Jetzt kommt ein Buch, das ich eigentlich für die Italien Durchfahrt unserer Frankreichreise mitnehmen hätte können oder vielleicht schon Marco Missirolls zweiten Roman früher lesen, denn ich habe es von “Wagenbach” als E- Pub bekommen. Das ist sich aber nicht mehr ausgegangen. Also ein <Nachtrag und eine Rückschau auf die Zeit, als wir durch Italien gefahren sind, die Leute von auf die Strände gehen sahen und zuerst keinen Campingplatz gefunden haben.
Von dem 1981 in Rimini geborenen Marco Missiroli habe ich schon “Treue” gelesen und dieses in drei Kapitel geschrieben Buch ist sehr interessant und hat auch überraschende Spannungsbögen.
Es beginnt im Juni i n Rimini, wo sich die Leute gerade erst auf den Touristenstrom vorbereitet. Dahin kommt Sandro, der in Mailand Werbetexter und auch spielsüchtig ist, zu seinem Vater nach Hause, mit dem es Spannungen gibt. Seine Mutter Caterina ist schon gestorben. Der Vater Nando, ein Eisenbahner, der ihn Sandrino nennt, war früher Tänzer. Sandro besucht seine Freunde undam Schluß des Kapitels sagt der Vater nebenbei, daß er nur mehr kurz zu leben hat. Das hätten ihm die Ärzte gesagt.
Dann geht es im Herbst weiter. Sandro ist offenbar in Rimini geblieben und pflegt den krebskranken Vater. Es gibt immer wieder Rückblenden in die Vergangenheit. Sandros Spielsucht wird aufgehüllt. Er hat die Eltern beklaut, Schulden gemacht und am Schluß des Kapitels stirbt der Vater.
Im November ist das Begräbnis vorbei. Der Vater hat dem Sohn einiges hinterlassen. Dabei auch einen Sparbrief, den er nur unterschreiben muß. Sandro nimmt aber das Geld und macht sich einen Termin für einen privaten Spielsalon aus. Da geht er, von einem Freund gewarnt, auch hin. Nachdem er aber zweitausend Euro verloren hat, steigt er aus und beschließt nie wieder zu spielen.
Ob das wirklich realistisch ist, weiß oder glaube ich nicht. Das Buch ist aber sehr eindrucksvoll. Vor allem weil man einen guten Eindruck bekommt, was in Italien außer dem, was man als durchfahrender Tourist mitbekommt, passiert.
Als schöne Metapher taucht immer wieder die Frage auf, was man mit einer Million Euro auf den Konto tun würde ? Und das “Alles haben” oder “Avere tutto” wird als Wunsch auch erwähnt.
haben wir ja leider an diesem Abend nicht getroffen. Dafür lag Arnos Geiger “Es geht uns gut”, der neu in der “Ohrenschmaus-Jury” ist und ihn als jungen Autor 1996 in Klagenfurt lesen hörte und das den ersten deutschen Buchpreis gewonnen hat in dem Kasten an der Seepromenade und Reinhard Bilgeris “Der Atem des Himmels” dort und letzteres hätte ich eigentlich auf der Rückfahrt nach Wien lesen können, weil ich den Buchpreis-Roman schon gelesen habe, als ich das letzte Mal von Bregenz zurückgekommen bin oder weil ja die Vorarlberg Literatur passend.
Leider habe ich am letzten Donnerstagmorgen nicht daran gedacht. Die Bücher lagen in der Tasche die mir der Alfred vor einigen Jahren aus der USA zurückgebracht hat und die Pluhar war gerade ausgelesen.
“Was lese ich jetzt?”, habe ich stattdessen gedacht und dann zu dem “Curie-Roman von Susanne Leonard gegriffen und das passt, weil die Curie ja lang in Paris gelebt hat und Susanne Leonhard wie in der Lebensbeschreibung steht das “savoire vire” liebt, ja zu Frankreich und über die Nobelpreisträgerin, die das Radium entdeckte und daran selbst zugrunde ging, habe ich ja, ich glaube, schon als Hauptschülerin Oskar Jan Tauschinskis Jugendbuch, das wahrscheinlich über die Kinderfreunde zu mir gekommen ist “Wer ist diese Frau?, gelesen, das mich sehr beeindruckt hat.
Es war aber eine leichte Lektüre und sehr interessant, mir das Leben der berühmten Frau in Erinnerung zu rufen, die als Maria Sklodowska 1867 in dem von Russen besetzen Warschau zur Welt gekommen ist. Die Mutter war krank, der Vater Lehrer und da er die Mutter nach Nizza zur Kur schickte, war das Geld knapp. So daß er Privatschüler unterrichten mußte. Trotzdem besuchte Mania, wie sie genannt wurde, eine polnische Privatschule und mußte da den russischen Inspektoren, weil sie die Klassenbeste war, immer das “Vater unser” und die Namen der Zaren auf Russisch aufsagen.
Denn Polnisch war damals verboten. Mania, deren Mutter und eine Schwester bald an der Tuberkulose stirbt, macht dann bald die Matura am russischen Gymnasium und arbeitet als Gouvernante, um die ältere Schwester Bronia, nach Paris zum Studium schicken zu kännen. Denn das war damals in Polen den Frauen verboten.
