Weiter mit den Toten

Wieder ein Bericht über mein momentanes Projekt “Die Toten lassen grüßen”, den digitalen Demenzroman, wie der Untertitel lautet.

Achtzehn Szenen habe ich da schon, 18 574 Worte, fast achtunddreißig Seiten und im Blog gibt es zwei Szenen, die den utopischen Roman “2035” betreffen, den der Protagonist Fabian Kratky schreibt.

Soll ich die zwei Szenen in den Text aufnehmen oder nicht, war die Frage, die ich im letzten diesbezüglichen Artikel stellte und hatte das auch geplant, aber nicht durchgeführt, sondern den Fabian in der fünften oder sechsten Szene, glaube ich, seinen Roman weiterschreiben lassen.

Wenn der Text einmal fertig ist, ich hoffe, ich bringe ihn über die fünfzigtausend Worte, kann ich darauf hinweisen. Wird der Roman im Roman länger, kann ich ihn vielleicht extra veröffentlichen, wie es Marlene Streeruwitz mit ihrer “Jungen Anarchistin durch Griechenland” machte und jetzt parallel schreiben. Den Roman, wo sich die Protagonistin Julia, die ihren Zwillingsbruder vor zwei Jahren durch einen Schlaganfall verloren hat, in den Schriftsteller und Literaturwissenschaftler Fabian Kratky verliebt, der neben einer Vorlesung über Thomas Bernhard auch den schon erwähnten utpischen Roman schreibt und da gibt es die demente Großmutter Emilie, bei der die Volksschullehrerin Julia lebt, um sie zu betreuen und die lässt sich partout nicht überzeugen, daß der achtundzwanzigjährige Philosophiestudent einen Schlaganfall hatte und Fabian, den sie mit Julia auf der Straße trifft, für ihren Enkelsohn hält.

Sie begibt sich mit ihrem Jugendfreund und ehemaligen Verlobten Emil auf die Suche nach ihm und dann gibt es noch Julias Freundin Mila, die sich in den obdachlosen Soziologen Jury Steiner verliebt und vielleicht wird der auch in die Suche involtiert?

So weit so what. Das wäre der ungefähre Plan und eine ungefähre Szenenplanung habe ich auch schon, eigentlich wieder vier Handlungsstränge, die ich noch ausarbeiten und schauen muß, wie es mir damit geht?

Nicht ganz neu, natürlich, kann ich meinen Kritikern gleich antworten. Denn über eine demente Frau, die mit ihren verstorbenen Jungendfreund kommuniziert, habe ich schon in der “Magdalena Kirchberg” geschrieben und im “Sozialen Kreditsystem”, gibt es auch ein paar “1984-Szenen”.

Das ist ein Thema das mich interessiert und interessant, ob es mir gelingen wird, einen spannenden Roman daraus zu machen und eventuellen Schwächen, die ich meinen an die sechzig selbstgemachten Büchern, die ich schon habe, zu überwinden.

Mal sehen, wie es geht. Ich werde weiter darüber berichten und natürlich wäre es fein, hier darüber zu diskutieren. Über Anregungen, Feedbacks, etcetera, würde ich mich daher freuen.

Vom Feiern in die Sommerfrischewochenenden

Die “Literaturgeflüster-Feiern” sind vorbei, zwei Wochen habe ich das jetzt zelebriert, bin dazwischen ein paar Tage wandern gewesen, habe an meinen momentanten Work on Progress weitergearbeitet, zwei diesbezügliche Szeneschmankerln in den Blog gestellt und mich auch an der Gesellschaftspolitik beteiligt. Da ist ja jetzt sehr viel los in unserem Land, die ORF-Zwangssteuer wurde beschlossen, die Neutralität wieder ein bisschen in Frage gestellt und sowohl die FPÖ als auch die SPÖ haben mir Mails geschrieben, offenbar wird schon die Wahl, die zwar erst im nächsten Jahr stattfinden soll, ein bisschen vorbereitet, obwohl jetzt haben wir ja Sommer und die erste und die zweite Hitzewellen, wo schon die Hitzepläne erstellt und die Hitzelockdowns vorbereitet werden, das Parlament geht aber in die Sommerpause, die Kinder in die Ferien und ich in die Sommerfrischenwochenenden.

Bevor der Alfred in Pension gegangen ist, habe ich meine Sommerfrische in Harland bei St. Pölten verbracht, das heißt Montag und Dienstag gearbeitet und Dienstagabend nach Harland gefahren, dadurch die O- Töne versäumt und am Montag früh wieder zurück und in Harland geschrieben, Rad gefahren, gebadet und den Sommer möglichst geruhlich verbracht. Sommerbücher habe ich gelesen, weil ich das bei Elisabeth von “leselustfrust” so gesehen habe, daß die da in die Buchhandlungen gegangen ist und nach solchen gefragt hat.

Dann ist der Alfred in Pension gegangen und aus der Sommerfrische sind die Sommerfrischenwochenenden und eher kurz geworden. Nach den O-Tönen am Donnerstag nach Harland fahren und am Freitag mit den Rad auf die Ochsenburg oder nach Wilhelmsburg gefahren. Am Samstag mit dem Rad nach St. Pölten auf den Markt, dort die Doris Kloimstein getroffen und am Sonntag auf die Rudolfshöhe. Dann kam Corona und da bin ich im ersten Jahr am Montag öfter ins Traisensenter, in die Seedose einen Kaiserspritzer trinken und um den See gefahren. Im nächsten Jahr war das wegen zwei oder 3G schon etwas schwieriger und meine Kondition hat durch mein nicht maskentragendes Vermeidungshalten nach und nach gelitten und dann wollte der Alfred schon am Montag zurückfahren und jetzt nach den O-Tönen erst am Freitag, auch seine Konditon läßt nach und nach Wilhelmsburg und auf die Ochhsenburg komme ich auch nur mehr selten.

18574 Worte und eine ungefähre Szenenplanung habe ich da schon, obwohl es mit der Handlung noch ein bisschen hapert, da brauche ich noch einige Wendungen und Spannungsbögen, aber ansonsten wie gehabt.

Ich habe mir für die nächsten Dienstage erst ab elf Stunden eingeteilt, so daß wir länger bleiben könnnen, auch wenn da am Montag die Sommerlesereihe im Weinhaus Sittl ist, so daß ich vielleicht doch in den Traisenpark komme, ein Schopping und Recherchetag würde nach den Fensterputzritualen noch ausstehen und ein paar Veranstaltungen habe ich mir auch schon ausgesucht.

Da gibt es Ende Juli eine in St. Pölten und bezüglich Frankreichreise haben wir jetzt etwas ab dem elften August, nach Alfred Geburtstag, der das Fest diesmal ausfallen lässt, geplant. Da kommen wir dann nach der deutschen Buchpreisvergabe zurück und ich werde, weil ich jetzt eher langsam lese, in Lesestreß kommen, aber pünktlich zum Volksstimmefest, obwohl ich da diesmal wieder nicht lese. Also nur eine kurze Sommerfrische, diese aber genießen. Auf den Markt fahren und auf die Rudolfshöhe, da war das letzte Mal auch die kleine Lia mit und mit den Sommerbüchern hapert es, weil ich ja meine Leseliste habe und da eher schwere Kost und HolocaostBücher daraufstehen, auch ein bißchen.

