Wildganspreis an Christoph W. Bauer

SAXOPHISTICATED

Den “Anton Wildgans-Preis” genannt nach dem österreichischen Dichter Anton Wildgans 1881-1932 “Ich bin ein Kind der Stadt”, gibt es gesponsert von der österreichischen Industriellenvereinigung seit 1963lang und er soll an Autoren gehen, die schon über ein Werk aufweisen können und von denen noch eines zu erwarten ist, sprich nicht viel älter als sechzig sein, soll.

In meinen “Lore und Lena” habe ich ihn den Paul , wo Josef Haslinger mein Vorbild war, bekommen lassen. Irgendwann habe ich, initiert von Barbara Neuwirth, die der Jury angehört, die Einladungen dazu bekommen und bin bis auf das Mal, wo meine Homoöriden ausgebrochen sind, regelmäßig hingegangen und diesmal hat ihn der 1968 in Kärntnen geborene und in Tirol lebende Christoph W. Bauer, bekommen, der mir glaube ich, 2011 auf der “Buch Wien” von Gerlinde Tamerl vom “Haymom “Verlag vorgestellt wurde. Dann habe ich ein paar seiner Bücher “in der “Morava-Abverkaufskiste” gefunden und gelesen und bei “Buch und Wein” sehe ich ihn auch regelmäßig und diesmal ist der Alfred mitgekommen und wir sind gleich am Eingang an Barbara Neuwirth, Manfred Müller von der Gesellschaft und Marianne Gruber, die auch der Jury angehört, vorbeimarschiert bzw. habe ich ihnen zugewinkt.

Marianne Gruber
Christoph Neumayer, Christoph W. Bauer

Christoph Neumayer von der Industriellenvereinigung hat begrüßt und auf die Familie Wildgans, die regelmäßig eingeladen wird, hingewiesen. Sabine Gruber, Andrea Grill, ehemalige Preisträgerinnen waren da und Christoph W. Bauer hat seinenHund mitgebracht, der immer eifrig bellte, wenn es etwas lauter war. So nach dem Damensaxophonquartett, da wieder spielte und Marianne Gruber hat die Laudatiogehalten, dabei auf den ersten Lyrikband und den ersten Roman hingewiesen, die Verbindungen zu den Griechen erwähnt und Christoph W. Bauer hat sich dann als großer Leser erwiesen und betont, daß er dadurch das Schreiben erlernt hat, beklagt, wieviel Leute, das nicht mehr können und die Frage thematisiert, die auch für mich wichtig ist, ob man auch ohne Anerkennung schreiben kann?

Man kann, lieber Christoph W. Bauer, ich tue es schon seit fünfzig Jahren, wenn es einer wichtig ist, tut man es, obwohl es anders natürlich besser wäre und erwähnte am Schluß seiner Rede, daß man lesen lesen, lesen soll.

Das tue ich auch, mehr als die meisten Anwesenden wahrscheinlich und habe höchstwahrscheinlich auch mehr geschrieben und wenn man auf seine Leseliste ,schaut, dann sieht man daß etwa dreißig Buchpreisbücher darauf stehen, die der österreichischen und der deutschen Liste, da sind die bücher schon gekommen. Die Schweizer Nominierten wurden heute bekanntgegeben und interessant dabei, daß ich davon nur den autor Matthias Zschokke kenne. Habe aber die Bücher angefragt und drei davon wurden mir schon zugesagt und im Haus der Industrie gab es einen Büchertisch mit Christoph W. Bauers Werke, worauf der Generalsekretär noch extra hinwies.

Dann gabs Wein, Sekt, Brötchen und die berühmten Petit Four sund Renate Hödl-Bernscherer, die Assistentin des Generalsekretärs, die die Veranstaltung organisert und demnächst in Pension gehen wird, hat mir drei Dekorosen zum Abschied übergeben und ich ihr die “Flora Faun”, wo es ja auch um das Lesen geht und jetzt kann man spekulieren wer den Preis das nächste Jahr bekommen wird und da ist mir Daniel Wisser eingefallen, dessen neues Buch demnächst präsentiert werden wird.

