Zwei neue Bücher über die Zwischenkriegszeit

Wieder “Wien-Reihe” in der “Alten Schmiede” und ich bin wegen einer Terminverschiebung hingekommen. Habe ich die “Wien-Reihe”, als sie noch “Literatur im MuSA” hieß, sehr gern verfolgt, weil hier immer die “Wien Stipendiaten” und Preisträger vorgestellt werden. Man weiß, wer ein Stipendium kommt und sich auch in die Texte einhören kann und diesmal war es wirkich interessant, obwohl ich das gar nicht vermutet hätte, stelten doch die die 1970 geborene Tanja Paar und der 1981 geborene Paul Ferstl ihre jeweiligen Works on Progess vor, mit denen sie das “Canetti-Stipendium” bekommen habe.. Das geht über drei Jahre, so daß längere Projekte fertig gestellt werden können und beide Bücher beschäftigen sich mit der Zwischenkriegszeit.

Tana Paar habe ich, glaube ich, schon einmal bei den “O Tönen” gehört, sie hat zwei Bücher geschrieben, die “Unzertrennlichen” und die “Zitternde Welt” und ihr neues Projekt trägt den Titel “Der Scheitel der Frau” spielt im Jahr 1928 am kleinen Semmering.

Dort haben die Reichen und auch weniger Reichen ihre Sommerfrische verbriacht und Tanja Paars Großvater war dort Bahnhofvorstand und die Großmutter mit einer orthodoxen Jüdin befreundet. Darüber dreht sich das Buch von dem es offenbar nur das Kapitel gibt, das Tanja Paar gelesen hat. Sie hat sich dazu einen Bleistift mitgenommen und einiges angestrichen, was sie noch verändern will, beispielsweise zwei Namen, verraten daß in ihren Büchern immer eine Narbe vorkommt und, daß sie erst in der Recherchephase ist und das Buch von 1928 bis 1938 spielen soll und der mir bis jetzt eher unbekannte Paull Ferstl, der auch schon ein paar Bücher geschrieben hat, hat seinen Roman “Rostrot” im Februar 1934 in der Steiermark angesiedelt und da werden nach dem Februaraufstand zwei Buben von der Polizei festgenommen und gefoltert.

Intereressant, interessant, die Beschäftigung mit der Zeit vor hundert Jahren, wo man ja die Paralellen zur Jetztzeit ziehen könnte. Haben wir doch jetzt auch eine Verarmung und eine Inflation und die Schwarzen hetzen gegen die Roten, weil sich Andreas Babler, der neue SP- Chef Marxist genannt hat und das dann gleich wieder zurückgenommen hat.

Julia Danielcyk fragte nach den sprachlichen Vorbildern.Tanja Paar nannte Hermynia zur Mühlen und Vicki Baum. Paul Ferstl glaube ich noch Jura Soyfer, aber eigentlich hat er sich eher mit der Fantasy und der Science Fiction beschäftigt und ich würde die Bücher gerne lesen. Mal sehen, wann sie erscheinen werden.

Steinunn Sigurdardottirs Gletscher, Wasser, Staub

Islandabend im Literaturhaus. Denn die 1950 in Reykjavik geborene Steinunn Sigurdardottir, die ausgezeichnet Deutsch spricht und glaube ich, auch in Kreuzberg lebt, wurde von Daniel Terkl bzw. Verena Stauffer eingeladen ihren Gedichtband “Nachtdämmern”, der bei “Dörlemann” erschienen und von Kristof Magnusson, der glaube ich schon einmal auf der deutschen Buchpreisliste stand, in dem es um das Gletschersterben und die Klimaveränderungen geht, vorzustellen und das war sehr sehr interessant, obwohl ich trotzdem Island-Schwerpunkt den es einmal in Frankfurt gab, noch nie etwas von einer Steinunn Sigurdardottir gehört habe oder mich nicht während meines damaligen Streamings erinnern kann.

Daniel Terkl war gerade bei seiner Einleitung, als ich das Liiteraturhaus sehr spät nach meiner sechs Uhr Stunde erreichte und dann ist die Autorin aufgestanden und hat in ihrem guten Deutsch einige ihrer Gedichte gelesen in denen es um sieben Frauen, die Natur und die schon erwähnten Gletscher ging. Dann kam die Reaktion der 1978 geborenen Verena Stauffer von der ich “Orchis” und “Ousia”gelesen habe, mit ihrer Reaktion darauf.

Sie saß in der ersten Reihe im Publikum und hat ebenfalls mit Naturgedichten, wie zum Beispiels eines über “Eisblumen” darauf geantwortet.

Musikstücke von Steinunn Sigurdardottirs Ehemann gab es auch und dann gab es ein ausführliches Gespräch zwischen Verena Stauffer und Steinunn Sigurdardottir, die mit ihrem Schreiben, ihrer Beziehung zu ihrem Ehemann begannen und dann zu der Klimaveränderung, dem Schmelzen der Gletscher die die Siebzigjährige, die in ganz Island an verschiedenen Orten gelebt hat, hautnah erlebten, übergingen.

Ein sehr berührendes Buch und ein sehr berührender Abend. Mit einer Mutter einer Schulkollegin der Anna habe ich mich ein bißchen unterhalten und ihr erzählt, daß ich auf den Corona-Demos war, was sie nicht glauben konnte und ein paar Gläser Wein getrunken. Astrid Nischkauer war da und zu meiner Überraschung Kurt Neumann der mit offenen Armen auf die Autorin zuging und sie freudig umarmte.

Will ich einen Roman schreiben?

Natürlich und habe das seit cirka fünfzig Jahren auch schon mehrmals getan. Nach außen nicht sehr erfolgreich, ich weiß und der liebe Uli wird mir das auch gleich schreiben.

Aber “Die Hierachien” sind Anfang Neunzig in der “Edition Wortbrücke” erschienen, das andere war dann selbstgemacht.

An die sechzig selbstgemacht Bücher, wie ich immer schreibe. Nicht alles Romane, ich weiß, zwei Erzählbände, drei Literaturgeflüster-Bücher” und dann auch noch einige Novellen und längere Erzählungen oder Krzromane. Ich werde immer kürzer und das Corona-Fieber hat mich vor drei Jahren auch gepackt, so daß da auch zwölf Bücher entstanden sind.

