Empusion

Und nun zum neuen Buch der Nobelpreisträgerin von 2018, der 1962 geborenen Olga Tokarczuk,, von der ich glaube ich, das erste Mal etwas hörte, als 2000 Polen das Gastland in Frankfurt war und wir dort waren.

Irgendwann hat ein Buch von ihr in der Abverkaufkiste beim “Morawa” gelegen, da es aber, glaube ich ,mehr als drei Euro kostete, habe ich es liegen gelassen.

Später habe ich ein paar Bücher von ihr im Schrank gefunden und den “Gesang der Fledermäuse” gelesen, nachdem sie den “Nobelpreis” bekommen hatte. Das war dann 2019, denn da gab es ja zwei Preisträger, die verkündet wurden und da waren wir auch bei der Buch-Basel, wo sie lesen hätte sollen, aber wie Herta Müller, die in Basel war, nicht gekommen ist.

Jetzt das neue Buch und da war ich wegen des unverständliceh Titel ein wenig abgeschreckt und habe erst beim Lesen erfahren, daß es eine Antwort auf Thomas Manns “Zauberberg” ist oder auch nicht, denn es ist, wie als Unterttitel steht “eine natur (un)heilkundliche Schauergeschichte” und schlägt man den dreihundertsechzig Seiten Roman auf, sieht man zuerst schöne Bilder von dem schlesischen Kurort Görbersdorf, der heute Sokolowsko heißt. Briefmarken aus dem Jahr 2013 oder so, wo das Buch spielt, gibt es auch zu sehen, denn da wird der Student Mieczyslaw Wojnicz aus Lemberg geschickt, weil er an Tuberkulose leidet und steigt dort, weil er wenig Geld hat, in einem Gästehaus ab, das von einem Herrn Opitz geführt wird. Dort lernt er drei Herren kennen, den schwer kranken Thilo aus Berlin, den Herrn Frommer, den Herrn August und den Herrn Lukas, das sind Thelogen, Atheisten, Schriftsteller, etceterta, mit denen am Abend bei einem Gäschen Schwärmerei philosophiert wird.

Am Tag geht es ins Kurhaus zu Dr. Semperweiß, das ist seltsamerweise ein Psychoanlytiker und kein Lungenspezialist und der mokiert sich, daß sich Mieczyslaw nicht ausziehen will.

Also ein seltsam schamhaftes Bürchchen, das auch von der Frau Opitz oder ihren Unterröcken irritiert wird, denn am nächsten tag findet er sie tot auf dem Küchentisch liegen. Sie hat sich erhängt, sagt Herr Opitz und die anderen munkeln, er hätte sie schlecht behandelt oder gar umgebracht.

Vom Dachboden her klingen seltsame Geräusche, das Gurren von Tauben oder anderen Getier und es wird ihm auch erzählt, daß in dem Örtchen jeden November Leute in Stücke gerissen werden.

Sonst rät Dr. Semperweiß zu Spaziergängen und guten Essen. Das macht Herr Optz auch mit seinen Schäfchen. Hr gibt es offenbar einen Rechenfehler der Autorin oder gehört das zu der Schauergeschichte?

Die Herren philosophieren jedenfalls sehr oft und viel von der “Minderwertigkeit des Weibes” und bei den “Notizen der Autorin” findet man den Herrn Weininger zitert. Se besuchen die “Tuntschis”, das sind gebastelte Figuren an denen sich die Köhler und Hrten offenbar befriedigen und Wieszyslaw zieht sich immer öfter in das Zimmer der Toten am Dachboden zurück.

Am Schluß stellt sich heraus, er ist als das nächste Opfer auserkoren oder eigentlich nicht, denn das hätte Thilo sein sollen. Er stirbt nur vorher und so kommt es zu einem wahren Horrorszenario, Mieszyslaw, dessen Mutter früh gestorben ist und dessen Vater und Onkel ihn zum Frauenhasser erzogen und von Arzt zu Arzt schleppen, entkommt und erkennt seine Nonbinärität. So geht er, nachdem er einen Schuh verloren hat und am Bein verletzt wurde, schließlich noch einmal in das Zimmer der toten Klara Opitz, zieht ihre Keider an, entnimmt ihren Paß und entschwindet als sie, in die Zukunft, die, wie wir wissen, keine allzu rosige sein wird.

Ich habe den “Zauberberg” wie ich schon geschrieben habe, als Studentin gelesen und kann mich da nur mehr an den Herrn Settembrini, dem Schriftsteller erinnern, dessen Roman in seinen Zimmer lag, das von der Haushälterin, verächtlich “interessant” genannt wurde und der Hans Castorp hat sich, glaube ich, deshalb nach Davos zurückgeogen, um den ersten Weltkrieg zu entgehen. Zumindest bleibt er sieben Jhre dort.

Hier ist es anders und ich muß gleich sagen, das Buch hat mir sehr gefallen, obwohl ich Anfangs nicht ganz sicher war, ob es für eine Nobelpreisträgerin nicht vielleicht zu flach oder sogar zu kitschig wäre?

Ist es wahrscheinlich nicht, sondern eine hintergründige Abarbeitung mit den Krisen unserer Zeit mit der Klimakatastrophe oder ob man köstliches Gulasch essen soll, wenn man erfährt, daß die Kaninchen mit einem Schuß vorher so erschreckt wurden, daß sie an einem Herzinfark starben, so daß ihr Herz besonders blutig wurde und die jetzt so aktuelle Genderfrage oder die wieviel Geschlechter es nun gibt, wurde in eine Schauergeschichte gepackt, sehr listig und hintergründig verarbeitet.

Was der Herr Weininer und seine seltsame Ansichten über die Frauen des neunzehnten Jahrhunderts damit zu tun hat, habe ich nicht verstanden, denn es ist, obwohl es in einem schlesischen Kurort des Jahres 1913 spielt ein sehr aktuelles Buch.

Und um nicht zu vergessen, das Buch hat mich zweimal an Raphaela Edelbauer erinnert. Erstens an ihr “Flüssiges Land” und dann auch an die “Imkommensurablen”, das ja auch einen eher unverständlichen Titel hat und sich auf die vor erste Weltkriegzeit bezieht.

Ein Abend bei den Grünen

Ich bin, wie kürzlich geschrieben, keine Grüne, obwohl mir diese Partei immer sehr sympathisch war und das vielleicht in Teilen auch noch ist, weil ich sie immer für links und fortschrittlich gehalten habe und Umweltschutz ist ja ein wichtiges Anliegen. Ich habe sie ein paarmal gewählt, nicht sehr oft, bin immer wieder von der KPÖ dorthin zurückgegangen und 2019 das letzte Mal.

Dan kam Coronar und für mich war das eigentlich keine Frage, daß ich mich da mit den Grünen bei den Demos wiederfinde, weil da ja sehr enegisch mit Polizeigewalt, Erpressungsmethoden und Angstmache über die Freiheitsrechte drübergefahren wurde, was wie sich jetzt ja, wenn man es sehen will herausgestellt hat überzogen und unnötig war.

