Deutsche Büchersuche

Als wir vor acht Jahren mit den Klapprädern von Ulm nach Regensburg gefahren sind, sind wir in Ulm schon am ersten Tag in einen “Tahalia-Bücherabverkauf” gekommen sind, so daß ich mir einen Stoß wahrscheinlich ein Euro Bücher gekauft, dann in meine Radtasche gepackt und bis nach Regensburg geschleppt und von dort nach Wien zurückgebracht habe und die entsprechende Lektüre für den Urlaub habe ich mir auch mitgenommen.

Deutsche Bücher in Deutschland, obwohl das ja etwas schwierig ist, weil in Österreich und der Schweiz ja auch Deutsch geschrieben wird. Viele der Bücher aber in deutschen Verlagen erscheinen und auch diesmal habe ich überlegt, was nehme ich auf die Radreise mit?

Da ich ja immer noch beim Leipziger-Buchpreis-Lesen bin war das nicht ganz so schwierig, obwohl die Übersetzungen, ja meist deutsche Übersetzer haben, die Bücher aber in Afrika oder Argentinien spielten.

Ich hatte aber Ulrike Drasener “Die Verwandelten” noch nicht gelesen und das Buch hat sechshundert Seiten und da ich für Angela Steideles “Aufklärung”n an die zwei Wochen gebraucht habe, habe ich mir nichts anderes mitgenommen, den beim Radfahren, noch dazu, wo wir diesmal den Laptop dabei habe, komme ich wahrscheinlich nicht viel zum Lesen.

Dann ist mir aber noch eingefallen, daß mir der “Verlag das kulturellen Gedächtnis” zwei E-Pubs geschickt hat und das sind wahrscheinlich auch deutsche Bücher. Also “Wer hat Bambi getötet” von einer schwedischen Autorin, aber von Antje Ravic Strubel übersetzt und bei “Residenz” erschienen zu Hause gelassen und auch das im “Mare-Verlag” erschienene Buch, das auch sehr umfangreich ist.

Also mit leichten literarischen Gepäck angereist. Da gibt es aber die Bücherschränke und an denen vorbei zu gehen, schaffe und will das eigentlich auch nicht schaffen. Allerdings war ich, als wir am Donnerstag in Bamberg ankamen, noch zu sehr auf das Mittagessen fixiert, daß ich darauf vergessen habe und als wir am Freitag durch Hassfurt gingen, habe ich den Alfred danach gefragt.

“Gibt es keinen!”, hat der geantwortet und zwei Minuten später sind wir auf der Hauptstraße in einen hineingelaufen und der war sogar gut gefüllt und hatte einen interessanten Inhalt. So weiß ich zwar im Moment nich, ob ich Reiner Kunzes “eines jeden einziges leben- Gedichte” nicht schon habe und kann, weil mein Computer ja kaputt gegangen ist, nicht in meinen Bibliothekskatalog nachsehen.

Aber Julia Francks “Der neue Koch” habe ich noch nicht gelesen und Barbara Bronnens “Die Tocher” wahrscheinlich auch nicht. Also hätte ich was zu lesen, wenn ich mit dem Mitgenommenen schneller fertig werde und in Hassfurt haben wir auch die Buchhandlung Glückstein, gleich vis a vis vom Bücherschrank, gesehen, die allerdings schon geschlossen hatte, so daß ich keine ein Euro Kiste erstürmen konnte. In der Auslage ist aber Robert Seethaler gelegen und Dörte Hansens “Zur See”, das ich schon in Wien vor ein paar Wochen gefunden habe und also eigentlich auch mitnehmen hätte können, wenn es auf meiner Leseliste gestanden wäre, aber da habe ich ja Altlisten abzulesen.

Am Samstag sind wir dann nach Schweinfurt geradelt, von dem ich während der Reise schon einiges gehört und Personen getroffen habe, die dort wohnen oder hinwollten und da hat mich der Alfred während wir das Hotel suchten, auf eine Buchhandlung, die einen großen Büchstapel davor aufgereiht hatte, aufmerksam gemacht. Verbilligt waren hauptsächlich die Taschenbücher und da habe ich mir einen Marco Balzano um drei Euro gekauft und der Besitzer oder Verläufer hat mir auch noch eine ganz altmodische handschriftliche Quittung ausgestellt.

Auf der Suche zum Hotel sind wir auch noch beim “Hugeldubel” vorbei gekommen, da habe ich einmal, vor vielen Jahren schon in Leipzig sehr viel eingekauft und jetzt eine Ein Euro-Kiste in der Auslage gesehen, so daß wir, als wir auf das Einchecken noch etwas warten mußten, hingegangen sind und da gab es wirklich sehr Interessantes, was ich mir als Souvenier von dieser Radreise mitnehmen kann und zwar Peter Esthazys” “Kleine Pornographie Ungars” zwar kein deutsches, aber sicher interessantes Buch, dann noch Taha Ben Jellouns “Zurückkehren” wofür dasselbe gilt. Aravino Adigas “Goden Boys” ebenso.

Bei Jana Hensels “Wie alles anders bleibt” wurde es dann schon deutscher, obwohl sich das Buch, glaube ich, auf die DDR und nicht auf Franken bezieht und Kassel gehört vermutlich auch nicht dazu, da gab es aber noch einen Reiseführer für die Dokumenta und der nannte sich “Schneewittschen und der kopflose Kurator” und das packte ich auch ein, weil wir auf unserer Reise ja noch in ein Schneewittchen-Dort kommen werden, also interessant.

Einen Bücherschrank gibt es in Schweinfurth, wo überall Schweine herumstehen, die wir vielleicht für die Ilse Kilic fotografieren könnten, natürlich auch und da lag, höre und staune Wilfried Steiners “Bacons Finsternis” aus dem “Deuticke-Verlag”, ausgeschieden aus einer Bibliothek, darin und das ist ein Lnzer. Es ist also sehr interessant, was man in deutschen Bücherschränken finden kann.

Auf Büchertage, die am Sonntag im Münster Schwarzach stattfinden , hat mich der Alfred auch aufmerksam gemacht und da werden wir in der Nähe sein. Aber ob wir die zweimal sieben Kilometer extra hin- und zurückfahren werden, ist fraglich, denn meine und auch Alfres Kondition, der etwas verkühlt ist, ist nicht so gut und außerdem habe ich schon wieder viele Bücher in meine Radtasche eingepackt.