Dreißig Jahre österreichische Exilbibliothek

Saisoneröffnung im Literaturhaus, in der “Gesellschaft für Literatur” hat es die schon letzte Woche gegeben und das war eine Festveranstaltung zu der man sich anmelden mußte und dann eine halbe Stunde vorher vor dem Eingang warten, bis alle Namen abgehakt waren. Die Veranstaltung fand im ersten Stock fand. Die Sitzplätze waren reserviert. Die Mitarbeiter freundlich. Ich bin da ja, glaube ich, schon bekannt und nach und nach trafen die Festgäste ein.

Die österreichische Exilbibliothek wurde 1193 gegründet, aber schon ein Jahr vorher fand eine Fotausstellung statt, wo die Portraits von ins Exil gegangenen Schriftsteller abgebildet waren.

Ein Jahr später hat Ursua Seeber die Leitung der Exilbibliothek übernommen und dann bis zu ihrer Pensionierung geleitet. Jetzt ist Veronika Zwerger die Leiterin und Ursula Seeber hätte eigentlich begrüßen sollen, war aber krankheitsmäßig verhindert. So hat Klaus Amann ihre Rede verlesen. Die Festrede hielt Rudolf Scholten, der damals Unterrichts oder Kulturminister war, in diesem Sinn hat er mir einmal die Hand gegeben, jetzt hätte ich ihn nicht mehr erkannt. Wir alle werden älter und die Kunststaatssekretärin Andrea Mayer hat dann die Ausstellung eröffnet.

Musik gab es auch, eine Dame hat Lieder von Jimmy Berg gesungen, den Kabaretisten, der auch emigrieren mußte. Eine Dame von ihren Vater erzählt, der vor einigen Jahren sein Buch über die emigrierten Schriftsteller Ursula Seeber übergeben hat.

Dann gabs ein Buffet und ich habe Konstantin Kaiser gesehen, wo ich mich schon fragte, wie die Verbindungen der “Kramer Gesellschaft” zu der Exilbibliothek wären? Alexandra Millner war da. Robert Schindl, die Frau Schmidt Dengler, Josef Haslinger und und und……

Astrid Nischkauer und Anne Cotton haben die Ausstellung mitgestaltet und da gab es dreißig Erinnerungsstücke, denn, wie das Motto heißt “Die Erinnerung wohnt in allen Dingen” und einige diesbezügliche Veranstaltungen zu Exilbibliothe “Von Grünfeld zu Greenville” und “Fünf gute Enkel” wird es in nächster Zeit auch geben.

Mir, die ich mich in der letzten Zeit ja bevorzugt mit den Buchpreisbüchern und ihrer Beschaffung beschäftigtem war die Ausstellung zu wenig literarisch oder zu wenig bekannte Nmen, habe mich aber mit Robert Huez, der sich sich ja immer sehr freundlich mit mir unterhält, über die Österreicher auf diesen Listen diskutiert und natürlich auch über Corona, das jetzt wiederzukommen scheint und einen Bücherflohmarkt wird es in einigen Tagen im Rahmen der Literaturmeile Zieglergasse im Literaturhaus auch geben, aber da werden wir in Harland sein.

Vorschau auf „Ukraineblues“

Und nun das dritte Buch, in diesem Jahr und das zweite das in diesem Februar sehr schnell geschrieben wurde und sehr kurz geworden ist.

Es ist dem lieben Andi Pianka gewidmet und beschäftigt sich mit dem Ukraine Krieg und der Frage, ob man für den Frieden und gegen Waffenlieferungen sein kann?

Und wieder gibt es die drei Gewinnspiel fragen, mit denen man das Buch gewinnen und sich später an der Leserunde beteiligen kann.

  1. Welche berühmte Brücke ist auf dem Cover zu sehen?
  2. In welche Städte kommt Slavenka Bubic auf ihrer Reise und
  3. Mit welchen Metaphern will sie den Krieg beenden, beziehungsweise welche Geschichten stellt sie auf ihren Blog ein?

Und hier wieder die Schreibberichte, die bei der Beantwortung der Fragen helfen können?

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Eja Augustin lässt sich coachen

Es knarrte ein bißchen als sich Eja Augustin, auf den braunen Stuhl des sogeannten Pfarrcafes setzte, und Fritzi Jelinek erwartungsvoll anblickte.