Aber die Grünen waren und sind ja in der Regierung und der erste Gesundheitsminister Rudi Anschober war und ist mir vielleicht noch sehr sympathisch.Ich war da mit ihm im September 2020 während der Wien Wahl auch bei einer Veranstaltung. Der Alfred hat sich ja in dieser Zeit, wo er in Pension gegangen ist, sehr für den Wahlkampf engagiert und hat, wenn man ihn gelassen hat, fast täglich Wahlzettel verteilt.

Gelassen hat man ihn nicht immer, weil da die Grünen schon mit Maske und diesem Schild, das damals noch erlaubt war, im Freien aufgetreten sind. Dann haben sie sich aber dem Druck und der Dränge angeschlossen, für die Impfpflicht gestimmt, was vor allem den Alfred teilweise sehr depressiv und verzweifelt machte.

Mch nicht so sehr, denn ich habe mir ja, glaube ich, schon in der Wahlzelle, weil ich ja den Kanzler oder Minister Kickl verhindern wollte, das werde ich bereuren, gedacht. Daß das dann so sehr passierte und, daß sie so schnell umkippten, habe ich nicht erwartet, obwohl mir der Vizekanzler Werner Kogler immer noch recht sympathisch ist. Ein lockerer Typ, der sich beim McDonald`s beim Hamburgeressen erwischen ließ, warum eigentlich nicht, ich gehe auch öfter dorthin und zwei Tage vor Einfünhrung der Maskenpflicht in einem Supermarkt ohne gefilmt wurde.

Er geht auch in das Wirtshaus in das sich der Alfred immer die Fußballspiele anschaut und hat ihn dort schon zum Bier eingeladen und im März 2022 in der Omikronhochzeit und der der geltenden Impfpflicht hat es eine “Werner-Tour” gegeben, wo der Alfred hingehen wollte.

Damals mußte man sich dafür testen lassen, was sein Pech oder auch Glück war, weil er sich ein paar Tage vorher den Virus holte und daher danach gesesen, so daß er weiter ins Wirtshaus gehen konnte und jetzt in Vorwahlkampfzeiten, wie man munkeln könnte, gab es das wieder.

Eine “Werner- Tour”, wo man seine Fragen an den Vizekanzler stellen konnte und ich denke die Grünen muüssen auch aufpassen, daß sie bei der nächsten Wahl nicht zu viele, nämlich die unzufriedenen Wähler verlieren. Deshalb reden sie auch mit dem Alfred und ich dachte, gehe ich hin, höre mir ihre Meinung an und verabschiede mich dann wahrscheinlich oder drücke meinen Unmut aus.

Die Veranstaltung gibt es in Wien, Graz, Linz, eine Österreich-Tour also und in Wien fand sie im Völkerkundemuseum statt,, wo zuerst der glaube ich, eher viel redende Werner zwanzig Minuten mit Wecker geredet hat und die Erfolge der Grünen erklärte.

Der Alfred meint, sie setzen sich zuwenig bei der ÖVp durch und haben sich zusehr angepasst. Dann konnte man Fragen stellen und die betrafen dann auch die Teuerung. Eine Frau erklärte, wie schwer es sich in Zeiten, wie diesen leben läßt. Ein Herr drückte seine Grün-Begeisterung in etwas deftigeren Worten aus und wurde von der Moderatorin prompt ermahnt oder zurückgepfiffen und das ist auch etwas, wo sich meine Einstellung gegenüber der Grünen in letzter Zeit geändert hat, hört man doch vom deutschen Uli ,oder auf deutschen Blogs ständig sie wären eine Verbotspartei, was ich zuerst nicht so ernst genommen habe.

Aber dann wird diskutiert, ob man nicht Konzerte verbieten soll, weil es da Übergriffe gegen Frauen gab? Da denke ich, der der dort nicht hingehen will, soll zu Hause bleiben und die Frauen besuchen vielleicht einen Selbstverteidigungskurzs oder nehmen einen Pfefferspray mit und, daß die Grünen auch für die Waffenlieferungen in die Ukraine sind und der Herr Bundespräsident angeblich, die,die das nicht wollen “Staatsfeinde oder Kollaborateure” nannte. Aber vielleicht hat er damit nicht Leute wie mich, sondern die Rechten gemeint.

Ein Video, wo Werner Kogler von “Schwurblern und Staatsfeinden!” spricht und dabei offenbar die meint, die auf den Demos waren, habe ich auch öfter gesehen und ob man jetzt das Rauchen auf Spielplätzen verbieten muß oderLeuten das Auto wegnehmen wenn sie zu schnell fahren, ist eigentlich auch nicht meine und dann fällt mir auch gleich der Berg von Plastikmüll ein, die die ständige Testpflicht und das Essen aus dem Restaurant holen, während der Lockdowns erzeugte.

Es gab auch Forderungen sich mehr für die Bildung einzusetzen, was ja ein hehres Ziel ist und was man von den Klimaklebern hält, wurde auch gefragt. Ein Herr hat sich beschwert, daß er nicht zu Wort kam und die Moderatorin hat sich streng an die Quote gehalten und die Frauen aufgeforderzt auch was zu sagen oder die eher vorgezogen.

Die Unzufriedenheit bezüglich der Impfpflicht hat sich am Schuß auch gezeigt und da hat Werner Kogler behauptet, daß es ohne ihn eine allgemeine Ausgangsperre gegeben hätte. So hat man wenigstens spazieren gehen dürfen. Leute aber drei Jahre vom Spazierengehen abzuhalten und sie stattdessen mit Chips und Bier wahrscheinlich depressiv werdend vor den Fernseher zu zwingen, hätte vielleicht mehr Tote durchHerzinfrarkt oder Selbstmorde, als an Corona Gestorbene erzeugt?

Dann ging es in den Garten, der sehr schön ist, das Wetter war es auch. Es gab Getränke und Brötchen und diesmal waren auch welche mit Schinken dabei und Gespräche.

Da habe ich ja Werner Kogler meinen Unmut im kleinen Kreis ausdrücken, beziehungsweise ihn korrigieren wollen, als er von den Schreckfotos von Bergamo sprach, denn die waren, hat sich herausgestellt, zumindestens teilweise nicht ganz richtig, älter oder von anderen Orten stammend, etcetera.

Das haben zwei Herren gehört, die mich dann angesprochen und von mir eine Virusdefinition haben wollte, beziehungsweise mir erklärten, wie wichtig die Maskenpficht in der Straßenbahn war.

Für mich nicht, denn ich bin ja drei jahre zu Fuß gegangen und das hat, vor allem im letzten Jahr, meine Kondiotion wieder etwas gestärkt und die Logik, die der Wiener Weg hatte, wenn man in Innsbruck in den Zug stieg, sich an der Stadtgrenze, die Maske aufsetzte und sie dann im Theater oder bei der “Buch Wien” wieder abnahm, muß mr auch einer erst erklären!

Ich habe meinen Unmut dann doch an den Vizekanzler, der ihn angehört hat, anbringen können und mich auch mit seiner Pressesprecherin, die sehr geduldig war, länger unterhalten.

