Vom Folgen und Bleiben

Jetzt kommen die vier Erzählungen der 1963 in Sangerhausen geborenen Lyrikerin Udine Materni, die am Leipziger Literaturinstitut studierte und die sich darin mit den Kriegserfahrungen und in der DDR aufgewachsenen Frauen beschäftigt.

Vier Frauenleben, Großmutter, Tochter, Enkelkind. Eine Familie könnte man sagen oder auch viele Töchter, Mütter, Großmütter und die erste Geschichte beschäftigt sich mit dem Sterben der Großmutter, die einen Krebs im Bauch hatte, man sieht Udine Maternis Sprache ist volkstümlich, Rosinen in ihren Sauberbraten tat, die wie tote Fliegen aussahen, Schokolade auf den Kokuskuchen goß und dann sozusagen verhungerte, weil ihr Magen die Speisen nicht mehr halten konnte.

Dann geht es zur Tochter zu dieser oder einer anderen, die nicht einmal einen Namen trägt, weil weder “Klara, Grete, Henriette, Helga, etc” zu ihr passt, die hatte zwei Männer und hätte eigentlich was gelernt. Hatte Abitur, blieb dann gleich beim Bäcker hängen, von dem sie sich später trennte, so daß sie zwischendurch bei “Mitropa” Brötchen mit Würstchen aus dem Fenster reichte, später, als die niemand haben wollte, in eine Großküche kam, während sich der zweite Mann am Bahnhoff versoff. Sie tat das auch in ihrer drei Zimmerwohnung, versteckte dort die Schnäpse im Kasten, später die krebskranke Mutter zu pflegen hatte und als die Tochter mit Knd und Teddybären einmal überraschend zum Geburtstag auftauchte, endete das in einem Fiasko.

In “Sonnenblumen auf blauen Grund”, stirbt wieder eine Oma. Der Onkel ruft an und fragt die Schwester was er der Toten anziehen soll.

“Wer ist gestorben?”, fragt der kleine Sohn und erkundigt sich später, ob die Oma Spielsachen hat? Die Mutter weiß es nicht und an der Erdbeetorte, die die Tante bringt, kleben Pudding und Früchte. Dann geht es zu der Wohnung der Oma, in der Straße ,die früher “Leninstraße” hieß. Der Junge erzählt das seinem Teddybär und dann wird das Kinderzimmer ausgeräumt. Das heißt, die Tapete hinuntergerißen und da starren wieder Teddybären Sohn und Mutter an. Sehr eindrucksvoll, die Symbole mit denen Udine Materni, die Stimmungen schildert, ich habe mich dagegen gefragt, ob sie nicht aufs Begräbnis gehen und wo dieses war?

“Flugzeuge” ist ähnlich symbolisch. Da gibt es wieder einen Protagonisten ohne Namen. Hier das Baby, das sowohl “Ernestine, Henriette, Ursula, aber auch Maik, Jonas oder Augustin heißen könnte und die Mutter sehnt die Momente herbei, wo sie wieder Frau sein kann, denn den Vater gibt es nur im Telefon oder in den Pralinen oder Lippenstifte die er wahrscheinlich schickt und dann wursteln sich die beiden ab oder nähern sich vorsichtig an. Die Mutter geht einkaufen, während dem Kind der “Streublümchenhimmel” auf den Kopf fällt und wenn die Mutter mit dem Kind sprechen will, gibt es keine Antwort und sieht sie nicht an. Dann sprudelt es wieder Sätze zu der schon sprachlosen Mutter hinaus und am Schluß stehen sie am Fenster, betrachten die Flugzeuge und die Mutter sagt “Ich heiße Klara, und du?”

“Vom Folgen und vom Bleiben verknüpft vier Generationen (ich habe nur drei gefunden) miteinander in der Frage, wie man als Frau in der Gesellschaft, die einen umgibt, ist, existiert, sich entwickelt. Eine suchbewegung durch die Zeit.”, kann man im Beschreibungstext lesen und am grünen Cover des kleinen “mikrotext” erschienen Büchlein ein altmodisches Kind mit einem altmodischen Kinderwagen sehen, den es wahrscheinlich sowohl in der DDR als auch in der NS-Zeit gegeben hat. Zumindest habe ich solche Fotos, wo meine Mutter meine 1942 geborene Schwester spazierenführt, zu Hause.

Zweimal nicht Biografisches bei den O-Tönen

So hat Daniela Strigl heute die beiden Bücher beziehungsweise die Autoren vorgestellt, die heute bei den O-Tönen lasen.

Matthias Gruber

Matthias Gruber mit seinen Debut “Die Einsamkeit der Ersten ihrer Art” und Tonio Schachinger mit seinen zweiten Roman “Echtzeitalter” und die Veranstaltung fand diesmal wieder im Freien statt.

Ljuba Arnautovic und Gabriele Kögl habe ich gesehen, später noch Birigit Birnbacher mit ihrem Kind und ich bin in der zweiten Reihe, weil der Alfred Sessel dazu gestellt hat, neben Julia Danielcyk gesessen, die ich gleich zur Auflösung des Literaturreferates befragen konnte, denn da ist heute ein Mail der GAV gekommen , das mir mitteilte, daß das die Stadt Wien plant oder bereits durchgefühhrt hat.

