D- oder Doderer day

Das ist offenbar eine Veranstaltung die “Wien live” deren Magazin ich regelmäßig lese und die jetzt auch “Rund um die Burg” organisieren schon zum dritten Mal veranstalten. Die ersten beiden Male sind an mir vorbei gegangen, obwohl ich schon fast ein Doderer Fan bin. Zuminderstens habe ich 1977, glaube ich, als ich gerade in die Otto Bauer Gasse eingezogen war und mit dem Willi am Freitag in den Volksgarten tanzen ging, im Stadtpark begeistert die “Dämonen” gelesen. Zwar keine Ahnung von der Zeigeschichte, aber vor allem die Figur der des Leonard Kakabsa hat mich sehr beeindruckt. Die “Strudelhofstiege” noch immer nicht gelesen, dafür aber die “Merowinger” und als ich “Nicht berühren” beschrieben habe, habe ich mich mit dem Doyen der österreichischen Literatur 1896-1966 intensiv beschäftigt, dann gab es auch das Doderer-Buch von Klaus Nüchtern ein Doderer-Symposium in der “Gesellschaft”und jetzt der D-Day, der diesmal im Justizpalast stattfand, denn der wurde ja am 15. Juli 1927 in Brand gesetzt und darüber und von den Ereignissen von Schattendorf hat der konservative Heimito von Doderer, der ja auch NSDAP-Mitglied war in den “Dämonen”, die eigentlich “Dämonen der Ostmark” heißen hätte sollen, auch geschrieben.

Also in den Justizpalast an den ich immer vorübergehe, wenn ich beispielsweise vom Rathausplatz kommen. Um 18 30 hat die Veranstaltung mit Alfred Pfoser und Chris Pichler, moderiert von Helmut Schneider begonnen. Das habe ich mir schon lang in meinen Kalender geschrieben, dann gab es gestern aber eine Terminkollission und heute eine sechs Uhr Stunde, ich bin aber trotzdem hingegangen. Um viertel acht, wo ich vorher von einem Radfahrer fast überfahren worden wäre, angekommen und da zuerst durch eine Sicherheitsschleuse, was ich ja heiß liebe, aber eine freundliche Beamtin und ein tolles Haus mit einer tollen Holzdecke. Die Frau erklärte mir in den zweiten Stock um die Ecke zu Zimmer B3. Ob ich das finde?, habe ich sie skeptisch gefragt.

“Aber ja!”, war die optimistische Antwort.

Gefunden habe ich dann einen Büchertisch mit einem Herrn, der mir erklärte, B3 wäre hier. Aber verschlossen. Dann ist es aber wunderbarerweise aufgegangen, weil einer hinausgekommen. Ich hinein und statt Helmut Schneider saß eine Dame am Richterpult, die offenbar gerade die Schlußrunde einleitete. Dann wärs schon ausgewesen, wenn nicht Chris Pichler, die ich ja vom “Ohrenschmaus” kenne, gefragt hätte, wieso der Monsterroman “Dämonen” heiße und eine Dame dann entsetzt nach der Ostmark fragte und ein Herr wissen wollte, ob Canetti den “Nobelpreis” verhindert hätte?

“Hilde Spiel!”, habe ich, glaube ich, bei dem Symposium gehört. Ein Herr widersprach, denn die hättedie “Strudelhofstiege” sehr gelobt und die “Nobelpreis-Akten” noch verschlossen. Wir wissen es also nicht und die schöne Holzdecke konnte man sich auch an schauen. Ein paar tausend Akten wurden, glaube ich, damals vernichtet und ein Haufen Demonstranten im Palast. Das habe ich versäumt und ein Buch wäre mir auch noch beinahe auf den Fuß gefallen und dann habe ich mir auch noch am umfangreichen Büchertisch umgesehen und jetzt bin ich nur gespannt auf den viertel D-Day, der eigentlich in der Historie eine andere Bedeutung hat.

Literarisches aus Belarus

Kontrast zu gestern Abend,” als ich heute um viertel acht, ich hatte wieder eine sechs Uhr Stunde, die Gesellschaft für Literatur” betrat, war die Tür verschlossen und im ersten Stock sehr laut, da fand offenbar eine Party statt und in der “Gesellschaft” vielleicht zehn Leute.

Ines Scholz eröffnete gerade und stellte die Damen am Podium vor und da war Annemarie Türk von “Traduki”, Aylin Rieger von der “S. Fischer Stiftung” und die Schauspielerin Cornelia Köndgen. Annemarie Türk, die sich inzwischen, glaube ich, auch schon in Pension befindet, erzählte daß man von der Belarusischen Literatur oder der Situation dort, nur wenig weiß und ich dachte, ha? ist Sasha Filipenko, von dem ich ja vier Bücher gelesen habe nicht auch von dort?

Natürlich ja, aber bei der “S. Fischer Stiftung” geht es um etwas anderes und an diesem Abend um belarusische Frauen und da gibt es dort einen “Pflaumbaum-Verlag”, der von der Nobelpreisträgerin Swetlana Alexijewitsch, glaube ich, gestiftet wurde, um die dortigen Autorinnen zu fördern, genannt nach einer Jahuinjenija Pflaumenbaum, die in den neunzehnhundertzwanziger bis dreißiger Jahren literarische aktiv war und dann nach ihrer Heirat mit einem belarustischen Dichter literarisch verstummte.

Dieser Verlag hat nun eine Anthologie herausgegeben “Anthologie der Dichterinnen”, die diese “S. Fischer Stiftung” nun, glaube ich, in Europa bekanntmachen will.

Dann hat Cornelia Köndgen einige Gedichte aus dieser Anthologie gelesen und ich dachte, uje die Namen, da habe ich sicher Schwierigkeiten, sie richtig zu schreiben.

