Der Frühling ist in den Bäumen

So jetzt ist es Schluß mit dem Krimireigen, der mich diesen Sommer durch Österreich, Italien und Frankreich begleitete und ich in den vier Büchern höchstwahrscheinlich die Variantenvielfalt dieses Genres hautnah beobachten konnte.

Denn Annemarie Mitterhofers “Magnolienmord” zitiert sich höchst aktuell durch die bräsanten Themen unserer Zeit und läßt Corona dabei aus, Erich Weidinger macht uns das schöne Salzkammergut schmackhaft und ist dabei sehr soft, was das Thema Gewalt betrifft, während Beppo Bayerl in einen realen Mordfall aus dem Wien des Jahres 1928 zurückführt und mir Philpp Gravenbach so richtig klarmachte was ein Thriller ist ,obwohl ich nicht alles verstanden habe.

Und das alles im schönen Frankreich, statt, wie geplant französische Bücher zu lesen, obwohl zu diesem Zeitpunkt sich meine Büchertasche schon mit einigen Originalsprachlichen gefüllt hat. Das wollte ich und habe ich nicht auf der Rückreise lesen und habe ich mich während unserer Reise mit Jana Revedins “Frühling in den Bäumen” etwas früher auf den Bodensee begeben, als wir in Wirklichkeit dort waren. Das Buch spielt aber ohnehin nicht im österreichischen Teil und außerdem hauptsächlich am ersten Mai 1953 zu einem Zeitpunkt also, als meine Mutter schon mit mir schwanger war und wer jetzt an den Maiaufmarschlich denkt, auf den sich damals höchstwahrschein mein Vater mit meiner damals elfjährigen inzwischen verstorbenen Schwester befand, irrt.

Denn davon ist überhaupt keine Rede, da die 1965 in Konstanz geborene Architektin Jana Revedin in dem Roman das Schicksal ihrer Mutter beschreibt, die, wie man am Klappentext und am Buchrücken lesen kann, die jüngste Assistentin Martin Heideggers war. Da Renina Dietrich aber erst vierundzwanzig ist, wird sie wahrscheinlich eher seine Dissertantin gewesen sein, denn 1953 ist sie schon von der Uni weg, sondern arbeitet im Verlag ihres Vaters und träumt davon, die erste deutsche Frauenzeitung namens “Lady” aufzubauen, denn sie will nach dem Krieg ein neues modernes Frauenbild aufbauen, also weg vom Mutterkreuz und der Küche.

Sie hat aber sehr gegen den Rat ihrer Eltern den Neffen Marlene Dietrichs geheiratet und der ist Doktor der Atomphysik. Man sieht also in welchen Kreisen das Buch spielt und es beginnt in einem Hotel am Bodensee. Denn da erwacht die junge Renina und merkt mit Entsetzen, daß sich im Bett zwar nicht ihr Mann, sondern zwei seiner Freunde befinden und der erklärt ihr dann, daß er sie aufwecken wollte und sie deshalb unter Drogen setzte, so daß er mit seinen Freunden mit ihr Gruppensex betreiben konnte.

Renina ist entsetzt und eröffnet ihn, daß sie ihn verlassen wird. Er droht ihr aber mit Gewalt. Sie hat aber das Glück, daß sich der Verlag ihrer Eltern auch am Bodensee befindet. So geht sie zu ihnen. Trifft vorher aber eine berühmte Frau, die aus der Emigration zurückgekehrt ist, ihr Vorbild, die sie ermuntert, sich zu wehren und mit ihrem Verlag weiterzumachen.

So geht es durch den Tag. Am Nachmittag reiten. Da trifft sie einen Freund, der vielleicht später der Vater der Autorin werden kännte geworden ist und am Abend gibt es einen Empfang in dem Hotel, wo ein kleines japanisches Wunderkind auftritt, sich die höchste Prominenz befindet, der gewalttätige Ehemann Renina aber zusammenschlägt, als sie ihm eröffnet, daß sie schon eine junge Anwältin gefunden hat, die sie unterstützen wird, so daß sie erst ein Monat später in einem Krankenhaus aus dem Koma aufwacht und dieses Ereignis gleich mit Champagner feiert, obwohl noch einige Untersuchungen anstehen.

Ein bißchen zu schön gefärbt, aber leicht zu lesen für die moderne oder auch noch konservative Frau, könnte man über das “Aufbau-Buch” unken. Es wird sicher seine Leser finden. Auf die deutsche Buchpreisliste, wie mir am Cap Ferret einfiel, ist es aber nicht gekommen.