Petra Eckhart hat eröffnet und der erste Roman des 1984 n Wien geborenen Matthias Gruber betonte im Gespräch mit Daniela Strigl, daß sein Debut deshalb nicht autobiografisch sei, weil das Leben eines in Salzburg wohnenden Familienvaters nicht so viel hergibt. Deshalb spielt sein “Jung und Jung-Debut” auf einem Müllplatz oder handelt von einer Tochter mit einer Immunkrankheit, die mit ihrem Vater die Wohnungen verstorbener ausräumt und die Sachen dann dort deponiert.

Ein Hinweis auf Miliena Michikos Flasars Roman der vorige Woche vorgestellt wurde, folgte dann von Daniela Strigl und dann folgte der zweite Roman des 1992 geborenen Tonio Schachinger der mit seinem Debut und Fußballroman ” Nicht wie wir” 2019 auf der Shortlist des dBps gestanden ist.

Ein Roman, der mir nicht so besonders gefallen hat, bei dem zweiten, der bisher an mir vorbei gegangen ist, scheint das anders, denn der ist, wie Daniela Strigl erwähnte, ein lustiges Buch mit einem ernsten inhalt.

Ein Schul- oder Bildungsroman, der in einer Marianum genannten Schule, das in Wahrheit des Therseianum ist, das also doch ein autobiografischer Hinweis, Tono Schachinger besuchte, eine ehemalige oder noch heutige Nobelschule, die Anna ist dort turnen gegangen, weil die Rahlgasse keinen Turnsaal hatte.

Der Roman spielt aber in der Jetztzeit, also bin zum Ausbruch von Corona hund erinnert, wie Daniela Strigl erwähnte an den Scüler Gerber, obwohl Tonio Schachinger meinte, daß er beim Schreiben nicht daran gedacht hat, Friedrich Torberg wird aber erwhnt und Adalbert Stifters Novelle “Brigitta”, obwohl das bei den Lesestellen nicht vorkam.

Tonio Schachinger

Da kam der Protagonist, ein fünfzehnjähriger Schüler vor, der sich den Kunöchel geborchen hat und deshalb zwei Wochen liegen mß und daher einige Schularbeiten nicht machen kann, sondern Echtzeitspiele spielt. Dabei wird er von seinen Schulfreundinnen und seinen strengen Deutschlehrer besucht und später muß dann die Deutschschularbeit geschrieben werden. Da konnte man zwischen “Krambambuli” und dem “Vierten Gebot” wählen. Zumindestens wird der Tobias Moretti-Film am Vorabend gespielt. Die Mädchen verführen aber den Helden auf eine Demo zu gehen, statt sich vorzubereiten. Es kommt dann auch “Er läßt die Hand küssen” zur Schularbeit und da schreibt er, obwohl das Nichtgenügend schon prophezeit war, er einen Zweier, weil ihm die Mädchen davon schwärten. Er den Text gelesen hat und er auch nochh das Video einer Frau gesehen hat, über die sich Daniela Strigl dann erkundigte, ob sie damit gemeint wäre?

Se hat ja die Ebner Eschenbach Biografie und Werkausgabe herausgegeben und ich muß sagen, das mich das Buch, der Unterschied zwischen Realismus und Naturalismus, das war auch eine Prüfrage, am besten von allen bisher vorgestellten Bücher interessiert hat.

Also schreibe ich wieder, mal sehen auf welche Buchpreislisten es kommen wird und habe übrigens gerade ein Buch angefangen, das irgendwie sehr ähnlich oder auch verschieden ist, nämlich “Pardiese garden” von Elena Fischer und da geht es um eine vierzehnjährige Protagonistin, die allerdings keine Nobelschule besucht, sich aber offenbar auch sehr listig durch das Leben schlägt und natürlich kann man die Frage stellen, ob eine Nobelschule die Wirklichkeit abbildet? Sie bildet aber wahrscheinlich den Literturbetrieb ab oder deren Absolventen stehen dann auf den Shortlists, während das denen aus den Sozialwohnungen wahrscheinlich eher selten passiert.

Der Flakon

“Es scheint ein neuer Trend zu sein überall weibliche Heldinnen zu finden, von denen früher niemand eine Ahnung hatte”, kann man bei “Amazon” über Hans Pleschinkis neuen Roman über die Kriegserklärung, die Friedrich II im August 1756 dem Sachsenkönig machte, lesen und da habe ich schon vor kurzem Angela Steidles Roman “Aufklärung” über Dorothea Bach und Luise Gottsched gelesen, wo dieser Krieg auch vorkam.

Historische Romane über Deutschlands achtzehnten Jahrhunderts scheinen also modern zu sein und wahrscheinlich leben einige “Buchpreis-Schriftsteller” davon.

Worüber sollen sie sonst auch schreiben, wenn schon über alles geschrieben wurde?, könnte man munken und von dem 1956 in Celle geborenen Hans Pleschinski habe ich vor Jahren einmal während eines Frankfurts Surfing gehört.

Da hat er seine “Ludwighöhe” am blauen Sofa wahrscheinlich, vorgestellt und die schlampige Legasthenikerin im mir, hat ihn zuerst für Ludwig Fels gehalten.

Dann hat sich aber sein Name bei mir eingeprägt und auf den Roman “Ludwigshöhe”, wo es, glaube ich, um ein Sterbehilfesanatorium geht, wurde ich sowieso sehr neugierig. Das Buch habe ich einmal gefunden, aber noch nicht gelesen.