Was erwartete sie sich eigentlich von der Schreibtrainerin, die sie vor kurzem bei einer Veranstaltung kennengelernt hatte?

Sie wußte es, um korrekt und genau zu sein, gar nicht. Die andere, eine etwa Dreißigjährige mit einem dunklen Pagenkopf, die schwarze Leggins, ein schwarzes T-Shirt und eine grüne Leinenjacke darüber gezogen trug, hatte ihr erzählt, daß sie eine Schreibtrainerausbildung absolviert hatte und angehende Autoren und ihre Werken coachen würde und da hatte sie für sich vollig überraschend gesagt “Das können auch bei mir tun!”

Die Frage sofort zurücknehmen und mit “Unsinn! War nur ein Scherz!”, kommentierten wollen.

Die andere hatte aber erfreut geschaut.

“Sehr gern!”, gesagt und ihr das Pfarrcafe vorgeschlagen, in dem sie einmal in der Woche eine Schreibgruppe abhalten würde.

“Wenn Sie Lust haben, kommen Sie doch dorthin!”, gesagt. Und für Eja wieder völlig überraschend, hatte sie das, obwohl sie das ja eigentlich gar nicht wollte, getan. Eineinhalb Stunden zwischen einer handvoll älterer Damen gesessen, die die neue österreichische Buchpreisliste durchgekaut und als “Wenig überraschend!”, bezeichnet hatten.

“Dann treffen wir uns am besten nachher im Cafe und Sie sagen mir, wo der Schuh drückt!”, hatte die Schreibtrainerin zu ihr gesagt, nachdem sie sie begrüßt und ihr versichert hatte, wie sehr sie sie freue, Eja in ihrer Schreibgruppe zu sehen.

“Vielleicht haben Sie Lust regelmäßig teilzunehmen!”, gehofft. Eja hatte den Kopf geschüttelt und tat das jetzt noch einmal. Denn eigentlich hatte sie keine Ahnung, was sie von der mindestens dreißig Jahre jüngeren junge Frau wollte. Was wollte sie bei ihr coachen? Oder ja, doch natürlich und selbstverständlich. Wurden ihre Texte doch immer kürzer. Die letzten Romane, die sie geschrieben hatte, waren nicht länger als zwanzig bis fünfundzwanzigtausend Worte geworden und wenn sie im November wieder am “Nanowrimo” am nationalen writing month, der von Amerika auch nach Österreich hinübergeschgewappt war, teilnehmen wollte, mußte sie fünfzigtausend Worte zusammenbringen. Das hatte sie in den letzten Jahren schon mehrmals getan und die erforderte Wortzahl, für die man sich dann eine Winner-Urkunde und einen Tusch abholen konnte, auch zusammengebracht. Gut, da hatte sie auch öfter zusammengestückelt und jetzt war sie nicht ganz sicher, da ihre Texte immer kürzer wurden und sie, die erfolglose Autorin, die sehr darunter litt, daß es ihr nicht und nicht gelang in den Literaturbetrieb hineinzukommen, ein wenig den Verdacht hatte, vielleicht schon ausgeschrieben zu sein.

“Wo drückt der Schuh? Wo kann ich Ihnen helfen!”, fragte sie schwarzhaarige und schwarzgekleidete Trainerin, nachdem sie ihren Kaffee ausgetrunken hatten, auch jetzt und Eja Augustin schüttelte wieder nachdenklich den Kopf.

“Damit länger und erfolgreicher zu werden! Endlich einmal aufzufallen und positives Feedback zu bekommen!”, war natürlich die Antwort.

Aber ob ihr da die junge Frau, die eigentlich auch nur ein Phantasieprodukt und in ihren Texten zu finden war, ihr helfen konnte, war die Frage? Wahrscheinlich würde sie, wenn sie die Taktik der konstuktiven Kritik, die ihr früher sehr gefehlt hatte, beherrschte, sie loben und ihr dann auch raten, sich Zeit zu lassen, auf ihre Schwächen, die natürlich vorhanden waren, zu schauen und sich nicht unter Druck zu setzen.

“In der Kürze liegt die Würze!”, würde sie vielleicht ein bekanntes Sprichwort zitieren und dann hinzufügen, daß man in der Kürze auch die Dichte sehen könne

“Vielleicht sind Sie einfach dichter und lyrischer geworden!”