Der achte Kreis

Der vierte Krimi ist ein Thriller, also etwas härtere Urlaubskost. Eine Buchagentur hat mir, glaube ich, das Ullstein-Buch” angeboten und da Philipp Gravenbach 1978 in St. Pölten geboren wurde, bin ich neugierig auf den Autor geboren, der bei “Morawa” im September, glaube ich, auch mehrere Krimis moderieren wird.

Der Autor ist Jurist, hat in Berlin gelebt und jetzt wieder in NÖ. Das Buch ist, wie ich dem Text entnehme, ein Debut, obwohl der Einstieg wieder ziemlich schwierig war und ich länger brauchte herauszufinden, worum es in dem Thriller geht.

Dafür ist es ziemlich gewalttätig. Die Toten fliegen um, wie die Schnecken könnte man in etwa sagen und es geht um eine junge Türkin, die der Mafia-Gewalt ihres Onkels abstören will. Dazu muß sie aber einige Gewalttaten und Anschläge ausführen und der Vatikan spielt in dem Buch auch eine gewaltige Rolle. Da gibt es einen Kardinal und einen anderen höheren Geistlichen, die im Namen Gottes, die Welt retten wie sie sagen oder eigentlich zerstören wollen.

Denn Ostern naht und da ist der Petersplatz und der Dom immer voll mit Gläubigen und so muß sich Ishikli wie die Heldin heißt, sehr anstrengen ihre Bomben so zu werfen, damit niemand verletzt wird.

Es gibt auch einen ehemaligen Journalisten, der in die Sache verwecikelt ist. Eine Polizeibeamtin, die irgendwann entlassen wurde und jetzt wieder einsteigt namens Julia Freudensprung und noch einige Polizisten, die in dem Fall mitmischen und am Ende des Buches rät Philiph Gravenbach den Lesern doch nach Rom zu reisen und sich die Orte des Geschehens persönlich anzusehen.

“Das ist grundsätzlich immer zu empfehlen!”, schreibt er in der Danksagung, der inzwischen an der Fortsetzung arbeitet und andeutet, daß der nächste Teil in Paris spielen wird, wohin man natürlich auch reisen kann.

Aber ich bin ja gerade erst von Frankreich zurückgekommen und eigentlich kein besonderer Thriller Fan.

Der Titel ist übrigens eine Anspielung auf die “Göttliche Komödie”, die auf Seite 239 zitiert wird.

Mord im Lainzer Tiergarten

Krimi drei, die mich diesen Sommer begleitet haben, ist eigentlich keiner, sondern die Beschreibung eines realen Mordes, den es in Wien im Jahr 1928 gegeben hat und den der 1955 in Wien geborene Beppo Beyerl fiktional aufgearbeitet hat. Dabei gleichzeitig die zeitgeschichtlichen Hintergründe erläutert und auf das “Gmeiner-Buch” bin ich bei der Sommerlesereihe im Cafe Prückl aufmerksam geworden, als dort Beppo Bepperl und Erika Kronabitter gelesen haben und ich weiß gar nicht genau woher ich Beppo Bayerl kenne und wo ich ihn kennengelernt habe?

Inzwischen ist er GAV-Mitglied. Er war aber auch, glaube ich, beim PEN un d ist sicher ein vielseitiges literarisches Talent, der das Klo und die Wege nach Triest beschrieben hat und als ich im Cafe Prückl erfahren habe, daß er einen Gmeiner-Krimi hat, war ich erstaunt und wollte ihn unbedingt lesen, weil ich ihm das eigentlich nicht zugetraut habe. Es ist aber, wie schon geschrieben, keiner. Aber doch eine gut recherchierte erzählende Geschichte und das übliche Gmeiner-Sätzchen, daß Personen und Handlung freierfunden oder zufällig sind, stimmt also gar nicht, wie der Autor im Nachwort auch genau beschreibt.

Denn den Mordfall hat es gegeben. Alles andere dürfte er erfunden oder zusammengestellt haben, wie er im Nachwort beschreibt. Die Namen der Personen hat er geändert oder erfunden und in die Handlung auch in seine Lieblingsstädte Triest, Wien und Südböhmen darin einbezogen.

Da wird also eine Frauenleiche im Lainzer Tiergarten gefunden und man weiß lange nicht. um wem es sich handelt. Erst der Zahnarzt kann Auskunft geben, daß es sich um eine Luzzy Pelzer handelt könnte und den ermittelnden Kriminalbeamten hat Beyerl, glaube ich, überhaupt erfunden. Es war aber auch wirklich eine Dreiecksgeschichte. Die Stelle, die Beyerl im Cafe Prückl gelesen hat, wo der Kaufmann Franzl Berger mit einer Alice Decker in den Lainzer Tiergarten essen geht. Passt vielleicht nicht ganz in die Handlung, denn die Leiche heißt ja Luzzy Pelzer und die ist aus einfachen Wiener Verhältnissen nach Triest gekommen, wo sie sich reich verheiratet hat. Nun aber Witwe ist und sich auch im Glücksspiel verschuldet hat. Dann lernt sie einen angeblichen Grafen kennen, den sie später heiratet und ein Pelz- und Schmuckschmuggel beginnt.

