie erzählte dann auch etwas aus Peter Henisch Leben und das tat noch viel ausführlicher Karl Markus Gauß und zählte vier Themen in Peter Henischs Leben auf. Da sind die Flüsse zum Beispiel und da gibt es den Missisippi, auf dem er ja sowohl Karl May als auch Franz Kafka reisen läßt, denn er ist ein Karl May Fan und ein Musiker, der sich für den Bues interessiert und da hätte ich jetzt fast Walter Famlers Zehharmonika-Einleitung vergessen. “Morrissons Versteck” habe ich gelesen und die die Donau spielt in seinen Bücher auch eine Rolle.

In welchen weiß ich jetzt nicht, vielleicht in der “Sehr kleinen Frau”, die seine Großmutter schildert und der kleine Peter hat wohl auch dort gespielt.

“Die schwangere Mutter” spielt offenbar schon in der Toskana wo ja Peter Henisch seit Jahren ein paar Monate verbringt und “Mortimer & Miss Molly” auch. Jetzt reist Paul Spielmann, ich glaube auch ein bekannter Henisch Protagonist. Deshalb hat Karl Markus Gauss auch die Treue und dann noch die Leichte als Themen erwähnt, auch in den kleinen Ort San Vito, um der Pandemie und seinen Lebenskrisen zu entfliehen, steht im Programm und dann wird er gleich von den Flüchtlingsströmen, die jetzt ja Lampedusa lahmlegen, umkreist. Das heißt, zuerst wird sein Auto gestohlen oder verschwindet und dann kommt der schwarze Abdallah, der ihm gleich mit einer Pistole bedroht und von ihm was zu Essen und zu Trinken fordert.

Diese Stellen hat Peter Henisch gelesen. Dann gabs noch ein Gespräch mit Johanna Öttl, die sehr literaturwissenschaftliche Fragen stellte, die von Peter Henisch humorvoll beantwortet oder abgewehrt wurden, der auch auf das Symposium hinwies und launig “Kommen Sie hin, ich bin auch dort!”, aufforderte und am Freitag in der “Gesellschaft” weitergegangen, wo die verschiedensten Literaturwissenschafter verschiedenste Aspekte aus Peter Henisch Werk erleuchtet haben. Da ist es um seine sehr geselllschaftskritische Kolumnen gegangen. Dann ging es für mich neu und erstaunlich und neu um seine Lyrik, die ich gar nicht gekannt habe.

Für mich ist er ein gesellschaftkritischer Romancier. Es gibt aber einige Gedichtbände, die auch, wie bei Henisch üblich, mehrfach überarbeitet wurden und Peter Hnisch , der hinter mir gesessen ist, sagte, daß er als allererstes Lyriker sei, aber mit Romanen besser verdient und seine Gedichte auch den jeweiligen Werken folgen, was bei mir, die ich ja eigentlich gar keine Lyrik schreibe, auch so ist.

Dann ging es um, die Orte und da war Italien natürlich das erste Thema. Die Romane, die dort spielen sind “Die schwangere Madonna”, “Mortimer & Miss Molly” und der neue Roman.

Amerika spielt im “Schwarzen Peter” und auch in anderen Werken eine Rolle. Auch in in “Vom Wunsch Indianer zu werden”.

Das hat aber die Referentin Barbara Berendt-Metzner vergessen, wie Peter Henisch montierte, weil das sein Lieblingsroman ist.

Dann bin ich gegangen, um einige Stunden zu machen und dann hat Batya Horn, die mir ja einige Rezensionsexemplare geben wollte, zu einer Gedenkveanstaltung bezüglich Reinald Deppe eingeladen, den ich ja öfter bei einigen Veranstaltungeen spielen hörte, der in ihrer Galerie auch eine Ausstellung hatte.

Am Freitag hat dann zuerst der “Ritter-Lektor” Paul Pechmann erklärt, warum Peter Henisch zur Beatgeneration gehört und dann ging es wieder zu den Romanen.

Da gab es ja einen über E.T.A.Hoffmann von dem ich ja auch eine Fanin bin. Dann ging es zu dem “Jahrhundertroman”, den ich noch lesen muß und da geht es um einen Buchhändler, der einen solchen schreiben will, aber die Studentin der ihn abtippen soll, bringt das Manuskript durcheinander.