Und das wurde auch von den Literaturprofis gefordert und ihr dann zu ihrer Beharrlichkeit gratulieren und ihr empfehlen sich nicht irriteren zu lassen, sondern einfach weiterschreiben.

Alles haben

Jetzt kommt ein Buch, das ich eigentlich für die Italien Durchfahrt unserer Frankreichreise mitnehmen hätte können oder vielleicht schon Marco Missirolls zweiten Roman früher lesen, denn ich habe es von “Wagenbach” als E- Pub bekommen. Das ist sich aber nicht mehr ausgegangen. Also ein <Nachtrag und eine Rückschau auf die Zeit, als wir durch Italien gefahren sind, die Leute von auf die Strände gehen sahen und zuerst keinen Campingplatz gefunden haben.

Von dem 1981 in Rimini geborenen Marco Missiroli habe ich schon “Treue” gelesen und dieses in drei Kapitel geschrieben Buch ist sehr interessant und hat auch überraschende Spannungsbögen.

Es beginnt im Juni i n Rimini, wo sich die Leute gerade erst auf den Touristenstrom vorbereitet. Dahin kommt Sandro, der in Mailand Werbetexter und auch spielsüchtig ist, zu seinem Vater nach Hause, mit dem es Spannungen gibt. Seine Mutter Caterina ist schon gestorben. Der Vater Nando, ein Eisenbahner, der ihn Sandrino nennt, war früher Tänzer. Sandro besucht seine Freunde undam Schluß des Kapitels sagt der Vater nebenbei, daß er nur mehr kurz zu leben hat. Das hätten ihm die Ärzte gesagt.

Dann geht es im Herbst weiter. Sandro ist offenbar in Rimini geblieben und pflegt den krebskranken Vater. Es gibt immer wieder Rückblenden in die Vergangenheit. Sandros Spielsucht wird aufgehüllt. Er hat die Eltern beklaut, Schulden gemacht und am Schluß des Kapitels stirbt der Vater.

Im November ist das Begräbnis vorbei. Der Vater hat dem Sohn einiges hinterlassen. Dabei auch einen Sparbrief, den er nur unterschreiben muß. Sandro nimmt aber das Geld und macht sich einen Termin für einen privaten Spielsalon aus. Da geht er, von einem Freund gewarnt, auch hin. Nachdem er aber zweitausend Euro verloren hat, steigt er aus und beschließt nie wieder zu spielen.

Ob das wirklich realistisch ist, weiß oder glaube ich nicht. Das Buch ist aber sehr eindrucksvoll. Vor allem weil man einen guten Eindruck bekommt, was in Italien außer dem, was man als durchfahrender Tourist mitbekommt, passiert.

Als schöne Metapher taucht immer wieder die Frage auf, was man mit einer Million Euro auf den Konto tun würde ? Und das “Alles haben” oder “Avere tutto” wird als Wunsch auch erwähnt.

Madame Curie und die Kraft des Träumes

Als mir auf der Rückfahrt unserer Frankreisreise die deutschsprachigen Bücher französischer Autoren fehlten, habe ich mich auf Bregenz und den dortigen Bücherschrank gefreut. Ich suche ja in fremden Städten diese regelmäßig auf und bin da auch sehr fündig geworden und mit dem vollgefüllten Fahrradkorb auf den Campingplatz zurückgefahren. Die Erika Kronabitter

haben wir ja leider an diesem Abend nicht getroffen. Dafür lag Arnos Geiger “Es geht uns gut”, der neu in der “Ohrenschmaus-Jury” ist und ihn als jungen Autor 1996 in Klagenfurt lesen hörte und das den ersten deutschen Buchpreis gewonnen hat in dem Kasten an der Seepromenade und Reinhard Bilgeris “Der Atem des Himmels” dort und letzteres hätte ich eigentlich auf der Rückfahrt nach Wien lesen können, weil ich den Buchpreis-Roman schon gelesen habe, als ich das letzte Mal von Bregenz zurückgekommen bin oder weil ja die Vorarlberg Literatur passend.

Leider habe ich am letzten Donnerstagmorgen nicht daran gedacht. Die Bücher lagen in der Tasche die mir der Alfred vor einigen Jahren aus der USA zurückgebracht hat und die Pluhar war gerade ausgelesen.