Aber ansonsten wieder trotz aller Probleme, die EVN hat den Alfred ja das Gas gekündigt, den Sommer genießen, den Sommer wie damals, denn die Pandemie ist jetzt ja vorbei, obwohl der “Standard” darüber schimpft, daß die Leute so tun, als hätte es das nicht gegeben und mein Projekt weiterschreiben.

Was die Jubiläumsfeiern betritt steht da wahrscheinlich wieder ein sehr abgespecktes Geburtstagsfest zum Siebziger an und zur Poet Night am zwanzigsten Oktober habe ich mich auch angemeldet.

Karl Marx in Wien

Jetzt kommt ein interessantes Buch, das zwar schon 2013 oder noch früher erschienen ist, aber bezüglich der aktuellen politischen Situation in letzter Zeit besonderer Präsanz bekam. Wird doch jetzt gerade diskutiert, ob Andreas Babler, der neue Vorsitzende der SPÖ, ein Marxist oder war oder ist, wahrscheinlich war er das in seiner Studentenzeit, aber jetzt gilt das offenbar als Schimpfwort und alle, während der Mittelstand zerschlagen wird, fürchten sich vor den angeblich nordkoreanischen Zuständen, die niemand will.

“Karl Marx in Wien” von Herbert Steiner wiederaufgelegt und herausgegeben von Alexander Weiss, in der “Edition Tarantl” erschienen, der kleine feine Verlag von Gerald Grassl der mir mir gelegentlich seine Publikationen gibt und als ich das Buch bei der “Krit Lit” auf seinen Stand liegen gesehen habe, hat es mich angesprochen, weil Karl Marx für mich ein kritischer Denker und kein Feinbild ist und das Buch ist eigentlich verwirrend, enthält es doch verschiedene Artikel über Karl Marx beziehungsweise über die Tatsache, daß der sich vom 27. August bis 7. September 1948 in Wien aufgehalten hat. Da gab es die Achtzehnachtundvierziger Revolution und im Vorwort erklärt der Herausgeber aus welchen Artikeln sich das Buch zusammensetzt.

Dann kommt gleich ein Artikel von Gerald Grassl, der sich mit den Wiener Orten, die das Wort Marx enthalten auseinandersetzt. Denn da gibt es ja die Marxergasse, St. Marx und der liebe Augustin hat angeblich oder tatsächlich auch Marx mit Vornamen geheissen. Den Karl Marx-Hof in Heiligenstadt, dem größten Wiener Gemeindebau der Zwischenkriegsjahre gibt es auch und der sollte, als die DDR zerbrach und die Marx-Büsten abmontiert wurden, auch umbenannt werden. Er hat das überlebt und soll das in der neueren Debatte offenbar wieder, aber schauen wir uns einmal die sozialen Zustände des Jahres1848 an, wo gerade die Eisenbahn erfunden war und die Arbeiter kein Wahlrecht hatten. Wolfgang Häusler erklärt uns dann in zwei Kapiteln. Johann Nestroy hat in dieser Zeit gelebt und da gibt es ja das “Liederliche Kleeblatt des Lumpazivagabundus”, wo drei Handwerker, das große Glückslos bekommen, zwei wieder verelendigen, während der Dritte, die Meistertochter heiratet, in den Bürgerstand aufsteigt.

Gerhard Hauptmann hat das Drama über die “Weber” geschrieben und die Leute waren sehr arm, hatten nichts zu essen, während die Aristokraten auf den Bällen tanzten und ein Gedicht von Gustave Leyoy wird auch zitiert:

“Was wir begehren von der Zukunft Fernen? Dass Brot und Arbeit uns gerüstet sehen, dass unsere Kinder in der Schule lernen Und unsere Greise nicht mehr betteln gehen!”

Dann kommen wir zu dem gekürzten Beitrag von Herbert Steiner, dem langjährigen Leiter der “Dokumentationsstelle des österreichischen Widerstands”, der 1978 ein Buch mit diesen Titel herausgegeben hat, das mit der Beschreibung der Lage beginnt. Die Arbeiter, damals wurde offenbar viel gebaut, wollten eine Bezahlung an den Regen- und Feiertagen, es gab den Zehnstundentag und viel Elend. Dann sollte der Lohn noch um fünf Kreuzer herabgesetzt werden. Das gab einen Aufstand mit vielen Verletzen und einigen Toten im Prater und dann reiste Karl Marx, Dreißigjährig und gerade das “Kommunistische Manifest” geschrieben aus Berlin mit der Nordbahn an und hielt an verschiedenen Arbeiterbildungsvereinen einige Vorträge.

Davon gibt es es Lithografien. Marx an einem Wirtshaustisch mit einigen Arbeitern, wie darunter steht, die tragen aber alle Anzüge und Hemden und sehen eher bürgerlich aus. Eine Emanze mit Gewehr gibt es auch zu sehen, denn die haben einen Arbeiterfrauenverein im Volksgarten gegründet, wurden von den Männern aber ausgelacht und verspottet und Johann Nestroy sieht mit Gewehrauch bei der Ferdinandbrücke stehen. Hat der doch das revolutinäre Stück “Freiheit im Krähwinkel” geschrieben, das damals aufgeführt worden war. Am siebenten Septebmer ist Marx wieder abgereist und hat einen Artikel darüber in der “Rheinischen Zeitung” geschrieben, die er mitherausgegeben hat und wenn man die damaligen Zuständen mit den heutigen vergleicht, wo die Verelendigung der Massen durch die hohe Inflation und die allgemeine Verängstlichung und Entmündigung offenbar vorangetrieben und die Leute vielleicht zur FPÖ getrieben werden, kommt einer das Schauern. Eine starke Arbeiterbewegung muß wieder her und ein bisschen Aufwind scheint die SPÖ durch ihren neuen Vorsitzenden und die KPÖ ja auch zu haben.

Helmut Häusler beschreibt dann wie es mit der 1848-Revolution weiterging, die dann im Oktober oder November niedergeschlagen wurde. Georg Herweghs “Resumee” ist dann auch noch abgedruckt, bevor die Historikerin Herbert Steiners Biografie 1923-2001, der als Sohn jüdischer Eltern emigrieren mußte, wiedergibt.

Ein interessantes Buch, vor allem wenn man die Situation des Proletariats von damals mit der heutigen Situation vergleicht. Karl Marx also lesen, bevor man ihn verbrennen oder verdammen will, würde ich raten und in DDR-Zeiten hat man das “Kommunstiische Manifest” in den entsprechenden linken Buchhandlungen ganz billig bekommen. Aber das ist wahrscheinlich vorbei.

Zwanzigster O-Töne Beginn

Christoph Möderndorfer, Gabriela Hegedüs, Bettina Leidl

Am Donnerstag gehts am Donnerstag ins Museumququartier, zu den Ö-önen, dem Literaturfestival, das es diesen Sommer zum zwanzigsten Mal gibt, wie Gabriela Hegedüs mit stolzerfüllter Stimme und leichten Anhang zur Sentimentalität erklärte und ich, meine Leser wissen es wahrscheinlich, war nicht immer da.

