Zu Maria Himmelfahrt nach Lourdes

Am fünfzehnten August, dem Feiertag, an dem meine 1915 geborene Mutter, ihren Geburtstag hatte, sind wir ja öfter unterwegs und dann ist es immer die Frage, ist dort, wo wir sind, ein Feiertag oder nicht?

In Litauen, wo wir das Thomas Mann-Häuschen besuchen wollten, interessanterweise schon. Dafür in Ansbach, wo wir vom Elsaß zurückgekommen sind, nicht. So haben wir dort noch Millch und Brot eingekauft. In Bern, wo wir vor einigen Jahren waren und ich mich über die damalige deutsche Longlist informieren und gleich eines der Bücher kaufen konnte, glaube ich auch nicht und ob das jetzt in Frankreich

so war, habe ich eigentlich nicht mitbekommen.

Denn da sind wir ja, gerade in Loron Ste. Marie angekommen, nach Lourdes gefahren und an diesen berühmten Wallfahrtsort ist wahrscheinlich immer etwas los und so hatten auch die Souveniershops und Restaurants offen.

Ich bin ja, wie ich auch immer schreibe, nicht katholisch und auch nicht gläubig und so hatte es für mich nur den touristischen Effekt sich das Ganze einmal anzusehen, wie wir das auch auf unerer Polen- und baltischen Staatenreise mit Tschenstochau getan haben. Ich habe aber das “Lied von Bernadette” gelesen, als ich 2014 durch meine Bücherschrankfunde sozusagen einen Werfel-Schwerpunkt hatte.

Lourdes also voll und vorher sind wir durch verschiedene französische Städtchen mit alten Häusern gefahren und Lourdes sehr voll. Sehr schwer einen Parkplatz zu bekommen, obwohl die interessanterweise gar nichts gekostet hatten und da fällt mir ein, daß der, wo wir dann doch einen Platz fanden, gratis war, weil Feiertag.

Also doch, sonst hätte ich das, wie schon geschrieben, nicht gemerkt und weiß auch gar nicht, ob mehr Touristen oder Pilger als sonst gekommen waren.

Aber die haben wir gesehen. Einige Nonnen, auch viele Kranke in Rollstühlen und besonderer Kleidung oderUniforemen. Viele Inforstände. Eine große Kirche und einen solchen Kreuzgang. Einen sehr großen, vergoldeten, wo die Pilger teilweise knieten oder auf Knien die Stiegen zu den Stationen hinaufkrochen.

Die Grotte haben wir geshen und es war sehr eindrucksvoll. Verstehen, daß man an das Wunder glaubt, kann ich zwar nicht wirklich, es ist aber psychologisch sicher zu erklären und Lourdes ist jetzt eine reiche Stadt, während es früher, vor dem Wunder oder der Erscheinung ja ein armes Städtchen war und auf der Rückfahrt sind wir noch einmal vor einer Kirche stehen geblieben und sind einen etwas verfallenren, aber eigentlich schöneren Kreuzgang hinaufgegangen, während unter am idyllischen Flüßchen die Kanufahrer vorüberfuhren.

Also sehr beeindruckend den Marienfeiertag auf einer Wallfahrtstädte zu verbringen und gut gegessen haben wir auch.

Wiener Magnolienmord

Auf die Frankreichreise habe ich mir ja, statt, wie eigentlich geplant, “Frankreich-Bücher” zvier Krimis mitgenommen. Denn die Agentur der Barbara Brunner versorgt mich jett statt mit den “K&S, wie bisher, mit Gmeiner-Bücher und so habe ich auf unserer Fahrt durch Italien mit dem “Wiener Magnolienmord” begonnen.

Sehr originell, während, um mich herum, die Badelustigen an den Strand liefen, sich mit dem zweiten Wiener Gemeindebezirk zu beschäftigen. Aber Krimis sind nicht nur spannend, sondern passen wahrscheinlich auch gut in den Urlaub und ich lese sie ja, obwohl ich eigentlich keine Morde beschreiben will, sehr gern.

Also der zweite Roman, der in Tirol aufgewachsenen Annemarie Mitterhofer, deren Debut “Wiener Rosenmord”, das an mir vorbeigegangen ist, geheißen hat. Also hat sie es mit den Blumen und den “Magnolienmord” habe ich schon bei “Schubert” in der Wiener Straße liegen sehen.

Es ging also in Italien nach Wien und besonders leicht bin ich, wahrscheinlich situationsbedingt, in das Buch nicht hineingekommen.

Auch deshalb wahrscheinlich, da man Vorkenntnisse haben mußte, um das Personeninventar wirklich zu verstehen. Es geht aber, um eine etwas ungewöhnliche Polizistin und die geht zu Beginn des Buches auf eine Vernissage. Denn sie hat in einer Volkshochschule an einem Workshop teilgenommen, wo man Köpfe collagieren mußte und die werden nun ausgestellt.

Sie hat sich auch in den Künstler verliebt und auf der Vernissage rollen gleich die Köpfe. Nämlich der einer Alternativschullehrerin und das finde ich auch sehr interessant. Denn die Anna ist ja auch in eine Alternativschule gegangen.

Aber die von Annemarie Mitterhofer beschriebene, ist etwas elitärer. Die reichen Russen, die alles aufkaufen, geben ihre Kinder hin und um die “Magnolienschule” gibt es auch Streit, denn der Grund wurde vom Besitzer nicht nur der Lehrerin, sondern auch einem Künstler vererbt und die streiten sich nun darum und so gibt es schon einmal viele Verdächtige.

Leider ist auch der Liebste der Polizistin, die viel trinkt und sich dann nichts mehr erinnern kann, dabei und so muß sie den Fall abgeben und sich stattdessen mit Selbstmorden beschäftigen.