“Was lese ich jetzt?”, habe ich stattdessen gedacht und dann zu dem “Curie-Roman von Susanne Leonard gegriffen und das passt, weil die Curie ja lang in Paris gelebt hat und Susanne Leonhard wie in der Lebensbeschreibung steht das “savoire vire” liebt, ja zu Frankreich und über die Nobelpreisträgerin, die das Radium entdeckte und daran selbst zugrunde ging, habe ich ja, ich glaube, schon als Hauptschülerin Oskar Jan Tauschinskis Jugendbuch, das wahrscheinlich über die Kinderfreunde zu mir gekommen ist “Wer ist diese Frau?, gelesen, das mich sehr beeindruckt hat.

Also noch einmal darüber lesen. Noch ein biografischer Roman, der allerdings recht dick war, so daß ich einige Tage brauchte, bis er ausgelesen war, dabei warten ja noch eine Reihe Bücher auf mich, bevor es an das Buchpreislesen geht.

Es war aber eine leichte Lektüre und sehr interessant, mir das Leben der berühmten Frau in Erinnerung zu rufen, die als Maria Sklodowska 1867 in dem von Russen besetzen Warschau zur Welt gekommen ist. Die Mutter war krank, der Vater Lehrer und da er die Mutter nach Nizza zur Kur schickte, war das Geld knapp. So daß er Privatschüler unterrichten mußte. Trotzdem besuchte Mania, wie sie genannt wurde, eine polnische Privatschule und mußte da den russischen Inspektoren, weil sie die Klassenbeste war, immer das “Vater unser” und die Namen der Zaren auf Russisch aufsagen.

Denn Polnisch war damals verboten. Mania, deren Mutter und eine Schwester bald an der Tuberkulose stirbt, macht dann bald die Matura am russischen Gymnasium und arbeitet als Gouvernante, um die ältere Schwester Bronia, nach Paris zum Studium schicken zu kännen. Denn das war damals in Polen den Frauen verboten.

Sie kommt später nach. Zuerst hat sie sich aber in einen Gutbesitzersohn verliebt, der sie leider, leider nicht heiraten kann und die Studienjahre an der Sorbonne warenvon tiefster Armut geprägt. Die ehrgeizige Studentin vergißt oft aufs Essen und forscht an verschiedenen Elementen, wo sie da Polonium und das Radium entdeckt.

Da hat sie schon ihren Pierre Curie kennengelernt, in den sie sich verliebt, aber zögert ihn zu heiraten. Die Armut und die Frauendiskrimnierung hält noch einige Zeit an, bevor sie ihr Labor und das erste Kind Irene bekommt.

In dem Buch wird das in einigen Teilen erzählt. Es beginnt 1926 am Vorarbend von Irenes Hochzeit. Da steht Marie am Grab ihres Perre. Er ist viel früher als sie gestorben und denkt über ihr Leben nach, beziehungsweise erzählt sie das einigen Frauen, darunter ihrer zweiten Tochter Eve, die, glaube ich, auch ein Buch über ihre Mutter geschrieben hat.

1903 bekommt sie mit Pierre und Henri Becquerel den Nobelpreis für Physik reist aber nicht nach Stockholm. Da sind sie und Pierre schon krank. Denn sie hat ja mit ihren Händen in das Radium gegriffen, mit diesen Körperversuche gemacht oder sich solches in ihr Zimmer gestellt, weil es so schön leuchtet und es gibt auch Differenzen mit Bequerel.

Es wird dann die zweite Tochter geboren und 1911 wird ihr dann allein der Nobelpreis für Chemie zugesprochen. Da fährt sie dann nach Stockholm und darf wahrscheinlich auch die Rede halten und sich vom König die Hände küssen lassen, die von der vielen Forschung rot und rissig sind.

Ein interessantes Buch, wo man viel über die ungewöhnliche Forscherin und Nobelpreisträgerin erfahren kann, die sehr intelligent und ehrgeizig war und in allem die beste sein wollte.

Ob das mit der Kraft des Träumen wirklich richtig ist, glaube ich nicht, denn vom Träumen bekommt man nicht den Nobelpreis und das Radium hat ähnlich, wie das Dynamit auch viel Schaden über die Menschheit gebracht.