Ein interessanter Abend also in jeder Weise. Ein schöner Garten, Weißwein mit Saft gemischt, roten hat es keinen gegeben. Ein paar Brötchen und ein schönes Stimmungsbild und jetzt hinein in den Sommer und abwarten, wie es mit der SPÖ, der ÖVP, den Klimazielen und auch der Neuwahl weitergeht? Und weil die beiden Regierungsparteien die Koalition wahrscheinich nicht beenden wollen, wird das wohl noch ein Jahr dauern, bis wir herausfinden, wie es politisch weitergeht.

Gläserner Vorhang Ukraine

Der “Gläserne Vorhang” ist ja eine Veranstaltung der “Gesellschaft für Literatur”, wo Cornelius Hell immer ein paar interessante Ost-Autoren hervoholt. Bei Natalka Sniadanko bin ich das erste Mal dort gewesen und habe mir das besprochene Buch dann beim “Frick” um einen oder zwei Euro gekauft und noch nicht gelesen.

Das habe ich bei meinen “Ukraine-Schwerpunkt” vor, den ich eigentlich für heuer auf meine Leseliste gesetzt habe und heute ging es wieder um die Ukraine, beziehungsweise um ein Buch, das Kateryna Mishchenko und Katharina Raabe herausgegeben haben “Aus dem Nebel des Krieges. Die Gegenwart der Ukraine” und das ist, bei “Suhrkamp”, erschienen, eine interessante Anthologie über die Situation im Kriegsgebiet und das Interessante daran ist, daß es lauter eher unbekannte Autoren enthält.

Also kein Juri Adruchowytsch, kein Andrej Kurkow oder Tanja Maltatschuko, sondern Filmemacher, Jurnalisten, Wissenschaftler und die 1984 in Poltawa geborene und jetzt in Berlin lebende Kateryna Mishchenko, die Germanistik studiert hat, war auch am Podium und hat mit Cornelius Hell das Buch vorgestellt, das den Nebel über den Ukrainekrieg und die Situation dort mit Originalbeiträgen offenbar erhellen sollte.

Darüber entspannte sich eine Diskussion und Kateryna Mishchenko hat ihren Beitrag daraus gelesen , wie sie mit ihrem Kind zuerst aus Kiew zur Großmutter flüchtete. Dann nach Berlin kam, wo sie die Krise mit sehr viel Arbeit, wie um Beispiel die Buchherausgabe zu bewältigen versucht.

Der Blick aus dem Fenster auf die Stadt kommt in den Text vor und die Kindergärtnerin, die in ihre Datscha flüchtete und dann erst recht in eine Kriegshandlung kam.

Weitere Beiträge stammen von einem Arzt, der, glaube ich, in Leipzig tätig ist und die Situation durch Fotos darstellte. Eine Russin hat auch darüber geschrieben und es gibt auch ein portrait der Stadt Mariuopol.

Ein interessantes Buch, das Cornelius Hell auch sehr zu Lesen empfahl, das ich mir, weil ich ja meinen Ukraine-Schwerpunt habe, nicht kaufte. Denn ich habe bekanntlich eine sehr umfangreiche Leseliste, wo noch einige Rezensionsexemplare darauf stehen, so daß ich zum Backlistlesen wahrscheinlich nicht sehr kommen werde, weil ich ab August wieder Buchpreis lesen werde.

“Die Radionacht” steht aber darauf und Serhij Zahands “Internat” das ich mirr einmal auf einen Literaturhaus-Flohmarkt kaufte und von Andrej Kurkow gibt es, glaube ich, auch ein neues Buch, das im Herbst erscheinen wird und das ich angefragt habe.

Ein Abend für Ilse Tielsch

Die 1929 in Hustovice in Mähren geborene Ilse Tielsch ist am einundzwanzigsten Februar in Wien verstorben und deshalb gab es heute einen Gedenkabend für sie im Literaturhaus, den Helmut Neundlinger moderierte, Barbara Neuwirth, die jetzt im “Podium” tätig ist und in der Nähe von Unterretzbach sowie in in der Josefstadt lebt, Christian Teissl, der Vorsteher vom Schriftstellerverband, der sich, glaube ich, in der Kettenbrückengasse befindet und den Schweizer Fermin Suter, der ihren Nachlaß bearbeitet, eingeladen, ihre Erinnerungen an die alte Dame zu erzählen und ein paar Texte von ihr zu lesen.

“Wo habt ihr sie kennengelernt? Könnt ihr euch noch an sie erinnern?”, hat er jeden und jede gefragt und ich kann mich erinnern, daß ich einmal, lang langi st her, wahrscheinlich in den Achtzigerjahren als junge Mutter oder noch früher, Valerie Szabo , die ich ja im Arbeitskreis schreibender Frauen kennengelernt, wen sie mir für meine Texte empfehlen könnte? Ihr Mann, der berühmte Wilhelm Szabo hat ja nur meine Hand geküßt und sich für mein Schreiben nicht so interessiert, Ilse Tielsch empfohlen. Ich habe sie angeschrieben und ihr wahrscheinliche einen meiner Texte geschickt und als ich sie Jahre später bei einer “Podium” Veranstaltung wahrscheinlich in der “Alten Schmiede” getroffen habe, hat sie sich an mich erinnern könnten. Ene Rezension über eines meiner Bücher hat sie mir zwar nicht geschrieben. Se war aber, wie ich bei der Veranstaltung hören konnte und mich auch erinnern kann, eine sehr freundliche aufmerksame Frau, die sich für das Schreiben der anderen interessierte und sie nach Kräften förderte.

Das Lesetheater hat einmal eine Veranstaltung im Literaturhaus über Ilse Tielsch gemacht, da war sie anwesend, hat Bonbons, glaube ich, an die Lesenden verteilt und wenn ich mich nicht irre, die Geschichte, aus der Barbara Neuwirth gelesen hat, ausgeteilt.

Barbara Neuwirth hat Ilse Tielsch bei einer Veranstaltung kennengelernt, sich mit ihr befreundet und als ihr “Grundbuch in der “AS” vorgestellt wurde, war sie anwesend und hat, glaube ich, Texte der schon Erblindeten gelesen. Da war noch in Corona-Zeiten mit der Maskenpflicht, also habe ich gestreamt, habe sie aber öfter in der “Schmiede” gehört, wo auch ihr Buch über ihre mährische Kindheit vorgestellt wurde und sie war, wie Christian Teissl, der sieben Gedichte von ihr gelesen hat, erklärte, sowohl als Lyrikerin, als auch mit ihrter Trilogie sehr erfolgreich und aus der, beziehungsweise der “Ahnenpyramide” hat Fermin Suter ein Stück gelesen.

Dann gabs wieder Gespräche beim Wein. Ich habe mich mit einem Herrn, der sie, glaube ich, gut gekannt hat und dann noch mit ihrer Tochter, die sich interessiert mit dem “Atelier-Verleger” unterhalten hat, gesprochen.

Am Schluß dann noch mit Barbara Neuwirth und den Bücherschrank, wo ich sicher schon was von Ilse Tielsch gefunden habe, habe ich auch besucht.