Nach der Mittagspause, die ich mit dem Alfred in einem griechischen Restaurant neben dem Cafe Museum verbrachte, gab es drei Referate über die “Kleine Figur”, den wohl berühmtesten Henisch-Roman. Dann ist pötzlich die Ruth aufgetaucht, die sich in Luxemburg den Arm gebrochen hat und dann kam wahrscheinlich das Highlight des Symposium nämlich ein Blues Konzert mit Peter Henisch, da bin ich aber weggegangen, weil ich mit dem Alfred zum Auftakt des Auden-Festival ins Schloß Totzenbach gefahren bin

Ermordet oder vertrieben

Irgendwann, wahrscheinich in der “Gesellschaft für Literatur” habe ich eine Karte mit dreiundzwanzig Autorenportraits gefunden, die auf eine Ausstellungseröffnung in der VHS Hietzing hinwies, die auf die im zweiten Weltkrieg ermordeten oder vertriebene Schriftsteller hinwies.

Und zu sehen waren bekannte Namen wie Hermann Broch, Elias Canetti, Hans Flesch-Brunningen, Alma Johanna Koenig, Theodor Kramer, Joe Lederer, Robert Musil, Hertha Pauli, Friedrich Torberg, Paul Zsolnay, Bertha Zuckerkandl und Stefan Zweig.

Das klang natürlich interessant, die VHS-Hietzing ist aber etwas weit, seit Corona und der Straßenbahnmaskenpflichtre habe ich ja die entfernten Lokalitäten eher gemieden und außerdem wollte ich heute eigentlich in eine Info Veranstaltung der Grünen um mit Sigrid Maurer zu diskutieren. Dann war es dort schon ausgebucht und ich hatte auch noch eine fünf Uhr Stunden und die grünen Veranstaltung wäre um sechs gewesen. Also doch in die Hofwiesengasse, aber auf der Karte stand etwas von Hetzinger Kai 131. Ist die VHS umgezogen? Nachgegooglet und ein Gebäude gesehen, daß ich von unserer Harland nach Wien Fahrten kannte, zwischen Ober und Unter St. Veit gelegen. Also dort hinausmarschiert. Bis Hietzing, die letzten zwei Stationen gefahren und dann die Nummer 131 nicht gefunden.

Bis ich es endlich hatte, war es schon halb acht und dann war ich auf einen Gang, wo zwar ein paar Leute standen, ein paar Plakate hingen und ein paar Weinflaschen herumstanden. Die Erfönung war offenbar schon aus und auf den Plakaten las ich außer Alma Johanna Koenig lauter unbekannte Namen. Von einer Rose Silberer zwar vielleicht schon etwas gehört, von einem Alfred Grünwald vielleicht auch, bei Josef Hupka und Erwin Weill muß ich aber passen und dann waren es nur etwa sieben Tafeln, wo blieben die anderen?

Das zuerst Evelyn Adunka gefragt, dann Robert Streibel den Kurator, die mir erklärten, daß die Sieben nur die von den Nazi ermordeten wären. Eine etwas mickrige Ausstellung könnte man also sagen und die VHS ist auf den Hietzinger Kai übersiedelt weil das alte Haus renoviert wird und außer zwei Mappen, wo man Informationen über die Ausgestellten finden konnte, gab es noch ein paar offene Bücherregale und da lese und staune den Clemens J. Setz “Monde vor der Landung”, dem doppelten Buchpreisnomierten.

Das Buch habe ich zwar schon gelesen, aber von “Suhrkamp” nur als E -Pub bekommen. Also ein kleines Trostpflaster und jetzt kann ich auf eigene Faust über die Vertriebenen recherschieren, von denen ich schon einiges gelesen habe. Von neunundvierzig Exilautoren ist etwas auf einen der Plakate gestanden und mir fielen noch einige andere wie Oskar Jan Tauschinski, Hilde Spiel und einige andere ein.

Und noch etwas habe ich Robert Streibel gefragt, als ich mir die paar Ausstellungsbilder noch einmal angeschaut habe, wo Else Feldmann fehlte und die wurde auch in Sobibor ermordet, war aber wahrscheinlich, wie Evelyn Adunka mir erkärte, wahrscheinlich kein PEN-Mitglied, weil ja eine Sozialistin, aber trotzdem wichtig sich an sie zu erinnern.

Ich schlage sie ja immer Julia Danielcyck für die Autorinnen feiern Autorinnen-Reihe vor und wer jetzt neugierig geworden ist, die kleine Ausstellung ist noch bis fünfzehnten Dezember in der VHS zu sehen und der Eingang füge ich für die Suchenden an, befindet sich gleich neben dem Diagnosezentrum und ist nicht sehr deutlich angeschrieben.