Das Original wahrscheinlich in russischer Sprache war auch zu sehen, sechzig Dichterinnen sind darin, glaube ich, enthalten und eine davon ist die 1969 in Smarhon geborene Tania Sarkynkina, deren Gedicht “Frühstück aus nichts” der Veranstaltung den Namen gab und sie schreibt ähnlich, wie Maja Haderlap ihre Gedichte auf russisch, Haderlap schreibt die auf Slowenisch und die Prosa zum Beispiel “Engel des Vergessens” oder das neue Buch auf Deutsch und Tani Skarkynkina ihre Prosa auf Smarhonisch”, eine Mischung aus Polnisch und Russisch, glaube ich, und da wurden Auszüge aus der Erzählung “Nach dem Klassentreffen” gelesen und das ist ein sehr politischer Text, der in die Vergangenheit zurückgeht. Da hat Annemarie Türk nachgehackt und wissen wollen, ob da die Schriftsteller schneller als die Historiker sind?, was die Autorin, die von Margarita Höckner gedolmetscht wurde, glaube ich,etwas überforderte.

Dann kamen auch die sieben Gedichte, die in der Anthologie enthalten sind und vorher wurden noch einige andere belarusische Autorinnen vorgestellt, deren Bücher auch auf Deutsch erschienen sind, da gibt es ja Volja Hapejeva, die ich, glaube ich, schon in der “Alten Schmiede” oder in pandemischen Zeiten über den Livestream hörte und Eva Vieznaviec Roman “Was suchst du Wolf?”, ist bei “Zsolnay” erschienen. Eine andere in Wien lebende Autorin war auch da und nacher gab es wieder Wein. Vielleicht den der gestern über geblieben ist, würde ich vorlaut unken und ich habe mich nett mit den jungen Damen der “Gesellschaft” unterhalten, ihnen von meinen Buchpreis-Leseeindrücken erzählt und Annemarie Türk dann um das Leseprobenheftchen angeschnorrt, das des beim “23 poesiefestival berlin” gegeben hat, woraus die deutschen Übersetzhungen gelesen wurde, damit ich die Namen richtig schreiben kann, aber um die habe ich mich jetzt gedrückt.

Zu Thomas Bernhards Wien

“Retrogranden aufgefrischt” hieß es in der “Gesellschaft für Literatur” weiter und während ich gestern in der “Alten Schmiede” August Bisinger zehn vor sieben erstaunt fragte, wieso da so wenig Leute wären, war es diesmal in der “Gesellschaft” nach viertel acht ganz voll.

Auch im zweiten Raum Sessel aufgestellt, aber als ich mich nach vorne drängte, bekam ich noch einen Platz in der ersten Reihe und vor mir saßen der Bernhard Schauspieler Martin Schwab 1937 geboren und die Literaturwissenschaftler Martin Huber und Wolfgang Straub und zeigten auf einer Karte die Wiener Orte in denen der 1939 geborene und 1989 verstorbene Thomas Bernhard präsent gewesen war..

Viele Orte gibt es nicht mehr, erklärte Martin Huber und sagte dann, daß Thomas Bernhard in zweiundzwanzig Wiener Bezirken präsent gewesen wäre.

“In welchen nicht?,” wollte er dann vom Puplikum wissen und höe und staune, es war der zehnte Hhiab, während der soziale aufsteigen Wollende bevorzugt im ersten Bezirk verkehrte.

Und dann ging es gleich an einen literarischen Ort, wo der alte Meister präsent gewesen ist, nämlich die “Gesellschaft für Literatur”, die damals noch im Palais Palfy befunden hat und literarische Jausen für die Literaten veranstaltet hat. Das war in den Sechzigerjahren, bis 1968 ist er glaube ich dort aufgetreten, dann gab es ja diesen Eklat mit der Preisverleihung, wo er den Unterrichtsminister mit den Worten, daß “anesichts des Todes alles lächerlei sei” erbost vertrieb.

Es gab dann einen Lesungsausschnitt bzw. eine Diskussion mit Wolfgang Kraus, dem damaligen “Gesellschafts-Leiter”, wo die junge Frau Schmidt-Dengler, die damals vielleicht noch nicht so geheißen hat, zu sehen war, die auch, wahrscheinlich mit ihrem Enkelsohn zu sehen war und dann gab es Lesungspassagen mit den Burgschauspieler.

Aus den “Billigessern”, denn höre und staune, der gut Bernhard, der ja eigentlich nur mit den Granden verkehrte, hat öfter in der WÖk diesen sozialen Speiselokal, wo man um sieben Schilling fünfzig gut essen konnte, das es auch nicht mehr gibt, verkehrt und vorher war er im Krapfenwaldlbad und noch früher hat er seinen “Frost” geschrieben. Im heißen Sommer 1962, wo es noch keine Klimakrise gegeben hat und ich wahrscheinlich meinen Sommer in einem Ferienlager der Wiener Kinderfreunde verbrachte.

Und die “Untergeher gibt es auch. Da rennt ein Aristrokrat in alten Kleidern durch ganz Wien, weil er die bessere Gesellschaft hasst und Thomas Bernhard, der von Salzburg nach Wien gekommen ist, hasste es auch und liebte es dann wieder, wie in “Holzfällen” wo es ja um das literarische Abendessen bei der Jeannie Billroth gehtbeschrieben wird.

Alexandra Millner, die glaube, ich eine Disser- oder Habilitation darüber geschrieben hat, war im Publikum und als ich sie nachher beim Wein fragte, ob das nicht ein “Unsiympather” war?, schluckte sie und sagte was von “ironisch”.

Also ein ironischer Unsympathler und immer noch ist das literarische Wien von diesem Oberschimpfer, der sich eigentlich sehr ungut gegen Jeannie Ebner verhalten hat, begeistert. Schade eigentlich, aber ein interessanter Abend und ich habe gleich die Gelegenheit genützt, Manfred Müller nach Thomas Olahs “Doppler” ,das ich gerade lese zu fragen, der sich ja offenbar auch ein bißchen in Thomas Bernhard Spuren begeben hat.

Er hat es noch nicht gelesen. Das Buch wurde aber, glaube ich, in der “Gesellschaft”, bzw. im Cafe Central vorgestellt und ich habe ,wer es wissen will, das präsentierte Buch nicht gekauft.

Natürlich nicht, warten ja noch etwa dreißig Buchpreisbücher auf mich und da habe ich ja wirklich genug zu tun und interessant vielleicht, daß ich während ich meinen Wein getrunken habe, offenbar neben einen jungen Literaturwissenschafter gestanden bin, der von dem großen Thomas Bernhard begeistert seiner Begleiterin erzählte.