Gleich zwei mit einer vollen Tasche, denn da habe ich im “Worttscatz” die Duplikate abgelegt, die ich von Main nach Wien geschleppt habe und mir dann in der Zieglergasse was geholt.

Also lesen, lesen, lesen. Ilse Tielsch, die eine sehr freundliche Frau war und sowohl im PEN, im Schriftstellerverband, als auch im “”Podium,” das sie mit Alois Vogel, der ja einmalTexte von mir im “Podium” gebracht hat, Paul Wimmer, der auch in der Krongasse wohnte und Doris Mühriger, gegründet hat oder auch etwas anderes.

Ich lese ja gerade “Wer hat Bambi getötet?”, mein letztes “LeipzigerBuchpreisbuch”, das während der “Buch Wien” im Literaturhaus vorgestellt wurde und korrigiere immer noch und mit Computerschwierigkeiten Peter Gstöttmeiers Stipendiumsbuch und es war heute wieder einmal sehr literarisch.

Daniela Strigl, Klaus Kastberger und der Pop-Germanist

“Tacheles” in der “Gesellschaft für Literatur”, das ist eine Veranstaltung in der Daniela Strigl immer mit einem Autor, einer Autorin über seine, ihre Literatur diskutiert und dann gibt es das Buch von Moritz Bassler, der in der Jury des “Leipiger Buchpreises” war, “Populärer Realismus”, von dem ich einmal in Ö1 hörte und dann beinm Lesen etwas verwirrt war, denn für mich ist Realismus etwas anderes, als das was Moritz Bassler da beschrieb.

Deshalb habe ich mich für die “Tacheles-Veranstaltung” entschieden, obwohl im Literaturhaus die “Sprachkunst” war und es mit meinen Stunden eng war, weil eigentlich eine sechs Uhr Stunde und dann schon wieder Schwierigkeiten mit meinen neuen Computer. Da hätte ich gedacht jetzt klappt es endlich….

Also die “Gesellschaft” kurz vor oder nach sieben erreicht. Einen Platz in der ersten Reihe neben der Helga <köcher gefunden und dann ging es los. Daniel Strigl nahm gleich selbstbewußt die Vorstellung vorweg, die eigentlich Manfred Müller machen wollte und sprach dann von einem Buch, von dem derzeit alle sprechen und erklärte auch was unter dem “Midcult” zu verstehen ist. Wenn etwas den Eindruck von Bildung in populärer Sprache erweckt, was eigentlich schon abgelutscht ist und die Leser sich dann darauf stürzen, weil sie sich für gebildet halten.

Das Buch ist eigentlich aus einigen Artikeln entstanden und da wird ja Daniel Kehlmann als großes Beispiel angeführt und das Publikum das aus Wolfgang Müller Funk, Katja Gasser, der Jessica Beer, etcetera, bestand, lachte. Die Elena Ferrante wurde noch genannt und der Sebastian Fitzek. Da behauptete Daniela Strigl, daß sie ihn nicht kenne. Aber den Namen wird sie wohl schon gehört haben, auch wenn die das “Paket”, den “Seelenmacher”, den “Augensammler”, etcetera, nicht gelesen hat jetzt niemand zuzugeben trauen würde.

“Doch!”, widersprach ich. Denn ich habe, einiges und habe noch mehr Bücher gefunden, wo ich ,da ich jetzt ja “Buchpreis” lese zum Lesen nicht mehr komme und das war schon das, was mich an der Diskussion störte.

Die pädagogische Stimme schreit da auf, denn die Leute sollen ja lesen und wenn sie mit dem “Harry Potter” beginnen, sind sie schon einmal dran und das habe ich die Rotraud Schöberl vor Jahren auch einmal im “<“Ex Libris” so sagen gehört.

Ja ,die Buchhändler, wie die Petra Hartlieb sehen das lockerear und würden sich wahrscheinlich den Sebastian Fitzek auf die “Buchpreis-Listen” wünschen, aber der verkauft sich ohnehin und dient den Verlagen, die sogenannte anspruchsvollere Literatur für die Klaus Kastberger schwärmte, zu verlegen. Er nanne die Namen Jelinek, Bernhard, Helena Adler, Tomer Gardi,, etcetera und meinte daß er die Studenten, auch wenn sie Fitzek lesen Peter Handke prüfen würde und daran knüpfte sich die Frage, ob die “Harry Potter” leser zum Peter Handke kommen.

Ich habe “Harry Potter” nicht gelesen, aber dafür in meiner Jugend Hedwig Courths-Mahler und habe die genannten gelesen.

Ann Cotton, die auch als Beispiel genannt wurde, nicht. Aber da war ich auf einigen Veranstaltungen und “Pipins Tochter Taschentuch” das sie übersetzte, liegt auf meinen Lesestapel und wenn ich jetzt verstehe, daß sich Bassler in seiner Definition gegen das schon Bekannte nannte, sprich den hundersten Roman über den Natonalsozialismus, hätte ich eher gedacht, daß ich denTomer Gardi in diese Kategorie reihen würde und die Slata Roschal, die Moritz Bassler als postives Beispiel lobte, nicht, denn das ist ja ein experimenteller Listenroman, sehr experimentell und sicherlich kein Bestseller. Wahrscheinlich ist es der persönliche Geschmack, der da mitspielt, denn den “Engel des Vergessens” hätte Bassler auch für trivial gehalten, worauf ihn die Experten widersprachen und eigentlich müßte man dann auch den Lebensbornroman der Urike Draesner, der ja auf der “Belletristik-Liste des “Leipziger Buchpreises” gestanden ist, für abgeltuscht ist. Es ist aber sprachlich sehr komplizert und das ist ja das Qualitätskriterium und ich fand die Diskussion zwischen den Literaturexperten für wirklich interessant, denn sie zeigt das Dilemma des Ganzen.

Statt sich darüber zu freuen, daß die Leute lesen, wird da immer noch zwischen gut und schlecht unterschieden, wobei sich die Geschmäcker noch unterscheiden und ich meine wieder lesen, lesen lesen, ganz egal was und das was gefällt, ist für einen gut und ich denke durchaus, daß da Sebastian Fitzek neben Peter Handke, stehen könnte und daß das die Studenten jetzt schon zugeben und nicht heimlich im Bett verstecken, finde ich auch für gut.

Ich habe Moritz Bassler, der sehr freunlich und offenbar wirklich populär ist, noch gefragt, ob er Olga Tocaczuks “Empusion”schon gelwesen hat?

Denn da würde mich die Expertenmeiung interessieren, was er zu der “Zauberbergvariante” der “Nobelpreis-Trägerin” meint, die mir sehr gefallen hat, an den intellektuellen Aspruch des “Zauberbergs” aber wahrscheinlich nicht herankomt. Denn was ist ein “Schauerroman”? Zählt wahrscheinlich schon eher zur triviaen Literatur, obwohl der Inhalt vielleicht gar nicht so abgelutscht sondern ehern gewangt und originell ist.

Das Bett mit dem goldenen Bein

Buch vier der Abteilung Übersetzung des Leipziger Buchpreises, da habe ich alle fünf bekommen und muß das letzte noch lesen und erlebe wieder, wie in den letzten Jahren eine Überraschung.