Am zwanzigsten April, das habe ich auch schon geschrieben, ist mein Computer eingegangen. Da konnte ich, die ich gerade den “Ukraine-Blues” korrigierte, jetzt fast zwei Monate nicht weiterkorrigieren und “Die drei Frauen”,, die jetzt beim Alfi liegen und noch ein Cover brauchen, müssen auch erst fertig werden.

eine vage Idee für was Neues gibt es auch schon. Ich glaube, das habe ich schon geschrieben und ein paar Szeneentwürfe in mein Notizbuch aufnotiert, war aber in den letzten zwei Monaten in Leipzig, habe fünfzig Jahre GAV gefeiert und dann das “Gstöttmaier-Buch” fertig korrigiert, so daß ich nicht sehr zum Neuplanen gekommen bin und da hat mich jetzt Jurenka Jurk mit ihrer “Romanschule” wieder zu einem kostenosen Webinar eingeladen in dem sie ihren “Romanfahrplan” vorstellte.

Diesmal ganze vier Stunden zum Thema “Hilfe, ich will einen Roman schreiben”

Da sie, glaube ich, die These vertritt, daß die meisten Romane nicht fertig werden, weil es den Leuten am Handwerk fehlt. Deshalb gibt es ihren “Romanfahrplan” mit den acht Stufen, der Ideenfindung, der Figurenplanung, sie meint daß die Figuren das Herzstück der Romanplanung ist. Dann kommt die “Heldenreise”.

Da kam es vor kurzem auch ein Webinar, wo es um das starke Ziel ging, das man für die Romanplanung braucht. Daraus ist dann die Idee zum “Ukraine blues” gekommen. Ein sehr kurzer Roman oder eine längere Erzählung mit der ich eigentlich gar nicht so zufrieden bin. Ist ja ein heikles Thema, weil man gleich als Volksfeind gilt, wenn man sagt, man ist für den Frieden und gegen Waffenlieferungen.

Aber der Text ist fertiggeworden. Zugegeben nur achtundvierzig Rohtextseiten und meine Texte werden eigentlich alle fertig. Dann korrigiere ich sie nach der “Szenenplanung” und dem “Losschreiben”, was bei Jurenka Jurk nur einen eher kleinen Raum einnimmt, kommt dann die “Überarbeitung”,.

Das mache derzeit beim “Ukraine-Blues”. Wenn ich damit fertig bin, entwerfe ich den Beschreibungstext und übergebe das Ganze dem Alfred, der es Druckereifertig macht und wenn das soweit ist, mache ich eine Vorschau mit drei Gewinnspielfragen und wenn das Buch erschienen ist, gibt es noch einen Promotionsartikel mit der Einladung zu einer Lesereunde und auf meiner Website ist das Ganze dann nochmal mit einem Probekapitel zu finden.

So weit so what. In Jurenka Jurks zweijährigern Romankurs gibt es noch einen Expose- und Marketingkurs, der das vielleicht erfasst und das war es dann bei mir.

Damit ist es dann erledigt. Das heißt bei der “Poet Night” oder bei anderen Lesungen trage ich ein Stückchen daraus vor und das war es dann und ich fange das nächste Projekt an.

So weit wäre ich mit Jurenka Jurk d´ accord, nur daß meine Texte fertig werden und es das Buch fünzig Mal in gedruckter Form gibt. Bei dem vier Stunden Webinar ging es zuerst sehr intensiv, um die Frage, warum man schreiben will?

Das ist für mich eigentlich klar. Um mich selbst zu verwirklichen, meine Meinung ausdzudrucken und die vielleicht für dieNachwelt zu archivieren. Es ging auch um die Frage, was den Hobbyautor vom richtigen Autor unterscheidet und betonte Jureka Jurk das Ziel, den Plan und auch die Bereitschaft an sich zu arbeiten und sich das Handwerkszeug anzueignen.

Ein Zeitmanagement habe ich nach fünfzig Jahren schreiben eigentlich auch schon. Ich beginne mit einer Idee. Bei dem letzten “Heldenreise-Webinar” habe ich mir die Idee zum “Ukraine Blues” mitgenommen und bei dem fünftägigen Jahresanfang Webinar die zu den “Drei Frauen”.

Jetzt hätte ich die von der Frau mit der dementen Großmutter, deren Freund verstorben ist und die nun dessen Doppelgänger sieht. Das habe ich mir vor ein paar Monaten aufgeschrieben und mußte es mir heute erst wieder ins Gedächtnis rufen. Also nur eine sehr vage Idee. Ich muß aber ohnehin noch mit zwei anderen Büchern fertig werden und Jurenka Jurk ist in den vier Stunden im Schnellverfahren ihren ganzen “Romanfahrplan” mit Übungen durchgegangen. Also konnte man was die “Figurenplanung” betrifft den anderen mitteilen, was die Stärken und die Schwächen der Hauptfigur wäre und interessant war dabei auch, daß Jurenka Jurk, obwohl sie immer vom autobiografischen Schreiben warnt oder sich mit diesen in ihren Kurs nicht einlassen will, daß man selbst die stärkste Figur sei.

Nun ja, könnte man so sehen, denn es ist ja alles autobiografisch und alles gleichzeitig nicht, wie ich ja einmal meiner zweiten Kritikerin JuSophie so mitteilte.

Dann gab es eine Übung zur “Heldenreise”, also zum starken Ziel. Denn die “Heldenreise” beginnt ja damit, daß die Figur ihre vertraute Ummgebung verläßt und in neuen Gefilde aufbricht. Das braucht eine starke Fallhöhe. Da ist bei mir ,zugegben immer etwas vage ausgedrückt.

Aber meine Romane werden fertig. Was ich dann bräuchte wäre das Feedback und die Anerkennung von außen und das war dann schon die Abschlußfrage, was man braucht um seine ziele zu erreichen? Und meinte damit höchstwahrscheinlich das Handwerkzeug. Da fehlt mir wahrscheinlich sicher auch noch einiges und es wäre auch die Frage, was sich bei meinem Schreiben ändern würde, wenn ich mich auf den Kurs einlassen würde?

Wieviel besser mein Roman dann wäre, kann ich ich jetzt nicht sagen. Um einiges sicher, ob ich aber damit einen Verlag finde, zum “Bachmann-Preislesen” eingeladen werde oder auf die “Buchpreislisten” ,komme wäre sehr die Frage.

Eigentlich genügen mir schon eine Handvoll Leser, die mir Kommentare schreiben und vielleicht einen Verlag ,der mich herausbringt, obwohl die schreibe ich schon lange nicht an. Ein etwas größerer Bekanntheitsgrad wäre also gut und ich kompensiere, das, was ich nicht habe, durch Artikel wie diesen, meine Schreibberichte, etcetera.