Sie kommt später nach. Zuerst hat sie sich aber in einen Gutbesitzersohn verliebt, der sie leider, leider nicht heiraten kann und die Studienjahre an der Sorbonne warenvon tiefster Armut geprägt. Die ehrgeizige Studentin vergißt oft aufs Essen und forscht an verschiedenen Elementen, wo sie da Polonium und das Radium entdeckt.
Da hat sie schon ihren Pierre Curie kennengelernt, in den sie sich verliebt, aber zögert ihn zu heiraten. Die Armut und die Frauendiskrimnierung hält noch einige Zeit an, bevor sie ihr Labor und das erste Kind Irene bekommt.
In dem Buch wird das in einigen Teilen erzählt. Es beginnt 1926 am Vorarbend von Irenes Hochzeit. Da steht Marie am Grab ihres Perre. Er ist viel früher als sie gestorben und denkt über ihr Leben nach, beziehungsweise erzählt sie das einigen Frauen, darunter ihrer zweiten Tochter Eve, die, glaube ich, auch ein Buch über ihre Mutter geschrieben hat.
1903 bekommt sie mit Pierre und Henri Becquerel den Nobelpreis für Physik reist aber nicht nach Stockholm. Da sind sie und Pierre schon krank. Denn sie hat ja mit ihren Händen in das Radium gegriffen, mit diesen Körperversuche gemacht oder sich solches in ihr Zimmer gestellt, weil es so schön leuchtet und es gibt auch Differenzen mit Bequerel.
Es wird dann die zweite Tochter geboren und 1911 wird ihr dann allein der Nobelpreis für Chemie zugesprochen. Da fährt sie dann nach Stockholm und darf wahrscheinlich auch die Rede halten und sich vom König die Hände küssen lassen, die von der vielen Forschung rot und rissig sind.
Ein interessantes Buch, wo man viel über die ungewöhnliche Forscherin und Nobelpreisträgerin erfahren kann, die sehr intelligent und ehrgeizig war und in allem die beste sein wollte.
Ob das mit der Kraft des Träumen wirklich richtig ist, glaube ich nicht, denn vom Träumen bekommt man nicht den Nobelpreis und das Radium hat ähnlich, wie das Dynamit auch viel Schaden über die Menschheit gebracht.
Ja die Kürze in der ja angeblich die Würze liegt, hat mich jetzt irgendwie eingefangen, so daß ich nur staunen kann, wie ich acht oder neunmal beim “Nanowrimo” die 50.000 Worte schaffte.
“Schreiben Sie doch Kurzgeschichten!” hat mein Ratgeber Uli mir empfohlen. Habe ich, habe ich, aber das war ja eigentlich als Roman angelegt und da höre ich auch immer von den Experimentellen, daß das endlos vor sich Hinschwaffeln nicht literarisch ist, denn das ist nur die verdichtete Lyrik, wäre also vielleicht kein so schlimmes Zeichen, obwohl ich denke, daß es eher an dem “Ausgeschrieben” liegt, nach fünfzig <jahre literarischen Schreiben und über sechzig Büchern ist das vielleicht so und ist den anderen Vielschreibern wie Martin Walser oder Philipp Roth auch nicht besser ergangen.
Da ist vielleicht eine Glosse aus der Eja-AugustinReihe geplant. Vor dem Urlaub habe ich jedenfalls das Vorhandene Szene um Szene korrigiert und war etwa bei der Hälfte oder beim letzten Drittel, als wir losgefahren sind. Und da habe ich den Laptop auf den Zelturlaub nicht mitgenommen, wohl aber mein schönes oranges Büchlein mit dem Konzept und bei drei Tagen Anfahrt ist da so einiges hinzugekommen. Denn als ich die “Mittsommertage” gelesen habe, ist mir schon die Idee für das Next, ja, das geht bei mir schnell, lieber Uli,, gekommen und ich habe gedacht, daß ich vielleicht eine “Stalking-Geschichte” schreiben könnte. Das heißt eine Frau trifft einenMann in der U-Bahn und fühlt sich von ihm verfolgt und umgekehrt. Wieder kein ganz so neues Thema, in “Zwischen Hütteldorf und Heiligenstadt”, vor Jahren geschrieben, war das ähnlich, daß eine Linke einen eher rechten Politiker traf. Das haben wir auch in der “Reise nach Odessa” und in der “Mathilde im Coronaland”.
Aber diesmal könnte die Laura, die ein Praktikum in einer Marketingagentur macht und gerade ihr Studium abgeschlossen hat, Corona traumatisiert sein. Da heißt der Lebensgefährte ihrer Mutter hat ihr in der Pandemie sehr zugesetzt und Severin Sickinger, der Mathematik und Musikstudent, also kein rechter Politiker, denn das hat sich in den letzten Jahren ohnehin stark geändert, was man eigentlich auch aufarbeiten könnte, ist ein wenig schüchtern. Er nimmt Klavierstudenten bei der alten Olga Tocarcz, deren Mutter ukrainische Zwangsarbeiterin war und die wohnt wieder ausgerechnet neben der Lura. Was auch der Grund ist, warum sich die Beiden so oft in der U-Bahn treffen und die fünfundziebzigjährige Olga Tocarcz hat eine Brigderunde. Da gibt es den sechundsiebzigjährigen Edgar Hillinger, der in der “Aktiven Zeitung” Kolumnen schreibt und mit Olga über die Ukraine-Krise diskutiert.