Also merken wir an der “Leipziger Buchpreis” stellt und immer wieder bisher unbekannte Autoren vor und hier haben mir schon die “Cousinen” sehr gut gefallen.

Zigmudns Skujins “Das Bett mit dem goldenen Beinen” aus dem “Mare-Verlag” kann man wahrscheinlich mit Volter Kilpi und Tarjei Vesaas vergleichen und der 1926 in Riga geborene und 2022 verstorene Lette war mir bisher unbekannt.

Der Titel, ich muß es bekennen, hat mich auch eher abgeschreckt. Aber das Cover ist sehr schön und liebevoll gestaltet mit einem Exgtraeinband und es ist wieder ein Jahrhundertroman, aber ein ganz anderer als die “Verwandelten” von Ulrike Draesner. Weniger künstlich kunstvoll gestaltet, würde ich meinen, aber immer mit leichten Schelm begleitet und am Beginn des Buches kann man die Stammtafel der Familie verfolgen, die hier beschrieben wird.

Geht es hier ja um die Vejagals, die in der fiktiven Stadt Zunte zu Hause ist. Da gibt es den Kapitän Noass und seinen Bruder Augusts, der das lettische Feld bestellt und das Ganze, das bis in die Gegenwart hinaufgeht oder besser in die Achtzigerjahre, wo Skujins den sechshundert Seiten Roman mit fünfzig Seiten Anhang, geschrieben hat, gliedert sich in verschiedene Erzählstränge oder Geschichten und im Nachwort, das von Judith Leister geschrieben wurde, kann man erfahren, daß Zigismud Skulijns eigentlich eine kurze Geschichte schreiben wollte, die dann länger und länger geworden ist.

Dieser Noass fährt also zur See und wird mit seinen Kapitänsuniformen mit den goldenen Knöpfen reich dabe, läßt seine Frau Elizabeth in Obhut seines Bruders zurück und die beiden schauen sich an und an und der Sohn Jekabs Ernest sieht seinen Onkel seltsam ähnlich.

Der Vater zwingt ihn dann zur See zu fahren. Sie kommen in ein Unglück hinein. Noass übersteht es, der Sohn bleibt traumatisiert zurück und wird später in den Kriegsfehden, die das Buch begleiten, erschossen.

Es gibt noch zwei Kinder, die aufmüpfige Leontine die fast hundert wird und Eduards, der Revolutionär, der nach Amerika auswandert und als der alte Noass stirbt, vermutet seine Tochter, daß er sein Vermögen in den Bettbeinen versteckt oder sonstwo vergraben hat und läßt jahrelang danach suchen.

Das Vermögen spoilere ich gleich besteht aus den goldenen Knöpfen der Seemannsuniform und Leontine, die jung nach Russland verheiratet wird, kommt später mit ihren Sohn zurück, macht einen Laden auf und fährt sehr alt dann noch nach London um dort zu Beatles zu hören und ihren Sohn in einer Leiche zurückzubringen. Da gibt es übrigens eine Stelle, wo die Großmutter die Enkel fragt, warum sie nur Englisch und nicht nicht Lettisch sprechen und die ihr dann stolz erklären, daß sie diese Sprache nicht brauchen..

Das ist ein sehr interessanter Strang, ein anderer handelt von Vilma, der Bibliothekarin, die im zweiten Weltkrieg den deutschen Willi versteckt und nicht von ihm loskommt und sonst wird geliebt und betrogen, abgetrieben und gestorben, wie das im Leben so ist. Die Stadt wird zuerst von den Russen und dann von den Deutschen überfallen. Später wird das Land in eine <kolchose verwandelt und die fünfhundertfünfzig Seiten schließen im zwanzigsten Kapitel mit dem Satz “Es reicht, wenn man in einem Bett mit goldenem Bein zur Welt kommt.”

Denn das Leben geht weiter, in diesem Fall mit der Geburt des kleinen Kristaps und Nicole Nau , das muß ich noch erwähnen, wurde für ihre Übersetzung aus dem Lettischen für den “Preis der Leipziger Buchmesse” nominiert.

Gerhard Jaschkes Sommerfest in Unterretzbach

Saxophonquartett
Gerhard Jaschke

Der 1949 geborene Gerhard Jaschke Herausgeber des “Freibords”, der auch eine Zeitlang Generalsekretär der GAV war, war der Lebensmensch der 2018 verstorbenen Malerin Ingrid Wald, bei deren Begräbnis ich war und die hat 2002 in Unterretzbach eine “Sommergalerie” gegründet, die heute von ihren Sohn Thomas geleitet wird und seit dieser Zeit findet offenbar jedes Jahr dort ein Sommerfest statt.

Waltraud Haas

Einladungskarten lagen in der “Alte Schmiede” auf, die ich öfter gesehen habe, mich aber erst heute entschlossen habe, mit dem Alfred dort hinzufahren. Offenbar war es mir zu weit und zu umständlich. Da habe ich wohl viel versäumt, denn die Galerie liegt in einen schönen Garten.

Man konnte die bunten Bilder, der 1943 geborenen Ingrid Wald bewundern, die sich, wie ich mich erinnern kann, immer nett mit mir unterhalten hat.

Der Vortragssaal war mit den bunten bemalten Sessel ausgestattet, die ich auch schon auf Karten gesehen habe. Ein Buffet gab es auch, das offenbar von Freunden zusammengestellt wurde. So sah man Leute mit Kuchenschüsseln. Käse, Wurst und Auftriche gab es auch und natürlich Wein und Bier und gleich beim Eintrittviele Bekannte getroffen, wie Jopa Joakin, Waltraud Haas, Gabriele Petricek etcetera.

Richard Weihs

Um circa zwei beginnt es, stand auf der Ankündigungskarte, die ich schon vor einigen Monaten in der “AS” gefunden habe. Wir waren um viertel vier, glaube ich, dort und da hat es bald begonnen.

Gerhard Jaschke, der mir bei Begrüßung sagte, daß ihm die Organistation schwer gefallen ist und bei der Verabschiedung, daß es das letzte Mal sei, daß er das Fest veranstalte, hat er ja vor einigen Jahren einen Schlaganfall erlitten, der ihn ziemlich einschränkt, moderierte und es begann sehr musikalisch mit dem Saxophonquartett, das auch im Dezember im Rathaus spielte, als Lisa Spalt den “Veza-Canetti-rPeis” bekommen hat.

Dann kamen Markus Köhle und Mieze Medusa auf die Bühne beziehungsweise zum Vortragstischchen, die ebenfalls musikalisch, von Veronika Humpel und Wolfgang Seierl unterstützt wurden und die jeweils einige Stellen aus ihren neuen Büchern vorlasen.

Markus Köhle aus “Das Dorf ist wie das Internet, es vergißt nichts” aus dem ich ihn schon lesen hörte und Mieze Medusa aus “Was über Frauen geredet wird“, das ich schon gelesen habe.