Einstimmigkeit in der Aufarbeitungskommission

Da saßen sie nun die Experten um den runden Tisch. einberufen von Kanzler Nehammer, um die wirklichen und auch sogenannten Corona-Schäden restlos aufzuklären, um herauszufinden, was da in den letzten drei Jahren gut oder falsch gemacht wurde, um dieselben Fehler nicht noch einmal zu machen, die Gräben, die in dieser Zeit entstanden waren, zuzuschütten und die Bevölkerung zu versöhnen.

“Moment einmal!”, sagte in diesem Augenblick Ministerialrat Auensteiner und ballte seine Hand zur Faust, um gleichzeitig mit seinen runden Brillengläsern und seinen weißen Bart, der ihn ein bißchen wie ein Weihnachtsmann aussehen ließ, väterlich freundlich in die Runde zu blicken.

“Moment einmal, Kollegen, um etwas klar zu stellen und in kein Mißverständnis hineinzulaufen! Meiner Meinung nach bräuchte es diese Kommission gar nicht, denn seien wir uns ehrlich, wir haben alles richtig gemacht und Millionen Menschenleben gerettet! Was hätten wir auch tun sollen als die Nachrichtenen aus Wuhan kam und die Bilder von Bergamo, als Impfdosen einkaufen, was, wie wir wissen, ohnehin nicht so einfach war, die Bevölkerung vor sich selbst schützen und den Notfallsplan ausrufen? Alles richtig und meinetwegen bräuchten wir gar nicht darüber diskutieren, was nur unnötiges Geld kostet, die Bevölkerung weiter berunruhigt und die Opposition, diese Rechten und Schwurbler, dazu anstachelt, weiter Öl ins Feuer, wie man an der blauschwarzen Regierung in St.Pölten sieht, zu schütten! Vollkommen unnötig, da einen Entschädigungsfond einzurichten, um den Menschen, die die Gesetze und den geforderten Meter Abstand nicht eingehalten haben, die gerechte Strafe, auch wenn sie sich jetzt als verfassungswidrig herausgestellt hat, zurückzuzahlen! Wie kommen denn die anderen dazu, die sich brav an die Vorschriften, auch wenn sie ihnen vielleicht unsinnig erschienen, gehalten haben? Die müssen sich durch eine solche Aktion doch verarscht und verhöhnt vorkommen! Also sollten wir das in unseren Protokoll vermerken!”, sagte er energisch und blickte das blonde Fräulein Stögermüller, das eifrig nickend vor ihren Laptip saß und dieses führen sollte, energisch an.

“Sehr richtig!”, war nun eine Stimme zu hören, die einer mittelalten dauergewllten Dame mit Brille und und einer zweireihigen Perlenkette, gehörte. Frau Professor Sieglinde Mayerhoff, die schon den früheren Kommissionen angehört hatte und außerdem noch den Vorsitz in einigen Pharmafirmen hatte.

“Sehr richtig, auch wenn der Kanzler sicher damit recht hat, daß man der unzufriedenen Bevölkerung, die sich, wie man immer hört, durch den Angriffskrieg in der Ukraine, den darauffolgenden Sanktionen und den Teuerungen, das Essen und die Heizkosten nicht mehr leisten kann, ein paar Brocken zu Beruhigung hinwerfen müssen, denn wenn die dann aufgehetzt, von den Blauen,, in ihren Frust, diese wählen und wir im nächsten Jahr, wenn die Wahlen kommen, vielleicht einen blauen Bundeskanzler haben, der uns schon einen Untersuchungsausschuß angedroht hat, wäre das auch nicht gut, nicht wahr!”, sagte auch sie energisch und blickte in dieser Art den Ministerialrat an, der nun seinerseits “Sehr richtig, Frau Kollegin!”, sagte, sich die Lippen leckte und nach dem bereitstehenden Wasserglas griff.

“Sehr richtig und was haben wir denn eigentlich aufzuarbeiten, wenn doch alles, wie eben festgestellt und hundertfach erwiesen, richtig war! Es gibt dringendere Probleme! Da bin ich Hunderpro ihrer Meinung, geschätzte Kollegin! Die Kinderarmut, die Teuerung, die Klimakrise und den Verlust der Werte der Sitten, wie man an den Schulen und ihren Lernergebnissen sehen kann! Die Kinder können nicht mehr richtig lesen! Haben alle Disziplin verloren, schlurfen in Jogginghosen herum, werfen mit Schimpfwörtern und vielleicht sogar mit Messern und Fäusten herum und die Lehrer können sie nicht mehr bändigen! Da waren doch die Lockdowns und die Schulschließungen ganz gut! Die Kinder sind zu Hause vor ihren Laptops gesessen, haben von ihren im Homeoffice werkenden Müttern überwacht, brav ihre Aufgaben gemacht! Die Straßen waren leer! CO2 wurde eingespart! Es hat Ruhe und Ordnung geherrscht, während es jetzt nichts als Ärger und Unruhe gibt! Klimakleber, die auf den Straßen sitzen und den Verkehr lahmlegen! Streikende Menschen vor den Sozialläden, weil sie sich das Essen nicht mehr leisten können, obwohl mit einiger Unterstüzung, die der Bundeskanzler in seinen Armutverhinderungskommisskionen anbietet, alles in wunderschönster Ordnung ist! Die Menschen sind geschützt und gesund! Die Pandemie haben wir durch unsere Maßnahmen hervorrangend in den Griff bekommen und wir haben sogar noch überzählige Impfdosen lagernd, die wir gar nicht brauchen können, obwohl-!”, sagte er jetzt, einen kurzen Moment ratlos wirkend und fuhr sich mit der Zunge über die Lippen.