Cornelia Hülmbauer
Anna Mabo

“Wer von Ihnen ist schon das erste Jahr bei der Lesung von Dimitre Dinev, glaube ich, gelesen, wollte sie dann wissen und mein Hande ist unten geblieben, brauche ich ja offenbar sehr lange, bis ich mir die literarischen Events zu eigen machte, so ist es mir bei “Rund um die Burg” gegangen und im Sommer mache ich ja schon seit vielen Jahre Sommerfrische in Harland bei St. Pölten und bevor die zu den Sommerfrischenwochenenden wurden, war ich nur sehr sporadisch da, immer dann, wenn der Alfred nicht anwesend war und jetzt fahren wir erst nach den O-Tönen aufs Land, denn eigentlich weiß man wenn man zu den O-Tönen geht dann schon sehr gut, was im Hherbst auf den Buchpreislisten steht und Gratiseintritt und ein Goodie-Sackerl gibt es auch.

Grund genug hinzugehen und nach den Corona-Zeiten, wo wir hinten, standen weil mit Maske und Testnachweis ging ich ja nirgends hin und auf die O-Töne freue ich mich ja meistens sehr. Vor einigen Jahren bin ich immmer mit einem Buch in der Tasche um sechs hingegangen um einen guten Platz zu bekommen, denn die ersten Reise sind ja immer für die Vips reserviert zu denen ich ja nicht gehöre, nach Corona habe ich mir das abgewöhnt, weil ich da ja immer hinten gestanden bin und heute hat es wieder ein Eröffnungskonzert mit Anna Mabo und den Buben gegeben, die ich glaube ich schon einmal hörte und da erschien Cornelia Hülmbauer mit ihren Debut “oft manchmal nie” bei Residenz erschienen, deshalb waren auch die Verlagsfrauen da und die 1982 in Nö geborene Cornelia Hülmbauer, kann ich gleich anmerken, kenn ich schon lang, hat sie mir ja Anfangs, als sie noch Consens hieß, auf meinen Bog kommentiert. Dann kam ein “Exil-Preis” und ein Studium der Sprachkunst und der Roman führt zu einer niederösterreichische Bundesstraße, wo der Vater eine Autowerkstädte hat und das Kind sein Leben in kurzen Sätzen kommentiert. Ein Roman ohne Plot und mit Autofiktion wie Klaus Kastberger, der Moderator anmerkte und dann folgte das Hauptprogramm nämlich Birigt Birnbacher, die schon dreimal bei den Ö-Tönen aufgetreten ist, 2016 da erste Mal, dann hat sie den “Bachmann-Preis” gewonnen und dann mit ihrem Buchpreisbuch und jetzt heißt der neuen Roman “Wovon wir leben” ein Roman der Arbeitswelt, wie Klaus Kastberger kommentierte und von der Autorin zurückgepfiffen wurde, die auch ihren soziologischen Sachblick zurückwies und von Klaus Kastbergers roten Schuhe schwämrte und mehrmals daraus hinwies, daß er vor kurzem den “Staatspreis für Lteraturkritik” bekommen hat und in dem Roman kehrt eine arbeitslose Krankenschwester ins Innergebierg zu ihren Vater zurück, lernt dort einen Städter kennen und eine Ziege gibt es auch.

Birgit Birnbacher, Klaus Kastberger

Spannend, spannend zu erfahren auf welche Buchpreise, die Bücher kommen und ich lesen werde? Interessante Hintergrundgespräche über die “Bahmann-Wertungen” und wie gut Autoren lesen können müssen, habe ich von den hinter mir Sitzenden auch gehört und Küsschen der Promis, die das nach Corona wieder häufig taten, gab es auch zu sehen.

Dreißig Jahre Podium-Sommerlesereihe

Die Podium Sommerlesereihe im Cafe Prückl von Claudia Erdheim offenbar 1993 eingeführt geht ins dreißigste Jahr. Da gab es immer eine Auftaktveranstaltung in der “Alte Schmiede” und eine Schlußveranstaltung und ich bin, da man dort ja konsumieren muß, eher zögerlich hingegangen. In den letzten Jahren immer öfter und nach Claudia Erdheim hat Christa Nebenführ die Organisation übernommen und einmal auch in den GAV-Nachrichten dazu aufgerufen sich zu melden, wenn man dort lesen will. Das habe ich und bin ihr offenbar nicht gut genug gewesen.

Jetzt organisiert Birgit Schwaner die Veranstaltung, vor drei Jahren in Corona Zeiten war ich ziemlich regelmäßig da. Vor zwei Jahren gabs dann die drei G-Verordnung im letzten Jahr habe ich die Juli- Veranstaltungen offenbar versäumt, wir waren auch in Kroatien und gestern habe ich nachgegooglet und erfahren, daß das Thema “30” heißt und schon vor einer Woche Claudia Erdheim und Christa Nebenführ gelesen haben und heute Petra Ganglbauer und Friedrich Hahn und als ich das Cafe Prückl erreichte, war der Lesesaal leer. Der Kellner, den ich danach fragte, wußte es auch nicht und hat nur gemeint, daß der Saal reserviert wäre, Friedrich Hahn, den ich im Schanigarten traf, wies mich daraufhin, daß ich eine Stunde zu früh dran war, halb acht statt halb sieben.

Hansjörg Liebscher habe ich, als ich zurückgegangen bin, schon im Saal sitzen sehen. Birigt Schwaner ist auch bald erschienen und hat mir die Programmkarte gegeben. Anmelden wie im “Falter” angegeben war, musste man sich auch nicht, Gerhard Jaschke und Christian Katt und einige Damen sind auch erschienen und um halb acht wurde dann das Mikrophon ausprobert.

Das hat wie auch in den vorigen Jahren gestreikt. Birigt Schwaner hat die Lebensläufe der beiden Lesenden vorgestellt und Petra Ganglbauer hat zuerst aus ihren Prosaband “Die Tiefe der Zeit geht”, wo es um ein kleines Mädchen und seine Großmutter geht und offenbar die Zeit vor dreißig Jahren beschreibt, dann ging es zu dem Gedichtband “Aschengeheimnis” und da ist das Zuhören schwierig geworden, denn aus dem Cafe drang der Donauwalzer woran sich offenbar eine amerikanische Touristengruppe vergnügte. Die Klimaanlage war auch sehr stark eingeschaltet, so daß es sehr kalt war und die Akustik schlecht, so daß Petra Ganglbauer mehrmals ihren Standpunkt wechselte und einige Gedichte wiederholte.