Das alles und noch mehr habe ich während der Reise in mein Buch hineingeplant und da ist mir auch wieder die Idee für einen dystopischen Roman gekommen, denn die Laura will, inspiriert von ihrer Freundin Sandra, die beim Edgar Hilinger auch gerade ein Praktium macht, einen Comic über die Corona-Krise zeichnen und da habe ich zuerst gedacht, schreibe ich einen Neuen und dann kamen schon die Ideen, wie ich “2035” vielleicht doch verlängern könnte?
Das werde ich jetzt tun und das Cover für den “Ukraine Blues” ist auch schon da, so daß das sehr kurze Manuskript an die Druckerei gehen könnte und es bald die Vorschau geben wird.
Die “Gesellschaft für Literatur” hat ein neues Programmdesign und das, größer und in Buchform, ist heute zu mir gekommen und da habe ich gesehen, daß es da schon eine Veranstaltung gibt.
Die 1977 in Salzburg geborene Anna-Elisabeth Mayer, die den “Alpha–” und den “Priessnitz-Preis” gewonnen hat, hat da ihr viertes dicht an der Wirklichkeit angelehntes Buch, wie Ursula Ebel sagte, das sich in Corona-Zeiten mit der Digitalisierung auseinandersetzt, vorgestellt und eigentlich hätte die Veranstaltung im Rahmen des “17 Wiener Seminar für Mitarbeiterinnen der Österreich Bibliotheken im Ausland” stattfinden sollen, wie das, glaube ich, auch früher schon der Fall war, dieses wurde aber abgesagt, so war es eine Saisoneröffnungsveranstaltungen. Es waren aber einige Bibliothekarinnen aus Polen und aus Rumänien da und mir ist dieVeranstaltung eher unerwartet gekommen, hatte ich doch schon gebloggt, dann noch eine sechs Uhr Stunde und wollte am Abend eigentlich lesen.
Also habe ich mir zugeredet “Du mußt nicht hingehen und vielleicht wirst du auch erst später fertig!”
Dann ist die Klientin aber nicht gekommen und ich war erstaunt, wie wenig Leute im Publikum waren.
Ursula Ebel hat moderiert und die Autorin vorgestellt, deren Buch an mir, die ich mich in den letzten Tagen ja sehr intensiv mit der deutschen und der österreichischen Liste beschäftigt habe und die österreichischen Bücherauch schon fast alle über die Netgalley bezogen habe, vollkommen vorbeigegangen ist.
Dabei ist das Thema ja sehr sehr interessant, beschäftige ich mich doch seit drei Jahren mit dem Thema Corona und beobachte voll Neugier, wie sehr das in der Literatur wiederzufinden ist und da hat Ursula Ebel die Pandemie öfter in ihrer Einleitung erwähnt, die Autorin eigentlich weniger und es geht gar nicht darum, obwohl die Zeit vorkommt, wie sie mir später erklärte, sondern darum, daß in einer Wiener Volksschule eine digitale Lernplattform eingeführt werden soll und eine Lehrerin wehrt sich dagegen, weil sie die totale Überwachung der Kinder darin befürchtet. Das und, wie das ausschaut wird gar nicht so sehr erläutert. Es gibt aber zwei Handlungsstränge und hier wird der Protagonist vom Antogonisten sehr klar unterschieden. Da gibt es also diese Martha mit ihren zwei Freundinnen und die befindet sich gerade auf einer Art Kur, als sie von ihrer Direktorin, die Information von der Einführung bekommt. Sie empört sich dagegen und schreibt an das Bildungsministerium, bekommt aber keine klare Antwrt und dort gibt es einen Anatol und ein Startup, die diese Plattform gibt es auch.
Anna-Elisabeth Mayer hat drei Szenen immer wieder vom Gespräch unterbrochen, gelesen und dann gab es noch ein Glas Wein und da hat sich der Vater ,der Autorin, der mir ja einmal ihr erstes Buch geschickt hat, weil sie mich ja damals vom “Alpha “hinausgeschmissen haben, an mich erinnert und die Autorin habe ich auch gefragt, wie weit Corona
in dem Buch eine Rolle spielt.
Also interessant, interessant und jetzt kann ich mir überlegen, ob ich das Buch anfrage, was in Bezug auf die Buchpreisbücher, die noch auf mich warten, vielleicht keine so gute Idee ist.
Während die auf die ersten deutschen Longlistbücher” warte, wurde heute die Longlist des “Österreichischen Buchpreises,”, den es seit 2016 gibt, bekannt gegeben und da habe ich mir ausgerechnet, daß die Chance schon vieles gelesen habe, hoch ist, stehen doch schon sechs Österreicher auf der deutschen Liste. Also habe ich gedacht, daß
Die drei Debuts wären auch noch dabei. Aber da würde mir außer Olah und Kieser nichts einfallen und dann nach meiner ersten Stunde und dem Antrag, den ich geschrieben habe, nachgesehen, was wirklich daraufsteht.
Die Jury besteht heuer aus: Verena Brunner-Loss, Imogena Doderer, Joachim Leitner, Katrin Schumacher, Norbert Christian Wolf und die haben sich für
Sehr schön würde ich sagen und bin eigentlich, wie auch bei der deutschen Liste sehr zufrieden und jetzt auf das Lesen gespannt und neugierig und freue mich auf das Lesen, was, da noch einige andere Rezensionsexemplare auf mich warten, etwas dauern wird. Den Bodo Hell und die Birgit Birnbacher habe ich aber schon als PDFs bekommen und mir das deutsche Lesebüchlein hochgeladen.