“Obwohl das vielleicht ein Punkt wäre, den Sie in Ihrem Aufarbeitunsprotokollh vermerken können, liebes Fräulein Stögermüller! Die Impffreudigkeit der Bevölkerung läßt nach! Sie will sich einfach, durch die negative Propaganda wahrscheinlich aufgehetzt, nicht mehr freiwillig impfen lassen! Die Impfpflicht, die ich unter uns, für eine hervorragende Initiative hielt, um die Durchimpfungsrate zu erhöhen, ist ja leider durch die Demonstrationen derSchwurbler gescheitert, nicht mehr immunisieren lassen, so daß die vorsorglich bestellten Impfdosen überblieben, was bei der Opposition wieder Widerstand erregte und einige kritische Zeitungsartikel zur Folge hatte, daß sie weggeweorfen werden müßen, was auch nicht gut ist und schlechte Stimmung erzeugen könnte! Dagegen müßte wir etwas machen und in unseren Protokoll vermerken, Fräulein Stögermüller, daß es gut und wichtig wäre, die Impfbereitschaft zu erhöhen und vielleicht wieder eine diesbezügliche Kampagne starten, damit die Bevölkerung gut geschützt, satt und zufrieden nach dem Sommer in den Winter gehen kann und dann vielleicht auch die erhöhten Bezin und Heizungskosten geduldiger hinnimmt! Denn die Gesundheit, da wird mir die Frau Professor zustimmen, ist das Wichtigste! ist die Bevölkerung gut geschützt, wird sie vielleicht auch zufriedener! Die restlichen impfdosen werden ordnungsgemäß verwendet und aufgebraucht! Da kann sich dann kein aufmüpfiger Zeitungsfritze dagegen aufregen und wir haben unsere Pflicht und Schudigkeit getan, wenn Sie das so in ihrem Protokoll vermerken, Fräulein Stögermüller, können wir das dem Bundeskanzler als gewünschtes Resultat weitergeben und wir können essen gehen!Denn ich muß gestehen, geschätzte Kollegen und Kolleginnen, ich bin ein wenig hungrig und mein Magen knurrt! Die anstrengde Sitzung hat mich dazu gemacht! Aber jetzt ist alles geordnet und aufgearbeitet! Wir haben unsere Pflicht getan und alles gut unter Dach und Fach gebracht! Nicht wahr, geschätzte Kollegen, das meinen Sie doch auch!”, wiederholte er nochmals zufrieden. Sah in die Expertenrunde, die zustimmend nickten und schon ihre Unterlagen zusammenklappten und strich sich nochmals über seinen weißen Bart.

Die Cousinen

Jetzt kommt das Siegerbuch der Übersetzungssparte des “Leipziger Buchpreises”, Aurora Venturinis “Die Cousinen”, das für mich genauso eine Überraschung war, wie “Die Vögel” und der “Saal von Alastano”.

Das heißt, den Preis hat natürlich die 1981 geborene Johanna Schwiering bekmmen und da finde ich es auch schwierig zu unterscheiden, ob die Qualität des Buches, der Übersetzerin oder der 2015 verstorbenen argentinischen Schriftstellerin zu verdanken ist?

Denn das Buch, das in den Neunzehnhundertvierzigerjahren spielt, überraschte mich durch seine frische Sprache und seine Themenwahl.

Da wird von “Minderbemittelungen” und Behinderungen gesprochen und das ist ein Sprachschatz, der wahrscheinlich eher dem einundzwanzigsten Jahrhundert zuzuordnen ist.

Vielleicht hat es Aurora Venturini also anders genannt, das Buch bleibt trotzdem eine Überrascchung und das Beste, das ich bisher von dieser Liste gelesen habe, denn es führt in das Leben von Frauen in der argentinischen Unterschicht und da kann man dem Buch verschiede Lesarten geben und am Anfang hatte ich fast den Eindruck, es wäre ein Jugendbuch, aber das ist es wahrscheinlich nicht.

Da ist also Yuna Lopez, die am Anfang dreizehn oder vierzehn ist. Sie hat eine behindert Schwester namens Betina, die im Rollstuhl sitzt, gewaschen und gewickelt werden muß. die Mutter ist Lehrerin mit dem Rohrstaberl. Der Vater ist verschwunden und Yuna selbst ist oder hält sich für minderbemittelt. Besucht auch eine solche Schule und hat Sprachschwierigkeiten, so daß sie sich alle Wörter zusammensuchen muß.

Sie hat aber ein Talent, das sie aus dem Elend heraushebt, nämlich das Malen und da gibt es einen Professor, der sie fördert und auf die Kunsthochschule bringt. Er lädt sich aber auch zu ihr nach Hause ein und hilft der Haushälterin beim Kochen.

Dann gibt es die Großmutter, die Tante Nene, die Tante Ingrazia und die hat zwei Töchter Carina und Petra, das sind also die Cousinen. Und die kleinwüchsige Cousie Petra, die später dem ältesten Gewerbe der Welt nachgeht, führt die naive Yuna, die alles im Wörterbuch nachschlägt, auch in das Leben ein.

Da gibt es das Wort “Oralex”, das sie dort nicht findet und Petra erklärt ihr, das hieße “Oralsex” und ist die Methode, daß die armen Mädchen nicht schwanger werden können und später ihr Leben durch eine Abrtreibung verlieren.

Denn genau das ist ihrer Schwester Carina passiert. Deshalb mußte auch der Gemüsehändler, der sie verführte, sein Leben lassen und dann wächst, während der Professor viel im Haus ist und auch mit Betina spazieren fährt, plötzlich deren Bauch und die beiden Cousinen zwingen ihm Betina zu heiraten, deren Kind dann während der Geburt verstirbt.

Die Großmutter, die Mutter, die inzwischen in Pensiongegangen ist und die Tante Nene sind auch verstorben. Das ist fast so, wie bei Nele Pollatschek und Yuna wird mit ihren Bilder berühmter und berühmter. Verschafft sich eine eigene Wohnung in die sie dann mit Petra zieht. Wird sogar des Professors Nachfolgerin an der Akademie, ißt immer auswärts und läßt so ihr Elternhaus mit den ungüstigen Faktoren hinter sich.

Wie geschrieben in einer sehr frischen ungewöhnlichen Sprache ist das geschrieben und ich fragte mich anfangs nach der Lesart und, wie der Roman zu interpretieren ist? Denn sehr realistisch ist es ja nicht, daß ein behindertes Unterschichtmädchen zu einer großen Künstlerin wird.

Aber ein sehr tolles Buch, mit dem die Autorin offenbar erst mit Achtzig Erfolg hatte und das jetzt auf Deutsch erschienen ist und ich wirklich sehr empfehlen kann.

Zum Tod von Sibylle Lewitscharoff

Von der 1954 in Stuttgart geborenen Sibylle Lewitscharoff, die einen bulgarischen Vater hat, habe ich, glaube ich, 1989 das erste Mal etwas gehört, als sie mit “Pong”, den “Bachmann-Preis” bekommen hat.