Der 1952 geborene Friedrich Hahn , der schon fünfzig Bücher geschrieben hat und mit Siebzehn damit angefangen hat, hatte schon seine erste Veröffentlichung im ersten “Podium” und hat, wie er erzählte experimentell zu schreiben begonnen. Dann einige konventionelle Romane geschrieben und ist jetzt mit dem plotlosen Roman “Leergut” wieder dorthin zurückgekommen. Ein Text ohneHandlung, wo er jeden Tag einfach vor sich hingeschrieben hat und die Zahl dreißig ist erst spät vorgekommen und aus diesem Prosatext hat er auch ein Gedicht gemacht, das erebenfalls noch vorgelesen hat und dann hat er sein Buch und sein Podium-Portrait zu einem Sonderpreis von zwanzig Euro verkauft, andere Broschüren sind auch noch aufgelegen und seine Tochter hat er noch erzählt, hat heute auch ihren dreißigsten Geburtstag gefeiert.

Wahnviertel

Jetzt eines der Bücher des 1956 in Krems an der Donau geborenen Helmut Steiner, den ich vor einigen Jahren in der dortigen Galerie kennengelernt und bei der letzten KritLit wiedergetroffen habe.

“Welchem Genre gehört “Wahnviertel” an?”, hat mich bei der Wanderwoche Astrid gefragt, “-ist es ein Krimi?”

“Das weiß ich noch nicht!”, habe ich geantwortet und würde jetzt das Buch dem fanatastischen Realismus mit österreichischen Prägung zuordnen, beginnt das fünfhundert Seiten Buch, das sich sicher kürzen ließ, mit dem Looser Franz einem ehemaligen Softwarentwickler mit vermüllter Wohnung, der gern dem Wein und dem Bier zuspricht.

Der hat in sich überirdische Fähigkeiten entdeckt und kommuniziert jetzt mit einem “Überfranz”, der ihm zunehmend entgleitet. Helmut Steiner hat sich offensichtlich ein bisschen an Freuds “Es -Ich -über-<ich” angeleht und dann führt er uns in die Götterwelt der Griechen ein.

Ein bisschen diesbezügliches Vorwissen wäre da vielleicht gut, um das Buch besser zu verstehen, ohne geht es aber wahrscheinlich auch. Denn der Übergottvater Zeus ist offensichtlich ein bisschen dement geworden, jagt aber immer noch den schönen Frauen, hier einer Opernsängerin nach, dabei verliert er seinen Zauberstab, wird in eine Schlange verwandelt und das phantastische Ringen beginnt.

Er kommt nach Krems und Umgebung. Hier hat Franz auch einen Weinberg oder Keller in dem er sich zurückzieht, heuert einen Bauern als Diener an, den er dann zum Priester weiht und verwandelt alle Widersacher, die ihn fangen wollen, in Spatzen. Die übrigen Götter sind auf seiner Spur und so kommt es in den Weinbergen zu wilden Spektakeln, die ganz sanft nämlich mit einer Kunstausstellung, die Franz besucht, beginnt. Da verliebt er sich in den “Thron des Dionysus oder sos” und schließt mit dem ihm erschaffenden Künstler einen Pakt ab, wenn er sich den “Wahngöttern” würdig erweist, darf er sie Skulptur ein Jahr in seinen Garten aufstellen. Er wird auch zu einem Poetry Slam eingeladen, wo er sich mit den Göttern messen soll und damit das besser gelingt, bekommt er Unterstützung von Brigitte, einer arbeitslosen Journalistin, die ebenfalls in Besitz eines der Weinberge ist.

Die Beiden verlieben sich ineinander, besiegen die Götter. Franz lehnt ab, selbst zum Gott zu werden, denn er will keine übersinnlichen Kräfte mehr. Überfranz hat sich schon von ihm verabschieden und so ziehen sich die Beiden an Meer zurück. Vorher wird noch ein großes Fest gefeiert und um dem Kapitalismus zu entgehen, kommen sie auch auf eine geniale Idee, nämlich das Handy abzudrehen. Etwas was ich nicht nachmachen kann, weil ich ja keines besitze.

Spannend spannen was es alles abseits der Bestseller und buchpreisliteratur zu lesen gibt. Helmut Steiner hat noch einige andere dicke Bücher geschrieben, die sicher ebenfalls interessant zu lesen sind.

Offener Brief gegen die ORF-Zwangssteuer

Ich war eine intensive Ö1-Hörerin, habe da schon ein paar Kultureintrittskarten gewonnen und ein paar Mal beim Ö1-Quiz mitgemacht. Fernseher habe und hatte ich keinen und da ein paar Mal die kontrollierenden Herren durch die Wohnung geführt.

Und dann hat sich die Medienlandschaft geändert. Es gibt private Dienstleister und Streamingangebote und immer mehr Haushalte haben offenbar den Fernseher abgemeldet. Aus Deutschland hörte man schon lange, da gibt es eine Zwangsgebühr, die alle bezahlen müssen, ob sie Fernsehen oder nicht und wer das verweigert wird sogar eingesperrt!

“Absurd!”, habe ich damals gedacht. Das war noch vor Corona-Zeiten, wo dann vieles möglich wurde, was ich vorher für unmöglich gehalten hätte und so hörte man auf einmal, das wird auch in Österreich so kommen, weil man ja den ORF streamen und daher gratis hören kann und daher hat der eine Verfassungsklage eingebracht und dort wurde entschieden, es müssen in Zukunft alle zahlen, egal ob sie fernsehen oder nicht.

Also eine ORF- Zwangssteuer in Zeiten der höchsten Inflation, wo man ohnehin immer hört, daß sich immer mehr Leute überlegen, ob sie essen oder heizen sollen und die Familienministerin hat, als das Gesetz im Parlament beschlossen wurde, ein wenig hinterhältig berichtet, daß die, die bisher brav ihre ORF-Gebühr bezahlten, ab nun nur mehr fünfzehn statt vierundzwanzig Euro zahlen werden müssen, was eine tolle Maßnahme der Regierung ist.

Aber was ist mit denen die bisher nicht fernsahen und die nun ungegfragt zum Handkuß kommen und vielleicht sogar, wie das jetzt ja Mode ist, wenn sie sich darüber aufregen, zu den Zwangsgebührengegnern gezählt werden?

Dabei gäbe es eine ganz einfache Methode das schwarzsehen abzustellen. Wenn ich den ORF streamen will, komme ich, wie bei den Zeitungen zu einer Paywall und kann bezahlen. Tue ich das nicht, weil, ich glaube, den öffentlich rechtlichen Sender nicht zu brauchen, dann zahle und sehe ich das eben nicht und ich bin zu dem Schluß gekommen, daß ich ihn nicht brauche, denn wenn ich an die Corona-Berichterstattung denke, wo ein Film über die Maßnahmengegner gezeigt wurde und da nur höchst seltsame Personen interviewt wurden, so daß die “brav zahlenden ORF-Hörer” einen falschen Eindruck von den Demonstration bekommen haben, denn da habe und das kann ich bezeugen, weil ich da auf einigen war, durchaus normale Menschen, zwar ein paar konservative und FPÖ-Wähler wahrscheinlich, aber keine Exel-Menschen und keine, die glauben, daß die Erde eine Schreibe ist und das halte ich für keine objektive Berichterstattung und natürlich bin ich gegen eine Zwangsgebühr, wie ich auch gegen den Masken– und den Impfzwang war und kann nun überlegen, was mache ich dagegen? Wie kann ich mich wehren?