Kleine Vorschau auf Frankfurt

Heute kam eine Einladung zur Pressekonferenz der Frankfurter Buchmesse, die Anfang Oktober stattfinden wird und Slowenien als Gastland hat und da gab es in der “Alten Schmiede” einen slowenischen Abend, haben doch der 1963 in Ljubiana geborene Andrej Blatnik und der 1980 ebendort geborene Goran Vojnovic, den ich, glaube ich schon in der “Gesellschaft” gestreamt habe, ihre neuen Bücher vorgestellt.

Walter Famler hat moderiert und die Texte auf Deutsch gelesen, Marjeta Wakounig hat gedolmetscht und die beiden Romane klingen interessant und haben einen politischen Aspekt. Zumindest, der von Andrej Blatnik “Platz der Befreiung”, der auch Platz der Revolution” und Konressplatz hieß, sich Ljubiana befindet und da hat der namenlose Protagonist an einer Demonstration teilgenommen und da werden nun die Veränderungen beschrieben, die es seither gegeben hat.

Andrej Blatnik, der gut Deutsch zu verstehen und wahrscheinlich auch zu sprechen scheint, hat ein Stück auf Slowenisch gelesen, dann wie schon erwähnt Walter Famler ,den deutschen Text, beide Bücher sind bei “Folio” erschienen und beeindruckt hat mich der Satz, daß da ein Mächtiger eine Fabrik besucht, den Arbeiter fragt, wieviel Stücke er erzeugen kann und mit der Antwort nicht zufrieden ist, denn er würde es schneller können. Ja, sagt der Arbeiter, Sie sind auch Schlosser, ich Professor der Politikwissenschaft.

Das zweite Buch “18 Kilometer bis Ljubana” ist wahrscheinlich auch sehr politisch und da ist der Held Marko schon aus dem Vorläuferbuch “Tschefuren raus! Oder warum ich wiedermal zu Fuß in den zehnten Stock mußte” bekannt. Denn der kehrt jetzt von der bosnischen Provinz in seine slowenische Heimat zurck, wo er merkt, daß die Wände den Aufzügen inzwischen nicht mehr so verschmiert, wie sie es waren, sind und der Titel dürfte sich darauf beziehen, daß er die Rückkehr auf mehr oder weniger legaler Weise mit einen LKW macht und da nicht weiß ob er vielleicht Afghanen schmuggelt und am Ende war es wahrscheinlich nur Schweinefleisch.

Goran Vojnovic schildert das in einen sehr drastischen Ton, was das slowenisch sprechende Publikum zum Lachen brachte und in der Diskussion erklärte Goran Volnovic seine Ähnlichkeiten und Unterschiede zu seinem Helden, denn der Autor ist ja bekanntlich nicht seine Hauptfigur. Über die politische Correktness und ob man die jetzt in den Romanen unbedingt haben muß, wurde auch diskutiert, die Antwort war natürlich nein, obwohl Walter Famler vermutete, daß sich die slowenischen Feministinnen wahrscheinlich schwer mit dem Buch tun würden.

Nachher gab es ein Gläschen slowenischen Weißwein, der von irgendwem gespendet wurde. Annemarie Türk habe ich im Publikum gesehen, von den anderen habe ich niemanden gekannt.

Trotzdem war es ein interessanter Abend und eine Vorschau auf Frankfurt, wohin ich ja nicht fahre, aber einen kleinen Einblick in die slowenische Literatur und ihre Neuerscheinungen zu bekommen, kann nicht schaden, obwohl ich mit meinen dreifachen Buchpreislesen derzeit so beschäftigt bin, daß ich die höchstwahrscheinlich gar nicht lesen kann.

SELBST/e

Im Literaturhaus gab es wieder eine GAV-Veranstaltung, nämlich eine Kombination der .aufzeichnungssysteme mit Jörg Piringer und die .aufzeichnungsysteme, die ich immer noch mit elffriede verbinden, werden offenbar von Hanne Römer betrieben, die einige Bücher bei “Ritter” hat. Weil ich ja von den Open house Workshops des Writersstudio gekommen bin, habe ich das Lithaus erst erreicht, als die Einleitung schon voll im Gange war und war erstaunt, daß es auf der Bühne keine Lesetische gegeben hat, sondern an der Rampe Hanne Römer und Hannes P. Wurm, der auch im Programm stand, mit einem Kind gesessen sind, das herumlief, mit einer Feder spielte, etcetera und ich lange nicht wußte, gehört das jetzt zur Performance oder nicht?