Als sie 2009 aus ihrem Buch “Apostoloff”, gelesen hat, war ich in der “Alten Schmide”. Ihren Roman “Montgomery”, habe ich glaube ich, bei einem der Büchertürme gefunden, gelesen und nicht recht verstanden, denn die “Bachmann-Preisträgerin” von 1998 und die “Büchner-Preisträgerin” von 2013 hat eine sehr komplizierte Sprache, die sie wahrscheinlich berühmt gemacht hat und auch2 eine sehr drastische Ausdrucksweise, die mich zuerst verwirrte, als ich ihren Roman “Blumenberg” auch in einem Bücherschrank gefunden habe, gelesen habe, wo stand, daß sie “alle Selbstmörder” hasse. Später habe ich, glaube ich, gehört, daß sich ihr Vater umgebracht hat und besser verstanden und als sie die Eröffnungsrednerin der “Buch Wien” war, hat sie sich auch sehr drastisch gegenüber “Amazon” geäußert.

Das ist in der Öffentlichkeit noch eher untergangen, als sie 2014 die “Dresdner Rede” im Dresdner Schauspiel hielt und sich da ähnlich drastisch gegen die Leihmutterschaft wandte, hat das bei den Betroffenen große Empörung ausgelöst und Elke Heidenreich “hat sie daraufhin eine “schwäbische Hausfgrau” genannt, was einer Büchner-Preisträgerin” gegenüber nicht sehr freundlich ist.

Ab da habe ich besser versrtanden, was das “sich drastisch ausdrücken und das schlimmste beschreiben, was man erlebt , denn dann wird es gut!”, was man in den Schreibschulen lernt, bedeutet und wohin es führen kann.

Wenn man mit seinen Büchern berühmt werden und Preise gewinnen will, muß man wohl übertreiben und überspitzen. In der Literatur wird das gefordert und toleriert. Im Leben, aber nicht, da wird das leicht als Haßäußerung interpretiert und verletzt Gefühle, aber mich hat das näher zu Sybille Lewitscharoff und ihren Schreiben gebracht, auch wenn ich noch immer nichts alles verstanden habe.

“Montgomery” habe ich, wie schon geschrieben, gelesen und jetzt keine Ahnung merh, um was es darin geht?

“Blumenberg” mit dem sie 2011 auf der Deutschen Buchpreisliste gestanden ist und mit “Consummatus”, 2006, das war, glaube ich, ein Fund aus einer Ein-Euro-Kiste.

Während ich da noch meine Verständnisschwierigkeiten hatte, hat mir das “Pfingstwunder”“, das ich schon bei meinen “Buchpreislesen” kennenlernte, sehr gut gefallen.

Sibylle Lewitscharoff hat auch 2014 eine Art Krimi geschrieben “Killmousky”, wo es, glaube ich, um eine Katze geht, den habe ich nicht gelesen, wohl aber in meinen “Miranda Schutzengelchen” erwähnt und ihn da als Geburtstagsgeschenk verwendet.

Weiteres habe ich nicht von ihr gelesen und auch in letzter Zeit nicht viel von ihr gehört, nur am Sonntag, daß sie am 13. Mai in Berlin gestorben ist und schon länger an multipler Sklerose erkrankt war.

Eine interessante Schriftstellerin, an die ich mich wieder erinnerte und wohl noch einiges von ihr zu lesen hätte. Mal sehen, was die Bücherschränke da noch für mich haben werden?

Sechzehnter literarischer Lenz

So lange gibt es das Literaturfestival des Centropes, wo Stephan Teichgräber, interessante tschechische, slowakische, ungarische und Wiener Autoren vorstellt, schon, ich war aber nicht bei jeden dabei.

Habe aber von Stephan Teichgräber, den ich wahrscheinlich über die Szene Margareten oder schon länger kenne, irgendwann die Einladung bekommen und bin dann vor Corona ein paarmal hingegangen, dann klappte es wegen der TestMasken– oder anderer Pflichten nicht mehr.

Im Vorjahr war ich wieder da und heuer kurz vor unserer Radreise den Main entlang, wo wir das Centrope wahrscheinlich verlassen und ich muß sagen, es war sehr interessant.

Jelena Semjonowa-Herzog, die Mitorganiorin, hat mich als ich das Arche-Theater erreichte, freundlich begrüßt. Cornelia Stahl hat mir zugerufen und mir das gedruckte Programm übergeben. Im Theatersaal habe ich mich mit Dine Petrik unterhalten und Stephan Teichgräber hat genau erklärt, was der Centrope ist und, daß es sich für die Österreicher lohnen würde, Tschechisch, Slowakisch und Ungarisch zu lernen oder wenigstens ein paar Worte davon zu verstehen.

Dann kam der 1990 in Mähren geborene Lukas Ondercanin mit seinem noch nicht auf Deutsch erschienen Roman “Die Utopie in Lenins Garten”. Die auf Deutsch gelesenen Stellen wurde von Stephan Teichgräber übersetzt und da geht es um dreihundert Slowaken, die vor hundert Jahren nach Kirgisien auseanderten, um dort das Paradies zu finden und enttäuscht wurden.

Dann folgte und das war interessant, die 1972 in Indien geborene Sarita Jenamani ,und da ist vom Centrope nicht viel zu entdecken. Sie lebt aber seit ihrem Studium in Wien, ist oder war die Generalsekretärin des PENS und so hat sie Jelna Semjonowa-Herzog, die den Österreich Teil auswählte, sie und ihre Gedichte vorgestellt.

Dann ging es mit dem 1959 in Budapest geborenen Andras Petöcz weiter oder er kam nach Wien und stellte sein “funny poem” “Ein Gott in Wien ” vor, wo der oder der Autor selber hungrig oder müde in der Wiener U Bahn saß und der vorgestellte Band “Der gealterte Gott” beschäftigte sich, was ich erstaunlich frisch und originell fand, mit der Erschöpfung, der Traurigkeit und anderen Gefühlen.

Dann gings wieder nach Wien oder nach Mürzzuschlag. Denn dort wurde Harald Darer von dem ich schon was gelesen habe und der mich auch erkannte, geboren und der stellte mit “Mongo” wieder ein sehr interessantes Buch vor, geht es da doch um ein Kind mit Downsyndrom oder um die Schangerschaft der Schwester eines solches, die sich Sorgen macht, daß es ihrem Kind auch so gehen könnte.

Dann hätte einen Tschechin mit einem gar nicht teschechin klingenden Namen, nämlich, die 1988 geborene Klara Goldstein kommen und ihre Gedichte vorstellen sollen. Sie war aber erkrankt, so wurden ihre Gedichte aus den Bänden “Falkenfrau”, das inzwischen schon vergriffen ist und “Die Regen von Maiernigg”, nur von den Schauspielern gelesen.