Eine Petiton habe ich, wie auch hunderttausend andere unterschrieben, hat aber wie sich merken ließ nicht viel genützt. Die Regierung hat sich geweigert, die Unterschriften entgegenzunehmen, was ich sehr seltsam finde. Also wie dagegen demonstrieren? Wird es Massendemonstrationen geben und bin ich dann, wenn ich mich ihnen anschließe weine Zwangssteuergegnerin?

Bin ich wahrscheinlich und ich werde demonstrieren und weiterhin nicht fernsehen und das auch nicht streamen, habe ich auch bisher nur selten und seit Corona höre ich auch weniger Ö1 und habe, wenn ich es hörte, sehr seltsame Aussagen und Berichterstattung über die Maßnahmenkritiker gehört.

Mein Protest könnte also sein, auch nicht mehr Ö1 zu hören und ich kann mich auch allein über das Kulturgeschehen informieren. Über Literatur wurde, das konnte man beispielsweise bei den IG-Autoren hören, ohnehin viel zu wenig. Kann alleine Bücher lesen“, alleine in die “Alte Schmiede”, zu Konzerten und ins Kino gehen.

Aber das ist vielleicht zu wenig Protest und wie spare ich nun die monatlichen fünfzehn Euro ein?

Da könnte ich beispielsweise Monat für Monat einen Brief an den ORG schreiben:

“Sehr geehrte Damen und Herren! Heute wollte ich eigentlich ins Kino gehen, aber leider wurde mir meine monatliche ORF-Zwangssteuer abgezogen, wollte mir ein neues T-Shirt kaufen und mußte daher leider darauf verzichten, zu Hause bleiben und mein altes weiter tragen!”

Das Monat für Monat abschicken, aber nicht mit der Post schicken um nicht noch einen Euro oder mehr dafür zu bezahlen Also nur per Mail und das wird dann wahrscheinlich im Mistkübel landen. Leben wir doch in höchst autoritären Zeiten, wo auf die Meinung der Bürger und ihren Protest wenig bis keine Rücksicht genommen wird!

Und wenn ich mich mit einer Tafel “Ich bin gegen die ORF-Zwangsgebühr!”, vor den Küniglberg oder die Argentinierstraße stelle, gelte ich warhscheinlich, wie die, die gegen die Russland-Sanktionen und für den Frieden waren, als Volksfeindin und Kollaborateurin, als Reichsbürgerin wahrscheinlich und natürlich für rechts, wie das ja auch alle sind, die meinen, daß die Corona-Maßnahmen überzogen waren und es ist ja auch so, daß die FPÖ bereits versprochen hat, wenn sie den nächsten Bundeskanzler stellt, die Zwangsgebühr wieder abzuschaffen. Aber die werde ich nicht wählen.

Was also tun? Den ORF verweigern, nicht mehr schauen, nicht mehr streamen und darüber nachdenken, wie man die Zwangsgebühr am effektivsten einsparen kann, wenn man für die Verweigerung schon nicht ins Gefängnis gehen oder exekutiert werden will?

Es ist wirklich eine verrückte Welt in der wir derzeit leben. Mal sehen wie es weitergeht und natürlich weiter protestieren und seine Meinung äußern!

Eine Nacht, die vor 700 Jahren begann

Jetzt kommt ein Buch auf das ich bei der “Diogenes-Frühjahrsvorschau” gekommen ist und das im Juni das Ö1-Buch des Monats war. Ein Buch, das in den Fünfzigerjahren in Mexiko geschrieben wurde, siebzig Jahre in den USA auf einen Dachboden lag, dann entdeckt wurde und von der Tochter des 1901 in Budapest geborenen Janos Szekely herausgegeben wurde.

Szekely, der Drehbuchschreiber war und den ebenfalls bei “Diogenes” erschienenen Roman “Verlockung” geschrieben hat, ist 1938 in die USA emigriert, dann vor der Mc Carthy-Äära nach Mexiko gegangen und schließlich in die DDR emigriert, wo er 1958 in Ostberlin starb.

Das allein ist schon interessant. Sein Roman, der in einem offenbar fiktiven ungarischen Dorf im Sommer 1944 spielt, ist es aus und schließt fast nahtlos an Paul Binnerts “Lügenlayrinth” an oder auch nicht, denn eigentlich geht es in dem Buch gar nicht so sehr um den Holocaust, sondern um die Unterdrückung der ungarischen Bauern, die, wie der Titel schon sagt, vor siebenhundert Jahren begann, denn da wurden die Bauern von den ungarischen Aristokraten unterdrückt, zu Leibeigenen erklärt und mussten zu einem Hungerlohn arbeiten und das hat sich im Jahr 1944, wo die Nazis, die Juden und die Zigeuner, ja, so hat das damals geheißen und heißt es auch im Buch, obwohl das da zweimal entschuldigt wird, deportieren, nicht sehr geändert.

So beginnt das Buch auch damit, daß der Zigeunerprimas Marci Balogh, der VI, der sehr selbstbewußt, aber auch sehr skrupellos ist, in das Haus des Bauern Garas kommt, dort die Wanderzigeunerin Julka sucht und sie sehr beschimpft.

Erst in den nächsten Kapiteln erfährt man warum. Julka und Marci waren schon auf dem Todesmarsch, sind aber entkommen und haben nun bei Garas Unterschlupf gefunden und Julka ist die Geliebte beider geworden. Für Kost und Quartier teilt sie mit dem Bauern das Bett und führt ihm den Haushalt und in den nächsten Kapiteln wird erstaunlich einfühlsvoll der Werdegang Julkas erklärt, die sich durch ihr Leben schlafen und stehlen muß, denn was soll sie denn anderes machen, wenn sie keine Arbeit findet? Sie liest aus der Hand, sagt die Zukunft den “Gnädigen Herren und Frauen” heraus und wünscht sich dabei nur eines, einen braven Ehemann und viele Kinder, für die kochen und putzen darf.

Dann wird in dem siebenhunndert Seiten Buch, das ein Nachwort von Sacha Batthyany hat, der Graf beschrieben, der die Bauern zur Fronarbeit zwingt, der aber im Wahrheit verschuldet ist und von der Bank lebt und sein Schloß gehört eigentlich dem Nationalsozialisten Lorant Barankay, dem Massenmörder, der ständig betrunken ist, seine Frau, Exzellenz genannt, die von unten kommt, lebt im Nebenschlößchen und und das ist wohl ein bisschen unglaubwürdig oder wahrscheinlich ein Schelmenstück von Janos Szekely, die Geliebte von Marci, der zwischendurch, während der Bauer arbeitet, auch Julka besucht und nun in diesem Szenario, es gibt noch eine Familie Rosenberg und eine Stern, die ehemals den Laden und das Gasthaus führten und sich nun verstecken müssen, beschließen die Bauern zu streiken und versuchen das dem Grafen beizubringen.