Jurenka Jurk erwähnte noch die Wichtigkeit von Gleichgesinnten und inzwischen bestehen ihre Kurse aus sechs Teilnehmer, wo man voneinander lernen kann. Das ist sicher wichtig und man lernt bestimmt viel von den anderen. Aber ich interessiere mich schon sehr lange für das Schreiben und seit es die Webinare im Netz oder die Gratisseminare des Writerseminars, gibt habe ich viel gelernt und natürlich ist es die Frage, mit der ich mich schon 2009 beschäftigt habe, ob man Schreibschulen braucht selber lernen kann?

Natürlich kann man das. Nach fünfzig Jahre schreiben habe ich schon soviel gelernt, daß meine Sachen fertig werden und jetzt im Bücherregal in derKrongasse lagern. Mit einer Schreibschule, der “Roman “Ausbildung zum Romanautor”, dem “Writersstudio”, der “Hochschule für Sprachkunst” oder dem “Literaturinstitut in Leipzig” geht das natürlich schneller und das war auch eine Frage eines Teilnehmers, ob man die zweijährige nicht so billige Romanschule braucht?

Man kann es natürlich selber lernen, denke ich und die Gratiswebinare sind auch sehr sehr intensiv. Sie geben Anregungen. Den Rest muß man dann selber machen und da hat sich in den letzten Jahren viel geändert. Denn das Netz ist voll von Anregungen.

Wer schreiben will, kann es tun und lernen. Seine bücher dann auch selbst herausgeben bei “Amazon” oder so wie ich. An den Lesern, fürchte ich, wird es dann vielleicht hapern. Denn es schreiben immer mehr Leute. Sie lesen dafür weniger. Ich tue beides und so habe ich in meinem jubiläumsjahr in dem vier Stundenkurs wieder viel gelernt und bin gespannt auf mein neues Werk, obwohl ich da auch ein bißchen skeptisch bin. Denn ich habe schon sehr viel geschrieben. Sechzig Bücher muß mir erst einer nachmachen. Fürhle mich auch ein wenig ausgeschrieben und denke es sollte vielleicht das gesehen werden, was ich schon habe. Aber da habe ich bei den fünfzehn Jahre “Literaturgeflüster-Feiern” noch einges vor, seien wir gespannt.

Wer hat Bambi getötet?

Jetzt kommt das letzte Buch der heuer für den Leipziger Buchpreis Nominierten und das fünfte der Übersetzungen, die ich bekommen habe und das Buch der 1961 in Helsingör geborenen Monika Fagerholm “Wer hat Bambi getötet?”, das von Antje Ravic Strubel übersetzt wurde, wurde auch während der “Buch Wien” im Literaturhaus vorgestellt, da habe ich, weil ich da wegen der Wiener Corona Maßnahmen zu Fuß gehen mußte, das Hingehen nicht geschafft.

Jetzt also das Leseerlebnis, des und das ist auch interessant bei “Residenz” erschienene Buch, also Deutschland Österreich und Skandinavien und das Buch ist bezüglich des Themas und der fetzigen Sprache auch sehr spannend, obwoh es, um das, was da auf dem Klappentext steht, nur im Hintergrund geht, beziehungsweise wird die Tatsache, daß das in einem Nobelviertel bei Helsinki in einem Keller vier Jugendliche ein Mädchen vergewaltigt und festgehalten haben, immer wieder wiederholt und in der Zeit auch wild hin und hergesprungen, so daß das Verstehen nicht so einfach ist.

Es beginnt mit einer Emmy, die eigentlich gar nichts damit zu tun hat. Sie arbeitet in einer Tierhandlung und wird im Laufe des Geschehens schwanger.

Sie war, glaube ich, mal mit Gusten Grippen liiert und der ist einer der vier und wurde bei dem Prozeß auch freigesprochen, ist aber nachher in die “Klapse” gekommen, denn er hat das Geschehen angezeigt und die vergewaltigte Sascha ins Krankenhaus gebracht, was der gar nicht so recht war und die auch nur aussagte, daß sie sich an das Ganze, weil zugedröhnt, nicht wirklich erinnern kann.

Später stellt sich heraus es gab Schweigegeldzahlungen, die Gusten offenbar unterbrochen hat und zu Beginn des Buchen ist Gusten siebenundzwanzig und Immobilienmakler. Er kehrt an den Ort des Geschehens zurück, begegnet Emmy und das Gedankenkreisen beginnt.

Gusten und der Hauptvrgewaltiger Nathan waren Freunde beziehuingsweise deren Mütter waren das. Gustens Mutter ist Opernsängerin und gastierte auch in Wien, die von Nathan schon sehr jung eine erfolgreiche Wirtschaftswissenschaftlerin ,die nach Davos, etcetera eingeladen wird.

Da gibt sie ein nterview in einen Pelzmantel, glaube ich oder hat sie den erst später an, als die Ereinisse schon aufgeflogen sind?

Im Interview präsentiert sie sich jedenfalls siegessicher. Nachher verliert sie die Nerven. Sie verliert auch ihre Jobs und stirbt irgendwann an Krebs und Sascha, die auch eine erfolgreiche Schwimmerin ist wird eine erstklassige Schwimmausbildung in Hawai angeboten.

So weit so what. Einen Filmemacher gibt es auch, der Emmy mit einem Kaninchen fotografiert und den Film “Wer hat Bambi getötet?” drehen will und Gusten gewinnt auch ein paar Literaturpreise und Thomas Bernhard , “Ein österreichischer Schriftsteller”, wird auch erwähnt, von dem sich “keine Bücher finden lassen”.

Ein bißchen verrwirrend könnte man sagen und es passiert außer der Vergewaltigung eigentlich sehr viel.

Die Sprache ist fetzig und das Ganze offenbar als Anklage gegen die bessere Gesellschaft zu verstehen und ich habe mir beim Lesen etwas schwer getan, beziehungsweise nicht wirklich das Neue und noch nie da gewesene, was die gute Literatur ja angeblich haben muß, nicht so ganz oder wieder nur als “gekünstlelt” gefunden.

Empusion

Und nun zum neuen Buch der Nobelpreisträgerin von 2018, der 1962 geborenen Olga Tokarczuk,, von der ich glaube ich, das erste Mal etwas hörte, als 2000 Polen das Gastland in Frankfurt war und wir dort waren.