Die deutsche Shortlist

Es ist soweit, die heurige deutsche kurze Liste wird bekanntgeben und wenn mich jetzt wer gefragt hätte, was steht darauf?, hätte ich noch kurz vorher sagen müßen, ich weiß es nicht, denn ich habe erst drei Bücher der LL ganz gelesen und bin jett gerade bieim Thomas Olah, der auch auf der ÖSt Debut steht und die drei hatte ich schon gelesen, als ich vor vier Wochen mich mit dem Alfred in Bordeaux, als wir dort das Auto in der Victor Hugo Parkarage abgestellt und die berühmte Brücke überquert hatte, in ein Straßencafe setzen, wo wir uns den Cafe allerdings holen hätte müßen und mir die Liste auf Alfreds Handy zeigen ließ. Dann waren wir noch eineinhalb Wochen in Frankreich, so daß ich erst am nächsten Freitag, die Bücher anfragte, da noch etwas zu lesen hatte und am Dienstag darauf wurde schon die österreichische lange Liste bekanntgegeben und die war diesmal überraschend bei der Netgalley, wo man ja digital lesen kann, früher zu bekommen und obwohl mir die Post zwei Sendungen zurückgeschickt hatte, zum Glück waren da auch die “Wagenbachbücher” dabei, die ich schon gelesen habe, war noch einiges zu lesen und da geht es diesmal zuerst durch die Öst, so daß ich zu deren Shortlistverkündiung wahrscheinlich mehr gelesen habe.

Zwei Bücher, die auf beiden Listen stehen, habe ich aber auch im Print bekommen und so werde ich nach dem Olah auch die Teresa Präauer lesen und weil nach der Reise einiges zu erledigen war, bin ich auch verspätet zu den Blogger-Buchpreisempfehlungen gekommen. Die kleinen Filmchen, die die zwanzig Bücher vorstellen, hat es diesmal auf der deutschen Listenseite auch nicht gegeben, aber Sarah von “Uralte Morla” hat dann doch ihre Schätzung abgegeben und den “Papierstau Podcast” gibt es auch.

Was könnte also auf die Shortlist kommen?

Die Terezia Mora vielleicht, die hat zwar schon einmal gewonnen, dann vielleicht der Setz der schon in Leipzig nominiert war, Negazi Öziris “Vatermal” wird oft erwähnt, die Teresa Präauer vielleicht auch oder der Tonio Schachinger wo ich mich schon auf das Lesen freue und und und…

Seien wir gespannt und dann vielleicht auch überrascht, wie das ja meistens so ist.

Und jetzt ist sie da, hurrah, hurrah und gar nicht so schlecht geschätzt_

  1. Terezia Mora “Muna”

2. Negati Öziri “Vatermal”

3. Anne Rabe “Die Möglichkeiten des Glücks”

4. Tonio Schachinger “Endzeitalter”

5. Sylvie Schenk “Maman”

6.Ulrike Sterblich “Drifter”

Und jetzt heißt es lesen, lesen. lesen. Wer macht noch mit und diskutiert mit mir über die Bücher?

Retrograndin Heidi Pataki

“Retrogranden aufgefrischt” ist eine von Markus Köhle kuratierte Reihe in die “Alte Schmiede”, die sich verstorbenen Literaten widmet, wo immer einige Autoren eingeladen werden, sich mit dem verstorbenen Autor zu beschäftigen. Da gab es schon einen Abend über Elfriede Gerstl, über Hansjörg Zauner und eine, die sich Adelheid Dahieme widmete und nun war die 1940 geborene und 2006 verstorbene Heidi Pataki an der Reihe, die 1991 bis 2006 die Präsidentin der GAV war und von der ich immer noch die Gedichtzeile “Als Emanuel Kant die Fenster putzte..” in Erinnerung habe. Kennengelernt habe ich sie, glaube ich, in den Siebzigerjahren, als ich schon in der Otto Bauergasse wohnte und zu einer gratis Veranstaltung in den Z-Club ging, wo sie aufgetreten ist.

Ich war bei ihrem Begräbnis, wo sie am Zentralfriedhof ein Ehrengrab hat und 2007 als wir von Ruths Dichterkarawane zurückgekommen ist, gab es im Literaturhaus eine Veranstaltung, die ihr gewidmet war, von der ich immer noch ein Plakat in meinen Schlafzimmer hängen habe.

Eine experimentelle Dichterin, die schon 1968 ein Buch bei “Suhrkamp” herausbrachte, das Markus Köhle in seiner Einleitung hochhielt und dann erzählte, daß er mit ihrem “Amok und Koma” auf den Zentralfriedhof gefahren ist, um ihrer zu Gedenken.

Markus Köhle hat diesmal Petra Ganglbauer, Bodo Hell, dessen “Bewegten Bäume” das ja auf der Öst, steht, gerade lese und die Slamerin Elena Sarto eingeladen, der GAV-Präsidentin und langjährige “Neue Forum- Redaktuerin” zu gedenken.

Petra Ganglbauer, die offenbar Corona hat, hat sich entschuldigt, so hat August Bisinger den Film gezeigt, der auch bei den “Fünfzig Jahre feiern” lief, wo Heidi Pataki in seinen Garten eines ihrer Gedichte liest und Bodo Hell frisch von der Alm zurückgekommen, wo er Gerhard Jaschke einen Zirbenschnaps überreichte und ihm einiges davon berichtete, erzählte, daß er einmal mit Heidi Pataki nach Vorarlberg gefahren ist und da mit ihr über den “Hexenzauber” handelte, diskutierte.

Er hat aus ihren “Herbstpresse- Büchern” gelesen und die 1999 geborene Slamerin beschäftigte sich mit der Feministin Pataki, die eine Position vertreten hat, die sie vermißt, weil es heute heißt, daß man das nicht mehr braucht.

Retrogranden aufgemischt. Es ist gut sich mit der 2006 verstorbenen experimentellen Dichterin zu beschäftigen und ihre Bücher wiederzulesen.

Damals im Literaturhaus konnte man sich Seiten aus dem “Otto Müller-Buch ” mitnehmen und das 1972 erschienen “J u. V-Büchlein”- “Fluchtmodelle” sowie “Die kurze Pause” aus der “Herbstpresse” befinden sich in meinen Regalen.