Es gibt dann noch einige Nebenhandlungen und Verwicklungen und am Schluß werden alle deportiert, entkommen aber dem Viehwaggon und gehen in einer guten oder ungewissen Zukunft entgegen, was auch ein bisschen phantastisch beschrieben wird und ich habe, obwohl ich das gar nicht mehr wollte, ein sehr interessantes Buch gelesen, zu dem ich wieder sehr lange gebraucht habe, das mich und das ist auch sehr interessant, immer auch ein bisschen an unsere chaotische Gegenwart erinnert hat und noch etwas ist interessant und da bin ich wieder bei dem Wort “Zigeuener,”, das in dem Buch häufig verwendet werden.

Natürlich, denn die Nazis werden zu ihnen nicht Sinti oder Roma gesagt haben und in den Neunzehnfünfzigerjahren war das Wort auch der offizielle Sprachgebrauch, der Verlag entschuldigte sich, daß sie nicht wußten welcher Volksgruppe Marci und Julka angehörten und interessant ist da, daß das Manuskript, das auf dem amerikanischen Dachboden gefunden wurde in Englisch war, obwohl es Szeklely seiner Frau auf Ungarisch diktiert wurde, die es dann abtippte und jetzt von Ulrich Blumenbach aus dem Englischen übersetzt wurde und da steht statt Gipsy nun Zigeuner. Die “Neger” sind aber als Schwarze übersetzt und interessant finde ich das deshalb, weil ja Alain Claude Sulzer vor kurzem Probleme mit der Verlagsförderung hatte, weil in seinen Roman auch das Wort “Zigeuner” vorkommt.

Immer nur für mich allein?

Fünfzig Jahre schreiben, fünfzehn Jahre “Literaturgeflüster” und das natürlich entsprechend feiern Fünfzehn Tage lang habe ich mir vorgenommen und auch Resume zu ziehen, was in den letzten Jahren passiert ist und wie es mir mit dem Schreiben ergangen ist?

Darüber habe ich in diesem Jahr in einigen Jubiläumsartikel und auch schon früher immer wieder geschrieben und zusammengefaßt, wie es mir mit dem Schreiben geht. Das eigentlich immer für mich wichtig war und ich mich so weit ich mich erinnern kann, schon immer geschrieben habe und schreiben wollte.

Ich bin ja ein Novemberkind und als meine Mutter 1959 mit mir zu Schuleinschreibung gegangen ist, noch nicht ganz sechs und einige Sprachfehler, hat man ihr eine Sprachsonderschule empfohlen.

“Mein Kind geht in keine Sonderschule!”, hat meine Mutter empört gesagt und ist mit mir zu Hannes Aschenbrenner einen damals bekannten Logopäden oder Sprachheillehrer gegangen und der hat mir dann irgendwie das Lesen beigebracht, so daß ich es schon konnte, als ich ein Jahr später in die erste Kasse der VS kam und da kann ich mich auch erinnern, daß ich an den Wochenenden Aufsätze schrieb, die ich dann meiner Lehrerin Frau Keiler zeigte und die hat mir, glaube ich, auch den Rat gegeben nicht zwei gleiche Wörter hintereinander zu verwenden. Dann kam die Hauptschule mit der Frau Else Linser und dann die “Höhere Lehranstalt für wirtschaftliche Frauenberufe” mit der Frau Professor Friedl und irgendwann, ich glaube, im Jahr 1971 habe ich mich dann entschlossen nach der Matura zu schreiben und Psychologie zu studieren.

Da habe ich schon für mich geschrieben, mir Geschichten ausgedacht und viel gelesen. Den literarischen Zeitpunkt setze ich aber nach meiner Matura im Mai 1973 an. Da habe ich meine erste Erzählung geschrieben, die von einer Hure, die am Nachmittag Kinder betreut. Die ist fertig geworden, wurde nie korrigiert und keine Ahnung, wo die jetzt ist? Liegt vielleicht in einer Mappe in der Krongasse. Dann kamen, auch schon oft erwähnt, der Gerhard K. und die Monika J. ,dienen die “Einladung zum Tee” nicht gefielen und mein Briefwechsel mit dem Pastor B. , den ich im Workcamp im Hamburg im Sommer 1976, glaube ich, kennenlernte und der auch das Vorbild für die männliche Person in der “Einladung” war. Dem habe ich mein Leid geklagt und da kann ich mich erinnern, daß er mir den Rat gegeben hat, nur für mich selbst zu schreiben.

“Tue es nur für dich, wenn du keinen Erfolg und keine Anerkennnng hast!”

Sicher gut gemeint. Ich war damals empört und habe geantwortet, aber die Jelinek tut das doch auch nicht!”

Ein bißchen hochgestapelt, ich weiß, mich mit der Nobelpreisträgerin von 2004 zu vergleichen, die damals wahrscheinlich gerade die “Klavierspielerin” und die “Lebhaberinnen” gechrieben hat, die ich gelesen habe.

Damals war die Reaktion, denke ich heute, sicher richtig. Ich habe weitergeschrieben, mich mit den Frauen vom “Arbeitskreis schreibender Frauen” getroffen und später mit Elfriede Haslehner, Valerie Szabo-Lorenz, Bruni Langthaler und noch einigen andern in privaten Kreis und haben einander unsere Texte vorgelesen. 1987 bin ich in die GAV aufgenommen worden. Ab da habe ich meine Texte auch an Verlage und Zeitschriften geschickt, mich für Stipendien und Preise beworben und nicht viel Erfolg gehabt.

Stimmt nicht ganz. Den Wettbewerb für ein nicht rollenkonformes Kinderbuch “Mädchen dürfen pfeifen Buben dürfen weinen” habe ich gewonnen, der “Wiener Frauenverlag”, der sich damals gegründet hat, hat auf Initative von “Jugend und Volk”, wo das Buch erschienen ist, meinen Arbeitsgeschichte “Die freundlichen Stimmen oder auf einen Anruf warten” genommen und ein paar Veröffentlichungen in kleineren Literaturzeitschriften, wie das “Log” etcetera, gab es auch. Als ich in die GAV aufgenommen wurde, gabs dann die U-Bahngeschichten im “Wespennenst, ein paar Texte in der “Rampe” habe ich auch gehabt. Da hat, glaube ich, auch Gerald Bisinger vermittelt.

Dann kamen die “Hierarchien” wo ich meinen Weggang 1987 von der Klinik beschrieben habe, die hat Jack Unterweger, der schon vorher Texte in seiner “Wortbrücke” genommen hat, dann in seiner “Edition” herausgebracht. Vorher habe ich das, glaube ich, an zweiundvierzig Verlagen geschickt, darunter auch “Rowohlt” und “Suhrkamp” und schlechte Kritiken gehabt.

Weiter versucht. Bei der GAV einiges organisiert, zum “Preis der Arbeit” haben sie mich 1989 mit meiner “Slavica-Geschichte” eingeladen und die ersten Lesungen bei den Textvorstellungen in der “AS” damals noch im zweiten Stock des Hinterhauses gab es auch und so hat es sich dahingezogen, bis dann um 2000 wahrscheinlich mein erstes selbstgemachtes Buch herausgekommen ist. Das war eine Idee vom Alfred der mir die “Wiener Verhältnisse” sozusagen zum Geburtstag schenkte. Inzwischen gibt es an oder über sechzig selbstgemachte Bücher und bin damit erst recht vom Fenster weggekommen, schicke nicht mehr an Verlage, sondern blogge seit fünfzehn Jahren und das ist, das habe ich schon geschrieben, für mich einerseits sehr wichtig geworden. Andererseits erst recht wieder weg vom Literaturbetrieb. Einmal habe ich ein Interview für die Zeitschrift “Buchkultur” gegeben. Da ging es um das Thema Untergrund und da habe ich gesagt, daß ich mich eigentlich nicht als Frau im Untergrund fühle. Die Interviewerinnen haben das aber so gesehen und das Interview entsprechend formuliert, obwohl sie auch Ilse Kilic und Christine Huber und Patrica Brooks interviewt habe.