Der letzte Abend der Sommerlesetheaterreihe im Weinhaus Sittl war den von H. C. Artmann, übersetzten Villon Balladen gewidmet und interessanterweise hörte ich das am Morgen bei den Kulturhinweisen in Ö1 und als ich den Garten erreichte war es sehr voll und wieder einmal schwierig einen Platz zu finden.
Aber diesmal andere Leute als sonst im Publikum, außer Ottwald John und Thomas Northoff eigentlich keine Leute, die sonst zu den Veranstaltern kommen.
Dafür sind wir an einem Tisch mit einem Schauspieler und einem Kunsthistoriker gesessen, mit denen wir dann später sehr angeregt diskutierten, ob Josef Weinheber ein nationalsozialistischer Dichter war.
Conny Hannes Meyer war da und der 1951 in St. Pölten geborene Schauspieler Erwin Leder, der den Abend alleine mit Heinz Jiras an der “Kwetschn” gestaltete , gab zuerst einen Einblick über das Leben des 1431 in Paris geborenen Francois Villon, den als einen der bedeutensten Dichter des französischen Mittelalters bezeichnete, der ein sehr bewegtes Leben hatte, oft im Gefängnis saß und auch in verschiedene Raufhandel verwickelt war, aber auch viele satirische Gedichte und einige Testamente schrieb, also vielleicht ganz gut als Abschluß zu unserer Frankreichreise und meinen Frankreichleseschwerpunkt passt.
Der 1921 in Wien-Breitensee geborene H. C. Artmann hat diese Balladen 1968 übersetzt beziehungsweise in eine Wienerische Sprache übertragen. Es gibt achtundzwanzig Balladen, die von Erwin Leder von Musik begleitet, gesungen wurden und das Publikum, es war auch ein Kamermann da, sehr begeisterte.
Das betrifft nicht die Tatsache, daß ich wieder nicht beim linken Wort gelesen habe, sondern ist das Thema der heurigen Literatur am Volksstimmefest und die linke Wort Lesung wurde von Arthur West 1975, glaube ich, eingeführt, um die kritische Literatur unter das Volk zu bringen.
1989, als das sozialistische System zusammengebrochen ist und wir gerade von unserer Amerikareise zurückgekommen sind, habe ich dann als Einzelperson aus meinen “Hierarchien”, glaube ich, gelesen und ich kann mich erinnern, daß mich Peter Turrini interessiert fragte, ob das ein Roman wäre?, während Arthur West tapfer versichert hat, daß der Sozialismus nicht gestorben wäre.
“Gern!”, habe ich geantwortet, aber ohne G-Test und Maskenpflicht und ich bin auch im Programm gestanden. Alex Hartl wollte den Text vorher sehen und ich überlegte, was schicke ich hin? Daß die Kickl-Demo vielleicht nicht ganz passend wäre, habe ich schon geahnt und eigentlich wollte ich aus dem “Frühlingserwachen” lesen, habe aber dann im August 2021 gefunden, daß das nicht mehr aktuell ist. Damals habe ich gerade die “Hundert Seiten Depression” korrigiert und eine Szene hingeschickt und ein paar Tage später die Antwort bekommen, daß ich verstehen müße, daß ich das nicht da lesen kann.
“Warum oder drei Fragezeichen!”, habe ich hingemailt und dann noch ein längeres Mail geschrieben und mich auch mit Alex Hartl getroffen, der meinte, die Szene aus dem “Frühlingserwachen” könnte ich lesen, aber es gibt jetzt zwei G. also nicht.
Ich bin aber am Sonntag trotzdem hingegangen und gesehen, daß die Lesung anders geworden ist. Weniger und andere Lesung, nicht mehr die vielen, die in den letzten Jahren aufgetreten sind.
Aber vielleicht im nächsten Jahr habe ich gedacht, denn die Lesung auf dem Fest war mir ja sehr wichtig und eigentlich mein größter öffentlicher Auftritt.
Ist aber nichts daraus geworden, wieder wenige und andere Lesende und im Jänner dieses Jahres habe ich überraschenderweise ein Mail von Alex Hartl erhalten, der mich eingeladen hat, an einer Veranstaltung über Erika Danneberg mitzumachen. Da habe ich ihm dann noch einmal gesagt, daß ich gerne lesen würde und er hat geantwortet, er hätte es verstanden, aber leider leider wieder nichts.
Macht ja nichts oder schon, denn wir waren jetzt ja drei Wochen in Frankreich und sind extra so zurückgekommen, daß es sich mit dem Fest, das auch dem Alfred sehr wichtig ist, ausgeht und als ich kurz vor vier die Sigi Maron-Bühne erreichte, hat mich Alex Hartl freundlich begrüßt und mir den Programmfolder übergeben. Denn der neue Organisator, der sich die Moderation mit Barbara Urbanic teilte, macht es sehr genau. Es gibt ein Motto. Diesmal war es die “Tragik” und an Christa Wolfs Kassandra, die es jetzt vierzig Jahre gibt, wurde auch erinnert, sowie an Erwin Riess, auch ein Stammleser, der ja diesen Frühling gestorben ist.
Gelesen haben am Samstag sieben Autoren und zwei, die aus der “Kassandra” gelesen und die zeitgeschichtlichen Zusammenhänge kommentiert haben.