Irgendwann hat ein Buch von ihr in der Abverkaufkiste beim “Morawa” gelegen, da es aber, glaube ich ,mehr als drei Euro kostete, habe ich es liegen gelassen.

Später habe ich ein paar Bücher von ihr im Schrank gefunden und den “Gesang der Fledermäuse” gelesen, nachdem sie den “Nobelpreis” bekommen hatte. Das war dann 2019, denn da gab es ja zwei Preisträger, die verkündet wurden und da waren wir auch bei der Buch-Basel, wo sie lesen hätte sollen, aber wie Herta Müller, die in Basel war, nicht gekommen ist.

Jetzt das neue Buch und da war ich wegen des unverständliceh Titel ein wenig abgeschreckt und habe erst beim Lesen erfahren, daß es eine Antwort auf Thomas Manns “Zauberberg” ist oder auch nicht, denn es ist, wie als Unterttitel steht “eine natur (un)heilkundliche Schauergeschichte” und schlägt man den dreihundertsechzig Seiten Roman auf, sieht man zuerst schöne Bilder von dem schlesischen Kurort Görbersdorf, der heute Sokolowsko heißt. Briefmarken aus dem Jahr 2013 oder so, wo das Buch spielt, gibt es auch zu sehen, denn da wird der Student Mieczyslaw Wojnicz aus Lemberg geschickt, weil er an Tuberkulose leidet und steigt dort, weil er wenig Geld hat, in einem Gästehaus ab, das von einem Herrn Opitz geführt wird. Dort lernt er drei Herren kennen, den schwer kranken Thilo aus Berlin, den Herrn Frommer, den Herrn August und den Herrn Lukas, das sind Thelogen, Atheisten, Schriftsteller, etceterta, mit denen am Abend bei einem Gäschen Schwärmerei philosophiert wird.

Am Tag geht es ins Kurhaus zu Dr. Semperweiß, das ist seltsamerweise ein Psychoanlytiker und kein Lungenspezialist und der mokiert sich, daß sich Mieczyslaw nicht ausziehen will.

Also ein seltsam schamhaftes Bürchchen, das auch von der Frau Opitz oder ihren Unterröcken irritiert wird, denn am nächsten tag findet er sie tot auf dem Küchentisch liegen. Sie hat sich erhängt, sagt Herr Opitz und die anderen munkeln, er hätte sie schlecht behandelt oder gar umgebracht.

Vom Dachboden her klingen seltsame Geräusche, das Gurren von Tauben oder anderen Getier und es wird ihm auch erzählt, daß in dem Örtchen jeden November Leute in Stücke gerissen werden.

Sonst rät Dr. Semperweiß zu Spaziergängen und guten Essen. Das macht Herr Optz auch mit seinen Schäfchen. Hr gibt es offenbar einen Rechenfehler der Autorin oder gehört das zu der Schauergeschichte?

Die Herren philosophieren jedenfalls sehr oft und viel von der “Minderwertigkeit des Weibes” und bei den “Notizen der Autorin” findet man den Herrn Weininger zitert. Se besuchen die “Tuntschis”, das sind gebastelte Figuren an denen sich die Köhler und Hrten offenbar befriedigen und Wieszyslaw zieht sich immer öfter in das Zimmer der Toten am Dachboden zurück.

Am Schluß stellt sich heraus, er ist als das nächste Opfer auserkoren oder eigentlich nicht, denn das hätte Thilo sein sollen. Er stirbt nur vorher und so kommt es zu einem wahren Horrorszenario, Mieszyslaw, dessen Mutter früh gestorben ist und dessen Vater und Onkel ihn zum Frauenhasser erzogen und von Arzt zu Arzt schleppen, entkommt und erkennt seine Nonbinärität. So geht er, nachdem er einen Schuh verloren hat und am Bein verletzt wurde, schließlich noch einmal in das Zimmer der toten Klara Opitz, zieht ihre Keider an, entnimmt ihren Paß und entschwindet als sie, in die Zukunft, die, wie wir wissen, keine allzu rosige sein wird.

Ich habe den “Zauberberg” wie ich schon geschrieben habe, als Studentin gelesen und kann mich da nur mehr an den Herrn Settembrini, dem Schriftsteller erinnern, dessen Roman in seinen Zimmer lag, das von der Haushälterin, verächtlich “interessant” genannt wurde und der Hans Castorp hat sich, glaube ich, deshalb nach Davos zurückgeogen, um den ersten Weltkrieg zu entgehen. Zumindest bleibt er sieben Jhre dort.

Hier ist es anders und ich muß gleich sagen, das Buch hat mir sehr gefallen, obwohl ich Anfangs nicht ganz sicher war, ob es für eine Nobelpreisträgerin nicht vielleicht zu flach oder sogar zu kitschig wäre?

Ist es wahrscheinlich nicht, sondern eine hintergründige Abarbeitung mit den Krisen unserer Zeit mit der Klimakatastrophe oder ob man köstliches Gulasch essen soll, wenn man erfährt, daß die Kaninchen mit einem Schuß vorher so erschreckt wurden, daß sie an einem Herzinfark starben, so daß ihr Herz besonders blutig wurde und die jetzt so aktuelle Genderfrage oder die wieviel Geschlechter es nun gibt, wurde in eine Schauergeschichte gepackt, sehr listig und hintergründig verarbeitet.

Was der Herr Weininer und seine seltsame Ansichten über die Frauen des neunzehnten Jahrhunderts damit zu tun hat, habe ich nicht verstanden, denn es ist, obwohl es in einem schlesischen Kurort des Jahres 1913 spielt ein sehr aktuelles Buch.

Und um nicht zu vergessen, das Buch hat mich zweimal an Raphaela Edelbauer erinnert. Erstens an ihr “Flüssiges Land” und dann auch an die “Imkommensurablen”, das ja auch einen eher unverständlichen Titel hat und sich auf die vor erste Weltkriegzeit bezieht.

Ein Abend bei den Grünen

Ich bin, wie kürzlich geschrieben, keine Grüne, obwohl mir diese Partei immer sehr sympathisch war und das vielleicht in Teilen auch noch ist, weil ich sie immer für links und fortschrittlich gehalten habe und Umweltschutz ist ja ein wichtiges Anliegen. Ich habe sie ein paarmal gewählt, nicht sehr oft, bin immer wieder von der KPÖ dorthin zurückgegangen und 2019 das letzte Mal.

