Die Dauer der Liebe

Jetzt kommt das neue Buch der 1963 in Meran geborenen Sabine Gruber, das in zwei Wochen, wenn wir schon in Frankreich sein werden, bei den O-Tönen vorgestellt wird und Sabine Gruber habe ich, glaube ich mich zu erinnern, bei einer Vollversammlung oder Ausflug der GAV am Mondsee kennengelernt, wo sie dort Sekretärin war, bei einer “Tag der Freiheit des Wortes-Veranstaltung” in Klagenfurt habe ich sie auch getroffen und später immer bei den GVs und auf Lesungen.

Bei den O-Tönen hat sie schon früher gelesen, den “Veza Canetti-Preis” hat sie bekommen, auf der Öst ist sie gestanden und den “Reinhard Priessnitz-Preis” hat sie, glaube ich, bekommen, als ich das erste Mal auf einer Preisverleihung in Literaturhaus war und da hat sie gesagt, daß sie lange gezögert hat, den Preis anzunehmen, weil sie mit Robert Schindel einen der Initiatoren befreundet ist und ich habe sie auch öfter mit ihm gesehen, so daß ich sie für ein Paar gehalten hätte.

Dann war ich in der “Gesellschaft” und da hat sie Gedichte gelesen, die sie nach dem Tod ihres Lebensgefährten geschrieben hat. Jetzt ist offenbar noch ein Buch darüber gekommen “Die Dauer der Liebe”, einem Wolfgang Fetz 1958-2022 gewidmet, Roman steht darauf und man kann diskutieren wievie Sabine Gruber drinnen steckt und, ob das jetzt Autofiktion ist. Ich würde es Erinnerungs- oder Trauerbuch nennen und schreibe gleich dazu, das Buch hat mir gut gefallen, besser wahrscheinlich als das was ich sonst von Sabine Gruber gelesen habe.

Es handelt von einer Renata, einer in Wien lebenden Südtiroler Übersetzerin und die sitzt am Beginn in ihrer Wohnung und überhört das Klopfen. Dann macht sie doch einem Polizisten auf, der ihr den Tod ihres Lebensgefährten Konrad mitteilt und sie fährt nach Innsburck zu seiner Familie und das stellt sich gleich als Problem heraus.

Denn Renatna war trotz langjähriger Beziehung mit Konrad nicht verheiratet. Es gibt auch keine eingetragene Partnerschaft. Zwar ein Testament, aber dieses war von keinem Notar und keinen Zeugen mitunterzeichnet, nur ausgedruckt und daher wertlos und so kommt Marcel, der jüngere Bruder und räumt die Wohnung und das Wochenendhäuschen aus.

Konrad war Architekt, Fotograf und auch Zeichner. So werden seine Bilder versteigert oder ausgestellt und die Mutter Henriette, eine sehr geizige Frau, die sich brüstete, bisher alle Freundinnen Konrads erfolgreich vertrieben zu haben, hat ihr früher nur einmal ein altes Glas Honig und schon gebrauchte Servietten zu Weihnachten geschenkt.

Jetzt schickt sie Marcel zu Renata, um ihr mitzuteilen, welche Möbelstücke sie haben will und im Auto hat Marcel auch die geliebten Cassetten ausgeräumt.

Renata ist am Anfang aber sehr betäubt, trägt Konrads Schlafanzüge und Hemden und das erinnert mich an meine “Zwillingswelten”, wo die Lisbeth das auch tut.

Renata hat aber einen guten Freund namens Bruno, der sie unterstützt und eine Freudnin namens Marianne, die an Krebs l,eidet und Konrad hat Renata immer gesagt, daß er vor ihr sterben will, weil sie stärker ist als er und da kann man überlegen wie das mit der eigenen Beziehung ist? Wer wird vor einem sterben und wie wird der andere dann weiterleben?

Es gibt auch Eifersuchtsmomente, denn Notizen und Briefe werden gefunden und ein Kind einer Catarina, das mit Hilfe künstlicher Befruchtung auf die Welt gekommen ist. War Konrad der Samenspender? Aber der war zeugungsunfähig, hat das Renata, die sich Kinder wünschte verschwiegen, etcetera.

Erste Tinder Versuche gibt es auch. Aber alle Männer, die sich da melden, passen nicht, obwohl sie Konrad versprochen hat, eine neue Beziehung einzugehen. Das verwirft sie dann, wird aber am Schluß des Buches einen Bonfaz treffen, dem sie ein Mail schreiben wird.

Das Buch ist schön geschrieben, Literaturanspielungen, die im Anhang zitiert werden, wie “es ist was es ist” oder das Buch von Ruth Picardie.

Mobilmachung

Jetzt geht das Lesen wieder nach Österreich, da naht ja bald der “Österreichische Buchpreis” und die 1953 in Linz geborene Margit Schreiner, daß ist die mit dem “HausFrauenSex” ist ja schon einmal mit “Kein Platz mehr” darauf gestanden und in zwei Autofiktionen hat sie sich auch mit ihrer Kindheitbeschäftigt und weil das heute ja sehr modern ist und man sogar den “Nobelpreis” damit bekommen kann, bleibt sie mit “Mobilmacung” auf dieser Schiene und geht sogar vor ihre Geburt zurück.

Dabei behauptet sie sich genau zu erinnern zu können, wie das damals war, wie sie im Fruchtwasser geschwommen ist und ihre Mutter Unmengen saure Gurken gegessen hat, während der Vater das Klo und die Küche putzen mußte, denn das Mutterwerden, war für “die modern junge Frau”, die diese war, nicht so einfach, da gab es einige Fehl- und Totgeburten, denn der Primar der dabei anwesend war, hat sich eingebildet, die Geburt zu schaffen. Dabei ist die “Vorgängerin” gestorben und die Mutter gerettet, die und das wird von Margit sehr kritisch beschrieben, dann natürlich sehr ängstlich war, daß ihr das nicht wieder passiert, daher die Füße hochlegte und nur manchmal einen Aktivitätsschub bekam um den Vater mit dem Schreibtisch in den Keller zu schicken.

Dann gehts zur Geburt, die erfolgt vom Primar höchstpersönlich vorgenommen durch Kaiserschnitt und am zweiundzwanzigsten Dezember, zwei Tage vor Weihnachten, da darf dann auch der Papa sein Kindchen sehen und überall wird offenbar “Stille Nacht” gesungen. Es gab aber noch die Kinderzimmer und Mutter vom Säugling getrennt, der in ein Steckkissen gesteckt wurde und die Mama hat auch nicht gestillt, was dem naseweisen Säugling sehr angenehm war.

Zu den heiligen drei Königen ging es nach Hause und da hatte das Kindchen seine liebe Not mit dem Papa, denn sein Bart kratzte und er wollte klein Margit auch ins Wasser werfen oder sehr jung in den Urlaub mitnehmen.