Nun habe ich nichts gegen Kinder, bin inzwischen aber ziemlich lärmempfindlich, fühle mich von Nebengeräuschen oft gestört und kann mich auch erinnern, daß sich einmal sogar die Christine Nöstinger über herumlaufende Kinder aufregte und die Anna haben sie einmal mit mir aus einer Literaturveranstaltung hinausgeschmissen.

Diesmal aaber nicht, obwohl Jörg Piringer an sein Pult gegangen ist und da an diversen Geräten hantierte, Zeichnungen zeigte und es während das Kind immer noch mit der Feder spielte, es Tonaufnahmen über die “Zeit” und das “Warten” gab.

Das Thema “Funke” wurde auch öfter erwähnt und im Programm konnte ich lesen “Wieviele selbst/e kann ein Ich entfalten, resonant, hoch empfänglich, ohne in Selbtlosigkeit zu entschwinden?”

“Aha!”, habe ich gedacht und dann waren Ton und Zeichnungen plötzlich weg und das Knd, das offenbar Kiki hieß, spielte mit Seifenblasen und einem Mkrofon, sagte öfter etwas zu seinen Papa und man konnte spekulieren, wie das nun zu den “SELBSTen” passt”,

Was ist Literatur, kann man auch fragen und wie unterscheidet sich die von der Performance?

Dann verschwand das Kind mit seinem Vater und Jörg Piringer kündete die zweite Perfomance an, die “Selbstportrait” hieß, wo er sich von einer KI zeichnen ließ, was dann nicht ganz glückte.

Hanne Römer erschien auch in der zweiten Performance und las zuerst aus ihren “Ritter-Büchern”, später aus ihrem Handy vor, aber nur, weil sie den Text noch nicht gespeichert hatte und dann hieß es plötzlich “Schluß!”.

Die Zuhörer klatschten und ich sagte Jörg Piringer dann beim Getränketisch, das ich nicht alles verstanden hätte.

“Braucht man auch nicht!”, sagte der relativ forsch und ließ mich solcherart im Regen stehen und darüber nachgrübeln welche Literatur nun im Literaturhaus auftreten darf und welche nicht, weil sie offenbar niemanden interessiert?

Und wer noch etwas von den “SELBSTen” hören will, den kann ich beruhigen, daß es davon Fortssetzungen geben wird..

D- oder Doderer day

Das ist offenbar eine Veranstaltung die “Wien live” deren Magazin ich regelmäßig lese und die jetzt auch “Rund um die Burg” organisieren schon zum dritten Mal veranstalten. Die ersten beiden Male sind an mir vorbei gegangen, obwohl ich schon fast ein Doderer Fan bin. Zuminderstens habe ich 1977, glaube ich, als ich gerade in die Otto Bauer Gasse eingezogen war und mit dem Willi am Freitag in den Volksgarten tanzen ging, im Stadtpark begeistert die “Dämonen” gelesen. Zwar keine Ahnung von der Zeigeschichte, aber vor allem die Figur der des Leonard Kakabsa hat mich sehr beeindruckt. Die “Strudelhofstiege” noch immer nicht gelesen, dafür aber die “Merowinger” und als ich “Nicht berühren” beschrieben habe, habe ich mich mit dem Doyen der österreichischen Literatur 1896-1966 intensiv beschäftigt, dann gab es auch das Doderer-Buch von Klaus Nüchtern ein Doderer-Symposium in der “Gesellschaft”und jetzt der D-Day, der diesmal im Justizpalast stattfand, denn der wurde ja am 15. Juli 1927 in Brand gesetzt und darüber und von den Ereignissen von Schattendorf hat der konservative Heimito von Doderer, der ja auch NSDAP-Mitglied war in den “Dämonen”, die eigentlich “Dämonen der Ostmark” heißen hätte sollen, auch geschrieben.

Also in den Justizpalast an den ich immer vorübergehe, wenn ich beispielsweise vom Rathausplatz kommen. Um 18 30 hat die Veranstaltung mit Alfred Pfoser und Chris Pichler, moderiert von Helmut Schneider begonnen. Das habe ich mir schon lang in meinen Kalender geschrieben, dann gab es gestern aber eine Terminkollission und heute eine sechs Uhr Stunde, ich bin aber trotzdem hingegangen. Um viertel acht, wo ich vorher von einem Radfahrer fast überfahren worden wäre, angekommen und da zuerst durch eine Sicherheitsschleuse, was ich ja heiß liebe, aber eine freundliche Beamtin und ein tolles Haus mit einer tollen Holzdecke. Die Frau erklärte mir in den zweiten Stock um die Ecke zu Zimmer B3. Ob ich das finde?, habe ich sie skeptisch gefragt.