Dan kam Coronar und für mich war das eigentlich keine Frage, daß ich mich da mit den Grünen bei den Demos wiederfinde, weil da ja sehr enegisch mit Polizeigewalt, Erpressungsmethoden und Angstmache über die Freiheitsrechte drübergefahren wurde, was wie sich jetzt ja, wenn man es sehen will herausgestellt hat überzogen und unnötig war.

Aber die Grünen waren und sind ja in der Regierung und der erste Gesundheitsminister Rudi Anschober war und ist mir vielleicht noch sehr sympathisch.Ich war da mit ihm im September 2020 während der Wien Wahl auch bei einer Veranstaltung. Der Alfred hat sich ja in dieser Zeit, wo er in Pension gegangen ist, sehr für den Wahlkampf engagiert und hat, wenn man ihn gelassen hat, fast täglich Wahlzettel verteilt.

Gelassen hat man ihn nicht immer, weil da die Grünen schon mit Maske und diesem Schild, das damals noch erlaubt war, im Freien aufgetreten sind. Dann haben sie sich aber dem Druck und der Dränge angeschlossen, für die Impfpflicht gestimmt, was vor allem den Alfred teilweise sehr depressiv und verzweifelt machte.

Mch nicht so sehr, denn ich habe mir ja, glaube ich, schon in der Wahlzelle, weil ich ja den Kanzler oder Minister Kickl verhindern wollte, das werde ich bereuren, gedacht. Daß das dann so sehr passierte und, daß sie so schnell umkippten, habe ich nicht erwartet, obwohl mir der Vizekanzler Werner Kogler immer noch recht sympathisch ist. Ein lockerer Typ, der sich beim McDonald`s beim Hamburgeressen erwischen ließ, warum eigentlich nicht, ich gehe auch öfter dorthin und zwei Tage vor Einfünhrung der Maskenpflicht in einem Supermarkt ohne gefilmt wurde.

Er geht auch in das Wirtshaus in das sich der Alfred immer die Fußballspiele anschaut und hat ihn dort schon zum Bier eingeladen und im März 2022 in der Omikronhochzeit und der der geltenden Impfpflicht hat es eine “Werner-Tour” gegeben, wo der Alfred hingehen wollte.

Damals mußte man sich dafür testen lassen, was sein Pech oder auch Glück war, weil er sich ein paar Tage vorher den Virus holte und daher danach gesesen, so daß er weiter ins Wirtshaus gehen konnte und jetzt in Vorwahlkampfzeiten, wie man munkeln könnte, gab es das wieder.

Eine “Werner- Tour”, wo man seine Fragen an den Vizekanzler stellen konnte und ich denke die Grünen muüssen auch aufpassen, daß sie bei der nächsten Wahl nicht zu viele, nämlich die unzufriedenen Wähler verlieren. Deshalb reden sie auch mit dem Alfred und ich dachte, gehe ich hin, höre mir ihre Meinung an und verabschiede mich dann wahrscheinlich oder drücke meinen Unmut aus.

Die Veranstaltung gibt es in Wien, Graz, Linz, eine Österreich-Tour also und in Wien fand sie im Völkerkundemuseum statt,, wo zuerst der glaube ich, eher viel redende Werner zwanzig Minuten mit Wecker geredet hat und die Erfolge der Grünen erklärte.

Der Alfred meint, sie setzen sich zuwenig bei der ÖVp durch und haben sich zusehr angepasst. Dann konnte man Fragen stellen und die betrafen dann auch die Teuerung. Eine Frau erklärte, wie schwer es sich in Zeiten, wie diesen leben läßt. Ein Herr drückte seine Grün-Begeisterung in etwas deftigeren Worten aus und wurde von der Moderatorin prompt ermahnt oder zurückgepfiffen und das ist auch etwas, wo sich meine Einstellung gegenüber der Grünen in letzter Zeit geändert hat, hört man doch vom deutschen Uli ,oder auf deutschen Blogs ständig sie wären eine Verbotspartei, was ich zuerst nicht so ernst genommen habe.

Aber dann wird diskutiert, ob man nicht Konzerte verbieten soll, weil es da Übergriffe gegen Frauen gab? Da denke ich, der der dort nicht hingehen will, soll zu Hause bleiben und die Frauen besuchen vielleicht einen Selbstverteidigungskurzs oder nehmen einen Pfefferspray mit und, daß die Grünen auch für die Waffenlieferungen in die Ukraine sind und der Herr Bundespräsident angeblich, die,die das nicht wollen “Staatsfeinde oder Kollaborateure” nannte. Aber vielleicht hat er damit nicht Leute wie mich, sondern die Rechten gemeint.

Ein Video, wo Werner Kogler von “Schwurblern und Staatsfeinden!” spricht und dabei offenbar die meint, die auf den Demos waren, habe ich auch öfter gesehen und ob man jetzt das Rauchen auf Spielplätzen verbieten muß oderLeuten das Auto wegnehmen wenn sie zu schnell fahren, ist eigentlich auch nicht meine und dann fällt mir auch gleich der Berg von Plastikmüll ein, die die ständige Testpflicht und das Essen aus dem Restaurant holen, während der Lockdowns erzeugte.

Es gab auch Forderungen sich mehr für die Bildung einzusetzen, was ja ein hehres Ziel ist und was man von den Klimaklebern hält, wurde auch gefragt. Ein Herr hat sich beschwert, daß er nicht zu Wort kam und die Moderatorin hat sich streng an die Quote gehalten und die Frauen aufgeforderzt auch was zu sagen oder die eher vorgezogen.

Die Unzufriedenheit bezüglich der Impfpflicht hat sich am Schuß auch gezeigt und da hat Werner Kogler behauptet, daß es ohne ihn eine allgemeine Ausgangsperre gegeben hätte. So hat man wenigstens spazieren gehen dürfen. Leute aber drei Jahre vom Spazierengehen abzuhalten und sie stattdessen mit Chips und Bier wahrscheinlich depressiv werdend vor den Fernseher zu zwingen, hätte vielleicht mehr Tote durchHerzinfrarkt oder Selbstmorde, als an Corona Gestorbene erzeugt?

Dann ging es in den Garten, der sehr schön ist, das Wetter war es auch. Es gab Getränke und Brötchen und diesmal waren auch welche mit Schinken dabei und Gespräche.

Da habe ich ja Werner Kogler meinen Unmut im kleinen Kreis ausdrücken, beziehungsweise ihn korrigieren wollen, als er von den Schreckfotos von Bergamo sprach, denn die waren, hat sich herausgestellt, zumindestens teilweise nicht ganz richtig, älter oder von anderen Orten stammend, etcetera.