Aber die waren natürlich auch nur vermeintlich und führen zum Fall zurück. Denn eine alte krebskranke Frau hat sich umgebracht und auch noch einen Abschiedsbrief geschrieben. Aber leider ist sie, beziehungsweise ihr Schwiegersohn auch in dem Fall verwickelt und so habe ich wieder einen sehr engagierten Krimi gelesen und interessant ist auch Annemarie Mitterhofers Stil, der sich, glaube ich, sehr an Wolf Haas angelehnt hat.

So gibt es vor jeden Kapitel eine Einleitung, die sich mit den gesellschaftliche Zuständen beschäftigt. Die Frauenfrage wird erwähnt, die Umwelt und die Zuwanderung, Corona natürlich nicht und auch ziemlich philosopbisch ist, bevor es in die Handlung und in die Spannung geht und ich habe wieder eine neue Autorin kennengelernt.

Interessant, interessant, Krimis zu lesen, auch wenn mir die Lisa das nicht glaubte. Ich habe mir aber noch zwei “Gmeiner-Krimis” auf die Reise mitgenommen und die waren das auch.

Mittsommertage

Jetzt kommt, während wir auf den Weg nach Frankreich sind, ein höchst aktuelles Bufch, Ulrich Woelks “Mittsommertage”, ein Sommerbuch also, da habe ich in diesen Sommer ohnehin nur recht wenige und ungeplant gelesen. Es ist ja Anfang oder fast Mitte August. Also passt es ausgezeichnet und dann wieder nicht. Denn es ist eigentlich ein politisches Buch und noch dazu ein höchst aktuelles. Eines, wo man nocnh PCR-Tests machen muß, wenn man in den Reichstag oder in ein Pflegeheim muß. Eines, wo sich die Klieberkleber auf die Straßen kleben und die Sommer vierzig Grad haben.

Also eines, das im vorigen Jahr, wo das alles so war, geschrieben wurde und es stammt von dem 1969 in Bonn geborenen Ulrich Woelk, von dem ich schon sein Buchpreisbuch und vor zwei Jahren, glaube ich, im Zelt, das wir in den höchst Corona-Zeiten vor Ruths Sommeraufenthalt unter einem Baum parkten, las und ich wundere mich oder frage mich ein bißchen, wie das Buch aufgenommen werden wird?

Höre ich doch immer Bücher, wo Corona ,vorkommt werden eher bekrittelt, obwohl dieses ja nicht kritisch ist, sondern die Zustände von 2022 nur erwähnt. Also höchst realistisch ist, aber das gilt ja eigentlich nicht für Literatur, wo man alles verfremden muß, um, als das zu gelten. Aber mir hat es gefallen. Wahrscheinlich weil es auch ein bißchen kitschig ist und ich ebenfalls höchst realistisch schreibe.

Also, es geht um eine Sommerwoche eines Mittelschichtpaar in Berlin und erzählt den Alltag einer Ethikprofessorin, Ruth Lember genannt, das in einer Kathastrophe endet. Also ein bißchen übertrieben ist, weil zu viel auf einmal passiert. Aber den realistischen Alltag des Sommers 2022 sehr realistisch erzählt. Am Schluß steht ,natürlich alles nur erfunden. Die Realität aber bleibt. Auch wenn man in Österreich und Deutschland, wie Studien zeigen, wahrscheinlich mehr an den Teuerungen, die nicht erwähnt werden, also an der Klimakrise interessiert ist.

Da gibt es also Ruth Lember, eine fünfundfünzigjährige Ethikprofessorin, die in den Ethikrat einberufen wird. Also am Höhepunkt ihrer Karriere steht. Sie hat einen Mann namens Ben, der gerade einen Architekturwettbeweb gewinnt und eine Ziehtochter, die eigentlich, die Stieftochter, nämlich die Tochter Bens ist, aber da wird, wahrscheinlich, weil das zu konventionell ist, die altmodische Bezeichnung gewählt und, wie das bei den Karrierfrauen so ist, geht sie am Montag morgen bevor sie in die Uni aufbricht joggen. Da wird sie von einem Hund gebissen und die Katastrophe, bis alles in den Scherben liegt, aber Ruth natürlich weiterkämpfen wird, beginnt.

Die Hundehalterin entschuldigt sich. Ruth zeigt nicht an, sondern geht in ihre Vorlesung, wo sie die Philosophie mit dem Klima verbindet und fragt, ob Tiere eine Seele haben? Was sie dabei stört ist ein älterer Herr mit Maske im Hintergrund, der sie offenbar stalkt. Den trifft sie dann in der U-Bahn wieder. Die Wunde schwillt an. Sie geht erst am Abend in die Notaufnahme. Muß da drei Stunden warten und wenn man ein Notfall ist, muß man erst durch Schummeln und Übertreibung auf sich aufmerksam machen. Auch das ist wahrscheinlich die Realistät von 2022-23 und die Folgen der Corona-Krise.

Ben gewinnt den Wettbewerb, Ruth geht in sein Büro und wird dabei auf seine jüngere <kollegin eifersüchtig. Aber zu ihr kommt inzwischen der Unbekannte ins Sprechzimmer. Es ist Stav oder Gustav, ein früherer Liebhaber oder Mitumweltaktivist. Denn vor dreißig Jahren, als Ruth noch studierte, hat sie sich auch politisch engagiert und mit Stav einen Strommast durchgeschnitten, wobei ein Reh ums Leben kam.