Die nächste Veranstaltung wird Gerhard Kofler gewidmet sein, der bis zu seinem Tod Generalsekretärder GAV war und als Markus Köhle bei seiner ersten Generalversammlung war, ist Gerhard Kofler auf der einen Seite und Julian Schutting auf der anderen Seite von Heidi Pataki gesessen und ich kann mich an eine Veranstaltung in der “Gesellschaft für Lliteratur” erinnern, wo Heidi Pataki eine Mütze mit roten Stern trug, wovon es ein Foto gibt, daß sich auch irgendwo in meinen Regalen befinden müsste.

Vom Ikigai Workbook zur Online-Autorenmesse

Der Sommer beginnt sich langsam zu verabschieden, die Veranstaltungen und das dreifache Buchpreislesen hat beginnen und da kamen in den letzten Tage verschiedene Mails von Julia K. Stein und Jurenka Jurk, den beiden Autoren oder Schreibtrainerinnen, die im Netz Workshops für Autoren die höchstwahrscheinlich nicht in Leipzig, Hildesheim oder Wien studieren anbieten. Jurenka Jurk habe ich, glaube ich, über Julia K.Stein kennengelernt und die wahrscheinlich über Annika Bühnemann, deren Videos ich einige Zeit sehr verfolgte und die mir auch einmal Nanowrimotips gab.

Die erste Online Autorenmesse der Jurenka Jurk war 2017, ich glaube, zeitgleich mit der “Buch Wien”, und den “Nano” so daß ich wenig Zeit hatte, mir die Videos anhzusehen, denn da gab es verschiedene Interviews mit Autoren, die den Schreibwilligen Schreibtips gaben, denn es gibt ja trotz des funktionalen Analphabtismus immer noch sehr viele Leute die Schreiben und Bücher veröffentlichen wollen.

Aus der Messe hat sich dann Jurenka Jurks Romanschule entwickelt, die inzwischen eine Menge Coaches hat und eine zweijährige Ausbildung zum Romanautor mit gratis Workshops, die ich regelmäßig frequentiere und damit versuche meinen Texten mehr Schwung und Peep zu geben beziehungsweise die Heldenreise zu begreifen und für mich anzuwenden. Gelingt mir nicht ganz, obwohl ich die letzten drei Texte nach ihren Webinaren geschrieben habe und die Onlineautorenmesse hat sich auch perfektioniert.

Es gibt jetzt Videos, die man sich ansehen kann und jeden Abend ein Webinar mit zum Teil schon bekannten Themen und es gibt jetzt auch ein Workbook, das man sich kostenlos hinunterladen kann.

Julia K. Stein hat die Idee zu einem Schreibclub und eine andere mit dem japanischen Ikigai seine Schreibideen festzulegen und das erste Workshop der Messe war wieder “So überzeugt deine Romanidee die Leser”.

Beim ersten Webinar hat Jurenka Jurk aber als Überraschungsgast den Rapper Quichotte eingeladen, der ein paar Sprachwitze erzählte und sich dann verschiedene Worte zurufen oder in den Chat stellen ließ, zu denen er einen Rap formte.

Dann kam Natascha Birovljew und erklärte, wie man zu einer Romanidee kommt oder den Keim dazu findet, denn es wurde ja schon alles geschrieben. Es ist aber wichtig, seine Idee einzigartig zu machen oder das Einzigartige was man bieten kann, auszuloten. Man braucht einen Protagonisten und Ziele, beziehungsweise Stolpersteine und Hindernisse und dann muß man seine Einfälle kombinieren und dann sollte man seine Romanidee in drei Sätzen formulieren.

Also zu meiner “Stalking Story”, meinem nächsten Projekt. Der erste Satz soll den Auslöser der Geschichte beschreiben. Da fährt oder kommt die Laura also von ihrem Vorstellungsgespräch in der U-Bahn und sieht dort Severin Sickinger.

2. Worum geht es im Text, welcher Konflikt und was ist der Kampf der Figur?: Es geht um die Begegnung zweier Personen in der U- Bahn. Der Konflikt ist Lauras Traumatisierung, sie wurde während Corona vom Lebensgefährten ihrer Mutter sexuell belästigt und fühlt sich von Severin gestalkt, der Kampf ist ihr Widerstand sich in die Beziehung einzulassen.

3. Wie löst sich der Konflikt und wie endet die Geschichte? Laura gelingt es ihre Blokaden aufzulösen, sie kann sich in die Beziehung einzulassen, bzw. sich mit Severin anzufreunden.

Das konnte man in den Chat stellen. Da kamen viele Vorschläge, die dann von den Coaches besprochen wurden, die daran erinnerten, daß Romane immer größer und dramatischer als das Leben sein müssen. Und die Frage, die mich ja derzeitig beschäftigt, ist, wie bekomme ich aus meinen Ideen das Futter um zweihundertfünfzig Seiten zu füllen? Und da ist es wohl hilfreich, daß die Coaches zu mehr Konkretismus mahnten und in meinen drei Sätzen fehlen ja noch die anderen Protagonisten und Handlungssträngen, also sollte ich mir wieder mehr Zeit geben, die Geschichte auszuarbeiten und dazu habe ich ja im November Zeit, weil ich die Geschichte ja für den “Nano” benützen will.

Das nächste Workshop wird dann dem “Show not tell” gewidmet sein. Es wird auch Interwiews von Ronny Rinderer, Elisabeth George und Stefanie Seiler geben. Stefanie Seiler ist eine Selfpuplisherin, die, die Romanschule absolvierte, Elisabeth George eine erfolgreiche Krimiautorin und mit Ronny Rinderer, dem Schaupieler, habe ich ja im Quarantänejahr mein “Frühlingserwachen” geschrieben.

Eine Sponsorenseite, wo man weitere Interviews findet und sich bei “Tolino”, “Uschtrin”, “Dramaqueen”, etcetera Schnäppchen holen kann, gibt es auch.

Und dann ging es los mit den Gefühlen mit Jurenka Jurk und einer Annika, die sich gegenseitig Bälle zuwarfen und diskutiert wurde, wieviel show oder tell man nun in seinen Texten haben soll und ob Tolkien solches verwendete? Gefühle beschreiben, zeigen und sehr sinnlich sein und es gab wieder eine Schreibaufgabe, wo ich meine Laura vom Vorstellungsgespräch kommend in der U-Bahn sitzen ließ “Sie war blaß geworden und starrte vor sich hin.