Das haben zwei Herren gehört, die mich dann angesprochen und von mir eine Virusdefinition haben wollte, beziehungsweise mir erklärten, wie wichtig die Maskenpficht in der Straßenbahn war.

Für mich nicht, denn ich bin ja drei jahre zu Fuß gegangen und das hat, vor allem im letzten Jahr, meine Kondiotion wieder etwas gestärkt und die Logik, die der Wiener Weg hatte, wenn man in Innsbruck in den Zug stieg, sich an der Stadtgrenze, die Maske aufsetzte und sie dann im Theater oder bei der “Buch Wien” wieder abnahm, muß mr auch einer erst erklären!

Ich habe meinen Unmut dann doch an den Vizekanzler, der ihn angehört hat, anbringen können und mich auch mit seiner Pressesprecherin, die sehr geduldig war, länger unterhalten.

Ein interessanter Abend also in jeder Weise. Ein schöner Garten, Weißwein mit Saft gemischt, roten hat es keinen gegeben. Ein paar Brötchen und ein schönes Stimmungsbild und jetzt hinein in den Sommer und abwarten, wie es mit der SPÖ, der ÖVP, den Klimazielen und auch der Neuwahl weitergeht? Und weil die beiden Regierungsparteien die Koalition wahrscheinich nicht beenden wollen, wird das wohl noch ein Jahr dauern, bis wir herausfinden, wie es politisch weitergeht.

Gläserner Vorhang Ukraine

Der “Gläserne Vorhang” ist ja eine Veranstaltung der “Gesellschaft für Literatur”, wo Cornelius Hell immer ein paar interessante Ost-Autoren hervoholt. Bei Natalka Sniadanko bin ich das erste Mal dort gewesen und habe mir das besprochene Buch dann beim “Frick” um einen oder zwei Euro gekauft und noch nicht gelesen.

Das habe ich bei meinen “Ukraine-Schwerpunkt” vor, den ich eigentlich für heuer auf meine Leseliste gesetzt habe und heute ging es wieder um die Ukraine, beziehungsweise um ein Buch, das Kateryna Mishchenko und Katharina Raabe herausgegeben haben “Aus dem Nebel des Krieges. Die Gegenwart der Ukraine” und das ist, bei “Suhrkamp”, erschienen, eine interessante Anthologie über die Situation im Kriegsgebiet und das Interessante daran ist, daß es lauter eher unbekannte Autoren enthält.

Also kein Juri Adruchowytsch, kein Andrej Kurkow oder Tanja Maltatschuko, sondern Filmemacher, Jurnalisten, Wissenschaftler und die 1984 in Poltawa geborene und jetzt in Berlin lebende Kateryna Mishchenko, die Germanistik studiert hat, war auch am Podium und hat mit Cornelius Hell das Buch vorgestellt, das den Nebel über den Ukrainekrieg und die Situation dort mit Originalbeiträgen offenbar erhellen sollte.

Darüber entspannte sich eine Diskussion und Kateryna Mishchenko hat ihren Beitrag daraus gelesen , wie sie mit ihrem Kind zuerst aus Kiew zur Großmutter flüchtete. Dann nach Berlin kam, wo sie die Krise mit sehr viel Arbeit, wie um Beispiel die Buchherausgabe zu bewältigen versucht.

Der Blick aus dem Fenster auf die Stadt kommt in den Text vor und die Kindergärtnerin, die in ihre Datscha flüchtete und dann erst recht in eine Kriegshandlung kam.

Weitere Beiträge stammen von einem Arzt, der, glaube ich, in Leipzig tätig ist und die Situation durch Fotos darstellte. Eine Russin hat auch darüber geschrieben und es gibt auch ein portrait der Stadt Mariuopol.

Ein interessantes Buch, das Cornelius Hell auch sehr zu Lesen empfahl, das ich mir, weil ich ja meinen Ukraine-Schwerpunt habe, nicht kaufte. Denn ich habe bekanntlich eine sehr umfangreiche Leseliste, wo noch einige Rezensionsexemplare darauf stehen, so daß ich zum Backlistlesen wahrscheinlich nicht sehr kommen werde, weil ich ab August wieder Buchpreis lesen werde.

“Die Radionacht” steht aber darauf und Serhij Zahands “Internat” das ich mirr einmal auf einen Literaturhaus-Flohmarkt kaufte und von Andrej Kurkow gibt es, glaube ich, auch ein neues Buch, das im Herbst erscheinen wird und das ich angefragt habe.

Ein Abend für Ilse Tielsch

Die 1929 in Hustovice in Mähren geborene Ilse Tielsch ist am einundzwanzigsten Februar in Wien verstorben und deshalb gab es heute einen Gedenkabend für sie im Literaturhaus, den Helmut Neundlinger moderierte, Barbara Neuwirth, die jetzt im “Podium” tätig ist und in der Nähe von Unterretzbach sowie in in der Josefstadt lebt, Christian Teissl, der Vorsteher vom Schriftstellerverband, der sich, glaube ich, in der Kettenbrückengasse befindet und den Schweizer Fermin Suter, der ihren Nachlaß bearbeitet, eingeladen, ihre Erinnerungen an die alte Dame zu erzählen und ein paar Texte von ihr zu lesen.

“Wo habt ihr sie kennengelernt? Könnt ihr euch noch an sie erinnern?”, hat er jeden und jede gefragt und ich kann mich erinnern, daß ich einmal, lang langi st her, wahrscheinlich in den Achtzigerjahren als junge Mutter oder noch früher, Valerie Szabo , die ich ja im Arbeitskreis schreibender Frauen kennengelernt, wen sie mir für meine Texte empfehlen könnte? Ihr Mann, der berühmte Wilhelm Szabo hat ja nur meine Hand geküßt und sich für mein Schreiben nicht so interessiert, Ilse Tielsch empfohlen. Ich habe sie angeschrieben und ihr wahrscheinliche einen meiner Texte geschickt und als ich sie Jahre später bei einer “Podium” Veranstaltung wahrscheinlich in der “Alten Schmiede” getroffen habe, hat sie sich an mich erinnern könnten. Ene Rezension über eines meiner Bücher hat sie mir zwar nicht geschrieben. Se war aber, wie ich bei der Veranstaltung hören konnte und mich auch erinnern kann, eine sehr freundliche aufmerksame Frau, die sich für das Schreiben der anderen interessierte und sie nach Kräften förderte.