Dann lasen Waltraud Haas und Günther Kaip aus ihren neuen bei “Keiper” erscheinenen Büchern und Gerhard Jaschke wies auf das neue “Freibord hin, in dem beide Autoren enthalten sind, das er mir bei den GAV-Feierlichkeiten überreicht hat, sowie auf seine nächsten Veranstaltungen, die im Herbst in der “AS” und auch an anderen Orten stattfinden werden.

Geriatrico

Claudius Kölz sang vor der Pause noch einige Chansons und Saxophoneinlagen gab es auch. Dann gings zum Buffet und zu den Gesprächen. In der zweiten Runde wars dann nur mehr musikalisch. Da gab es zuerst einige Lovesongs und dann die “Kroat” und anderes von Richard Weihs und dann noch ein Konzert von “Geriatrico” und es war ein schönes Fest in einer schönen Atmosphäre.

Susanne Ayoub, die im nächsten “Freibord” vorkommen wird, habe ich auch noch gesehen und sie hat mir auch, ich bin da ein bißchen ungeschickt, beim Öffnen einer Weinflasche geholfen und Barbara Neuwirth die im Nachbarort wohnt, sowie denLehrer aus Retz, den ich früher öfter in der “AS” gesehen habe.

Schade, daß es das nicht mehr geben wird, denn jetzt wäre ich wahrscheinlich regelmäßig hingefahren.

Zum fünfzigsten Todestag von Christine Lavant

Diese Woche spricht der Kärtntner Literaturwissenschaftler in den “Gedanken für den Tag” in Ö1, über Christine Lavant, die am vierten Juni 1915 bei St. Stefan im Lavanttal geboren wurde und am siebenten Juni 1973 in Wolfsberg gestorben ist und im Juni 1973 hatte ich gerade meine Matura gemacht, habe an meiner ersten Erzählung geschrieben, mir Bücher gekauft und war in meiner philosophischen Krise und überzeugt, daß ich nun in den Literaturhimmel aufsteigen kann, sehr euphorisch.

Für Literatur habe ich mich ja wahrscheinlich schon immer sehr interessiert und von der Frau Professor Friedl, meiner Deutschlehrerin in der Straßergasse, auch ein profundes literarisches Wissen mitbekommen. So haben wir im vierten Jahrgang ein ganzes Jahr lang Goethes “Faust” durchgenommen was ich zuerst für einen Witz gehalten haben und von der damaligen Gegenwartsliteratur nicht will gehört, weil das Schuljahr schon im Mai zu Ende war und in dem Deutschlehrbuch kann ich mich erinnern, sind die Namen H. C. Artmann, Peter Handke, Ingeborg Bachmann, die am siebzehnten Oktober 1973 in Rom verunfallt ist, vorgekommen.

Ob auch von Christine Lavant etwas drinnen stand, kann ich mich nicht erinnern, habe mich aber seit Sommer 1973 sehr intensiv mit der Literatur beschäftigt, habe Bücher eingekauft, an eine Rilke- Lyrikausgabe kann ich mich erinnen und den “Mann ohne Eigenschaften” den ich im Sommer 1974 im Häuschen am Almweg h gelesen und wahrscheinlich nicht verstanden habe.

Adalbert Stifter habe ich während meiner Studetinnenzeit viel gelesen und Thomas Mann, den “Zauberberg” und den “Doktor Faustus” wahrscheinlich auch nicht viel verstanden und ein paar Jahre später, als ich schon den Willi von den “Logischen Denkern” kannte und mit ihm in den Volksgarten tanzen ging, Heimito von Doderers “Dämonen” und 1978 oder 1978 bin ich dann auf Vermittlung der Monika Jensen in den “Arbeitskreis schreibender Frauen” gekommen”, bin da irgendwann auf das Buch der Hilde Schmölzer “Frau sein und schreiben” gekommen und da war, glaube ich, ein Portrait der Christine Lavant , neben dem der Christine Busta, der Ilse Aichinger, der Barbara Frischmuth, der Friederike Mayröcker, etcetera, drinnen.

Eines von Elfriede Gerstl nicht und als ich die Hilde Schmölzerhttps://literaturgefluester.wordpress.com/2017/01/25/geburtstagsfeier-fuer-hilde-schmoelzer/te einmal danach fragte, antwortete sie mir, sie war damals noch nicht so berühmt oder ist ihr nicht so aufgefallen und über Christine Lavant habe ich wahrscheinlich einige Fernseh oder Radiosendungen gehört und gesehen und Lavant-Lieder gibt es auch.

Ob ich viel von ihr gelesen habe, weiß ich gar nicht so genau, habe aber einmal einen Lyrik-Band in einem der Bücherschränke gefunden und einmal ein Buch für die Anna bei der Anna Jeller gekauft. Eine Lesetheaterveranstaltung gab es auch einmal und dann die große Lavant-Ausstellung vor ein paar Jahren im Literaturhaus und da gibt es, glaube ich, immer noch die “Lavant-Lesen-Reihe”, wo ich, glaube ich, auch nicht besonders oft war.

Die Lavant ist unwidersprochen eine große Dichterin und Außenseiterin der Nachkriegslandschaft, die vielleicht jetzt auch ein bißchen in Vergessenheit geraten ist, aber der 1949 geborene Klaus Amann, der Leiter des Musil-Archivs in Klagenfurt, ist, glaube ich, ein begeisteter Lavant-Fan und bringt das “alte Weiblein” das vielleicht gar nicht so konservativ und katholisch war, wie man ihr unterstellen könnte, den literarisch interessierten Frühaufstehern wieder nahe.

Die als Christine Habernig geborene und als Christine Thonhauser verheiratete Thonhauser hat sich ab 1948 nach ihrem Heimattal umbenannt und ist immer krank und sehr schwächlich gewesen. Die Armut hat sie auch kennengelernt und sich durch Stricken durchs Leben gebracht.

1937 lernte sie ihren späteren Mann, den Kunstmaler Josef Habernig kennen und war auch mit dem Maler Werner Berg, der sie öfter portraitiert hat, befreundet.

Der Gedichtbänd “Die Bettlerschale” ist sehr bekannt. Dann gibt es noch “Das Wechselbälchen” und die “Aufzeichnungen aus dem Irrenhaus”, das ich damals für die Anna besorgte.

Psychiatrieerfahrungen hat sie also auch gemacht. Aber 1979 den “Großen österreichischen Staatspreis für Literatur” bekommen. Es gibt seit 2015 eine “Internationale Christine Lavant Gesellschaft” und seit 2016 auchh einen “Christine Lavant Preis”, den schon Bodo Hell, Judith Schalansky, Maja Haderlap, Alois Hotschnig, etcetera, bekommen haben.

Turbulenzen beim SP-Parteitag

Ich bin ja, wie ich immer schreibe in einem der sozialistischen Gemeindebauten aufgewachsen. Der Vater Sozialist, Parteifunktionär, Angesteller in der WGKK, am Abend Mitarbeiter in der Tanzschule Hernals, die damals den Sozialisten gehörte, Referent der Büchergilde Gutenberg und ich war als Kind einige Jahre rhythmisches Tanzen bei den “Kinderfreunden” zu Weihnachten gab es für die <kinder der Parteimitglieder immer ein sozialistisches Kinderbuch von Vera Ferra Mikura, Friedrich Feld, etcetera unter dem Christbaum und als ich wahlberechtigt war und nicht hinging, hat sich einer der Funktionäre bei meinen Vater beschwert, der auch Wahlbeisitzer war.