“Aber ja!”, war die optimistische Antwort.

Gefunden habe ich dann einen Büchertisch mit einem Herrn, der mir erklärte, B3 wäre hier. Aber verschlossen. Dann ist es aber wunderbarerweise aufgegangen, weil einer hinausgekommen. Ich hinein und statt Helmut Schneider saß eine Dame am Richterpult, die offenbar gerade die Schlußrunde einleitete. Dann wärs schon ausgewesen, wenn nicht Chris Pichler, die ich ja vom “Ohrenschmaus” kenne, gefragt hätte, wieso der Monsterroman “Dämonen” heiße und eine Dame dann entsetzt nach der Ostmark fragte und ein Herr wissen wollte, ob Canetti den “Nobelpreis” verhindert hätte?

“Hilde Spiel!”, habe ich, glaube ich, bei dem Symposium gehört. Ein Herr widersprach, denn die hättedie “Strudelhofstiege” sehr gelobt und die “Nobelpreis-Akten” noch verschlossen. Wir wissen es also nicht und die schöne Holzdecke konnte man sich auch an schauen. Ein paar tausend Akten wurden, glaube ich, damals vernichtet und ein Haufen Demonstranten im Palast. Das habe ich versäumt und ein Buch wäre mir auch noch beinahe auf den Fuß gefallen und dann habe ich mir auch noch am umfangreichen Büchertisch umgesehen und jetzt bin ich nur gespannt auf den viertel D-Day, der eigentlich in der Historie eine andere Bedeutung hat.

Literarisches aus Belarus

Kontrast zu gestern Abend,” als ich heute um viertel acht, ich hatte wieder eine sechs Uhr Stunde, die Gesellschaft für Literatur” betrat, war die Tür verschlossen und im ersten Stock sehr laut, da fand offenbar eine Party statt und in der “Gesellschaft” vielleicht zehn Leute.

Ines Scholz eröffnete gerade und stellte die Damen am Podium vor und da war Annemarie Türk von “Traduki”, Aylin Rieger von der “S. Fischer Stiftung” und die Schauspielerin Cornelia Köndgen. Annemarie Türk, die sich inzwischen, glaube ich, auch schon in Pension befindet, erzählte daß man von der Belarusischen Literatur oder der Situation dort, nur wenig weiß und ich dachte, ha? ist Sasha Filipenko, von dem ich ja vier Bücher gelesen habe nicht auch von dort?

Natürlich ja, aber bei der “S. Fischer Stiftung” geht es um etwas anderes und an diesem Abend um belarusische Frauen und da gibt es dort einen “Pflaumbaum-Verlag”, der von der Nobelpreisträgerin Swetlana Alexijewitsch, glaube ich, gestiftet wurde, um die dortigen Autorinnen zu fördern, genannt nach einer Jahuinjenija Pflaumenbaum, die in den neunzehnhundertzwanziger bis dreißiger Jahren literarische aktiv war und dann nach ihrer Heirat mit einem belarustischen Dichter literarisch verstummte.

Dieser Verlag hat nun eine Anthologie herausgegeben “Anthologie der Dichterinnen”, die diese “S. Fischer Stiftung” nun, glaube ich, in Europa bekanntmachen will.

Dann hat Cornelia Köndgen einige Gedichte aus dieser Anthologie gelesen und ich dachte, uje die Namen, da habe ich sicher Schwierigkeiten, sie richtig zu schreiben.

Das Original wahrscheinlich in russischer Sprache war auch zu sehen, sechzig Dichterinnen sind darin, glaube ich, enthalten und eine davon ist die 1969 in Smarhon geborene Tania Sarkynkina, deren Gedicht “Frühstück aus nichts” der Veranstaltung den Namen gab und sie schreibt ähnlich, wie Maja Haderlap ihre Gedichte auf russisch, Haderlap schreibt die auf Slowenisch und die Prosa zum Beispiel “Engel des Vergessens” oder das neue Buch auf Deutsch und Tani Skarkynkina ihre Prosa auf Smarhonisch”, eine Mischung aus Polnisch und Russisch, glaube ich, und da wurden Auszüge aus der Erzählung “Nach dem Klassentreffen” gelesen und das ist ein sehr politischer Text, der in die Vergangenheit zurückgeht. Da hat Annemarie Türk nachgehackt und wissen wollen, ob da die Schriftsteller schneller als die Historiker sind?, was die Autorin, die von Margarita Höckner gedolmetscht wurde, glaube ich,etwas überforderte.