Foto: FaceBook

Nachher gab es wieder und diesmal etwas verrutschte Brötchen. Ich habe mir ein Glas Wein dazu gekauft und mich mit Harald Darer und Cornelia Strahl sehr intensiv unterhalten.

Am Mittwoch ist es dann mit Julian Schutting, der sehr verkühlt war und seinem “Zersplitterten Erinnern” weitergegangen . Dann kam Stanislav Biler aus Brünn mit seinem Roman “Destruktion”, wo es um die Flucht aus der Stadt aufs Land ging und da plötzlich in niederösterreichischen Dialekt gelesen wurde.

Danielas Chanas “Neun seltsame Frauen” kannte ich schon, habe ich die Geschichte von der Küchenhilfe mit dem roten Lippenstift sowohl in der “AS” gehört, als auch das Buch gelesen.

Der Ungar Pal Zavada, der historische Tomae schreibt, schickte im Jahr 1937 einen Adam Apfelbaum mit dem lieben Gott und dem Teufel nach Berlin und die 1966 in Frankreich geborene Nathalie Rouanet, die ich als Anne Air von Slam B kenne hatte drei Miniaturen in denen es um Sex und Liebe und einen afghanischen Flüchtling ging.

Dann wurde die Pause mit den Brötchen vorgelegt, da die 1999 geborene Nicol Hochholczerova erst angereist kam und in “Dieses Zmmer läßt sich nicht aufessen” einen sehr spritzigen Roman vorstellte, in dem es auch um Peter Esterhazy ging, der geheiratet werden sollte.

Das war es dann, ein etwas anderes Festival, weil die Wiener Autoren aus Frankreich oder Indien kamen, was mich auf die Idee brachte, mich mit meiner in Entstunhg befindendlichen Drei Frauen Geschichte “Bratislava-Prag-Budapest” für das nächste oder übernächste Jahr zu bewerben und jetzt geht es los in einen vielleicht verregneten Urlaub, wo ich das nächste Festival nämlich “Rund um die burg” das übermorgen beginnt, versäumen werde.

Die grässliche Bescherung in der Via Merulana

Jetzt kommt eine Art Krimi aus den “Wagenbach-Verlag”.

“Die grässliche Bescherung in der Via Merulana” des Carlo Emilio Gadda, der 1893 in Mailand geboren wurde und 1973 in Rom verstorben ist.

Ein Buch, das in den Fünfzigerjahren von Toni Kienlechner übersetzt wurde, in den Sechzigerjahren auf Deutsch erschien und jetzt und das finde ich gut, in der gleichen Übersetzung wiederaufgelegt wurde.

Ein interessantes Buch, das in das faschistische Mussolini Rom der Neunzehnzwanzigerjahre führt und kein klassischer Krimi mit Plot und Spannungsstufen, sondern eher eine Schilderung Roms, seiner Menschen und gesellschaftlichen Zustände dieser Zeit, schildert, die in einer drastischen Sprache geschrieben nicht immer leicht zu lesen und zu verstehen ist und politisch korrekt ist da wahrscheinlich auch nicht sehr viel, aber so war es damals und ist es vielleicht auch noch heute.

Alberto Moravia hat dieses Rom auch beschrieben und ein paar seiner Bücher habe ich auch gelesen und jetzt hinein in die Via Merulana, wo an einem Tag in zwei Häusern Entsetzliches geschieht.

In dem einen wird Schmuck gestohlen in dem anderen die Signora Liliana, die mit einer Nichte dort lebt, ermordet und die, da kommen wir gleich hinein in die Gesellschaftskritik oder das persönliche Unglück, ist kinderlos.

Deshalb holt sie sich immer Nichten mit denen sie das Kinderglück nachvollziehen kann, einen verdächtigen Doktor, der die Leiche, die drastisch beschrieben ist, findet, gibt es auch und einen Kommissar und dann wird nach den Tätern gesucht.

Die Nichten und Näherinnen werden verhört, junge Mädchen, die von ihren Verlobten Schmuck geschekt bekommen und in Kassetten versteckt haben, die sie aus Kästen holen, wo es verdächtig stinkt.

Denn damals war die Unterschicht sehr arm und ungebildet. Die Mädchen wurden ausgebeutet, die Burschen haben sich ihr Glück vielleicht zusammengestohlen und die Mittelschichtfrauen waren vielleicht auch nicht so glücklich und das faschistische Rom, das man, wie in der Einleitung von Anna Vollmer lernen kann, vielleicht noch wiederfinden kann, war auch nicht so ohne und daher lesenswert sich in das Buch einzulesen, wenn es wahrscheinlich auch kein wirklicher Krimi ist, sondern derb und brutal die gesellschaftlichen Zustände schildert.

“Ein reiches Gesellschaftsbild der Stadt Rom zur Zeit Mussolinis, ein intellektuelles und sprachliches Feuerwerk – üppig, barock, ausschweifend. Mit diesem Buch hat sich Carlo Emilio Gadda in die Reihe der grossen modernen Romanautoren von Weltrang geschrieben. In der Übersetzung von Toni Kienlechner, die kongenial zu nennen keine Übertreibung ist.”, steht am Buchrücken.

Zwei poetische Tagebücher

Jetzt ist es sich doch ausgegangen zum fünften “Dichterloh-Abend” zu gehen, wo Ludwig Hartinger und E.A.Richter ihre letzten Gedichtbände vorstellten, die eigentlich verdichtete Tagebücher waren und auf der einen Seite die Beschäftigung mit der Natur, auf der anderen die Lockdownzeiten im eigenen Zimmer beschrieben.

Interessant, interessant, zuerst den 1952 in Saalfelden am steinernen Meer geborenen und jetzt wieder dort lebenden Übersetzer und Lektor des “Otto Müller Verlages” Ludwig Hartinger kennenzulernen, der offenbar Karin Peschka ins Publikum brachte und auch den Rudi, der neben mir gesessen ist, aber vielleicht ist der wegen den 1941 geborenen E. A. Richter gekommen, der einmal auf meinen Blog gestoßen ist und auch bei meinen Geburtstagfest gelesen hat.