Man sieht die Metaphern. Der Proifi hat das alles offenbar perfekt durchgeplant und Stav hat eine Schachtel, wo Briefe und Bekennerschreiben drin liegen. Was soll er damit tun und soll sie sie verbrennen? Ist das ethisch, wenn sie mit dieser Vergangnheit in den Ethikrat geht? Sie geht vorläufig in sein Hotel, holt das Kuvert und erleidet dabei einen Schwächeanfall, so daß sie am Donnerstag oder Freitag im Krankenhaus aufwacht. Da wirds vielleicht schon ein wenig kitschig. Ben kommt und holt sie ab. Sieht Stav wird eifersüchtig. Sie muß ihm die Jugendsünde beichten. Sie kehren in ihr Haus zurück, wo sich die Ziehtochter, die in Leiphzig Kommunikation studiert, angemeldet hat. Sie erzählt von den Klimaklebern und davon, daß sie mitmachen will.

Ben will das nicht und fordert Ruth auf Jenny von ihrer Vergangenheit zu erzählen. Die ist begeistert. Dann sind wir schon beim Samstag, wo Ruth ihren Vater im Plegeheim besucht. Auf der Autobahn oder Straße kommt sie in einen Stau und wird auch von einem Kollegen angerufen, der sie fragt “Warum hast du das ins Internet gestellt?”

Es war aber die liebe Jenny, die sich damit wichtig machte. Der Shitstorm braust los und Ruth fährt in das Auto vor ihr, bekommt damit auch Schwierigkeiten mit der Polizei, denn man darf ja nicht mehr im Auto telwfonieren. Ein freundlicher Autofahrer nimmt sie mit, nachdem ihr Leihauto abgeschleppt wurde und sie geht zu Ben ins Büro. Aber der ist nicht da, schreibt aber etwas später, er wäre noch dort und wird erst spät nach Hause kommen.

Das tut er dann auch. Es kommt zu Streit. Sein geliebtes Kindergartenmodell, wo er den ersten Preis gewonnen hat, geht dabei in Fetzen und er gesteht ein Verhältnis mit der jungen Architektin. Es kommt aber noch ärger. Jenny ruft an. Sie ist bei einer Sprayaktion festgenommen worden und als Ruth ihre Mails durchsieht, sieht sie die Kathastrophen. Sie wird von der Uni freigestellt. Der Ethikrat muß auch beraten. Nur ein Student bedankt sich und will bei ihr seine Diss schreiben und als sie am nächsten Morgen spazieren geht, kommt ein kleiner Hund, setzt sich auf ihren Schoß und verschwindet wieder, damit das Leben weitergeht.

Kitschig natürlich aber äußerst spannend und die Realität, nur etwas übertrieben erzählt. Übertrieben sind wahrscheinlich nicht Ereignisse, sonder die zu gehäufte Darstellung und ich bin gespannt auf die Reaktionen des Feulletons und natürlich auch, ob das Buch auf die deutsche Buchpreisliste kommt.? Ich würde mir das wünschen, glaube es aber aus den oben genannten Gründen nicht.

Ein gemütlicher Abend

Hier wieder ein Eja Augustin Artikel, ein Versuch mein literarisches Leben in literarischer Form mit einem literarischen Alter Ego aufzuarbeiten und damit Gedankensplitter, Ideen und Alltagsereignisse wiederzugeben. Einen davon, der ein bißchen von den O-Tönen inspiriert war, gibt es ja schon, ein paar weitere was das die Buchpreise, die Buchmessen oder was immer betrifft, kann es vielleicht noch geben.

“Es war für einen achten August ziemlich kalt, als Eja Augustin ihre Wohnung verließ, denn es hatte am Wochenende ziemlich geregnet. In der Steiermark und in Kärnten hatte es katastrophale Überschwemmungen und Überflutungen gegeben. Sie war auf ihren Sonntagssapziergang auf die Rudulfshöhe und beim Radfahren auf den Markt sehr naß geworden. Jetzt war sie auf den Weg zu einer literarischen Veranstaltung und freute sich darauf, denn sie war als erfolgsfrei Schreibende eine literarisch interessierte Person.

Bevor sie aber das Gasthaus, in dem die Lesung stattfinden würde, kam sie an einem der offenen Bücherschränke voerbei, für den sie immer einen Plastiksack in ihrer Handtasche trug, da sie, obwohl in ihren Regalen schon mehrere tausend Bücher warteten, immer alles Interessante und es interessierte sie sehr viel, einzupacken pflegte.

Der Bücherschrank war, als sie ihn erreichte, erstaunlich belebt. Eine Frau räumte gerade einen Stoß in den ohnehin sehr vollen Schrank hinein. Auf der anderen Seite sortierte ein Paar den Inhalt und Eja bemerkte einen Stoß Kinderbücher, die von einem Drachen, aber auch, was sie besonders lustig fand von einer Petrolllea Apfelmus handelte. Ein Fund also für sie oder besser geschrieben, für die kleine Enkeltochter, für die, sie ihren Sack von dem Vorrat, der größer war, als sie einpacken konnte, füllte.

“Nicht so viel den Kindern auf einmal geben, damit werden sie nur verwöhnt!”, sollte ein Stammlesetheaterbesucher später zu ihr sagen und die Psychologin in ihr konnte nur antworten, daß das auch die Konzentration verringerte. Aber Loslassen war ja etwas, das sehr schwierig ist und die Mutter konnte ja aussortieren und das nicht gebrauchte, wieder zu den Bücherzellen zurücktragen, die es auch in ihrer Umgebung gab und ein Buch über eine Petrolella Apfelmus klang sehr lieb und etwas Zweisprachiges in ungarischer Übrsetzung gab es aucn.

Also eingepackt und später am Gasthaustisch Platz genommen. Einen gespritzten Ribelwein bestellt. Eine Spezialität, die es wahrscheinlich nur in dem etwas altmodischen Gasthaus gab und das Buch, das sie in ihrem Rucksack hatte, herausgenommen, um bis zum Beginn der Veranstaltung darin zu lesen. Die schon anwesenden Veranstalter begrüßen und einer eleganten alten Dame zu nicken, die wissen wollte, ob sie an ihrem Tisch Platz nehmen dürfe?