Das hat die Mama verhindert und so hat eine Nachbarin auf das Kind aufgepasst, das dann in die “Fremdelnphase”stürzte und Lesen hat das Wunderkind auch schon mit eineinhalb Jahren sich selber beigebracht, nämlich auf der Zeitung mit dem Figl-Bildnis sitzend, während die Eltern mit Sekt feierten und die hatten da schon Fernsehen, Telefon und genau, wie mein Vater eine Beiwagenmaschine, wo der Schreiner- Vater Frau und Kind ausführte. Einen Teddybär hat sich die kleine Margit auch geholt und der Vater war stolz auf sein Wunderkind, was dieses natürlich dementierte.

Das Gehen erfolgte zum Leidwesen der Eltern etwas später, weil die kleine Margit erst ihre Wahrnehmung ertüchtigen wollte, obwohl sie zum Weihnachtsfest 1954 schon den Christbaum umgeschmissen hat. Die Besuche von Onkel und Tanten, die ständig Heringsalat mit Mayonnaise in sich und die kleine Margit schaufelten, waren dagegen unangenehmer, obwohl sie der Cousin Otto vor der Overprotecness der Mutter gerettet und ihr den Löffel zum Alleineessen gegeben hat. Der Vater war da fordernder und so hat die kleine Margit zum zweiten Geburtstag ein Dreirad, das es, wie Margit Schreiner behauptete, damals noch nicht gegeben hat, sondern selbstgebastet wurde, bekommen und so heißt es am Schluß des Buches:

“Ich war am 22. Dezember 1955 mit nur zwei Jahren mobil geworden. Und die ganze Welt stand mir offen.”, womit ich den Titel verstanden habe, weil ich mich die Ganze Zeit schon fragte, was diese eher unkindlichen Erinnerungen mit dem militärischen Ausdruck zu tun haben?

Ich kann das Buch empfehlen. Es ist wenn man von der Lesefähigkeit mit nur eineneinhalb Jahren absieht, sicher interessant und vor allem leicht und schnell zu lesen.

Für mich war es besonders spannend, wurde ich ja sechs Wochen vorher in Wien geboren und lernte zwischen sechs und sieben von Herrn Aschenbrenner lesen. Aber sonst kann ich vieles nachvollziehen, obwohl meine Eltern Telefon, Fernseher und Auto, es war auch ein VW-Käfer sehr viel später bekommen haben und nach Italien und Essen bin ich erst als Erwachsene gekommen.

Am Cover ist wahrtscheinlich die fünf oder sechsjährige Margit Schreiner im karierten Kleidchen und mit Zöpfchen mit einem Püppchen im Steckkissen zu sehen, obwohl sie sie offebar eher von Teddies schwärmte.

Soziologisches bei den O-Tönen

Und das in der Oval-Halle, obwohl es nicht geregnet hat, nur den ganzen Tag eher trüb und zehn Tagen Regen angesagt. Einen guten Platz bekommen und gleich ein paar Bekannte getroffen. Den Karl, seine Anna, die Ruth und dann noch zwei maskierte Frauen, denn heute wurde durchgegeben, daß die Corona-Zahlen wieder steigen und eine Herbstwelle zu erwarten sei, wenn es schon keine im Sommer gegeben hat.

Die Petra Eckart im japanischen Look hätte ich zu Beginn für Milena Michiko Flasar gehalten, aber erst kam der Debutant, der 1992 in Rohrbach geborene Fabian Wakolbinger mit seinem “Kaiser der Obdachlosen”, bei “Milena” erschienen und, wie der moderierende Florian Baranyi erwähnte, das erste Mal vor sechshundert Leuten vorgestellt wurde.

Fabian Wakolbinger

Ein origineller Roman, wie bei “Milena” angekündigt steht, denn in einer mittelgroßen österreichischen Stadt wählen die Obdachlosen einen Kaiser und planen mit ihm die Rebellion, beziehungsweise fordern sie ihre Rechte zurück und eine Kirche und dann gibt es noch einen zweiten Handlungsstrang mit dem Ordnungshüter, dem Polizisten Leopold.

Und dann kam für mich etwas sehr Bekanntes, nämlich der fünfte Roman und der dritte bei “Wagenbach” erschienene von Milena Michiko Flasar, die, wie ich heute am Telefon Batja Horn erklärte, einen sehr indivuduellen Ton in die Literatur brachte, in dem sie immer das unverwechselbare japanische Leben schildert. Da geht es einmal um die Jugendlichen, die das Haus nicht mehr verlassen und sich von ihren Eltern das Essen vor die Tür stellen lassen. Dann den Herrn Kato, der Familie spielt und dann, bei “Oben Erde, unten Himmel”, geht es um das Phänomen der einsam zu Hause Sterbenden, die erst nach Tagen oder Wochen gefunden werden, bzw, um die Reinigungsfirmen, die die Wohnungen dann wieder säubern.

Milena Michiko Flašar

Im Jänner hat der “Wagenbach-Verlag” zu einem japanischen Essen eingeladen. Etwas später wurde das Buch im Literaturhaus vorgestellt. Gelesen habe ich es auch.

Es gab drei oder vier Textstellen und ein Gespräch, das durch den Roman führte und am Schluß großen Applaus. Eine eigene unverwechselbare Stimme, die den Lesern, die Kultur Japans näherbringt und Halbzeit gab es bei den O-Tönen auch und für uns, da wir dann doch nach Frankreich fahren nur noch einen einzigen Abend, wo es wieder spannend wird, ob er im Freien oder wieder in der Halle stattfindet.

Vier Sprachen in der Buchhandlung tempo nuevo

Eigentlich habe ich heute zu Hause bleiben und in der Badewannde den Hans Pleschinksi weiterlesen wollen. Die Sommerlesereihe im Cafe Prückl st ja schon zu Ende und am Rathausplatz zum Filmfestival wollte ich nicht gehen.

Dann habe ich in der Früh Ö1 gehört, kann ich ja noch, das Radio ist ja angemeldet, daß es in der Buchhandlung “tempo nuevo” eine Buchvorstellung des Romans des baskischen Autors Kirmen Uribe Urbieta “Das Vorleben der Delfine” in dem es um eine ungarische Freiheitskämpferin geht, gibt und ich habe, weil das alles für mich sehr unbekannt war, mich entschlossen hinzugehen. Es hätte am Abend in Ö1 zwar auch ein Konzert gegeben und das Architekturfilmfestival im MQ in dem ich früher mit meiner Hauptschulkollegin Christa U. wurde auch eröffnet.