Das Lesetheater hat einmal eine Veranstaltung im Literaturhaus über Ilse Tielsch gemacht, da war sie anwesend, hat Bonbons, glaube ich, an die Lesenden verteilt und wenn ich mich nicht irre, die Geschichte, aus der Barbara Neuwirth gelesen hat, ausgeteilt.

Barbara Neuwirth hat Ilse Tielsch bei einer Veranstaltung kennengelernt, sich mit ihr befreundet und als ihr “Grundbuch in der “AS” vorgestellt wurde, war sie anwesend und hat, glaube ich, Texte der schon Erblindeten gelesen. Da war noch in Corona-Zeiten mit der Maskenpflicht, also habe ich gestreamt, habe sie aber öfter in der “Schmiede” gehört, wo auch ihr Buch über ihre mährische Kindheit vorgestellt wurde und sie war, wie Christian Teissl, der sieben Gedichte von ihr gelesen hat, erklärte, sowohl als Lyrikerin, als auch mit ihrter Trilogie sehr erfolgreich und aus der, beziehungsweise der “Ahnenpyramide” hat Fermin Suter ein Stück gelesen.

Dann gabs wieder Gespräche beim Wein. Ich habe mich mit einem Herrn, der sie, glaube ich, gut gekannt hat und dann noch mit ihrer Tochter, die sich interessiert mit dem “Atelier-Verleger” unterhalten hat, gesprochen.

Am Schluß dann noch mit Barbara Neuwirth und den Bücherschrank, wo ich sicher schon was von Ilse Tielsch gefunden habe, habe ich auch besucht.

Gleich zwei mit einer vollen Tasche, denn da habe ich im “Worttscatz” die Duplikate abgelegt, die ich von Main nach Wien geschleppt habe und mir dann in der Zieglergasse was geholt.

Also lesen, lesen, lesen. Ilse Tielsch, die eine sehr freundliche Frau war und sowohl im PEN, im Schriftstellerverband, als auch im “”Podium,” das sie mit Alois Vogel, der ja einmalTexte von mir im “Podium” gebracht hat, Paul Wimmer, der auch in der Krongasse wohnte und Doris Mühriger, gegründet hat oder auch etwas anderes.

Ich lese ja gerade “Wer hat Bambi getötet?”, mein letztes “LeipzigerBuchpreisbuch”, das während der “Buch Wien” im Literaturhaus vorgestellt wurde und korrigiere immer noch und mit Computerschwierigkeiten Peter Gstöttmeiers Stipendiumsbuch und es war heute wieder einmal sehr literarisch.

Daniela Strigl, Klaus Kastberger und der Pop-Germanist

“Tacheles” in der “Gesellschaft für Literatur”, das ist eine Veranstaltung in der Daniela Strigl immer mit einem Autor, einer Autorin über seine, ihre Literatur diskutiert und dann gibt es das Buch von Moritz Bassler, der in der Jury des “Leipiger Buchpreises” war, “Populärer Realismus”, von dem ich einmal in Ö1 hörte und dann beinm Lesen etwas verwirrt war, denn für mich ist Realismus etwas anderes, als das was Moritz Bassler da beschrieb.

Deshalb habe ich mich für die “Tacheles-Veranstaltung” entschieden, obwohl im Literaturhaus die “Sprachkunst” war und es mit meinen Stunden eng war, weil eigentlich eine sechs Uhr Stunde und dann schon wieder Schwierigkeiten mit meinen neuen Computer. Da hätte ich gedacht jetzt klappt es endlich….

Also die “Gesellschaft” kurz vor oder nach sieben erreicht. Einen Platz in der ersten Reihe neben der Helga <köcher gefunden und dann ging es los. Daniel Strigl nahm gleich selbstbewußt die Vorstellung vorweg, die eigentlich Manfred Müller machen wollte und sprach dann von einem Buch, von dem derzeit alle sprechen und erklärte auch was unter dem “Midcult” zu verstehen ist. Wenn etwas den Eindruck von Bildung in populärer Sprache erweckt, was eigentlich schon abgelutscht ist und die Leser sich dann darauf stürzen, weil sie sich für gebildet halten.

Das Buch ist eigentlich aus einigen Artikeln entstanden und da wird ja Daniel Kehlmann als großes Beispiel angeführt und das Publikum das aus Wolfgang Müller Funk, Katja Gasser, der Jessica Beer, etcetera, bestand, lachte. Die Elena Ferrante wurde noch genannt und der Sebastian Fitzek. Da behauptete Daniela Strigl, daß sie ihn nicht kenne. Aber den Namen wird sie wohl schon gehört haben, auch wenn die das “Paket”, den “Seelenmacher”, den “Augensammler”, etcetera, nicht gelesen hat jetzt niemand zuzugeben trauen würde.

“Doch!”, widersprach ich. Denn ich habe, einiges und habe noch mehr Bücher gefunden, wo ich ,da ich jetzt ja “Buchpreis” lese zum Lesen nicht mehr komme und das war schon das, was mich an der Diskussion störte.

Die pädagogische Stimme schreit da auf, denn die Leute sollen ja lesen und wenn sie mit dem “Harry Potter” beginnen, sind sie schon einmal dran und das habe ich die Rotraud Schöberl vor Jahren auch einmal im “<“Ex Libris” so sagen gehört.

Ja ,die Buchhändler, wie die Petra Hartlieb sehen das lockerear und würden sich wahrscheinlich den Sebastian Fitzek auf die “Buchpreis-Listen” wünschen, aber der verkauft sich ohnehin und dient den Verlagen, die sogenannte anspruchsvollere Literatur für die Klaus Kastberger schwärmte, zu verlegen. Er nanne die Namen Jelinek, Bernhard, Helena Adler, Tomer Gardi,, etcetera und meinte daß er die Studenten, auch wenn sie Fitzek lesen Peter Handke prüfen würde und daran knüpfte sich die Frage, ob die “Harry Potter” leser zum Peter Handke kommen.

Ich habe “Harry Potter” nicht gelesen, aber dafür in meiner Jugend Hedwig Courths-Mahler und habe die genannten gelesen.