“Natürlich, selbstverständlich!”

Drei Pätze waren ja noch frei oder doch nur zwei, denn auf einen hatte ein, wie sich später herausstellen sollte, Musik- und Mathematikstudent mit lockigen brauen Haaren schon sein Limonadeglas abgestellt.

“Vielen Dank!”, bedankte sich die ältere Dame und erklärte den Studenten, daß es ihr trotz ihrer fünfundsiebzig Jahre sehr gut gehe und sie ihr Leben genießen würde. Das Leben genießen und deshalb nichts von Tod und Krankheiten, die eine in diesen Alter betreffen könne, nichts wissen wollen. Stattdessen umarmen, küssen und den Bekannten zunicken, denn der Veranstaltungssaal hatte sich inzwischen gefüllt.

Ein Schmalzbrot bestellen, obwohl sie eigentlich am Abend nicht viel aß, aber ihr Nachbar hatte ihren Gusta darauf geweckt und dann ging es schon los mit der Veranstaltung mit den “Katertotenlieder”, der “Unmöglichkeiten zu telefonieren” und den “Theorien der Subkultur”, denn damit hatte sich der inzwischen vor zehn Jahre verstorbeneä, dem die Veranstaltung gewidmet war, beschftigt und sie hatte ihn auch sehr gut gekannt. Hatte mit ihm mehrmals auf den Volksstimmefest gelesen, bei den “Poet-Nächten” oder war mit ihm am Ostermontag durch Wien spazieren gegangen um an literarischen Orten Lesungen zu veranstalten und den dort gelebt habenden zu gedenken. Er hatte auch für kurze Zeit eine inoffizielle Gedenktafel am Donaukanal gehabt.

Jetzt lasen die Veranstaltungen im Chor seine Texte vor. Eja biß in ihr Schmalzbrot und nickte der alten Damit zu, die ihr guten Appetit und gute Unterhaltung wünschte.”

Vom Folgen und Bleiben

Jetzt kommen die vier Erzählungen der 1963 in Sangerhausen geborenen Lyrikerin Udine Materni, die am Leipziger Literaturinstitut studierte und die sich darin mit den Kriegserfahrungen und in der DDR aufgewachsenen Frauen beschäftigt.

Vier Frauenleben, Großmutter, Tochter, Enkelkind. Eine Familie könnte man sagen oder auch viele Töchter, Mütter, Großmütter und die erste Geschichte beschäftigt sich mit dem Sterben der Großmutter, die einen Krebs im Bauch hatte, man sieht Udine Maternis Sprache ist volkstümlich, Rosinen in ihren Sauberbraten tat, die wie tote Fliegen aussahen, Schokolade auf den Kokuskuchen goß und dann sozusagen verhungerte, weil ihr Magen die Speisen nicht mehr halten konnte.

Dann geht es zur Tochter zu dieser oder einer anderen, die nicht einmal einen Namen trägt, weil weder “Klara, Grete, Henriette, Helga, etc” zu ihr passt, die hatte zwei Männer und hätte eigentlich was gelernt. Hatte Abitur, blieb dann gleich beim Bäcker hängen, von dem sie sich später trennte, so daß sie zwischendurch bei “Mitropa” Brötchen mit Würstchen aus dem Fenster reichte, später, als die niemand haben wollte, in eine Großküche kam, während sich der zweite Mann am Bahnhoff versoff. Sie tat das auch in ihrer drei Zimmerwohnung, versteckte dort die Schnäpse im Kasten, später die krebskranke Mutter zu pflegen hatte und als die Tochter mit Knd und Teddybären einmal überraschend zum Geburtstag auftauchte, endete das in einem Fiasko.

In “Sonnenblumen auf blauen Grund”, stirbt wieder eine Oma. Der Onkel ruft an und fragt die Schwester was er der Toten anziehen soll.

“Wer ist gestorben?”, fragt der kleine Sohn und erkundigt sich später, ob die Oma Spielsachen hat? Die Mutter weiß es nicht und an der Erdbeetorte, die die Tante bringt, kleben Pudding und Früchte. Dann geht es zu der Wohnung der Oma, in der Straße ,die früher “Leninstraße” hieß. Der Junge erzählt das seinem Teddybär und dann wird das Kinderzimmer ausgeräumt. Das heißt, die Tapete hinuntergerißen und da starren wieder Teddybären Sohn und Mutter an. Sehr eindrucksvoll, die Symbole mit denen Udine Materni, die Stimmungen schildert, ich habe mich dagegen gefragt, ob sie nicht aufs Begräbnis gehen und wo dieses war?

“Flugzeuge” ist ähnlich symbolisch. Da gibt es wieder einen Protagonisten ohne Namen. Hier das Baby, das sowohl “Ernestine, Henriette, Ursula, aber auch Maik, Jonas oder Augustin heißen könnte und die Mutter sehnt die Momente herbei, wo sie wieder Frau sein kann, denn den Vater gibt es nur im Telefon oder in den Pralinen oder Lippenstifte die er wahrscheinlich schickt und dann wursteln sich die beiden ab oder nähern sich vorsichtig an. Die Mutter geht einkaufen, während dem Kind der “Streublümchenhimmel” auf den Kopf fällt und wenn die Mutter mit dem Kind sprechen will, gibt es keine Antwort und sieht sie nicht an. Dann sprudelt es wieder Sätze zu der schon sprachlosen Mutter hinaus und am Schluß stehen sie am Fenster, betrachten die Flugzeuge und die Mutter sagt “Ich heiße Klara, und du?”