Dann kamen auch die sieben Gedichte, die in der Anthologie enthalten sind und vorher wurden noch einige andere belarusische Autorinnen vorgestellt, deren Bücher auch auf Deutsch erschienen sind, da gibt es ja Volja Hapejeva, die ich, glaube ich, schon in der “Alten Schmiede” oder in pandemischen Zeiten über den Livestream hörte und Eva Vieznaviec Roman “Was suchst du Wolf?”, ist bei “Zsolnay” erschienen. Eine andere in Wien lebende Autorin war auch da und nacher gab es wieder Wein. Vielleicht den der gestern über geblieben ist, würde ich vorlaut unken und ich habe mich nett mit den jungen Damen der “Gesellschaft” unterhalten, ihnen von meinen Buchpreis-Leseeindrücken erzählt und Annemarie Türk dann um das Leseprobenheftchen angeschnorrt, das des beim “23 poesiefestival berlin” gegeben hat, woraus die deutschen Übersetzhungen gelesen wurde, damit ich die Namen richtig schreiben kann, aber um die habe ich mich jetzt gedrückt.

Zu Thomas Bernhards Wien

“Retrogranden aufgefrischt” hieß es in der “Gesellschaft für Literatur” weiter und während ich gestern in der “Alten Schmiede” August Bisinger zehn vor sieben erstaunt fragte, wieso da so wenig Leute wären, war es diesmal in der “Gesellschaft” nach viertel acht ganz voll.

Auch im zweiten Raum Sessel aufgestellt, aber als ich mich nach vorne drängte, bekam ich noch einen Platz in der ersten Reihe und vor mir saßen der Bernhard Schauspieler Martin Schwab 1937 geboren und die Literaturwissenschaftler Martin Huber und Wolfgang Straub und zeigten auf einer Karte die Wiener Orte in denen der 1939 geborene und 1989 verstorbene Thomas Bernhard präsent gewesen war..

Viele Orte gibt es nicht mehr, erklärte Martin Huber und sagte dann, daß Thomas Bernhard in zweiundzwanzig Wiener Bezirken präsent gewesen wäre.

“In welchen nicht?,” wollte er dann vom Puplikum wissen und höe und staune, es war der zehnte Hhiab, während der soziale aufsteigen Wollende bevorzugt im ersten Bezirk verkehrte.

Und dann ging es gleich an einen literarischen Ort, wo der alte Meister präsent gewesen ist, nämlich die “Gesellschaft für Literatur”, die damals noch im Palais Palfy befunden hat und literarische Jausen für die Literaten veranstaltet hat. Das war in den Sechzigerjahren, bis 1968 ist er glaube ich dort aufgetreten, dann gab es ja diesen Eklat mit der Preisverleihung, wo er den Unterrichtsminister mit den Worten, daß “anesichts des Todes alles lächerlei sei” erbost vertrieb.

Es gab dann einen Lesungsausschnitt bzw. eine Diskussion mit Wolfgang Kraus, dem damaligen “Gesellschafts-Leiter”, wo die junge Frau Schmidt-Dengler, die damals vielleicht noch nicht so geheißen hat, zu sehen war, die auch, wahrscheinlich mit ihrem Enkelsohn zu sehen war und dann gab es Lesungspassagen mit den Burgschauspieler.

Aus den “Billigessern”, denn höre und staune, der gut Bernhard, der ja eigentlich nur mit den Granden verkehrte, hat öfter in der WÖk diesen sozialen Speiselokal, wo man um sieben Schilling fünfzig gut essen konnte, das es auch nicht mehr gibt, verkehrt und vorher war er im Krapfenwaldlbad und noch früher hat er seinen “Frost” geschrieben. Im heißen Sommer 1962, wo es noch keine Klimakrise gegeben hat und ich wahrscheinlich meinen Sommer in einem Ferienlager der Wiener Kinderfreunde verbrachte.

Und die “Untergeher gibt es auch. Da rennt ein Aristrokrat in alten Kleidern durch ganz Wien, weil er die bessere Gesellschaft hasst und Thomas Bernhard, der von Salzburg nach Wien gekommen ist, hasste es auch und liebte es dann wieder, wie in “Holzfällen” wo es ja um das literarische Abendessen bei der Jeannie Billroth gehtbeschrieben wird.

Alexandra Millner, die glaube, ich eine Disser- oder Habilitation darüber geschrieben hat, war im Publikum und als ich sie nachher beim Wein fragte, ob das nicht ein “Unsiympather” war?, schluckte sie und sagte was von “ironisch”.