Also bin ich nach meinen Stunden und dem Korrigieen meiner “Toten” in die Taborstraße hinmarschiert und habe mir überlegt in welcher Buchhandlung ich landen werde, denn in der Taborstraße, in der früher dieIris lebte, gibt es ja zwei und in beiden war ich schon und, daß der Roman von Stefan Kutzenberger aus dem Spanischen übersetzt wurde, hatte ich schon herausgefunden und Stefan Kutzenberger, der ja auch Autor ist, habe ich auch schon bei einigen Lesungen gehört.

Die Buchhandlung “tempo nuevo” war sehr voll. Gekannt habe ich niemanden. Es war auch recht heiß und es war eine Lesung oder ein Gespräch in vier Sprachen, denn, daß es außer im deutschsprachigen Raum keine Wasserglaslesungen, sondern Buchpräsentationen gibt, hat Stefan Kutzenberger gleich erklärt und auch, daß er einmal in New York bei einer langen Nacht der Literatur als österreichischer Repräsentant eingeladen war und da den 1970 geborenen baskischen Autor kennenlernte und sich bald in seinen Roman verliebte und den seinen Verlag, das ist inzwischen der “Berlin Verlag”, vorschlag.

“Nur wenn Sie ihn übersetzen!”, war die Antwort.

“Das kann ich nicht!”, antwortete Stefan Kutzenberger. Dann vergaß er auf das Probekapitel, hat es doch gekonnt und die Lesung oder die Buchpräsentation begann mit einem Gespräch auf Englisch. Dann las Kirmen Uribe eine Seite auf Baskisch, wie das Buch geschrieben und dann von ihm auf Spanisch übersetzt wurde und von dort hat es dann Stefan Kutzenberger übersetzt und es geht darin, um die ungarische Pazifistin Rosika Schwimmer, die 1877 in Budapest geboren wurde und 1948 in New York gestorben ist.

1920 ist sie von Wien aus dorthin emigiriert und diese Stellen wurden dann auf Deutsch gelesen, bzw. die, wo sie die amerikanische Staatsbürgerschaft beantragte, aber nicht bekommen hat, weil sie nicht im Krieg auf Leute schießen wollte.

Das Buch besteht aus drei Teilen und wenn man fragtm was die Pazifistin mit Delphinen zu tun hat, kann man auf die erste Seite verweisen, wo es um Lamias geht, die sich in Delphine verwandeln und am Schluß gab es noch ein Gedicht zu hören, wo es auch darum geht und Kirmen Uribe erwähnte noch, daß es in dem vierteiligen Buch auch um seine Familiegeschichte und die Geschichte der Migration geht und auf die ungarische Pazifistin ist er gekommen, als die 167 Schachteln Nachlaß in einer New Yorker Biblkiothek bearbeitete.

Da gab es schon Kapitel zu einem Roman oder Biografie, der aber nie veröffentlicht wurde und Kirmen Uribe hat zu schreiben angefangen.

Interessant, interessant, was es alles gibt und was man vielleicht versäumt, wenn man nicht mehr Ö1 hört. Aber wenn man diese Zwangsgebühr sowieso zahlen muß, kann ich mir die Verweigerung noch überlegen.

Im Dezember der Wind

Jetzt kommt wieder eine literarische Neuentdeckung und zwar hat diesmal nicht ein alter Herr ein altes Manuskript auf seinen Dachboden gefunden, sondern die an der Universität von Barranquilla, Kolumbien, lehrende Literaturwissenschaftlerin Rike Bolte hat die “Bibel von Barranquilla”, das heißt den Roman “Im Dezember der Wind”, der 1939 in Barranquilla geboren, sei t 1971 in Paris gelebt habenden und 1995 verstorbenen Marvel Moreno ins Deutsche übersetzt. Im Original ist das Buch 1987 herausgekommen und hat auch einige Preise bekommen. Marvel Moreno ist aber wahrscheinlich wie das halt so ist, ein wenig im Schatten ihrer berühmten Kollegen wie Gabriel Garcia Marquez gestanden, mit dem sie auch befreundet war.

“Also habe ich den “ausschweifenden, subversiven Roman”, der bei “Wagenbach” erschienen ist, gelesen und mein literarisches Wissen, wieder um ein Stück erweitert. Fernanda Melchor,” die ich ja auch durch “Wagenbach” kennenlernte“, beschreibt ihre ältere Kollegin als “eine Naturgewalt, die ihre Leser mitreißt. Hellsichtig und messerscharf, mit einer sinflutartigen Sprache, die selbst die dunkelsten Abgründe der menschlichen Seele vordringt”, schreibt sie am Buchrücken.

Aufmerksam auf das Buch wurde ich schon vor Leipzig, weil da habe ich von “Wagenbach” den Folder mit der Post bekommen und dann auch das Buch, das, wie auch das “Herz des Hais”, das ich vor kurzem gelesen habe, in den fünfziger oder sechziger Jahren spielt, aber ganz ganz anders ist, denn der wahrscheinlich konservative ältere Herr Becher hat da eine harmlos friviole Lebesgeschichte geschrieben, wo, obwohl die Frau den Mann verläßt, nichts wirklich Schlimmes passiert.

in dem über vierhundert Seiten Buch Marvel Morenos passiert aber sehr viel. Zuviel könnte man vielleicht sagen, wenn man mit den vielen hier geschilderten Personen vielleicht nicht ganz mitkommt. Das Buch ist aber in drei Teile gegliedert und jeder Teil hat ein Bibelzitat zu Beginn. Ja, in Kolumbien war man in den fünfziger Jahren sehr katholisch, ist das vielleicht immer noch und das, was mir besonders gut gefiel, ist, daß eine Lina quasi als Erzählerin durch das Buch führt, die wahrscheinlich das Alter Ego ihrer Autorin ist.

Sonst erfährt man nicht sehr viel von dieser Lina, die da von ihren Freundinnen Dora, Catalina und Beatrix erzählt, beziehungsweise werden deren Lebensgeschichten geschildert.

Das sind alle junge Frauen der kolumbianischen Oberschicht, Geld spielt also keine Rolle und sie werden in den feinsten Internaten von Nonnen erzogen und dann verheiratet, wie das eben so ist. Sie haben aber und das ist auch sehr interessant, eine eigene Sexualität. Die sich aber meistens nicht durchsetzt. Die katholische Erziehung hat sie ja schon vorher unterdrückt. Die Ehemänner betrügen sie und setzen ihre Frauen unter Psychopharmaka. Psychiater, das ist auch interessant, spielen auch eine Rolle und so führt uns Marvel Morano durch die kolumbianische Gesellschaft der Fünfzigerjahre und eine große Rolle spielt auch Lina Grioßmutter, die Lina lakonisch erklärt “warum ihre Freundin Dora einen Mann heiraten wird, der sie schlägt” und diese Dora ist überhaupt sehr interessant und wird vielleicht plastischer geschildert als Catalina und Beatrix, denn ihre Mutter hat sie vor allen Männern fernhalten wollen. Dann tut sie aber etwas, was man in der besseren Gesellschaft der Neunzehnhundertfünfziger Jahren in Kolumbien nicht durfte. Sie geht nicht mehr als Jungfrau in die Ehe mit einem Psychiater, der sie dann quält, unter Beruhigungspillen setzt und sogar in eine Klinik einweisen will, was aber Linas Großmutter oder ihr Vater verhindern.