“Vom Folgen und vom Bleiben verknüpft vier Generationen (ich habe nur drei gefunden) miteinander in der Frage, wie man als Frau in der Gesellschaft, die einen umgibt, ist, existiert, sich entwickelt. Eine suchbewegung durch die Zeit.”, kann man im Beschreibungstext lesen und am grünen Cover des kleinen “mikrotext” erschienen Büchlein ein altmodisches Kind mit einem altmodischen Kinderwagen sehen, den es wahrscheinlich sowohl in der DDR als auch in der NS-Zeit gegeben hat. Zumindest habe ich solche Fotos, wo meine Mutter meine 1942 geborene Schwester spazierenführt, zu Hause.

Zweimal nicht Biografisches bei den O-Tönen

So hat Daniela Strigl heute die beiden Bücher beziehungsweise die Autoren vorgestellt, die heute bei den O-Tönen lasen.

Matthias Gruber

Matthias Gruber mit seinen Debut “Die Einsamkeit der Ersten ihrer Art” und Tonio Schachinger mit seinen zweiten Roman “Echtzeitalter” und die Veranstaltung fand diesmal wieder im Freien statt.

Ljuba Arnautovic und Gabriele Kögl habe ich gesehen, später noch Birigit Birnbacher mit ihrem Kind und ich bin in der zweiten Reihe, weil der Alfred Sessel dazu gestellt hat, neben Julia Danielcyk gesessen, die ich gleich zur Auflösung des Literaturreferates befragen konnte, denn da ist heute ein Mail der GAV gekommen , das mir mitteilte, daß das die Stadt Wien plant oder bereits durchgefühhrt hat.

Petra Eckhart hat eröffnet und der erste Roman des 1984 n Wien geborenen Matthias Gruber betonte im Gespräch mit Daniela Strigl, daß sein Debut deshalb nicht autobiografisch sei, weil das Leben eines in Salzburg wohnenden Familienvaters nicht so viel hergibt. Deshalb spielt sein “Jung und Jung-Debut” auf einem Müllplatz oder handelt von einer Tochter mit einer Immunkrankheit, die mit ihrem Vater die Wohnungen verstorbener ausräumt und die Sachen dann dort deponiert.

Ein Hinweis auf Miliena Michikos Flasars Roman der vorige Woche vorgestellt wurde, folgte dann von Daniela Strigl und dann folgte der zweite Roman des 1992 geborenen Tonio Schachinger der mit seinem Debut und Fußballroman ” Nicht wie wir” 2019 auf der Shortlist des dBps gestanden ist.

Ein Roman, der mir nicht so besonders gefallen hat, bei dem zweiten, der bisher an mir vorbei gegangen ist, scheint das anders, denn der ist, wie Daniela Strigl erwähnte, ein lustiges Buch mit einem ernsten inhalt.

Ein Schul- oder Bildungsroman, der in einer Marianum genannten Schule, das in Wahrheit des Therseianum ist, das also doch ein autobiografischer Hinweis, Tono Schachinger besuchte, eine ehemalige oder noch heutige Nobelschule, die Anna ist dort turnen gegangen, weil die Rahlgasse keinen Turnsaal hatte.

Der Roman spielt aber in der Jetztzeit, also bin zum Ausbruch von Corona hund erinnert, wie Daniela Strigl erwähnte an den Scüler Gerber, obwohl Tonio Schachinger meinte, daß er beim Schreiben nicht daran gedacht hat, Friedrich Torberg wird aber erwhnt und Adalbert Stifters Novelle “Brigitta”, obwohl das bei den Lesestellen nicht vorkam.

Tonio Schachinger

Da kam der Protagonist, ein fünfzehnjähriger Schüler vor, der sich den Kunöchel geborchen hat und deshalb zwei Wochen liegen mß und daher einige Schularbeiten nicht machen kann, sondern Echtzeitspiele spielt. Dabei wird er von seinen Schulfreundinnen und seinen strengen Deutschlehrer besucht und später muß dann die Deutschschularbeit geschrieben werden. Da konnte man zwischen “Krambambuli” und dem “Vierten Gebot” wählen. Zumindestens wird der Tobias Moretti-Film am Vorabend gespielt. Die Mädchen verführen aber den Helden auf eine Demo zu gehen, statt sich vorzubereiten. Es kommt dann auch “Er läßt die Hand küssen” zur Schularbeit und da schreibt er, obwohl das Nichtgenügend schon prophezeit war, er einen Zweier, weil ihm die Mädchen davon schwärten. Er den Text gelesen hat und er auch nochh das Video einer Frau gesehen hat, über die sich Daniela Strigl dann erkundigte, ob sie damit gemeint wäre?

Se hat ja die Ebner Eschenbach Biografie und Werkausgabe herausgegeben und ich muß sagen, das mich das Buch, der Unterschied zwischen Realismus und Naturalismus, das war auch eine Prüfrage, am besten von allen bisher vorgestellten Bücher interessiert hat.

Also schreibe ich wieder, mal sehen auf welche Buchpreislisten es kommen wird und habe übrigens gerade ein Buch angefangen, das irgendwie sehr ähnlich oder auch verschieden ist, nämlich “Pardiese garden” von Elena Fischer und da geht es um eine vierzehnjährige Protagonistin, die allerdings keine Nobelschule besucht, sich aber offenbar auch sehr listig durch das Leben schlägt und natürlich kann man die Frage stellen, ob eine Nobelschule die Wirklichkeit abbildet? Sie bildet aber wahrscheinlich den Literturbetrieb ab oder deren Absolventen stehen dann auf den Shortlists, während das denen aus den Sozialwohnungen wahrscheinlich eher selten passiert.