“Gelesen habe ich “Königsallee” die Biografie über Thomas Mann oder über ein lebensgeschichtliches Eregnis aus den neunzehnfünfziger Jahren und “Am Götterbaum”., eine Biografie über den Nobelpreisträger Paul Heyse. Dann hat er einen biografischen Roman über Gerhard Hauptmann geschrieben, den habe ich bei einem Literaturhaus Flohmarkt, ich glaube, um sogar fünf Euro gekauft und auch noch nicht gelesen. Seit ich “Buchpreis” lese, schaffe ich es nicht kaum etwas anderes als Rezenskionsexemplare zu lesen und vor alldem hat der Alfred einmal einer WU-Kollegin einen Stoß Bücher abgekauft, da war Pleschinksis “Bildnis eines Unsichtbaren” dabei, auch noch nicht gelesen.

Soviel also zu Hans Peschinski, der über eine sehr interessante Schreibbiografie verfügt und nun in den Winter des Jahres 1756, wo der König von Sachsen mit seinem Premierminister von Brühl nach Polen geflüchtet ist, der König von Preußen, das Land geplündert hat und in Leiphzig residiert.

Die Königin von Sachsen hat sich aber geweigert Dresden zu verlassen, ebenfalls Marianne von Brühl und die ist jetzt die unbekannte Heldin, die Hans Pleschinski offenbar erfunden hat, schreibt er doch in seiner Nachbemerkung “Wenige Auskünfte lassen viele Spekulationen zu”.

Wir wissen also von Maria Anna Franziska von Brühl, daß sie 1762 in Warschau gestorben ist. Hans Pleschinksi schickt seine tapfere Heldin mit ihrer Gesellschafterin oder Kammerzofe Luise von Barnhelm, man beachte den Namen, eine Minna kommt auch einmal vor und einem preußischen Adjutanten nach Leipzig. Dorthin reist die Frau Minister tagelang mit der gemeinen Postkutsche und das was die Damen da erleben und wem sie da begegnen speist einen großen Teil des Buches. Im Gepäck hat sie ein Flacon mit einem Gift mit dem sie Friedrich ermorden will, um das Land zu retten. Das ist aber nicht so einfach, denn der Preußenkönnig wird sie nicht vorlassen. Also muß sie sich an die damaligen Dichtergrößen, Gellert und Gottsched, ein interessanter Einfall von Hans Pleschinski wenden, damit die das für sie tun.

Das scheitert natürlich und ob ein solches Attentat tatsächlich stattgefunden hat, ist wahrscheinlich fraglich. Die Gräfin wird nach Warschau ausgewiesen, wo sie wie schon erwähnt, stirbt und am Buchrücken und hier auch am Klappentext, also zweimal steht etwas von einem “neuen unterhaltssamen und kenntnisreiche Romean in dem uns Hans Pleschinski in ein wenig bekanntes Ereignis der deutschen Gescbichte einführt.

Nun interessiert die Wienerin die preußisch-sachsische Geschichte nicht so sehr, obwohl sie ja fast jedes Jahr nach Leipzig fährt und ich habe mich so auch gefragt, wer das Buch lesen wird?

Ingteressant finde ich neben der Einführung in die damalige Intelligeniza, die ich ja schon aus dem Stieidle Buch kenne, daß Pleschinki ,wie mir aufgefallen ist, immer wieder aktuelle Anspielungen hat. So trifft die Gräfin in der Poststation zum Beispiel eine Frau mit ihrem Sohn, die aber gar nicht die Postkutsche nimmt, sondern sagt, daß es hier warm, während sonst das Heizen zu teuer ist.

Es wird erwähnt, daß die Bediensteten damals weder heiraten noch Sex haben durften und wenn sie es doch taten und erwischt wurden, mußten sie mit Schandgeigen durch die Gegend laufen.

Das ist sicher interessant, sonst haben mich die Ereignisse des siebenjährigen Krieges, glaube ich, ganz ehrlich, nicht so interessiert.

Ich würde nur meinen, daß Hans Pleschinski diese Reise eher modern schildert. So war das Fräulein von Barnhelm wahrscheinlich eher eine Gesellschafterin, als eine Kammerzofe und die Gräfin geht mit ihr und sie mit ihr auch eher vertraulich um.

Interessant, interessant, schreibe ich trotzdem und füge hinzu, daß ich nun noch “Ludwiglust” lesen sollte, aber wie, aber wann?

Wieder mal ein Buchpreisgeflüster?

Es ist Anfang August und am zweiundzwanzigsten werden die für den “Deutschen Buchpreis” nominierten zwanzig Bücher bekanntgegeben, am fünften September werden dann die des Öst bekanntgegeben und da lese ich ja seit einigen Jahren begeistert mit, denn wenn auch mein Leseprogramm ab August bis Ende des Jahres festgelegt ist, lernt man sehr viel dabei und zum “Deutschen Buchpreis” bin ich ja durch “Buzzaldrins-Blog” gestoßen, wo einige Blogger 2013 die zwanzig deutschen Bücher gelesen und darüber diskutiert haben. Damals habe ich mich noch nicht getraut, das auch zu machen, 2014 konnte man sich dann melden und ein Buch besprechen, das habe ich bei Charles Lewinsky getan, 2015 gab es dann die offiziellen Buchpreisblogger und dann habe ich mich getraut, die Bücher anzufragen und 2016 kam dann noch der Öst dazu den den Schweizer Buchpreis lese ich seit einigen Jahren auch.