Ann Cotton, die auch als Beispiel genannt wurde, nicht. Aber da war ich auf einigen Veranstaltungen und “Pipins Tochter Taschentuch” das sie übersetzte, liegt auf meinen Lesestapel und wenn ich jetzt verstehe, daß sich Bassler in seiner Definition gegen das schon Bekannte nannte, sprich den hundersten Roman über den Natonalsozialismus, hätte ich eher gedacht, daß ich denTomer Gardi in diese Kategorie reihen würde und die Slata Roschal, die Moritz Bassler als postives Beispiel lobte, nicht, denn das ist ja ein experimenteller Listenroman, sehr experimentell und sicherlich kein Bestseller. Wahrscheinlich ist es der persönliche Geschmack, der da mitspielt, denn den “Engel des Vergessens” hätte Bassler auch für trivial gehalten, worauf ihn die Experten widersprachen und eigentlich müßte man dann auch den Lebensbornroman der Urike Draesner, der ja auf der “Belletristik-Liste des “Leipziger Buchpreises” gestanden ist, für abgeltuscht ist. Es ist aber sprachlich sehr komplizert und das ist ja das Qualitätskriterium und ich fand die Diskussion zwischen den Literaturexperten für wirklich interessant, denn sie zeigt das Dilemma des Ganzen.

Statt sich darüber zu freuen, daß die Leute lesen, wird da immer noch zwischen gut und schlecht unterschieden, wobei sich die Geschmäcker noch unterscheiden und ich meine wieder lesen, lesen lesen, ganz egal was und das was gefällt, ist für einen gut und ich denke durchaus, daß da Sebastian Fitzek neben Peter Handke, stehen könnte und daß das die Studenten jetzt schon zugeben und nicht heimlich im Bett verstecken, finde ich auch für gut.

Ich habe Moritz Bassler, der sehr freunlich und offenbar wirklich populär ist, noch gefragt, ob er Olga Tocaczuks “Empusion”schon gelwesen hat?

Denn da würde mich die Expertenmeiung interessieren, was er zu der “Zauberbergvariante” der “Nobelpreis-Trägerin” meint, die mir sehr gefallen hat, an den intellektuellen Aspruch des “Zauberbergs” aber wahrscheinlich nicht herankomt. Denn was ist ein “Schauerroman”? Zählt wahrscheinlich schon eher zur triviaen Literatur, obwohl der Inhalt vielleicht gar nicht so abgelutscht sondern ehern gewangt und originell ist.

Das Bett mit dem goldenen Bein

Buch vier der Abteilung Übersetzung des Leipziger Buchpreises, da habe ich alle fünf bekommen und muß das letzte noch lesen und erlebe wieder, wie in den letzten Jahren eine Überraschung.

Also merken wir an der “Leipziger Buchpreis” stellt und immer wieder bisher unbekannte Autoren vor und hier haben mir schon die “Cousinen” sehr gut gefallen.

Zigmudns Skujins “Das Bett mit dem goldenen Beinen” aus dem “Mare-Verlag” kann man wahrscheinlich mit Volter Kilpi und Tarjei Vesaas vergleichen und der 1926 in Riga geborene und 2022 verstorene Lette war mir bisher unbekannt.

Der Titel, ich muß es bekennen, hat mich auch eher abgeschreckt. Aber das Cover ist sehr schön und liebevoll gestaltet mit einem Exgtraeinband und es ist wieder ein Jahrhundertroman, aber ein ganz anderer als die “Verwandelten” von Ulrike Draesner. Weniger künstlich kunstvoll gestaltet, würde ich meinen, aber immer mit leichten Schelm begleitet und am Beginn des Buches kann man die Stammtafel der Familie verfolgen, die hier beschrieben wird.

Geht es hier ja um die Vejagals, die in der fiktiven Stadt Zunte zu Hause ist. Da gibt es den Kapitän Noass und seinen Bruder Augusts, der das lettische Feld bestellt und das Ganze, das bis in die Gegenwart hinaufgeht oder besser in die Achtzigerjahre, wo Skujins den sechshundert Seiten Roman mit fünfzig Seiten Anhang, geschrieben hat, gliedert sich in verschiedene Erzählstränge oder Geschichten und im Nachwort, das von Judith Leister geschrieben wurde, kann man erfahren, daß Zigismud Skulijns eigentlich eine kurze Geschichte schreiben wollte, die dann länger und länger geworden ist.

Dieser Noass fährt also zur See und wird mit seinen Kapitänsuniformen mit den goldenen Knöpfen reich dabe, läßt seine Frau Elizabeth in Obhut seines Bruders zurück und die beiden schauen sich an und an und der Sohn Jekabs Ernest sieht seinen Onkel seltsam ähnlich.

Der Vater zwingt ihn dann zur See zu fahren. Sie kommen in ein Unglück hinein. Noass übersteht es, der Sohn bleibt traumatisiert zurück und wird später in den Kriegsfehden, die das Buch begleiten, erschossen.

Es gibt noch zwei Kinder, die aufmüpfige Leontine die fast hundert wird und Eduards, der Revolutionär, der nach Amerika auswandert und als der alte Noass stirbt, vermutet seine Tochter, daß er sein Vermögen in den Bettbeinen versteckt oder sonstwo vergraben hat und läßt jahrelang danach suchen.

Das Vermögen spoilere ich gleich besteht aus den goldenen Knöpfen der Seemannsuniform und Leontine, die jung nach Russland verheiratet wird, kommt später mit ihren Sohn zurück, macht einen Laden auf und fährt sehr alt dann noch nach London um dort zu Beatles zu hören und ihren Sohn in einer Leiche zurückzubringen. Da gibt es übrigens eine Stelle, wo die Großmutter die Enkel fragt, warum sie nur Englisch und nicht nicht Lettisch sprechen und die ihr dann stolz erklären, daß sie diese Sprache nicht brauchen..

Das ist ein sehr interessanter Strang, ein anderer handelt von Vilma, der Bibliothekarin, die im zweiten Weltkrieg den deutschen Willi versteckt und nicht von ihm loskommt und sonst wird geliebt und betrogen, abgetrieben und gestorben, wie das im Leben so ist. Die Stadt wird zuerst von den Russen und dann von den Deutschen überfallen. Später wird das Land in eine <kolchose verwandelt und die fünfhundertfünfzig Seiten schließen im zwanzigsten Kapitel mit dem Satz “Es reicht, wenn man in einem Bett mit goldenem Bein zur Welt kommt.”

Denn das Leben geht weiter, in diesem Fall mit der Geburt des kleinen Kristaps und Nicole Nau , das muß ich noch erwähnen, wurde für ihre Übersetzung aus dem Lettischen für den “Preis der Leipziger Buchmesse” nominiert.