Begonnen hat es mit Petra Piuk, die, glaube ich, früher schon gelesen hat und die hat, glaub ich, aus “Wenn rot kommt” gelesen.
Der 1979 in NÖ geborene und in Bratislava lebende Martin Just folgte mit einer spannenden Geschichte von einer Physikerin, die plötzlich alle Katzen grün und blau sieht. Eine Melodie aus dem “Schwanensee” spielt dabei auch eine Rolle.
Die 1989 in Wen geborene Mercedes Konrberger war mir bisher auch unbekannt. Sie organisiert Lesungen und brachte einen sehr spannendes Text über eine Frau, die zu einer AMS-Maßnahme verdonnert wurde.
Richard Schuberth war mir dagegen bekannt und hat auch schon früher mit mir gelesen und er brachte einen Text, der mir etwas zu brutal war, nämlich eine Szene aus einem Theaterstück, das sich sehr kritisch mit der Flüchtlingsproblematik auseinandersetzte.
Kurto Wendt hat auch schon am Volksstimmefest gelesen und sein Text war ebenfalls sehr kritisch und beschäftigte sich mit einer Art Dystopie, nämlich mit einer Wahrsagerin, die voraussagte, daß die Welt in viereinhalb Jahren untergeht und was macht man bis dahin?
Wird man sein Leben ändern oder so weitermachen, wie bisher?, war die Frage und ob, die 1983 in Klagenfurt geborgen Elena Messner schon beim “Linken Wort” gelesen hat, weiß ich jetzt gar nicht. Ich habe sie aber vor kurzem bei dieser Literaturhausveranstaltung getroffen und sie hat aus ihren Roman “Schmerzambulanz” gelesen.
Da hat es kurz zu schütten angefangen, aber bald wieder aufgehört, so daß ich mit dem Afred den Rest des Abends beim Kuba-Stand verbracht habe, viele Bekannte darunter auch Robert Misik traf, den der Alfred auf seine 0e24TV-Diskussionen angesprochen hat und wissen wollte, was er damit erreichen will? Er will die Rechten überzeugen und zum Sozialismus führen, war in etwa seine Antwort, etwas was in Zeiten, wo sehr über den Kommunismus geschimpft und vor ihm gewarnt wird, sehr wichtig wäre und morgen geht es dann wieder mit dem Fest weiter.
Am Sonntag ist es dann beim linken Wort mit der 1985 in Wien geborenen Barbara J. Krammer weitergegangen, die mit starker Sprache einen sehr frauenbewegten Text von einer Frau, die keine Kinder will und bis vierzig braucht bis sie endlich die gewünschte Gebärmutteroperation bekommt, vortrug. Ein Text über den man sicher sehr diskutieren kann, von Erika Pavlovsky, die von mir wissen wollte, warum ich nicht gelesen habe, begeistert beurteilt wurde.
Die nächste Leserin war Barbara Eder, die auch schon am Fest gelesen hat und die jetzt in Berlin lebt und ihr Text behandelt das Radio und die Veränderungen, die es dort gegeben hat.
Dann folgte der in Berlin geborene Alexander Keppel, der den Traum eines Mannes beschreibt, der seiner Hochzeit entfliehen will, dann aber doch vom Schwiegervater aufgeweckt, sich dort hinbewegen wird.
Katharina Pressl, die 1992 in Wolfsberg geboren wurden las einen Text mit dem Titel “Tanzende Tiere”, der für das Fest geschrieben wurde und von einer Hanne mit einer Schuppenflechte handelt, die sich in Pension begibt.
Dann kam der mir bisher ebenfalls unbekannte Historiker Anton Tantler, der die Wüsten im Marchfeld beschrieb und die historischen Zusammenhänge erläuterte.
Die 1991 geborene und ebenfalls in Berlin lebende Anna Gien, die beim letzten “Bachmann-Preis” gelesen hat, beschäftigt sich in ihren Texten mit dem weiblichen Körper, las einen Ausschnitt aus ihrem Roman “Paris in Rom”, der mich der an die junge Valerie Fritsch erinnerte.
Simon Angerers Text “Die Kotmaschine” beschäftigte sich auf sehr experimenteller Weise mit den menschlichen Ausscheidungen und Maria Hofer deren zweiter Roman “Arsen” im Oktober in der Hauptbücherei vorgestellt wird, brachte, wie sie sagte, einen Nonsensenstext mit dem spannenden Namen “Wozu braucht man eine Weltraumpolizei?”
Das weiß ich eigentlich auch nicht. Das Thema für das nächste Jahr steht aber auch schon fest und wird “Farce” heißen. Ich bin gespannt und könnte schon einen diesbezüglichen Text schreiben. Jetzt wurden aber die bisherigen Anthologien verschenkt und wir sind auf die Arbeitsweltbühne zur Tina Trampler gegangen, die politische Lieder sang und wir die Ilse Kilic, den Fritz Widhalm, den Andi Pianka und die Eva Schörkhuber getroffen haben.
Dann gab es noch ein Abschlußkonzert auf der Volksstimmefestbühne mit den “Attwengers”, das die Leute sehr begeisterte und am Heimweg haben wir in der Straßenbahn Ljuba Arnautovic getroffen, die von mir wissen wollte, wann die österreichische Buchpreisliste bekanntgegeben wird?