Das regt natürlich zu Spekutlationen an, was auf den Listen stehen könnte und wenn die Bücher bekanntgegeben werden, freut man sich, wenn man schon ein oder zwei davon gelesen hat

Mehr habe ich bisher noch nicht geschafft und natürlicherweise sind die meisten der zwanzig Bücher auch unbekannt, weil ja erst vor kurzem erschienen und in letzter Zeit stehen auch viele Debutanten, Autoren mit Migrations-oder Transerfahrungen darauf.

Oft kennt man die Autoren, weil sie vorher beim “Bachmann-Preis” gelesen haben und so spekuliere ich seit einigen Jahren auch sehr eifrig mit, was diesmal etwas schwierig ist, weil wir erstens zum Zeitüpunkt der Bekanntgabe in Frankreich und da wahrschreinlich ohne Computer sein werden und ich erst Anfang September die Bücher anfragen kann und dann habe ich zwar ein paar österreichische und deutsche Neuerscheinungen gelesen, da ich in letzter Zeit aber weniger Blogs lese und wegen der angekündigten Zwangsgebühr oder eigentlich schon seit den Corona-Zeiten weniger ö1 höre, weil 0e24 TV mehr oder kritischer berichtete, habe ich da vielleicht weniger Ahnung, also lasse ich mich im September überraschen. Kann meinen Lesern aber trotzdem mitteilen, was ich heuer schon an Neuerscheinungen gelesen habe, da wären also

Milena Michiko Flasars “Oben Erde unten Himmel”

Marlene Streeruwitz “Tage im Mai”

Sabine Grubers “Die Dauer der Liebe” habe ich gelesen und richtig, die Ö Töne geben auch einen guten Eindruck, was da auf den beiden Listen zu erwarten ist, da wäre also

Ana Marwans “Verpuppt”, habe ich leider nicht bekommen, also wäre die “Netgalley”, die Gelegenheit das nachzuholen

Theresa Präauers “Kochen im falschen Jahrhundert”

Birgit Birnbachers “Wovon wir leben”, etcetera ein guter Tip, ich habe aber in diesem Jahr noch

Raphaela Edelbauers “Die Inkommensurablen” gelesen

Clemens J. Setzs “Monde vor der Landung” könnte noch draufstehen

Angela Steidels “Aufklärung”

Ulrike Draesners “Die Verwandelten”

Margit Schreiners “Mobilmachung”

Ulrich Woelks “Mittsommertage

Hans Pleschinski “Das Flakon” oder

Eugen Ruges “Pompeji”

Susanne Gregors “Wir werden fliegen”

Norbert Gstreins “Mehr als nur ein Fremder”

Helga Schuberts “Der heutige Tag” etcetera draufstehen.

Mal sehen, wie gut meine subjektive Schätzung den Jurygeschmack trifft und bis es soweit ist, daß ich mich mit den Buchpreisbücher beschäftigen kann, habe ich noch einiges zu lesen. Zum Beispiel Krimis die auf meiner Leseliste stehen, so daß ich fast fürchte, daß ich zu den vorgenommenen französischen Büchern gar nicht kommen werde.

Texte über und von Rolf Schwendter

Der 1939 geborene, dreifache Doktor, Sozialwissenschaftler, Schriftsteller, GAV-Präsident, Lesetheatergründer, Devianzforscher und vieles andere mehr Rolf Schwendter ist vor zehn Jahren gestorben. Deshalb hat oder hatte er auch in der Sittl-Sommerlesereihe heute eine Veranstaltung, die von Hanrei Wolf Käfer gestaltet und von Gerhard Ruiss, Birgit Schwaner, Andrea Pauli, Thomas Northoff, etc. gelesen wurden und es war für mich eine etwas ungewöhnliche Veranstaltung, wo ich Rolf Schwendter, den ich gut kannte, gar nicht so wiedererkannte. Hat Hahnrei Wolf Käfer in seinen Text etwas von Maßanzügen und Exellenzen und gemieteten Palais für die Lesetheaterveranstaltungen geschrieben.

Marius Schiener, Thomas Northoff, Birgit Schwaner, Andrea Pauli, Gerhard Ruiss, Hahnrei Wolf Käfer

Aber der dreifache Doktor war ein sehr ungewöhnlicher Mann, übergewichtig, viel essend, immer eine blaue Hose, Marxist, Altachtundsechziger, kein Telefonbesitzer oder nur in der Nacht erreichbar, kein Computer, keine Schreibmaschine, sondern alles handgeschrieben. Kochbuchschreiber, Lyriker, beim Volksstimmefest hat er immer als letzter gelesen und das Lesetheater hat er mit Brigitte Guttenbrunner, die ich im “Arbeitskreis schreibender Frauen” kennenlernte, deren Text “Hände falten” hieß er, glaube ich, sehr beeindruckend war, die beim Bachmannpreis einmal gelesen habe und von der ich schon lange nichts mehr hörte, Evelyn Holloway und Hansjörg Liebscher gegründet.

Marius Schiener, Thomas Northoff, Birgit Schwaner, Andrea Pauli, Gerhard Ruiss, Hahnrei Wolf Käfer

Ein paar seiner Bücher habe ich in meinen Regalen, da gibt es die “Drizzling fifties”, die “Katertotenlieder, Rolf Schwendter ar auch ein großer Katzenfan, die “Unmöglichkeit zu telefonieren” aus denen auch, sowie aus dem “Psalter” und dem “Blues auf dem Weg zum Wahnsinn” gelesen wurde. Dann haben auch Gerhard Ruiss, Thomas Northoff und Birgit Scwaner Texte über ihn geschrieben und weil Rolf Schwendter sehr unkonventionell und spontan war, wurde die Veranstaltung auch nicht geprobt, wie angesagt wurde, was auch zu bemerken war.