Was da dahinter steckt, habe ich auch nicht ganz verstanden. Die Drei leben aber gut davon. Dann wird Luzzy ermordet und der Inspektor ermittelt. Zuerst wird, wie offenbar in diesen Fällen üblich, der Ehemann verdächigt. Aber der hat ein Alibi, war nämlich mit einer anderen Frau im Bett. Also kommt der Kaufmann dran. Der wird angeklagt und schließlich freigesprochen. Verkraftet das alles aber nicht, sondern erhängt sich ein paar Tage später, was auch in der Realität geschah und weil der Kaufmann Jude war, haben die Nazi das Ganze auch noch entsprechend ausgeschlachtet. Das war aber ungefähr zehn Jahre später. Vorher fand der Generalstreik und der Mord von Schattendorf statt.

Spannend, spannend und auch, wie unterschiedlich Krimis sein können. Das hier ist eher die Dearstellung eines realen Falles und keine Serie, wie bei Erich Weidinger und Annemarie Mitterhofer und ich habe festsellen können, wie vielseitig Beppo Beyerl ist, dem ich einen so langen erzählenden Text eigentlich nicht zugetraut habe.

Schwarzlicht

Jetzt kommt ein etwas ungewöhnlicher Roman der argentinischen Autorin und Kunstkriterin Maria Gainza, den mir der “Wagenbach-Verlag” als Quartbuch schickte.

Ungewöhnlich weil es eigentlich keine wirkliche Handlung und Spannungsplot gibt. Da begibt sich die Ich-Erzählerin zu Beginn des Buches in ein Hotel ,um ihre Geschichte zu erzählen.

Sie hat sehr jung nach ihrem Studium in einer Bank in der Fälschungsabteilung zu arbeiten begonnen und ist dabei selbst in Fälscherkreise gekommen, beziehungsweise hat sie Enriequeta Macedo, die dort arbeitete, sie in diese Arbeit eingeführt, beziehungsweise ihr bekannt, daß sie selbst von Fälschungen lebt.

Die ist dann gestorben und die Erzähler begann in einer Zeitung als Kunstkritierin zu arbeiten, ist aber dann entlassen oder von einem jungen Kritiker verdrängt worden.

Inzwischen gab es Begegnungen mit einer Fälscherbande in einem Hotel und dann begann die Suche nach der Negra, der berühmten Fälscherin, die aber keiner kannte und von deren Werke es eigentlich auch keine Beweise gibt.

Das alles erzählt sie in dem Hotel, während der Concierge immer wieder kommt und sie drängt das Zimmer rechtzeitig zu verlassen. Die Zeitung zahlt nicht mehr und die Minibarkosten muß sie auch selber übernehmen.

So verläßt sie das Hotel ohne eigentlich fündig und der berühmten Frau auf die Spur gekommen zu sein und geht wieder zu ihrer Zeitung zurück, obwohl die Zeiten der Kunstkritiker längst vorbei sind.

Eine Parodie auf oder Kritkik an den Kunstbetrieb wahrscheinlich und sicherlich interessant eine neue Stimme der argentinischen Gegenwartsliteratur kennengelernt zu haben

Maria Gainza wurde 1975 in Buenons Aires geboren und hat auch den Roman “Lidschlag” herausgegeben.

Der Schlafwagendiener

Nun kommt wieder ein Buch aus dem “Wagenbach-Verlag”, das von Anette Wassermann bei dem Bloggertreff in Leipzig sehr empfohlen wurde.

“Der Schlafwagendiener” der 1967 geborenen kanadischen Autorin Suzette Mayr, die damit ein sehr ungewöhnliches Buch geschrieben hat, das eher als eine literarische Reportage zu bezeichnen ist, da die Romanhandlung fehlt.

Denn der schwarze Baxter, der gern Zahnarzt werden will, muß sich sein Studium erst als Schlafwagendiener verdienen. So reist er 1929, also vor fast hundert Jahren mit den reichen Weißen, die sich das leisten können, von Montreal nach Vancouver.

Hat die strengen Schlafwagengesellschaftsregel einzuhalten, putzt Schuhe, serviert Frühstücke und Drinks und kann sich selber mit seinen Kollegen nur die billigsten Speisen leisten und wenn er fünfzig Strafpunkte bekommen hat, weil sich die Passagieren über ihn beschweren, wird er entlassen und so gehen die Tage dahin.