Am Dienstag ist es so weit und jetzt hinein in den literarischen Herbst und das Fest war wieder sehr schön.
Jetzt kommt ein skurriles Leseerlebnis, nämlich Erika Pluhar “Aus Tagebüchern” aus der Reihe “Neue Frau”, in den Siebzigerjahren erschienen und die 1939 in Wien geborene Erika Pluhar, die Burgschauspielerin, hat, glaube ich, nach Ende ihrer Karriere zu schreiben begonnen oder hat das früher schon getan. Die Tagebücher mit den schönen Zeichnungen sicher. Sonst bin ich auf die Autorin aufmerksam geworden, als es eines Tages an der Türe läutete oder ich im Postkästchen ihr “Spätes Tagebuch” gefunden habe. Da habe ich an einem Gewinnspiel teilgenommen und es längst vergessen und später noch das “Ende des Garten” im Schrank gefunden, wo es auch um das autofiktione Schreiben geht, das die Schauspielerin, die in den Siebziger-Achtzigerjahren, um Peter Vogel, Andre Heller, etcetera auch skandalumwittert war, wahrscheinlich mit der letzten Nobelpreisträgerin gemein hat, obwohl es auch erzählende Texte und Romane von ihr gibt, wo ich auch schon einiges gefunden habe und die Reihe “Neue Frau” an die ich damals unser Arbeitskreis-Manuskript “Spuren sichern Gewalt an Frauen- Frauen gegen Gewalt” schickte und von Angela Praesent, der Herausgeberin zu hören bekam, daß ein Expose etwas anderes ist.
Trotzdem habe ich mir die Reihe als frauenbewegte feministischte Frau gekauft, so auch Erika Pluhars “Aus Tagebücher” aber höchst wahrscheinlich nicht gelesen und so habe ich vor einer Woche aufgejauchzt, als in Saint Denis d´ Oleron vor dem kleinen offenen Bücherkästchen stand und da zwei deutschprachige Bücher fand.
“Hast du sie hineingestellt?”, habe ich die Doris gefragt, die den Kopf schüttelte, aber in dem gegenüberliegenden Bücherflohmarkt hat es auch einige deutsche Bücher aus den Siebzigerjahren gegeben und keine Ahnung, daß ich das Buch schon hatte. Ich habe es aber auf der Rückfahrt als ich mit den drei französischen Büchern, wo zwei davon auch noch sehr dünn waren, fertig war, damit begonnen, weil ich mich doch nicht an das Französische trauen wollte und das Buch ist auch sehr interessant. Es gibt schöne Zeichnungen und handschriftliche Notizen und am Buchrücken steht, daß die Autorin “Ihre Tagebücher zur Selbstbewahrung in einem Beruf, der fordert sich den Menschen auszuliefern”, schreibt und das Buch enthält Texte von 1969 und 1980, also eine Zeit, wo ich von der Straßergasse auf die Uni wechselte, Psychologie studierte und im Jänner 1980 promovierte und auch schon Mitglied im “Arbeitskreis schreibender Frauen” war.
In dieser Zeit bin ich auch manchmal ins Burgtheater gegangen und habe da wahrscheinlich auch die Pluhar, wie im Fernsehen gesehen, die sich auch als Sängerin betätigte und sich politisch engagierte.
irgendwo in dem Buch steht etwas von einer “hatscherten bürgerlichen Sozialistin”. Die Angst vor dem Alter kommt vor, damals war die Pluhar dreißig, die Neurosen und die Angst, um ihre Tochter Anna, die inzwischen, glaube ich, gestorben ist. Das “Späte Tagebuch” thematisiert diesen Thema. In dem Ersten geht die Tochter in der Schweiz in die Schule und wenn man an dem Buch etwas kritisieren kann, ist, daß die Anmerkungen fehlen. So wird erzählt, daß sie da und dort mit dem und dem unterwegs war und man weiß nicht recht ist der H. jetzt der Heller und der Franz ist das wahrscheinlich auch.
Also eine sehr intensive Einsichtsnahme in das Gefühlsleben einer ungewöhnlichen Frau, die wahrscheinlich ehrlicher und authentischer sind, als dasm was jetzt wahrscheinlich lektoriert werden würde. Schwer zu verstehen ist es wahrscheinlich für einen, der nicht in Wien lebt und sich daher bei einigen nicht ganz auskennen wird. Aber trotzdem interessant und auch das Leseerlebnis, das Buch 2023 auf der Rückfahrt von Frankreich zu lesen.
Als ich in meinen Buchkatalog sah, daß ich das Buch schon hatte, habe ich von der Doris den Kommentar bekommen, daß es wahrscheinlich nach Österreich zurückwollte.
Jetzt werde ich es also in Wien in den Kasten stellen, wo sich die Finder wahrscheinlich nicht freuen werden, denn Erstens unterstreiche ich ja alles und Zweitens ist das Buch schon sehr alt und daher beim Lesen etwas zerfallen.
Das andere werde ich bei meinen Bücherbergen aber nicht mehr finden. Aber trotzdem interessant, den Werdegang des Buches nachzuvollziehen und jetzt würde ich noch gerne wissen wollen, wer es in Frankreich in den Schrank stellte?