Interessant ist die Sprache Marvel Morenos, die ausschweifend ist und sich kein Blatt vor dem Mund nimmt und zeigt uns auf, wie es damals in den höheren Kreisen Kolumbiens, vor denen sie, wie auch ihre Protagonistin Lina nach Paris floh, war.

Ein interessantes Buch, aber nicht ganz leicht zu lesen, denn in den drei Teilen werden nicht nur die Geschichten Doras, Catalinas und Beatrix sondern auch noch die von vielen anderen geschildert, so daß der Leserin der Kopf braust, was auch in den “Amazon-Rezensionen” kritisiert wird.

Spannend eine starke feministische Stimme kennenzulernen, die ja wie so viele andere spannende Frauen im Hintergrund berühmter männlicher Autoren geblieben sind und erst jetzt langsam entdeckt werden.

St. Pöltens Bücherschrankfunde und Büchereilesung

2013 habe ich glaube ich meine damalige Sommerfrische, damals waren es noch keine Wochenenden mit einer Art selbstgemachten Stadtschreiberstipendium verbracht, da bin ich glaube ich zum ersten Mal zur Seedosen-Zelle aufgebrochen und habe mir beim Thalia auch St. Pöltens Bücher angeschaut. Eine Bücherei gibt es in St. Pölten auch, da habe ich mir, glaube ich, einmal ausrangierte zwei Bcher um dreißig Cent oder so gekauft und nach Traisen ins Center und zum Viehofner See bin ich auch öfter gefahren und nach Herzogenburg und bis nach Traisen, aber jetzt bin ich fast siebzig und habe auch zwei Jahre Corona-Lockdown ,hinter mir, wo ich ja weil keine Masken und keinen Test und auch keine Schwierigkeiten mit der Polizei haben wollte, mehr oder weniger zu Hause geblieben bin, was an der Konditon und den Abwehrkräften zehrt, wie ich dem Herrn Gesundheitsminister mahnend ans Herz legen kann, daß das auch nicht so gut für die Gesundheit ist.

Das heißt, so ganz stimmt das nicht, denn 2020 war das im Gegsatz zu 2021 mit den 3Gs auch im Gastgarten, war das ganz locker und so bin ich öfter am Montag bei der Seedose gewesen, habe einen Spritzer getrunken und an meinem “Karierten Notizbuch”

geschrieben.

Jetzt schaffe ich das nicht mehr, auch weil der Alfred am Montag oft schon zu Mittag nach Wien fahren will, aber um von den Wochenendensommerfrischen doch etwas zu haben, habe ich mir am Dienstag immer erst eine elf Uhr Stunde eingetragen und es trotzdem nur einmal geschafft, erst am Dienstag nach Wien zu kommen. Gab es doch im Juli am Montag auch immer ein Wiener literarisches Programm. Gut, die Sittl-Sommerreihe werde ich bis zweimal auslassen, weil mich Theaterstücke aus dem neunzehnten Jahrhundertz nicht so interessieren, imJuli gab es aber auch Lesungen im Cafe Prückl und als ich vor drei Wochen am Samstag früher zum Markt gefahren bin, weil ich zum Friseur gehen wollte, habe ich beim “Schubert” ein Cordula Simon-Buch um einen Euro gekauft und da eine Einladung in den Steingöttersaal zu einer Lesung von Alina Lindermuth gefunden, die von der Stadtbücherei St. Pölten veranstaltet wurde und da habe ich die Bibliothekarin im April im Stadtmuseum kennengelernt” und sehr nett mit ihr geplaudert, als wir zu der Diskussion nach dieser Sternlesung zum “Tag des Buches” gegangen sind.

Alina Lindermuth? Keine Ahnung, aber macht ja nichts, denn es ist ja sehr spannend immer wieder neue Autoren kennenzulernen und da war Erstens interessant, daß es sich bei der Lesungj aus dem Buch “Fremde Federn” zu der ersten Veranstaltung einer Radtour handelt, die bis nach Bregenz führen soll.

“Hat jemand mit Radtouren Erfahrung?” fragte die Biblioothekarin Theresia Radl nach der Lesung. Habe ich, denn wir sind ja 20007 als die Ruth mit ihrem Verlag “Die Donau hinunter” in Pension gegangen sind, mit ihr von Ybbs nach Regensburg gefahren und in Vilshofen aus dem “Donaubuch” gelesen. Die ganze Tour ging von Wien nach Bamberg und 2017 zum Siebziger sind wir mit der Ruth um den Bodensee gefahren, später dann noch um den Neusiedlersee und eine Radtour von Ulm nach Regensburg und jetzt eine von Bamberg bis Mainz habe ich mit dem Alfred auch gemacht.

Alina Lindermuth

Das Buch, das zweite der 1992 in Kärnten Geborenen handelt aber von etas ganz anderes. Es handelt von einem Tom, der bei seiner Großmutter einzieht, die stürzt dann und er muß zwei vierundzwanzig Stunden Betreuerinnen engagieren. Interessant, interessant, meine Julia ist ja auch zu ihrer Großmutter eingezogen, nachdem die dement wurde und die Bibliothekarin fragte auch nach der Lesung, wieso ein männlicher Protagonist, da die Pflege oder die Carearbeit, wie das jetzt heißt, immer noch weiblich ist, ob man jetzt gendert oder nicht?

Die Autorin gab auch eine Antwort. Ich hätte gesagt, weil die Enkeltochter die Pflege wahrscheinlich selber übernommen hätte und die Autorin, die sehr viel über das Buch und ihr Schreiben erzählte, sie scheint sehr viel vorzuplotten und eine Art Schneeflockenmethode zu verwenden, las sich dann durch das Buch. De Bibliothekarin fragte nach den Pflege- und Raderfahrungen des Publikums und ein kleines Buffet und Gesprächen gab es auch.