Er bekommt unsittliche Angebote, tröstet ein kleines Mädchen dessen Mutter verstorben ist und von der Großmutter zu seinem Vater gebracht wird. Bekommt von einem berühmten Doktor einen Geldschein und ebenfalls ein unsittliches Angebot, darf sich aber nach den Schlafwagengesellschaftsregeln von ihm zu keinen Drink einladen lassen, dafür schenkt er dem kleinen Mädchen sein Lieblingsbuch und repitiert im Kopf die Zahnreihen, damit das Studium später besser geht. Einen blinden Passagier, der nichts ißt hat er auch im Zug und eine berühmte Schriftstellerin oder eine Passagierin, die gerne Seancen legt.

Interessant an dem Buch ist, daß hier die Geschichte von unten aufgerollt wird, Held ist der schwarze Baxter und die Passagiere, die er betreut eigentlich nur das Beiwerk, während das in anderen Büchern eher umgekehrt ist und äußerst spannend eine fiktionale Reportage aus dem Neunzehntenjahrhundert zu lesen und damit in die damaligen sozialen Umstände einzutauchen und mit Baxter mitzuleiden.

Seelensturm

Jetzt kommt der zweite “Gmeiner-Krimi”, den ich jetzt schon in Frankreich gelesen habe.

“Seelensgturm” des am Attersee aufgewachsenen Erich Weidinger, der im schönen Salzkammergut spielt. Wieder ein spannender Kontrast, das während eines Frankreich Urlaubs zu lesen und wieder, was vielleicht ein bißchen schlmmer ist, Teil X einer Serie und wenn man von dem Autor noch nie etwas gelesen hat, fällt es etwas schwer sich in die Handlung einzulassen.

Es geht um einen Polizisten namens Werner Adler, der irgendwie anders heißt oder seinen Namen geändert hat und der hat offenbar ein Trauma Leichen zu sehen. So fallen sie ihm immer vor die Füße, obwohl er zu Beginn des Buches, das in zwei Tagen spielt, eigentlich noch Urlaub hat und den oder den Rest davon, verbringt er mit einer Tante, einem Hund, dem Sohn seiner Freundin, die noch in Griechenland ist und einer anderen jungen Dame in Bad Ischl. Schauen sich da ein Sisi-Museum an, während an einem anderen Ort im schönen Salzkammergut, ein Rudi, das Lager eines Postbeamten durchsucht, weil ihm ist ein Poststück verloren gegangen und er verdächtigt nun den Briefträger, es einbehalten zu haben.

Was er im Keller findet ist ein fein aufgegliedertes Archiv aller entwendeten Poststücke. Pech nur, daß ihn der Briefträger entdeckt und ihn gleich zu erschlagen glaubt. Er glaubt es und schleppt die vermeintliche Leiche zum See ,um sie zu entsorgen.

Sehr sorgfältig macht er das. Pech nur dabei, daß er dabei einen Schuh verliert und selbst ins Wasser fällt. Der Polizist findet den echten und den vermeintliche n Toten und am nächsten Tag, einem Sonntag muß er auch noch das traditionelle Attersee-Schwimmen überwachen und da kommt auch ein Schwimmer um und es stellt sich heraus, es war wieder Mord. Der Neffe, ein Apotheker, wollte ihm heimdrehen und dabei auch noch die Tante mitnehmen, weil die das Grundstück was er haben wollte, nicht verkaufte und Detail am Rande, in der Konditorei am See trifft der Sohn der Freundin dann noch Heinz Janisch, der Recherchen für sein neues Buch macht, dem Kleines einer seiner Bücher schenkt und ihm auch noch erklärt, daß seine Krimis ohne Tote auskommen.

So ganz hat das Erich Weidinger nicht geschafft. Ich würde das Buch aber als Soft-Krimi bezeichnen, das wahrscheinlich eher auf das schöne Salzkammergut neugierig machen und das Österreich-Klischee aufrechterhalten will, statt Morde aufzuklären.

Beim übernächsten Krimi oder Thriller, den ich gelesen habe, wird das anders sein und ein bißchen verrückt ist es wahrscheinlich das Buch im Auto auf der Fahrt durch das schöne Frankreich oder auf einer Bank mit Meeresblck zu lesen. Aber so ist das nun mal im Leben einer Literaturbesessen. C ´est la vie, um das französisch zu formulieren.

Zu Maria Himmelfahrt nach Lourdes

Am fünfzehnten August, dem Feiertag, an dem meine 1915 geborene Mutter, ihren Geburtstag hatte, sind wir ja öfter unterwegs und dann ist es immer die Frage, ist dort, wo wir sind, ein Feiertag oder nicht?