Wieder einmal “Theodor Kramer Preis für das Schreiben im Widerstand und Exil”, den Konstantin Kaiser im Jahr 2001, glaube ich, gegründet hat und der seither Jahr für Jahr vergeben wird. Zuerst haben ihn die im zweiten Weltkrieg vertriebenen Autoren bekommen. Inzwischen werden die Preisträger jünger und seit einigen Jahren findet die Veranstaltung im Pfarrsaal in Niederhollabrunn statt, das ist die Marktgemeinde, wo Theodor Kramer geboren wurde.
Da gab es früher Führungen durch das Geburtshaus, die wurden, weil die Teilnehmer, das wahrscheinlich schon kennen, inzwischen abgeschafft und einen Shuttlebus der die meist Wiener Teilnehmer hinbringt, gibt es auch.
Wir sind heuer mit dem Auto von Harland gekommen und die 1983 in Iwano-Frankiwsk geborene Tanja Maljartschuk. die 2011, der Liebe wegen nach Österreich gekommeen ist, kenne ich schon lang, habe ich doch ihr zweites bei “Residenz” erschienenes Buch “Biografie eines zufälligen Wunders”, gelesen, das sie, glaube ich, auch bei “Buch und Wein” vorstellte.
20018 hat sie den “Bachmann-Preis” bekommen. Ihr Roman über einen ukrainischen Widerstandskämpfer “Blauwal der Erinnerung” habe ich gelesen und heuer hat sie die “Klagenfurter Rede zur Literatur” gehalten und der Ukraine Krieg hat sie, glaube ich, sehr getroffen und scheint sie in ihrem Schreiben zu behindern, wie sie in Klagenfurt thematisierte.
Peter Roessler hat diesmal moderiert. Der Bürgermeister eine kurze Begrüßngsrede gehalten. Musikeinlagen gab es auch und die Laudatio auf Tanja Maljartschuk hat Annemarie Türk gehalten von der Peter Roessler behauptete, daß sie die Autorin am längste kenne.
Ich kenne sie seit 2013, also auch schon ziemlich lang und die Autorin hat sich in ihrer Rede beim Publikum und bei der Jury für den Preis bedankt und am Schluß, was ich sehr spannend fand, das sehr berührende Kramer Gedicht “Wer läutet draußen an der Tür” auf Ukrainisch gelesen.
Es war wieder sehr voll in dem Pfarrsaal, Speck und Schinkenbrote, Topfenstrudel, Weintrauben, Wein und anderes hat es gegeben und ich habe einige bekannte Gesichter gesehen. Darunter Julia Danielczyk, die mir versicherte, daß sich durch die Auflösung der Literaturabteilung der Stad Wien nichts an der Stipendkienvergabe, etcetera ändern wird.
Was die Autoren wahrscheinlich beruhigen wird und mir egal sein kann, habe ich ohnehin nie eines bekommen und reiche auch nicht mehr ein.
Es sagt aber wahrscheinlich schon einiges über den Stellungswert der Literatur in der Gesellschaft aus, wenn die jetzt in die Abteilung für Mode, Kunst und Sport eingegliedert wird.
Der “Theodor Kramer Preis” war aber diesmal sehr beeindruckend. Man konnte auch Bücher der Gesellschaft kaufen und für die Ukraine spenden und mein “Ukraine Blues” wird ja jetzt auch bald erscheinen.
Ich habe es ja schon gebloggt, daß wir eigentlich gleich, als wir von der Main-Radfahrt zurückgekommen sind, nach Frankreich fahren wollen. Der Alfred, der sich ja seit 2020 in Pension befindet, ist sehr reiselustig. Ich bin das weniger und weil ich auch noch das Gstöttmeier-Buch lektorieren mßte, ist sich das für den Juli nicht ausgegangen.
Arles, Camping City
Aber für den August gleich nach Alfreds Geburtstag sind wir losgefahren. Für mich völlig ungeplant, weil ich mich auf eine Reise eigentlich nicht besonders vorbereitet. Das heißt am letzte Tag die Reisetasche packe, eine für die Kleider, eine andere für die Bücher und da hatte ich ja eigentlich eine schöne Zusammenstellung französischer Bücher. Aber Anfang August noch Rezensionsexemplare, die ich lesen sollte. Darunter vier Krimis, einen Andrej Kurkow und oh Überraschung, das dritte Buch der heurigen deutschen Buchpreisliste. Dann habe ich noch ein paar französische Bücher dazugepackt.
Arles
Aber nicht zu viele, weil ich ja bei der Radreise nur ein oder zwei Bücher gelesen habe, aber wenn man zweimal drei Tage nur im Auto sitzt, liest man eben mehr.
Ich hätte mich doch besser vorbereiten sollen, wohin die reise geht. Habe ich aber nicht. Also war das ganze eine große Überraschung und der Alfred hatte in seinem Reiseplan auch einige Lücken. Nur, daß es nach Südwestfrankreich gehen sollte und da auch die liebe Doris Kloimstein treffen wollte, war fix und auf der Rückreise in Bregenz vielleicht die Erika Kronabitter, damit es ein bißchen literarisch wird, was mir ja immer sehr wichtig ist.
Oloron-Sainte-Marie
Also ist es am Freitag den elften August über Italien losgegangen. Als wir gerade am Wörthersee vorüberfuhren hat mich die Ruth Aspöck angerufen und wissen wollen, wie das Gespräch mit der Julia Danielczyk am Vortag bei den O-Tönen war und hat sich sehr gewundert, daß wir schon unterwegs sind, dabei habe ich ihr das am Mittwoch bei Afreds Geburtstagsessen im Waldviertlerhof und auch schon vorher ganz genau erklärt.