Zwei interessante Dichter also und Ludwig Hartinger hat schon drei solche Tagebücher herausgebracht, das letzte vorgestellte heißt “leerzeichen” und da war vor allem das Gespräch interessant, denn der 1952 geborene, der sich auch als “Wortschmuggler” betrachtet, hat wirklich eine sehr poetische Sprache. Glatt und geschliffen, wie aus dem Lyriklexikon, könnte man so sagen und seine Gedichtzeilen scheinen beim Gehen entstanden zu sein. Das “Ich” und das autobiografische Erleben schaltet er dabei vollkommen aus.

Das ist zwar etwas, was ich nicht ganz nachvollziehen kann und auch nicht wirklich glaube. Der Dichter hat aber darauf bestanden und auch betont, daß in Trakls-Texten das Wort “Ich” nicht vorkommt, bei ihm offenbar schon, wie Michael Hammerschmid einwarf und E. A. Richters “Fernausdehnung” ist ab dem Dezember 2020 entstanden und offenbar der Pandemie geschuldet oder während Corona-Zeiten entstanden, etwas was mich ja auch sehr interessiert.

Da sitzt einer dichtend zu Hause und beschäftigt sich dabei mit Worten wie “Angstnoträume”, “Polizeierscheinungen” und “Querdenkereien”.

Dann ist er in eine Austellung gegangen und hat in acht Kapiteln aus acht Bildern einen Text geschrieben.

Die “Seestadt”, wo er wohnt, kommt vor und im Gespräch erwähnte er seine Beziehungen zu Leuten, die in fernen Kontinenten wohnen und daß es Personen gibt, denen er jeden Tag ein Mail schreibt.

So konnte man die pandemischen Zeiten offenbar auch benützen und seine Erfahrungen in und außerhalb der Lockdowns machen.

Sehr interessant dieses Lyrikfestival, von dem ich drei unterschiedliche Abende mitbekommen habe und mich trotz des gefüllten Büchertisches in nächster Zeit mit anderen, als mit lyrischen Texten bescäftigen, nämlich Ulirike Draesners dicken Roman, das ich auf meine Radfahrt mitnehmen werde.

Wochenende mit Doris Kloimstein und Ruth Aspöck

Die letzten Wochen waren ja sehr intensiv, so ist am zwanzigsten April mein Computer eingebrochen und seither blogge ich auf dem von Alfred und kann nicht in meine Texte hinein, kann meine Bücher nicht einordnen, keine Rechnungen schreiben und auch das Buch mit Peter Gstöttmaiers Texten mit denen ich mich ja beschäftigen soll, nicht lektorieren.

So stapeln sich am Harlander Schreibtisch schon Bücherberge und die Leipzig-Mitbringseln und am Donnerstag nach dem mein Computer nicht mehr ging, sind wir nach Krems zur “Literatur und Wein” gefahren.

Dann hat mir der Alfred seinen Computer zum Bloggen überlassen. Ich habe abgerechnet und wir sind nach Leipzig gefahren, wo es, da ja Österreich Gastland war, sehr intensiv zuging.

Zum Lesen bin ich in den letzten drei Wochen daher nicht viel gekommen, habe da gerade nur Angela Steidels “Aufklärung” ausgelesen und jetzt Carlo Emilio “Die grässliche Bescherung in der der Via Merulana”.

Vom Leipzip zurückgekehrt am ersten Mai habe ich dann einen Tag durchgearbeitet. Am dritten Mai gab es die “Dichterin feiert Dichterin Lesung” im Rathaus.

Dann begannen schon die Feiern zu “Fünfzig Jahren GAV” und die “Krit Lit”, wo ich sogar ein Stückchen aus meinen “Sozialen Kreditsystem” lesen konnte, gab es auch.

Dazwischen habe ich meinen Computer zurückbekommen, der gerade zwei oder drei Tage gehalten hat, bis er wieder seinen Geist aufgab. Jetzt soll ich einen Neuen bekommen und in der letzten Woche ist es wieder mit dem ganz normalen Literaturprogramm sprich “Alte Schmiede” mit dem Dichterloh-Festival”, der “Gesellschaft für Literatur” und dem Literaturhaus weitergegangen und da habe ich am Freitag nach dreizehn Jahren wieder beim “Tag der Freiheit des Wortes” den ich acht Jahre lang organisiert habe, gelesen.

Deshalb sind wir nach drei Wochen erst wieder am Samstag Vormittag nach Harland gefahren, dort die Anna und die Lia besucht, die gleich das Muttertagsgedicht, das sie im Kindergarten lernte, vorgesungen hat. Ich bin mit dem Rad auf den Markt gefahren, um dort Doris Kloimstein zu treffen, wie wir das ja regelmäßig tun, wenn wir am Wochenende in Harland sind.

Diesmal aber schon länger nicht, denn zu Ostern war sie nicht da oder ist es sich nicht ausgegangen. So habe ich ihr das “Flasar-Buch”, das ich ihr versprochen habe, erst jetzt geben können, sowie die Leseprobe von “Putin im Wartezimmer” und meine zwei letzten Bücher, die sie schon lange haben wollte. Und da beim Käsekrainer und Prosecco waren wir von der FPÖ “unzigelt, das heißt von vier Aktivisten in den blauen Jacken, die Bier tranken und “bärenstarke Gummibärchen” und “Heimat-Taler” zum Muttertag austeilten, die ich gleich fragen konnte, wie es jetzt mit der Covid-Aufarbeitung, die ja die schwarz-blaue NÖ-Regierung versprochen hat, ist?

“Leider schwierig!”, haben die mir geantwortet, denn da gibt es ja den Widerstand dagegen, habe ich mir aber ohnehin nicht wirklich erwartet, stattdessen für die kleine Lia ein “Muttertags-Ischler” gekauft, das sie ihrer Mama mit Gesang oder auch ohne überreichen konnte und dann nach Harland zurückgefahren.

Im Bücherschrank beim Bootshaus, wo ich jetzt immer Station mache, gab es eine Menge Kinderbücher und die kleine Lia ist dann auch gekommen, hat die Schokolade-Lade ausgeräumt und die alten Spielsachen von der Anna, die in der Küche von Alfred Großmutter lagern und ich war etwas blockiert und gehandicapt, weil eigentlich wollte ich ja mein Nachwort für das Gstöttmeier-Buch schreiben und als mir der Alfred den Ordner dann geöffnet hat, hatte ich keine Texte und keine Unterlagen und bin also mit der “Via Merulana” in die Badewanne gegangen.