Der Flakon

“Es scheint ein neuer Trend zu sein überall weibliche Heldinnen zu finden, von denen früher niemand eine Ahnung hatte”, kann man bei “Amazon” über Hans Pleschinkis neuen Roman über die Kriegserklärung, die Friedrich II im August 1756 dem Sachsenkönig machte, lesen und da habe ich schon vor kurzem Angela Steidles Roman “Aufklärung” über Dorothea Bach und Luise Gottsched gelesen, wo dieser Krieg auch vorkam.

Historische Romane über Deutschlands achtzehnten Jahrhunderts scheinen also modern zu sein und wahrscheinlich leben einige “Buchpreis-Schriftsteller” davon.

Worüber sollen sie sonst auch schreiben, wenn schon über alles geschrieben wurde?, könnte man munken und von dem 1956 in Celle geborenen Hans Pleschinski habe ich vor Jahren einmal während eines Frankfurts Surfing gehört.

Da hat er seine “Ludwighöhe” am blauen Sofa wahrscheinlich, vorgestellt und die schlampige Legasthenikerin im mir, hat ihn zuerst für Ludwig Fels gehalten.

Dann hat sich aber sein Name bei mir eingeprägt und auf den Roman “Ludwigshöhe”, wo es, glaube ich, um ein Sterbehilfesanatorium geht, wurde ich sowieso sehr neugierig. Das Buch habe ich einmal gefunden, aber noch nicht gelesen.

“Gelesen habe ich “Königsallee” die Biografie über Thomas Mann oder über ein lebensgeschichtliches Eregnis aus den neunzehnfünfziger Jahren und “Am Götterbaum”., eine Biografie über den Nobelpreisträger Paul Heyse. Dann hat er einen biografischen Roman über Gerhard Hauptmann geschrieben, den habe ich bei einem Literaturhaus Flohmarkt, ich glaube, um sogar fünf Euro gekauft und auch noch nicht gelesen. Seit ich “Buchpreis” lese, schaffe ich es nicht kaum etwas anderes als Rezenskionsexemplare zu lesen und vor alldem hat der Alfred einmal einer WU-Kollegin einen Stoß Bücher abgekauft, da war Pleschinksis “Bildnis eines Unsichtbaren” dabei, auch noch nicht gelesen.

Soviel also zu Hans Peschinski, der über eine sehr interessante Schreibbiografie verfügt und nun in den Winter des Jahres 1756, wo der König von Sachsen mit seinem Premierminister von Brühl nach Polen geflüchtet ist, der König von Preußen, das Land geplündert hat und in Leiphzig residiert.

Die Königin von Sachsen hat sich aber geweigert Dresden zu verlassen, ebenfalls Marianne von Brühl und die ist jetzt die unbekannte Heldin, die Hans Pleschinski offenbar erfunden hat, schreibt er doch in seiner Nachbemerkung “Wenige Auskünfte lassen viele Spekulationen zu”.

Wir wissen also von Maria Anna Franziska von Brühl, daß sie 1762 in Warschau gestorben ist. Hans Pleschinksi schickt seine tapfere Heldin mit ihrer Gesellschafterin oder Kammerzofe Luise von Barnhelm, man beachte den Namen, eine Minna kommt auch einmal vor und einem preußischen Adjutanten nach Leipzig. Dorthin reist die Frau Minister tagelang mit der gemeinen Postkutsche und das was die Damen da erleben und wem sie da begegnen speist einen großen Teil des Buches. Im Gepäck hat sie ein Flacon mit einem Gift mit dem sie Friedrich ermorden will, um das Land zu retten. Das ist aber nicht so einfach, denn der Preußenkönnig wird sie nicht vorlassen. Also muß sie sich an die damaligen Dichtergrößen, Gellert und Gottsched, ein interessanter Einfall von Hans Pleschinski wenden, damit die das für sie tun.

Das scheitert natürlich und ob ein solches Attentat tatsächlich stattgefunden hat, ist wahrscheinlich fraglich. Die Gräfin wird nach Warschau ausgewiesen, wo sie wie schon erwähnt, stirbt und am Buchrücken und hier auch am Klappentext, also zweimal steht etwas von einem “neuen unterhaltssamen und kenntnisreiche Romean in dem uns Hans Pleschinski in ein wenig bekanntes Ereignis der deutschen Gescbichte einführt.

Nun interessiert die Wienerin die preußisch-sachsische Geschichte nicht so sehr, obwohl sie ja fast jedes Jahr nach Leipzig fährt und ich habe mich so auch gefragt, wer das Buch lesen wird?

Ingteressant finde ich neben der Einführung in die damalige Intelligeniza, die ich ja schon aus dem Stieidle Buch kenne, daß Pleschinki ,wie mir aufgefallen ist, immer wieder aktuelle Anspielungen hat. So trifft die Gräfin in der Poststation zum Beispiel eine Frau mit ihrem Sohn, die aber gar nicht die Postkutsche nimmt, sondern sagt, daß es hier warm, während sonst das Heizen zu teuer ist.

Es wird erwähnt, daß die Bediensteten damals weder heiraten noch Sex haben durften und wenn sie es doch taten und erwischt wurden, mußten sie mit Schandgeigen durch die Gegend laufen.

Das ist sicher interessant, sonst haben mich die Ereignisse des siebenjährigen Krieges, glaube ich, ganz ehrlich, nicht so interessiert.

Ich würde nur meinen, daß Hans Pleschinski diese Reise eher modern schildert. So war das Fräulein von Barnhelm wahrscheinlich eher eine Gesellschafterin, als eine Kammerzofe und die Gräfin geht mit ihr und sie mit ihr auch eher vertraulich um.

Interessant, interessant, schreibe ich trotzdem und füge hinzu, daß ich nun noch “Ludwiglust” lesen sollte, aber wie, aber wann?

Wieder mal ein Buchpreisgeflüster?