Jetzt hätte ich fast zu erwähnen vergessen, daß ich ja heute, das zweite Mal in diesem Sommer in Richtung Traisenpark und um den See gefahren bin. Eigentlich wollte ich beim “Hager” frühstücken, weil kein frisches Brot im Haus. Aber dann hätte ich nicht in der Badewanne lesen können und da habe ich wegen meiner langen Liste auch einen ziemlichen Streß. Dann war noch ein Stück Kuchen da. Also damit in die Wanne und dreißig Seiten im Pleschinski lesen und dann ist mir noch eingefallen, daß ich wieder zum McDonalds gehen könnte, weil das billiger ist und bei dem beim Traisenpark war ich zwar 2020 zum Schulschluß, hatte aber den Eindruck, daß die kein Geld nehmen, also war ich seither nicht mehr dort. Vorher schon und jetzt wieder auf einen Toast, einen Cappuchino und einen Orangensaft, was jetzt auch schon über sechs Euro kostete.

Dann auf den Aussichtstum und zur Seedose und da war ich fündig. Zwar keine wirklich tollen Bücher aber doch sehr interessante, zwei Corona- Bücher im Eigenverlag erschienen und dann eines über den Sommer von vier Frauen über vierzig und eines über den wunderbaren Wortschatz, auch im Eigenverlag, glaube ich, erschienen und am Samstag kann ich noch anmerken, ist bei dem vom Bootshaus, offenbar ein alter Mann oder eine alte Frau gestorben, die viele schöne “Donauland-Bücher” mit schönen Umschlägen aus den fünfziger oder sechziger Jahren hinterlassen haben.

Jetzt muß ich das alles noch lesen und als ich beim Büchertisch im Steingöttersaal nachschaute, wo das Lindermuth- Buch erschienen ist, las ich “k&S” und da habe ich die Neuerscheinungen, weil ich da ja fast alles gelesen habe und da bei den Verlagsfrauen schon bekannt war, ,dann hat mir die Dr. Brunner die Bücher geschickt. Jetzt gibt es da aber eine neue Frau und die hat auf mein hzweimaliges Anfragen nicht reagiert. Macht ja nichts habe ich gedacht, lese ich jetzt ohnehin sehr langsam und wenn ich im August mit dem Buchpreislesen soanfange, werde ich sowie in diesem Jahr nicht mehr fertig. Jetzt habe ich es ein drittes Mal versucht. Mal sehen, ob es klappt und eine schöne Radreise wünsche ich der Frau Lindermuth auch, wär spannend, wenn sie darüber bloggen, twittern oder facebooken oder ihre Ei ndrücke auf Instagram stellen würde, so daß man die Reise nachlesen könnte.

Sommerfrischenwochenende mit Marktbesuch, Grillfest und anderen mehr

Halbzeit in der Sommerfrische und der Wechsel mit dem Sommer in Wien, wo ich meine Stunden machte und am Abend in die. Sommerlesereihen ging und die Wochenenden mit Marktbesuch, Rudolfshöhe etcetera ist eine gute Mischung und so war in diesem Juli auch einiges los. Wir sind mit der kleinen Lia zweimal auf die Rudolfshöhe gegangen und haben ihr dort die Kühe gezeigt. Vorigen Sonntag waren wir auf den Göller und am Markt haben wir am letzten Samstag die Doris Kloimstein, die Ruth Aspöck und die Brigitte S. getroffen. Diesen Samstag waren wir allein am Markt dafür ist am Sonntag die Doris Kloimstein zum Grillen zu uns gekommen, denn der Alfred wollte einen großeGrill veranstalten und hat dazu alle, die er kennt, einzuladen versucht, denn da hat sich durch Corona ja einiges verändert und so sind es nur acht Leute geworden, die gekommen ist. Die Doris, die Ruth Aspöck, der Karli mit seiner Freundin Anna, dann noch die Anna B. mit Mann, die der Alfred von der Gerlinde kennt. Die Angela und der Josef sind auch gekommen, die ich immer bei Literaturveranstaltungen sehe. Den Martin und die Ingrid, auch Freunde vom Alfred aus seinen Studententagen, haben wir schon am Montag in Wien getroffen.

Der Alfred hat Rindsripperl bestellt, Himbeersturm und Himbeefrizante und Kuchhenstücke, die wir gestern am Markt gekauft haben gab es auch und Melonen und Ananas.

Kein großes Geburtstagsfest, wie 2015, den hat der Alfred erst in zwei Wochen und da wollen wir ja nach Frankreich fahren, also ein Sommerfest und die literarische Noten wurden der Doris Kloimstein, die gleich ihre Lebensgeschichte erzählt hat und mir Annie Ernaux “Das andere Mädchen” , der Nobelpreisträgerin gebracht, das ich auch nach Frankreich mitnehmen kann und der Ruth Aspöck geprägt, die von ihren Salzburg-Plänen erzählte und die Doris hat mir schon vor zwei Tagen gemailt, daß am Donnerstag Martin Walser im sechsundneunzigsten Lebensjahr gestorben ist, an den ich vor einigen Jahren sehr dachte, als wir mit der Ruth zu ihrem siebzigsten Geburtstag um den Bodensee gefahren sind und gestern am Markt konnte ich wieder die Volkesmeinung zum Thema Normalität und Krise hören, während ich die die Standard Kolumne von Hans Rauscher las, der sich auf die Eröffnungsrede der Salzburger Festspie des Herrn Bundespräsidenten bezog, der diesmal zum positiven Denken riet und, daß man auch mit denen die anderer Meinung sind, reden und sie liken soll. Er hat das dann gleich mit seinem Konkurrenten vor sechs Jahren Norbert Hofer getan, ob der sich der darüber freut, bleibt unklar, aber die Psychologin denkt, daß das sehr wichtig ist und auch ein Weg, die Gräben, die durch Coronae entstanden sind, zu sschlißen, obwohl die Rede, glaube ich, gar nicht so gut angekommen ist.

Ein schöner Sommer also, trotz der schwierigen politischen Situation und den Hitzetagen, die jetzt aber schon vorbei scheinen. Das Feuerwehrfest in Ochsenburg hat es vor zwei Wochen auch gegegeben und im Juni ein paar Kindereste zum vierten Geburtstag der kleinen Lia mit der wir auch mit dem Schiff von Krems nach Dürnstein gefahren sind.

Ein scöner Sommer und ein Pendeln zwischen Wien und Harland. In Wien mache ich meine Stunden und gehe zu literarischen Veranstaltungen, in Harland habe ich meine “Toten” um vier Szenen angestückelt, so daß ich jetzt bei über fünfzig Seiten, dreiundzwanzig Szenen und 24769 Worten bin. Vielleicht kann ich noch den utopischen Roman im Roman anstückeln und Sabine Grubers “Die Dauer der Liebe” ausgelesen und für morgen ist auch noch ein literarisches Schmankerl in St. Pölten geplant.