“Stiefkind Literatur!”, habe ich damals geäußert und mir dann immer wieder gedacht, “Tue ich das eigentlich immer nur für mich und komme ich jemals in den Literaturbetrieb?”

Und jetzt blogge ich schon fünfzehn J,ahre habe inzwischen über fünftausend Artikel und auch viel geschrieben in dieser Zeit. Aber eigentlich nur die negativen Kommentare vom Uli und in jüngster Zeit auch von einem Fräulein Rottenmeier.

“Sie können es nicht! Sie haben viele Fehler”

Die Frau Heidegger und die JuSophie haben das auch früher getan und der Manfred Lagler-Regall, der gute, schickt gelegentlich aufmunternde Worte und Doris Kloimstein hin und wieder ein Gedicht. Aber sonst blogge und schreibe ich im Vergorgenen und ertappe mich auch immer wieder dabei, daß ich manchmal denke “Dann tue ich es nur für mich!”, breche dann ab und frage mich, ob ich das wirklich so will?

Natürlich nicht. Aber wenn es nicht anders geht, die sechzig Büche,r sind da und die fünftausend Blogartikel und auch die Bücher, die ich inzwischen gelesen habe und deren Besprechungen man nachlesen kann und in letzter Zeit habe ich mich auch bei der Frage ertappt, ob das nun das restliche Leben so weitergeht?

Mit zehn bis fünfzehn Lebensjahren habe ich ja noch zu rechnen und wird das so weitergehen, siebzig oder achtzig selbstgemachte Bücher oder gar nicht soviel und zwanzig bis fünfundzwanzig Jahre “Literaturgeflüster” und keiner nimmt es wahr und bei den Veranstaltungen zu denen ich gehe, stehe ich allein und isoliert da, mit mein Glas Wein, während sich die literarischen Insider miteinander unterhalten.

Stimmt auch nicht so ganz. Erst in der letzten Veranstaltungswoche hat sich Kurt Neumann“, der mich sonst eher ignoriert, in der “Alten Schmiede” mit mir unterhalten. aber der hat mich schon in den Neunzehnachtzigerjahren zu den “Textvorstellungen” eingeladen und einen Tag darauf auch Mascha Dabic und manchmal bekomme ich auch Kommntare von jungen Autoren, die mich kennen oder mir ihre Bücher schicken.

Wird es also so weitergehen, daß sich niemand für meine Sachen interessiert und nur der Uli schreibt “Sie sind selbst schuld, wenn sie so schlecht schreiben und unblehrbar sind!”

“Nein!”, denke ich dann!.

“Das kann es doch nicht sein!”

Denn, ich glaube, ehrlich und wahrhaftig, wenn man etwas fünfzig Jahre mit Herzblut tut, dann ist das schon etwas und auch, wenn ich mit der Rechtschreibung auf Kriegsfuß stehe oder die Grammatik vielleicht auch nicht so ganz beherrsche, nicht experpementell bin und wie Klaus Kastberger wahrscheinlich sagen würde, konventionell schrebe und Thomas Bernhard für viel besser hält, ist das doch etwas, denke ich. Denn schreiben lernt man durch schreiben und, daß ich am schlechtesten auf der ganzen Welt schreibe, wie mir schon mal kommentiert wurde, glaube ich, auch nicht wirklich und wenn, wäre das auch ein Kompliment. So gibt es ja Wettbewerbe für das schlechteste Schreiben, aber da habe ich mich nie beteiligt und denke es wird schon durchschnittlich sein und mehr will ich eigentlich gar nicht. Aber trotzdem Anerkennung und Interesse. Iimmer nur hören, “Das ist nicht gut genug!”, ist es auch nicht und das kommt jetzt auch nur mehr von meinen Spamern, während mich der Literaturbetrieb ja komplett ignoriert und ich auch nicht mehr viel hinschicke.

Stimmt auch wieder nicht so ganz, denn als ich der Frau Danielcyk, der unentwegt bemühten,mein zweites “Literaturgeflüster-Buch” geschickt habe, hat sie mich aufgefordert mich für eine Ausschreibung zu bewerben, bei der man eigentlich ein Buch in einem Wiener Verlag haben mußte. Gewonnen habe ich da nichts und frage mich also, wird das so bleiben, daß ich fünfzig, sechzig, siebzig Jahre schreibe und niemand interessiert es?

Fünfzig Jahre tue ich das ja schon und es geht mir eigentlichnicht so schlecht dabei. Denn inzwischen habe ich gelernt damit zu leben, obwohl ich es noch immer nicht verstehe, daß man so übersehen wird. Denn ich würde auf einen Artikel, wie diesen antworten, mich an den Gewinnspielen beteiligen und uch die entsprechenden Bücher lesen.

Muß aber nicht sein, geht auch ohne, obwohl es wäre vielleicht doch ganz schön. Also was werde ich zehn Jahren schreiben, wenn es fünfundzwanzig Jahre “Literaturgeflüster” zu feiern gibt. Werde ich es dann auch allein und für mich tun und mich nur mit gelegentlichen Spamern auseinandersetzen, was ich eigentlich ganz gern tue und auch immer freundlich antworte?

Ist eigentlich schade, würde aber natürlich gehen. Also schauen wir, wie es weitergeht und mein Leser lade ich natürlich wieder ein sich für mein Schreiben und meine Bücher zu interessieren.

Wenn sie mich schon liken oder gelenentlich kommentieren wäre ein Buchrezension ganz schön. Also warten wir ab und schauen wir wie es weitergeht? Inzwischen schreibe ich ja eifrig an meinem neuen Projekt und werde auch weiter darüber berichten. Also eine Beteiligung an einer Leserunde wäre schon sehr gut und wenn nicht geht es natürlich auch ohne, weil mir das “Literaturgeflüster” ja sehr wichtig ist. Eine schöne Kompensation für mich selbst, hat aber auch viel Information, die ich meinen Lesern bieten kann.