Es wurden die Texte oft im Chor gelesen und es ist gut an Rolf Schwendter erinnert zu werden und ich habe ja auch einige Texte über ihn geschrieben.

Rolf Schwendter wiederlesen wurde auch aufgefordert und das ist eine gute Idee und deshalb ist es gut, daß das Lesetheater sich seinem Gründer immer wieder erinnert und da habe ich ihn ja in vielen Veranstaltungen gehört. Er hat auch Marathonveranstaltungen veranstatet, so kann ich mich an einen Nestroy Abend erinnern, wo er, glaube ich, den Helden in “Freiheit im Krähwinkel” darstellte, die “Poet Nights” hat er veranstaltet und mich auch einige Male lesen lassen und einige Bekannten habe ich im Pelikan Stüberl, wo die Veranstaltung wetterbedingt stattfand, auch getroffen.

Drei Frauen aus Bratislava, Prag und Budapest

Hurra, hurra, ein neues Buch, das dritte in diesem Jahr erschienene und das erste, daß ich da geschrieben habe,, ist erschienen und es ist, wie ich finde sehr schön geworden.

Ich freue mich sehr darüber in meinem Jubiläumsjahr wieder eine Neuerscheinung präsentieren zu können und besonders fein, es gibt diesmal auch einen Gewinnspielauflöser, mein treuer Kommentierer Manfred-Lagler Regall, der mich schon seit 2010, glaube ich, auf diesen Blog begleitet, mit mir über Bücher diskutiert und mir auch seine Rezensionen schickt und den ich auch manchmal bei den Osterspaziergängen der LITGES sehe, hat sie aufgelöst, also schließe ich mich seinen Erkenntnissen an:

  1. Katalin ist Geigerin, stammt aus Bratislava und möchte in der “Wilden Mischung” spielen und ihr Problem sind ihre drei kleinen Kinder, die sie das nicht immer lassen.

2. Jelena fährt an den Wochenenden nach Prag zu ihrer Mutter und ist mit ihren schwierigen Familienverhältnissen, der Mutter und den Bruder, um die sie sich kümmern will, sowie mit ihrer Lehre überfordert und außerdem lernt sie im Laufe des Buches noch ihren “Traummann” kennen.

3. Szofi ist Journalistin und hat in Budapest ihren Job verloren, weil sie zu kritisch ist, ihr Freund hat sie auch hinausgeschmissen, weil er keine Schwierigkeiten mit seinen Chef bekommen will. Er kann sich aber doch nicht von ihr trennen. So kommt er sie an den Wochenenden besuchen und sie kehrt schließlich zu ihm nach Budapest zurück.

Zweieinhalb Fragen richtig beantwortet, das Buch ist unterwegs und ich habe auch meinen anderen Stammkommentierer, dem lieben Uli zu danken, der sich seit 2016 regelmäßig bei mir meldet und mit meinen Schreiben und meinen Ehrgeiz damit doch endlich in den Literaturbetrieb hineinzukommen, nicht ganz zufrieden ist.

Er ist auch nicht mit meinem Buchrückentext-, in Österreich nennt man das, glaube ich, doch nicht Klappentext, auch wenn in “Wikipedia” steht, daß das umgangsprachlich so verwendet wird. Da ist man hier vielleicht doch genauer, ich bin es jedenfalls, – so ganz zufrieden und hat mir eine fast richtige Anregung gegeben, wie man den Text erweitern und den Leser auf das Buchneugierig machen könnte:

Drei Frauen, drei Leben, ein Haus” könnte man darunter schreiben. Eine Wohngemeinschaft ist es nicht, denn in der leben nur Jelena und Szofi, Katalin lebt mit ihrer Familie daneben.

Mir wäre es zu reißerisch gewesen. Aber das ist Geschmacksache. Also vielen Dank lieber Uli, ich lade Sie, Manfred Lagler-Regall und auch meine anderen Leser sehr herzlich zu einer Leserunde ein, wo wir über das Buch diskutieren können.

Deshalb schicke ich es zum Jubiläumsjahr jeden, jeder, der es lesen und sich mit mir drüber austauschen will, gerne zu. Fünfzig Exemplare lasse ich mir immer drucken. Aso nur bis der Vorrat reicht, aber soviele Interessenten werden sich wohl nicht melden.

Auf meiner Website kann man das erste Kapitel lesen und ob ich bei der “Poetnight” am 20. Oktober im Republikanischen Club daraus oder etwas anderes lesen werden, weiß ich noch nicht.

Es wartet ja noch der “Ukraine Blues”, der noch vom Alfred druckereifertig gemacht werden muß und die “Toten” an denen ich derzeit korrigiere und noch immer gern erweitern will.

Die Dauer der Liebe

Jetzt kommt das neue Buch der 1963 in Meran geborenen Sabine Gruber, das in zwei Wochen, wenn wir schon in Frankreich sein werden, bei den O-Tönen vorgestellt wird und Sabine Gruber habe ich, glaube ich mich zu erinnern, bei einer Vollversammlung oder Ausflug der GAV am Mondsee kennengelernt, wo sie dort Sekretärin war, bei einer “Tag der Freiheit des Wortes-Veranstaltung” in Klagenfurt habe ich sie auch getroffen und später immer bei den GVs und auf Lesungen.