Dort habe ich das Buch Sonntag früh ausgelesen, dann noch einmal die Anna und die Lia besucht, den “Muttertags-Muffin” von der Anna hatte ich schon zum Frühstück mit einem Glas Sekt Orange gegessen und dann sind wir nach Wien gefahren, denn der Alfred hatte Karten für die Kammerspiele, wo es die “Drei Groschenoper” gab, besorgt und die Ruth dazu eingeladen, weil die uns, um den Silvester auch ins Theater eingeladen hat.

Also ein intensives Wochenende mit meinen zwei literarischen Freundinnen, von der Doris Kloimstein, die ja ein engagiertes Pen-Mitglied ist zu der Ruth, die sich im GAV-Vorstand engagiert und die “Drei Groschenoper” ist auch ein Stück, das eigentlich genau in Zeiten wie diesen, wo man immer hört, daß sich die Leute die Butter auf das Brot nicht mehr leisten können, während vor einer Woche in London Millionen für die Krönung des Kings Charles, der mit einer goldenen Kutsche und einer großen Krone angefahren gab, ausgegeben wurden, denn in der Bettleroper geht es auch, um eine Krönung. Zwar um die der Queen Viktoria. Aber eine Dame mit rosa Kleid und rosa Hut, die freundlich in die szene winkte, ist da plöthzlich aufgetaucht und das Publikum schrie “Schau die Königin!”, war natürlich keine echte und eine Krönung hat auch nicht stattgefunden.

Aber ein sehr literarisches Wochenende mit meinen zwei literarischen Freundinnen und Wegbegleiterinnen. Jetzt erwarten mich noch drei intensive Praxistage und ein Literaturfestival Dann geht es zwei Wochen lang mit den Rad den Main entlang oder hinunter. Danach habe ich hoffentlich meinen neuen Computer und kann weiter meine Texte schreiben und meine Bücher fertig machen.

Aufklärung

Jetzt kommt Buch drei der Belletristikliste des Leipziger Buchpreises, ein Buch das nicht gewonnen hat, obwohl es, weil es in der Stadt Leipzig spielt, eigentlich gut gepasst hatte.

“Aufklärung” von Angela Steidele, die sich mit Luise Gottsched, der Gattin von Johann Christoph Gottsched, des großen Sprachforschers beschäftigt. Ein Buch, das im achtzehnten Jahrhundert spielt, also gut zu dem ersten Sachbuch “Christoph Martin Wieland” passt und das historische Verständnis vertiefen kann.

Erzählt wird das ganze von Dorothea Bach, der ältesten Tochter von Johann Sebastian, dem Thomaskantor und beginnt damit, daß die sich ärgert, daß Johann Christoph Gottsched, die Biografie seiner Frau falsch beschrieben hat.

Also erzählt sie selbst, auf sechshundert Seiten tut sie das und das, wie ist ein bißchen schwer zu verstehen, denn Dorothea Bach springt direkt in ihren Alltag.

Es beginnt im Zimmermannschen Cafe, wo sie die “Gottschedin” kennenlernte und die berühmte “Kaffeekantate” aufgeführt wird und da werden die Liedtexte zitiert und spannend ist auch der heutie Ton mit dem Angela Steidele ins achtzehnte Jahrhundert springt, werden da doch die Frauen Mme Gottschedin oder Jungfer Bachin genannt.

Man sieht, so geht es auch mit dem Gendern und offenbar war man schon im achtzehnten Jahrhundert so weit und spannend finde ich auch, daß es dabei einen Herrn Gugl gibt.

Bachs erste Frau ist gestorben, er ist mit Anna Magdalena, einer Sängerin, die nicht viel älter als Dorothea ist, die unverheiratet blieb, verheiratet und Dorothea ist eine Allroundfrau. Sie kocht, singt, macht Pfefferkuchen, pflanzt Kartoffeln. Kümmert sich um ihre jüngere Geschwister, ist auch bei Geburten dabei und dient der Mme Gottschedin, die offenbar einige Werke ihres Gatten mitgeschrieben hat, als Sekretärin und auf diese Art und Weise erzählt sie sich durch den Alltag des achtzehnten Jahrhunderts und da geht es auch um die Frage, ob Frauen studieren dürfen?

Es gibt die “vernünftigen Tadlerinnen” und dann den siebenjährigen Krieg und den König Friedrich, der die Leipziger in Bedrängnis bringt.

Vater Bach erblindet zuerst und stirbt später, was die Familie, um ihre Wohnung und ihre Einnahmen bringt und wir begegnen den großen Lessing und dem jungen Goethe, die in einen sehr kritischen Licht gesehen werden.

Wir steigen auch in die Musikwelt Bachs ein und lernen die Romane kennen, die damals geschrieben wurden.

Die Mme Zieglerin und Caroline Neuber, die berühmte Theaterindentantin und wenn man sich in dieser Zeit nicht gut auskennt, tut man sich beim Lesen etwas schwer oder läßt sich einfach in die Erzählung hineinfallen. Liest sich durch die damalige Speisekarte und durch die Aufklärer dieser Zeit, staunt über die gelehrten, emanzipierten Frauen, die es damals gab, obwohl das wahrscheinlich nur einer bestimmten Schicht vorbehalten war. Waren die meisten Frauen damals doch eher analphabetische Dienstmädchen oder Ehegattinnen, die im Kindbett starben.

Ich finde es aber spannend nach dem Wieland-Buch mich in die Welt Bachs, Gottscheds, Lessings, etcetera, einzulesen und fand den modernen Ton, den Angela Steidele, die schon öfter Biografien geschrieben hat, verwendet hat, spannend, obwohl höchstwahrscheinlich nicht alles genauso war, weil Angela Steidele ja den Blick des einundzwanzigsten Jahrhunderts in ihre Erzählung mischt.

Weil ich das Buch in Leipzig zu lesen angefangen habe, hätte ich es mir als Gewinnerbuch gewünscht und bin gespannt, was ich noch alles über diese Zeit lesen werde, während ich derzeit mit meiner Bücherliste weitermache und da stehen jetzt einige dicke Bücher auf der Liste und weil die Zeit in der ich es gelesen habe, veranstaltungstechnisch recht intensiv war, habe ich eineinhalb Wochen zum Lesen gebraucht.

Die “Freiheit des Wortes” ist “nicht genug”

Ruth Aspöck
Monika Gentner
Daniel Terkl

Der Tag zur “Freiheit des Wortes” zum Gedenken der Bücherverbrennung, die die Nazis am 10 Mai 1933 in Berlin veranstalteten, wurde von Josef Haslinger in der GAV eingeführt.