Es ist Anfang August und am zweiundzwanzigsten werden die für den “Deutschen Buchpreis” nominierten zwanzig Bücher bekanntgegeben, am fünften September werden dann die des Öst bekanntgegeben und da lese ich ja seit einigen Jahren begeistert mit, denn wenn auch mein Leseprogramm ab August bis Ende des Jahres festgelegt ist, lernt man sehr viel dabei und zum “Deutschen Buchpreis” bin ich ja durch “Buzzaldrins-Blog” gestoßen, wo einige Blogger 2013 die zwanzig deutschen Bücher gelesen und darüber diskutiert haben. Damals habe ich mich noch nicht getraut, das auch zu machen, 2014 konnte man sich dann melden und ein Buch besprechen, das habe ich bei Charles Lewinsky getan, 2015 gab es dann die offiziellen Buchpreisblogger und dann habe ich mich getraut, die Bücher anzufragen und 2016 kam dann noch der Öst dazu den den Schweizer Buchpreis lese ich seit einigen Jahren auch.

Das regt natürlich zu Spekutlationen an, was auf den Listen stehen könnte und wenn die Bücher bekanntgegeben werden, freut man sich, wenn man schon ein oder zwei davon gelesen hat

Mehr habe ich bisher noch nicht geschafft und natürlicherweise sind die meisten der zwanzig Bücher auch unbekannt, weil ja erst vor kurzem erschienen und in letzter Zeit stehen auch viele Debutanten, Autoren mit Migrations-oder Transerfahrungen darauf.

Oft kennt man die Autoren, weil sie vorher beim “Bachmann-Preis” gelesen haben und so spekuliere ich seit einigen Jahren auch sehr eifrig mit, was diesmal etwas schwierig ist, weil wir erstens zum Zeitüpunkt der Bekanntgabe in Frankreich und da wahrschreinlich ohne Computer sein werden und ich erst Anfang September die Bücher anfragen kann und dann habe ich zwar ein paar österreichische und deutsche Neuerscheinungen gelesen, da ich in letzter Zeit aber weniger Blogs lese und wegen der angekündigten Zwangsgebühr oder eigentlich schon seit den Corona-Zeiten weniger ö1 höre, weil 0e24 TV mehr oder kritischer berichtete, habe ich da vielleicht weniger Ahnung, also lasse ich mich im September überraschen. Kann meinen Lesern aber trotzdem mitteilen, was ich heuer schon an Neuerscheinungen gelesen habe, da wären also

Milena Michiko Flasars “Oben Erde unten Himmel”

Marlene Streeruwitz “Tage im Mai”

Sabine Grubers “Die Dauer der Liebe” habe ich gelesen und richtig, die Ö Töne geben auch einen guten Eindruck, was da auf den beiden Listen zu erwarten ist, da wäre also

Ana Marwans “Verpuppt”, habe ich leider nicht bekommen, also wäre die “Netgalley”, die Gelegenheit das nachzuholen

Theresa Präauers “Kochen im falschen Jahrhundert”

Birgit Birnbachers “Wovon wir leben”, etcetera ein guter Tip, ich habe aber in diesem Jahr noch

Raphaela Edelbauers “Die Inkommensurablen” gelesen

Clemens J. Setzs “Monde vor der Landung” könnte noch draufstehen

Angela Steidels “Aufklärung”

Ulrike Draesners “Die Verwandelten”

Margit Schreiners “Mobilmachung”

Ulrich Woelks “Mittsommertage

Hans Pleschinski “Das Flakon” oder

Eugen Ruges “Pompeji”

Susanne Gregors “Wir werden fliegen”

Norbert Gstreins “Mehr als nur ein Fremder”

Helga Schuberts “Der heutige Tag” etcetera draufstehen.

Mal sehen, wie gut meine subjektive Schätzung den Jurygeschmack trifft und bis es soweit ist, daß ich mich mit den Buchpreisbücher beschäftigen kann, habe ich noch einiges zu lesen. Zum Beispiel Krimis die auf meiner Leseliste stehen, so daß ich fast fürchte, daß ich zu den vorgenommenen französischen Büchern gar nicht kommen werde.

Texte über und von Rolf Schwendter

Der 1939 geborene, dreifache Doktor, Sozialwissenschaftler, Schriftsteller, GAV-Präsident, Lesetheatergründer, Devianzforscher und vieles andere mehr Rolf Schwendter ist vor zehn Jahren gestorben. Deshalb hat oder hatte er auch in der Sittl-Sommerlesereihe heute eine Veranstaltung, die von Hanrei Wolf Käfer gestaltet und von Gerhard Ruiss, Birgit Schwaner, Andrea Pauli, Thomas Northoff, etc. gelesen wurden und es war für mich eine etwas ungewöhnliche Veranstaltung, wo ich Rolf Schwendter, den ich gut kannte, gar nicht so wiedererkannte. Hat Hahnrei Wolf Käfer in seinen Text etwas von Maßanzügen und Exellenzen und gemieteten Palais für die Lesetheaterveranstaltungen geschrieben.

Marius Schiener, Thomas Northoff, Birgit Schwaner, Andrea Pauli, Gerhard Ruiss, Hahnrei Wolf Käfer

Aber der dreifache Doktor war ein sehr ungewöhnlicher Mann, übergewichtig, viel essend, immer eine blaue Hose, Marxist, Altachtundsechziger, kein Telefonbesitzer oder nur in der Nacht erreichbar, kein Computer, keine Schreibmaschine, sondern alles handgeschrieben. Kochbuchschreiber, Lyriker, beim Volksstimmefest hat er immer als letzter gelesen und das Lesetheater hat er mit Brigitte Guttenbrunner, die ich im “Arbeitskreis schreibender Frauen” kennenlernte, deren Text “Hände falten” hieß er, glaube ich, sehr beeindruckend war, die beim Bachmannpreis einmal gelesen habe und von der ich schon lange nichts mehr hörte, Evelyn Holloway und Hansjörg Liebscher gegründet.