Also ein ironischer Unsympathler und immer noch ist das literarische Wien von diesem Oberschimpfer, der sich eigentlich sehr ungut gegen Jeannie Ebner verhalten hat, begeistert. Schade eigentlich, aber ein interessanter Abend und ich habe gleich die Gelegenheit genützt, Manfred Müller nach Thomas Olahs “Doppler” ,das ich gerade lese zu fragen, der sich ja offenbar auch ein bißchen in Thomas Bernhard Spuren begeben hat.

Er hat es noch nicht gelesen. Das Buch wurde aber, glaube ich, in der “Gesellschaft”, bzw. im Cafe Central vorgestellt und ich habe ,wer es wissen will, das präsentierte Buch nicht gekauft.

Natürlich nicht, warten ja noch etwa dreißig Buchpreisbücher auf mich und da habe ich ja wirklich genug zu tun und interessant vielleicht, daß ich während ich meinen Wein getrunken habe, offenbar neben einen jungen Literaturwissenschafter gestanden bin, der von dem großen Thomas Bernhard begeistert seiner Begleiterin erzählte.

Retrograndin Heidi Pataki

“Retrogranden aufgefrischt” ist eine von Markus Köhle kuratierte Reihe in die “Alte Schmiede”, die sich verstorbenen Literaten widmet, wo immer einige Autoren eingeladen werden, sich mit dem verstorbenen Autor zu beschäftigen. Da gab es schon einen Abend über Elfriede Gerstl, über Hansjörg Zauner und eine, die sich Adelheid Dahieme widmete und nun war die 1940 geborene und 2006 verstorbene Heidi Pataki an der Reihe, die 1991 bis 2006 die Präsidentin der GAV war und von der ich immer noch die Gedichtzeile “Als Emanuel Kant die Fenster putzte..” in Erinnerung habe. Kennengelernt habe ich sie, glaube ich, in den Siebzigerjahren, als ich schon in der Otto Bauergasse wohnte und zu einer gratis Veranstaltung in den Z-Club ging, wo sie aufgetreten ist.

Ich war bei ihrem Begräbnis, wo sie am Zentralfriedhof ein Ehrengrab hat und 2007 als wir von Ruths Dichterkarawane zurückgekommen ist, gab es im Literaturhaus eine Veranstaltung, die ihr gewidmet war, von der ich immer noch ein Plakat in meinen Schlafzimmer hängen habe.

Eine experimentelle Dichterin, die schon 1968 ein Buch bei “Suhrkamp” herausbrachte, das Markus Köhle in seiner Einleitung hochhielt und dann erzählte, daß er mit ihrem “Amok und Koma” auf den Zentralfriedhof gefahren ist, um ihrer zu Gedenken.

Markus Köhle hat diesmal Petra Ganglbauer, Bodo Hell, dessen “Bewegten Bäume” das ja auf der Öst, steht, gerade lese und die Slamerin Elena Sarto eingeladen, der GAV-Präsidentin und langjährige “Neue Forum- Redaktuerin” zu gedenken.

Petra Ganglbauer, die offenbar Corona hat, hat sich entschuldigt, so hat August Bisinger den Film gezeigt, der auch bei den “Fünfzig Jahre feiern” lief, wo Heidi Pataki in seinen Garten eines ihrer Gedichte liest und Bodo Hell frisch von der Alm zurückgekommen, wo er Gerhard Jaschke einen Zirbenschnaps überreichte und ihm einiges davon berichtete, erzählte, daß er einmal mit Heidi Pataki nach Vorarlberg gefahren ist und da mit ihr über den “Hexenzauber” handelte, diskutierte.

Er hat aus ihren “Herbstpresse- Büchern” gelesen und die 1999 geborene Slamerin beschäftigte sich mit der Feministin Pataki, die eine Position vertreten hat, die sie vermißt, weil es heute heißt, daß man das nicht mehr braucht.

Retrogranden aufgemischt. Es ist gut sich mit der 2006 verstorbenen experimentellen Dichterin zu beschäftigen und ihre Bücher wiederzulesen.

Damals im Literaturhaus konnte man sich Seiten aus dem “Otto Müller-Buch ” mitnehmen und das 1972 erschienen “J u. V-Büchlein”- “Fluchtmodelle” sowie “Die kurze Pause” aus der “Herbstpresse” befinden sich in meinen Regalen.