Die Sommer habe ich meistens in einem Ferienheim der Kinderfreunde in St. Veit an der Glan, wo ich mit fast sieben fast ertrunken wäre und kurz vorher Masern hatte, in Klein St. Paul, Kaprun etcetera und nach meinen Psychologiestudium habe ich eine Zeitlang bei den “Kinderfreunden” gearbeitet. Da war ich auch Parteimitglied, weil ich dort angestellt sein wollte. Später bin ich wieder ausgetreten und habe mich eigentlich immer linker als die immer bürgerlicher werdende SPÖ gefühlt.

Aber in den heroischen Siebzigerjahren unter Kreisky studiert, wo die Schulbücher und die Straßenbahnfahrt für Schüler und Studenten gratis waren und diese Zeit als sehr stark erlebt.

Dann habe ich mich im “Arbeitskreis der schreibenden Frauen” literarisiert, der vom “Bund demokratischer Frauen” gegründet wurde und die KPÖ gewählt. Ene zeitlang auch die Grünen. Dann wieder KPÖ und bis 2019 regelmäßige Lesungen beim Volksstimmefest. Einmal habe ich in dieser Zeit auch die SPÖ gewählt um Jörg Haider und die FPÖ zu verhindern. Da hat mir der Martin geraten, Caspar von Einem, der damals Innenminister war, eine Vorzugsstimme zu geben. Nachher war er das nicht mehr. Das war mir eine Lehre und 2018 als wir die zweite schwarz-blaue Regierung hatten, habe ich den Aufruf von GAV und IG-Autoren für den Rücktritt von Innenminister Herbert Kickl zu unterschreiben.

Da habe ich dann gleich eine Einladung der SPÖ bekommen in die Partei beizutreten und, als es nach Ibizza zu einer Neuwahl kam immer wieder Einladungen der Vorsitzenden Rendi Wagner mich am Wahlkampf zu beteiligen und Veranstaltungen zu besuchen. Ein paar Mal habe ich das getan und 2019 gedacht, jetzt muß ich die Grünen wählen um die FPÖ zu verhindern, was, wie ich hier schon angedeutet habe, ein Reinfall war und jetzt habe wir 2020 grün türkis und die SPÖ unter dem Vorsitz von Pamela Rendi Wagner einer sehr engagierten Frau, Spitzenbeamtin im Gesundheitsministerium, dann Gesundheitsministerin, bevor sie die erste weibliche Vorsitzende wurde und die Männer haben zugeschlagen und sie wegzumobben versucht, was sie vier Jahre selbstbewußt widerstanden hat. Dann kam der burgenländische Parteichef Hans Peter Dokozil und zwang sie zu einer Mitgliederabstimmung, die etwas skurril begann.

Denn da hieß es plötzlich, jeder der in die Partei eintritt, kann nicht nur mitwählen, sondern auch selbst Vorsitzender werden, was zur Folge hatte daß sich Gerald Grosz, Martin Sellner und sogar eine Giraffe bewarben und auch ein paar einfache Funktionäre. Dann hieß es, man muß dreißig Unterstützungserklärungen vorlegen und inzwischen hat sich auch Andi Babler, der sehr engagierte Bürgermeister von Traiskirchen, um den Vorsitz beworben.

Die Giraffen und auch die anderen Parteimitglieder wurden ausgeschieden, was bei einigen, die schwuren, daß sie die dreissig Stimmen hatten, Unmut erregte und dann kam es zum Kampf zwischen Pamela Rendi Wagner, Hans Peter Doskozil und Andi Babler, das heißt, eigentlich haben nur die zwei letzteren gekämpft und die Auszahlung der Mitgliederwahl hat sehr lang gedauert.

Da waren wir schon in Kitzingen als die Ergebnisse bekanntgegeben wurden und die waren ungefähr gleichverteilt. Hans Peter Doskozil mit dreiunddreißig Prozent, der erste. Andi Babler, der zweite und die Vorsitzende am Schluß, die ihre Funktionen zurücklegte.

Eigentlich arg, was Sozialisten mit ihren Frauen machen und dann wurde gestritten ist jetzt der Drittelerste der Sieger oder soll es eine Stichwahl geben, die, wie man hörte, Andi Babler, der Provinzpolitiker, wie er von manchen verächtlich genannt wurde, gewinnen würde.

Andi Babler setzte eine Wahl beim außertourlichen Parteitag durch, die am letzten Samstag in Linz stattfand. Da gab es zwei engagierte Reden, die von Hans Peter Doskozil, sprach funktionärhaft von den schlechtverdienenden Menschen, die er unterstützen würde. Andi Babler rief engagiert, die “Genossinnen und Genossen!”, auf, engagiert in die “Neue Zeit zu ziehen!”, und unterlag dreiundfünfzig und siebenundvierzig Prozent, was den Alfred, als er beim Kuba-Fest davon hörte, Frustation auslöste.

Hans Peter Doskozil rief seinen Mitbewerber auf die Bühne, versprach, daß wenn er die nächste Wahl gewinnen würde, weder mit blau noch mit schwarz koalieren würde, was unmut erregte und am Montag sollte er in Löwelstraße kommen und sein Team bekanntgeben.

Kam aber nicht und als ich um vier, zwischen meinen Stunden,, OE24 auftrehte, glaubte ich meinen Augen nicht zu trauen und dachte kurz an einen Schrez.

Fehler bei der Auszählung, die Ergebnisse wurden vertauscht. Hans Peter Doskozil ist der Sieger und eine fehlende Stimme nach der gesucht wurde, hat es auch gegeben. Spott und Häme, sowie großes Kopfschptteln. Das kann es doch nicht sein, um so mehr, da vorher einer der Wahlleiter wegen Befangenheit abgelöst und durch eine Doskozil Vertraute ersetzt wurde, die dann bekannte, daß sie die Stimmen, was sie eigentlich sollte, nicht nachgezählt hat.

Dann wurde wieder ausgezählt. Diesmal mit einem Notar, einem Rechtsanwalt und viel Presse und man kann nur hoffen, daß es so bleibt und gespannt sein, wie es mit der SPÖ weitergeht und ich habe mich entschlossen, das nächste Mal wieder links, KPÖ plus oder wie immer das heißen wird, zu wählen.

Was ich gern auf dem Volksstimmmesfest verkünden würde, aber da werde ich wohl wieder nicht lesen, obwohl es mir fast versprochen wurde.

Morgentalk am Hauptbahnhof

Andreas Steiner, war wie meist nicht ausgeschlafen, als er kurz nach neun, die Wartezone des Hauptbahnhofs erreichte und sich suchend umblickte, um festzustellen, wie das mit den Securities war.