Bei den O-Tönen hat sie schon früher gelesen, den “Veza Canetti-Preis” hat sie bekommen, auf der Öst ist sie gestanden und den “Reinhard Priessnitz-Preis” hat sie, glaube ich, bekommen, als ich das erste Mal auf einer Preisverleihung in Literaturhaus war und da hat sie gesagt, daß sie lange gezögert hat, den Preis anzunehmen, weil sie mit Robert Schindel einen der Initiatoren befreundet ist und ich habe sie auch öfter mit ihm gesehen, so daß ich sie für ein Paar gehalten hätte.

Dann war ich in der “Gesellschaft” und da hat sie Gedichte gelesen, die sie nach dem Tod ihres Lebensgefährten geschrieben hat. Jetzt ist offenbar noch ein Buch darüber gekommen “Die Dauer der Liebe”, einem Wolfgang Fetz 1958-2022 gewidmet, Roman steht darauf und man kann diskutieren wievie Sabine Gruber drinnen steckt und, ob das jetzt Autofiktion ist. Ich würde es Erinnerungs- oder Trauerbuch nennen und schreibe gleich dazu, das Buch hat mir gut gefallen, besser wahrscheinlich als das was ich sonst von Sabine Gruber gelesen habe.

Es handelt von einer Renata, einer in Wien lebenden Südtiroler Übersetzerin und die sitzt am Beginn in ihrer Wohnung und überhört das Klopfen. Dann macht sie doch einem Polizisten auf, der ihr den Tod ihres Lebensgefährten Konrad mitteilt und sie fährt nach Innsburck zu seiner Familie und das stellt sich gleich als Problem heraus.

Denn Renatna war trotz langjähriger Beziehung mit Konrad nicht verheiratet. Es gibt auch keine eingetragene Partnerschaft. Zwar ein Testament, aber dieses war von keinem Notar und keinen Zeugen mitunterzeichnet, nur ausgedruckt und daher wertlos und so kommt Marcel, der jüngere Bruder und räumt die Wohnung und das Wochenendhäuschen aus.

Konrad war Architekt, Fotograf und auch Zeichner. So werden seine Bilder versteigert oder ausgestellt und die Mutter Henriette, eine sehr geizige Frau, die sich brüstete, bisher alle Freundinnen Konrads erfolgreich vertrieben zu haben, hat ihr früher nur einmal ein altes Glas Honig und schon gebrauchte Servietten zu Weihnachten geschenkt.

Jetzt schickt sie Marcel zu Renata, um ihr mitzuteilen, welche Möbelstücke sie haben will und im Auto hat Marcel auch die geliebten Cassetten ausgeräumt.

Renata ist am Anfang aber sehr betäubt, trägt Konrads Schlafanzüge und Hemden und das erinnert mich an meine “Zwillingswelten”, wo die Lisbeth das auch tut.

Renata hat aber einen guten Freund namens Bruno, der sie unterstützt und eine Freudnin namens Marianne, die an Krebs l,eidet und Konrad hat Renata immer gesagt, daß er vor ihr sterben will, weil sie stärker ist als er und da kann man überlegen wie das mit der eigenen Beziehung ist? Wer wird vor einem sterben und wie wird der andere dann weiterleben?

Es gibt auch Eifersuchtsmomente, denn Notizen und Briefe werden gefunden und ein Kind einer Catarina, das mit Hilfe künstlicher Befruchtung auf die Welt gekommen ist. War Konrad der Samenspender? Aber der war zeugungsunfähig, hat das Renata, die sich Kinder wünschte verschwiegen, etcetera.

Erste Tinder Versuche gibt es auch. Aber alle Männer, die sich da melden, passen nicht, obwohl sie Konrad versprochen hat, eine neue Beziehung einzugehen. Das verwirft sie dann, wird aber am Schluß des Buches einen Bonfaz treffen, dem sie ein Mail schreiben wird.

Das Buch ist schön geschrieben, Literaturanspielungen, die im Anhang zitiert werden, wie “es ist was es ist” oder das Buch von Ruth Picardie.

Mobilmachung

Jetzt geht das Lesen wieder nach Österreich, da naht ja bald der “Österreichische Buchpreis” und die 1953 in Linz geborene Margit Schreiner, daß ist die mit dem “HausFrauenSex” ist ja schon einmal mit “Kein Platz mehr” darauf gestanden und in zwei Autofiktionen hat sie sich auch mit ihrer Kindheitbeschäftigt und weil das heute ja sehr modern ist und man sogar den “Nobelpreis” damit bekommen kann, bleibt sie mit “Mobilmacung” auf dieser Schiene und geht sogar vor ihre Geburt zurück.

Dabei behauptet sie sich genau zu erinnern zu können, wie das damals war, wie sie im Fruchtwasser geschwommen ist und ihre Mutter Unmengen saure Gurken gegessen hat, während der Vater das Klo und die Küche putzen mußte, denn das Mutterwerden, war für “die modern junge Frau”, die diese war, nicht so einfach, da gab es einige Fehl- und Totgeburten, denn der Primar der dabei anwesend war, hat sich eingebildet, die Geburt zu schaffen. Dabei ist die “Vorgängerin” gestorben und die Mutter gerettet, die und das wird von Margit sehr kritisch beschrieben, dann natürlich sehr ängstlich war, daß ihr das nicht wieder passiert, daher die Füße hochlegte und nur manchmal einen Aktivitätsschub bekam um den Vater mit dem Schreibtisch in den Keller zu schicken.