Die Wunderkammer des Lesens

Jetzt kommt auf zweierlei Weise etwas Besonderes. Nämlich ein “Wunderkammer-Buch” aus dem “Verlag des kulturellen Gedächtnisses”, wo ich schon zwei gelesen, habe und jetzt das dritte als eine über das Lesen, ein Thema, das mich, die schreibende Vielleserin oder literarische Besessene, besonders interessiert, mein Blog ja auch einer über das Lesen ist und ich auch schon eine Reihe solcher Bücher gesammelt, aber noch nicht alle gelesen habe.

Thomas Böhne hat diesen schön illustrierten “Wunderkammer-Band,” den ich leider, obwohl sie mir das Buch zuschicken wollten, nur digital gelesen habe, herausgegeben und da geht es wieder in kürzeren oder längeren Abschnitten über das Lesen in all seinen Facetten und Formen.

Zuerst kommt da ein Motto von Marie Ebner von Eschenbachs. Dann ein Vorwort des Autors, wo er sich als ein in Essen Aufgewachsener oder lesendes Bergarbeiterkind beschreibt, dem der Vater einmal einen geheimnisvollen Sack mitbrachte, den er nicht anrühren durfte und dann das Haus verlassen hat. Darin waren Groschenheftchen, Jerry Cottons, die ihn nicht interessierte und dann solche die ihm zum Vielleser machten. Später hat er Literaturwissenschaften studiert und den Professor nicht verstanden, der dann, als er ihm das sagte “Daraus lernen sie das Meiste!”, antwortete und später hat er seinem sterbenden Großvater dann noch “Alle Vögel sind schon da” vorgelesen.

Dann kommt es zu einer “Zeitlosen Leseanleitung” und die hundert Lieblingsbucher von David Bowie und eine Leserin stellt die Frage, wie es einer viellesenden Frau auf der Partnersuche geht? Darf man das sagen? Gibt es da Schwierigkeiten?” Eine Frage, die ich mir noch nicht stellte, beziehungsweise meine Freunde selten frage, ob und was sie lesen und ich habe auch kein Probleme mit nicht lesenden Menschen, die ja immer mehr zunehmen, während die Zahl der pro Jahr gelesenen Bücher rückläufig ist.

Dann gibts noch eine “Anregung zur Bildung eines Lesekreises”. Etwas, was ich auch noch nicht versucht habe und das eigentlich auch nicht will, obwohl ich schon einmal an einer teilgenommen habe. In Schreibgruppen war ich schon öfter, sowie in der GAV und bei den IG-Autoren.

Zensureingriffe und Warnungen, daß Goethes “Werthers” beispielsweise zum Selbstmord anregen kann und daher umgeschrieben werden soll, hat es schon zu seinen Lebzeiten gegeben. Bei uns hat diese Diskussion der Psychiater Erwin Ringel fortgeführt, so daß die Zeitungen, glaube ich, noch immer nicht darüber berichten dürfen, so daß wir nicht genau wissen, wieviele Leute sich während der Corona- Pandemie umgebracht haben und dann gibts die Warnungen, die “Frauenzimmer” vom Lesen kitschiger Romane abzuhalten, weil das ihre Phantasie unsittlich anregen und zu Wahnstörungen führen kann.

Wie man lesen und mit seinen Büchern umgehen soll, wird mehrfach thematisiert. Da gibts den Artikel zu den Bücherschäden, die die Bibliotheken und Antiquare feststellen. Bei Wasserschaden muß man ein anderes Buch bringen, hat mir eine Freundin mal erzählt. Den Mäusefraß wird es wahrscheinlich so oft nicht mehr geben, den Tintenschaden vielleicht schon, es wird auch angeregt wie man Lesetagebücher führt und worauf man dabei achten soll und dann soll man sich seine Bücher signieren lassen? Wird das Buch dadurch im Wert gesteigert oder sogar gemindert und fördert es den Kontakt zwischen Autor und Leser, beziehungsweise den Bücherkauf.

Was die Astronauten an Bord mithaben wird auch thematisiert und dann natürlich wie man seine Bücher verschlüsseln kann. Da geben die Lexika, wie “Meyers” oder “Brockhaus” Anregungen und meine Anregung an den Verlag wäre, daß man in E- Book Form quergestellte Seiten schlecht lesen kann.

Der Sammler Karl Wolfskehl 1869-1948 hat in seinen Artikel “Das Buch als Kunstwerk” sich Gedanken gemacht, wie man mit seinen Büchern umgehen kann und dann kommt man schon zum Gegenkanon der angeblich hundert besten Bücher.

Bei den Bücherbloggern sind die Bücherchallenges sehr beliebt. Da soll man ein Jahr lang ein Buch aus den verschiedenen Ländern oder nur Bücher von Frauen oder das erste oder letzte Buch etcetera lesen, hier sehr schön graphisch Form als Gesellschaftsspiel angelegt.

Literarische T-Shirts, das heißt Aufschriften auf solchen, gibt es auch. “Mir egal ich geh lesen”, beispielsweise und ich habe einmal ein solches vom Alfred bekommen, wo Eugen Gomringes “avenidas y flores”, das bei den Feministinnen soviel Unmut erregte, daß es von einer Hochschulwand entfernt werden mußte, bekommen und kann sagen, man wird sehr oft daraufhin angesprochen, was für die Kommunikation sehr förderlich ist.

Über das Auswendiglernen von Gedichten, das das Gedächtnis anregen soll geht es auch. Das wurde in den Schulen früher sehr praktiziert, heute glaube ich kaum noch, was die Psychologin in mir sehr schade findet und mich an meine Großmutter denken lässt, die im hohen Alter noch Schillers “Glocke” rezitieren konnte.

Dann werden “Strategien zum Lesen von Gedichten” vorgestellt.Das Lautlesen wird da empfohlen und der gewünschte Lyrikleser ist “jung, intelligent und leicht betrunken”, so daß er sich, was ich nachvollziehen kann, beim Lesen berauschen kann. Eine Lesegalerie wird empfohlen und dann kommen wir schon zu den Märchen und den Kinderbüchern, da wird auch angeleitet, wie man Kinder vorlesen soll? Langsam und ruhig, wie es die die Kinder wünschen, immer wieder dasselbe, wie ich das momentan bei der kleinen Lia tue, die immer wieder dieselben Osterbücher anschleppt.

Hans Fallada war offenbar ein Vielleser und ist in einem sehr bibliophilen Haushalt aufgewachsen. Der Vater hatte fünftausend Bücher und die Putzfrau hat sich ein Extrageld verschafft, in dem sie sie verlieh. Karl May war verboten, so hat sich der erwachsene Hans Fallada die Gesamtausgabe gekauft, die später seine Kinder lasen und eine Lese- oder Fangeschichte von Karl May gibt es auch.