Neues aus der Schreibwerkstatt

Mein dritter Text iin diesem Jahr wieder angeregt durch die Romanschule-Webinare ist ja im Rohtext wieder sehr kurz geworden.drei Neunundvierzig Seiten, 24.012 Wörter und dreiundzwanzig Szenen und da auch schon ein bißchen angestückelt. Ein paar Szenen hinzugefügt und irgendwie geplant auch den drei Szenen langen “2035-Roman” noch irgendwie zu verlängern.

Ja die Kürze in der ja angeblich die Würze liegt, hat mich jetzt irgendwie eingefangen, so daß ich nur staunen kann, wie ich acht oder neunmal beim “Nanowrimo” die 50.000 Worte schaffte.

“Schreiben Sie doch Kurzgeschichten!” hat mein Ratgeber Uli mir empfohlen. Habe ich, habe ich, aber das war ja eigentlich als Roman angelegt und da höre ich auch immer von den Experimentellen, daß das endlos vor sich Hinschwaffeln nicht literarisch ist, denn das ist nur die verdichtete Lyrik, wäre also vielleicht kein so schlimmes Zeichen, obwohl ich denke, daß es eher an dem “Ausgeschrieben” liegt, nach fünfzig <jahre literarischen Schreiben und über sechzig Büchern ist das vielleicht so und ist den anderen Vielschreibern wie Martin Walser oder Philipp Roth auch nicht besser ergangen.

Da ist vielleicht eine Glosse aus der Eja-Augustin Reihe geplant. Vor dem Urlaub habe ich jedenfalls das Vorhandene Szene um Szene korrigiert und war etwa bei der Hälfte oder beim letzten Drittel, als wir losgefahren sind. Und da habe ich den Laptop auf den Zelturlaub nicht mitgenommen, wohl aber mein schönes oranges Büchlein mit dem Konzept und bei drei Tagen Anfahrt ist da so einiges hinzugekommen. Denn als ich die “Mittsommertage” gelesen habe, ist mir schon die Idee für das Next, ja, das geht bei mir schnell, lieber Uli,, gekommen und ich habe gedacht, daß ich vielleicht eine “Stalking-Geschichte” schreiben könnte. Das heißt eine Frau trifft einenMann in der U-Bahn und fühlt sich von ihm verfolgt und umgekehrt. Wieder kein ganz so neues Thema, in “Zwischen Hütteldorf und Heiligenstadt”, vor Jahren geschrieben, war das ähnlich, daß eine Linke einen eher rechten Politiker traf. Das haben wir auch in der “Reise nach Odessa” und in der “Mathilde im Coronaland”.

Aber diesmal könnte die Laura, die ein Praktikum in einer Marketingagentur macht und gerade ihr Studium abgeschlossen hat, Corona traumatisiert sein. Da heißt der Lebensgefährte ihrer Mutter hat ihr in der Pandemie sehr zugesetzt und Severin Sickinger, der Mathematik und Musikstudent, also kein rechter Politiker, denn das hat sich in den letzten Jahren ohnehin stark geändert, was man eigentlich auch aufarbeiten könnte, ist ein wenig schüchtern. Er nimmt Klavierstudenten bei der alten Olga Tocarcz, deren Mutter ukrainische Zwangsarbeiterin war und die wohnt wieder ausgerechnet neben der Lura. Was auch der Grund ist, warum sich die Beiden so oft in der U-Bahn treffen und die fünfundziebzigjährige Olga Tocarcz hat eine Brigderunde. Da gibt es den sechundsiebzigjährigen Edgar Hillinger, der in der “Aktiven Zeitung” Kolumnen schreibt und mit Olga über die Ukraine-Krise diskutiert.

Das alles und noch mehr habe ich während der Reise in mein Buch hineingeplant und da ist mir auch wieder die Idee für einen dystopischen Roman gekommen, denn die Laura will, inspiriert von ihrer Freundin Sandra, die beim Edgar Hilinger auch gerade ein Praktium macht, einen Comic über die Corona-Krise zeichnen und da habe ich zuerst gedacht, schreibe ich einen Neuen und dann kamen schon die Ideen, wie ich “2035” vielleicht doch verlängern könnte?