Dann gehts zur Geburt, die erfolgt vom Primar höchstpersönlich vorgenommen durch Kaiserschnitt und am zweiundzwanzigsten Dezember, zwei Tage vor Weihnachten, da darf dann auch der Papa sein Kindchen sehen und überall wird offenbar “Stille Nacht” gesungen. Es gab aber noch die Kinderzimmer und Mutter vom Säugling getrennt, der in ein Steckkissen gesteckt wurde und die Mama hat auch nicht gestillt, was dem naseweisen Säugling sehr angenehm war.

Zu den heiligen drei Königen ging es nach Hause und da hatte das Kindchen seine liebe Not mit dem Papa, denn sein Bart kratzte und er wollte klein Margit auch ins Wasser werfen oder sehr jung in den Urlaub mitnehmen.

Das hat die Mama verhindert und so hat eine Nachbarin auf das Kind aufgepasst, das dann in die “Fremdelnphase”stürzte und Lesen hat das Wunderkind auch schon mit eineinhalb Jahren sich selber beigebracht, nämlich auf der Zeitung mit dem Figl-Bildnis sitzend, während die Eltern mit Sekt feierten und die hatten da schon Fernsehen, Telefon und genau, wie mein Vater eine Beiwagenmaschine, wo der Schreiner- Vater Frau und Kind ausführte. Einen Teddybär hat sich die kleine Margit auch geholt und der Vater war stolz auf sein Wunderkind, was dieses natürlich dementierte.

Das Gehen erfolgte zum Leidwesen der Eltern etwas später, weil die kleine Margit erst ihre Wahrnehmung ertüchtigen wollte, obwohl sie zum Weihnachtsfest 1954 schon den Christbaum umgeschmissen hat. Die Besuche von Onkel und Tanten, die ständig Heringsalat mit Mayonnaise in sich und die kleine Margit schaufelten, waren dagegen unangenehmer, obwohl sie der Cousin Otto vor der Overprotecness der Mutter gerettet und ihr den Löffel zum Alleineessen gegeben hat. Der Vater war da fordernder und so hat die kleine Margit zum zweiten Geburtstag ein Dreirad, das es, wie Margit Schreiner behauptete, damals noch nicht gegeben hat, sondern selbstgebastet wurde, bekommen und so heißt es am Schluß des Buches:

“Ich war am 22. Dezember 1955 mit nur zwei Jahren mobil geworden. Und die ganze Welt stand mir offen.”, womit ich den Titel verstanden habe, weil ich mich die Ganze Zeit schon fragte, was diese eher unkindlichen Erinnerungen mit dem militärischen Ausdruck zu tun haben?

Ich kann das Buch empfehlen. Es ist wenn man von der Lesefähigkeit mit nur eineneinhalb Jahren absieht, sicher interessant und vor allem leicht und schnell zu lesen.

Für mich war es besonders spannend, wurde ich ja sechs Wochen vorher in Wien geboren und lernte zwischen sechs und sieben von Herrn Aschenbrenner lesen. Aber sonst kann ich vieles nachvollziehen, obwohl meine Eltern Telefon, Fernseher und Auto, es war auch ein VW-Käfer sehr viel später bekommen haben und nach Italien und Essen bin ich erst als Erwachsene gekommen.

Am Cover ist wahrtscheinlich die fünf oder sechsjährige Margit Schreiner im karierten Kleidchen und mit Zöpfchen mit einem Püppchen im Steckkissen zu sehen, obwohl sie sie offebar eher von Teddies schwärmte.

Soziologisches bei den O-Tönen

Und das in der Oval-Halle, obwohl es nicht geregnet hat, nur den ganzen Tag eher trüb und zehn Tagen Regen angesagt. Einen guten Platz bekommen und gleich ein paar Bekannte getroffen. Den Karl, seine Anna, die Ruth und dann noch zwei maskierte Frauen, denn heute wurde durchgegeben, daß die Corona-Zahlen wieder steigen und eine Herbstwelle zu erwarten sei, wenn es schon keine im Sommer gegeben hat.

Die Petra Eckart im japanischen Look hätte ich zu Beginn für Milena Michiko Flasar gehalten, aber erst kam der Debutant, der 1992 in Rohrbach geborene Fabian Wakolbinger mit seinem “Kaiser der Obdachlosen”, bei “Milena” erschienen und, wie der moderierende Florian Baranyi erwähnte, das erste Mal vor sechshundert Leuten vorgestellt wurde.

Fabian Wakolbinger

Ein origineller Roman, wie bei “Milena” angekündigt steht, denn in einer mittelgroßen österreichischen Stadt wählen die Obdachlosen einen Kaiser und planen mit ihm die Rebellion, beziehungsweise fordern sie ihre Rechte zurück und eine Kirche und dann gibt es noch einen zweiten Handlungsstrang mit dem Ordnungshüter, dem Polizisten Leopold.