Einen uralten Artikel über das, was “Schundliteratur” ist und, wie sie sich verkauft, gibt es ebenfalls noch und dann geht es viel moderner zum “sensitivity reading”. Da werden die Autoren offenbar beraten, damit sie nicht rassistisch, sexistisch oder was auch immer, schreiben.

Moderne Ausdrucksweisen wie booktube, Sub, etcetera werden ebenfalls erklärt. Ein uralter Artikel über Rezensenten wird abgedruckt und dann noch einer über die Arbeit von Lektoren.

Dann werden die meisten Blog-Namen zitiert und überraschend, das “Literaturgefluester” ist dabei, gibt es ja einen Blog, der die genau aufzählt und ich mich dabei so ungefähr in der Mitte befinde. Die Lieblingsbücher von Filmstars werden angegeben und als bei einer Veranstaltung das beste Buch prämiert werden sollte und Salam Rushdie im Publikum saß, hat die Moderatorin schnell hinzugefügt, daß Mister Rushdie auch sehr gut schreibe.

Von Franz Kafka stammt das berühmte Zitat, das auch in den Blog zu finden ist, daß “Ein Buch die Axt für das gefrorene Meer in uns sein muß” und da wird der Brief, den er 2004 an Oskar Pollak geschrieben hat, angeführt.

Immer mehr Leute können aber nicht mehr lesen und verlassen die Schule als funktionale Analphabeten und das werden Tips gegeben, wie man das erkennt und wie man die Leute dann beraten kann, denn es ist nie zu spät das Lesen zu lernen.

Was haben die Soldaten im ersten und zweiten Weltkrieg gelesen und was die Russen während des kalten Krieges? Was man Sterbenden vorlesen kann oder soll, wurde schon im Vorwort angerissen: Märchen, Gedichte, Kinderbücher oder Lieblingsbücher aus der Bibliothek der Betroffenen und so sind wir durch das Buch geglitten und haben sehr interessante Einblicke in das Bücherlesen bekommen, das in einer Zeit wo immer weniger Leute lesen, das wahrscheinlich nicht mehr können, während immer mehr Leute schreiben, sehr wichtig ist und am Schluss, am Buchrücken wahrscheinlich, ich habe ja digital gelesen, gibts ein Zitat von Marina Zwetajewa, über die ich ja vor kurzen in der “Alten Schmiede” einen Film gesehen habe “Aber ist jemand zweimal in das selbe Buch eingetreten?”, heißt es da und richtig, den Artikel über das Wiederlesen von Büchern, das tue ich nur ganz selten, habe es aber “In der Welt von gestern” getan, habe ich jetzt vergessen, wie auch Pierre Bayards “Wie man über ein Buch spricht, das man nie gelesen hat” und noch vieles anderes, was bei einem dreihundertzwanzig Seiten Buch natürlich ist.

Also selber lesen, würde ich empfehlen oder sich durch das graphisch fein gestaltete Buch blättern. Man lernt sehr viel dabei, bekommt Buchempfehlungen und kann dann weiter in die “Wunderkammer” einsteigen.

Die Metamorphosen der Eja Augustin

Lauter Applaus drang aus dem Haupthof des Museumsquartiers, die “O-Töne”, das sehr beliebte Literaturfestival, daß sich Eja Augustin gern und regelmäßig anzuhören pflegte, war zu Ende und sie konnte nach Hause gehen.

So stand sie also auf, packte ihre Handtasche und schüttelte den Kopf. Denn eigentlich hatten ihr die die Aussagen der Autorin nicht gefallen. Letzte Woche war es ähnlich gewesen. Da hatte die Autorin den Moderator kritisiert und statt auf seine Frage zu antworten auf seine roten Schuhe hingewiesen und mehrmals betont, daß er vor kurzem “Staatspreisträger” geworden war. Gut, sie hatte sich über seine vielleicht zu anmaßenden Kritikerfragen geärgert und zurückgeschossen. Das war okay und voll in Ordnung und das würde sie, wenn sie in diese Situation kommen würde, genauso tun, denn sie war ebenfalls eine schreibende Frau. Zwar keine berühmte, sondern nur eine sich in Außenseitersituation befindende Selfpublisherin. Aber eine, die sich sehr für Literatur interessierte, viel las und daher auch das Gratisangebot der Stadt Wien, beziehungsweise der Literaturabteilung gern annahm.

Also durfte die Autorin, den sie interviewenden Moderator gerne kritisieren, die diesmalige Autorin hatte aber eigentlich nichts anderes getan, als die Literatur für sinnlos und unwichtig zu erklären. Etwas, was sie überhaupt nicht so sah, denn sie nahm ihr Schreiben sehr ernst, auch wenn sie, wie sie immer hören konnte, es längst nicht so gut beherrschte, wie die ehemaligen “Bachmann-Preisträgerin”, die jetzt sogar eine der wichtigsten Literaturzeitschriften Österreichs herausgab, obwohl sie wahrscheinlich halb so alt, wie Eja Augustin war.

Vielleicht war ihr ihr Ruhm zu Kopf gestiegen oder hatte es sie überfordert, plötzlich von einer Lesung, von einem Interview zum anderen herumgereicht zu werden? Das wäre verständlich und da könnte Eja ihr keinen Vorwurf machen. Schließlich hatte sie ja einmal Psychologie studiert. Trotzdem war es aber unbefriedigt von der Autorin nichts anderes gehört zu haben, als, daß das Leben und das Schreiben sinnlos war und das schien jetzt modern zu sein.

Hatte sie doch in letzter Zeit öfter Romane gelesen, wo die Autoren erklärten, daß sie ihren Text selbst nicht erklären können, oder den Inhalt vollends auf den Kopf stellten und da hatte Eja sich gedacht, daß das wohl deshalb war, weil schon so viele Bücher geschrieben worden waren und wollte man da auffallen, musste man da vielleicht schlapsige Antworten geben. Das wäre eine Erklärung, mit der sie etwas anfangen konnte, aber eine, die ihr nicht so besonders gefiel, denn sie nahm ihr Schreiben ernst, wurde aber zu solchen Veranstaltungen nicht eingeladen,

“Da sind Sie nicht gut genug! Haben Sie doch keinen Verlag! Wer will Sie lesen? Wenn wir Sie einladen haben wir lauter leere Stühle und das wollen wir nicht! Das können wir uns nicht leisten!”

Und es stimmte. Der Hof des Museumsquartiers war sehr voll. Das Publikum hatte begeistert geklatscht und drängte sich jetzt auch um den Bücher- beziehungsweise, um den Signiertisch, um sich ein Autorgramm von der Autorin zu holen und das war vielleicht ein weiteres Problem über das man sich ärgern konnte. Die Leute lasen immer wieder und schrieben dafür mehr. Fünfundzwanzig Prozent der Schulabgänger konnten, wie sie neulich gehört hatte, nicht mehr sinnerfassend lesen, wenn sie die Schule verließen und die die es noch konnten, lasen vielleicht lieber Comics, Chick Lits oder gingen vielleicht gleich ins Internet, um dort zu chatten.