In Litauen, wo wir das Thomas Mann-Häuschen besuchen wollten, interessanterweise schon. Dafür in Ansbach, wo wir vom Elsaß zurückgekommen sind, nicht. So haben wir dort noch Millch und Brot eingekauft. In Bern, wo wir vor einigen Jahren waren und ich mich über die damalige deutsche Longlist informieren und gleich eines der Bücher kaufen konnte, glaube ich auch nicht und ob das jetzt in Frankreich

so war, habe ich eigentlich nicht mitbekommen.

Denn da sind wir ja, gerade in Loron Ste. Marie angekommen, nach Lourdes gefahren und an diesen berühmten Wallfahrtsort ist wahrscheinlich immer etwas los und so hatten auch die Souveniershops und Restaurants offen.

Ich bin ja, wie ich auch immer schreibe, nicht katholisch und auch nicht gläubig und so hatte es für mich nur den touristischen Effekt sich das Ganze einmal anzusehen, wie wir das auch auf unerer Polen- und baltischen Staatenreise mit Tschenstochau getan haben. Ich habe aber das “Lied von Bernadette” gelesen, als ich 2014 durch meine Bücherschrankfunde sozusagen einen Werfel-Schwerpunkt hatte.

Lourdes also voll und vorher sind wir durch verschiedene französische Städtchen mit alten Häusern gefahren und Lourdes sehr voll. Sehr schwer einen Parkplatz zu bekommen, obwohl die interessanterweise gar nichts gekostet hatten und da fällt mir ein, daß der, wo wir dann doch einen Platz fanden, gratis war, weil Feiertag.

Also doch, sonst hätte ich das, wie schon geschrieben, nicht gemerkt und weiß auch gar nicht, ob mehr Touristen oder Pilger als sonst gekommen waren.

Aber die haben wir gesehen. Einige Nonnen, auch viele Kranke in Rollstühlen und besonderer Kleidung oderUniforemen. Viele Inforstände. Eine große Kirche und einen solchen Kreuzgang. Einen sehr großen, vergoldeten, wo die Pilger teilweise knieten oder auf Knien die Stiegen zu den Stationen hinaufkrochen.

Die Grotte haben wir geshen und es war sehr eindrucksvoll. Verstehen, daß man an das Wunder glaubt, kann ich zwar nicht wirklich, es ist aber psychologisch sicher zu erklären und Lourdes ist jetzt eine reiche Stadt, während es früher, vor dem Wunder oder der Erscheinung ja ein armes Städtchen war und auf der Rückfahrt sind wir noch einmal vor einer Kirche stehen geblieben und sind einen etwas verfallenren, aber eigentlich schöneren Kreuzgang hinaufgegangen, während unter am idyllischen Flüßchen die Kanufahrer vorüberfuhren.

Also sehr beeindruckend den Marienfeiertag auf einer Wallfahrtstädte zu verbringen und gut gegessen haben wir auch.

Wiener Magnolienmord

Auf die Frankreichreise habe ich mir ja, statt, wie eigentlich geplant, “Frankreich-Bücher” zvier Krimis mitgenommen. Denn die Agentur der Barbara Brunner versorgt mich jett statt mit den “K&S, wie bisher, mit Gmeiner-Bücher und so habe ich auf unserer Fahrt durch Italien mit dem “Wiener Magnolienmord” begonnen.

Sehr originell, während, um mich herum, die Badelustigen an den Strand liefen, sich mit dem zweiten Wiener Gemeindebezirk zu beschäftigen. Aber Krimis sind nicht nur spannend, sondern passen wahrscheinlich auch gut in den Urlaub und ich lese sie ja, obwohl ich eigentlich keine Morde beschreiben will, sehr gern.

Also der zweite Roman, der in Tirol aufgewachsenen Annemarie Mitterhofer, deren Debut “Wiener Rosenmord”, das an mir vorbeigegangen ist, geheißen hat. Also hat sie es mit den Blumen und den “Magnolienmord” habe ich schon bei “Schubert” in der Wiener Straße liegen sehen.

Es ging also in Italien nach Wien und besonders leicht bin ich, wahrscheinlich situationsbedingt, in das Buch nicht hineingekommen.

Auch deshalb wahrscheinlich, da man Vorkenntnisse haben mußte, um das Personeninventar wirklich zu verstehen. Es geht aber, um eine etwas ungewöhnliche Polizistin und die geht zu Beginn des Buches auf eine Vernissage. Denn sie hat in einer Volkshochschule an einem Workshop teilgenommen, wo man Köpfe collagieren mußte und die werden nun ausgestellt.

Sie hat sich auch in den Künstler verliebt und auf der Vernissage rollen gleich die Köpfe. Nämlich der einer Alternativschullehrerin und das finde ich auch sehr interessant. Denn die Anna ist ja auch in eine Alternativschule gegangen.