Das werde ich jetzt tun und das Cover für den “Ukraine Blues” ist auch schon da, so daß das sehr kurze Manuskript an die Druckerei gehen könnte und es bald die Vorschau geben wird.

Anna-Elisabeth Mayers neues Buch

Die “Gesellschaft für Literatur” hat ein neues Programmdesign und das, größer und in Buchform, ist heute zu mir gekommen und da habe ich gesehen, daß es da schon eine Veranstaltung gibt.

Die 1977 in Salzburg geborene Anna-Elisabeth Mayer, die den “Alpha–” und den “Priessnitz-Preis” gewonnen hat, hat da ihr viertes dicht an der Wirklichkeit angelehntes Buch, wie Ursula Ebel sagte, das sich in Corona-Zeiten mit der Digitalisierung auseinandersetzt, vorgestellt und eigentlich hätte die Veranstaltung im Rahmen des “17 Wiener Seminar für Mitarbeiterinnen der Österreich Bibliotheken im Ausland” stattfinden sollen, wie das, glaube ich, auch früher schon der Fall war, dieses wurde aber abgesagt, so war es eine Saisoneröffnungsveranstaltungen. Es waren aber einige Bibliothekarinnen aus Polen und aus Rumänien da und mir ist dieVeranstaltung eher unerwartet gekommen, hatte ich doch schon gebloggt, dann noch eine sechs Uhr Stunde und wollte am Abend eigentlich lesen.

Also habe ich mir zugeredet “Du mußt nicht hingehen und vielleicht wirst du auch erst später fertig!”

Dann ist die Klientin aber nicht gekommen und ich war erstaunt, wie wenig Leute im Publikum waren.

Ursula Ebel hat moderiert und die Autorin vorgestellt, deren Buch an mir, die ich mich in den letzten Tagen ja sehr intensiv mit der deutschen und der österreichischen Liste beschäftigt habe und die österreichischen Bücherauch schon fast alle über die Netgalley bezogen habe, vollkommen vorbeigegangen ist.

Dabei ist das Thema ja sehr sehr interessant, beschäftige ich mich doch seit drei Jahren mit dem Thema Corona und beobachte voll Neugier, wie sehr das in der Literatur wiederzufinden ist und da hat Ursula Ebel die Pandemie öfter in ihrer Einleitung erwähnt, die Autorin eigentlich weniger und es geht gar nicht darum, obwohl die Zeit vorkommt, wie sie mir später erklärte, sondern darum, daß in einer Wiener Volksschule eine digitale Lernplattform eingeführt werden soll und eine Lehrerin wehrt sich dagegen, weil sie die totale Überwachung der Kinder darin befürchtet. Das und, wie das ausschaut wird gar nicht so sehr erläutert. Es gibt aber zwei Handlungsstränge und hier wird der Protagonist vom Antogonisten sehr klar unterschieden. Da gibt es also diese Martha mit ihren zwei Freundinnen und die befindet sich gerade auf einer Art Kur, als sie von ihrer Direktorin, die Information von der Einführung bekommt. Sie empört sich dagegen und schreibt an das Bildungsministerium, bekommt aber keine klare Antwrt und dort gibt es einen Anatol und ein Startup, die diese Plattform gibt es auch.

Anna-Elisabeth Mayer hat drei Szenen immer wieder vom Gespräch unterbrochen, gelesen und dann gab es noch ein Glas Wein und da hat sich der Vater ,der Autorin, der mir ja einmal ihr erstes Buch geschickt hat, weil sie mich ja damals vom “Alpha “hinausgeschmissen haben, an mich erinnert und die Autorin habe ich auch gefragt, wie weit Corona

in dem Buch eine Rolle spielt.

Also interessant, interessant und jetzt kann ich mir überlegen, ob ich das Buch anfrage, was in Bezug auf die Buchpreisbücher, die noch auf mich warten, vielleicht keine so gute Idee ist.