“Nicht hinsehen!”, murmelte sie dabei und merkte, daß sich ihre Finger verkrampften.

“Nicht hinsehen auf den schönen jungen Mann und dabei an Helmut denken, tief durchatmen und von zehn nach eins rückwärtszählen!”

So hatte es ihr die Therapeutin geraten, was ja eigentlich Unsinn war. Blaß geworden und nicht wegrennen können, obwohl sie das doch wollte. Die Notbremse ziehen und aus der U-Bahn rennen. Das war doch lächerlich. Denn eigentlich war er ein schöner junger Mann. Langsam von zehn bis eins nach rückwärts zählen. Was starrte er sie so an. Nach dem Handy greifen, wenn es schon die Notbremse nicht sein konnte, weil sie deshalb keine Strafe zahlen wollte, die sie gar nicht hatte.

“Was stellst du dich so an, Laura, würde ihre Mutter sicher sagen, wenn sie sie jetzt sehen könnte. “Was ist Fräulein? Ist ihnen schlecht, brauchen Sie vielleicht Hilfe?”, fragte die Frau neben ihr. Tief durchatmen und den Kopf schütteln, zu lächeln versuchen und wegschauen. Jetzt hatte sie es geschafft, Helmut aus dem Kopf bekommen und schaute auch nicht mehr hin. Starrte stattdessen auf den Boden und zuckte mit den die Achseln.

“Es geht schon, keine Sorge, vielen Dank!”, antwortete sie und hatte es geschafft endlich aufzustehen und wegzugehen.”

Ganz schön stark die Gefühle, der traumatisierten Laura. Mal sehen, wie es weitergeht und da ging es ja am Samstag mit Hera Lind, von der ich kürzlich ein Buch gefunden habe und mit der “Figurensprache” weiter. Die Bestsellerautorin Hera Lind, die Sängerin war und während einer Schwangerschaft mit “Ein Mann für jede Tonart”, der auch verfilmt wurde, berühmt wurde und dann auch das “Superweib” geschrieben hat und jetzt das “Fach” gewechselt hat und Tatsachenromane mit Schicksalen von realen Personen schreibt, die schon im Vorjahr bei der Autorenmesse war, rät in ihrem Video zu Mittelmäßigkeit und davon ab, sich unter Druck zu setzen.

“Schreib einfach man nur für dich hin, verbessern kannst du nachher!”

Etwas, das auch Jurenka Jurk rät und ich wahrscheinlich vor fünfzig Jahre gebraucht hätte und da von der Bruni zu sagen bekam, daß jeder Satz sitzen muß. Kann man nicht mehr ändern, aber ich kann sagen, lieber Uli, ich habe bei den letzten zwei Workshops viel gelernt.

Ein Interviews wie man Tips für Lesungen bekommt, hat es auch gegeben, da denke ich, daß die Leser jetzt ja Performances statt den “üblichen Wasserglaslesungen” fordern, aber jeder Autor ist kein Schauspieler, ich bin das jedenfalls nicht.

Am Abend hat sich das Workshop also mit der “Figurensprache” beschäftigen und darauf geschaut, daß jede Figur eine eigene Sprache hat und nicht die des Autors verwendet. Also einen Dialog mit acht Sätzen zwischen zwei Personen schreiben, wo man die Herkunft, die Lieblingsworte, das Alter der Personen und dann auch noch die Konflikte und, wo das Ganze spielt, erkennen kann?

Wie mache ich das also in meiner Stalkinggeschichte und wie unterscheiden sich der Severin von der Laura? Beide sind etwa zwanzig bis fünfundzwanzig Jahre alt. Er kommt aus Tirol, sie aus Wien, er ist ein bißchen schüchtern, sie traumatisiert?

“Entschuldige, ich bin der Severin? Haben wir uns nicht schon einmal gesehen?”, könnte er sie in etwa stotternd fragen. Sie bleibt aber abwehrend und schüttelt den Kopf. Was macht er dann, wenn sie nicht antwortet, weil sie nicht angesprochen werden will?

Da hätte mir also etwas mehr Dialog ausdenken können, aber spannend die Texte der anderen zu analysieren und war es ganz schön spannend, was man da aus den Sätzen der anderen herausfinden konnte, ob die Person arrogant oder ruppig war und die Szene auf der Straße oder in einem Hörsaal spielte? Ein spannendes Thema auf das man sicher achten und das mach auch üben muß, damit die Unterschiede sichtbar werden.

Und am Sonntag gibt es noch ein paar verlagslastige Interviews einer Lektorin aus dem “Piper-Verlag” und von Sandra Uschtrin und einen Workshop, wo es um das Veröffentlichen geht, wenn man den Roman dann fertig hat.

Da wurden dann die Vor- und Nachteile bei der Verlagssuche diskutiert. Braucht man eine Agentur, soll man unverlangt einsenden, etcetera. Was ist ein Expose oder soll man die inzwischen existierende Möglichkeit des Selfpublishing nützen?

Da hat sich in den letzten Jahren ja einiges geändert. Als ich zu schreiben angefangen habe, hieß es lang, nein darf man nicht, dann kriegst du nie einen Verlag. Inzwischen gibt es bei den großen Messen ganze Hallen mit Selfpublisherbücher und einige Autoren leben davon.

Ich mache es, weil ich keinen Verlag gefunden habe, in den letzten Jahren, die aber nicht mehr suche. Ich mache es über das Print und versuche über meinen Blog auf meinen Bücher aufmerksam zu machen, alles im kleinen Kreis und werde das wahrscheinlich auch nicht mehr ändern, obwohl ich in der letzten Zeit schon öfter denke, ich muß etwas machen um mich sichtbarer zu machen, weiß aber eigentlich nicht, wie ich das machen soll, weil ich ja ohnehin meine Vorschauen, meine Gewinnspielfragen, mein Aufruf zur Diskussionsrunde und auch gelegentliche Lesungen habe?