Aber die von Annemarie Mitterhofer beschriebene, ist etwas elitärer. Die reichen Russen, die alles aufkaufen, geben ihre Kinder hin und um die “Magnolienschule” gibt es auch Streit, denn der Grund wurde vom Besitzer nicht nur der Lehrerin, sondern auch einem Künstler vererbt und die streiten sich nun darum und so gibt es schon einmal viele Verdächtige.

Leider ist auch der Liebste der Polizistin, die viel trinkt und sich dann nichts mehr erinnern kann, dabei und so muß sie den Fall abgeben und sich stattdessen mit Selbstmorden beschäftigen.

Aber die waren natürlich auch nur vermeintlich und führen zum Fall zurück. Denn eine alte krebskranke Frau hat sich umgebracht und auch noch einen Abschiedsbrief geschrieben. Aber leider ist sie, beziehungsweise ihr Schwiegersohn auch in dem Fall verwickelt und so habe ich wieder einen sehr engagierten Krimi gelesen und interessant ist auch Annemarie Mitterhofers Stil, der sich, glaube ich, sehr an Wolf Haas angelehnt hat.

So gibt es vor jeden Kapitel eine Einleitung, die sich mit den gesellschaftliche Zuständen beschäftigt. Die Frauenfrage wird erwähnt, die Umwelt und die Zuwanderung, Corona natürlich nicht und auch ziemlich philosopbisch ist, bevor es in die Handlung und in die Spannung geht und ich habe wieder eine neue Autorin kennengelernt.

Interessant, interessant, Krimis zu lesen, auch wenn mir die Lisa das nicht glaubte. Ich habe mir aber noch zwei “Gmeiner-Krimis” auf die Reise mitgenommen und die waren das auch.

Mittsommertage

Jetzt kommt, während wir auf den Weg nach Frankreich sind, ein höchst aktuelles Bufch, Ulrich Woelks “Mittsommertage”, ein Sommerbuch also, da habe ich in diesen Sommer ohnehin nur recht wenige und ungeplant gelesen. Es ist ja Anfang oder fast Mitte August. Also passt es ausgezeichnet und dann wieder nicht. Denn es ist eigentlich ein politisches Buch und noch dazu ein höchst aktuelles. Eines, wo man nocnh PCR-Tests machen muß, wenn man in den Reichstag oder in ein Pflegeheim muß. Eines, wo sich die Klieberkleber auf die Straßen kleben und die Sommer vierzig Grad haben.

Also eines, das im vorigen Jahr, wo das alles so war, geschrieben wurde und es stammt von dem 1969 in Bonn geborenen Ulrich Woelk, von dem ich schon sein Buchpreisbuch und vor zwei Jahren, glaube ich, im Zelt, das wir in den höchst Corona-Zeiten vor Ruths Sommeraufenthalt unter einem Baum parkten, las und ich wundere mich oder frage mich ein bißchen, wie das Buch aufgenommen werden wird?

Höre ich doch immer Bücher, wo Corona ,vorkommt werden eher bekrittelt, obwohl dieses ja nicht kritisch ist, sondern die Zustände von 2022 nur erwähnt. Also höchst realistisch ist, aber das gilt ja eigentlich nicht für Literatur, wo man alles verfremden muß, um, als das zu gelten. Aber mir hat es gefallen. Wahrscheinlich weil es auch ein bißchen kitschig ist und ich ebenfalls höchst realistisch schreibe.

Also, es geht um eine Sommerwoche eines Mittelschichtpaar in Berlin und erzählt den Alltag einer Ethikprofessorin, Ruth Lember genannt, das in einer Kathastrophe endet. Also ein bißchen übertrieben ist, weil zu viel auf einmal passiert. Aber den realistischen Alltag des Sommers 2022 sehr realistisch erzählt. Am Schluß steht ,natürlich alles nur erfunden. Die Realität aber bleibt. Auch wenn man in Österreich und Deutschland, wie Studien zeigen, wahrscheinlich mehr an den Teuerungen, die nicht erwähnt werden, also an der Klimakrise interessiert ist.

Da gibt es also Ruth Lember, eine fünfundfünzigjährige Ethikprofessorin, die in den Ethikrat einberufen wird. Also am Höhepunkt ihrer Karriere steht. Sie hat einen Mann namens Ben, der gerade einen Architekturwettbeweb gewinnt und eine Ziehtochter, die eigentlich, die Stieftochter, nämlich die Tochter Bens ist, aber da wird, wahrscheinlich, weil das zu konventionell ist, die altmodische Bezeichnung gewählt und, wie das bei den Karrierfrauen so ist, geht sie am Montag morgen bevor sie in die Uni aufbricht joggen. Da wird sie von einem Hund gebissen und die Katastrophe, bis alles in den Scherben liegt, aber Ruth natürlich weiterkämpfen wird, beginnt.