Marius Schiener, Thomas Northoff, Birgit Schwaner, Andrea Pauli, Gerhard Ruiss, Hahnrei Wolf Käfer

Ein paar seiner Bücher habe ich in meinen Regalen, da gibt es die “Drizzling fifties”, die “Katertotenlieder, Rolf Schwendter ar auch ein großer Katzenfan, die “Unmöglichkeit zu telefonieren” aus denen auch, sowie aus dem “Psalter” und dem “Blues auf dem Weg zum Wahnsinn” gelesen wurde. Dann haben auch Gerhard Ruiss, Thomas Northoff und Birgit Scwaner Texte über ihn geschrieben und weil Rolf Schwendter sehr unkonventionell und spontan war, wurde die Veranstaltung auch nicht geprobt, wie angesagt wurde, was auch zu bemerken war.

Es wurden die Texte oft im Chor gelesen und es ist gut an Rolf Schwendter erinnert zu werden und ich habe ja auch einige Texte über ihn geschrieben.

Rolf Schwendter wiederlesen wurde auch aufgefordert und das ist eine gute Idee und deshalb ist es gut, daß das Lesetheater sich seinem Gründer immer wieder erinnert und da habe ich ihn ja in vielen Veranstaltungen gehört. Er hat auch Marathonveranstaltungen veranstatet, so kann ich mich an einen Nestroy Abend erinnern, wo er, glaube ich, den Helden in “Freiheit im Krähwinkel” darstellte, die “Poet Nights” hat er veranstaltet und mich auch einige Male lesen lassen und einige Bekannten habe ich im Pelikan Stüberl, wo die Veranstaltung wetterbedingt stattfand, auch getroffen.

Drei Frauen aus Bratislava, Prag und Budapest

Hurra, hurra, ein neues Buch, das dritte in diesem Jahr erschienene und das erste, daß ich da geschrieben habe,, ist erschienen und es ist, wie ich finde sehr schön geworden.

Ich freue mich sehr darüber in meinem Jubiläumsjahr wieder eine Neuerscheinung präsentieren zu können und besonders fein, es gibt diesmal auch einen Gewinnspielauflöser, mein treuer Kommentierer Manfred-Lagler Regall, der mich schon seit 2010, glaube ich, auf diesen Blog begleitet, mit mir über Bücher diskutiert und mir auch seine Rezensionen schickt und den ich auch manchmal bei den Osterspaziergängen der LITGES sehe, hat sie aufgelöst, also schließe ich mich seinen Erkenntnissen an:

  1. Katalin ist Geigerin, stammt aus Bratislava und möchte in der “Wilden Mischung” spielen und ihr Problem sind ihre drei kleinen Kinder, die sie das nicht immer lassen.

2. Jelena fährt an den Wochenenden nach Prag zu ihrer Mutter und ist mit ihren schwierigen Familienverhältnissen, der Mutter und den Bruder, um die sie sich kümmern will, sowie mit ihrer Lehre überfordert und außerdem lernt sie im Laufe des Buches noch ihren “Traummann” kennen.

3. Szofi ist Journalistin und hat in Budapest ihren Job verloren, weil sie zu kritisch ist, ihr Freund hat sie auch hinausgeschmissen, weil er keine Schwierigkeiten mit seinen Chef bekommen will. Er kann sich aber doch nicht von ihr trennen. So kommt er sie an den Wochenenden besuchen und sie kehrt schließlich zu ihm nach Budapest zurück.

Zweieinhalb Fragen richtig beantwortet, das Buch ist unterwegs und ich habe auch meinen anderen Stammkommentierer, dem lieben Uli zu danken, der sich seit 2016 regelmäßig bei mir meldet und mit meinen Schreiben und meinen Ehrgeiz damit doch endlich in den Literaturbetrieb hineinzukommen, nicht ganz zufrieden ist.

Er ist auch nicht mit meinem Buchrückentext-, in Österreich nennt man das, glaube ich, doch nicht Klappentext, auch wenn in “Wikipedia” steht, daß das umgangsprachlich so verwendet wird. Da ist man hier vielleicht doch genauer, ich bin es jedenfalls, – so ganz zufrieden und hat mir eine fast richtige Anregung gegeben, wie man den Text erweitern und den Leser auf das Buchneugierig machen könnte:

Drei Frauen, drei Leben, ein Haus” könnte man darunter schreiben. Eine Wohngemeinschaft ist es nicht, denn in der leben nur Jelena und Szofi, Katalin lebt mit ihrer Familie daneben.

Mir wäre es zu reißerisch gewesen. Aber das ist Geschmacksache. Also vielen Dank lieber Uli, ich lade Sie, Manfred Lagler-Regall und auch meine anderen Leser sehr herzlich zu einer Leserunde ein, wo wir über das Buch diskutieren können.

Deshalb schicke ich es zum Jubiläumsjahr jeden, jeder, der es lesen und sich mit mir drüber austauschen will, gerne zu. Fünfzig Exemplare lasse ich mir immer drucken. Aso nur bis der Vorrat reicht, aber soviele Interessenten werden sich wohl nicht melden.

Auf meiner Website kann man das erste Kapitel lesen und ob ich bei der “Poetnight” am 20. Oktober im Republikanischen Club daraus oder etwas anderes lesen werden, weiß ich noch nicht.

Es wartet ja noch der “Ukraine Blues”, der noch vom Alfred druckereifertig gemacht werden muß und die “Toten” an denen ich derzeit korrigiere und noch immer gern erweitern will.