Also bis nach Gemona, dort den Trailer aufgebaut, in den Ort gegangen und ein nettes Gespräch mit der jungen Wirtin in einem Gasthaus gehabt, die uns schöne Ferien wünschte.
Dann ist es noch einmal durch Italien gegangen, am am nächsten Tag, weil sehr voll, schon geglaubt, keinen Campingplatz zu finden, hat dann aber doch geklappt, so daß wir nicht, wie schon befürchtet, im Auto schlafen mußten und dann ist es nach Frankreich und zwar nach Arles gegangen.
Einen schönen Campingplatz gefunden und ein bißchen in der Stadt herumspaziett, das Amphietheater angesehen und dann der erste längere Aufenhaltsort war Oloron St. Marie. Eine schöne kleine Stadt in den Pyrenäen oder im Baskenland. Deshalb hat sich der Alfred auch eine solche Mütze gekauft. Wir haben uns die Stadt angeschaut, in einem Restauratn eine berühmte Suppe und einen baskischen Kuchen gegessen. In der Touristeninformation ein paar Werbefilme in einer Art Kino angesehen und einen Ausflug nach Lourdes haben wir am Marienfeiertag auch gemacht.
Drei Tage sind wir auf den Camp geblieben, wo wir die einzigen Österreicher waren. Dann ist es weiter ans Meer bis an die spanische Grenze gegangen. Ein bißchen sind wir auch darüber gefahren, haben Paella gegessen und uns schöne kleine orte angesehen. In Biarritz waren wir auch. Haben in der Markthalle einen Cremant getrunken und Sardellenfilets gegessen und als wir an das Cap Ferret gekommen sind, wo es sogar einen Campingplatz mit lauter Deutschen, wo wir aber keinen Platz bekommen haben, gegeben hat, habe ich einmal sehr gute und sehr teure Muscheln in einer Knoblauchsauce gegessen und dazu viel Rotwein getrunken. Da waren wir auch in Bordeaux. Dort habe ich mich dann auch über die neue deutsche Buchpreisliste informiert und befriedigt festgestellt, daß ich schon drei Bücher gelesen habe und in dem Weingut Smith Havt Lafitte, das ich oder dessen Weine, ich schon vom Herrn Fischer kannte, waren wir auch.
Bordeaux
Am Abend auf den Campingplätze also viel Rotwein getrunken und ein bißchen Radfahren waren wir auch.
Die Campingplätze sehr schön und in Naturschutzgebieten gelegen und dann ist es bis an die Landessptize oder an die Il d’Oleron nach Saint Denis gegangen, wo die Doris Kloimstein schon seit vielen Jahren Urlaub macht und sich dort ein Häuschen mietet und das war natürlich spannend. Denn wenn man von einem Campingplatz zum anderen fährt und zu Mittag in ein in den Führern empfohlenen Restaurants essen geht, bekommt man nicht viel mit von dem Land und der Umgebung und das kleine Städtchen St. Denis in das uns die Doris herumführte, war auch sehr interessant. Den Markt haben wir genau besichtigt und an den Stränden Muscheln gesucht und den Leuchtturm bewundert.
Saint-Denis-d’Oléron
Ein verlängertes Wochenende sind wir dort geblieben, von der Doris liebevoll bekocht und auch den Bücherschrank besucht und mich ein bißchen in der französischen Literatur umgeschaut. Denn ich habe ja in der Straßergasse fünf Jahre Französisch gelernt. Leider ist nicht sehr viel hängen geblieben.
Also ein wenig aufgefrischt und dann ist es wieder vier Tage lang zurückgegangen, weil der Alfred keine zu langen Strecken fahren wollte. Also noch ein bißchen Land gesehen. Einen sehr schönen Campingplatz haben wir in der Nähe von Clermont-Ferrand gefunden, wo man schön Frühstücken konnte und es auch viele Freizeitangebote gegeben hat.
Aber wir waren nur eine Nacht dort und sind dann weiter nach Annecy gefahren, wo wir an der Seepromenade entlangspaziert sind, in dem schönen Städtchen am Fluß Crepes gegessen. Dann ging es über die Schweiz nach Bregenz, wo wir zwar die Erika Korabitter nicht getroffen haben, aber an der Seepromenade entlanggeradelt sind. Zuerst den Bücherschrank suchten, wo ich ein Buch von Reihard Bilgeri gefunden habe und dann in der Sunset Bar auch einen “Hugo” getrunken haben und jetzt wieder zurück.
“Urlaub aus!”, wie der Alfred so schön sagt. Mein Französisch habe ich ein ein bißchen aufgefrischt und jetzt gleich hinein in den Veranstaltungsreigen. Denn am Wochenende gibt es wieder das Volksstimmefest, wo ich zwar wieder nicht lesen werde, aber der Alfred nicht versäumen wollte. Sonst wären wir wahrscheinlich eine Woche länger geblieben. Mir aber sehr recht ist, denn jetzt beginnt ja das große Buchpreislesen und da bin ich ohnehin im Rückstand und muß mich beeilen, alles aufzuholen. Dafür habe ich aber alle meine mitgenommen Bücher und noch ein paar mehr aufgelesen, denn im Auto auf der Autobahn und am Abend auf den Campingplätzen hat man genügend Zeit dazu.