Und dann kam für mich etwas sehr Bekanntes, nämlich der fünfte Roman und der dritte bei “Wagenbach” erschienene von Milena Michiko Flasar, die, wie ich heute am Telefon Batja Horn erklärte, einen sehr indivuduellen Ton in die Literatur brachte, in dem sie immer das unverwechselbare japanische Leben schildert. Da geht es einmal um die Jugendlichen, die das Haus nicht mehr verlassen und sich von ihren Eltern das Essen vor die Tür stellen lassen. Dann den Herrn Kato, der Familie spielt und dann, bei “Oben Erde, unten Himmel”, geht es um das Phänomen der einsam zu Hause Sterbenden, die erst nach Tagen oder Wochen gefunden werden, bzw, um die Reinigungsfirmen, die die Wohnungen dann wieder säubern.

Milena Michiko Flašar

Im Jänner hat der “Wagenbach-Verlag” zu einem japanischen Essen eingeladen. Etwas später wurde das Buch im Literaturhaus vorgestellt. Gelesen habe ich es auch.

Es gab drei oder vier Textstellen und ein Gespräch, das durch den Roman führte und am Schluß großen Applaus. Eine eigene unverwechselbare Stimme, die den Lesern, die Kultur Japans näherbringt und Halbzeit gab es bei den O-Tönen auch und für uns, da wir dann doch nach Frankreich fahren nur noch einen einzigen Abend, wo es wieder spannend wird, ob er im Freien oder wieder in der Halle stattfindet.

Vier Sprachen in der Buchhandlung tempo nuevo

Eigentlich habe ich heute zu Hause bleiben und in der Badewannde den Hans Pleschinksi weiterlesen wollen. Die Sommerlesereihe im Cafe Prückl st ja schon zu Ende und am Rathausplatz zum Filmfestival wollte ich nicht gehen.

Dann habe ich in der Früh Ö1 gehört, kann ich ja noch, das Radio ist ja angemeldet, daß es in der Buchhandlung “tempo nuevo” eine Buchvorstellung des Romans des baskischen Autors Kirmen Uribe Urbieta “Das Vorleben der Delfine” in dem es um eine ungarische Freiheitskämpferin geht, gibt und ich habe, weil das alles für mich sehr unbekannt war, mich entschlossen hinzugehen. Es hätte am Abend in Ö1 zwar auch ein Konzert gegeben und das Architekturfilmfestival im MQ in dem ich früher mit meiner Hauptschulkollegin Christa U. wurde auch eröffnet.

Also bin ich nach meinen Stunden und dem Korrigieen meiner “Toten” in die Taborstraße hinmarschiert und habe mir überlegt in welcher Buchhandlung ich landen werde, denn in der Taborstraße, in der früher dieIris lebte, gibt es ja zwei und in beiden war ich schon und, daß der Roman von Stefan Kutzenberger aus dem Spanischen übersetzt wurde, hatte ich schon herausgefunden und Stefan Kutzenberger, der ja auch Autor ist, habe ich auch schon bei einigen Lesungen gehört.

Die Buchhandlung “tempo nuevo” war sehr voll. Gekannt habe ich niemanden. Es war auch recht heiß und es war eine Lesung oder ein Gespräch in vier Sprachen, denn, daß es außer im deutschsprachigen Raum keine Wasserglaslesungen, sondern Buchpräsentationen gibt, hat Stefan Kutzenberger gleich erklärt und auch, daß er einmal in New York bei einer langen Nacht der Literatur als österreichischer Repräsentant eingeladen war und da den 1970 geborenen baskischen Autor kennenlernte und sich bald in seinen Roman verliebte und den seinen Verlag, das ist inzwischen der “Berlin Verlag”, vorschlag.

“Nur wenn Sie ihn übersetzen!”, war die Antwort.

“Das kann ich nicht!”, antwortete Stefan Kutzenberger. Dann vergaß er auf das Probekapitel, hat es doch gekonnt und die Lesung oder die Buchpräsentation begann mit einem Gespräch auf Englisch. Dann las Kirmen Uribe eine Seite auf Baskisch, wie das Buch geschrieben und dann von ihm auf Spanisch übersetzt wurde und von dort hat es dann Stefan Kutzenberger übersetzt und es geht darin, um die ungarische Pazifistin Rosika Schwimmer, die 1877 in Budapest geboren wurde und 1948 in New York gestorben ist.

1920 ist sie von Wien aus dorthin emigiriert und diese Stellen wurden dann auf Deutsch gelesen, bzw. die, wo sie die amerikanische Staatsbürgerschaft beantragte, aber nicht bekommen hat, weil sie nicht im Krieg auf Leute schießen wollte.

Das Buch besteht aus drei Teilen und wenn man fragtm was die Pazifistin mit Delphinen zu tun hat, kann man auf die erste Seite verweisen, wo es um Lamias geht, die sich in Delphine verwandeln und am Schluß gab es noch ein Gedicht zu hören, wo es auch darum geht und Kirmen Uribe erwähnte noch, daß es in dem vierteiligen Buch auch um seine Familiegeschichte und die Geschichte der Migration geht und auf die ungarische Pazifistin ist er gekommen, als die 167 Schachteln Nachlaß in einer New Yorker Biblkiothek bearbeitete.

Da gab es schon Kapitel zu einem Roman oder Biografie, der aber nie veröffentlicht wurde und Kirmen Uribe hat zu schreiben angefangen.

Interessant, interessant, was es alles gibt und was man vielleicht versäumt, wenn man nicht mehr Ö1 hört. Aber wenn man diese Zwangsgebühr sowieso zahlen muß, kann ich mir die Verweigerung noch überlegen.