Die neue österreichische Longlist

Während die auf die ersten deutschen Longlistbücher” warte, wurde heute die Longlist des “Österreichischen Buchpreises,”, den es seit 2016 gibt, bekannt gegeben und da habe ich mir ausgerechnet, daß die Chance schon vieles gelesen habe, hoch ist, stehen doch schon sechs Österreicher auf der deutschen Liste. Also habe ich gedacht, daß

  1. Birgit Birnbacher “Wovon wir leben”, wo wir bei den O-Tönen waren
  2. Milena Michiko Flasars “Oben Erde, unten Himmel”
  3. Teresa Präauer “Kochen im falschen Jahrhundert”
  4. Clemens J. Setz “Monde vor der Landung”
  5. Raphaela Edelbauer “Die Inkommensurablen”
  6. Marlene Streeruwitz “Tage im Mai”
  7. Sabine Gruber “Die Dauer der Liebe”
  8. Thomas Olah “Doppler”
  9. Tonio Schachinger “Echtzeitalter”
  10. Luca Kieser “Weil da war etwas im Wasser”

stehen könnte und das hätte ich schon gelesen.

Die drei Debuts wären auch noch dabei. Aber da würde mir außer Olah und Kieser nichts einfallen und dann nach meiner ersten Stunde und dem Antrag, den ich geschrieben habe, nachgesehen, was wirklich daraufsteht.

Die Jury besteht heuer aus: Verena Brunner-Loss, Imogena Doderer, Joachim Leitner, Katrin Schumacher, Norbert Christian Wolf und die haben sich für

1.Birgit Birnbacher “Wovon wir leben”

2. Milena Michiko Flasar “Oben Erde,unten Himmel”

3. Susanne Gregor “Wir werden fliegen”

4. Wolf Haas “Eigentum”

5. Maja Haderlap “Nachtfrauen”

6. Bodo Hell “begabte Bäume”

7. Karin Peschka “Dschomba”

8. Teresa Präauer “Kochen im falschen Jahrhundert”

9. Clemens J. Setz “Monde vor der Landung”

10. Christina Walker “Kleine Schule des Fliegens”

Und bei den Debuts:

  1. Arad Dabiri “Drama”
  2. Rhomas Olah “Doppler”
  3. Eva Reisinger “Männer töten”

Sehr schön würde ich sagen und bin eigentlich, wie auch bei der deutschen Liste sehr zufrieden und jetzt auf das Lesen gespannt und neugierig und freue mich auf das Lesen, was, da noch einige andere Rezensionsexemplare auf mich warten, etwas dauern wird. Den Bodo Hell und die Birgit Birnbacher habe ich aber schon als PDFs bekommen und mir das deutsche Lesebüchlein hochgeladen.

H. C. Artmanns Villon Balladen

Der letzte Abend der Sommerlesetheaterreihe im Weinhaus Sittl war den von H. C. Artmann, übersetzten Villon Balladen gewidmet und interessanterweise hörte ich das am Morgen bei den Kulturhinweisen in Ö1 und als ich den Garten erreichte war es sehr voll und wieder einmal schwierig einen Platz zu finden.

Aber diesmal andere Leute als sonst im Publikum, außer Ottwald John und Thomas Northoff eigentlich keine Leute, die sonst zu den Veranstaltern kommen.

Dafür sind wir an einem Tisch mit einem Schauspieler und einem Kunsthistoriker gesessen, mit denen wir dann später sehr angeregt diskutierten, ob Josef Weinheber ein nationalsozialistischer Dichter war.

Conny Hannes Meyer war da und der 1951 in St. Pölten geborene Schauspieler Erwin Leder, der den Abend alleine mit Heinz Jiras an der “Kwetschn” gestaltete , gab zuerst einen Einblick über das Leben des 1431 in Paris geborenen Francois Villon, den als einen der bedeutensten Dichter des französischen Mittelalters bezeichnete, der ein sehr bewegtes Leben hatte, oft im Gefängnis saß und auch in verschiedene Raufhandel verwickelt war, aber auch viele satirische Gedichte und einige Testamente schrieb, also vielleicht ganz gut als Abschluß zu unserer Frankreichreise und meinen Frankreichleseschwerpunkt passt.

Der 1921 in Wien-Breitensee geborene H. C. Artmann hat diese Balladen 1968 übersetzt beziehungsweise in eine Wienerische Sprache übertragen. Es gibt achtundzwanzig Balladen, die von Erwin Leder von Musik begleitet, gesungen wurden und das Publikum, es war auch ein Kamermann da, sehr begeisterte.