Die nächste Veranstaltung wird Gerhard Kofler gewidmet sein, der bis zu seinem Tod Generalsekretärder GAV war und als Markus Köhle bei seiner ersten Generalversammlung war, ist Gerhard Kofler auf der einen Seite und Julian Schutting auf der anderen Seite von Heidi Pataki gesessen und ich kann mich an eine Veranstaltung in der “Gesellschaft für Lliteratur” erinnern, wo Heidi Pataki eine Mütze mit roten Stern trug, wovon es ein Foto gibt, daß sich auch irgendwo in meinen Regalen befinden müsste.

Zweiundzwanzigstes Schiele-Fest

Eva Brenner, die experimetelle Theatermacherin und Lebensgefährtin von Peter Kreisky kenne ich schon lange und sehe sie regelmäßig bei Veranstaltungen. Sie schickt mir auch immer die Einladungen zu ihren Veranstaltungen und wahrscheinlich auch zu dem von dem Schiele-Feest, das sie jetzt schon seit zweiundzwanzig Jahre in Tulln, St. Pölten und jetzt in Maria Annzbach bzw. in Neuglengbach veranstaltet.

Da habe ich wahrscheinlich gedacht, das ist nicht in Wien, das kostet Geld ,jetzt aber, da fahren wir hin, denn Neulengbach ist nicht weit von St. Pölten entfernt. Also Kulturgenuß in der Nähe.

Warum nicht? Obwohl ein Fest für den experessionischen Maler Egon Schiele, der 1918 an der spanischen Grippe starb, eigentlich nicht besonders literarisch ist oder dann doch natürlich. Denn das Fest hat immer ein bestimmtees Thema, beziehungsweise picken sich die Veranstalter immer einen Aspekte heraus, den sie dann mit Schieles Bildern beleuchten.

Diesmal war es “Das beschädigte Leben – Egon Schieles radikales Körperbilder” und das Thema ist, glaube ich, im Vorjahr entstanden als Erwin Riess anbot, dafür einen Text zu schreiben oder daran teilzunehmen und der ist ja, den ich von den Volksstimmefesten und auch von seiner Groll-Reihe kenne, im März gestorben. Also war es eine in Memorian-Veranstaltung, aber wie passt jetzt der Maler mit dem Rollstuhlfahrer und Behindertenaktiviten, der 1957 geboren wurde, zusammen?

Durch das Thema wahrscheinlich und die Veranstaltung oder der “Künstlerische Wandertag in zwei Stationen”, wie im Programm stand, begann in Maria Anzbach in, wie es ebenfalls hieß, Eva und Peters Landhaus. Der Peter ist ja im Dezember 2010 gestorben, also gehört das sehr ästhetische Häuschen in dem es sehr viele bücher gibt, jetzt der Eva allein oder vielleicht auch ihrer Schwester, die sie mir vorstellte und das Fest begann mit einem Frühstück, um elf und dann um zwölf mit einem Symposium das “Vom beschädigten Leben zur radikalen Demokratie”, ein sehr aktuelles Thema, lautete und da hat die Politikwissenschaftlerin und feministische Ökonomin Gabriele Michalitsch begonnen sich mit dem Frauen- und Männerbild, der letzten Jahre zu beschäftigen. Aber zuerst hat der Schauspieler Remi Brandner den Text gelesen, den Erwin Riess wahrscheinlich für das Symposium vorbereitet hat, wo er einem Behinderten, der in einen See gesprungen ist und nun querschnittlähmt ist, Ratschläge gibt, wie er mit seiner Sxualtiät umgebeh kann.

Dann wurden der Historiker Jakob Ludwig Hinkel und der Behindertenaktivist Volker Scbönwiese per Zoom zugeschaltet und der erstere erklärte, wie Wien zu Schieles Zeiten ausgesehen hat und der zweite referierte über den 1893 geborenen Behindertenaktivisten Siegfried Brau, der 1944 in Auschwitzsein Ende fand.

Dann gab einen Lunch, Wein und Kürbissuppe und das, was vom Frühstück übergeblieben ist und dann ging es zur zweiten Station nach Neuglengbach in eine Galerie, wo es eine Ausstellung von Leo Mayr gab und dann noch eine Performance zu einem Text von Georg Trakl “Seltsam sind die nächtlichen Pfade des Menschen” und noch einmal ein Buffet oder Brot mit ein paar Aufstriche, Kaffee und Kekse und es war sehr interessant, was im künstlerischen Sektor in der näheren Umgebung alles stattfinden kann.

Da braucht man gar nicht so weit reisen und ein paar literarische Veranstaltung in St. Pölten und Umgebung wird es in der nächsten Zeit auch noch geben.