In dem Workshop “Dein Roman im Buchregal” gab es dann eine Abstimmung, ob man es beim Verlag oder selber machen will und das Ergebnis war 60 zu 40 und ich denke, wenn man es kann, soll man es tun, denn ohne Verlag hat man es immer noch schwer.

Keine Buchpreisliste, keine Preise, etcetera und Jurenka Jurk stellte dann auch eine Teilnehmerin ihrer Romanschule vor, die von ihrem Erfolg berichtete. Sie war zuerst im Selfpublishing erfolgreich, hat dann aber über ihren Buchhändler einen Verlag gefunden und jetzt ihr Buch stolz in die Höhe gehalten und erklärt, daß sie hoch hinaus und erfolgreich werden, sich also eine Agentur suchen, will und das war dann auch der Übergang zu der “Romanwerkstatt”, die Jurenka <jurk ihren Autoren jetzt auch noch anbietet.

Eine Übung gab es auch in der man schreiben sollte, warum man schreiben und sein Buch irgendwann in den Regalen sehen oder bei Lesungen präsentieren will, gab es auch.

Ich habe “Mich selbst verwirklichen geschrieben!” und, daß mir noch die Anerkennung der Erfolg fehlt und ich bin inzwischen sehr pessimistisch und glaube nicht, daß sich da noch etwas verändern wird, auch wenn ich noch immer nicht weiß, warum es gerade mir nicht gelingt, aber inzwischen habe ich damit leben gelernt und ich gebe auch nicht auf.

Kalmann und der schlafende Berg

Jetzt kommt ein Buch an dem man sehen kann, wie ein Krimi auch funktionieren könnte, eine Krimisatire vielleicht, die mich sehr beeindruckt hat, des 1981 in der Schweiz geborenen Joachim B Schmidt von dem ich schon “Tell” gelesen habe,der mit seiner Familie in Island lebt und schon ein Buch mit dem Helden “Kalmann” geschrieben hat.

Bei “Amazon” wird geraten, den ersten Teil zu lesen, um sich auszukennen. Aber Schmidt hat sich, glaube ich, ohnehin viel Zeit genommen, das Bisherige zu erklären und Kalmann ist ein interessanter Held, nämlich ein Behinderter, ein Mensch mit Lernschwierigkeiten, “Downie” steht an einer Stelle wird aber sofort dementiert und auch sonst riskiert Schmidt einiges, spielt das Buch nämlich während der Pandemie, im dem berühmten Jänner 2021, wo der Sturm auf das Kapitol stattfand und man eigentlich nicht in die USA reisen konnte.

Der Held Kalmann tut es aber, denn, wenn das Buch beginnt, wurde er vom FBI festgenommen und von einer schwarzen Agentin verhört. Der erzählt er, was bisher geschah. Nämlich, daß er bei seiner Mutter und seinem Großvater aufgewachsen ist. Der Großvater hat ihn das Fischen und Jagen beigebracht und im ersten Teil hat der Sheriff von Raufarhöfn, wie er genannt wird, weil er immer mit einen Sheriffhut und einem Stern herumläuft, einen Eisbären erjagt.

Der Großvater, inzwischen dement geworden, ist gestorben. Kalmann hat ihn noch im Pflegeheim besucht und seine letzten Worte hat der Großvater auf Russisch gesprochen. Das erzählt Kalmann seinem Freund Noi und der bringt ihn auf die Idee, daß der Groüßvater ermordet wurde.

Eine dumme Idee. Aber Kalmann jagt ihr nach. Zuerst kommt aber ein Mail von seinem amerikanschen Vater, der ihn einlädt ihn zu besuchen. Die Mutter hält das für eine hervorragende Idee und organisiert die Reise, so daß Kalmann mit Maske, etcerta, dorthin fliegen kann. Der Vater und seine Familie sind offenbar Trump Anhängern, sie ballern herum und brechen dann mit Kalmann nach Washington auf, um den Präsdienten zu unterstützen, bzw. an der Demo teilzunehmen.

Dort wir Kalmann dann vom FBi eingefangen und die Agentin erzählt ihm, daß der Großvater auf der schwarzen Liste steht, weil er Kommunist war und wird dann nach Island zurückgeschickt.

Die Mutter holt ihn in Reykjavik ab und die Beiden müssen jetzt in ein Hotel in Quaratäne.

“Scheiß Pandemie!”, formuliert Kalmann da und kommt dann irgendwann doch nach Raufarhöfn zurück und kann die Spur aufnehmen.

Eine Tante Telma gibt es auch, die er erst beim Begräbnis kennengelernt hat und einen anderen alten Kommunisten, den er aber, als er ihn besuchten will, erschossen auffindet.

Jetzt überstürzen sich die Ereignisse und es geht zum “schlafenden Berg “, den die Amerikaner im World War II als Radarstation beziehungsweise Munitionlager benutzen. Jetzt ist der Berg verschmutzt und ein alter, ebenfalls schon kranker CIA-Agent taucht auf, schleppt mit einer Pistole bewaffnet, Kalmann auf den Berg, der dann in die Luft fliegt und Kalmann hat wieder alles aufgeklrt und wird von hundert Fernsehanstalten interwievt. Wirklich interessant einen Menschen mit mentalen Schwierigkeiten zum Helden zu machen, der mit Witz und Naivität alles aufklrt und, wie, ich glaube, brillant beschrieben wird.

Erkenne ich ihn doch in den “Ohrenschmaus Texten” wieder und ich denke, daß da über Corona wahrscheinlich genauso gedacht wurde “Das Scheiß Corona Virus” die Fernsehwirklichkeit mit der Wirklichkeit vermengt wird. Denn Kalmann lebt ja in einer Fernsehwelt, fabuliert naiv vor sich hin und wird deshalb zum Helden.

So können Krimis sein, denke ich und so mag ich sie auch lesen. Also bin auch ich, wie die “Amazon Rezensenten” auf eine Fortsetzung sehr gespannt.

Zweiundzwanzigstes Schiele-Fest

Eva Brenner, die experimetelle Theatermacherin und Lebensgefährtin von Peter Kreisky kenne ich schon lange und sehe sie regelmäßig bei Veranstaltungen. Sie schickt mir auch immer die Einladungen zu ihren Veranstaltungen und wahrscheinlich auch zu dem von dem Schiele-Feest, das sie jetzt schon seit zweiundzwanzig Jahre in Tulln, St. Pölten und jetzt in Maria Annzbach bzw. in Neuglengbach veranstaltet.