Wanderwoche am Peterbauerhof

Reiteralm, Spiegelsee

Wir gehen ja ziemlich regelmäßig mit Alfreds Turnlehrerund seinen ehemaligen Schulkollegen zweimal im Jahr wandern. Im Jahr 2000 hat das glaube ich angefangen. Da ist der Lehrer in Pension gegangen und hat sich an seine Wanderwoche erinnert, die er mit seinen Schülern einigen Zeit gehalten hat. Die zusammengetrommelt und seither sind mir meist in der Steiermark hier und dort marschiert. sogar zu Corona-Zeiten, hat es ein Wandern gegeben, 2020, 2021 ist der Alfred allein gegangen, weil ich ja kein 2 oder 3 G wollte. Im Vorjahr waren wir in Eisenerz und heuer die Ramsau und weil die ehemaligen Schüler inzwischen schon alle in Pension sind ist, aus dem Wochenende eine Woche geworden und so sind mir am Montag meinen fünfzehn Jahre “Literaturgeflüster-Tag” da habe ich den Artikel vorgeschrieben und dann den Laptop mitgenommen, denn inzwischen nächtigen wir in einem Hotel und nicht mehr in einer Hütte und so losgefahren durch das Gesäuse und der Alfred hat da und dort immer wieder gesagt “Kannst du dich erinnern? Da sind wir hinaufgegangen, dort haben wir gegessen?”, konnte ich meistens nicht. Das Gasthaus in Gstatterboden gab es nicht mehr, so haben wir in Admont gegessen, da haben wir einmal bei Schlechtwetter eine Stiftführung gemacht und dann ist meine “Peter Paul-Geschichte” entstanden, die, glaube ich in der “Reise nach Odessa” enthalten ist.

Ein schönes Gasthaus und fast leer, denn es war schon fast zwei und zwischen vier und fünf sind wir dann am Peterbauerhof eingetroffen. Eine schöne Gegend, viele Berge, viel Grün, wir war ja schon vor zwei Wochen in der Steiermark in Neuburg an der Mürz beim “Ernst Jandl- Preis”, wo es ähnlich idyllisch ausgesehen hat.

Der Gunter, die Ingrid und die Astrid waren schon da, nach und nach sind ein paar andere dazugekommen. Der Lehrer ist diesmal nicht mitgekommen. Ein schönes Zimmer im dritten Stock und was ich nicht erwartet habe, Halbpension.

Vorher ein kleiner Spaziergang und am Dienstag sind wir mit der Gondel auf die Reiteralm hinaufgefahren und haben dort den Rundweg gemacht, sind an einigen Seen vorbei und in einen Regenguss hineingekommen.

Meine Kondition, die ja wahrscheinlich Corona bedingt nicht die beste ist, wurde durch den Regen fast ein wenig angekurbel, obwohl wir einen Gipfel ausgelassen haben und ich nur vor dem Gassel-Höh-Gipfelkreuz gestanden bin

Die Reiteralm ist touristisch sehr aufgerüstet. Es gibt sogar einen Kinderwagenweg und eine Kindergarten-oder Schulgruppe haben wir auch gesehen. Viele deutsche und tschechische Touristen und mit der Sommercard, die wir vom Hotel bekommen haben, war die Gondelfahrt sogar gratis und am Abend gab es Tafelspitz mit Spinat und Röstkartoffel und danach einen Apfelstrudel.

Silberkarklamm

Am Mittwoch, wo es Gewitteralarm für den Nachmittag gab, sind wir gleich nach dem Frühstück zur Silberklarklamm aufgebrochen, wo wir circa im Jahr 2000 schon einmal waren, weil ich da bei Ö1 zwei Karten für ein Konzert der Landstreich gewonnen haben, die auch das “Schüßel-Lied” gesungen haben. Damals sind wir am Abend hinaufgegangen.Jetzt am Vormittag hinter oder vor ein paar Paaren mit Hunden und kleinen Kinder, wo eines Geburtstag hatte, das dann von der Gruppe ein Ständchen bekam.

Vier Euro fünfzig war glaube ich Eintritt zu zahlen, weil ein privater Betreiber und dann hinauf über die Leitern und Steige an den Wasserfällen vorbei. Vor der Hütte Erdbeerbuttermilch getrunken, eine Schulklasse hinaufkommen gesehen. In der Steiermark ist noch eine Woche Unterricht und dann einen gelegentlich etwas steilen Rundweg zum Parkplatz zurück. War aber sehr schön und meine Kondition besser als erwartet. Dann waren wir schon vor eins im Quartier und können schauen, ob und wann das Gewitter kommt?

Es hat dann aber doch bis zum Nachmittag ausgehalten, so daß ich eine Runde spazierengegangen bin. In Richtung Birnberg auf einen Waldweg. Dann stand plötzlich ein Traktor am Weg und hat Holz eingeladen. Sie ließen mich zwar vorbei, aber wie komme ich zurück, auf die Straße abgebogen und gehofft, daß ich zum Peterbauer zurückkomme, hat geklappt und am Waldweg, der auch ein Radweg ist, sind mir ein paar Radfahrer entgegengekommen, auf der Straße dann ein paar Autos. Wie schon geschrieben sind viele Tschechen da und zum Abendessen hat es Schweinsbraten mit Kraut und Knödel, also eine sehr deftige Kost gegeben und für die veganen Vegetarier Zucchinileibchen.

Die Gruppendynamik ist ohne dem Herrn Sladky, der sehr leutselig war, mit den Kellnern und den Wirten scherzte und immer Schnaps für alle bestellte, ganz anders. Es wird weniger getrunken und es gibt auch untereinander weniger Kommunikation weil die Gruppe auf zwei bis drei Tischen verteilt ist.

Und am Donnerstag auf die Dachsteinsüdwandhütte 1910 Meter. Eigentlich ein leichter Weg, aber meine Kondition ist doch nicht so gut, wie ich schon dachte. Denn ich habe lang gebraucht, viel gekeucht und lange gebraucht, so daß wir die Hütte erst erreichten, als die anderen schon beim Hinuntergehen waren. So sind wir nach einer Rast, wieder Buttermilch, das mitgenommene Frühstückssemmerl und ein mit dem Alfred geteilter Kaiserschmarrn, nur bis zur Liftstation gegangen. Dort haben wir den Bus genommen und der Gunther hat uns bei der Mautstelle abgeholt. Aber schön war es doch, auch wenn es am Nachmittag zu regnen angefangen hat.

Am Abend gab es dann, diesmal habe ich die Eiernockerln statt dem Gulasch genommen, doch die Schnäpse und es gab auch ein Geschenk für den Gunther. Ein “Alpenglück-Romanhefterl”, was allgemeine Erheiterung auslöste und in ein Herzchen wurde unterschrieben, sowie den neuen Termin für die Septemberwanderwoche ausgemacht.

Am Freitag haben wir uns dann nach dem Frühstück verabschiedet, sind zuerst zum “Lodenwalker” gefahren und haben uns da ein bißchen bei der “Heimat des Schladminger Lodens”, die schon seit fünfhundertfünfundsiebzig Jahren besteht, umgeschaut und dann nach Schladming, wo die Kinder mit ihren Zeugnissen in Scharen herumliefen und sich in den Geschäften Geschenke und Eis holten.

Dachsteinsüdwandhütte

Ein paar der Gruppe wollten noch bleiben und auf einen Berg wandern, konnten aber nicht mehr reservieren, was man schon ein paar Tage vorher musste, ein System, das sich für meinen “2035” dystopischen Roman gebrauchen läßt. Wir sind nach dem Mittagessen nach Harland in das Sommerfrischenwochenen gefahren und werde von da weiter berichten.