Das war damals eine Massenlesung im Hörsaal 1, des NIGs, an die fünfundzwanzig Autoren, die Größen der damaligen Zeit, haben da ihre Stimme gegen Rassismus erhoben und Gerhard Kofler, der Josef Haslinger als Generalsekretär folgte, hat die Veranstaltung still und heimlich ausklingen lassen wollen.

Das war auf einer Vollversammlung am Mondsee vielleicht oder an einen anderen Ort. Daran kann ich mich nicht mehr erinnern, nur, daß ich mich, weil mir die Lesung wichtig war und ich ja gerne lese, gemeldet habe, die Veranstaltung weiter zu organisieren.

Da hatte ich dann nicht mehr die ganz Großen, wie Robert Schindel, etcetera, bekommen. Ilse Kilic hat mir, glaube ich, auch abgesagt, weil ihr die Veranstaltung zu politisch war, was ich gar nicht so verstanden habe und Konstatin Kaiser hat sich aufgeregt und gemeint, daß das nur eine Veranstaltung für Exil Autoren sein könne.

2002 habe ich gelglaubt, daß Konstantin Kaiser sie organisieren würde. Hat er aber nicht. So hat es Rolf Schwendter ins Literaturhaus verlegt, wo ich dann von 2003 bis 2009 organisierte und da eigentlich ein Stammlesepublikum hatte.

2001 habe ich die Veranstaltung noch im NIG, im Hörsaal 1, abgehalten. Das hat aber nicht so ganz geklappt, weil da vorher eine Vorlesung drinnen war und man warten mußte, bis sie fertig war.

Hans Augustin
Gerhard Altmann
Renate Aichinger

Dann habe ich aber Schwierigkeiten mit dem Literaturhaus bekommen. De haben mir im Programm herumgestrichen und als die GAV sagte, man dürfe nur mehr eine Veranstaltung machen, habe ich mich dann für die “Mittleren” entschieden, die ich bis 2012 im Amerlinghaus veranstaltete, weil sie mich das im Lteraturhaus ja nicht machen ließen.

2010 ihat es dann die Petra Ganglbauer, im alten AKH glaube ich, organisert und mich zum Lesen eingeladen. Später hat es dann die Ilse Kilic organisiert und seit vier Jahren, glaube ich, die Monika Gentner.

Ich habe seither nicht mehr dort gelesen, war aber ein paar Mal im Publikum. Es gab auch immer ein Thema, das letzte Jahr war das glaube ich “Wir” und da hat mir Dietmar Füssel mschon vorher gesagt, daß er glaubt daß er ausgebuht wird, weil er ja Corona kritisch ist.

Das war dann auch so und heuer habe ich mich wieder gemeldet und wurde auch eingeladen. Das Thema war “nicht genug”. Ein sehr Algemeines, wo man ja alles unterbringen kann und ich habe mich gefragt was lese ich?

Kritische Texte habe ich ja genug, weil ich mich seit drei Jahren fast ausschließlich mit dem Corona- Thema beschäftige, das mir sehr am Herzen liegt und da habe ich eine oder sogar mehre “1984- Szenen” aus dem “Sozialen Kreditsystem” schon drei Mal gelesen.

Christoph Janacz
Janko Ferk
Sabine Dengscherz

Im September im “Werkl”, dann bei der “Poet-Night” und beim Osterspaziergang ebenso. Die Ruth hat mir aber geraten, etwas anderes zu lesen.

“Denn das kennen die Leute schon!”

So habe ich an das “Zitroneneis mit oder ohne Prosecco” aus dem “Corona-Texte Buch” oder aus dem “Die Uhren haben ihre Zeit verloren” gedacht. Als ich das aber am Montag vorbereiten wollte, habe ich gesehen, der Text ist auch zu lange und ich habe auch gefürchtet, daß er vielleicht nicht gut ankommt.

“Der Sommer in Wien” war auch nicht kürzer. Also bin ich beim “Sozialen Kreditsystem” geblieben, wo ich auch auf “Krit Lit” am Samstag den Beginn gelesen habe.

Monika Gentner hat zehn Kollegen zur Lesung und dem Thema eingeladen und die Ruth, die auch gelesen hat, hat zuerst ein paar Worte zum Tag der Bücherverbrennung erwähnt und dann das “Nicht genug” aus dem Leben einer Mutter erwähnt. Denn dann ist man das ja nicht, sondern entweder zu protective oder man lebt sein eigenes Leben und bekommt das auch vorgeworfen und Rente Aichinger, die ich schon von der St. Pöltner Sternlese-Diskussion kannte hat dann direkt daran angeschlossen.

Der Burgenländer Gerhard Altmann, ist dann glaube ich, in das Jahr 1989 und das paneuropäische Picknick zurückgegangen.

Marlen Schachinger
Klaus Prinz
Eva Jancak

Hans Augustin, der auch damals in St. Pölten war folgte und dann die mir bisher unbekannte Sabine mit einem Thementext “Nicht genug und zuviel gehen auf ein Bier. – “Zuviel rauchen und nicht genug lüften” etcetera, die kleinen Schwierigkeiten des Alltagsleben, während der Richter Janko Ferk, der bei mir ziemlich regelmäßig las und schon vierzig Bücher geschrieben hat, ein Langgedicht vorgetragen hat.

Christoph Jancacz las einige Texte aus seinen “Miniaturen”, die er erschreicken aktuell fand, obwohl sie vor zehn Jahren geschrieben wurden. Dann folgte ich mit meinen Corona-Text, den ich Dietmar Füssel widmete und nicht ausgebuht wurde. Es bestand auch kein Grund dazu, denn alles was in der Szene vorkommt, stimmt und ist nur ein bißchen zugespitzt, obwohl die Protagonisten aus dem berühmten Orwell-Roman entnommen waren.

Klaus Prinz der mir folgte, war mir ebenso unbekannt, während ich mit Marlen Schachinger schon öfter gelesen habe. Das war es dann und der Veranstaltungsaal überraschend voll, so daß sogar Zusatzsessel aufgestellt werden mußten.

Die Cornelia Stahl war da, die Angela und sogar der Andi Pianka, der es mit der GAV ja nicht so hält, ist gekommen und von der GAV der Jopa und die Astrid Nischkauer. Es war sehr schön und interessant, wir haben uns beim Wein unterhalten und sind dann noch in den Berlin Döner vis a vis dem offenen Bücherschrank gegangen, wo Monika Gentner einen Tisch bestellt hatte.