Da habe ich wahrscheinlich gedacht, das ist nicht in Wien, das kostet Geld ,jetzt aber, da fahren wir hin, denn Neulengbach ist nicht weit von St. Pölten entfernt. Also Kulturgenuß in der Nähe.

Warum nicht? Obwohl ein Fest für den experessionischen Maler Egon Schiele, der 1918 an der spanischen Grippe starb, eigentlich nicht besonders literarisch ist oder dann doch natürlich. Denn das Fest hat immer ein bestimmtees Thema, beziehungsweise picken sich die Veranstalter immer einen Aspekte heraus, den sie dann mit Schieles Bildern beleuchten.

Diesmal war es “Das beschädigte Leben – Egon Schieles radikales Körperbilder” und das Thema ist, glaube ich, im Vorjahr entstanden als Erwin Riess anbot, dafür einen Text zu schreiben oder daran teilzunehmen und der ist ja, den ich von den Volksstimmefesten und auch von seiner Groll-Reihe kenne, im März gestorben. Also war es eine in Memorian-Veranstaltung, aber wie passt jetzt der Maler mit dem Rollstuhlfahrer und Behindertenaktiviten, der 1957 geboren wurde, zusammen?

Durch das Thema wahrscheinlich und die Veranstaltung oder der “Künstlerische Wandertag in zwei Stationen”, wie im Programm stand, begann in Maria Anzbach in, wie es ebenfalls hieß, Eva und Peters Landhaus. Der Peter ist ja im Dezember 2010 gestorben, also gehört das sehr ästhetische Häuschen in dem es sehr viele bücher gibt, jetzt der Eva allein oder vielleicht auch ihrer Schwester, die sie mir vorstellte und das Fest begann mit einem Frühstück, um elf und dann um zwölf mit einem Symposium das “Vom beschädigten Leben zur radikalen Demokratie”, ein sehr aktuelles Thema, lautete und da hat die Politikwissenschaftlerin und feministische Ökonomin Gabriele Michalitsch begonnen sich mit dem Frauen- und Männerbild, der letzten Jahre zu beschäftigen. Aber zuerst hat der Schauspieler Remi Brandner den Text gelesen, den Erwin Riess wahrscheinlich für das Symposium vorbereitet hat, wo er einem Behinderten, der in einen See gesprungen ist und nun querschnittlähmt ist, Ratschläge gibt, wie er mit seiner Sxualtiät umgebeh kann.

Dann wurden der Historiker Jakob Ludwig Hinkel und der Behindertenaktivist Volker Scbönwiese per Zoom zugeschaltet und der erstere erklärte, wie Wien zu Schieles Zeiten ausgesehen hat und der zweite referierte über den 1893 geborenen Behindertenaktivisten Siegfried Brau, der 1944 in Auschwitzsein Ende fand.

Dann gab einen Lunch, Wein und Kürbissuppe und das, was vom Frühstück übergeblieben ist und dann ging es zur zweiten Station nach Neuglengbach in eine Galerie, wo es eine Ausstellung von Leo Mayr gab und dann noch eine Performance zu einem Text von Georg Trakl “Seltsam sind die nächtlichen Pfade des Menschen” und noch einmal ein Buffet oder Brot mit ein paar Aufstriche, Kaffee und Kekse und es war sehr interessant, was im künstlerischen Sektor in der näheren Umgebung alles stattfinden kann.

Da braucht man gar nicht so weit reisen und ein paar literarische Veranstaltung in St. Pölten und Umgebung wird es in der nächsten Zeit auch noch geben.

Der Bauch des Wals

“Zwei Essays über Kunst und Politik”, sind in dem eher dünnen “Diogens-Büchlein” enthalten, das ich im Postkasten vorgefunden habe, als ich von Frankreich zurückgekommen bin und interessant sind da vor allem die Autoren, die die Essays geschrieben haben.

Oder hauptsächlich einer davon, nämlich der 1903 geborene George Orwell, dessen “1984” ja in den letzten Jahren besondere Berühmtheit bekommen hat und ich mich ja bekanntlich auch damit beschäftigt habe.

Der zweite Ator ist der 1948 in Hamphire geborene Ian Mc Ewan, der 2021 eine “Orwell memorial lecture” gehalten hat und sich da mit dessen 1940 erschienen Essay “Im Inneren des Wals” mit dem Titel “George Orwell außerhalb des Wals” beschäftigte.

“Diogenes” hat jetzt beide Texte abgedruckt, die sich, wie schon geschrieben, mit der Kunst und der Politik beschäftigt und da hat George Orwell mit dem 1935 erscheinen Roman “Wendekreis des Krebes” von Henry Miller beschäftigt.

Dann kommt er auf den Lyriker A. Houseman, der ihn in seiner Jugend sehr beeindruckt hat, worauf er auf die Dichter der Neunzehnhundertzwanzigerjahre kommt und sie denen der Neunzeh dreißiger gegenüberstellt, die in England offenbar alle kommunistisch waren, worauf er zu dem Schluß kommt, daß ein Dichter nicht politisch sein darf, weil er dann nicht mehr ehrlich seine Meinung äußern kann.

Dann kommt er wieder zu Henry Miller beziehungsweise zu Jonas und dem Wal zurück, was offenbar als Metapher zu verstehen ist, daß man sich als Schriftsteller nicht politisch äußern, sondern sich lieber in den Bauch des Wales zurückziehen kann, wo er vom “Lärm der Zeit” nichts mitbekommt.

Der Unterschied zwischen den Schriftstellern, die vor oder nach den ersten Weltkrieg schrieben wird erklärt und auch, daß Henry Miller, als er ihn auf seinen Weg nach Spanien in Paris traf, nicht verstehen konnte, wie man sich am spanischen Bürgerkrieg beteiligen kann, weil er ein aufrechter nach vorne schauender Pazifist war, der seine Meinung aber niemanden aufdrängen wollte.

Mc Ewan erwähnt dann in seinem Essay den Besuch Millers auf Orwells Weg nach Spanien und betont, daß die Beiden sehr unterschiedlich gewesen wäre. Miller war freiwillig im Exil in Paris und daher so etwas wie im Inneren des Wals, während sich Orwell politisch betätigte.