Die Hundehalterin entschuldigt sich. Ruth zeigt nicht an, sondern geht in ihre Vorlesung, wo sie die Philosophie mit dem Klima verbindet und fragt, ob Tiere eine Seele haben? Was sie dabei stört ist ein älterer Herr mit Maske im Hintergrund, der sie offenbar stalkt. Den trifft sie dann in der U-Bahn wieder. Die Wunde schwillt an. Sie geht erst am Abend in die Notaufnahme. Muß da drei Stunden warten und wenn man ein Notfall ist, muß man erst durch Schummeln und Übertreibung auf sich aufmerksam machen. Auch das ist wahrscheinlich die Realistät von 2022-23 und die Folgen der Corona-Krise.

Ben gewinnt den Wettbewerb, Ruth geht in sein Büro und wird dabei auf seine jüngere <kollegin eifersüchtig. Aber zu ihr kommt inzwischen der Unbekannte ins Sprechzimmer. Es ist Stav oder Gustav, ein früherer Liebhaber oder Mitumweltaktivist. Denn vor dreißig Jahren, als Ruth noch studierte, hat sie sich auch politisch engagiert und mit Stav einen Strommast durchgeschnitten, wobei ein Reh ums Leben kam.

Man sieht die Metaphern. Der Proifi hat das alles offenbar perfekt durchgeplant und Stav hat eine Schachtel, wo Briefe und Bekennerschreiben drin liegen. Was soll er damit tun und soll sie sie verbrennen? Ist das ethisch, wenn sie mit dieser Vergangnheit in den Ethikrat geht? Sie geht vorläufig in sein Hotel, holt das Kuvert und erleidet dabei einen Schwächeanfall, so daß sie am Donnerstag oder Freitag im Krankenhaus aufwacht. Da wirds vielleicht schon ein wenig kitschig. Ben kommt und holt sie ab. Sieht Stav wird eifersüchtig. Sie muß ihm die Jugendsünde beichten. Sie kehren in ihr Haus zurück, wo sich die Ziehtochter, die in Leiphzig Kommunikation studiert, angemeldet hat. Sie erzählt von den Klimaklebern und davon, daß sie mitmachen will.

Ben will das nicht und fordert Ruth auf Jenny von ihrer Vergangenheit zu erzählen. Die ist begeistert. Dann sind wir schon beim Samstag, wo Ruth ihren Vater im Plegeheim besucht. Auf der Autobahn oder Straße kommt sie in einen Stau und wird auch von einem Kollegen angerufen, der sie fragt “Warum hast du das ins Internet gestellt?”

Es war aber die liebe Jenny, die sich damit wichtig machte. Der Shitstorm braust los und Ruth fährt in das Auto vor ihr, bekommt damit auch Schwierigkeiten mit der Polizei, denn man darf ja nicht mehr im Auto telwfonieren. Ein freundlicher Autofahrer nimmt sie mit, nachdem ihr Leihauto abgeschleppt wurde und sie geht zu Ben ins Büro. Aber der ist nicht da, schreibt aber etwas später, er wäre noch dort und wird erst spät nach Hause kommen.

Das tut er dann auch. Es kommt zu Streit. Sein geliebtes Kindergartenmodell, wo er den ersten Preis gewonnen hat, geht dabei in Fetzen und er gesteht ein Verhältnis mit der jungen Architektin. Es kommt aber noch ärger. Jenny ruft an. Sie ist bei einer Sprayaktion festgenommen worden und als Ruth ihre Mails durchsieht, sieht sie die Kathastrophen. Sie wird von der Uni freigestellt. Der Ethikrat muß auch beraten. Nur ein Student bedankt sich und will bei ihr seine Diss schreiben und als sie am nächsten Morgen spazieren geht, kommt ein kleiner Hund, setzt sich auf ihren Schoß und verschwindet wieder, damit das Leben weitergeht.

Kitschig natürlich aber äußerst spannend und die Realität, nur etwas übertrieben erzählt. Übertrieben sind wahrscheinlich nicht Ereignisse, sonder die zu gehäufte Darstellung und ich bin gespannt auf die Reaktionen des Feulletons und natürlich auch, ob das Buch auf die deutsche Buchpreisliste kommt.? Ich würde mir das wünschen, glaube es aber aus den oben genannten Gründen nicht.

Ein gemütlicher Abend

Hier wieder ein Eja Augustin Artikel, ein Versuch mein literarisches Leben in literarischer Form mit einem literarischen Alter Ego aufzuarbeiten und damit Gedankensplitter, Ideen und Alltagsereignisse wiederzugeben. Einen davon, der ein bißchen von den O-Tönen inspiriert war, gibt es ja schon, ein paar weitere was das die Buchpreise, die Buchmessen oder was immer betrifft, kann es vielleicht noch geben.