Sie las sehr viel und würde sich jetzt auch die Buchpreisbücher wieder holen. Die zwanzig Bücher, die für den “Deutschen Buchpreis” nominiert würden und die zehn von der “Österreichischen Buchpreisliste”, während ihre selbstgemachten Bücher niemand lesen wollte.

“Das interessiert uns nicht, wir sind lieber für Qualität!”, war eine Antwort, die sie öfter hören konnte und jetzt drängten sich tatsächlich einige Leute, um den Büchertisch oder stellten sie sich am Signiertisch an, um ein Autogramm von der ehemaligen “Bachmann-Preisträgerin” zu bekommen.

“Ob die alle gelesen werden?”, fragte sich Eja Augustin kritisch, die jetzt selbst um den Büchertisch herumstrich, sich aber keines kaufen würde, weil sie ihr ganz ehrlich zu teuer waren und hatte auch ihre Zweifel daran, weil sie öfter die sehr gehypten Bücher von den Buchpreislisten in den offenen Bücherschränken oft noch originalverpackt fand.

“Da hat wieder eine Schwiegermutter ein Buch von Reinhard Jirgl oder Ulrich Petzer zu Weihnachten bekommen und fängt nicht viel damit an, weil sie lieber Kimis oder vielleicht auch gar nichts liest”, dachte sie kritisch und dann wieder an ihre sechzig selbstgemachten Bücher, die sie im Laufe ihres Lebens schon geschrieben hatte. Und das Thema schreiben, war auch eines, daß sie sehr interessierte.

Gab es da ja schon “Den verrückten Traum der Thea Leitner”, wo eine erfolglose Autorin in dem berühmten “Star-Verlag” eingesperrt wird und sich dann in den Verleger verliebt, sowie “Das literarische Leben der Dora Faust”, wo eine erfolglose Autorin einen Roman schreiben will und da über sehr viele Geschichten stolpert. Eine literarische Agentur an die sie das Buch geschickt hatte, hatte nicht viel damit anfangen können und eine Schriftstellerkollegin hatte sich über den sprechenden Namen sehr mokiert. Denn eine Thea Leitner gab es ja. Gut, das waren vielleicht Anfangsfehler und wahrscheinlich würde es jeden Namen, den man einem Protagonisten verlieh, im wirklichen Leben schon geben und neben dem ” Literarischen Leben” und dem “Verrückten Traum” könnte sie auch Metamorphosen stellen.

“Die Metamorphosen der Eja Augustin” und unter diesen Titel ihre Schreibgedanken in ihren Blog stellen oder als einundsechzigstes selbstgemachtes Buch herausgeben.

“Eine interessante Idee!”, dachte Eja Augustin.

“Habe ich heuer ja ein Jubiläumsjahr, schreibe ich nun schon fünfzig Jahre, habe seit fünfzehn Jahren einen literarischen Blog in dem ich meinen Senf über den Literaturbetrieb verspritze und feiere im November meinen siebzigsten Geburtstag. Da könnte ich ein literarisches Geburtstagsfest machen und siebzig Minuten aus meinen sechzig Büchern oder aus meinen “Metamorphosen” lesen!”, dachte sie und lächelte der Autorin, die jetzt vom Signiertisch aufschaute aufmunternd zu.

“Es ist doch nicht alles so sinnlos, wenn man erfolgreich ist und das Schreiben und das Lesen ist schön und wenn sich Ihre Leser über Ihre Bücher freuen, sollten Sie das vielleicht auch tun!”

Vom Verschwinden zum Kochen bei den O-Tönen

Wieder O-Töne mit zwei interessanten Büchern, wo ich bei einem schon bei einer Lesung im Literaturhaus war. So hat die 1988 im Burgendland aufgewachsene und derzeit in Hamburg lebenden Johanna Sebauer ihr Debut “Nincshof” vorgestellt. Das heißt auf Ungarisch nichts und beschreibt ein burgenländisches Dorf an der ungarischen Grenze ein solches, wie in dem Johanna Sebauer aufgewachsen ist, wie sie der Moderatorin Daniela Strigl erklärte und in dem wird das Verschwinden geübt.

Johanna Sebauer

Der Bürgermeister und noch ein paar andere Typen treffen sich bei einer alten Dame und diskutieren den Plan, das Dorf zum Verschwinden zu bringen, die Hinweistafeln zu entfernen und die Radfahrer, die um den Neusiedlersee fahren wollen mit Gestank zu vertreiben.

Ein interessanter Ansatz, wie ich finde und die diesmaligen Autorinnen waren auch nicht so schnippisch, wie die vorigen und das MQ war wieder sehr voll. Unser Platz diesmal besser, so daß etwas zu sehen war.

Petra Hartlieb habe ich gesehen, am Ende Brigitta Falknerl was mich etwas wunderte, weil sich die experimentellen Autoren in der Regel ja nicht so sehr für die Mainstremliteratur interessieren, wie mir gestern auch Monika Vasik erklärte, aber vielleicht ist sie ein Fan von Teresa Präauer und die habe ich schon einmal im Literaturhaus aus ihrem “Kochen im falschen Jahrhundert” lesen gehört.

Daniela Strigl, Theresa Präauer

Da war es bummvoll, es gab Brötchen zu dem Wein und ich habe die ausschenkende Studentin empört, weil ich mich aus Platzgründen hinter sie stellte und den Cremant, dier diesmal am Lesepult serviert wurde, hat es im Literaturhaus erst ein paar Wochen später gegeben. Dafür war im Literaturhaus der Lesetisch schön gedeckt und ich kann jetzt raten, ob das Buch ein Roman ist, wie Daniela Strigl erwähnte.

Ich hätte es nicht dafür gehaltenm sondern eher für einen Essays übers Gastgeben und eine Reflektion über die Kocherinnerungen. Es gibt aber einen Gastgeber, eine Gastgeberin, einen Ehemann, eine Ehefrau und einen Schweizer, sowie ein paar Varianten. So kommen die Gäste außer dem Schweizer einmal nicht, sondern nur der Schweizer und beim zweiten Leseblock ist dann auch der ausgeblieben. So hat sich das Gastgeberpaar mit Cremant betrunken und schließlich offenbar statt die Quiche zu essen, sich anderwärtig zu vergnügen begonnen.

Teresa Präauer hat auch eifrig mit Cremant dem Publikum zugeprostet und es war ein interessanter Abend und spannend, ob ich das Buch lesen werde? Beziehungsweise kann ich jetzt raten, ob es auf die deutsche oder auf die öst. Buchliste kommt?