1957 hat Albert Camus, der mit Geoge Orwell, das Schicksal der Tuberkuose teilte und ein ebenso starker Raucher war, die sich aber nie getroffen haben, den Nobelpreis bekommen und in seiner Rede über “Den Künstler in seiner Zeit” erwähnt. McEWan kommt dann zudem englischen Schriftsteller Henry James und seinem Text”Die Kunst der Dichtung” und meint, daß Prinziipen erwähnt, die auch Orwell anerkennt “Eine Kunst, die es unternimmt, das Leben so unmittelbar nachzuschaffen, kann sich nur entfalten, wenn sie vollkommen frei ist.”

Da sind wir schon bei der Fantasie, die frei bleiben muß und “1984” das Ausdrücken wie Gedankenpolizei” und “Doppeldeck” prägte, die inzwischen im allgemeinen Sprachgebrauch sind, ein Roman der Salman Rushdie nicht gefallen hat, weil er den Eindruck macht, daß “Kampf zwecklos sei” und kommt dann zu dem berühmten Wal zurück und der Tatsache, daß es der heutige Schriftsteller schwer hat, drinnen zu bleiben. Das Internet, das Handy etcetera holt ihn ständig heraus und mit der Einsamkeit in der sich die Fantasie frei entfalten kann, ist es vorbei oder sehr schwierig geworden und wenn sich der Künstler politisch äußern soll, sich also für die Freiheit der Unterdrückten einsetzen, muß er den Wal auch verlassen und da gibt es ja so brandheisse Themen, wie den Klimawandel, den Brexit, Corona und die Unterdrückung der Meinungsfreiheit, die ja abgeschafft werden soll, füge ich hinzu und in dem chinesischen Sozialsystem kann Orwells “1984” auf höchstmoderne Art und Weise forgeführt werden und wie kann sich der moderne Schriftsteller innerhalb des Wales am besten mit solchen Themen auseinandersetzen?

Da zitiert Mc Ewan einen Haiku aus dem siebzehnten Jahrhunderts “Der alte Teich Ein Frosch springt hinein Vom Wasser ein Geräusch”

Während George Orwell in seinem Essay nur eine einzige Frau zitiert, kommen die bei Mc Ewan öfter vor. Denn Margaret Atwood, Barbara Winterson, Hilary Mantel etc beschäftigen sich ja mit politischen Themen und haben den Walspeck solcherart verlassen.

Aber die Froscharten sind inzwischen ausgestorben. Es gibt inzwischen viel weniger als im siebzehnten Jahrhundert und daran kann man den Stand der Natur ablesen und so haben sich laut Mc Ewan die Bedingungen Walinneren inzwischen sehr geändert.

Ein sehr interessantes Buch und ein interessanter Versuch die beiden Texte hintereinander zu lesen. Denn die Meinungsfreiheit ist, in Zeiten, wie diesen, wo überall die soziale Überwachung droht, sehr wichtig und der oder die Schriftstellerin höchstwahscheinlich besonders gefordert sich politisch zu oäußern, als die innere Bequemlichkeit zu verlassen.

Wir brauche mehr Covidromane würde ich fordern, die sich mit dieser Zeit kritisch außereinadersetzen. Die, die sich mit dem Umweltschutz beschäftigen, sind, glaube ich, schon da.

Die Nachbarn

Jetzt kommt das zweite bei “Wagenbach” erschienene Buch des 2008 verstorbenen niederländschen Johannes Jocabus Voskuil der mit seinem Mehrteiler das “Büro” berühmt geworden ist.

“Die Mutter von Nicolien” habe ich gelesen und das Ehepaar Nicolien und Marten kommt auch in den “Nachbarn” vor. Der Beschreibung nach geht es um das Eheleben der Beiden, das und deren Streitigkeiten in allen Details ausgeschlachtet werden und ich habe mir beim Lesen, wie wahrscheinlich auch bei der “Mutter” sehr schwer getan. Wahrscheinlich ein Autor der mir nicht so liegt, habe ich doch mit dem allzu Satirischen meinen Schwierigkeiten.

Im Vorwort steht, daß der Roman schon früher geschrieben wurde, aber erst jetzt veröffentlicht wurde, da erst jetzt einer der Nachbar der sich in seinen Gefühlen verletzt gefühlt haben könnte, gestorben ist. Weil es aber trotzdem ein gutes Buch ist, hat es die Witwe erst jetzt veröffentlichen lassen und J. J. Voskuil, wie er sich nennt, scheint einen sehr speziellen Stil zu haben, der mir ,wie schon geschrieben, nicht so sehr liegt.

Es begnnt ganz langsam. In das Asterdamer Haus in dem Nicolien und Maarten wohnen, zieht ein neuer Nachbar ein, ein Petrus Stalinga, wie sich später herausstellt, denn am Anfang meidet er jeden Kontakt und weicht den Nachbarn aus. Dann zieht zu dem Sechzigjährigen, der in inzwischen in Pension gegangen ist, der etwa vierzigjähriger Peer ein und ein reger Kontakt mit dem Ehepaar beginnt.

Sie laden sich zum Tee ein, trinken miteinander Whisky, bringen sich Geschenke, geben einander Ratschläge und das Ehepaar passt, wenn die beiden auf Urlaub sind, auf deren Vogel auf, ein solcher ist auch am Cover zu sehen ist, die sollten das auch bei den Katzen von Maarten und Nicolien tun, das klappt aber nicht so ganz und zwischen dem Ehepaar kommt es zum Streit, weil Maarten von den beiden nicht so begeistert, wie Nicolien ist, die sie die Jungs nennt und ihm dann vorwirft, daß er etwas gegen Homosexeuletät hat.

Am Schluß kommt es zum Streit und Peer beschimpft die beiden und es gibt noch andere Skurirlitäten, wie die Krankheit von Petrus, der sich einen OP- Tisch in sein zimmer stellt, es werden Briefe geschrieben und nicht abgeschickt und für meinen Geschmack ist das Buch auch zu lang, nicht ganz zusammenhängend undk vielleicht auch zu wenig dicht geschrieben.