“Es war für einen achten August ziemlich kalt, als Eja Augustin ihre Wohnung verließ, denn es hatte am Wochenende ziemlich geregnet. In der Steiermark und in Kärnten hatte es katastrophale Überschwemmungen und Überflutungen gegeben. Sie war auf ihren Sonntagssapziergang auf die Rudulfshöhe und beim Radfahren auf den Markt sehr naß geworden. Jetzt war sie auf den Weg zu einer literarischen Veranstaltung und freute sich darauf, denn sie war als erfolgsfrei Schreibende eine literarisch interessierte Person.

Bevor sie aber das Gasthaus, in dem die Lesung stattfinden würde, kam sie an einem der offenen Bücherschränke voerbei, für den sie immer einen Plastiksack in ihrer Handtasche trug, da sie, obwohl in ihren Regalen schon mehrere tausend Bücher warteten, immer alles Interessante und es interessierte sie sehr viel, einzupacken pflegte.

Der Bücherschrank war, als sie ihn erreichte, erstaunlich belebt. Eine Frau räumte gerade einen Stoß in den ohnehin sehr vollen Schrank hinein. Auf der anderen Seite sortierte ein Paar den Inhalt und Eja bemerkte einen Stoß Kinderbücher, die von einem Drachen, aber auch, was sie besonders lustig fand von einer Petrolllea Apfelmus handelte. Ein Fund also für sie oder besser geschrieben, für die kleine Enkeltochter, für die, sie ihren Sack von dem Vorrat, der größer war, als sie einpacken konnte, füllte.

“Nicht so viel den Kindern auf einmal geben, damit werden sie nur verwöhnt!”, sollte ein Stammlesetheaterbesucher später zu ihr sagen und die Psychologin in ihr konnte nur antworten, daß das auch die Konzentration verringerte. Aber Loslassen war ja etwas, das sehr schwierig ist und die Mutter konnte ja aussortieren und das nicht gebrauchte, wieder zu den Bücherzellen zurücktragen, die es auch in ihrer Umgebung gab und ein Buch über eine Petrolella Apfelmus klang sehr lieb und etwas Zweisprachiges in ungarischer Übrsetzung gab es aucn.

Also eingepackt und später am Gasthaustisch Platz genommen. Einen gespritzten Ribelwein bestellt. Eine Spezialität, die es wahrscheinlich nur in dem etwas altmodischen Gasthaus gab und das Buch, das sie in ihrem Rucksack hatte, herausgenommen, um bis zum Beginn der Veranstaltung darin zu lesen. Die schon anwesenden Veranstalter begrüßen und einer eleganten alten Dame zu nicken, die wissen wollte, ob sie an ihrem Tisch Platz nehmen dürfe?

“Natürlich, selbstverständlich!”

Drei Pätze waren ja noch frei oder doch nur zwei, denn auf einen hatte ein, wie sich später herausstellen sollte, Musik- und Mathematikstudent mit lockigen brauen Haaren schon sein Limonadeglas abgestellt.

“Vielen Dank!”, bedankte sich die ältere Dame und erklärte den Studenten, daß es ihr trotz ihrer fünfundsiebzig Jahre sehr gut gehe und sie ihr Leben genießen würde. Das Leben genießen und deshalb nichts von Tod und Krankheiten, die eine in diesen Alter betreffen könne, nichts wissen wollen. Stattdessen umarmen, küssen und den Bekannten zunicken, denn der Veranstaltungssaal hatte sich inzwischen gefüllt.

Ein Schmalzbrot bestellen, obwohl sie eigentlich am Abend nicht viel aß, aber ihr Nachbar hatte ihren Gusta darauf geweckt und dann ging es schon los mit der Veranstaltung mit den “Katertotenlieder”, der “Unmöglichkeiten zu telefonieren” und den “Theorien der Subkultur”, denn damit hatte sich der inzwischen vor zehn Jahre verstorbeneä, dem die Veranstaltung gewidmet war, beschftigt und sie hatte ihn auch sehr gut gekannt. Hatte mit ihm mehrmals auf den Volksstimmefest gelesen, bei den “Poet-Nächten” oder war mit ihm am Ostermontag durch Wien spazieren gegangen um an literarischen Orten Lesungen zu veranstalten und den dort gelebt habenden zu gedenken. Er hatte auch für kurze Zeit eine inoffizielle Gedenktafel am Donaukanal gehabt.

Jetzt lasen die Veranstaltungen im Chor seine Texte vor. Eja biß in ihr Schmalzbrot und nickte der alten Damit zu, die ihr guten Appetit und gute Unterhaltung wünschte.”