“Ob die Bekannten mit denen er sich regelmäßig in der Wartezone traf, da die Notschlafstellen, die er regelmäßig benützte, um neun ihre Pforten schlossen und sie erst am Abend wieder eröffnenten schon anwesend waren, um den Tag dort zu verbringen oder totzuschlagen?”, fragte er sich und schüttelte verärgert den Kopf.

Ärgerlich das war es. Er war verärgert und unzufrieden mit sich, hatte er in seinem zweiundvierzigjährigen Leben doch nicht mehr geschafft, als an der Flasche zu hängen, die Nächte in einer Notschlafstelle zu verbringen und die Tage meistens am Hauptbahnhof, wenn er dort von der Security nicht wegeschaucht wurde.

Das stimmte nicht so ganz. Denn eigentlich hatte sein Leben recht erwartungsvoll begonnen. War er doch ein guter Schüler gewesen, der das Gymnasium mit links geschafft hatte. Danach hatte er Soziologie und nicht Medizin, Jus oder an der Wirtschaftsuni, wie die Aufsteiger studiert, denn er war ein gesellschaftspolitisch engagierter Mensch, der die Welt verändert wollte, was ihm aber, weil ihm früh ein Kind passiert war, nicht gelungen war. Denn die Frau mit der einige Zeit zusammengelebt hatte, war sehr anspruchsvoll gewesen und hatte für sich und das das Kind hohe Forderungen gestellt, die er mit den befristeten Anstellungsverhältnissen, die als Soziloge zu bekommen waren, nicht schaffen konnte. So hatte er, bis die Frau ihm hinausgeschmissen hatte, seine Abend öfter mit Kollegen und Freunden in Beiseln verbracht, bis er zum Alkoholiker geworden war und Ingrids und des Jugendamts Unterhaltsforderungen erst recht nicht erfüllen konnte.

Corona hatte ihm dann den Rest gegeben. Da hatte er seine Wohnung verloren. Von Jobs war schon lange keine Rede mehr und so verbrachte er seine Tage regelmäßig in den Wartezonnen am Hauptbahnhof, unterhielt sich mit anderen Sandlern über die Beschissenheit des Lebens und versuchte sich von den Securities, die ihn wegscheuchen wollte, nicht erwischen zu lassen.

“Hallo, Andi! Auch wieder da, hörte er die Stimme des übergewichtigen Robert, der sich schon um halb zehn an seine Bierflasche klammerte und ihm zuwinkte.

Da ging es ihm etwas besser, denn es gelang ihm meistens sich noch ein paar Stunden zurückhzuhalten und in den Notschlafstellen galt ohnehin striktes Alkoholverbot.

“Auch wieder da? Der Erwin kommt auch und der Memet und mit ihm wollen wir vielleicht, damit sich die Securities, die sich immer aufregen und uns nach unseren Tickets fragen, nach Bratislava fahren! Kommst du mit? Machen wir eine kleine Spritztour? Da ist das Bier billiger und die Odnungshüter lassen uns auch in Ruhe?”, fragte der dicke Robert ihn und er schüttelte unentschlossen den Kopf.

“Weiß noch nicht! Keine Ahnung!”, antwortete er zögernd und war fast froh, daß er den schon erwähnten Erwin auftauchen sah, der ebenfalls eine Bierdose in der Hand hielt und sie mit “Hallo, Freunde!”, begrüßte.

“So sieht man sich wieder! Das ist eine Idee! Verbringen wir den heutigen Sonntag in Bratislava und saufen uns ein wenig an! Denn heute ist ein Feiertag, denn ihr habt gestern sicherlich den Parteitag der SPÖ verfolgt, wo sie ihren neuen Vorsitzenden wählten! Was meinst du dazu, Andi? Du bist doch ein Studierter, ein Obersoziologe und kennst dich da sicher aus! Was sagst du zu der SPÖ, die einen neuen Vorsitzenden wählten und dabei eine Frau verscheuchten, weil sie die nächste blau-schwarze Regierung verhindern wollen!”, fragte er ihn und Andreas Steiner schüttelte erneut den Kopf.

“Doch!”, korrigierte er sich dann.

“Den Parteitag habe ich im Fernsehen verfolgt, natürlich, klar und bei der Mitgliederversammlung habe ich auch gewählt, bin ich doch ein Parteimitglied! Bin immer noch, ein aufrechter Sozialist, der immer noch an das Gute glaubt, auch wenn mir, wie auch euch, sehr viel schief gelaufen ist, deshalb bin ich auch verärgert und glaube nicht, daß das billige Bier in Bratislava meinen Frust vertreiben kann! Deshalb bleibe ich, auch lieber hier und lasse euch allein verreisen!”

“Was hast du Andi?”, mischte sich der dicke Robert jetzt wieder ein.

“Warum bist du verärgert? Weil der Doskozil, der scharfe Polizist und nicht der linke Babler gewonnen hat? Mich hat das gefreut, denn einen Linken will ich nicht als Parteivorsitzenden, obwohl ich ohnehin nicht mehr wählen geh! Aber jetzt habe ich jetzt vergessen, du bist ein Studierter und daher ein Marxist und daher enttäuscht, daß der Rechte und nicht der Linke gewonnen hat!”

“Aber der wird die nächste schwarz-blaue Regierung verhindern, hat er geschworen, wenn er Bunderskanhzler wird!”, mischte sich jetzt wieder Erwin ein, der sein Bier ausgetrunken und die Dose in den Mistkübel geschmissen hatte.

Aber lassen wir das Politisieren und vertschüßen und zum Fahrscheinautomat! Sehe ich doch die Security anmarschieren, die sicher unsere Fahrkarten sehen will! Die wollen wir nicht enttäuschen! Wir können sie aber, wenn euch das freut, ihrer Meinung zum Parteitag und dem neuen Vorsitzenden fragen! Das wird ein Spaß ihre Meinung zu hören und wenn ihnen dazu noch ein gewesener Sohziologe seine erklärt, wird das besonders lustig!”, sagte er Andreas Steiner herausfordernd ansehend, der wieder den Kopf schüttelte und sitzen blieb, während sich der dicke Robert und der glatzköpfige Erwin zu den Fahrscheinautomaten entfernten, denn es hatte ihn wirklich sehr verärgert, daß sich wieder der konservative Kanditat und nicht der, der versprochen hatte, sich für alle einzusetzen und dafür zu sorgen, daß alle armen Kinder, ihr tägliches Mittagessen bekamen, die Wahl gewonnen hatten, was vielleicht für ihn und das Kind, um das er sich, obwohl er ihm nicht viel helfen konnte, gut gewesen wäre, obwohl es anders rum besser gewesen wäre, aber vielleicht kann sich das noch ändern….

So das ist ein Text, den ich Sonntagabend aus Impressionen die ich am Beginn unserer Main-Radreise am Hauptbahnhof und den Ergebnissen der SPÖ-Vorsitzenden-Wahl am 3. Juni zusammengestellt habe. Dann ist am Montag den fünften überraschend ein Fehler der Auszählung bekanntgegeben worden, so daß es inzwischen einen anderen Vorsitzenden gibt, worüber ich vielleicht bei Gelegenheit einen satirischen Text schreiben kann.